Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Leben nach einem neuen Szenario, Teil 1

Die Natur hat dem Menschen die Fähigkeit gegeben, aus sich herauszugehen und sich in die Handlung eines Buches oder Kinofilms hinein zu versetzen. Die Sucht unserer Zeit sind die endlosen Fernsehstaffeln, das ist ein Filmmarathon, in welchen alle hineingezogen werden, sowohl die ältere als auch die jüngere Generation.

Der Traum eines jeden Menschen ist es, nach Hause zu kommen, sich in einen Sessel zu setzen, das Licht zu dimmen, den Fernseher einzuschalten und tief in die nächste Folge einzutauchen.

Die Firma Netflix, die es ermöglicht, Kinofilme mit jedem Gerät anzuschauen, das einen Bildschirm hat: TV, Telefon oder Computer, hat 140 Millionen Abonnenten! Menschen sitzen stundenlang vor dem Bildschirm und schauen sich eine Serie nach der anderen an.

Das versetzt den Menschen in eine andere Realität, er möchte sich vom Alltag lösen und in einen anderen Kinofilm einsteigen. Das heißt, er tauscht den Kinofilm, in dem das Leben ihn zur Hauptfigur zwingt, gegen einen anderen, wo man einfach ein Außenbeobachter sein kann, der ruhig in einem bequemen Sessel sitzt. Wenn man so das ganze Leben lang wie in einem Kinofilm leben könnte.

Irgendwann wird man auf einen Bildschirm verzichten, indem man einen Draht direkt an unseren Köpfen befestigt und uns das Kino des Lebens sendet. Man kann mich sogar zum Haupthelden machen, sodass ich mich in verschiedenen Zuständen erlebe. Wir befinden uns auch jetzt in einem Kinofilm, ohne uns dessen bewusst zu sein. Woher wissen wir, ob das ein Kinofilm ist oder nicht? In Wirklichkeit ist es uns egal: Die Hauptsache ist – wir fühlen uns wohl, oder wir leiden zumindest nicht.

Die Natur hat im Menschen die Fähigkeit entwickelt, aus seinem Leben herauszutreten und sich in die Handlung eines Kinofilms oder Buches, seine Charaktere einzufühlen, um ein Gefühl zu haben, im Kinofilm zu leben. Unser ganzes Leben wird uns wie ein Kino vorgeführt, das sich ändern lässt.

Wir können uns über den Menschen, der den Kinofilm schaut, auf die Ebene der Kräfte erheben, die ihn projizieren – hier können wir eingreifen und unseren Kinofilm, das heißt unser Leben verändern. Ich kann mich zur handelnden Person jedes beliebigen Kinofilms machen, indem ich alle Zustände ändere, einschließlich Leben und Tod.

Die Fähigkeit, die Kinofilme mit zu erleben, wird uns gegeben, damit ich für mich einen neuen Kinofilm gestalten kann, wo ich der Hauptregisseur sein werde. Denn wir bereuen bereits gelebte Kinofilme und würden gerne das vergangene Leben verändern, aber wir glauben, dass dies nicht möglich sei.  Nun, nein, das ist sehr wohl möglich! Ich kann meine Vergangenheit verändern: ich kann diesen Kinofilm stoppen, zum richtigen Zeitpunkt zurückspulen und von vorne anfangen, aber anders!

Ich werde wieder ein sorgloses kleines Kind sein, welches das Leben beginnt. Was möchte ich aber in meinem Leben verändern? Das ist die Frage. Es wird mir nicht erlaubt sein, etwas zu verändern, bis ich ein neues Drehbuch geschrieben habe, das richtiger ist als das alte. Dann werde ich es umsetzen können.

Nachdem ich den Film durchlaufen habe, werde ich anhand der gewonnenen Erfahrung erneut sehen, wie ich ihn verbessern könnte, und ich werde wieder von vorne beginnen, auf einer reiferen, ernsthafteren Ebene, ich versuche dann, mich selbst so zu realisieren, um am Ende des Kinofilmes vor dem Tod nichts zu bereuen. Dann werden wir erkennen, dass der Kinofilm nicht endet, und wie man es macht, damit er für immer weiterläuft.

