Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Freier Wille & Freiheit'

Ist es möglich, die Information des ursprünglichen Gens zu verändern?

Frage: In dem Artikel „Freiheit“ schreibt Baal HaSulam, dass es in jedem Menschen eine Grundlage, d.h. die Wurzel seiner Seele, gibt, die sich nicht verändert. Steht diese Basis in einem Zusammenhang mit dem Reshimot?

Antwort: Es ist die Grundlage aller Reshimot, über die alle Arten von Veränderungen und Handlungen ablaufen. Die Basis selbst ist unveränderlich – sie ist das so genannte Ur-Gen.

Das heißt, jeder von uns hat ein ursprüngliches Gen das alle möglichen Zustände durchläuft, ein Reshimot auf dem alles „darauf geschrieben ist“.

Frage: Was können wir ändern? Was ändert sich und was bleibt gleich?  

Antwort: Wir können die Anwendung der Reshimot (spirituelle Informationssätze), die in uns existieren, für die Zukunft ändern und nebenbei bemerkt, auch unsere Vergangenheit korrigieren.

Wenn man das, was in einem geschrieben steht, richtig nutzt, kann man sein zukünftiges Schicksal ändern. Die Vergangenheit kann man nicht ändern, indem man aber die Zukunft umbildet, ändert man alle Prägung und Folgen der Vergangenheit.

Frage: Was genau kann man ändern? Wie wird man sich in der Zukunft fühlen?

Antwort: Die Zukunft wird sich positiv anfühlen. Im Grunde genommen wird zu Recht gesagt, dass man seine Zukunft selbst gestaltet. Die Reshimot sind eine Art potenzielle Zustände und nicht mehr.

Aus einer Fernsehsendung

[300405]

Wahlfreiheit und Belohnung

Frage: Wenn der Mensch die Lenkung der höheren Kraft fühlt, kann er dann eindeutig Belohnung und Bestrafung erkennen? Wenn dem so ist, wo bleibt dann seine Entscheidungsfreiheit?

Antwort: Wahlfreiheit besteht immer darin, zumindest fragen zu können, was ich noch tun kann, um mit meinen Eigenschaften, Handlungen, Gedanken und Wünschen dem Ebenbild des Schöpfers näher zu kommen.

Frage: Erkennt der Mensch, der den Schöpfer offenbart, eindeutig Bestrafung und Belohnung?

Antwort: Ja und nein. Es hängt davon ab, was für sein Vorankommen besser ist. Vielleicht verbirgt er es vor sich, will es nicht sehen, damit seine Einstellungen ehrlicher und erhabener sind, oder im Gegenteil, er verbirgt es nicht vor sich und prüft, inwieweit es auf ihn wirkt, um sich in einen erhabenen Zustand zu versetzen, in welchem das Ergebnis der Handlung seine Einstellung nicht beeinflusst.

Frage: Es scheint, dass der Zweck der höheren Kraft darin besteht, unsere Handlungen vom Ergebnis zu trennen, so dass es keine Verbindung gibt. Warum?

Antwort: Man kann andernfalls keine Handlungen des Gebens durchführen, wenn sie vom Ergebnis abhängen. Die Belohnung muss sich aus dem Prozess ergeben.

Wenn ich jetzt versuche, mich mit anderen Menschen zu verbinden oder die höhere Kraft zu offenbaren, ist der Prozess die Belohnung.

Aus der Fernsehsendung „Spirituelle Zustände“, 31.05.2022

[299326]

Wie legen wir Belohnung und Bestrafung fest?

Frage: Es gibt ein gängiges Sprichwort, dass ein Mensch für gute Taten, die er in dieser Welt vollbringt, in der nächsten Welt belohnt wird, und umgekehrt, dass er, wenn er Unrecht tut, für diese Taten bestraft wird. Was denken Sie darüber?

Antwort: Das sind alles Schlussfolgerungen der Menschen, und natürlich gibt es dafür eine gewisse Grundlage. Aber im Prinzip ist es notwendig, darüber nur in folgendem Zusammenhang zu sprechen: Wenn der Schöpfer eine ewige höhere Macht ist, die uns vollständig kontrolliert, über welche Art von Belohnung und Bestrafung können wir dann sprechen?

Es geht nur darum, den Menschen zu befähigen, sich mit Hilfe von Korrekturen auf die Ebene des Schöpfers zu erheben. Nur so kann er belohnt oder bestraft werden. Aber nicht, weil er einen Fehler macht, nicht genug Kraft aufwendet oder ähnliches, denn schließlich ist es der Schöpfer, der ihn so geschaffen hat.

