Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verlangen'

Am Anfang – ein Lichtfunke

Ich kann in mir selbst nichts direkt ändern. Ich kann mich überhaupt nicht „berühren“. Ich habe keinen Zugang zu meinem Verlangen zu empfangen.

Nehmen wir zum Beispiel unser Sehvermögen. Die Wissenschaftler gingen vom Augapfel zum Sehnerv und von dort zu anderen, komplexeren Systemen des Organismus. Dabei untersuchten sie, was wir und wie wir sehen und wie sich dieser Vorgang korrigieren lässt.

Im Ergebnis gelangten sie zu dem, was man das “Lustzentrum” nennt. Wenn man dieses Zentrum zu erforschen beginnt, wird man schnell feststellen, dass es sich um eine bestimmte Struktur im Großhirn handelt, die auf der Grundlage biochemischer Reaktionen funktioniert.

Dahinter, dort, wo man mit dem Skalpell nicht mehr hinkommt, befindet sich jener Teil von uns, den man als fühlenden Teil bezeichnet. Das ist das spirituelle „Kli“ (Gefäß). Dorthin gelangt man auf keinen Fall. Das ist das Verlangen selbst! 

Alles andere sind nur materielle Hüllen des Verlangens, durch die es wirkt und sich ausdrückt. Zu dem Verlangen selbst können wir nicht vordringen.

Was nehmen meine Augen dann wahr? Lichtfunken, die, sagen wir, in ein schönes Bild gekleidet sind. Ich betrachte ein schönes Bild und empfinde Freude daran. Was bedeutet das? Das Bild an sich birgt keinerlei Genuss. In ihm steckt ein Lichtfunke, der genau meinem „Kli“ entspricht. Jemand anderes würde dieses Bild vielleicht mit Gleichgültigkeit oder sogar mit Abscheu betrachten. Mich hingegen erfüllt es mit Genuss.

Das bedeutet. Der spirituelle Funke, der sich in dem Bild verhüllt, wird von mir über die Augen wahrgenommen und durchläuft alle Systeme, 

bis er am Ende in der materiellen, biologischen Kette freigesetzt wird und in die Quelle meines spirituellen Genusses eintritt – in das spirituelle Verlangen.

Der gesamte Weg, den dieser Funke vom Bild über die Augen und durch sämtliche Systeme des Organismus zurücklegt, ist lediglich ein Übertragungskanal.

Am Anfang steht der Lichtfunke, am Ende das Verlangen zu empfangen. Das ist alles.

Alle unsere Sinnesorgane sind lediglich Übertragungskanäle.

So leben wir in dieser Welt: Es sind dieselben Lichter und Kelim, nur dass sich zwischen ihnen noch ein Vermittler befindet. Daraus erkennen wir, dass wir keine Macht über das Licht und das Kli haben. Sie sind vollständig von uns getrennt und befinden sich außerhalb unseres Körpers. Verändern können wir sie nur, indem wir das Umgebende Licht anziehen.

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Aus einem Unterricht von Rabash, 07.08.26

 

Das Verlangen ist eine Folge des Lichts

Frage: Wenn ich den Schöpfer um etwas bitte, das aus Seiner Sicht gut für mich wäre, ich mich dabei aber in meinen Kelim unwohl fühle, was soll ich dann tun? Muss ich um etwas anderes bitten, damit es mir auch gut geht?

Antwort: Wenn ein Mensch den Schöpfer bittet, dafür zu sorgen, dass es ihm gut geht und er dabei noch nicht in Anhaftung an den Schöpfer ist, das heißt, sein Verlangen ist noch nicht korrigiert, dann bedeutet das, dass das, was aus seiner Sicht gut für Ihn ist, das Gegenteil von dem ist, was tatsächlich gut für ihn ist. Wie kann ich denn einfach so um etwas Gutes bitten!?

Du kannst die Frage anders formulieren. Ich befinde mich gerade in einem bestimmten Zustand. In jedem Augenblick, in jeder Sekunde dieses Zustands wende ich mich an den Schöpfer.