Die Wissenschaft der Kabbala ermöglicht es jedem Menschen, die Fähigkeit zu entwickeln, sein eigenes Lebensszenario zu übertragen und alles unter Kontrolle zu halten. Wir lernen, unser Leben in der richtigen Form anzunehmen, damit wir keinen seiner Momente bereuen. Wir wollen es nicht zurückspulen, um es wieder zu reparieren.

Das zurückgelegte Leben wird richtig, freundlich, bedeutungsvoll sein, und ich werde keinen einzigen Moment bereuen. Und dann, nach all diesen Berechnungen werde ich feststellen, dass diese Handlungen nicht von mir waren, sondern dass es eine Kraft gibt, die mir den Kinofilm übermittelt. Alle Schwierigkeiten und Probleme, die ich durchmachen musste, sollten mich in einen perfekten Zustand bringen. Es war nicht möglich, das auf eine andere Weise zu tun! Also stimme ich zu, und genau hier endet der Kinofilm und das wirkliche Leben beginnt. 

Dann sehe ich, dass mein ganzes Leben davor nur ein Traum war, aus dem ich nun in ein neues Leben aufwache und einen neuen Tag beginne. Dieses Leben ist ewig und perfekt. Ich stehe in der richtigen Beziehung zu demjenigen, der mir diesen Kinofilm überträgt, und wir bauen meine weitere Entwicklung gemeinsam auf, indem wir einen neuen Kinofilm produzieren.

Ich werde zum Drehbuchautor, Kameramann und Regisseur – zum alleinigen Eigentümer des Kinofilms mit vielen tausend Teilnehmern, ich weiß und verstehe, wie alles funktioniert und wie es aufgebaut ist. Anstelle der höheren Kraft gestalte ich selbst mein Leben. Jedem Menschen ist sein eigenes Leben und seine eigene Welt mit allen Akteuren gegeben.

Fortsetzung folgt …

Aus dem 1167 Gespräch über das neue Leben, 22.11.2019

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Die Liebe zu sich selbst annullieren

Kongress in Moldawien. Lektion #1

…doch zu der Bedingung, dass jeder von ihnen mit der Absicht kommt, seine Selbstliebe zu annullieren, und nicht mit der Absicht, seine Wünsche zu empfangen zu sättigen. Nur auf diesem Wege wird er eine neue Eigenschaft erlangen können – den Willen zu geben. 

Letztendlich gelangt er dann von der Liebe zu Freunden zur Liebe zum Schöpfer, das bedeutet, der Mensch wird dem Schöpfer Vergnügen schenken wollen. (RABASH, Artikel 6, 1984, „Liebe zu Freunden (2)“)

Wir dürfen nicht vergessen, dass wir ständig darüber nachdenken müssen. Egal wie sehr unsere Natur davon abgestoßen ist, wir müssen uns dennoch auf diese Weise positionieren.

Ich bin darauf ausgerichtet, mich über die Liebe zu mir selbst zur Liebe zu meinen Freunden zu erheben, denn durch diese Haltung zu ihnen beginne ich, den Schöpfer, die Höhere Welt, die Eigenschaft des Gebens wahrzunehmen, indem ich mich über meine Natur erhebe. Das ist genau der Zustand, der Hebel, der mich aufsteigen lassen kann.

Anfangs sind es im Allgemeinen egoistische Wünsche – ich will mich erheben, ich will erlangen, ich will…. Wenn ich dafür die anderen lieben muss, dann bin ich bereit. Einverstanden. Wenn es nötig ist, ist nichts zu machen. 

Und dann, wenn wir damit arbeiten, bekomme ich plötzlich das Gefühl, dass ich nichts Anderes brauche. Sogar mich selbst brauche ich nicht mehr. Wenn es eine solche Eigenschaft wie das Geben gibt, wenn es einen solchen Zustand gibt, der „Schöpfer“ heißt – das ist alles, was ich brauche, und ich selbst kann gar nicht existieren. 

