Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Blitz – Antworten eines Kabbalisten, 18.11.2018

Frage: Offenbart sich der Schöpfer im Feld der guten Gefühle? Oder ist der Schöpfer selbst ein gutes Gefühl?

Antwort: Der Schöpfer ist alles, alles was in allen Welten, im gesamten Universum in mir ist. Er bestimmt alles außer deiner Willensfreiheit – ein kleiner Parameter, den du selbst definierst.

Frage: Ist der Weg des Leidens das Verlangen des Schöpfers?

Antwort: Das Verlangen des Schöpfers ist das Erreichen der mittleren Linie – Ihm absolut ähnlich zu werden, da sein Zustand am vollkommensten ist.

Frage: Beim Verstoß gegen welche Gesetze in der Spiritualität wird ein Mensch unvermeidlich leiden?

Antwort: Indem er die Gesetze der Verbindung in einer Gruppe verletzt.

Frage: Wenn ein Mensch zur Ewigkeit und Vollkommenheit gelangt ist, hat er dann einen Punkt erreicht, an dem es nicht nötig ist Schmerz und Leid zu empfinden?

Antwort: Ja

Frage: Ich versuche mir ständig vorzustellen, dass alles vom Schöpfer kommt, er gut zu mir ist und ich seine liebevolle Gegenwart spüren möchte. Ich spüre dann die Dankbarkeit und freue mich in der Gruppe mitzumachen. Ist der Wunsch, die Güte des Schöpfers zu spüren egoistisch?

Antwort: Nein, es ist das Richtige. Der Mensch soll nach guten Gefühlen streben.

Frage: Wir hatten eine gute und liebevolle Beziehung in unserer Familie. Meinem Ehemann wurde viel Geld angeboten und er änderte sofort den Weg. Seine Aggressionen wurden auf die Familie, die Kinder übertragen. Ich möchte den Weg der Liebe, der Selbstentwicklung fortsetzen, aber mein Mann hört mich nicht mehr. Muss ich in diesem Fall Geduld aufbringen und warten, oder klar und deutlich meinen eigenen Weg gehen?

Antwort: Ich glaube, dass man hier nichts machen kann. Sie müssen ihrem Ehemann die Möglichkeit geben, seinen gewählten Weg zu folgen. Die Hauptsache ist, dass er an sie und an die Kinder denkt und sie ihre spirituelle Entwicklung fortsetzen können.

Frage: Der Mensch möchte lediglich genießen, sogar in der Gruppe. Das ist seine Natur. Das ist doch keine Korrektur?

Antwort: Nein, das ist keine Korrektur. Die Gruppe ist nötig, um sich über sich selbst zu erheben. Durch die Fürsorge der Gruppe, durch die Verbindung mit ihnen kommt man zu der Verbindung mit dem Schöpfer.

Frage: Ist jeder Mensch in der Lage, die Bitterkeit in Süße zu verwandeln und den Weg der Beschleunigung (Achishena) zu gehen?

Antwort: Ja, in dieser Zeit, in diesem Leben kann jeder Mensch die Bitterkeit in Süße verwandeln und das Ziel der Schöpfung erreichen. Es ist egal, in welchem Alter er ist. Indem man versucht, weniger Fehler zu machen, geht man dem Ziel entgegen.

Frage: Vermischen sich unsere Welt und die höhere Welt oder bleiben sie getrennt?

Antwort: Nein, sie vermischen sich nicht.

Frage: Wenn der Mensch in der Gruppe leidet, bedeutet das, dass man sich nicht auf dem Weg der Kabbala befindet?

Antwort: Dies bedeutet, dass er noch nicht in der Lage ist, seine Leiden umzukehren, um den spirituellen Aufstieg zu unterstützen.

Frage: Ist der Schöpfer unser gemeinsamer Traum?

Antwort: Der Schöpfer ist das, was wir sind. Das heißt, indem wir ihn offenbaren, nehmen wir das als die Summe all unserer Eindrücke und Wünsche wahr.

Frage: Wie verstehe ich, dass ich den Weg der Kabbala gewählt habe und nicht den Weg des Leidens?

Antwort: Es kommt darauf an, wie sehr sie sich zusammen mit der Gruppe, den Freunden zur spirituellen Stufe bewegen.

Aus dem Unterricht 18.11.2018

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Warum wenden wir uns an den Schöpfer?