Warum? Mein Körper – von der einfachsten Zelle bis hin zu allen Körpersystemen, dem Gehirn, den Wünschen, den psychologischen und psychosomatischen Systemen, den Hormonen, den Gefühlen – alles ist in Bewegung. Das Verlangen, das das Leben aufrechterhält, befindet sich in jeder Zelle des Körpers und insgesamt im gesamten Körper. Und all diese Wünsche sind an den Schöpfer gerichtet, noch bevor ich „klüger geworden“ bin und sie sozusagen steuere, indem ich sie entsprechend ausrichte.

Nur weil ich irgendwo etwas gelesen oder gehört habe, dass es besser wäre, wenn ich anders denken würde, als es mein Körper verlangt – werde ich dadurch meinen Körper verändern? Werden meine Zellen plötzlich anders funktionieren? Nein! Werden meine Gedanken anders arbeiten? Nein, das wird keinerlei Einfluss haben! Alles, was ich lese, was angeblich „um des Gebens willen“ gut wäre und so weiter – all das liegt außerhalb von mir. Ich kann meine Wünsche nicht steuern!

Wenn ich etwas lese und allerlei Weisheiten lerne, dann beschäftige ich damit lediglich mein Gehirn. Mit meinen Wünschen hat das nichts zu tun. Meine Wünsche sind eine direkte Folge des Lichts, das sie formt. Genau das lernen wir: Das Licht erzeugt durch vier Stufen des direkten Lichts ein Verlangen und wenn es in dieses Verlangen eindringt, treibt es das Verlangen dazu an, den gesamten Vorgang zu durchlaufen.

Das heißt, ich habe überhaupt keine Möglichkeit, meine Wünsche zu kontrollieren. Ich kann nur dann auf sie Einfluss nehmen, wenn ich dem Schöpfer gebe. Dann wird der Schöpfer auf meine Bitte hin oder auf meinen Befehl hin mein Verlangen verändern. Er wird ein bestimmtes Licht senden, und dieses Licht wird mir, infolge seiner Entwicklung, ein solches Verlangen aufbauen, um welches ich sozusagen bitte. Aber nur durch Ihn kann ich meine Wünsche verändern. Deshalb wird Er auch „Ma’azil“ (Schöpfer) genannt.

Es ist nicht so, dass Er mich einst erschaffen und es dabei belassen hat, sodass ich mich nun gewissermaßen selbst kontrollieren kann. Nichts dergleichen! Ich habe mich nie in meiner Hand! Nur wenn ich mich an Ihn wenden und Ihn bitten kann, nur durch Ihn kann ich erreichen, dass sich in mir etwas ändert. Nur so! Was hat das also damit zu tun, ob ich etwas in einem Buch gelesen habe oder nicht? Dadurch verändere ich mich innerlich überhaupt nicht.

Wir müssen verstehen, dass all diese Dinge absolut künstlich und oberflächlich sind. In ihnen steckt nichts, was irgendetwas verändern könnte. Das Einzige, wozu sie bestimmt sind, ist, die Intensität des umgebenden Leuchtens zu verstärken, um durch das Studium, die Verbreitung und die Arbeit in der Gruppe das umgebende Licht anzuziehen, das dann zu Veränderungen führt.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 30.07.2026

 

Das Spiegelbild deiner Seele

Frage: Wie kann ich voller Freude arbeiten, wenn um mich herum so schreckliche Dinge geschehen? Und auch innerlich ist nicht alles in Ordnung. Kurz gesagt: Außen und innen herrscht Chaos.

Antwort: Freude ist das Ergebnis der Offenbarung des Schöpfers. Dass Er sich in einer so offensichtlichen und klaren Form offenbart, ist ein Zeichen dafür, dass der Schöpfer uns die Möglichkeit gibt, diesen Zustand zu korrigieren.