Wie kann man überhaupt sagen, dass etwas von einem Menschen abhängen kann? Denn bei allen Unternehmungen, die sich in einem Menschen manifestieren, ist der Schöpfer der Erste.

Kommentar: Aber wir sind so geschaffen, dass wir keine übergeordnete Macht spüren, und deshalb haben wir die Freiheit der Wahl.

Meine Antwort: Angeblich haben wir das.

Kommentar: Auch wenn ich es „angeblich“ so fühle. Es stellt sich heraus, dass sowohl die Bestrafung als auch die Belohnung relativ zu mir bestimmt sind.

Antwort: Nur relativ zu uns. Und nur darüber, wie wir es akzeptieren. Es ist, als ob wir selbst ein solches Umfeld, solche Bedingungen schaffen, in denen wir diskutieren: „Ja, hier gibt es angeblich Wahlfreiheit und wir sind in dieser Willensfreiheit.“

[298659]

Aus der Sendung „Spirituelle Zustände“ vom 31.05.2022

Was hat der Mensch selbst in der Hand?

Frage: Bestimmt ein Mensch, wen er trifft, wen er heiratet, ob er sich scheiden lässt, und ob er in seinem Leben erfolgreich ist?

Antwort: Nein. Der Mensch bestimmt absolut nichts, außer einer Sache – seinen Zustand schnell als schlecht zu erkennen, den nächsten richtigen Zustand als gut zu wählen, schnell alle möglichen Kräfte zu sammeln und vorwärts zu gehen.

Alles richtig zusammenzufügen, im Einklang mit dem Wunsch der Natur den richtigen Schritt vorwärts zu tun und Hand in Hand mit ihr zu gehen- das ist unsere einzige Willensfreiheit.

Nichts anderes kann der Mensch ändern. Auf welcher Grundlage könnte er Entscheidungen treffen? Er hat keine Daten. Woher wissen wir, was unser nächster Zustand ist: was ist besser, was ist schlechter, wozu?

Zwischen was soll ich wählen? Wo habe ich zwei definierte Zustände vor mir und die Freiheit des Willens dazwischen? Worin? Das hat der Mensch nie.

Wir nehmen den Mangel an Informationen wahr und missverstehen die Situation als Freiheit: „Ich bin frei!“ In einer Minute wird dir etwas auf den Kopf fallen, warum schreist du dann?!

Der kleine Mann befindet sich die ganze Zeit in solch einer Illusion. Allmählich kommen wir jetzt aus ihr heraus und beginnen zu verstehen, dass die Natur in sich geschlossen und global ist. Es sprechen schließlich alle neuesten wissenschaftlichen Entdeckungen nur davon.

Aus der Fernsehsendung, „Nahaufnahme. Feuerinsel“ 1.1.10

[290559]

Rettende Finsternis über Ägypten


Und sie schrien zum Schöpfer, und Er stellte Finsternis zwischen euch und die Ägypter und brachte das Meer über sie, und es bedeckte sie, und eure Augen sahen, was Ich den Ägyptern angetan habe; und ihr wart viele Tage in der Wüste. [Propheten, Buch Jeschua, 24:7]

Die Finsternis ist in der Tat eine große Rettung, denn das Volk Israel hatte keine Kraft, aus Ägypten zu fliehen. Und nur die Finsternis, die der Schöpfer in Ägypten geschaffen hat, gab ihnen die Möglichkeit, still und leise fortzugehen. 

Und jetzt treibt sie den  Menschen mit aller Macht an, aus dem Egoismus (aus Ägypten) auszubrechen, damit er sich anstrengt, und mit allen Mitteln versucht herauszukommen.

Frage: Wofür ist es notwendig, uns die Macht des Schöpfers zu zeigen, indem Er das Meer über die Ägypter bringt, so dass sie darin ertrinken?

Antwort: Die Tora spricht von einem Menschen, der dafür kämpft, sich über seinen Egoismus zu erheben. Dadurch, dass die Ägypter (die egoistischen Verlangen) im Meer untergehen, wird ihm gezeigt, dass dies möglich ist.

Aus der Fernsehsendung „Geheimnisse des ewigen Buches“, 6.9.2021

[289068]

Die Unvermeidbarkeit der Offenbarung des Schöpfers


Das Gesetz des Gemeinsamen besagt, dass die ganze Menschheit am Ende ihrer Entwicklung unweigerlich zur Offenbarung der höchsten lenkenden Kraft kommen und einen langen Entwicklungsweg zum Abschluss bringen muss. (Baal HaSulam, „Das Wesen der Kabbala“)

Das allgemeine Naturgesetz besagt, dass wir alle jetzt oder in einem der nächsten Leben gezwungen werden, den Schöpfer zu offenbaren, Ihn zu erfassen, sich vollständig mit Ihm zu vereinen und zu verschmelzen.

