Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verlangen'

Gibt es materielle Bilder in der spirituellen Welt?

                        Aussage: In der spirituellen Welt gibt es nur Objekte mit einem unabhängigen bewussten Wunsch. Ein Bleistift zum Beispiel existiert dort nicht, weil er kein eigenes Verlangen hat.

Antwort: Wie alle unbelebte Materie hat er mit ihr einen gemeinsamen Wunsch: seine Form zu bewahren.

Im Spirituellen gibt es keine unbelebte, pflanzliche und belebte Natur, denn alle Wünsche dieser Ebenen zielen nur darauf ab, sich selbst zu erhalten.

Und einen gewöhnlichen Menschen gibt es dort auch nicht. All dies ist imaginärer Natur, denn sie strahlt nichts aus, produziert nichts aus sich selbst. Sie ist nur damit beschäftigt, ihre Existenz auf die bequemste Art und Weise zu erhalten, mehr nicht.

Frage: Es stellt sich also heraus, dass die ganze spirituelle Welt in unserem Gehirn existiert?

Antwort: Natürlich. Und wo sonst? Denn es gibt keinen Raum in der Tat. Mit Raum meinen wir das spirituelle Verlangen. 

Frage: Aber die Wurzeln aller materiellen Objekte und Phänomene existieren?

Antwort: Absolut. Sie befinden sich in unserem Wunsch und werden deshalb in ihm reproduziert.

Frage: Können Sie uns sagen, was zum Beispiel, ein Tisch im Spirituellen ist? Wie wird er verwendet?

Antwort: Es ist eine bestimmte Kraft oder, wie wir es nennen, Reshimo (ein Informationssatz), die diesen Tisch in uns zeichnet.

Aus dem TV-Programm „Die Grundlagen der Kabbala“, 10.06.2019.

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Kabbalistische Begriffe „ Awiut“

Awiut ist ein egoistischer Wunsch, der den Menschen vom Schöpfer trennt. Dieser Wunsch muss überwunden werden, aber nicht, indem man ihn zerstört, sondern indem man sich über ihn erhebt und ihn richtig als Hebel einsetzt, um „die Erde umzudrehen“.

Deshalb wird der Egoismus im üblichen Zustand, wenn er uns vom Schöpfer trennt, Awiut“ genannt – die Dicke des Verlangens, und wenn wir ihn richtig einsetzen, verwandelt er sich in „ Sakut“, in Feinheit, und hilft uns nun den Schöpfer zu erkennen, zu erforschen und Ihm näher zu kommen.

Frage: Das heißt, Awiut ist also Grobheit, die Größe unserer Wünsche, die in vier Stufen unterteilt sind?

Antwort: Ja, in die unbelebte, pflanzliche und tierische Stufe und in die Stufe „Mensch“.

Frage. Ist es wünschenswert, kabbalistische Begriffe nicht zu übersetzen? Zum Beispiel Awiut – Grobheit, etc.

Antwort: Natürlich. Wie in der Medizin Begriffe in Latein, in der Musik auf Italienisch akzeptiert sind, genauso ist es in der Kabbala. Man muss sich einfach nur die Definition merken.

Aus der TV Sendung „ Die Grundlagen der Kabbala“ 17.06.2019

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Was treibt uns voran

Aussage: Ein typischer Fehler von Kabbala-Anfängern, zumindest in den ersten Jahren, ist, dass man nach Wissen verlangt.

Antwort: Ja, er setzt auf Wissen, weil er in unserer Welt daran gewöhnt ist. Es ist eine natürliche, egoistische, verständliche Errungenschaft.

Frage: Er verlangt also die Empfindung des Schöpfers. Aber das ist falsch, wenn ich richtig verstehe?

Antwort: Kommt darauf an. Im Prinzip sollte er dem Schöpfer keine Befehle erteilen. Indem er voranschreitet, verliert er außerdem den Wunsch, den Schöpfer zu offenbaren. Dafür erwacht ein Wunsch in ihm, die Eigenschaft des Gebens zu erlangen, sich mehr auf der Eigenschaft des Schöpfers zu konzentrieren, statt Ihn in seinem Egoismus zu spüren.

