Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Der Zustand, der als „Anstrengung“ bezeichnet wird

Denn es gilt die Regel: Niemand kann eine Handlung vollbringen, wenn er dabei keinen Genuss empfindet. Eine Arbeit, bei der man während des Tuns keinen Genuss hat, nennt man „Mühe“. (Rabash, Artikel 1987/27 Was sind „Segen und Fluch“ in der Arbeit?)

Wenn ich einerseits etwas tun möchte, andererseits aber dazu nicht in der Lage bin, weil ich keinen Belohnung für diese Handlung sehe, dann handelt es sich um Anstrengung.

Wir können uns eine Belohnung für alles Mögliche vorstellen, außer für das Einzige, was unserer Natur widerspricht: die Absicht, um des Gebens willen zu handeln. Solange es sich um die Absicht handelt, etwas zu erhalten – was auch immer das sein mag –, kann ich darin immer einen gewissen Nutzen erkennen.

Ich kann mich davon überzeugen, mir alles so vorzustellen, dass ich zumindest einen Anhaltspunkt finde und das Gefühl habe, dass es sich lohnt. Wenn es jedoch um eine Handlung um des Gebens willen geht, gibt es in meinen Kelim keine damit verbundene Freude, sie ist dort nicht spürbar, und dann kann ich sie nicht ausführen.

Versuche dir eine Handlung vorzustellen, bei der du alles gibst, was du hast – bis zum letzten Tropfen. Wenn du sie richtig ausführst, wirst du dabei keinerlei Freude empfinden können. Man könnte darin zwar Freude an der Anerkennung und noch etwas anderem finden, aber wir sprechen hier von der richtigen Ausführung.

Somit gibt es nur eine einzige Handlung, bei der wir uns in eine Situation versetzen können, in der uns der Antrieb fehlt, sie auszuführen. Das nennt man „Anstrengung“. Anstrengung sind meine Versuche, eine Handlung zum Zwecke des Gebens auszuführen, die offenbaren, dass ich dazu nicht fähig bin. Dieser Zustand an sich wird „Anstrengung“ genannt.

Frage: Wie führe ich sie aus?

Antwort: Was bedeutet „ausführen“? Du kannst es nicht, bist dazu nicht fähig, aber wenn du selbst feststellst, dass es tatsächlich so ist – das nennt man bereits Anstrengung.

Es heißt: „Der Mensch würde diese Handlung nicht ausführen, wenn er nicht wüsste, dass er für seine Anstrengung eine Belohnung erhält.“ Was ist also zu tun? Man muss das Bewusstsein für die Bedeutung der Absicht um des Gebens willen stärken. Aber wie? Wozu? Hier gerät der Mensch in eine Situation, in der er nichts mehr tun kann. Er offenbart seine Schwäche, wenn er erkennt, dass er – egal, worauf er zurückgreift – auf seine eigenen Kräfte, auf seine Natur, auf sein Bewusstsein – keinerlei Kontakt zur Absicht um des Gebens willen hat.

Wenn der Mensch jedoch gleichzeitig alle möglichen äußeren Eindrücke sammelt und von anderen hört, dass die Absicht das Wichtigste sei, obwohl er selbst keinen Geschmack daran findet und dazu auch nicht fähig ist, dann hat er zwei Extreme, zwei Pole, und daraus entsteht ein Gebet, auf welches er eine Antwort erhält.

Diese beiden Faktoren hängen miteinander zusammen: Wenn ich daran arbeite, die Bedeutung der Absicht zum Geben zu erkennen, wird mir immer deutlicher vor Augen geführt, dass ich sie nicht habe. Dabei darf man nicht darauf hinarbeiten, seine Unfähigkeit so schnell wie möglich zu erkennen. Es ist unmöglich, negativ zu arbeiten – das ist eine Selbsttäuschung.

Du bist verpflichtet, daran zu arbeiten, dennoch spirituelles Handeln zu erreichen und es zu vollbringen. Und dann wird dir im Gegensatz dazu gezeigt, dass du dazu unfähig bist. Man muss immer positiv arbeiten.

[#360630]

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash von 18.08.2026

 



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Ein Gespräch über den spirituellen Weg der Frau. Teil I

Moderator: Wir haben viele Fragen von Frauen erhalten, die sich in Israel und anderen Ländern mit der Kabbala beschäftigen.

Das ist ein bekanntes Phänomen – von Frauen kommen immer besonders viele Fragen.

