Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Liebe zu sich selbst annullieren

Kongress in Moldawien. Lektion #1

…doch zu der Bedingung, dass jeder von ihnen mit der Absicht kommt, seine Selbstliebe zu annullieren, und nicht mit der Absicht, seine Wünsche zu empfangen zu sättigen. Nur auf diesem Wege wird er eine neue Eigenschaft erlangen können – den Willen zu geben. 

Letztendlich gelangt er dann von der Liebe zu Freunden zur Liebe zum Schöpfer, das bedeutet, der Mensch wird dem Schöpfer Vergnügen schenken wollen. (RABASH, Artikel 6, 1984, „Liebe zu Freunden (2)“)

Wir dürfen nicht vergessen, dass wir ständig darüber nachdenken müssen. Egal wie sehr unsere Natur davon abgestoßen ist, wir müssen uns dennoch auf diese Weise positionieren.

Ich bin darauf ausgerichtet, mich über die Liebe zu mir selbst zur Liebe zu meinen Freunden zu erheben, denn durch diese Haltung zu ihnen beginne ich, den Schöpfer, die Höhere Welt, die Eigenschaft des Gebens wahrzunehmen, indem ich mich über meine Natur erhebe. Das ist genau der Zustand, der Hebel, der mich aufsteigen lassen kann.

Anfangs sind es im Allgemeinen egoistische Wünsche – ich will mich erheben, ich will erlangen, ich will…. Wenn ich dafür die anderen lieben muss, dann bin ich bereit. Einverstanden. Wenn es nötig ist, ist nichts zu machen. 

Und dann, wenn wir damit arbeiten, bekomme ich plötzlich das Gefühl, dass ich nichts Anderes brauche. Sogar mich selbst brauche ich nicht mehr. Wenn es eine solche Eigenschaft wie das Geben gibt, wenn es einen solchen Zustand gibt, der „Schöpfer“ heißt – das ist alles, was ich brauche, und ich selbst kann gar nicht existieren. 

Der Mensch spürt den Einfluss des höheren Lichts dermaßen, dass er an sich selbst kein Interesse mehr hat, sondern im Gegenteil bereit ist, sich vollständig zu annullieren, nicht zu existieren. So beginnt die nächste Phase seiner Entwicklung.

Inwieweit man dem Schöpfer ähnlich ist, d.h. in der Absicht Ihm Freude zu bereiten, wie der Schöpfer uns Freude machen will – erlangen wir die Eigenschaft des Schöpfers, verschmelzen mit Ihm, steigen auf seine Ebene.

Hier gibt es zwei Stufen. Wir können die neue Eigenschaft des Gebens nur durch die Arbeit mit Freunden erlangen. Und erst dann erlangen wir die Bestrebung, dem Schöpfer Genuss zu bereiten und so zur Gleichheit mit Ihm aufzusteigen.

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Ab der 1. Lektion des Kongresses in Moldawien, 06.09.2019 

Religion der Liebe

Baal HaSulam, „Bürgschaft“: Rabbi Eljazar, Sohn Rashbis, sagte, dass nicht nur die Söhne Israels Bürgschafter füreinander sind, sondern allen Völker dieser Welt. Allerdings bestreitet niemand, dass am Anfang zur Realisierung der Tora, d.h. zur Korrektur der Welt, nur eine Nation genügte, da es unmöglich ist, mit der Korrektur aller Völker der Welt gleichzeitig zu beginnen.

Somit ist die Umsetzung der Tora – die Korrektur der Welt -, ein Aufruf an alle, vom Hass zur Liebe zu gelangen. Wie Baal HaSulam in seinem Artikel schreibt: „Das Wesen der Religion und ihr Sinn und Zweck ‘als wahre Religion‘ ist die Wissenschaft der Kabbala. Der Sinn und Zweck ist, die Welt zur Liebe zu führen. Das wichtigste Gebot der Tora ist das Gebot der Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst. Mehr gibt es nicht.