Frage: Wir sind in der Lage, unseren jetzigen Zustand zu erklären, ebenso wie den zukünftigen Zustand: wie wir uns empfinden werden, wenn der Schöpfer sich in uns manifestiert. Aber der eigentliche Übergang vom Zustand „X“ zum Zustand „X plus eins“ ist nicht klar. Wie geschieht das? Welche Maßnahmen sollten wir ergreifen? Ich kann es nicht auffangen.

Antwort: Es wird darüber gesagt: „Was der Verstand nicht tut, tut die Zeit“. Man muss systematisch lernen, die Kraft in die Gruppe und in die Verbreitung einsetzen, an sich selbst arbeiten – mit anderen Worten: „Was immer du tun kannst, tu es“.

Am Ende erregt man mit all diesen Handlungen das hohe Licht, und es bringt einen weiter. Es strahlt ständig seine Kraft auf uns aus, da es eine Eigenschaft des Gebens, der Liebe und der Annäherung ist, und diese Qualitäten werden in uns offenbart. Man beginnt, sie zu begehren und zu fühlen, dass sie nicht in einem selbst sind. In diesem Licht empfindet man das Gegenteil von ihm. Man nennt es „Erkenntnis des Bösen“.

Und aus dem Grund, dass du das Gegenteil siehst und das Böse in dir selbst spürst, willst du es loswerden, sogar durch deine egoistischen Eigenschaften. Und trotz deines Egoismus willst du dich von deinem Ego befreien. Du empfindest es als schädlich. Hier beginnt die Arbeit des Menschen an sich selbst und seine konsequente Entwicklung hin zur Eigenschaft des Gebens.

Aus dem TV-Programm „Die Grundlagen der Kabbala“, 01.04.2019.

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“Leben” anstatt nur “vor sich hin leben”

In Medium am 18.05.2020 veröffentlicht. 

Können wir die Zeit vor der Pandemie „Leben“ nennen, oder war es nur ein Zwangslauf, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen? Diese Frage stellt sich jetzt, da wir gezwungen sind, rasch in einen neuen Zustand, in eine neue Realität überzugehen. Wir können das Beste aus unserem Neuanfang machen, wenn wir erkennen, dass es im Leben erfüllte Ziele gibt, Nicht mehr die Jagd nach vorübergehenden Modeerscheinungen und sinnlosen Ambitionen.

Ich erinnere mich an mich selbst als Kind, wie meine Eltern mich verwöhnten und mir alles gaben, was ich wollte oder brauchte. Plötzlich, ab einem bestimmten Alter, fingen sie an, mich unter Druck zu setzen und Selbstdisziplin in meinem Studium zu fordern, um sicherzustellen, dass ich dem gerecht werde, was von mir verlangt wurde. Ich verstand nicht, was vor sich ging. Wenn sie wollten, dass ich so erfolgreich bin, warum haben sie es dann nicht arrangiert? Warum lag plötzlich alles an mir? Ich erinnere mich, wie mich diese Frage beunruhigte.

Es dauerte eine Weile, bis ich mich damit abfand, dass mein Leben in zwei Abschnitte geteilt ist. Die erste ist die Kindheit, in der ich unter dem vollen Schutz meiner Eltern stand. Die zweite, das Erwachsenenalter, in der ich nun auf mich allein gestellt sein lernen musste, egal wie sehr meine Eltern mich liebten und das Beste für mich wollten. Ich muss meine Reife selbst erlangen.

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Ursache von Depression

Frage: Kann ein Kabbalist, sowie jeder andere Mensch auf der Welt, eine Depression haben? Heutzutage leiden Millionen von Menschen an Depressionen.

Antwort: Ja, aber Millionen von Menschen sind depressiv, da ihnen etwas fehlt: Nahrung, Wissen, Ehre, Macht usw. Sie wollen etwas erreichen, können es aber nicht.

