Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Freier Wille & Freiheit'

Rettende Finsternis über Ägypten

Und sie schrien zum Schöpfer, und Er stellte Finsternis zwischen euch und die Ägypter und brachte das Meer über sie, und es bedeckte sie, und eure Augen sahen, was Ich den Ägyptern angetan habe; und ihr wart viele Tage in der Wüste. [Propheten, Buch Jeschua, 24:7]

Die Finsternis ist in der Tat eine große Rettung, denn das Volk Israel hatte keine Kraft, aus Ägypten zu fliehen. Und nur die Finsternis, die der Schöpfer in Ägypten geschaffen hat, gab ihnen die Möglichkeit, still und leise fortzugehen. 

Und jetzt treibt sie den  Menschen mit aller Macht an, aus dem Egoismus (aus Ägypten) auszubrechen, damit er sich anstrengt, und mit allen Mitteln versucht herauszukommen.

Frage: Wofür ist es notwendig, uns die Macht des Schöpfers zu zeigen, indem Er das Meer über die Ägypter bringt, so dass sie darin ertrinken?

Antwort: Die Tora spricht von einem Menschen, der dafür kämpft, sich über seinen Egoismus zu erheben. Dadurch, dass die Ägypter (die egoistischen Verlangen) im Meer untergehen, wird ihm gezeigt, dass dies möglich ist.

Aus der Fernsehsendung „Geheimnisse des ewigen Buches“, 6.9.2021

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Die Unvermeidbarkeit der Offenbarung des Schöpfers

Das Gesetz des Gemeinsamen besagt, dass die ganze Menschheit am Ende ihrer Entwicklung unweigerlich zur Offenbarung der höchsten lenkenden Kraft kommen und einen langen Entwicklungsweg zum Abschluss bringen muss. (Baal HaSulam, „Das Wesen der Kabbala“)

Das allgemeine Naturgesetz besagt, dass wir alle jetzt oder in einem der nächsten Leben gezwungen werden, den Schöpfer zu offenbaren, Ihn zu erfassen, sich vollständig mit Ihm zu vereinen und zu verschmelzen.

Dies ist das allgemeine Gesetz der ganzen Natur. Es gibt kein einziges kleines Element in der Natur, weder auf der unbelebten, pflanzlichen, tierischen oder menschlichen Stufe, welches sich nicht unbewusst, instinktiv oder bewusst auf dieses Ziel zubewegt oder – wie die Kabbalisten auf unterschiedlichen Wegen.

Das Gesetz besagt, dass es in jeder Generation Einzelne gibt, die diesen Zustand erreichen können, bevor die restliche Menschheit zu dieser Vollkommenheit kommt.

Es steht außer Zweifel, dass wir alle die höchste Entwicklungsstufe – den Schöpfer – erreichen werden. Es liegt an uns, dies in unserer Generation zu erreichen.

Das ist das Gesetz des Allgemeinen und des Besonderen.

Frage: Wie kann die Offenbarung des Schöpfers an die Geschöpfe unvermeidlich sein, wenn wir von einem freien Willen sprechen?

Antwort: Es ist der freie Wille, der die Schöpfung zur unausweichlichen Offenbarung des Schöpfers führt. Wenn der Mensch sie richtig nutzt, beginnt er zu erkennen, dass seine Freiheit darin besteht, die Stufe des Schöpfers zu erreichen. Dann wird er absolut frei sein. Das ist das ganze Paradoxon.

Aus dem Unterricht, 18.08.2019

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Wenn der letzte Baum gefällt ist

„Wenn der letzte Baum gefällt ist, wenn der letzte Fluss vergiftet ist, wenn der letzte Vogel gefangen ist, erst dann werdet ihr verstehen, dass man Geld nicht essen kann.“ (Indianerweisheit)

Frage: Verstehen wir das erst dann, wenn auch das letzte zerstört wurde? Und was ist, noch bevor es soweit kommen kann?

Antwort: Vorher wirst du denken, dass Geld ein universelles Äquivalent ist und dass alles mit Geld gekauft werden kann. Und wenn nichts mehr übrig ist, wenn es  keinen Vogel, keinen Fisch, kein Wasser mehr gibt, dann bleibst du auf deinem Geld sitzen.

Es wird einen ungeheuren Hunger geben, wie geschrieben steht, wird dieser zugleich mit einem riesigem Überfluss einhergehen. Das bedeutet, wir sind nicht mehr fähig, auf richtige Weise die Natur zu steuern. Da sich die Natur aufgrund unseres Hasses ihr gegenüber negativ verhält, werden wir uns nicht mehr wir uns zu sättigen können.

