Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Struktur der Seele aufbauen

Bemerkung: Als Baal HaSulam bei seinem Lehrer, dem Rabbiner aus Pursov, das  Buch „Der Baum des Lebens“  von Ari fand, war er sehr glücklich und voller Hoffnung: „Ich habe es endlich gefunden! Wie sein Lehrer Rabash sagte, wusste er noch nicht, dass er erst in 20 Jahren in der Lage sein würde, das zu verstehen was er gefunden hatte.

Für einen Menschen ist es nicht leicht zu hören, dass er all dies erst in 15-20 Jahren verstehen wird.

Antwort: Nein, es ist kein Problem. Es ist eine natürliche und notwendige Voraussetzung für das Verständnis der höheren Welt, denn man muss in sich selbst die Elemente ihrer Empfindung, ihres Bewusstseins und Verständnisses aufbauen.

Das ist nicht einfach, da es in uns in kleinen Portionen gesammelt und dann geboren wird. So funktioniert unser sinnlicher und konzeptueller Apparat, d.h. das Herz, welches fühlt und der Verstand, der Definitionen und Begriffe hervorbringt. Deshalb verstehen wir diese Kombination zweier Systeme – Sinnlichkeit und Denken – nicht. So etwas kommt in unserer Welt nicht vor.

In unserer Welt gibt es keinen klaren Zusammenhang zwischen der sinnlichen und der begrifflichen Empfindung und wie das eine vom anderen abhängt, weder in der Musik, der Kunst oder in irgendetwas anderem. Das Zusammenspiel zwischen ihnen entsteht erst in der Kabbala. Aus diesem Grund nimmt das so viel Zeit in Anspruch.

Das spielt keine Rolle. Es ist wichtig, dass ihr diese richtige Verbindung zwischen Gefühl und Verstand aufbaut, damit ihr aus dem Gefühl den Verstand und aus dem Verstand das Gefühl beeinflussen könnt. Das ist die Konstruktion der Seele, die ihr in euch selbst aufbauen müsst.

Es wird allmählich in euch entstehen, nimmt aber etwas Zeit in Anspruch. Na und? Ihr seid fast alle jung. Selbst wenn es ältere Menschen unter uns gibt, versichere ich euch, dass sie in diesem Leben Zeit haben werden, auf die Stufe der Höheren Welt, der Ewigkeit und Vollkommenheit aufzusteigen.

Niemand wird einfach so mit der Kabbala in Berührung gebracht, um an diesem Punkt stehen zu bleiben. Wenn ein Mensch zur Kabbala gekommen ist, wenn er davon gehört hat, so heißt das, dass er eine Chance hat, es in diesem Leben umzusetzen. Es hängt alles nur von seinen Anstrengungen ab.

Aus dem Unterricht vom 10.03.2019

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Kabbala und die Natur des Lichtes.

Frage: Außerhalb von uns gibt es einige Wellen, die durch unsere fünf Sinnesorgane geleitet werden. Sie werden vom Gehirn verarbeitet. Baal HaSulam schrieb: in mir gibt es eine Linse, welche die Realität auf einem Bildschirm abbildet und ich sehe sie als Teilchen der Materie.
Bedeutet dies, wenn ein Mensch diese Wellen betrachtet, sie als Partikel sieht und wenn er sie nicht beobachtet, sie sich wie Wellen verhalten?

Antwort: Es geht um die Wellen und Ganzheitlichkeit des Lichtes. Vor einigen tausend Jahren wussten die Kabbalisten aus ihrem Verständnis heraus, dass diese Wellen und Partikel zur gleichen Zeit bestanden. Wenn es sich um das Empfangen von Licht handelt, quantisieren wir es; wenn wir über seinen allgemeinen Inhalt sprechen, dann messen wir es in Wellen, in Eigenschaften.

Aus dem TV Programm „Grundlagen der Kabbala „ 26.11.2018
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Wovon hängt das Verlangen ab, die Kabbala zu studieren?

Frage: Wovon hängt das Verlangen ab, die Kabbala zu studieren?

Antwort: Das Streben nach dem Schöpfer hängt von dem Reshimo ab (spirituelle Informationsaufzeichnung), die sich in einem Menschen offenbart. Das sind nicht nur Fragen nach dem Sinn des Lebens und seiner Wertlosigkeit, denn die Antworten darauf könnten rein irdisch sein.