Frage: Ich muss niemanden um etwas bitten, wenn ich die Kraft der Elektrizität oder der Schwerkraft benutze. Warum muss ich eine spirituelle Bitte erfüllen, um mit der höchsten Kraft der Natur zu interagieren?

Antwort: Im Rahmen der unbelebten, pflanzlichen oder tierischen Natur (unsere irdische Existenz gehört zu den Tieren), befinden wir uns in einem klaren materiellen Zustand.

Wir haben hier nichts zu verlangen. Wir müssen nur wissen wie wir uns durch die materielle Natur navigieren, ihre Gesetze studieren, nutzen und  auf irgendeine Weise umsetzen können.

Wenn wir uns auf die nächste Stufe der Spiritualität erheben wollen, treten wir dort in eine ganz andere Beziehung ein – die Beziehung mit dem Schöpfer. Deshalb sind wir immer an ihn gebunden. Er wendet sich an uns, wir wenden uns an Ihn.

Wenn wir uns bekehren, wie Er werden wollen, erschaffen wir ein Bild von uns selbst als Schöpfer, das „unsere Seele“ genannt wird.

Aus dem Unterricht 16.12.2018

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Müssen wir uns in die Bedeutung der kabbalistischen Texte vertiefen?

Frage: Müssen wir Workshops durchführen,  um die Bedeutung der Originaltexte besser zu verstehen, wenn wir gemeinsam oder in der Gruppe lesen?

Antwort: Ja und nein. Tatsache ist, dass uns die Vertiefung in den Text  manchmal verwirrt. Anstatt in die Gefühle und unsere Einheit einzutauchen, fangen wir an den Text auf einige phonetische, orthografische, sprachliche Elemente und Eigenschaften hin zu analysieren. Ich glaube nicht, dass das notwendig ist. Es ist nur aus der Sicht unseres konkreten Verständnisses in diesem Text zu verstehen: was gibt er uns für unsere Verbindung, mit dem Ziel den Schöpfer zu offenbaren. Das ist genug. Alles andere wird kommen.

Sobald wir mit der Offenbarung des Schöpfers beginnen, ihn zwischen uns enthüllen, werden wir in die praktische Kabbala einsteigen. Es wird für uns klar, was im Buch steht, dann verstehen wir, was uns die Lehre der 10 Sefirot und die andere Quellen sagen.

Aus dem Unterricht, 11.02.2019

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Karte des Schicksals

Der jüdische Kalender hat ein besonderes Verhältnis zu den Zeiten.

Dies basiert auf der Tatsache, dass das spirituelle System ein Werkzeug wie Seir Anpin hat, in das sich Malchut kleidet und von oben in das Licht von Bina eintritt.

Seir Anpin hat eine Art Schlitz, kleine Löcher, mit denen er Malchut durchleuchtet. Wenn ein Loch mit dem Empfänger, mit Malchut, mit der Seele zusammentrifft, dann tritt das Licht ein und das wird als „Mazal“ bezeichnet – das Schicksal des Menschen.

Es gibt besondere Beziehungen zwischen Tagen und Nächten, zwischen verschiedenen Zeiten. Was ich an einem bestimmten Tag zu einem bestimmten Zeitpunkt, angenommen in der Nacht machen kann, kann ich ebenso, mit fast der selben Wirkung, an einem anderen Tag zu einer anderen Stunde zum Beispiel am Nachmittag tun.

Wir sehen, wie das Licht von Bina uns beeinflusst. Seir Anpin und Malchut, legen für uns jedes Mal eine andere Seite, ein neues Schicksal fest.

Im Judentum wurden schon vor langer Zeit astronomische Tabellen erstellt. Sie wurden von Kolumbus, Newton und anderen berühmten Wissenschaftlern und Seefahrern benutzt. Abraham selbst war ein großer Astronom und Astrologe.

Zu Abrahams Zeit war die Astrologie nicht wie heute. Die Basis war eine klare Verbindung, in Bezug auf jeden Menschen und seiner Seele und zwischen dem Standort der Sterne, des Mondes, der Erde und der Sonne. Sie berücksichtigte die Daten, zu welcher Zeit er gezeugt, geboren, etc. wurde. Wenn wir all das wüssten, würden wir das Schicksal eines jeden Menschen kennen. Wir wüssten was mit ihm geschehen würde und wie er handeln würde. Wir bräuchten keine Wahrsagerei – so ist sie nun mal, die Karte unseres Schicksals.