Frage: Und wie wirkt sich das auf den einzelnen Menschen aus? Werde ich zum Beispiel alles besitzen, aber total leer sein?

Antwort: Das sehen wir bereits.

Aus der Fernsehsendung „Neues mit Dr. Michael Laitman“

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Sich dem Schöpfer angleichen

Frage: Stimmt es, dass die Offenbarung des Schöpfers die Erschaffung von etwas Neuem aus dem Nichts ist? Schließlich hat es vorher keine derartige Form gegeben.

Antwort: Tatsächlich ist die Enthüllung des Schöpfers in jedem von uns so, wie die Erschaffung des Menschen. Das bedeutet, dass ich beginne, mich innerhalb meines egoistischen Verlangens zu verwandeln, und so erreiche ich nach und nach die Gleichheit der Form mit dem Schöpfer. Ich beginne, in mir selbst den Menschen, d.h. ein System namens „Adam“ (vom hebr. Wort “Adomeh”,  ähnlich dem Schöpfer) aufzubauen.

Im Prinzip ist alles einfach: Ich sollte verstehen, wer der Schöpfer ist und auch anderen dabei helfen, einen entsprechenden Zustand zu erlangen. Und dies wird „Erschaffung des Menschen aus einem Tier“ genannt. Auf diese Weise werde ich selbst (in meinen Eigenschaften) auch dem Schöpfer ähnlich.

Im Prinzip ist alles einfach: Ich lerne verstehen, wer der Schöpfer ist und helfe auch anderen dabei diesen Zustand zu erlangen. Und dies wird „Erschaffung des Menschen aus einem Tier“ genannt. Auf diese Weise werde ich selbst (in meinen Eigenschaften) auch dem Schöpfer ähnlich.

Frage: Angenommen, dass ich einen Mitmenschen vor mir habe. Was kann ich ihm geben?

Antwort: Sie können ihm eine Methode an die Hand geben, die es ihm ermöglicht, allmählich eine Ähnlichkeit der Form mit dem Schöpfer zu erlangen. 

Aus der TV-Sendung „Spirituelle Zustände“

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Die zweidimensionale Welt

Frage: Derzeit wird in sozialen Medien über Themen der verborgenen Dimensionen, die es um uns herum gibt, ausführlich diskutiert. Viele Annahmen erden unterbreitet, einigen davon liegen Beweise zugrunde, anderen nicht. Welche geheime Dimensionen existieren aus der Sicht der Kabbala?

Antwort: Um uns herum existiert nur eine verborgene Dimension, dies ist die Eigenschaft des Gebens, die wir nicht einfach so aus uns selbst ausströmen (emanieren) können.

Wir leben in einer egoistischen Dimension, die die Eigenschaft des Empfangens für sich selbst des gesamten Guten, des notwendigen und nützlichen darstellt. Und die ihr entgegengesetzte Eigenschaft des Gebens ist uns gänzlich unbekannt. Hätten wir diese Eigenschaft noch zusätzlich zur Eigenschaft des Empfangens, dann könnten wir uns das gesamte Bild der Welt ganz klar vorstellen.

Frage: Ist das der Grund, warum der Mensch aktuell diese Dimensionen gar nicht wahrnimmt?

Antwort: Es gibt eine zweidimensionale Welt und nicht mehr als das. Eine Welt des Empfangens und des Gebens. Wenn sie sich jedoch gegenseitig ergänzen, entsteht daraus ein n-dimensionaler Raum. Alles kann nur in Bezug zum Menschen wahrgenommen werden.

Frage: Kann es eine mehrdimensionale Welt geben, in der es mich nicht gibt?

Antwort: Nein, sie existiert nur subjektiv, relativ zu Ihnen.

Frage: Kann es eine mehrdimensionale Welt geben, in der alle Menschen gut sind und in der alles korrigiert ist?

Antwort: Wenn man eine derartige Welt erschafft.

Frage: Bedeutet das, es hat immer beim Menschen seinen Anfang?

Antwort: Ja, natürlich. Der Mensch steht im Mittelpunkt.

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Worauf bezieht sich die Wahlfreiheit?

Frage: Was bedeutet Wahlfreiheit für den Menschen?

Antwort: Der Punkt ist, dass es auf weltlicher Ebene eine Wahlfreiheit gibt, die jedes Individuum betrifft. Wie sie das handhaben, ist ihre Sache.