Im Menschen entsteht eine eindringliche Frage nach dem Wesen der Existenz die über die Erfüllung seiner selbst hinausgeht. Es spielt für mich keine Rolle, wie ich leben werde, wie ich mich fülle, was ich besitze und wie ich mein Leben beende. Es ist mir wichtig, die innere Bedeutung des Lebens zu verstehen! Woher kommt es, wozu bekomme ich es? Was ist das für ein Phänomen – das Leben? Was ist das?

Wenn diese Fragen in einem Menschen auftauchen, dann muss er den Schöpfungsgedanken offenbaren. Das heißt, es ist absolut unklar, was der Schöpfer an sich ist. Wenn es einen Plan, einen Gedanken gibt, womit alles erschaffen wurde, dann ziehen die Fragen“ Wozu? Warum? Wofür? Zu welchem Zweck? Wie? Von wem?“ – den Menschen an, dann kommt er zum Studium der Kabbala und bleibt darin.

Wenn er durch Zufall oder durch andere Fragen die sich weniger nach dem inneren Sinn des Lebens richten, zur Kabbala gelockt wurde dann geht er. Aus diesem Grund wurde gesagt, dass Tausend den dunklen Raum betreten und nur einer bleibt, der weiter zum Licht geht.

Aus dem Unterricht vom 04.04.2019

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Brauche ich die Wissenschaft der Kabbala?

Frage: Wie kann ich überprüfen, ob ich die Wissenschaft der Kabbala für mein körperliches Leben brauche?

Antwort: Ich weiß nicht, wonach du in deinem körperlichen Leben suchst.

Die Wissenschaft der Kabbala soll dir in diesem Leben keinen Trost bringen, sondern die Verbindung mit dem Schöpfer offenbaren , mit der höheren Kraft der Natur, die uns regiert. Wenn man sich eine Frage stellt: „Wo komme ich her? Für was? Was ist der Sinn des Lebens ? “- das bedeutet, dass man es offenbaren möchte.

Die Kabbala gibt einem Menschen die Antworten auf die Fragen zu unserer Existenz, warum wir leben und sterben usw. Sie muss nicht, dein Leben in dieser Welt verbessern. Dies ist nicht der Zweck. 

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Aus der Kabbala-Lektion  vom 09.04.19

Fotos im Herzen Teil 1 (15)

Bild könnte enthalten: Bruder Jörg

                                         Die Straßen, die Straßen… 15

Normalerweise sind wir um neun Uhr morgens ausgefahren, entweder zum Meer oder in den Park. Ich habe die Tür aufgemacht, Rav hat sich ins Auto gesetzt und wir sind gefahren.

Frage: War das, das erstes Auto, die Sie gekauft haben?

Nein. Das war kein erstes Auto. Damals war das aber ein sehr gutes Auto: Peugeot 304.

Frage: Haben Sie speziell ein großes Auto gekauft?

Es sah nicht sehr groß aus. Aber es war ein gutes Auto. Es gilt als ein sicheres Auto und wir fühlten uns sehr gemütlich darin. Am Besten passte das Auto dem Rav, weil es hohe Sitze besaß und man konnte wie auf einem Stuhl sitzen und musste nicht halb liegen.

Frage: Haben Sie daran gedacht, als Sie das Auto gekauft haben?

Natürlich habe ich danach gedacht, dass es für Rav komfortabel und angenehm wird, dass das Auto nicht zu modern sein soll und nicht wie in Sportautos (liegend). Ich habe ein Auto gesucht, wo man die Tür mit einem Knopf aufmachen konnte, damals war das eine Seltenheit. Und auch ein Platz, damit Rav sein Buch ablegen kann, das Wasser abstellen und so weiter. Das alles war organisiert.

Frage: Welche Bücher waren damals mit im Auto?

Damals gab es nicht so viele Bücher wie heute. Es gab Teilim (die Psalmen), „die Übergabe der Tora“ und „das Buch der Vorworte“. Im Prinzip waren das alles Bücher (außer Talmud, TES und Sohar).