Dies ist das allgemeine Gesetz der ganzen Natur. Es gibt kein einziges kleines Element in der Natur, weder auf der unbelebten, pflanzlichen, tierischen oder menschlichen Stufe, welches sich nicht unbewusst, instinktiv oder bewusst auf dieses Ziel zubewegt oder – wie die Kabbalisten auf unterschiedlichen Wegen.

Das Gesetz besagt, dass es in jeder Generation Einzelne gibt, die diesen Zustand erreichen können, bevor die restliche Menschheit zu dieser Vollkommenheit kommt.

Es steht außer Zweifel, dass wir alle die höchste Entwicklungsstufe – den Schöpfer – erreichen werden. Es liegt an uns, dies in unserer Generation zu erreichen.

Das ist das Gesetz des Allgemeinen und des Besonderen.

Frage: Wie kann die Offenbarung des Schöpfers an die Geschöpfe unvermeidlich sein, wenn wir von einem freien Willen sprechen?

Antwort: Es ist der freie Wille, der die Schöpfung zur unausweichlichen Offenbarung des Schöpfers führt. Wenn der Mensch sie richtig nutzt, beginnt er zu erkennen, dass seine Freiheit darin besteht, die Stufe des Schöpfers zu erreichen. Dann wird er absolut frei sein. Das ist das ganze Paradoxon.

Aus dem Unterricht, 18.08.2019

[252644]

Wenn der letzte Baum gefällt ist


„Wenn der letzte Baum gefällt ist, wenn der letzte Fluss vergiftet ist, wenn der letzte Vogel gefangen ist, erst dann werdet ihr verstehen, dass man Geld nicht essen kann.“ (Indianerweisheit)

Frage: Verstehen wir das erst dann, wenn auch das letzte zerstört wurde? Und was ist, noch bevor es soweit kommen kann?

Antwort: Vorher wirst du denken, dass Geld ein universelles Äquivalent ist und dass alles mit Geld gekauft werden kann. Und wenn nichts mehr übrig ist, wenn es  keinen Vogel, keinen Fisch, kein Wasser mehr gibt, dann bleibst du auf deinem Geld sitzen.

Es wird einen ungeheuren Hunger geben, wie geschrieben steht, wird dieser zugleich mit einem riesigem Überfluss einhergehen. Das bedeutet, wir sind nicht mehr fähig, auf richtige Weise die Natur zu steuern. Da sich die Natur aufgrund unseres Hasses ihr gegenüber negativ verhält, werden wir uns nicht mehr wir uns zu sättigen können.

Frage: Und wie wirkt sich das auf den einzelnen Menschen aus? Werde ich zum Beispiel alles besitzen, aber total leer sein?

Antwort: Das sehen wir bereits.

Aus der Fernsehsendung „Neues mit Dr. Michael Laitman“

[286811] 

Sich dem Schöpfer angleichen


Frage: Stimmt es, dass die Offenbarung des Schöpfers die Erschaffung von etwas Neuem aus dem Nichts ist? Schließlich hat es vorher keine derartige Form gegeben.

Antwort: Tatsächlich ist die Enthüllung des Schöpfers in jedem von uns so, wie die Erschaffung des Menschen. Das bedeutet, dass ich beginne, mich innerhalb meines egoistischen Verlangens zu verwandeln, und so erreiche ich nach und nach die Gleichheit der Form mit dem Schöpfer. Ich beginne, in mir selbst den Menschen, d.h. ein System namens „Adam“ (vom hebr. Wort “Adomeh”,  ähnlich dem Schöpfer) aufzubauen.

Im Prinzip ist alles einfach: Ich sollte verstehen, wer der Schöpfer ist und auch anderen dabei helfen, einen entsprechenden Zustand zu erlangen. Und dies wird „Erschaffung des Menschen aus einem Tier“ genannt. Auf diese Weise werde ich selbst (in meinen Eigenschaften) auch dem Schöpfer ähnlich.

Im Prinzip ist alles einfach: Ich lerne verstehen, wer der Schöpfer ist und helfe auch anderen dabei diesen Zustand zu erlangen. Und dies wird „Erschaffung des Menschen aus einem Tier“ genannt. Auf diese Weise werde ich selbst (in meinen Eigenschaften) auch dem Schöpfer ähnlich.

Frage: Angenommen, dass ich einen Mitmenschen vor mir habe. Was kann ich ihm geben?

Antwort: Sie können ihm eine Methode an die Hand geben, die es ihm ermöglicht, allmählich eine Ähnlichkeit der Form mit dem Schöpfer zu erlangen. 