M. Laitman: Wer eine Frage stellt – insbesondere eine Frau –, spürt schon im Voraus, dass die Antwort ihn nicht zufriedenstellen kann. Das ist tatsächlich so, denn die Frau entspricht jenem allgemeinen, unerfüllten Verlangen, das im Universum existiert. Und bis zu einem endgültig korrigierten Zustand wird in diesem Verlangen immer ein Mangel an Erfüllung spürbar sein.

Wir werden die Fragen lesen und dadurch herausfinden, mit welcher Methode und in welcher Reihenfolge wir letztendlich zur Erfüllung und zum Ende der Korrektur gelangen können. Aber ich glaube nicht, dass die Fragen versiegen werden – das ist von Natur aus unmöglich, und das ist gut so!

Moderator: Frage: Was ist das Wichtigste im Leben einer Frau, woran wird sie beurteilt? Und was ist in ihrem Leben unwesentlich, nebensächlich?

M. Laitman: Ob sie verurteilt wird oder nicht – das hat nichts mit der Kabbala zu tun. Es gibt weder einen Richter noch ein Gericht, auch wenn die Kabbalisten in dieser Form angeblich erklären, was dem Menschen für seine Taten im Leben zusteht. Es steht geschrieben, dass er vor dem höchsten Gericht und dem Richter erscheint, doch dies ist nur eine allegorische Ausdrucksweise. Der Mensch muss wissen, dass er selbst sowohl Richter als auch Gericht ist, und entsprechend handeln. Er muss die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erreichen, denn das Wort „Adam“ (Mensch) leitet sich vom Wort „edame“ (ich werde ähnlich werden) ab. Deshalb richtet er sich selbst entsprechend dem Grad seines Fortschritts hin zu der Eigenschaft, die als „Geben“, als Kraft der Liebe bezeichnet wird – die der Schöpfer selbst ist.

Das ist das Wesentliche im Leben einer Frau: die Eigenschaft des Gebens und der Liebe zu erlangen. Wie es in der Tora heißt: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst – das ist die große Regel der Tora.“ Die Tora spricht von einem allgemeinen Gesetz des Universums, einem Gesetz, das die gesamte Realität umfasst und sie lenkt. Das ist der Schöpfer – die Eigenschaft der Liebe und des Gebens. Liebe ist ein Gefühl, während das Geben die Handlung ist, die sie zum Ausdruck bringt. Wir müssen dahin gelangen, dass alle unsere Wünsche und Absichten diesem allgemeinen Gesetz entsprechen.

Obwohl wir uns als dessen völliges Gegenteil betrachten und die Aufgabe unreal und weltfremd erscheint, müssen wir dies dennoch erreichen, denn „das Gesetz ist gegeben und darf nicht missachtet werden“. Wir müssen diesem Gesetz genau folgen, und diese Verpflichtung obliegt letztendlich sowohl Männern als auch Frauen.

Unser Leben erscheint uns heute schwerer, weil wir von den Schlägen der Natur getroffen werden, die wir aufgrund unseres Ungleichgewichts mit eben dieser Kraft erhalten. Diese immer heftiger werdenden Schläge zwingen uns zur Erkenntnis, dass wir nur unter der Bedingung „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ und folglich durch den Akt des Gebens existieren können.

Aus dem Programm, Gespräche mit Dr. Michael Laitman „Über die spirituelle Entwicklung der Frauen“ – Fragen und Antworten



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Am Anfang – ein Lichtfunke

Ich kann in mir selbst nichts direkt ändern. Ich kann mich überhaupt nicht „berühren“. Ich habe keinen Zugang zu meinem Verlangen zu empfangen.

Nehmen wir zum Beispiel unser Sehvermögen. Die Wissenschaftler gingen vom Augapfel zum Sehnerv und von dort zu anderen, komplexeren Systemen des Organismus. Dabei untersuchten sie, was wir und wie wir sehen und wie sich dieser Vorgang korrigieren lässt.

Im Ergebnis gelangten sie zu dem, was man das “Lustzentrum” nennt. Wenn man dieses Zentrum zu erforschen beginnt, wird man schnell feststellen, dass es sich um eine bestimmte Struktur im Großhirn handelt, die auf der Grundlage biochemischer Reaktionen funktioniert.

Dahinter, dort, wo man mit dem Skalpell nicht mehr hinkommt, befindet sich jener Teil von uns, den man als fühlenden Teil bezeichnet. Das ist das spirituelle „Kli“ (Gefäß). Dorthin gelangt man auf keinen Fall. Das ist das Verlangen selbst! 