Depressionen können dadurch entstehen, dass man nicht das erreichen kann, was man möchte. Vielleicht liegt es auch daran, dass man überhaupt keine Wünsche hat.

Dasselbe gilt im Spirituellen: Entweder kann man das Gewünschte nicht erreichen- nämlich die Verbindung mit dem Schöpfer oder man hat kein Verlangen danach, dann tritt ein Problem auf.

Die Sache ist die, ein Kabbalist kann nicht so wie andere Menschen depressiv sein. Es gibt da einen anderen Grund: Er kann den Schöpfer nicht erreichen. Das ist ein anderes Niveau von Depression.

Um einen Menschen voran zu bringen, kommen sowohl irdische als auch spirituelle Depressionen vom Schöpfer. Es ist für einen Menschen sehr schwierig, Depressionen zu bewältigen, wenn er sich nur auf der irdischen Ebene befindet und weder etwas mit einer kabbalistischen Gruppe, noch mit der Methodik zu tun hat.

Die Depression überwältigt den Menschen und es ist unklar, wann sie vorbei sein wird, denn er hat keine Mittel für ihre Überwindung. Dagegen lehrt die Kabbala, wie man Abstiege überwindet, da man weiß, dass sie ein Appell zum Aufstieg sind.

Aus dem TV-Programm “ Grundlagen der Kabbala“, 27.03.2019

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Bis der Wunsch entwickelt ist

Frage: Wie können zwei gegensätzliche Wünsche in einem Menschen zusammen existieren, wenn der Punkt im Herzen in ihm erwacht? Schließlich fühlt es sich ganz anders an als zuvor und hat so gut wie nichts mit dieser Welt zu tun.

Antwort: Damit hat es überhaupt nichts zu tun. Dieses Gefühl taucht ganz unerwartet auf, so wie sich jede spirituelle Stufe unbemerkt manifestiert.

Und jetzt befinden wir uns bereits in einer bestimmten Erlangung, in einer gewissen Anbindung, ja sogar in einer, mehr oder weniger, bewussten Verbindung mit dem Schöpfer. Wir fühlen etwas Neues. Außerdem taucht jede Erlangung auf, als ob sie zum ersten Mal geschieht.

Frage: Warum folgt die eine nicht der anderen? Warum muss es einen Abstieg geben?

Antwort: Es geschieht nicht wie in einem Film, während man dasitzt und sich flimmernde Bilder anschaut. Wir müssen unseren Wunsch und unsere Vorbereitung in jedes Bild einfügen. In dieser Zeit durchlaufen wir alle möglichen Zustände, bis der Wunsch vollständig entwickelt ist.

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Aus KabTV „Grundlagen der Kabbala“ der Kabbala, vom 2.2.20

Michael Laitman, auf Quora: „Was sind einige hässliche Wahrheiten über das Leben?“

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Michael Laitman, auf Quora: „Was sind einige hässliche Wahrheiten über das Leben?“

Auch wenn wir von Natur aus das Gefühl haben, dass wir die Welt und andere Menschen verändern wollen, um die Welt zu verbessern, ist die hässliche Wahrheit, dass der einzige, der sich verändern muss, ich selbst bin.

Unser Verlangen, die Welt und die anderen zu verändern, entspringt unserer intuitiven egoistischen Wahrnehmung der Wirklichkeit, in der wir auf Kosten der anderen Nutzen für uns selbst erzielen wollen.

Menschen und Dinge um sich herum verändern zu wollen, bedeutet im Wesentlichen: „Gebt mir etwas anderes als das, was ich jetzt habe!

Wahre Veränderung bedeutet jedoch, dass ich nichts von anderen und  der Welt fordere, sondern dass ich von mir selbst verlange, anderen zu geben.

Dies widerspricht sehr unserer menschlichen egoistischen Natur, der wir uns nicht entziehen können und die alles, was sie kann, in der Welt so umkehren will, dass sie mit minimalem Aufwand maximalen Nutzen daraus ziehen kann.