Nach der Zerstörung des Tempels und Loslösung von der Wahrheit, als Folge von Verschleierung und Verderben, begann eine Vielzahl von Religionen sich, im wahrsten Sinne des Wortes, zu entwickeln. Sie haben alle ihre Anfänge in der Kabbala, der gemeinsamen „Religion“ der Welt, sie bauten eine egoistische Haltung zum Schöpfer und dem Leben auf, basierend auf dem Handelskauf-Prinzip: „Lasst uns mit irgend etwas ein Paradies in der jenseitigen Welt verdienen.“

Es ist völlig unerheblich für die Wahrheit, welche hier und jetzt offen gelegt werden muss. Wie gesagt: „Deine Welt wirst du in diesem Leben sehen“. Per Definition ist die Wissenschaft der Kabbala im Wesentlichen die Offenbarung des Schöpfers durch die Geschöpfe in dieser Welt, weil wir es nicht brauchen, an etwas zu glauben und physische rituale Handlungen zu machen, um irgendeine Art von Belohnung nach dem Tod des tierischen Körpers zu bekommen. Schließlich ist die Welt der Zukunft Bina, die Eigenschaft des Gebens und der Liebe. In ihr herrscht die Absicht, die an die Eigenschaft des Gebens, auf das Wohl des Nächsten gerichtet ist. Sind Sie bereit dafür? Wollen Sie noch in diesem Leben in solch eine zukünftige Welt gelangen?

Man muss die Unterschiede zwischen den „Religionen“, der Wissenschaft der Kabbala und den traditionellen Religionen aufzeigen, zwischen echter Handlung aus Liebe zum Nächsten als „ein einziges Gebot“ und allen Arten von Handlungen, welche der Mensch sich selbst ausgedacht hat in der Hoffnung auf eine Belohnung nach dem Tod des Körpers. Insgesamt gesehen teilen die Religionen, mit ihren Methoden die Menschen in Glaubensrichtungen auf und erzeugen Hass zwischen ihnen. Die Wissenschaft der Kabbala dagegen spricht über die Vereinigung und über alle Unterschiede.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Bürgschaft“, 06.04.2012

„Verbindung“  >  Kabbala Akademie

Wir werden alle Juden sein.

Aussage: Albert Einstein verblüffte das Publikum einst als er ausrief: „Leider wurde ich als Jude geboren!“ Die Leute waren schockiert. Wie konnte ein so großer Mann eine so wilde Aussage machen?

Dann fuhr Einstein mit einem Lächeln fort: „Weil diese Tatsache mir das Privileg genommen hat, Jude zu werden“. 

Antwort: Es gibt zwei Stufen, um als Jude bezeichnet werden zu können: entweder wird man als Jude geboren oder man wird Jude. Und jeder kann es werden: Franzose, Italiener, egal wer, denn ein Jude weist im Prinzip nicht auf die Herkunft hin.

Es bedeutet, die Denkweise, die Einstellung zum Leben, den Sinn des Lebens zu akzeptieren, wenn ich verstehe, was es wirklich heißt, Jude zu sein – die Methode der Korrektur in die Welt zu bringen, der Welt zu helfen, ein Ganzes zu werden.

Frage: Stammt das Wort „Jude“ vom Wort „Übergang“?

Antwort: Es ist der Übergang von der egoistischen Einstellung zu der Welt zur altruistischen Umgebung. 

Frage: Dadurch wird der Mensch zum Juden?

Antwort: Ja.

Frage: Im Prinzip sagen Sie jetzt vorsichtig, dass die ganze Welt jüdisch werden kann? 

Antwort: Nicht vorsichtig, es ist tatsächlich so.

Dies ist ein ernsthafter Übergang vom Egoismus zum Altruismus, der nur durch den Klick in jedem von uns geschehen kann, wenn wir diese Veränderung von der höheren Macht verlangen.

Frage: Sie meinen auch, dass diejenigen, die geborene Juden sind, es quasi nicht sind?  

Antwort: Nein. Das sind nicht die Juden, von denen die Tora spricht. Denn Jude ist ein Geist. Man lässt sich also nur von der Herzensneigung leiten.