Wenn du diese Situation nicht mit dem Schöpfer in Verbindung bringst, kannst du dich natürlich nicht freuen. Du hast keinen Grund dazu. Doch sobald du diesen Zustand mit Ihm in Verbindung bringst, entstehen in dir zwei Arten von Freude: Du kannst dich freuen, da du weißt, dass man sich um dich kümmert, dass man dich nicht vergisst: „Das heißt, alles hat seinen Grund, und ich kann mich ein wenig entspannen, ausruhen. Es ist, als hätte ich meine Wunden mit etwas Lebensspendendem gesalbt, und es ist mir leichter geworden. Der Schöpfer existiert, und ich arbeite nicht umsonst.“

Aber das ist eine trügerische Freude. Indem du dich auf diese Weise freust, hast du lediglich dein Verlangen nach Empfangen versüßt (bestochen). Damit hast du keine nützliche Arbeit geleistet, du bist spirituell nicht vorangekommen.

Die zweite Art von Freude ist, wenn du durch diese Zustände den Schöpfer offenbaren, Kontakt mit Ihm herstellen und eine Korrektur vornehmen kannst.

Ich werde das näher erläutern: Der Zustand, den wir erfahren, sei er äußerlich oder innerlich, kommt von oben. Tatsächlich ist es nicht der Zustand selbst, der von oben kommt, sondern das Licht, das in mein Kli scheint.

Mein Kli, mein Verlangen nach empfangen ist mit Wunden und eitrigen Geschwüren übersät und das Licht leuchtet auf sie. Ich sehe all diese Wunden nur in ihrer äußeren Form, nur in ihrer äußeren Manifestation: die Feindseligkeit der Araber, Kriege, Krankheiten, Ungerechtigkeit. Ich spüre diese Wunden nicht in meiner Seele. Das höhere Licht, das auf sie leuchtet, zeigt mir, dass ich von innen her völlig verfault bin. Du kannst all diese äußeren Erscheinungsformen (Krankheiten, Leiden, Feinde) mit dem Schöpfer in Verbindung bringen, aber du musst erkennen, dass all dies ein Spiegelbild deiner Seele ist. All dies geschieht in deinem Inneren, in deiner Seele.

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Aus einem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, vom 23.06.2026.

 

Mach Platz für den Schöpfer!

Kommentar: Willst du, dass Platz für den Schöpfer ist? Dann mach Platz! Tritt ein wenig zur Seite, mach Platz für Ihn! Das bedeutet die Einschränkung des eigenen Egos.

Dränge deinen Egoismus zurück, begrenze ihn und ziehe dich zurück, damit ein Raum für den Anderen entsteht. Wir müssen uns so weit einschränken, dass wir alle gemeinsam in einen zentralen Punkt der Schöpfung hineinpassen. Der ganze riesige Raum um uns herum, befreit von unserem Egoismus, wird zu einem Ort, den wir dem Schöpfer überlassen. Deshalb wird der Schöpfer „der Ort“ genannt.

In dem Maße, in dem wir unser egoistisches Verlangen zurücknehmen, machen wir Platz für den Schöpfer.

Wir verdichten all unsere egoistischen Wünsche zu einem einzigen Punkt, von dem der Schöpfer sagte: „Ich habe den bösen Trieb geschaffen.“ Tatsächlich hat Er nichts anderes erschaffen als diesen Punkt, aus dem wir existieren. Und alles andere außer ihm sind Eigenschaften des Schöpfers.

Indem wir den gesamten Raum – bis auf diesen zentralen Punkt – von unserem Egoismus befreien, können wir uns an diesem Ort mit dem Schöpfer verbinden. So offenbaren wir Ihn in diesem Raum. Mit anderen Worten: Wir setzen Ihn als König über uns ein, damit Er über dem gesamten Ort herrscht. Wir geben Ihm den Platz, sich zu offenbaren und die gesamte Wirklichkeit zu lenken.

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Aus der Lektion „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala (Pticha)“ 16.02.2022

 

Das Licht der Freude

Kommentar: Wir haben Grund zur Freude! Denn wir nähern uns dem Zustand, an dem wir uns über das egoistische Verlangen erheben und uns mit dem Verlangen zu geben verbinden können- mit dem Schöpfer. Wir empfangen dann das gesamte Höhere Licht, das uns mit wahrer Freude erfüllt.