Frage: Wusste Rav, dass Sie dieses Auto für ihn gekauft haben?

Natürlich. Ich habe später das Auto sogar für ein neueres, besseres gewechselt. Er wusste, dass ich das für ihn tat. Das war klar. Wieso ich mich überhaupt dort im Bnei Brak befinde! Davor hatte ich ein zweistöckiges Penthouse in Rechowot. Ich lebte dort ohne jegliche Beschränkungen, viel besser als in Bnei Brak. Er wusste wieso ich in eine kleine Wohnung umgezogen bin und was ich hier zu tun habe. Das alles, um ihm nahe zu sein.

Frage: Wie schnell sind sie gefahren als er im Auto saß?

Er hat mir verboten schnell zu fahren. Um ehrlich zu sein, ich habe immer an Geschwindigkeit zugelegt. Bei ihm war es üblich nicht mehr als 90 km/St zu fahren. Er hat mich ständig gebremst.

Frage: Sie haben erzählt, dass Rav nicht hinter dem Müllauto fahren wollte. War es so?

Rav war ein Pedant. Wenn auf der Scheibe oder auf dem Seitenspiegel irgendein Fleck war, hat er von mir verlangt, dass ich es sauber machen soll. Ich musste die Glasscheiben sehr gründlich wischen. Was die innere Sauberkeit des Autos angeht, war er nicht so kritisch. Die Scheiben aber müssen sauber sein, das ist ihm in „die Augen gestochen“.

Wenn vor uns plötzlich ein Müllauto fuhr, war er sehr verärgert und wollte nicht hinterher fahren. Er hat von mir sofort verlangt, dass ich die Fahrtrichtung wechseln soll oder irgendwie aus dieser Situation heraus fahre.

Frage: Wie hat er sich verhalten, wenn jemand sich barbarisch auf der Straße benommen hat?

Er hat die Menschen, die ihr Ego und ihren Stolz auf der Straße benutzen, verstanden. Rav hat das Volk sehr gut verstanden. Er war ihm selber sehr nah. Damals war alles etwas anders wie heute, man muss es erwähnen, dass es fast bis zu den 90-ger Jahren, wo Rav noch lebte, und es noch keinen Umschwung in Russland gab. In Europa und USA und in der ganzen Welt war alles anders. Israel war auch ein anderes Land, nicht so wie heute. Die ganze Welt war ein bisschen anders.

Nach Rav’s Tod habe ich gespürt, dass in der Welt sehr große Veränderungen geschehen. Und wirklich, innerhalb von ein paar Jahren ist der Egoismus explodiert. Es kamen die Terror Ausbrüche, in allen Ländern kam es zu großen Veränderungen, die bis jetzt andauern. Die Globalisierung hat begonnen sich zu offenbaren, die Ökologie hat angefangen uns zu interessieren. Die Weltkrise kam näher.

Kabbala Akademie

Siebe das ganze Tierische aus

Frage: Wenn der Mensch in sich das Böse offenbart, wird es dann für ihn noch schwieriger sein, die Nächstenliebe zu empfinden?

Antwort: Du enthüllst das Böse gerade in Bezug auf die Liebe, auf die Einigkeit mit dem Nächsten. Das ganze übrige Übel gehört zum tierischen Niveau.

Es gibt beispielsweise Hunde, welche beißen, und außerdem gibt es die guten, netten Haushunde. Die Tiere können eben auch verschiedene Charaktere haben. Wir sprechen jedoch nicht über das gute oder das schlechte Gemüt, sondern darüber, wie der Mensch das wahre Böse offenbart, nachdem er sich mit seinem Nächsten verbindet. Gerade dann, in der inneren Abstoßung des Ziels – zeigt sich der wahre böse Trieb.

Ich verbinde mich mit dem Nächsten, um das Ziel bzw. den Schöpfer zu erreichen. Nur in der Bestrebung auf das Ziel können wir das Böse offenbaren. Und ohne Verbindung mit dem Ziel wird unser Böses nicht gezeigt. Möglicherweise, habe ich einen schlechten Charakter, bin ungeduldig und reizbar, jedoch wird es nicht als „Böse“ bezeichnet und bezieht sich nicht auf das Spirituelle.