Frage: Besteht das ultimative Ziel des menschlichen Lebens darin, Jude zu werden?

Antwort: Jude zu werden bedeutet, alle Menschen zu vereinigen, um sie zur Eigenschaft des Gebens, der gegenseitigen Liebe, der Vereinigung zu erheben, damit ein solches Maß an Kommunikation zwischen allen Menschen der Welt entsteht, dass sie wie Eins werden. 

Und es geht keineswegs darum, dass jemand nach dem Herkunftsprinzip als Jude betrachtet wird.

Frage: Werden Menschen verschiedener Nationalitäten plötzlich erkennen, dass die Aufgabe eines jeglichen Menschen darin besteht, ohnehin Jude zu werden?

Antwort: Ja.

Frage: Und Sie behaupten ruhig, dass es so ist?

Antwort: Natürlich. Das heißt, von einer egoistischen Einstellung zur Welt zu einer altruistischen überzugehen – das ist das, was man „laavor“ nennt, einen Übergang durch eine egoistische Barriere.

Also lass sie rüber.

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Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“, 30.07.2019

Wie kann man kein Götzendiener werden?

Bemerkung: Es gibt eine gewisse Dualität. Auf der einen Seite die Verschmelzung mit dem Schöpfer, auf der anderen Seite die Verbindung mit den Freunden.

Ich schaffe es nicht, diese beiden Ansätze gleichzusetzten. Wie auch immer, bleibt das Gefühl, entweder ich bin mit den Freunden verbunden oder mit dem Schöpfer. Das ist eine Art Götzendienst, und gleichzeitig bringt Er einen dorthin.

Antwort: Das stimmt. In der Tat, wenn das Ego dich nicht zum Schöpfer bringt, ist es ein Götzendienst. Dem Ego scheint, dass es sich dort auffüllen kann. Er will, dass du den Schöpfer genau so behandelst, ich will den Schöpfer, ich liebe Ihn, Er wird mich erfüllen, ich werde mit Ihm verbunden sein, ich mache alles für den Schöpfer, wir werden in allem erfolgreich sein. 

Bemerkung: Ja, aber der Schöpfer ist in meinen Freunden, Er ist hinter ihnen her, Er ist diese Verbindung, ich verstehe das, aber fühle es sehr selten.

Antwort: Das ist dein Problem.

Bemerkung: Lasst es uns gemeinsam lösen.

Antwort: Nein, dieses Problem wirst du mit deinem Zehner und mit dem Schöpfer lösen. Es gibt keinen anderen Weg.

Frage: Was muss ich persönlich zu meinem Zehner hinzufügen, um mich endlich auf diese „mythische Figur“ zu konzentrieren?

Antwort: Erkläre Ihnen, dass der Schöpfer nur innerhalb der Zehner verstanden wird. Sonst wirst du Ihn nicht finden, und das wird Götzendienst heißen. Das nennt man “ein Idol zu schaffen“, eine Statue. 

Nur innerhalb der Zehner, nur in richtigen Beziehungen offenbart sich das allgemeine Bild der Hingabe zwischen den Freunden, das man als Schöpfer bezeichnet. Deshalb sagt der Schöpfer “ihr habt mich erschaffen“. Schließlich schaffen wir mit Hilfe der richtigen gegenseitigen Einstellung zueinander das Bild des Schöpfers. Und vorher gibt es Ihn nicht. Deswegen heißt der Schöpfer Bore. „Bo u Re“ komm und sieh.

 

Aus dem dritten Unterricht des Moldawien Kongresses 06.09.2019

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RAV BARUCH SHALOM HALEVI ASHLAG (RABASH), 1906-1991

 

Rav Baruch Ashlag ist der älteste Sohn von Baal HaSulam. Er stellt das letzte Glied in der Kette großer Kabbalisten dar. Noch als Jugendlicher emigrierte er gemeinsam mit seinem Vater aus Polen nach Jerusalem und studierte sein Leben lang bei ihm.