Jeder von uns fühlt sich so, als ob er die einzige außergewöhnliche Schöpfung darstellt. Unsere egoistische Natur gibt uns allen ein Gefühl der Einzigartigkeit, eine außergewöhnliche Erfahrung, in welcher es sich so anfühlt, als ob ich allein existiere, und jeder und alles andere für mich zweitrangig ist.

Dementsprechend haben wir das Gefühl, dass, wenn sich jemand ändern sollte, dann die anderen, nicht ich. Damit sich jedoch die Welt um uns herum verändern kann, muss jeder von uns sich selbst verändern.

Es ist großartig, wenn ich die Welt verändern will. Ich muss jedoch nur mich selbst verändern, so dass die Veränderungen in mir die Welt beeinflussen.

Diese Art von Veränderung ist durchaus realisierbar. Ich kann mich selbst in jedem Augenblick ändern, und wenn ich das tue, wird sich die Welt verändern

Mode der Zukunft

Mode der Zukunft

Bemerkung: Wir wissen, dass das Zeitalter des Massenkonsums vorbei ist.

Antwort: Ja, die Menschheit hat bereits verstanden, dass sie endloses Einkaufen nicht befriedigt.

Bemerkung: Das Zeitalter der Mode zum Mieten steht vor der Tür. Sowohl Designer als auch Modehäuser entwickeln nun eine Tendenz, Designerstücke zu vermieten. Anstatt ein paar hundert Euro für den Besitz einer Sache zu bezahlen, kann man sie jetzt für 50-60 Euro ausleihen. So können Sie Ihre Garderobe als Einkommensquelle betrachten.

Antwort: Dann wird niemand mehr etwas kaufen. Im Prinzip braucht auch keiner etwas. Wie viel braucht man von diesen Klamotten? Ein Mensch kauft sich etwas unterwegs und gut ist es. Er macht daraus kein großes Ereignis. Das alles wird vergehen.

Die Menschheit verändert sich von innen heraus. Früher wurde der König in Sachen gekleidet, dann hielt man ihn für einen König! Wir haben die Menschen nach ihrer Kleidung beurteilt.

Heute ist es nicht mehr so, das ist Vergangenheit.

Frage: Sie sagen, dass jetzt die Menschheit versucht, sich von innen heraus zu verändern. Was bedeutet innere Schönheit?

Antwort: Das ist unser Verlangen! Es wird unter den Einfluss von unterschiedlichen, externen Zuständen allmählich umgeändert.

Betrachten wir die Kraft – sehen Sie, wie sich heutzutage alle aktiven Programme für Sportpädagogik und Ähnliches entwickeln. Das machen nicht wir, sondern das wird mit uns gemacht, um irgendwie etwas zu verkaufen.

Es ist überall so. Das wird nicht helfen, vielleicht noch höchstens 10 oder 20 weitere Jahre. Die Menschen bekommen so oder so neue Zustände- sie erhalten immer weitere, innere Verlangen. Sie werden der Äußerlichkeit keine Beachtung mehr schenken, aber sie werden auf  Schönheit achten, sie wird das letzte sein, was verschwindet. Letzten Endes ist das kein entscheidender Faktor.

Frage: Was ist das für ein inneres Verlangen, von dem Sie sprechen?

Antwort: Sich zu verschönen? Das ist das innere Verlangen, sich äußerlich hübsch zu machen, schließlich kann man die innere Schönheit nicht sehen. Ich werde mich also äußerlich schöner machen und jeder wird denken: „Wie klug ich bin! Was für eine besondere Brille ich habe!“ Wir wollen das Äußere für das Innere ausgeben, so verspotten wir uns und die anderen.

Wir müssen dazu kommen, dass wir die innere Schönheit im Menschen schätzen. Das wären Freundlichkeit, Anteilnahme, Einfühlungsvermögen, Respekt. Diese Eigenschaften fühlen oder schätzen wir noch nicht. Wir würden das aber brauchen. Wäre die Mode darauf ausgerichtet, dann wäre es eine ganz andere Sache.

Bemerkung: Sie sagen, dass die Schönheit als letzte gehen wird.

