Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Magnetismus des Gebens

Frage: Wie kann man den eigenen Zustand außerhalb des Verlangens zu genießen messen, und ist es überhaupt möglich, wenn wir uns doch die ganze Zeit innerhalb dieses Verlangens befinden?

Antwort: Das bedeutet, ich wäre bereit, im laufenden Zustand ewig zu bleiben, das heißt im absoluten Geben (Chafez Chessed) zu bleiben, was auch immer geschieht. Je höher ich hinaufsteige, desto niedriger fällt mein Zustand Chafez Chessed herab, sprich erstreckt sich auf das niedrigste Niveau. Das heißt eben die Messung außerhalb des Verlangens zu genießen. Im Zustand Chafez Chessed erfülle ich keine Berechnungen und bemühe mich, im kleinen, ständigen Zustand möglichst länger zu bleiben.

Somit kann ich die Berechnung außerhalb des Verlangens zu genießen nur dann realisieren, wenn ich die Belohnung nicht in Form der Füllung für die eigene Selbstsucht wahrnehme. Ich bekomme eine Fähigkeit wie ein Eisenstück, das vom Magnet in die Luft gezogen wird. Dank dem Magnet kann das Eisen in der Luft hängen bleiben. Das Verlangen steigt aus der egoistischen Absicht hinauf, und zwar in dem Maß, in dem das Licht darauf einwirkt, und kann in der Luft (in der Absicht des Gebens) hängen bleiben.

Das Verlangen ändert sich nicht, aber seine Absicht dreht sich von sich auf den Nächsten um, das heißt auf den Schöpfer. Folglich können wir außerhalb des Verlangens zu genießen bewerten. [128989]

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 02/03/14

Operation unter lokaler Narkose

Frage: Wie kann man dem  Zustand „Chafez Chessed“ näher kommen?

Antwort: Man kann nur mit Hilfe des Lichtes, das zur Quelle zurückführt, vorankommen, indem man alle Handlungen pedantisch erfüllt, die uns von Kabbalisten empfohlen werden. Hier wird eine sehr eifrige, einfache, konsequente Arbeit gefordert, die man erfüllen muss, während das Licht auf dich einwirkt und zum Ergebnis bringt.

Du erfüllst diese pedantische Arbeit über deinem Verlangen zu genießen, über deinem Körper  (Egoismus). Du „zerschneidest“ es, du spaltest es und setzt dieselben Handlungen hartnäckig fort. Jedes Mal ziehst du das neue Licht heran – so „häuft sich Groschen für Groschen das große Kapital an“.

Frage: Soll meine Handlungen eine bestimmte Forderung, ein Gebet begleiten?

Antwort: Deine Forderung soll lauten: “Ich will nichts fordern, außer das Geben zu erlangen”. Und dieses Gebet ist auch eine Folge des Einflusses vom umgebenden Licht. Wir müssen den Trennungsprozess von der Selbstsucht durchgehen, der sehr schmerzhaft ist. Um diesen Schmerz zu mildern, wird er in sehr kleine Schritte unterteilt, in dem Maße, in dem der Mensch die Leiden ertragen kann.

Um diesen Prozess zu beschleunigen, ist dir die Gruppe gegeben. Bemühe dich, mit ihr diesen Prozess der Loslösung von der Selbstsucht zu teilen. Dafür gibt es die wunderbare Möglichkeit mit Hilfe der Klipa (die Hilfe der egoistischen Kraft), diese Trennung durchzuziehen.

Wir bilden einen Körper, der in sehr viele  kleine Stückchen zerschnitten ist. Wenn du jetzt fühlen würdest, wie man dich in viele Teile zerschneidet, dann könntest du diese Empfindung niemals ertragen. Stelle dir vor, man würde von dir Stücke abschneiden. Es ist ganz unmöglich, das auszuhalten.

Damit du diesen Schmerz nicht empfindest, wird dir die Empfindung der Verbindung mit allen anderen Teichen entzogen. Nur auf diese Weise kannst du diese Handlungen ertragen. Klipa, die egoistische Schale, die uns voneinander trennt, hilft uns, leichter durch alle Zustände zu gehen. Das heißt beide Teile zusammen, sowohl die Klipa als auch das Geben, führen zum Ziel..

Klipa arbeitet mit unserer Negativform. Wäre sie nicht vorhanden, könnten wir nichts ertragen. Sie stört uns, den guten Zustand zu erreichen, der die Vereinigung in ein Ganzes, in die Einheit vorsieht. Aber andererseits  hilft sie uns, mit dem Übel zurechtzukommen, das auf Viele aufgeteilt ist. Ich fühle die Unglücke nicht, die mit anderen Menschen, in anderen Teilen der Welt geschehen. Wenn ich jetzt alle Leiden der Menschheit fühlen würde, dann könnte ich diese niemals ertragen. Deshalb wird gesagt, dass „die Schale (Klipa) die Frucht behütet“. [128975]

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 02/03/14

Zwei unzertrennliche Teile

Die Wirklichkeit, in der wir uns befinden, wird auf die Welten, Parzufim und Sefirot unterteilt, welche die „Kleidung“, den „Ort“ für die Seele beinhalten. Die Seele ist die Folge der Entwicklung dieser Struktur, die ihrem inneren Punkt entsprungen ist.

In Analogie dazu haben sich in unserer Welt die unbelebte, pflanzliche, tierische und menschliche Natur entwickelt. Ebenso entwickelte sich das, dieser Entwicklung, vorangehende spirituelle System.

Es existiert die Übereinstimmung zwischen dem System der Welten mit allen seinen Mechanismen und dem System der Seele, die sich darin befindet. Die Welten stellen den äußerlichen Teil und die Seele – den inneren Teil dar.