Alles andere sind nur materielle Hüllen des Verlangens, durch die es wirkt und sich ausdrückt. Zu dem Verlangen selbst können wir nicht vordringen.

Was nehmen meine Augen dann wahr? Lichtfunken, die, sagen wir, in ein schönes Bild gekleidet sind. Ich betrachte ein schönes Bild und empfinde Freude daran. Was bedeutet das? Das Bild an sich birgt keinerlei Genuss. In ihm steckt ein Lichtfunke, der genau meinem „Kli“ entspricht. Jemand anderes würde dieses Bild vielleicht mit Gleichgültigkeit oder sogar mit Abscheu betrachten. Mich hingegen erfüllt es mit Genuss.

Das bedeutet. Der spirituelle Funke, der sich in dem Bild verhüllt, wird von mir über die Augen wahrgenommen und durchläuft alle Systeme, 

bis er am Ende in der materiellen, biologischen Kette freigesetzt wird und in die Quelle meines spirituellen Genusses eintritt – in das spirituelle Verlangen.

Der gesamte Weg, den dieser Funke vom Bild über die Augen und durch sämtliche Systeme des Organismus zurücklegt, ist lediglich ein Übertragungskanal.

Am Anfang steht der Lichtfunke, am Ende das Verlangen zu empfangen. Das ist alles.

Alle unsere Sinnesorgane sind lediglich Übertragungskanäle.

So leben wir in dieser Welt: Es sind dieselben Lichter und Kelim, nur dass sich zwischen ihnen noch ein Vermittler befindet. Daraus erkennen wir, dass wir keine Macht über das Licht und das Kli haben. Sie sind vollständig von uns getrennt und befinden sich außerhalb unseres Körpers. Verändern können wir sie nur, indem wir das Umgebende Licht anziehen.

[360084] 

Aus einem Unterricht von Rabash, 07.08.26

 



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Wie man die spirituelle Entwicklung beschleunigen kann

Frage: Wenn ein Mensch bereits den Weg des Gebens eingeschlagen hat, wie kann er dann seine Entwicklung beschleunigen?

Antwort: Viel lesen. Am Anfang versteht ein Mensch noch nicht, was mit „Freunden“ gemeint ist, was die gemeinsame Arbeit bedeutet und was überhaupt von ihm erwartet wird. Manche erfassen dies aufgrund ihrer natürlichen Veranlagung relativ schnell. Bei anderen ist die Natur jedoch nicht darauf ausgerichtet, sich mit anderen zu verbinden und gemeinsam mit ihnen zu arbeiten. Es gibt Menschen, die von ihrem Charakter her eher Beobachter und Betrachter sind. Deshalb ist es in der ersten Phase besonders wichtig, viel zu lesen.

Heutzutage beschleunigt sich der Entwicklungsprozess, aber dennoch muss der Mensch im ersten Jahr wie ein “Fleischwolf “die verschiedenen Artikel und Briefe von Baal HaSulam und Rabash in sich verarbeiten, sie in sich aufnehmen und wiederholen, um so viel Material wie möglich zu verinnerlichen.

Es spielt keine Rolle, ob man vieles vergisst, nicht versteht oder nicht darüber nachdenkt – darüber wird man später nachdenken, denn am Anfang ist man dazu noch nicht in der Lage. Zunächst muss man einfach das Geschriebene lesen, sich dafür öffnen und sich mit diesem Wissen füllen. Mit der Zeit beginnt das Gelesene zu wirken. Durch sein anfängliches Streben stellt der Mensch bereits beim Lesen eine Verbindung zum umgebenden Licht her. Wenn er auf diese Weise genügend Erfahrung gesammelt hat – nach einigen Monaten, einem halben Jahr oder einem Jahr –, wird er beginnen, mit dem Gelernten richtig zu arbeiten.

Für manche Menschen ist es besser, statt all dieses Lesens mehr in der Gemeinschaft/ Gruppe mitzuarbeiten, doch das eine ist ohne das andere nicht möglich. Man muss beides miteinander abwechseln; in welchem Verhältnis hängt vom Charakter des Menschen ab. Sowohl die Arbeit zum Nutzen der Gruppe als auch das Studium sollten in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen. 

Abwechslung ist notwendig, und in welchem Verhältnis – das hängt vom Charakter des Menschen ab. Sowohl die Arbeit zum Wohle der Gruppe als auch das Lernen sollten in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen. Kurz gesagt: Um die Entwicklung zu beschleunigen, kann man besonders am Anfang sehr viel lesen. Später sollte man dagegen mehr arbeiten und darüber nachdenken: Warum tue ich das? Auf den fortgeschritteneren Stufen muss man mehr für die Gesellschaft bzw. Gruppe arbeiten, denn dann steht man vor schwierigen Fragen und Problemen. Ihre Überwindung hilft dabei, weiter voranzukommen. 