Und es gibt die Wahlfreiheit die Menschen nutzen wollen, um in ein anderes System des Verstehens aufzusteigen. Das ist ein ganz anderer Bereich. Wir nennen es spirituell, da es nicht auf der Eigenschaft des Empfangens, sondern auf der Eigenschaft des Gebens aufgebaut ist.

Die Freiheit der Wahl besteht darin, dass der Mensch sich in eine Umgebung begibt, in der er sich solchen Einflüssen aussetzt, die ihm helfen, in sich eine Eigenschaft zu schaffen, die über seinem egoistischen Charakter liegt. Im Gegensatz zu seinem Egoismus wäre er in der Lage altruistisch zu handeln.

Wie ist das möglich, wenn Egoismus seine ganze Natur ist, es ist alles von ihm! Wir fangen hier an, in einem Kollektiv, in einer Gruppe zu arbeiten, dabei entsteht eine besondere Eigenschaft des Gebens (aus sich herauskommen über den eigenen Egoismus), die wir bekommen, wenn wir uns durch das Studium der Kabbala richtig entwickeln.

Dann beginnen wir zu spüren, dass wir uns tatsächlich über unsere gewöhnlichen, logischen, egoistischen Eigenschaften, Wünsche, Berechnungen und Handlungen erheben können. Wir handeln in einem völlig anderen Bereich – dort wo wir über das Egoistische hinaus handeln. Damit sind die Willensfreiheit und das Empfinden der Steuerung der Höheren Welt verbunden.

Das heißt, all dies hängt bereits von der Umgebung ab, mit der ein Mensch interagiert und durch die er sich einem besonderen Einfluss in der richtigen Umgebung aussetzt. In gewissem Sinne will er sich von unserer Welt abkoppeln, ihr nicht gehorchen.

Dadurch bekommt er die Möglichkeit die Eigenschaft, die wir  „Glauben über dem Verstand“ nennen, zu verstehen, zu begründen und zu fühlen. Dann, wenn er sich entwickelt, beginnt er, das zweite Kontrollsystem zu spüren, das nicht auf egoistischen Einflüssen, sondern auf Geben und Liebe aufgebaut ist.

Aus einem Gespräch mit Teilnehmern des Integralen Kursprojekts, 19.03.2021

[280440]

Dem Schöpfer ähnlich sein oder nicht

Frage: Was gibt mir die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer?

Antwort: Sehr viel, es bedeutet, wie der Schöpfer zu sein.

Frage: Lohnt sich das?

Antwort: Man sagt, es lohnt sich.

Erwiderung: Dazu gibt es einfach zu wenig Schriftliches. Kaum Werbung.

Antwort: Hier kann es keine Werbung geben. Was kann jetzt angeboten werden, damit ein Mensch dem anderen zuliebe etwas tut?

Erwiderung:  Beschreiben Sie doch bitte, was für ein wunderbarer Zustand es ist, wie der Schöpfer zu sein.

Antwort: Geschrieben wurde darüber sehr viel. Aber das bringt alles nichts und wird nicht helfen.

Erwiderung: Nehmen wir einmal an, ein Mensch würde verstehen, wie es wäre Millionär zu sein. Darüber wurde auch viel geschrieben.

Antwort: Ja, weil es dafür anschauliche Beispiele gibt. Hier gibt es jedoch keine, denn die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer hat keinen Platz in unserem Bewusstsein. Jegliche Beispiele unserer Welt passen hier nicht.

Erwiderung: Wie sollen die Menschen damit umgehen? Es wird von ihnen etwas verlangt, doch sie verstehen nicht was genau das ist.

Antwort: Deshalb sorgt der Schöpfer dafür, alle hin zu einem Zustand zu entwickeln, indem wir alle spüren, in keinem anderen System mehr leben zu können, als in dem Gesetz der Nächstenliebe. Alle anderen Gesetze erlauben uns nicht mehr zu existieren.

Frage:  Heißt das, man sorgt für unsere Entwicklung über die Methode des entgegengesetzten Zustands? Aus der Negation (Verneinung) heraus?

Antwort: Ja, natürlich.

Frage: Müssen wir uns alle von unserem heutigen Zustand lossagen?

Antwort: Er (der Zustand) wird so sein, dass man es wünschen wird, sich von ihm zu trennen.

Frage: Wo ist in diesem Fall noch die Freiheit der Wahl?