Antwort: Das heißt, dass sie nicht mehr unsere Aufmerksamkeit erregen wird. Wenn wir aufhören, der Schönheit Aufmerksamkeit zu schenken, dann wird sie die Letzte sein, die geht. Ich werde nach ihr keinen Menschen beurteilen. Vielleicht ist er äußerlich hässlich. Ich werde nicht diese Hässlichkeit, sondern nur seine innere Schönheit sehen.

Das ist noch nicht einfach und in dieser Welt bislang nicht möglich. Sie bewertet uns weiterhin nach dem Äußeren. Ich bin mir sicher, dass sich das bei dem Tempo, mit dem wir uns mit Faceliftings und Schönheitsoperationen beschäftigen, bald ändern wird.

Die Mode der Zukunft wird sich ausschließlich auf die schöne Darstellung der inneren Welt ausrichten. Man muss keine Unternehmen gründen, die untereinander Klamotten austauschen.

Frage: Wie wird eine gute Gesellschaft sein?

Antwort: Eine schöne Gesellschaft ist, wenn man die inneren Werte des Menschen beachtet und damit lebt. So würden wir uns verstehen, jeder würde die Wärme des Nächsten spüren und dafür die Menschen schätzen. Es wird so kommen – bald.

Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“ vom 10.12.2019

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Amalek ist Arroganz, Hochmut und Stolz

Aus dem Buch „Licht und Sonne“: In Midrasch heißt es: „Erinnere dich, was Amalek dir angetan hat, als ihr aus Ägypten ausgezogen seid. Wie er dir auf dem Weg begegnete“. „Er begegnete dir“ (karecha) – aus dem Wort „Abkühlung“ (krirut), das bedeutet, Amalek löschte das Feuer der Liebe aus und kühlte es in denen, die sich zuvor heiß und inspirierend geliebt hatten.

Woher kam die Abkühlung? Aus Arroganz und Stolz, denn Amalek bedeutet Arroganz, Hochmut und Stolz. Das Wichtigste, das zur Freundesliebe führt, ist, wenn jeder sich selbst für verachtenswert und niederträchtig hält und immer Fehler in seinen Taten findet, während er die Rechtschaffenheit seines Freundes und seine großen Taten sieht. Deshalb liebt er seinen Freund und haftet sich ihm an. Wenn er sich jedoch in seiner Arroganz für groß hält, sieht er die Mängel seines Freundes und hasst ihn deshalb. So kühlte Amalek die Wärme und den Enthusiasmus ab, mit der sich das Volk Israel zuvor geliebt hatte. 

Das charakteristische, herausragende Merkmal des Verlangens zu genießen, das ihn sofort entlarvt, ist der Stolz. Hinzu kommt auch Wut, Arroganz. Aber Stolz zeichnet sich dadurch aus, dass er sich auch in negativer Form manifestieren kann, wenn ein Mensch stolz darauf ist, herabgesetzt zu werden. Daher ist Stolz das wichtigste Zeichen für das Verlangen zu genießen. 

Stolz ist nicht, dass ich mich überlegen und stärker fühle. Es ist Stolz, in auch nur einer von allen Situationen, die in meinem Leben passieren können, daran zu denken, dass sich jemand anderes ändern muss und nicht ich. Das heißt, dass sich etwas außerhalb von mir ändern soll und nicht ich selbst. Es stellt sich heraus, dass ich, wenn ich etwas Negatives sehe, diesen Mangel dem Schöpfer zuschreibe, weil es außer mir nur Ihn gibt.

Wenn ein Mensch ein gewisses Verlangen hat, etwas außerhalb seiner selbst zu verändern, nennt man das Stolz und ist ein Zeichen des egoistischen Verlangens. Man kann eine Menge daraus lernen, denn auf jeder Stufe kann man etwas herausfiltern, klären.