So sind wir geschaffen. Wer daher wahre Freude erlangen möchte, muss sich mit seinen Freunden und mit dem Schöpfer verbinden. Von dort empfängt er das Licht der Freude, das sein Inneres erfüllt.

Alles hängt davon ab, welche Wünsche wir erfüllen, es gibt materielle und spirituelle Freude. Alles hängt davon ab, welche Wünsche wir erfüllen. Materielle Freude entsteht, wenn wir unsere egoistischen Wünsche nach Genuss befriedigen. Spirituelle Freude hingegen entsteht, wenn wir die Wünsche des Gebens offenbaren und erfüllen. Der Unterschied zwischen diesen beiden Arten von Verlangen ist wie der zwischen Himmel und Erde. 

Wenn wir spirituellen Genuss empfangen, fühlen wir uns über Zeit, Raum und Bewegung stehend. Zeit, Ort, Bewegung und Veränderung verlieren ihre gewohnte Bedeutung.

Wir erheben uns über die Materie, über unsere materielle Welt und über unser materielles Selbst. Das verleiht uns große Kraft, auf unserem Weg dem Schöpfer immer weiter entgegenzukommen.

Hoffen wir, dass es uns allen gelingt, eine solche spirituelle Freude zu erlangen.

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Aus dem Unterricht: „Wir vermehren die Freude. Tag der Einheit zu Purim“

 

Wenn der Schöpfer aus der Wahrnehmung verschwindet …

Frage: Warum wird der Zuwachs an Egoismus in der Vorbereitungsphase nicht als großes Verlangen wahrgenommen?

Antwort: Ein größeres Verlangen zu empfangen, das zum Menschen kommt, senkt ihn von seiner Stufe herab. Doch er empfindet es nicht als größeren Egoismus, sondern als zusätzlichen Genuss.

Das neue Verlangen zu empfangen, das sich offenbart, gibt ihm diese Möglichkeit und verpflichtet ihn gewissermaßen dazu. Er spürt nicht, dass das Verlangen gewachsen ist, sondern dass der Genuss intensiver sein kann, wenn er sich am Genuss selbst ausrichtet und nicht am Gebenden.

Was verdirbt die Verbindung zum Schöpfer? Das neue Verlangen! Es löscht nicht den Genuss aus, sondern die Empfindung des Gebenden. Würde der Genuss verschwinden, würde der Mensch Leere empfinden und sofort erwachen. Stattdessen bleibt die Füllung bestehen, aber der Schöpfer verschwindet aus der Wahrnehmung.

Zudem betört die Süße des Genusses den Menschen. Allmählich gewöhnt er sich an diesen Zustand: Er empfängt Genuss für sich selbst, selbstverständlich nicht um des Schöpfers Willen, da er sich noch im Zustand „Lo Lishma“ befindet. Gleichzeitig möchte er jedoch unter keinen Umständen die Verbindung zum Schöpfer verlieren und sucht unaufhörlich nach ihr.

Er möchte spüren, dass er sich in der Welt des Schöpfers befindet – in einer Art Sphäre, die vom Schöpfer erfüllt ist – und versucht ständig, diesen Zustand aufrechtzuerhalten. Das sind die Anstrengungen. Er bemüht sich mit allen möglichen Mitteln und schließlich füllt die Summe seiner Anstrengungen sein „Gefäß“ und er überquert den Machsom.

Was die Abstiege auf diesem Weg betrifft – daran lässt sich nichts ändern. Wie viele es sein werden? Niemand weiß es. Es ist unmöglich zu sagen, wie viel Zeit zwischen Aufstiegen und Abstiegen vergeht, denn das hängt bereits vom Menschen selbst ab – darin liegt seine Anstrengung und seine Wahl.

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Aus dem Unterricht zu einem Artikel von Rabash.

 

Ein Buch, das Himmel und Erde verbindet

Frage: Was ist so besonders an der Tora, wenn sogar das Buch Sohar lediglich ein Kommentar zur Tora ist?