In Wirklichkeit existiert nur eine Seele, die wir jedoch nicht empfinden. Uns steht noch bevor sie zu begreifen. Je nach unserer Vereinigung werden wir beginnen, dieses System zu betreten, es zu fühlen.

Davor sind wir in unserer Empfindung von diesem System abgerissen, abgeschaltet.

Somit wird auch das System der Welten in zwei Teile aufgeteilt: innerer und äußerlicher Teil:

Der innere Teil beinhaltet die Systeme der Welt der Unendlichkeit, sowie die Welten Adam Kadmon und Azilut:

Und der äußerliche Teil beinhaltet die Welten Briya, Jezira und Assiya (BЕА), einschließlich diese Welt, welche die letzte, niedrigste Stufe bildet.

Die Seele unterliegt in diesen Welten dem Zerbrechen. Sie wird – sowohl bis zum Zerbrechen, als auch danach, d.h. sowohl zwecks der Trennung, als auch zwecks der Korrektur – in zwei Teile unterteilt: in den inneren und äußerlichen Teil.

Den inneren Teil der Seele bilden die Menschen, die direkt zum Schöpfer (Israel) gerichtet sind, wer also strebt, die Verschmelzung mit Ihm zu erreichen. Den Anfang hat Adam gelegt, der vor 5774 Jahre diese Bestrebung zum ersten Mal empfunden hat und das System der allgemeinen Seele und der Welten offenbarte.

Danach gab es zwanzig Generationen bis zum Abraham, der die Menschen zu einer Gruppe bildete, die den Schöpfer begreifen wollten und die er „Israel“ nannte. Dadurch kapselte er sie von den anderen ab, damit sie beginnen konnten, untereinander nach dem Prinzip der Nächstenliebe zu arbeiten, um die Ähnlichkeit der Eigenschaften zu finden und das höhere System zu begreifen.

Später wurde diese Gruppe „zerbrochen“, ging in die Vertreibung und bereitet sich heute zusammen mit allen, wer sich an sie jeden Tag anschließt, an die Selbstkorrektur vor.

Insgesamt begann die Etappe der Korrektur nicht nur dieser Gruppe, sondern auch der ganzen Menschheit.

Wie dem auch sei, bleibt die Aufteilung in zwei Teile in allem erhalten. Das Volk Israel – welches zum Schöpfer strebt, teilt sich in zwei Hälfte: Galgalta we-Ejnaim (das Innere) und АCHaP (das Äußerliche). Die Menschheit teilt sich auch in den inneren und äußerlichen Teil auf. Wir können sie in jedem Detail erkennen, da die Teilchen und das Ganze gleich sind. Es verhält sich sowohl zu den Welten, als auch zu den Seelen, auf die sich die allgemeine Seele geteilt hat.

Das Innere und das Äußerliche stehen einander entgegen und das höhere Licht wirkt ein, um das System der Welten und das System der Seelen ins Gleichgewicht zu bringen.

Die Einwirkung des höheren Lichtes auf uns, wird auch auf die innere und äußerliche unterteilt. Wenn sich also die Gefäße in zwei Teile bezüglich des Lichtes, des Schöpfers, des höheren Systems teilen, dann gilt die Teilung in jedem Teilchen.

Dementsprechend heißt der äußerliche Teil der Welten „die Völker der Welt“, und deren äußerlicher Teil – „Israel“, laut dem geraden Vektor zum Schöpfer. „Das Volk Israel“ und „die Völker der Welt“ werden auch auf das Innere und das Äußerliche unterteilt.

Jede Welt, jeder Parzuf im allgemeinen System, wo die Seelen existieren, bis sie sich zu einer Seele verbinden, dieses „Betriebssystem“, welches die Seelen verwaltet, teilt sich auf das innere und äußerliche auf, in Galgalta we-Ejnaim (Gefäße des Gebens) und АCHaP (Gefäße des Erhaltens). [128929]

Auszug aus dem Unterricht nach „dem Vorwort zum Buch Sohar“, 03/03/14

Mischmaschine

Die Grundlage einer Gruppe bildet der tägliche Morgenunterricht. Wenn man sich nicht daran beteiligt, zumindest tagsüber, wenn man könnte, ist man von mir abgetrennt. Und auch der Unterricht selbst sollte eine stetige Handlung des einander Durchmischens sein., damit wir uns als ein Ganzes erkennen und das Licht erwarten, dass sich unter uns enthüllt.

Der Unterricht soll auch sehr schwer sein und einer Mischmaschine gleichen, in welcher diese ganze Masse aus Sand, Zement und Wasser solange gerührt wird, bis alle Bestandteile vollkommen verbunden sind. Wir müssen spüren, wie sich genauso den Unterricht entwickelt – unter großen Schwierigkeiten und Anstrengungen. Wenn man diese Schwierigkeiten nicht spürt und sie ignoriert, erbaut man weder ein Kli, noch zieht man das Licht an. Die Anstrengung und die Anspannung sollten immer verspürt werden.

Sich an den Rav anzuheften, an das Höhere Licht (Eljon), bedeutet nicht, dass man sich an eine bestimmte Person oder ihr Äußeres anheftet. Der Höhere (Eljon) ist kein Mensch, sondern ein spirituelles Konzept, denn im Menschen tendiert die Verbindung zum Höheren.

Daher sollst du klären:

  • Warum wurde er ausgewählt, um für mich der Höhere(Eljon) zu sein?
  • Was bedeutet der Begriff „der Höhere“, an den ich mich anheften soll?
  • Und wie kann ich durch diese äußere Form der Anheftung, durch welche ich mich an den Höheren (Eljon) binde, eine innere Anheftung mit ihm erreichen?

[128907]

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Lehrer“, 27/02/14