Es gibt eine Bifurkation (Gabelung)  der Wahrnehmung: so wie die Situation von mir und von anderen gesehen wird, als gäbe es mich und sie, und um mich herum ist eine große Welt voller Menschen. Aber in Wirklichkeit spreche ich mit meinen eigenen Eigenschaften, nicht mit anderen Menschen. Von diesem Punkt aus öffnet sich der Zugang zu einer anderen Wahrnehmungsebene. 

Deshalb ist die endgültige Auslöschung des Amaleks, der egoistischen Absicht, die sich am deutlichsten auf ihrer letzten Stufe als Haman offenbart ein großes Fest für die Juden ist. Das heißt, dass dies ein Fest für diejenigen ist, die die Einheit (jechud) erreichen wollen, das gesamte Volk zu vereinen, denn es ist das letzte Hindernis bevor alle zerbrochenen Teilchen der Seele sich vereinen.

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König Salomons Weisheit: Greife dem Hund nicht an die Ohren

Derjenige, der sich beim Vorbeigehen in den Streit eines anderen einmischt, greift dem Hund an die Ohren“.  (König Salomon)

Frage: Heißt das, dass man sein Schicksal herausfordert?

Antwort: Natürlich! Wenn du dich in den Streit anderer einmischst, verursachst du bei ihnen Ärger, wie auf der Stufe eines Hundes.

Wir wissen, dass man sich lieber nicht einmischen sollte. Es ist besser, keine Weisheiten oder Ratschläge zu geben und nicht zu zeigen, was mit den anderen los ist, sonst wird man für sie zum Feind.

Frage: Angenommen es gibt einen Streit, was sollte man tun?

Antwort: Wenn es sich um eine fremde Person handelt, dann sollte man nichts tun. Man sollte sie lassen und weggehen. Das ist möglicherweise die Angelegenheit für die Polizei o.ä., sie müssen die Situation lösen. Ein  Fremder hat kein Recht, sich einzumischen.

Frage: Weil er nicht weiß, wer schuldig oder wer unschuldig ist?

Antwort: Er hat kein Recht sich einzumischen, da sonst die Parteien keine Lösung finden werden.

Frage: König Salomon sagte, dass der Streit in einem selbst liegt. Welche Art von Streit gibt es in einem Mensch?

Antwort: Der Streit ist konstant, denn ein Mensch besteht aus zwei Wünschen: Egoistische und altruistische Wünsche. Ein wahrer Mensch ist derjenige, in dem es ständig einen inneren Kampf zwischen Gut und Böse gibt.

Das Böse in uns steigt ständig auf. Es will alles für sich selbst. Der Mensch, der sich selbst erzieht, entwickelt ständig das Gute in sich und befindet sich immer in diesem inneren Kampf.

Alle diese Gleichnisse beruhen auf der Offenbarung des Bösen in einem Menschen, aber nur in dem Maß, wie er versucht, das Gute in sich zu offenbaren.

Frage: Ist das Böse in mir, ist der Egoismus die ganze Zeit vorhanden – ist das meine Natur?

Antwort: Ja, du bittest den Schöpfer, dir die gute Natur zu geben – damit du diese beiden Naturen ausbalancieren kannst! Du kannst sagen: „Ich bitte den Schöpfer, die böse Natur aus mir herauszunehmen“. Nein! Das ist unvernünftig.

Ich bitte Ihn, mir die Kraft zu verleihen, dass beide Naturen in mir im Gleichgewicht sind. Keine von beiden sollte über die andere dominieren. Die Mittellinie ist ein wunderbarer Zustand! Ich bewahre die ganze Zeit dieses Gleichgewicht. Ich stehe über ihnen. Nur so kann ich das Minus und das Plus und die ganze Natur unter mir vollständig spüren.

Frage: Ist ein Mensch, der seine Natur und die Natur des Schöpfers mit einbezieht, ein harmonischer Mensch?

Antwort: Selbstverständlich! Dann wird er „Adam“ genannt – „dem Schöpfer ähnlich “, denn dann wird sein inneres Wesen, das dem Schöpfer entgegengesetzt ist, dem Schöpfer auch ähnlich.

Aus dem TV-Programm „Nachrichten mit Michael Laitman“, 16.12.2019.

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