Der Mensch spürt den Einfluss des höheren Lichts dermaßen, dass er an sich selbst kein Interesse mehr hat, sondern im Gegenteil bereit ist, sich vollständig zu annullieren, nicht zu existieren. So beginnt die nächste Phase seiner Entwicklung.

Inwieweit man dem Schöpfer ähnlich ist, d.h. in der Absicht Ihm Freude zu bereiten, wie der Schöpfer uns Freude machen will – erlangen wir die Eigenschaft des Schöpfers, verschmelzen mit Ihm, steigen auf seine Ebene.

Hier gibt es zwei Stufen. Wir können die neue Eigenschaft des Gebens nur durch die Arbeit mit Freunden erlangen. Und erst dann erlangen wir die Bestrebung, dem Schöpfer Genuss zu bereiten und so zur Gleichheit mit Ihm aufzusteigen.

 

Ab der 1. Lektion des Kongresses in Moldawien, 06.09.2019 

Die Verbindung ist die Quelle der richtigen Lösungen

Frage: Eine Gruppe von Menschen möchte die richtige Lösung für ihre Probleme finden. Sie haben bereits erste Kenntnisse in der Kabbala erlangt und verstehen, dass der Workshop die Vorbereitung für die Lösung eines Problems ist. Es gibt bestimmte Regeln für diese Arbeit. Woher kommen sie?

Antwort: Wir befinden uns in einer Welt, in der praktisch keine Probleme gelöst werden. Wenn wir den Eindruck haben, dass wir heute einen Ausweg gefunden haben, stellen wir am nächsten Tag fest das es doch nicht die Lösung ist.  Wir stoßen die Lösung ständig von uns ab, denken aber, dass wir zu einem Ergebnis kommen.

Die Kabbala sagt, solange wir uns nicht verbinden, werden wir keinen gemeinsamen Nenner finden. 

Alle Probleme der Menschen, die im Großen oder Kleinen auftreten, entstehen aus der Unverbundenheit, sonst gäbe es keine Probleme. Sie alle entstehen durch unsere Spaltung, Trennung und gegenseitige Entfremdung.

Wenn wir sie lösen wollen, müssen wir uns in erste Linie zu einer Einheit verbinden.

Frage: Lösen Kabbalisten keine Probleme?

Antwort: Nein. Welche Probleme, abgesehen davon, dass wir nicht verbunden sind, haben wir? Wenn wir uns verbinden, verschwindet das Problem.

Frage: Die Kabbala löst nur das eine Problem: Wie kann man sich verbinden?

Antwort: Es gibt auf der Welt keine weiteren Probleme.

Frage: Verschwinden folglich alle anderen Schwierigkeiten?

Antwort: Ja.

Frage: Wie steht es mit der Gesundheit, der Familie usw.?

Antwort: Probleme treten in unterschiedlichen Stufen auf: unbelebt, pflanzlich, tierisch und menschlich. Um ein Ergebnis zu erzielen, muss man sich zusammensetzen, sich verbinden und in dieser Verbindung nach einer Lösung suchen. 

Die Lösung kann man nur dann finden, wenn Menschen miteinander verbunden sind, da sie sich verstehen und gegenseitig ergänzen. Erst dann wird klar, wie die Lösung aussehen muss.

Auf dieser Basis wird die Entscheidung immer richtig und gut sein, damit alles von einer niedrigeren Stufe auf die menschliche Stufe umgesetzt wird.

Aus der TV Sendung „ Grundlagen der Kabbala“ vom 25.12.2018 

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Was ist die Seele?

Frage: Was ist diese Seele, die uns verbindet?

Antwort: Sie ist eine gemeinsame Kraft, die alles zusammenhält und unser ewiges Dasein sichert. Wir müssen aus unserer individuellen Existenz herauskommen, aus dem Gefühl eines persönlichen Lebens, welches mit dem Tod des Körpers endet. Wir müssen zur Existenz eines gemeinsamen Lebens kommen. Wir spüren das als Zirkulation zwischen uns.