Antwort: Die Aufzeichnungen, die Moses auf Pergament gemacht hat, sind eine irdische Darstellung der spirituellen Handlungen des Lichts an dem Verlangen, ausgedrückt in materiellen Symbolen.

Alles, was Moses seinen Schülern beigebracht hat, hat er in einem Buch festgehalten. Während der vierzigjährigen Wanderung durch die Wüste schrieben sie die ganze Tora nieder und durchliefen dabei in ihren Aufzeichnungen, in ihren Körpern und in ihrem Geist den gesamten Weg, den sie zurückgelegt hatten, angefangen vom ägyptischen Exil (irdisch und spirituell) über die Wüste (irdisch und spirituell) bis hin zum Land Israel (irdisch und spirituell). All dies geschah in Verbindung von Zweig und Wurzel. Moses drückte diesen ganzen Weg in einer ganz konkreten, symbolischen Form aus.

Der Sohar drückt denselben Vorgang bereits auf einer anderen Ebene, in einer anderen Form aus, da das allgemeine Verlangen nach Genuss, das vom Schöpfer erschaffen wurde, inzwischen einige Schritte vorangekommen ist und sich unter dem Einfluss des Lichts weiterentwickelt hat

Und deshalb muss diesem Verlangen, das Höhen und Tiefen, den Untergang des Ersten und Zweiten Tempels, die Verbannung und die letzte Zerstörung vor der letzten Verbannung durchlaufen hat, eine Methode gegeben werden, die für das Ende der Verbannung, für unsere Zeit, geeignet ist.

Deshalb wurde das Buch Sohar geschrieben, dessen Autoren Anhänger vieler Generationen von Kabbalisten waren, angefangen bei Abraham bis zum Untergang des Tempels. Denn Rabbi Shimon war ein Schüler von Rabbi Akiva, der ein riesiges Licht offenbarte, und deshalb konnte er dies im Buch Sohar zum Ausdruck bringen.

Die Tora ist in zwei Teile aufgeteilt: in die mündliche und die schriftliche Tora, was aus dem Unterschied zwischen Seir Anpin (SA) und Malchut kommt. SA der Welt Azilut heißt „mündliche Tora”, und Malchut der Welt Azilut heißt „schriftliche Tora”.

Die Tora ist die Offenbarung des Lichts. In dem Licht, das zu Malchut kommt, ist alles enthalten, was für ihre Veränderung notwendig ist. Aber es ist noch nicht in die Tat umgesetzt worden und wird deshalb als „mündliche Tora” bezeichnet. Es handelt sich dabei noch um die Arbeit mit den Schirmen.

Und wenn unter dem Einfluss desselben Lichts in Malchut innere Veränderungen stattfinden und sich in ihr festsetzen, wird dies als „geschriebene Tora“ bezeichnet.

Es geht aber nur um die Wirkung des Lichts im Verlangen – vom Anfang der Schöpfung bis zu ihrer Vollendung. Denn es gibt nichts außer dem Verlangen. Unter diesen Wünschen gibt es solche, die sich selbstständig fühlen, getrennt von allen anderen – das sind wir. Sie haben Eigenschaften, die ihnen auf dem Weg der Korrektur helfen können. Und dafür bekommen sie das Gefühl von Mangel, von eigener Unvollkommenheit, von der Erkenntnis des Bösen – so fühlen wir uns.

Genau ihnen muss die sogenannte Tora gegeben werden – eine Anleitung, die ihnen erklärt, wie sie selbst, durch ihre freie Wahl, an ihrer Korrektur mitwirken können, selbst das Licht anziehen können, indem sie sich wünschen, schneller korrigiert zu werden, anstatt darauf zu warten, dass das Licht kommt und sie wachrüttelt.

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Aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“

 

Unendlicher Genuss statt „Black Friday“

Frage: Ich habe so lange auf den „Black Friday“ gewartet, um mir ein E-Bike zu kaufen. Am Ende habe ich es gekauft – und plötzlich hatte ich überhaupt kein Verlangen mehr danach, obwohl ich es noch nicht einmal berührt hatte. Warum passiert das?