Wenn ich mich bemühe, die Liebe zu den Freunden zu erreichen, um die Liebe zum Schöpfer zu empfinden, und offenbare inwiefern sie mich anwidert, dann ist dieses Maß der Abstoßung, der Abtrennung das wahre Übel. Die Abneigung zur Einheit ist das Böse!

Siebe durch den Filter alle Eigenschaften des Menschen durch und sondere das ganze Tierische ab. In uns befinden sich „die Hunde“, „die Hasen“, „und die Esel“, lasse sie alle in Ruhe, rechne mit ihnen nicht. Die Propheten haben darüber folgendes gesagt: „Ich kam und fand keinen Menschen“. Das Übel bezieht sich nur auf die Vereinigung, die auf den Schöpfer gerichtet ist.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabash „Was bedeutet das Brot des Mißgünstigen in der spirituellen Arbeit“, 11.01.2011

Kabbala Akademie

Das 21. Jahrhundert ist entscheidend

Meinung (Michail Gorbatschow): Das 21. Jahrhundert wird entweder ein Jahrhundert der totalen Zuspitzung der todbringenden Krise oder ein Jahrhundert der moralischen Säuberung und spirituellen Heilung der Menschheit werden, ihrer vollständigen Genesung. Ich bin mir sicher, wir alle, das heißt alle vernünftigen politischen Kräfte, alle spirituellen und weltanschaulichen Bewegungen, alle Religionen sind so konzipiert bzw. sind dazu da, um diesen Übergang, den Sieg der Menschlichkeit und Gerechtigkeit zu unterstützen. Damit das 21. Jahrhundert das Jahrhundert der Wiedergeburt, ein Jahrhundert des Menschen wird.

Kabbala Akademie

Die Fotos im Herzen Teil 1 (12)

Bild könnte enthalten: Bruder Jörg

                                      Die Schüler von Baal HaSulam

Frage: Wie hat sich Rav gegenüber den Schülern von Baal HaSulam verhalten? Und umgekehrt, wie haben sich die Schüler gegenüber Rabash als Rav verhalten?

Ehrlich gesagt, existiert in der kabbalistischen Umgebung immer das Problem, welches absichtlich von oben geschickt wird. Nach dem der Rav gestorben ist, zerstreuen sich normalerweise seine Schüler. So war es auch mit den Schülern vom Ari. Und wie uns bekannt wurde auch noch in manchen anderen Gruppen. Bis ein Chassidut gebildet wurde. Aber auch da erfolgte eine Teilung in mehrere Gruppen.

So wurden auch die Schüler von Baal HaSulam zerstreut. Sechs von ihnen besaßen die spirituelle Offenbarung, konnten aber dennoch nicht zusammenhalten. Jeder von ihnen hat sich von den anderen getrennt und Rav blieb auch allein. Es gab noch ein paar Schüler, die er unterrichtete in seiner Gruppe aus der Anwesenheit von Baal HaSulam. Natürlich blieben diese Schüler bei ihm.

Als ich zu Rav kam, ungefähr im Jahre 1979, hat er den Ilel Gelbstein als Lehrer für mich ausgesucht. Das war sein Schüler seit den Zeiten von Baal HaSulam. In seiner Gruppe befand sich auch Menachem Eidelschein. Es kam so, dass sie manche Unterrichte von Baal HaSulam besuchten, grundsätzlich aber bei Rabash studierten.

Frage: Wie haben sie sich gegenüber Rabash im Vergleich zu Baal HaSulam verhalten?

Ich habe sie in dieser Zeit nicht erlebt. Sie haben sich voll vor ihm annulliert. Das heißt, dass alles, was er geschrieben hat, hat bei ihnen keinen Zweifel hervorgerufen, keinen Streit. Sie strebten nur dazu, so gut wie möglich das Geschriebene zu verstehen, zu realisieren und voll und ganz damit zu verschmelzen.

Und gegenüber Rav haben sie sich so verhalten, dass ich das nicht verstanden habe. Von Außen hat man keine Ehre oder Zittern gespürt. Ich bin mir sicher, dass es innerlich so war. Aber damals, in meinen ersten Jahren, konnte ich das nicht erkennen. Später stand ich Rav so nah, dass ich keine Aufmerksamkeit mehr dem Äußeren schenkte.