Es sterben zum Beispiel täglich Millionen Zellen im menschlichen Organismus und gleichzeitig werden neue geboren. Wenn wir sterben, sind wir dieser Zelle im gemeinsamen Körper der Menschheit ähnlich. Sie stirbt und entweicht dem Körper.

Um nicht spurlos mit dem Tod unseres tierischen Körpers zu verschwinden, müssen wir mit dem Leben eines gemeinsamen Körpers in Verbindung treten.  Wir müssen durch unsere Verbindung nach dem Schöpfer streben. Damit beschäftigt sich die Kabbala

Aus dem Unterricht, 21.07.2019

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Alle Ansprüche an den Schöpfer richten

Frage: Seit dem Jahr 2000 arbeite ich auf das höchste Ziel hin. Ich hatte einen Lehrer. Wir versuchen jetzt die Verbindung wiederherzustellen. In dieser Zeit gab es viele Abstiege. Geschah das durch das Ego vom Lehrer? Warum passiert so etwas?

Antwort: Wir studieren, das alles vom Schöpfer bestimmt wird. Natürlich kannst du deinem Lehrer, sogar mir oder deinen Freunden die Schuld dafür geben – das spielt keine Rolle. Auf jeden Fall kommt alles was mit dir geschieht vom Schöpfer. Es gelangt durch irgendwelche Menschen oder Handlungen zu dir. 

Denke nicht so viel darüber nach, wer dir die Schwierigkeiten bereitet hat. Es ist der Schöpfer. So spielt er mit dir. Es kommen Probleme durch deine Verwandten oder entfernten Menschen, die Gut oder Böse sind. Alles, was geschieht, geschieht unter seiner sehr sensiblen, sehr deutlichen Steuerung. 

Alle deine Ansprüche gelten nicht deinen Freunden oder Anderen gegenüber, sondern nur Ihm gegenüber.

Sobald du beginnst, die Natur und dich selbst so zu behandeln, wirst du sofort eine andere Einstellung zur Welt haben, du wirst sie viel tiefer verstehen.

Frage: Darf man überhaupt Ansprüche an den Schöpfer stellen?

Antwort: Es ist nur Ihm gegenüber notwendig, Ansprüche zu stellen. An wen sonst? Du kannst auf Ihn wütend sein, mit den Füßen trampeln, alles machen was du willst, verlasse Ihn nur nicht! Er möchte, dass du dich ständig an ihn wendest, sowohl mit guten als auch mit schlechten Dingen, egal mit was und wie. Die Hauptsache ist die ganze Zeit mit Ihm. Schimpfe mit ihm aber verlasse Ihn nicht! 

 

Aus dem Unterricht, 18.08.2019

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Blitzantworten eines Kabbalisten

Frage: Es kommt manchmal vor, dass man mit einem Tsunami von Gefühlen und Emotionen überschwemmt wird und man sitzt da und versteht nicht, was mit einem passiert! Natürlich ist einem bewusst, dass alles vom Schöpfer kommt. Was kann man in solchen Situationen tun? Weiter sitzen bleiben, rausgehen, versuchen diese Gefühle zu unterdrücken, oder sich den Gefühlen hingeben und mit dem Strom schwimmen?

Antwort: Ich kann nicht sagen was zu tun ist, Sie müssen es selbst entscheiden. Versuchen Sie jedes Mal so zu handeln, dass Sie in maximaler Verbindung mit dem Schöpfer stehen, gleich wie mit der Ursache, von der ihr gegenwärtiger Zustand abhängt.

Frage: Kann ich oder wir im Zehner, den Prozess der Auf- und Abstiege in anderen Zehnern oder Gruppen beeinflussen?

Antwort: Wir sind alle zu einem System verbunden und natürlich wirkt jeder in einem gewissen Maß auf die anderen ein. Wenn in unserer Weltgruppe ein wahrer Zehner entsteht, der ständig mit dem Schöpfer zusammenarbeitet, dann werden wir es alle spüren. Ich hoffe, dass es bald sein wird.