[360366]

Aus einem Unterricht von Rabash, 14.08.`26

 



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Die Verbindung zweier Gegensätze

Frage: Einerseits heißt es, dass man für die spirituelle Arbeit ein großes Verlangen besitzen muss, andererseits aber auch Glauben. Um welche beiden Pole handelt es sich hier?

Antwort: Es handelt sich um zwei Gegensätze. Der Punkt im Herzen ist neutral. Er ist der Anfang der Mittellinie und bezieht sich auf das Licht, das stets in die Mittellinie einströmt. Die beiden Gegensätze, die beiden Extreme, sind die Eigenschaften des Schöpfers auf der rechten Seite und sozusagen die Eigenschaften der Schöpfung auf der linken Seite.

Diese beiden Kräfte, das Empfangen und das Geben, wurden dir gegeben, damit du beginnst, sie in einem richtigen Verhältnis in dir anzuwenden: So viel wie du aus der rechten Linie nehmen kannst, genauso viel kannst du auch aus der linken Linie nehmen, um sie richtig zu vermischen und weder von der einen noch von der anderen abhängig zu sein und dir dabei stets bewusst sein, dass diese Kräfte in dir notwendig sind, um das Ziel zu erreichen.

Nur in dieser Form müssen wir sie anwenden, sonst brauche ich sie nicht: weder die Eigenschaften des Empfangens noch die des Gebens. Wenn ich sie ohne Ziel verwende, befinde ich mich einfach in einer Sackgasse – entweder in der rechten oder in der linken. Die richtige Anwendung erfolgt jedoch dann, wenn ich mich zwischen ihnen befinde und die mittlere Linie erreichen möchte.

Die mittlere Linie bedeutet, dass sowohl ich als auch die Handlung, die ich gerade ausführe, um die rechte und die linke Linie zu verbinden, sowie der Schöpfer, den ich erreichen möchte – dass sich alles in einem Punkt befindet und miteinander verbunden ist. Auf diese Weise führe ich tatsächlich die richtige Handlung aus und baue die mittlere Linie auf.

[360378]

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 13.08.2026

 



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Das Verlangen ist eine Folge des Lichts

Frage: Wenn ich den Schöpfer um etwas bitte, das aus Seiner Sicht gut für mich wäre, ich mich dabei aber in meinen Kelim unwohl fühle, was soll ich dann tun? Muss ich um etwas anderes bitten, damit es mir auch gut geht?

Antwort: Wenn ein Mensch den Schöpfer bittet, dafür zu sorgen, dass es ihm gut geht und er dabei noch nicht in Anhaftung an den Schöpfer ist, das heißt, sein Verlangen ist noch nicht korrigiert, dann bedeutet das, dass das, was aus seiner Sicht gut für Ihn ist, das Gegenteil von dem ist, was tatsächlich gut für ihn ist. Wie kann ich denn einfach so um etwas Gutes bitten!?

Du kannst die Frage anders formulieren. Ich befinde mich gerade in einem bestimmten Zustand. In jedem Augenblick, in jeder Sekunde dieses Zustands wende ich mich an den Schöpfer.

Warum? Mein Körper – von der einfachsten Zelle bis hin zu allen Körpersystemen, dem Gehirn, den Wünschen, den psychologischen und psychosomatischen Systemen, den Hormonen, den Gefühlen – alles ist in Bewegung. Das Verlangen, das das Leben aufrechterhält, befindet sich in jeder Zelle des Körpers und insgesamt im gesamten Körper. Und all diese Wünsche sind an den Schöpfer gerichtet, noch bevor ich „klüger geworden“ bin und sie sozusagen steuere, indem ich sie entsprechend ausrichte.

Nur weil ich irgendwo etwas gelesen oder gehört habe, dass es besser wäre, wenn ich anders denken würde, als es mein Körper verlangt – werde ich dadurch meinen Körper verändern? Werden meine Zellen plötzlich anders funktionieren? Nein! Werden meine Gedanken anders arbeiten? Nein, das wird keinerlei Einfluss haben! Alles, was ich lese, was angeblich „um des Gebens willen“ gut wäre und so weiter – all das liegt außerhalb von mir. Ich kann meine Wünsche nicht steuern!