Aus dem Unterricht vom 30.12.2018

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Die Bedingung um den Schöpfer zu verstehen

 Frage: Wenn der Schöpfer als Quelle der Leiden empfunden wird, ist es schwer nach Ihm zu streben.  Wird es als Egoismus angesehen, wenn man zu fühlen versucht, dass Er gut ist und Gutes tut?

 

Antwort: Wir müssen das lösen. Durch die Zustände, die wir in der Gruppe schaffen möchten, legen wir den Grundstein zu Seiner Offenbarung.

In dem Maße, in dem wir die Eigenschaft der Liebe und des Gebens, der Verbindung über unserem Ego erlangen, erschaffen wir die Bedingungen, d.h. das Kli (Gefäß), in welchem wir den Schöpfer begreifen.

Der Schöpfer enthüllt sich in dem von uns aufgebauten Kli, in dem Maß unserer Ähnlichkeit mit seiner Eigenschaft der Liebe und des Gebens.

 

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Der Schöpfer ist kein Mensch

Frage: Obwohl Sie bereits gesagt haben, dass es Gott als Mensch nicht gibt, wenden Sie sich an Ihn, als wäre er eine physische Person, die denken, wünschen, mitfühlen, sich freuen, traurig sein kann, usw.

Wie können wir Ihre Aussagen verstehen? Gibt es ein Individuum? Oder ist der Gott eine Kraft? Kräfte besitzen keine emotionalen Komponenten, daher sollten sie nicht für eine Beschreibung ihrer Manifestationen verwendet werden.

Antwort: Ich hatte früher ein altes Auto, welches mir sehr viel zu schaffen machte. Ich habe es häufig selbst repariert aber auch oft in die Werkstatt gefahren. Sowohl der Automechaniker als auch ich beschimpften es mit den letzten Worten und sprachen es als ein Lebewesen an.

Das heißt, wenn wir uns an etwas wenden, projizieren wir auf dieses Objekt, diese Kraft, dieses Phänomen immer unsere Eigenschaften, unsere Gefühle, die es  in diesem Gegenstand oder der Eigenschaft nicht gibt. Dies gilt auch für den Schöpfer.

In dem Maß, in dem ich in mir die Eigenschaft der Hingabe, Liebe, Verbindung aufbaue, kann ich diese Eigenschaft als Schöpfer bezeichnen. In der Tat gibt es außerhalb dieser Eigenschaft, die ich aufgebaut habe, keinen Schöpfer.

Hier müssen wir uns richtig positionieren und verstehen, warum der Schöpfer als „Bore“ – „Bo-re“: „Bo“ – „Komme“, „re“ – „siehe“ bezeichnet wird.

Man muss kommen und sehen, d.h. einen Zustand erreichen, um diese Eigenschaft zu entdecken.

Wir bezeichnen diese Eigenschaft auch als „Elokim“. Sie besteht aus zwei Teilen der Seele. Ein Teil heißt ACHAP, der andere Teil heißt Galgalta ve Eynaim.

Was hat der Schöpfer damit zu tun, wenn es um die Seele geht? Hat es nichts mit einem Menschen zu tun, sprechen wir nicht über das was außerhalb des Menschen existiert?

Wir sprechen von der Erkenntnis innerhalb eines Menschen, wenn der Mensch die Eigenschaft des Gebens und der Liebe erreicht hat.

Diese Eigenschaft steht über dem Ego und es ist nicht einfach, sie in sich selbst zu erschaffen, zu entwickeln. Wenn wir uns diese Eigenschaft aneignen, bezeichnen wir sie als „Schöpfer“, dann können wir davon sprechen, dass wir den Schöpfer verstehen.

 

Aus dem Unterricht vom 23.12.2018

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Kabbalisten sind die Seelen, welche die Generation beleben

Der Artikel von Baal HaSulam „Das Vorwort zum Buch Panim Meirot“, Punkt 8: Das soll dir klar machen, wie dankbar wir unseren Lehrern sein sollen, die ihre spirituellen Lichter und Seelen an uns weiterleiten, um unseren Seelen Genuss zu schenken, die am Scheideweg stehen zwischen dem Weg schwerer Leiden und dem Weg der Tora.

Sie erretten uns von der Hölle, die schlimmer ist als der Tod. Sie lehren uns, uns um den himmlischen Genuss zu bemühen, helfen uns, die erhabene und feine Höhe zu erklimmen, die für uns von Anfang an bestimmt ist, bereit ist und uns erwartet.