Frage: Macht es einen Unterschied, ob man  nachdenkt und betet oder ob man physisch zum Kongress kommt um die Freunde zu unterstützen? Oder braucht man beides?

Antwort: Ich kann es nicht sagen, denn jeder einzelne Fall sollte separat betrachtet werden. Auf jeden Fall ist es wünschenswert, alle Möglichkeiten zu nutzen. 

Frage: Bedeutet der Zehner meine Bereitschaft, den anderen näher zu kommen?

Antwort: Ein Zehner ist ein Skelett, eine Struktur von allem, was der Schöpfer geschaffen hat.

Frage: Wie arbeitet man mit diesen Gedanken, bei denen man einem anderen etwas Böses antun will? Wird man sie nicht los, auch wenn man versteht, dass sie vom Schöpfer kommen?

Antwort: Das bedeutet, dass du nicht verstehst, dass sie absichtlich vom Schöpfer kommen, damit du an Ihn angehaftet wirst und Ihn als „es gibt niemanden außer Ihm“ definieren kannst. Der Schöpfer gibt dir solche bösen Gedanken in Bezug auf andere nicht. 

 

Aus dem Unterricht, 12.02.2019

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Blitzantworten eines Kabbalisten, 21.04.2019

Frage: Wie können wir die Freunde beeinflussen, um unsere Verbindung zu verbessern?

Antwort: Wir müssen ihnen ein Beispiel für eine gute Verbindung zeigen, das wird sie beeinflussen.

Frage: Wenn ich einen Wunsch habe, der nicht vom Lehrer erfüllt wird, wie kann er dann erfüllt werden? Muss ich dazu den Lehrer verstehen?

Antwort: Ihr könnt euch jedes Ziel setzen, alles mögliche verstehen, aber dieses Verständnis sollte im Zehner sein, dann werdet ihr durch nichts eingeschränkt und werdet keine Fehler machen. Erfasst den Lehrer, erfasst den Schöpfer – alles, was ihr möchtet – aber unbedingt im Zehner.

Frage: Woher weiß ich, ob mein aktueller Wissensstand, mit dem Stand meiner Seele übereinstimmt?

Antwort: Nein. Dein heutiger Wissensstand entspricht noch nicht der Wurzel deiner Seele. Die Wurzel aller Seelen befindet sich in der Welt von Azilut. Heute befinden wir uns nicht einmal in der Welt von BYA (Brija, Yezira, Asija). Ich hoffe das ihr noch im Laufe des Jahres fühlen werdet wie wir uns der Welt von Azilut nähern. 

Frage: Sind wir eine schlechte Kopie des Schöpfers oder sind wir Seine umgekehrte Form?

Antwort: Nein, wir sind keine schlechte Kopie, sondern eine völlig entgegengesetzte, in jeder Hinsicht verdorbene Kopie von Ihm.

Frage: Wenn ein Kabbalist diese Welt und das, was in ihr passiert betrachtet, sieht er dann darin den Kraftfluss, den Intellekt, den Gedanken des Schöpfers?

Antwort: Sicher. Er fühlt den Plan des Schöpfers, der sich allmählich in unserem Bewusstsein verwirklicht. Er erkennt, dass wir Sein Gedanke sind.

Frage: Befinden wir uns in dieser Welt „inmitten einer klaffenden Leere“?

Antwort: Je nachdem, wie man das wahrnimmt, im Prinzip ja.

Frage: Mit welchen Werkzeugen und Grundsätzen lenkt der handelnde, höhere Verstand die Welt?

Antwort: Das Werkzeug ist sehr einfach: Licht und Verlangen. Sie sind sich einander entgegengesetzt, aber das Verlangen hat die Möglichkeit, die Absicht vom Licht zu bekommen und sich dadurch dem Licht anzugleichen. Das Verlangen kann sich dann, bis zu einer vollständigen Verschmelzung, dem Licht annähern.