Wenn ich etwas lese und allerlei Weisheiten lerne, dann beschäftige ich damit lediglich mein Gehirn. Mit meinen Wünschen hat das nichts zu tun. Meine Wünsche sind eine direkte Folge des Lichts, das sie formt. Genau das lernen wir: Das Licht erzeugt durch vier Stufen des direkten Lichts ein Verlangen und wenn es in dieses Verlangen eindringt, treibt es das Verlangen dazu an, den gesamten Vorgang zu durchlaufen.

Das heißt, ich habe überhaupt keine Möglichkeit, meine Wünsche zu kontrollieren. Ich kann nur dann auf sie Einfluss nehmen, wenn ich dem Schöpfer gebe. Dann wird der Schöpfer auf meine Bitte hin oder auf meinen Befehl hin mein Verlangen verändern. Er wird ein bestimmtes Licht senden, und dieses Licht wird mir, infolge seiner Entwicklung, ein solches Verlangen aufbauen, um welches ich sozusagen bitte. Aber nur durch Ihn kann ich meine Wünsche verändern. Deshalb wird Er auch „Ma’azil“ (Schöpfer) genannt.

Es ist nicht so, dass Er mich einst erschaffen und es dabei belassen hat, sodass ich mich nun gewissermaßen selbst kontrollieren kann. Nichts dergleichen! Ich habe mich nie in meiner Hand! Nur wenn ich mich an Ihn wenden und Ihn bitten kann, nur durch Ihn kann ich erreichen, dass sich in mir etwas ändert. Nur so! Was hat das also damit zu tun, ob ich etwas in einem Buch gelesen habe oder nicht? Dadurch verändere ich mich innerlich überhaupt nicht.

Wir müssen verstehen, dass all diese Dinge absolut künstlich und oberflächlich sind. In ihnen steckt nichts, was irgendetwas verändern könnte. Das Einzige, wozu sie bestimmt sind, ist, die Intensität des umgebenden Leuchtens zu verstärken, um durch das Studium, die Verbreitung und die Arbeit in der Gruppe das umgebende Licht anzuziehen, das dann zu Veränderungen führt.

[360079]

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 30.07.2026

 



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Wie man die Entwicklung beschleunigt

Rabash schreibt in seinen Artikeln, dass man jedes Mal die Gesellschaft oder die Gruppe verändern muss, da dies der einzige Faktor ist, der die Entwicklung beschleunigen kann. Doch was bedeutet „beschleunigen“eigentlich? Es verändert nichts an den Zuständen selbst. Die Reshimot befinden sich bereits in uns, und wir müssen alle „geplanten“ Zustände durchlaufen. Die Frage ist nur, wie schnell wir sie durchlaufen und welche Einstellung wir dabei zu ihnen haben. 

Wenn wir einen bestimmten Zustand durchleben und ihm positiv gegenüberstehen, das heißt, uns bewusst ist, dass er mit unserer Entwicklung zusammenhängt, dann empfinden wir das Geschehene  als etwas Gutes, Positives. Wenn wir jedoch etwas nicht durchleben wollen und durch Leiden dazu gezwungen werden, dann empfindet man das Geschehen als negativ. Unser inneres, persönliches Empfinden verändert sich entsprechend unserer Einstellung zu dem, was geschieht.

Man kann das mit einer Operation vergleichen. Ich hatte Atembeschwerden und wartete zwei Wochen auf die Operation. Wenn ich nicht gelitten hätte und man mir einfach gesagt hätte: „Du musst dich hinlegen, und wir werden dich operieren“, worin hätte dann der Unterschied bestanden?

Das ist wirklich ein Wunder. Ich erinnere mich, wie ich zu dieser Operation kam. Ich konnte es kaum noch erwarten. Ich legte mich auf den Operationstisch und wartete nur darauf, dass man mir schnell die Narkose gab, damit ich als ein anderer Mensch wieder aufwachen würde. So war es tatsächlich! Das war ein sehr interessantes Gefühl. Ich empfand eine große Freude, als ich mich auf diesen Tisch legte! Ich hatte überhaupt keine  Angst, ich wollte nur, dass dieser Zustand so schnell wie möglich zu Ende geht.

Das beschleunigt die Zeit und gleichzeitig empfindet der Mensch Genuss statt Leiden.

[360090]

Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 04.08.2026

 



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Materielle Eigenschaften nicht mit der Spiritualität in Verbindung bringen

Frage: Welcher Zusammenhang besteht zwischen unseren tierischen Eigenschaften und unserer Beziehung zum Schöpfer?