Aus der TV-Sendung „Spirituelle Zustände“

[289729]

Die zweidimensionale Welt


Frage: Derzeit wird in sozialen Medien über Themen der verborgenen Dimensionen, die es um uns herum gibt, ausführlich diskutiert. Viele Annahmen erden unterbreitet, einigen davon liegen Beweise zugrunde, anderen nicht. Welche geheime Dimensionen existieren aus der Sicht der Kabbala?

Antwort: Um uns herum existiert nur eine verborgene Dimension, dies ist die Eigenschaft des Gebens, die wir nicht einfach so aus uns selbst ausströmen (emanieren) können.

Wir leben in einer egoistischen Dimension, die die Eigenschaft des Empfangens für sich selbst des gesamten Guten, des notwendigen und nützlichen darstellt. Und die ihr entgegengesetzte Eigenschaft des Gebens ist uns gänzlich unbekannt. Hätten wir diese Eigenschaft noch zusätzlich zur Eigenschaft des Empfangens, dann könnten wir uns das gesamte Bild der Welt ganz klar vorstellen.

Frage: Ist das der Grund, warum der Mensch aktuell diese Dimensionen gar nicht wahrnimmt?

Antwort: Es gibt eine zweidimensionale Welt und nicht mehr als das. Eine Welt des Empfangens und des Gebens. Wenn sie sich jedoch gegenseitig ergänzen, entsteht daraus ein n-dimensionaler Raum. Alles kann nur in Bezug zum Menschen wahrgenommen werden.

Frage: Kann es eine mehrdimensionale Welt geben, in der es mich nicht gibt?

Antwort: Nein, sie existiert nur subjektiv, relativ zu Ihnen.

Frage: Kann es eine mehrdimensionale Welt geben, in der alle Menschen gut sind und in der alles korrigiert ist?

Antwort: Wenn man eine derartige Welt erschafft.

Frage: Bedeutet das, es hat immer beim Menschen seinen Anfang?

Antwort: Ja, natürlich. Der Mensch steht im Mittelpunkt.

[281146]

Worauf bezieht sich die Wahlfreiheit?


Frage: Was bedeutet Wahlfreiheit für den Menschen?

Antwort: Der Punkt ist, dass es auf weltlicher Ebene eine Wahlfreiheit gibt, die jedes Individuum betrifft. Wie sie das handhaben, ist ihre Sache.

Und es gibt die Wahlfreiheit die Menschen nutzen wollen, um in ein anderes System des Verstehens aufzusteigen. Das ist ein ganz anderer Bereich. Wir nennen es spirituell, da es nicht auf der Eigenschaft des Empfangens, sondern auf der Eigenschaft des Gebens aufgebaut ist.

Die Freiheit der Wahl besteht darin, dass der Mensch sich in eine Umgebung begibt, in der er sich solchen Einflüssen aussetzt, die ihm helfen, in sich eine Eigenschaft zu schaffen, die über seinem egoistischen Charakter liegt. Im Gegensatz zu seinem Egoismus wäre er in der Lage altruistisch zu handeln.

Wie ist das möglich, wenn Egoismus seine ganze Natur ist, es ist alles von ihm! Wir fangen hier an, in einem Kollektiv, in einer Gruppe zu arbeiten, dabei entsteht eine besondere Eigenschaft des Gebens (aus sich herauskommen über den eigenen Egoismus), die wir bekommen, wenn wir uns durch das Studium der Kabbala richtig entwickeln.

Dann beginnen wir zu spüren, dass wir uns tatsächlich über unsere gewöhnlichen, logischen, egoistischen Eigenschaften, Wünsche, Berechnungen und Handlungen erheben können. Wir handeln in einem völlig anderen Bereich – dort wo wir über das Egoistische hinaus handeln. Damit sind die Willensfreiheit und das Empfinden der Steuerung der Höheren Welt verbunden.

Das heißt, all dies hängt bereits von der Umgebung ab, mit der ein Mensch interagiert und durch die er sich einem besonderen Einfluss in der richtigen Umgebung aussetzt. In gewissem Sinne will er sich von unserer Welt abkoppeln, ihr nicht gehorchen.

Dadurch bekommt er die Möglichkeit die Eigenschaft, die wir  „Glauben über dem Verstand“ nennen, zu verstehen, zu begründen und zu fühlen. Dann, wenn er sich entwickelt, beginnt er, das zweite Kontrollsystem zu spüren, das nicht auf egoistischen Einflüssen, sondern auf Geben und Liebe aufgebaut ist.

Aus einem Gespräch mit Teilnehmern des Integralen Kursprojekts, 19.03.2021

[280440]