Frage: Wird es zu unserer Zeit das Ende der Tage geben? Wird das ein Ereignis werden?

Antwort: Das Ende der Tage wird es dann geben, wenn ihr euch über unsere Welt erhebt. Dann werdet ihr diese Welt im spirituellen Kli ohne Zeit wahrnehmen. Dies wird als „Ende der Tage“ bezeichnet.

Frage: Warum ist das Ziel der Schöpfung verborgen, nicht greifbar und von mir nicht erwünscht? Andere irdische Ziele sind nicht verborgen.

Antwort: Das Ziel der Schöpfung ist nicht vor euch verborgen. Ihr seid es selbst, die es durch eure Eigenschaften verhüllt.

Das spirituelle Ziel ist höher als das irdische Ziel. Ihr habt dafür keine entsprechenden Sinnesorgane. Aus diesem Grund wird gesagt, dass es verborgen ist. Findet die entsprechenden, ähnlichen, gleichwertigen Eigenschaften und ihr werdet das Spirituelle wahrnehmen.

Frage: Wenn es unsere Welt nicht gibt, was bedeutet dann „Ewigkeit“ im Munde eines Kabbalisten?

Antwort: Die Ewigkeit ist die Welt der Unendlichkeit, in die wir gehen, wenn wir die Stufen aller Welten hinaufsteigen. Unsere Welt existiert nicht einmal. Dies ist der scheinbare Mittelpunkt aller Welten.

Aus dem Unterricht vom 21.04.2019

(250087)

Die Absichten des Menschen stellen ihn dar

Bemerkung: Das Thema der wissenschaftlichen Kabbala beschäftigt sich mit dem innersten Teil des Menschen – der Absicht. Das untersucht keine andere Wissenschaft. 

Die Psychologie untersucht zum Beispiel nur Gefühle, Emotionen, menschliche Reaktionen und Wünsche.

Antwort: Nicht nur das. Die Psychologie untersucht auch die Absicht. Sie zählt aber zu keiner Wissenschaft, da es in unserer Welt keine klaren Möglichkeiten gibt, um psychologische Parameter des Menschen zu messen, zu wiegen, zu vergleichen usw.

Die Kabbala, die Wissenschaft der Absicht, gibt uns ein Werkzeug für eine vollkommen andere Herangehensweise. Gewöhnlich wird ein Mensch anhand seiner Handlungen und Ergebnisse bewertet. Im Unterschied dazu beurteilt die Kabbala einen Menschen anhand seiner Absichten. Ich kann schließlich in unserer Welt etwas Böses mit einer guten Absicht tun und umgekehrt können böse Absichten manchmal gute Taten bewirken.

Wichtig ist, die Absichten des Menschen zu offenbaren, da es den Mensch darstellt. Seine Handlungen und Wünsche hingegen hängen nicht von ihm ab, sie entstehen in ihm, wie seine körperliche Entwicklung.

 

Aus dem TV Programm“ Die Grundlagen der Kabbala“ 13.12.2018

(250922)

 

Leben und Tod sind ein Wechsel von Empfindungen

Frage: Was passiert nach dem Tod eines physischen Körpers? Verschwindet das Bewusstsein?

Antwort: Das Bewusstsein des tierischen Körpers verschwindet, und das Bewusstsein der Seele bleibt erhalten.

Frage: Was ist, wenn der Mensch die Seele noch nicht entwickelt hat?

Antwort: Dann muss er sich wieder in den tierischen Körper kleiden.

Frage: Heißt das, dass er nichts fühlt, als wäre er eingeschlafen?

Antwort: Nicht ganz.  Da der Mensch noch nicht aus seinem Egoismus herausgetreten ist, gibt es gewisse Empfindungen, sie sind aber sehr illusorisch. Er bemerkt in dieser Welt gewisse Schwankungen. 

Frage: Wenn er in einen neuen Körper gekleidet ist, weiß er dann nicht mehr, wer er in seinem früheren Leben war? Oder gibt es eine Möglichkeit, dies zu spüren? 