Man muss diese großen Kabbalisten nicht als die einst lebenden Menschen betrachten, sondern als Teile eines riesigen Systems – einer Seele.

Der Kabbalist ist eine Seele, die den Schöpfer begreift, offenbart und fühlt, er befindet sich im allgemeinen System der Seelen, Adam Rishon, als sein aktiver Teil, und agiert wie das Übergangsglied, das uns mit der Geisteswelt verbindet, während wir sie noch nicht bewusst empfinden. Das heißt, der Verdienst des Kabbalisten besteht nicht nur darin, uns das Buch seiner Werke zu hinterlassen, sondern in der Verwirklichung der Verbindung zwischen unseren Seelen und dem allgemeinen System! Wir empfinden ihre Seelen nicht, aber sie verbinden unsere Seelen (die Punkte im Herzen) mit dem allgemeinen System, lassen unsere gegenseitige Verbindung zu, und helfen uns, im System eingeschlossen zu werden.

Auf diese Weise erreicht uns der Strom des Lichtes, der im System fließt und uns belebt, damit wir uns ins System aktiv einreihen können, um zu seinen aktiven integrierten Teilen zu werden. Darin besteht die Arbeit der Kabbalisten in allen Generationen, die uns das Leben innerhalb dieses geistigen Systems gewährleisten. Wir befinden uns darin in Form der Punkte, die sich dort unbewusst aufhalten. Und sie helfen uns, indem sie die umgebenden und die inneren Lichter weitergeben, die im System leuchten, und die uns erwecken. Deshalb geht das Leben des Kabbalisten mit dem Tod seines physischen Körpers nicht zu Ende. Wir sprechen über seine Seele, die in der allgemeinen Gesamtheit der Seelen existiert und einwirkt, unabhängig davon, ob sich sein Körper in der materiellen Welt befindet oder nicht. Diese Seele ist ein aktiver und naher Teil dieses Systems (wie zum Beispiel, Baal HaSulam oder Rabasch). Unsere kabbalistische Gruppe stellt das geistige Organ der allgemeinen Seele dar, und sie sorgt sich um uns.

Darüber wurde eben gesagt, dass wir „unseren Lehrern dankbar sein sollen, die uns geistige Lichter weitergeben“ – die, gerade jetzt weiter geben! Wir gehen nicht von einem System in ein anderes über – sondern befinden uns immer innerhalb eines Systems und kommen darin zum größeren Bewusstsein.

Aus dem Unterricht über dem Artikel „Das Vorwort zu „Panim Meirot““, 

Kabbala Akademie

Die Summe der Empfindungen aller Seelen

Ich glaube, dass ich etwas empfinde, doch in Wirklichkeit gibt es keine persönliche Empfindung.

Jede Empfindung ist die Summe der Empfindungen aller Seelen, der gesamten Unendlichkeit. Genau das wird als spirituelles Gefäß bezeichnet.

Das spirituelle Gefäß gehört nicht mir persönlich, es ist das, was wir zwischen uns enthüllen. Und das, was ich in mir selbst enthülle, wird als tierische Stufe bezeichnet, und darüber wird in der Kabbala nicht gesprochen.

Jeder von uns ist ein Tier. Doch die Art, wie wir uns miteinander verbinden, bedeutet unsere spirituelle Verbindung. Im spirituellen Raum wird nur die Verbindung zwischen uns berücksichtigt.

Diese Verbindung ist zerbrochen, doch sie gehört der Spiritualität an. Darum können wir uns ein angenehmes tierisches Leben machen, doch es wird nichts mit der Spiritualität zu tun haben. Die Spiritualität beginnt mit der Klärung der Verbindung zwischen uns. Und zwar nicht einer beliebigen Verbindung, sondern der Verbindung mit dem Ziel, den Schöpfer zu enthüllen. Ich will den Schöpfer enthüllen und stelle deshalb fest, dass ich dafür andere Menschen brauche, denn von der Nächstenliebe gelangt man zur Liebe zum Schöpfer.

Allein dafür hat der Schöpfer unsere Seelen zerbrochen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „600 Tausend Seelen“ 

Kabbala Akademie

 

Die spirituellen Welten sind Stufen der Verbindung zwischen unseren Seelen

Baal HaSulam schreibt, dass jeder die Weisheit der Kabbala studieren muss, weil dazu ein Mensch geboren wurde: sich selbst zu korrigieren.