Antwort: Die Freiheit der Wahl ist hier nicht zu finden, sie ist weiter entfernt.

Frage: Bedeutet das, die Natur lässt uns in den jetzigen Stadien keine freie Wahl?

Antwort: Nein. Hier werden wir, wie man so schön sagt, mit einem Stock zum Glücklichsein gedrängt wie “kleine Tiere”. Dem Schöpfer ähnlich zu sein oder nicht, das hängt nicht von uns ab. Das alles ist in uns einprogrammiert. Wir werden so oder so zu diesem Zustand gelangen. Es gibt zwei Wege: der eine ist schnell und angenehm, der andere jedoch lang und mit Leid verbunden. Also wähle. 

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Was diejenigen, die uns die Wahrheit sagen, wirklich wollen

Ein anonymer Student schrieb mir einen Brief, in dem er schrieb, dass er nicht anders kann, als den Menschen die Wahrheit zu sagen, er fühlt sich sogar schlecht, wenn er es für sich behält. Er fragte; wie er damit umgehen soll, was er dagegen tun soll.
Nun, zunächst einmal kennt er die Wahrheit nicht. Was er weiß, ist nur das, was sein Ego ihm sagt. Auch sein „Aufschrei“ kommt nicht wirklich aus der Tiefe des Herzens, sondern aus dem Ego; er will seine Meinung darüber, was wahr und was unwahr ist, anderen aufzwingen. Er denkt, er versteht die Situation der Menschen, was sie falsch machen und was sie richtig machen können, also will er ihnen sein Verständnis aufdrängen.

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Neues Leben 1256 – Die Evolution des Bewusstseins

Neues Leben 1256 – Die Evolution des Bewusstseins

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Tal Mandelbaum ben Moshe

Gemäß der Weisheit der Kabbala ist die Kraft, die die Menschheit entwickelt, der Egoismus. Der „Motor“, der sich in der Natur befindet, entwickelt das Bewusstsein der unbelebten, pflanzlichen, belebten und sogar menschliche Stufe, um integral zu werden. Der Bewusstseinssprung, der vor uns liegt, besteht darin, dass wir beginnen, uns an die Natur anzupassen und die Wirklichkeit nicht durch das Ego zu sehen. Seiner Natur entsprechend will der Mensch nicht mit der ganzen Wirklichkeit verbunden sein, weil ihn dies verpflichtet und er hingegen frei sein will.

Die Konflikte in unserem Leben entstehen dadurch, dass Menschen sich gegenseitig beherrschen wollen. Durch Leiden entwickelt sich das menschliche Bewusstsein. Die Menschheit muss einen Zustand erreichen, in dem alle mit Liebe verbunden sind; ideale Kommunikation bedeutet Liebe. In einer Beziehung, in der jeder den anderen fühlt und dessen Wünsche erfüllt, ist man vollständig miteinander verbunden. Eine vollkommene Bewusstseinsentwicklung bedeutet, dass man das Herz des anderen fühlt und erfüllt, und umgekehrt.

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Aus KabTVs „Neues Leben 1256 – Die Evolution des Bewusstseins“, 24.06.2020

Neues Leben1255 – Die Entwicklung der Beschäftigung, Teil 2

New Life 1255 – Die Entwicklung der Beschäftigung, Teil 2

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Nitzah Mazoz

Schon bald werden zahlreiche Unternehmen verschwinden. Nur jene, die zum Erlernen einer konkreten Anwendung der spirituellen Verbindung und der Erkenntnis der Oberen Welt beitragen, werden auch in Zukunft erfolgreich sein. Bisher haben wir Wissenschaft und Industrie nach den Prinzipien der egoistischen Natur aufgebaut.

Von nun an werden wir nach der ganzheitlichen Sichtweise und den Prinzipien des Kreises handeln. Dies ist eine Revolution in der Wahrnehmung der Wirklichkeit und der unbegrenzten Ausdehnung der menschlichen Evolution. Herz und Verstand werden sich darauf fokussieren Technologie und Instrumentarien zu verbinden. Die Fähigkeit, zum Wohle der gesamten Gesellschaft zu arbeiten, führt zu einem Gefühl der Ganzheit und Ewigkeit, das in der gesamten Natur existiert. Es wird eine so tiefe Verbindung bestehen, dass wir alle „wie ein Mann mit einem Herzen“ in einer neuen Welt sein werden!

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Aus KabTVs „Neues Leben 1255 – Die Entwicklung der Beschäftigung, Teil 2“, 22.06.2020