Nach dem Tod von Baal HaSulam setzte Rabash sein Lebenswerk fort: Er gab den vollständigen Kommentar Sulam sowie andere Schriften des Vaters heraus und begann anschließend, Artikel zu verfassen. Darin legte er die exakte Methodik der spirituellen Arbeit eines Menschen dar, der danach strebt, die innere Realität zu erkennen – etwas, was noch kein Kabbalist vor ihm tat. 

In seinen Artikeln liefert er eine exakte Beschreibung aller Etappen des spirituellen Weges eines Menschen – von dessen Anfang bis zum Ende. Aus den Artikeln entstand ein fünfbändiger Sammelband – Shlavei HaSulam (Etappen der Leiter). Zusätzlich hinterließ uns Rabash seine einzigartigen Mitschriften der Erklärungen spiritueller Zustände eines Menschen, die er von seinem Vater erhielt und die er mit einem entsprechenden Titel versah – Shamati  (Hebräisch: „Ich hörte“).

Rabash starb 1991. Seine Bücher stellen neben den Werken von Baal HaSulam die wichtigste Literatur zur Wissenschaft der Kabbala dar, deren Studium dem Menschen das wahre Bild der ihn umgebenden Wirklichkeit enthüllt. Das Studium der Kabbala vermag den Menschen auf eine bewusstere Stufe einer vernünftigen Existenz zu führen – in Harmonie mit der Natur und bei voller Verwirklichung der höchsten Bestimmung des Menschen – der Erkenntnis des Planes der Schöpfung.

Die wichtigste Botschaft, die Rabash an seine Schüler zu übermitteln suchte, war die Notwendigkeit des Studiums und der Arbeit in der Gruppe. Schon immer lernten Kabbalisten in Gruppen. Die Gruppe erlaubt den Mitgliedern, durch das Geben an den Schöpfer im Spirituellen fortzuschreiten, indem sie ihre Wünsche vereinen und auf dasselbe Ziel ausrichten.

 

Zu den Artikeln von Rabash…

Sich auf Kosten der Wünsche anderer bereichern.

Frage: Wie soll ich meinen Wunsch nach Spiritualität wachsen lassen? Stimmt es, dass man durch spirituelle Wünsche Andere an sich binden kann? Gibt es so einen Mechanismus, wie funktioniert das?

Antwort: Nur in Form von Annullierung. Du kannst nichts bestimmen, wenn du nicht annulliert bist. Durch diese Handlung kann man neue Gefühle erlangen.

Frage: Woran erkennt man den Unterschied von Wünschen?

Antwort: Angenommen, du bist mit dem Verhalten deines Freundes nicht zufrieden. Annulliere dich! Kooperiere mit seinem Verhalten und mit seinen Handlungen. Benimm dich so, als ob du mit allem von ihm einverstanden wärst, gehe gemeinsam mit ihm. Versuche so an dir selbst zu arbeiten! Dann erhältst du für dich, völlig neue und unbekannte Empfindungen. Das nennt man, die Verbindung mit deinen Freunden.

Schau dir die anderen an, dir gefällt bei einem das, bei dem nächsten etwas anderes nicht. Versuche dich zu annullieren, sei mit dem Freund und seinen Handlungen einverstanden. Du wirst sehen, wie es dich bereichert und wie du dich mit ihm verbinden kannst. So entsteht ein gemeinsames Kli (Gefäß), in dem sich der Schöpfer nach und nach offenbart.

 

Aus dem Kongress in Moldawien 05.09.2019

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Die Verbindung ist die Quelle der richtigen Lösungen

Frage: Eine Gruppe von Menschen möchte die richtige Lösung für ihre Probleme finden. Sie haben bereits erste Kenntnisse in der Kabbala erlangt und verstehen, dass der Workshop die Vorbereitung für die Lösung eines Problems ist. Es gibt bestimmte Regeln für diese Arbeit. Woher kommen sie?