Antwort: So ist es immer. Solange dich etwas anzieht, was du noch nicht hast, existiert in dir das Verlangen danach und die Erwartung von Genuss. Du stellst dir den Genuss entsprechend dem Mangel, dem unerfüllten Verlangen vor – und empfindest ihn daher doppelt.

Doch sobald du das Gewünschte erhältst, tritt der Genuss in das Verlangen ein, erfüllt es – und schon willst du es nicht mehr wirklich. So sehr, dass das Verlangen nach einem Tag oder sogar nach ein paar Stunden vollständig verschwindet. Genauso wie beim Essen: Du beginnst selbst das köstlichste, besonders begehrte Gericht zu essen – doch jeder Genuss hat ein Ende.

Das Problem unserer Welt besteht darin, dass wir, sobald der Genuss in das Verlangen eintritt und es füllt – wie der Magen durch Nahrung –, plötzlich entdecken, dass der Genuss ein Ende hat. Und so endet alles, sogar das Leben.

Es stellt sich die Frage: Kann man Genuss so empfangen, dass er unendlich ist und ständig wächst, anstatt abzunehmen? Kann man es so einrichten, dass ich mit jedem Empfang immer mehr und mehr genieße – ohne jedes Ende? Dann würde unser Leben unbegrenzt, unendlich, ewig werden. Im Grunde liegt hierin das Geheimnis des ewigen Lebens. Es hängt einzig davon ab, wie wir unser Verlangen nutzen.

Die Frage ist nur: Wie kann man es erreichen, dass ich, je mehr ich empfange, desto mehr verlange – und dass es niemals dazu kommt, dass ich gesättigt bin und mir der Genuss überdrüssig wird, ja sogar widerlich? Ist das möglich?

Die Wissenschaft der Kabbala (hebr. Kabbala vom Wort „empfangen“ – lekabel) heißt deshalb „Wissenschaft des Empfangens“, weil sie davon spricht, wie man empfängt, wie man sich auf unendliche, unbegrenzte Weise erfüllt.

Wenn wir uns miteinander verbinden und der Genuss durch mich hindurchfließt – ich gebe ihn dir weiter, du dem Nächsten, der Nächste dem Dritten und so weiter – und diese Zirkulation ständig zwischen uns stattfindet, dann bleibt der Genuss bei niemandem stehen. Deshalb wird niemand so erfüllt, dass er nichts mehr will. Im Gegenteil: Der Genuss, der durch alle hindurchgeht, erneuert sich ständig, und jeder beginnt, den Genuss zu spüren, der von allen zu ihm zurückkehrt. So entsteht ein Genuss, der sowohl der Größe nach als auch der Zeit nach unendlich ist – das nennt man, dass wir die zukünftige Welt, ein ewiges und vollkommenes Leben, erreicht haben.

So geschieht es, wenn wir wissen, wie man den Genuss richtig empfängt. Deshalb wird diese Weisheit die Wissenschaft des Empfangens genannt – die Wissenschaft der Kabbala.

Frage: Wer beginnt zuerst zu geben? Ich? Oder soll ich warten, bis mir gegeben wird, und dann ebenfalls geben?

Antwort: Nein. Man kommt in eine kleine Gruppe, in der man lernt, wie man sich miteinander verbindet, sodass der Genuss von einem zum anderen übergeht und eine Zirkulation der Energie zwischen euch entsteht. Dann fühlt ihr euch, als würdet ihr – wie in einem Raumschiff – über unsere Materie, über all diese Vergänglichkeit und Begrenztheit von Bewegung, Raum und Genuss hinausgehoben. So tretet ihr in eine andere Dimension ein, jenseits aller Beschränkungen dieser Welt.

Kommt und probiert es aus!

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Basierend auf einem Interview mit dem Kabbalisten Dr. Michael Laitman auf 103FM am 1. Januar 2016. Geschrieben/editiert von Studenten des Kabbalisten Dr. Michael Laitman.