Man muss verstehen, dass ich in den ersten sechs Monaten bei Ilel Gelbstein und dann, nach zwei Monaten, habe ich die Unterrichte von Rabash gehört. Er hat mich zu seinem Unterricht eingeladen, obwohl ich nicht daran gedacht hatte bei ihm zu studieren. Weil Ilel die ganze Wissenschaft der Kabbala wunderbar unterrichtete. Wahrscheinlich hat Rabash in mir etwas gesehen, das er mehr entflammen konnte. Deswegen zog er mich an sich heran. Ich habe angefangen bei ihm zu studieren, zu ihm um 3 Uhr nachts zu kommen (aus Rechowot, wo ich damals lebte).

Ungefähr zwei Monaten danach hatte er die Probleme mit dem Ohr. Ich fuhr ihn zum Arzt und der Arzt hat uns sofort ins Krankenhaus verwiesen. Das geschah zufällig, nach dem Morgen Unterricht. Der Älteste von Beit Knesset hat mich gefragt, ob ich  Rav zum Arzt fahren könne und ich bin gefahren. Der Arzt sagte, dass etwas mit dem Ohr nicht in Ordnung sei und hat uns ins Krankenhaus geschickt. Da sind wir sofort hospitalisiert worden (ein Tag vor Schawuot).

Wir haben gefragt: “Können wir vielleicht in zwei Tagen wieder kommen, nach dem Schawuot? Weil zu diesem Fest viele Menschen kommen“. Die Ärzte haben uns diese Möglichkeit genommen. Deswegen war ich gezwungen mit ihm ins Krankenhaus zu gehen. Ihm wurde ein Zimmer zugewiesen und ich musste bei ihm bleiben. Ich war den ganzen Monat lang mit Rav. Genau dieser Monat hat die besondere Nähe zwischen uns erschaffen…

Nach dem Tod von Rabash mussten alle seine Schüler Beit Knesset verlassen. Er gehört der Familie und der Chassidim, die in der Nähe wohnten, sie kamen dorthin um zu beten. Alle Schüler haben im laufe der Jahre bei anderen Menschen „Zuflucht“ gefunden. Einige hier und andere dort. Die Mehrheit hat sich dem Abraham Gottlieb angeschlossen. Er war einer der Schüler, die mit ihnen bis zu heutigem Tag studieren. Mir ist auch bekannt, dass Abraham Sinai auch eine Gruppe gründete, die er die Gruppe „Sulam“ nannte. Ich glaube, er unterrichtet auch, obwohl er erst im letzte Jahr vor dem Tod von Rabash, zu ihm kam. Vor allem hat er nicht bei Rabash studiert, sondern separat als Anfänger (wie ich damals bei Ilel Gelbstein). Währenddessen ist Rabash gestorben und er hat von ihm nichts übernehmen können.

Es könnte sein, dass noch einige Gruppen existieren. Ich kenne sie aber nicht, weil ich in meine Sachen vertieft bin. Ehrlich gesagt, würde ich mich sehr freuen, wenn mehr und mehr Schüler neue Lerngruppen aufmachen würden, die, die Wissenschaft der Kabbala für die Massen offenbarten. Weil Baal HaSulam darüber so viel nachgedacht hat?! Wir hoffen, dass im Endeffekt dies alles geschieht. Wir haben aber kein Kontakt miteinander.

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„Die Notwendigkeit der Größe des Schöpfers“

Im Zehner sollen die Gesetze der Vollkommenheit gelten, HaWaYaH, : Gleichheit, gegenseitige Einbeziehung, gegenseitiges Geben, gegenseitige Beugung voreinander. Es ist sehr wichtig, im Zehner die Beziehungen auf gleicher Augenhöhe aufzubauen.

Alle Unterschiede, die wir heute zwischen uns sehen und einige von ihnen als erfolgreicher, intelligenter und schneller bezeichnen, bedeuten nichts in Wirklichkeit. Wie gesagt: „Sie haben Augen, aber sie sehen nicht“. Das kann ich aus meiner Erfahrung sagen. 