Antwort: Wir befinden uns in einer Welt, in der praktisch keine Probleme gelöst werden. Wenn wir den Eindruck haben, dass wir heute einen Ausweg gefunden haben, stellen wir am nächsten Tag fest das es doch nicht die Lösung ist.  Wir stoßen die Lösung ständig von uns ab, denken aber, dass wir zu einem Ergebnis kommen.

Die Kabbala sagt, solange wir uns nicht verbinden, werden wir keinen gemeinsamen Nenner finden. 

Alle Probleme der Menschen, die im Großen oder Kleinen auftreten, entstehen aus der Unverbundenheit, sonst gäbe es keine Probleme. Sie alle entstehen durch unsere Spaltung, Trennung und gegenseitige Entfremdung.

Wenn wir sie lösen wollen, müssen wir uns in erste Linie zu einer Einheit verbinden.

Frage: Lösen Kabbalisten keine Probleme?

Antwort: Nein. Welche Probleme, abgesehen davon, dass wir nicht verbunden sind, haben wir? Wenn wir uns verbinden, verschwindet das Problem.

Frage: Die Kabbala löst nur das eine Problem: Wie kann man sich verbinden?

Antwort: Es gibt auf der Welt keine weiteren Probleme.

Frage: Verschwinden folglich alle anderen Schwierigkeiten?

Antwort: Ja.

Frage: Wie steht es mit der Gesundheit, der Familie usw.?

Antwort: Probleme treten in unterschiedlichen Stufen auf: unbelebt, pflanzlich, tierisch und menschlich. Um ein Ergebnis zu erzielen, muss man sich zusammensetzen, sich verbinden und in dieser Verbindung nach einer Lösung suchen. 

Die Lösung kann man nur dann finden, wenn Menschen miteinander verbunden sind, da sie sich verstehen und gegenseitig ergänzen. Erst dann wird klar, wie die Lösung aussehen muss.

Auf dieser Basis wird die Entscheidung immer richtig und gut sein, damit alles von einer niedrigeren Stufe auf die menschliche Stufe umgesetzt wird.

Aus der TV Sendung „ Grundlagen der Kabbala“ vom 25.12.2018 

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Was ist die Seele?

Frage: Was ist diese Seele, die uns verbindet?

Antwort: Sie ist eine gemeinsame Kraft, die alles zusammenhält und unser ewiges Dasein sichert. Wir müssen aus unserer individuellen Existenz herauskommen, aus dem Gefühl eines persönlichen Lebens, welches mit dem Tod des Körpers endet. Wir müssen zur Existenz eines gemeinsamen Lebens kommen. Wir spüren das als Zirkulation zwischen uns.

Es sterben zum Beispiel täglich Millionen Zellen im menschlichen Organismus und gleichzeitig werden neue geboren. Wenn wir sterben, sind wir dieser Zelle im gemeinsamen Körper der Menschheit ähnlich. Sie stirbt und entweicht dem Körper.

Um nicht spurlos mit dem Tod unseres tierischen Körpers zu verschwinden, müssen wir mit dem Leben eines gemeinsamen Körpers in Verbindung treten.  Wir müssen durch unsere Verbindung nach dem Schöpfer streben. Damit beschäftigt sich die Kabbala

Aus dem Unterricht, 21.07.2019

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Der Beginn einer ernsthaften spirituellen Arbeit

Die Kabbalisten sagen: „Es gibt niemanden außer Ihm“. Wir müssen das offenbaren, damit wir die einzige Quelle der Einheit unter uns verstehen – den Schöpfer.

In dem Maße, wie wir uns verbinden – so unterschiedlich, so weit es auch voneinander entfernt ist – müssen wir, ein Gefühl der Einheit in uns bilden. Es besteht aus der Kombination von Gegensätzen. Wir versuchen, ohne unsere egoistischen Wünsche zu zerstören (sie können nicht zerstört werden), mit allem, was in uns ist, ein Ganzes zu schaffen.