Eine umgekehrte Welt

Kommentar: Der Mensch existiert innerhalb seines Verlangens, das heißt innerhalb von Empfindungen und Verstand, von Geist und Herz. In ihnen lebt er und nimmt die Realität wahr, die „diese Welt“ genannt wird. In ihr existieren das Universum, Galaxien, Planeten, Sterne, der Erdball und die Menschheit.

Darüber hinaus muss sich der Mensch jedoch vorstellen, dass es eine Grenze dieser Wahrnehmung gibt, hinter der eine andere Wahrnehmung beginnt: nicht in Bezug auf die egoistische Kraft, bei der man alles zu sich hinzieht, sondern in Bezug auf die Kraft des Gebens, bei der man von sich weg gibt.

Dies ist eine umgekehrte Welt, in der alles anders ist: statt Hass – Liebe, statt Nehmen – Geben, statt Empfangen – Schenken. In dieser anderen Welt leben wir nicht, um es uns selbst gut gehen zu lassen, sondern damit es den anderen gut geht. Um ihretwillen führen wir alle Handlungen aus.

Es ist, als würde man in einem Raumanzug ins Weltall hinausgehen. Alles, was sich innerhalb des Raumanzugs befindet, ist die eigene kleine Welt. Außerhalb davon jedoch existiert eine völlig andere, unbekannte Welt. In der egoistischen Form, in der wir uns jetzt befinden, ist es uns nicht erlaubt, dort zu sein.

Wenn wir jedoch unsere Gefühle und unseren Verstand an die Bedingungen dieser Welt anpassen, werden wir dort leben können. Genau das müssen wir tun: die Nutzung unseres Herzens und unseres Verstandes vom Egoistischen hin zum Wohl des Nächsten verändern. Dadurch neutralisiert man das eigene „Ich“ und benötigt keinen besonderen Raumanzug mehr – man muss sich nicht länger schützen.

Denn wenn man nicht zum eigenen Vorteil handelt, sondern ausschließlich zum Vorteil der anderen, gibt es keinen Grund mehr, sich von ihnen zu isolieren. Niemand kann dem anderen schaden; im Gegenteil, man wird alles, was sich jenseits der Grenzen dieses Raumanzugs befindet, zum Wohl aller nutzen können.

Man sollte versuchen, sich den Unterschied zwischen dem Sein „innerhalb des Wissens“, das heißt innerhalb unseres heutigen egoistischen Verstandes und Herzens, und dem Sein „über dem Wissen“, im Geben, vorzustellen. Auf diese Weise nähern wir uns allmählich der Grenze, die „innerhalb des Wissens“ und „über dem Wissen“ trennt – dem Übergang von der materiellen Welt in die spirituelle.

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Aus einer Unterrichtseinheit zum Thema „Glaube über dem Verstand“

 

 

Lasst uns dem Zustand von “Chanukka” näherkommen

Frage: Besteht die Arbeit von Chanukka darin, alle unsere Wünsche, die auf das Geben ausgerichtet sind, zu einem Ganzen zu vereinen?

Antwort: Ja. Alles, was sich in uns befindet, stammt vom Schöpfer. Unsere gesamte Arbeit besteht darin, dies durch unsere Eigenschaften, unsere Herzen und unsere Verlangen auf das Geben an Ihn auszurichten.

Frage: In welchem Maß sind wir als Gruppe Bnei Baruch bereit, das Licht von Chanukka in unser gemeinsames Kli aufzunehmen?

Antwort: Wir sind bereit. Alles hängt ausschließlich von unserer inneren Ausrichtung ab. Uns wurden die Mittel gegeben – die Studienmaterialien und die gemeinsame Arbeit –, durch die wir uns darauf vorbereiten. In diesem Sinn kann man sagen, dass das Kli bereit ist.

Vor uns liegt eine ganze Woche Arbeit. Lasst uns diese Zeit mit der inneren Bedeutung von Chanukka füllen, um diesen Zustand zu erkennen, ihm nahe zu kommen und ihn in uns zu realisieren. Dann wird die Korrektur gelingen, zumindest werden wir die erste Stufe der Korrektur des Egoismus erreichen.

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Aus einer Lektion über einen Brief von Rabash