Antwort: Nein. Er spürt es nicht. Wir müssen Folgendes verstehen: die Begriffe wie Tod und Leben gibt es nicht. Es geht um einen Wechsel von Empfindungen, nichts weiter. 

Frage: Was bleibt vom früheren Leben übrig und was ist im neuen Leben los?

Antwort: Nichts.

Frage: Was geschieht mit den Erfahrungen, mit den Leiden und Vergnügen, die der Mensch in seinem Leben empfunden hat?

Antwort: Sie werden zusammengefasst und gehen von einem, zum anderen Zustand über. Nichts verschwindet! Grundsätzlich ändern sich die gesammelten Erfahrungen in der nächsten Generation. Aus diesem Grund ist jede neue Generation anders. Sie ist nicht nur weiter fortgeschritten, sie hat auch eine andere Art des Denkens.

 

Aus der TV-Sendung „Grundlagen der Kabbala“, 11.12.2018

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Die Seele ist das Wissen über die höhere Welt

Wenn die Seele eine Möglichkeit hätte, ohne Wissen aufzuwachsen, würde ihr das schaden. Aus diesem Grund erhält sie die Chance, im Maß ihres erworbenen Wissens zu handeln.

Ich kann in unserer Welt Knöpfe eines Gerätes drücken, unterschiedliche Antriebe aktivieren und dabei sowohl für mich selbst als auch für Andere eine Bedrohung sein. Zum Beispiel kann man die Starttaste einer Atombombe drücken.

In der spirituellen Welt ist das unmöglich. Ich kann dort beliebige „Knöpfe“ drücken, jedoch werden die  spirituellen Systeme zwischen den Menschen nur in dem Maße in Gang gesetzt, inwieweit ich verstehe, was ich mache. Ich bin absolut mit dieser Handlung verbunden, ich befinde mich darin und stehe darüber. Nur in dem Umfang, in dem ich mir darüber bewusst bin, kann ich etwas entscheiden. 

Die spirituelle Welt unterscheidet sich von unserer Welt dadurch, dass ein Mensch in unserer Welt unbewusst hässliche Dinge ausführen kann. Er versteht nicht was er macht. Wir handeln praktisch alle so. Die spirituelle Welt ist vor uns verborgen und daher sind die Folgen von dem was wir tun, für uns nicht erkennbar.

Ich mache etwas und das Ergebnis daraus ergibt einfach etwas, was sich halt ergibt. Deswegen kommen wir nicht vom Fleck. Unsere Handlungen, haben keine richtige Entwicklung, sie sind sehr begrenzt, wir sehen und fühlen sie nicht

Sobald wir in der spirituellen Welt sind, nehmen wir uns anders wahr. Wir sehen die Folgen unserer Handlungen, wenn wir mit ihnen einverstanden sind, dann starten wir ihre Umsetzung.

In Übereinstimmung mit dem gewonnenen Wissen handelt der Mensch und dadurch wächst seine Seele.

Die Seele ist das Wissen über die höhere Welt. Sie erhält nach dem Maß der zunehmenden Reife die Möglichkeit, nach dem erworbenen Wissen zu handeln. So entwickelt sich die Seele.

Die Kraft eines Kindes nimmt, entsprechend dem erworbenem Wissen nach und nach zu. Hätte das Kind die Kraft vor dem Wissen erhalten, würde es sich selbst schaden.

In der spirituellen Welt gibt es so etwas nicht, da wir nur im Rahmen unseres Wissens handlungsfähig sind.

Da wir heute noch kein Wissen über die spirituelle Welt besitzen, werden wir darin keine Handlungsmöglichkeiten erhalten – ganz egal wie wir uns anstrengen. Sobald jemand Erkenntnisse über die spirituelle Welt erlangt, wird er in der Lage sein, entsprechend diesem Bewusstsein zu handeln. Dieses Wissen garantiert uns, richtig zu handeln.

 

Aus dem Unterricht von 16.06.2019

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