Bevor wir zu einem Kongress kommen, haben wir das Gefühl, dass wir zusammenkommen und unsere ganze Kraft in die Verbindung und Annullierung investieren werden. Wenn wir zum Kongressort kommen stellen wir fest das wir nicht mehr die gleichen Gedanken und Wünsche als zuvor haben, wir wollen etwas Anderes.

Das ist der Beginn einer ernsthaften Arbeit an uns selbst. Wir bekommen, verschiedenartige Hindernisse, die uns allarmieren müssen, darüber eine Verbindung zu erschaffen.

Wir versuchen nicht, die Hindernisse zu finden, wir wollen uns nur verbinden und finden dadurch immer mehr Hindernisse. Wir erhalten die Möglichkeit, uns über die Schwierigkeiten zu erheben und dabei ein einziges Verlangen, ein gemeinsames System zu erzeugen.

 

Kongress im Moldawien. 05.09.2019 Unterricht Nr.0 

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RAV YEHUDA ASHLAG (BAAL HASULAM), 1884 – 1954

 

Yehuda Ashlag kam 1884 in Warschau zur Welt und wurde bereits in seinen jungen Jahren von seinen Lehrern als ein Mensch bezeichnet, der ständig nach der Enthüllung der Geheimnisse des Universums strebte. Er fiel bei allen seinen Mentoren durch glänzende Kenntnisse aller Grundwerke des Judentums auf und las auch die Werke bedeutender westlicher Philosophen, darunter Kant, Hegel, Schoppenhauer, Nietzsche und Marx. In der Folge verglich er in seinen Artikeln deren Sichtweise mit der Position der Kabbala.

Er begann Bücher zu verfassen, um Menschen die Methodik der richtigen Wahrnehmung der Realität und der vernünftigen Existenz darin zu lehren. Bereits in Polen war er als großer Kenner der Kabbala und Schüler größter Kabbalisten bekannt, die die Kette der Übermittlung kabbalistischen Wissens nach Baal Shem Tov weiterführten.

Im Jahre 1926 zieht Baal HaSulam nach London, wo er am Kommentar Leuchtendes Antlitz (Panim Meirot) zu ARIs Baum des Lebens arbeitet. Während dieser ganzen Zeit führt er einen regen Briefwechsel mit seinen Schülern, in welchem er ihnen die Hauptprinzipien der spirituellen Arbeit des Menschen erklärt.

Nach seiner Rückkehr nach Jerusalem im Jahre 1928 fuhr er fort, die Kabbala zu unterrichten und zu schreiben. Nach einigen Jahren gab er sein monumentales Werk heraus – Die Lehre der Zehn Sefirot (Talmud Esser haSefirot oder TES). Das Buch stellt die innere Struktur des Universums dar, einschließlich die spirituelle Welt sowie unsere Welt, deren Bewohner und die Seelen.

In seinen Werken strebte Baal HaSulam danach, das innere Wesen der Kabbala zum Ausdruck zu bringen, sie von primitiven mittelalterlichen Vorstellungen zu reinigen; in dieser Wissenschaft sah er das mächtige Werkzeug zur Veränderung und Perfektionierung des Menschen.

Im Jahre 1940 beginnt er, den Kommentar zum Buch Sohar unter dem Namen Perush haSulam (wörtlich „Den Kommentar der Leiter“) zu verfassen, wodurch Yehuda Ashlag alsbald den Beinamen „Baal HaSulam“ erhielt (wörtlich aus dem Hebräischen: „Herr der Leiter“), da es unter Weisen der Tora üblich ist, den Menschen nicht bei seinem Namen, sondern bei seiner höchsten Errungenschaft zu bezeichnen.

Nachdem er sein ganzes Leben dem Unterrichten und Verbreiten der Wissenschaft der Kabbala widmete und wertvolles Material hinterließ, in dem er die ganze moderne kabbalistische Methodik darlegte, stirbt Baal HaSulam – der größte Kabbalist des 20. Jahrhunderts – im Jahre 1954. Seine Sache wurde von seinem ältesten Sohn – Rav Baruch Ashlag weitergeführt.

Zu den Artikeln von Baal HaSulam