Unsere Welt bildete sich wegen des Zerbruchs der Seelen, als eine einzige vereinte Seele sich in Milliarden Teile zerteilte – individuelle Seelen. Heute befinden wir uns in einem Zustand der Trennung, den wir als „diese Welt“ wahrnehmen. In Wirklichkeit jedoch gibt es keine unteren oder höheren Welten. Sie sind nur Produkte der menschlichen Wahrnehmung der Stufen der Verbindung zwischen den Seelen.

„Die Welt“ ist eine Stufe der Verbindung zwischen den Seelen. Die gegenwärtige Stufe ist „diese Welt“. Wenn die Seelen damit beginnen sich einander anzunähern, dann wird die vermehrte Verbindung unter ihnen „die Welt Yetsira“ genannt. Eine noch größere Verbindung ist „die Welt von Briah“ und so weiter.

Während wir die Verbindung zwischen den Seelen stärken, werden wir fortlaufend alle diese Welten spüren. Wir werden bis zum Ende die Stufen der Welten aufsteigen, bis zur Welt der Unendlichkeit, wo alles eins ist.

Kabbala ist die Methode, die allen Seelen hilft, sich in einen korrigierten Zustand zu verbinden. Darum ist dies für uns so unerlässlich.
(Aus dem 3. Teil des täglichen Kabbala Unterrichts)

 

Kabbala Akademie

 

Die Gesetze für die Verbindung der Seelen

Alles, was wir in der Kabbala studieren, sind die Gesetze für die Vereinigung der Seelen. Weil wir die Seele noch nicht sehen können, nehmen wir sie in Form der materiellen Menschen wahr. Und in diesen Gesetzen der Vereinigung kann einer höher als der andere, niedriger oder gleich dem anderen sein. Aber alle diese drei Bedingungen sollen in jedem von uns anwesend sein. Wenn diese drei nicht zusammen vereint werden, dann wird zwischen uns keine richtige Verbindung entstehen.

Denn jeder soll von anderen empfangen sowie ihnen geben und mit ihnen auf der gleichen Ebene verbunden sein. Solche Verbindung soll sich in jedem beliebigen Menschen verwirklichen.

Nach dem Zerbrechen hat keiner von uns die Kraft für die Handlung des Geben. Und wenn ein Mensch das wahre Verlangen des Geben empfindet, dann beginnt er folglich zu begreifen, dass er sich mit den anderen Menschen verbinden muss. Und wenn er nicht nach der Vereinigung strebt, dann hat er noch kein wahres Verlangen des Geben. Das eine ist eben ohne das andere nicht möglich.

Und nachdem sich der Mensch mit den anderen Menschen verbindet, bekommt er um so mehr Kräfte, je größer die Anzahl seiner gelungenen Beziehungen ist. Keiner von uns hat die Kraft für das Geben, aber dank der Verbindung mit den anderen Menschen findet er die eigene Kraft dazu.

Und diese persönliche Kraft wird schon zur allgemeinen. Aber sie wird jenem Menschen angerechnet, der die Vereinigung angestrebt hat. In dem Maß, in welchem er vorankommt, verbindet er sich immer stärker mit seinen Freunden, um ihnen zu geben, weil er eben fühlt, dass er in einigen Fragen erfahrener, stärker als sie ist. Und es gibt auch solche Fragen, in denen er sich schwächer, niedriger als sie fühlt und deshalb von ihnen die Kraft und die Unterstützung bekommt; er ist von ihrem Verlangen begeistert.

Aber zugleich sollen sie sich als gleichberechtigte Freunde fühlen, denn die Liebe ist nur unter den Gleichgesinnten möglich. Auf diese Weise kommt der Mensch voran und schafft sich dank dieser Vereinigung das spirituelle Gefäß. Wenn sich zehn Freunde verbinden, dann bekommt er zehn Mal mehr Kräfte, und wenn sich 100 Freunde verbinden, dann bekommt er 100 Mal mehr Kräfte für die Verbindung. Wobei dies sogar eine noch kompliziertere und größere Rechnung ist.

So arbeitet der Mensch innerhalb einer kleinen Gruppe, und genauso muss man alles in den Maßstäben der ganzen Menschheit organisieren. In dieser „großen Gruppe“ gelten dieselben Gesetze. Auf diese Weise erreichen wir das Ziel der Schöpfung.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 02.02.2012

 

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