Es sind die Menschen, die sich bemühen, jedes Wort, das mit der spirituellen Arbeit zu tun hat, mit Mühe wahrzunehmen, aber gleichzeitig beharrlich versuchen, um jeden Preis fortzufahren, die den größten Erfolg erzielen werden. Sie werden sich über alles erheben, und nicht die, denen außergewöhnliche Fähigkeiten von oben gegeben wurden: Intelligenz, die Auffassungsfähigkeit und Sensibilität.

Diese materiellen Eigenschaften helfen nicht, in die Spiritualität einzutreten, im Gegenteil, sie sind sehr störend. Es gibt Geschichten darüber, wie Schüler weinten und den Schöpfer anflehten, ihr Naturtalent wegzunehmen und auf das übliche Niveau zu bringen.

Deshalb sollte man gegenüber der Freunde, die es schwierig finden im Zehner zu sein, zu studieren, die Wörter zu verbinden, das Material zu verstehen, verständnisvoll sein. Am Ende werden diese Menschen in der Spiritualität mehr Erfolg haben als die anderen, es braucht nur mehr Zeit und Mühe.

Deshalb sollte man keinen Kameraden vernachlässigen, nicht zustimmen, dass er nicht in den Zehner kommt, ihn aufgibt, da er immer noch nichts versteht. Wenn der Schöpfer ihn in die Gruppe gebracht hat, sind wir verpflichtet, darauf zu achten, dass er wie alle anderen gleich behandelt wird.

Im Zehner kann es keine Verachtung oder Präferenz für irgend jemand geben – alle sollten absolut gleich sein, und zwar nicht nur äußerlich, formal, sondern ich sollte innerlich spüren, dass ich auf diese Weise jeden wahrnehme. Schwierigkeiten beim Verstehen sind nicht spirituell, wir bestehen hier keine Prüfungen.

Die Schaffung von Gleichheit im Zehner ist noch wichtiger als die Entwicklung der Notwendigkeit, den Schöpfer zu enthüllen. Wenn es keine Gleichheit gibt, wird der Wunsch nach dem Schöpfer verzerrt sein, denn wir werden uns aus dem unvollkommenen Kli heraus an Ihn wenden.

Du kannst keinen Freund im Zehner ignorieren. Dein Herz soll um jeden, der nicht kommt, schmerzen. Man soll für ihn beten und daran arbeiten und spüren, dass alles von uns abhängt.

Die Gleichberechtigung der Freunde im Zehner beruht darauf, dass ich meine Einstellung kompensiere. Der eine scheint mir klüger zu sein, der andere ist treu, der dritte intelligenter, der vierte schlauer, und ich muss meine Sichtweise auf jeden vervollständigen, damit jeder für mich perfekt ist, ohne irgendwelche Mängel. 

Jeder ist perfekt, es gibt nichts hinzuzufügen, das ist die Art und Weise, wie man die Freunde wahrnimmt. Auf diese Weise korrigiere ich mich selbst, so dass ich keine Mängel in ihnen sehe.

Ich bringe jeden auf eine vollkommene Ebene, und sie werden zu einem perfekten Zehner, hoch und in meinen Augen korrigiert. Je mehr ich mich in ihn ein bringe, desto tiefer dringe ich in den Schöpfer, der Sich in meinen Freunden befindet, ein. Es ist der Schöpfer, der sie entwickelt und unterstützt.

Indem ich meine Freunde auf gleicher Ebene miteinander verbinde, öffne ich meinen Weg zum Schöpfer, zu Seiner Entdeckung. Der Zehner ist wie das Visier, durch den ich den Schöpfer sehe, wie ein Fernglas, das ich schärfen muss. 

Es ist notwendig, alle Bemühungen in die Einheit und Vereinigung in den Zehner zu investieren, damit alle zu einem Ganzen werden, so dass klar wird, dass dieses Eine: die Verbindung zwischen uns, der Schöpfer ist, und nicht die Gruppe und nicht einfach die Verbindung. Während wir immer tiefer eindringen, beginnen wir, die Essenz unserer Verbindung zu spüren, und das wird der Schöpfer sein. Es gibt keinen anderen Weg.

Es gibt Menschen, die es sehr schwierig finden, es zu hören, aber gerade weil sie eine sehr hohe Seele haben, und deshalb ist es noch weit von ihnen entfernt. Es mag weitere zehn Jahre Ausdauer und Mühe erfordern, aber dann werden sie mehr erreichen als jeder andere.

Deshalb sollte es keinen Unterschied für uns geben, wer wie wahrnimmt und versteht. Es wird gesagt, dass „man nicht wegen ihrer Intelligenz lernt“, sondern wegen der Gleichheit. Es ist derjenige, der es schafft, jeden als gleichwertig wahrzunehmen und sich selbst kleiner als alle und als den einzigen zu betrachten, der korrigiert werden muss – derjenige ist auf dem richtigen Weg. 

Ausschnitte aus den Unterrichten 

Aus der Lektion zum Thema „Die Notwendigkeit der Größe des Schöpfers“.

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Die Fotos im Herzen Teil 1 (11)

Bild könnte enthalten: Bruder Jörg

                                     Das Äußere und das Innere

Frage: Wie groß war Rabash?

Rabash war ungefähr einen halben Kopf kleiner als ich. Er war sehr breitschultrig, stark, sehr stämmig und schwer. Sein gesamter Körper war wie aus Eisen. Er war sehr gesund und mit seiner seelischen Stärke hat man auch seine enorme physische Stärke gespürt. Das war wirklich ein Mensch-Feuerstein, man konnte ihn nicht vom Platz bewegen. Nur wenn sich die höhere Notwendigkeit offenbarte, hat er sich sofort annulliert, als ob er zusammen sackte. Ansonsten war er so fest wie ein Felsen.

Der Unterschied zwischen diesen Zuständen war einfach unglaublich. Alles war nur für den persönlichen-, gruppen-, gesellschaftlichen  Aufstieg der Welt zur Spiritualität. Er war entweder die hundertprozentige, feste Kraft oder umgekehrt, weich. Alles hat nur den Bedürfnissen des Aufstiegs gedient, nur dafür.

Frage: Hatte Rav einen Gehstock?

Nein, normalerweise ging er ohne. Er hat ihn nur für die Hochzeiten oder besondere Anlässe benutzt.

Frage: Mochte er sich fotografieren lassen?

Nicht so sehr. Er war aber auch nicht strikt dagegen, wenn er irgendwie besonders aussah. Er mochte es, so auszusehen, wie er es für sich angemessen empfand.

Frage: Hat er es gemocht sich schön zu kleiden? Blickte er in den Spiegel?

Wenn er einen Eindruck auf Menschen ausüben sollte, war er ein Pedant. Wenn er zu einem Treffen mit angesehenen Menschen gehen sollte, hat er sich darum gekümmert, dass er eine schöne, saubere Kleidung trug. Für sich selber war er aber nicht so ein Pedant, weil er mit den inneren Sachen beschäftigt war.

Frage: Mit welcher chassidischen Bewegung wurde seine Kleidung verbunden?

Das wurde mit dem Chassidut Gur verbunden. Daraus kamen Baal HaSulam und Rabash. Der Lehrer vom Baal HaSulam war Admor vom Pursow. Das war eine kleine Stadt, nahe Warschau. Dort hat er die Grundlagen, den Anfang der Kabbala studiert.

Eines Tages (wie Rabash erzählte) kam Baal HaSulam nach Hause, legte sich aufs   Sofa und sagte:“ Ich habe hier nichts mehr zu suchen, ich habe nichts mehr zu lernen. Wahrscheinlich müssen wir nach Israel fahren. “Seitdem haben sie angefangen sich auf die Reise vorzubereiten. Weil Baal HaSulam gesehen hat, dass er in Polen nichts mehr erhält. Er hat sehr gehofft, dass er in Israel die großen Kabbalisten treffen wird.

Wie aber aus seinen Briefen zu sehen ist, hat er hier überhaupt keine Kabbalisten gefunden und war sehr traurig darüber. Sogar umgekehrt, er hat hier solche getroffen, die nur oberflächlich studierten. Mit Hilfe der höheren Kraft hat er all das erreicht, was er erreichen sollte. Dabei hat er für uns das gesamte Erbe seiner Lehre hinterlassen. Und mit diesem Erbe gehen wir heute seinen Weg.

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