Antwort: Ich bringe meine tierischen Eigenschaften überhaupt nicht mit dem Studium in Verbindung; ich erwarte und hoffe nicht, dass das kommende Licht sie verändern wird. Ihr wisst, wie aufbrausend und ungeduldig ich bin und wie sehr ich unter diesen Eigenschaften leiden kann, aber ich sehe keinen Zusammenhang zwischen ihnen und meiner Verbindung zum Schöpfer. Obwohl, wenn ich nicht so hitzig wäre, würde ich vielleicht auch nicht so leidenschaftlich für den Schöpfer brennen. Es ist also besser, wenn es so bleibt.

Nehmen wir zum Beispiel eine Eigenschaft wie Faulheit. Wäre ich nicht faul, würde ich mich jetzt mit tausend verschiedenen Dingen beschäftigen, mit denen sich die ganze Welt beschäftigt. Aber ich sitze hier, weil ich faul bin und wenn ich schon etwas tue, dann ist es das, was es wert ist, getan zu werden.

Es gibt Menschen, die Unternehmen führen, wenn man ihnen ein Geschäft vorschlägt, antworten sie: „Ich mache einen Gewinn von zwei Millionen Dollar im Monat, nicht weniger. Wenn du mir etwas anzubieten hast, dann höre ich dir zu. Wenn nicht, will ich nicht meine Zeit verschwenden.“ Das nennt man das Maß an Faulheit.

Mit welchem Maß kann man also zu dir kommen? Weißt du das? – Nein!? Mir ist klar: Wenn du mit diesem und jenem zu mir kommst, werde ich mich nicht damit beschäftigen, aber wenn du etwas mehr als das vorschlägst, dann – ja.

Das heißt, einem Menschen muss klar sein, womit er sich beschäftigt und womit nicht. Sonst rennt er doch wie ein Kind überall hin. Geh mit deinem Kind in einen Spielzeugladen, und du wirst sehen, wie es wahllos nach allem greift, was ihm unter die Finger kommt.

[359591]

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 16.07.2026

 



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Du bist dort, wo deine Gedanken sind

Frage: Hat es eine schützende Wirkung, wenn man sich immer wieder – laut oder in Gedanken – sagt: „Es gibt niemanden außer dem Schöpfer“? Oder handelt es sich dabei lediglich um psychologische Selbsttäuschung?

Antwort: Nein, das ist nicht nur Psychologie. Der Mensch ist so aufgebaut. Wenn man in allen Lebenslagen immer wieder wiederholt: „Es gibt niemanden außer Ihm“, kann man sich nicht vorstellen, was einen das alles lehren wird.

Das ist kein Mantra, das man  gedankenlos aufsagt: Man hat dir „Abrakadabra“ gesagt – und du wiederholst es.

Wenn man versucht, jeden physischen Zustand dieser Welt mit seiner Quelle zu verbinden, wenn man die Gruppe und den Schöpfer miteinander in Beziehung setzt,  dann hält das einen ständig  in der richtigen Ausrichtung und führt Schritt für Schritt voran.

[177424]

Aus einer Lektion in russischer Sprache

 



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Die einzige freie Wahl

Wenn meine Gedanken, mein Zustand und meine Handlungen vom Schöpfer ausgehen und auch das, was ich jemals wollen und denken werde, sowie das, was ich in der Vergangenheit gedacht und gewollt habe, ebenfalls von Ihm ausgeht – dann stellt sich erneut die Frage: Wer und was bin ich?

Darüber wird im Artikel „Freiheit des Willens“ gesprochen, in dem Baal Sulam erklärt, dass der Mensch in Wirklichkeit eine Maschine ist. Auf physiologischer, biologischer Ebene können wir das nachvollziehen.

Aber wenn sowohl die Gedanken als auch die Wünsche des Menschen nicht seine eigenen sind und der Mensch selbst das Ergebnis der Gesellschaft und des Einflusses von oben ist, was bleibt dann noch übrig? Baal Sulam sagt in diesem Artikel, dass der Mensch in unserer Welt nur in einer Sache die freie Wahl hat: von der Gruppe den Eindruck von der Größe des Ziels zu erhalten, um zu diesem zu gelangen.

Ich habe bereits erklärt, dass oben alles miteinander verbunden ist und man von dort aus durch die Freunde die notwendige Kraft erlangen kann. Nur das hängt vom Menschen ab. Alles andere in dieser Welt hängt nicht von ihm ab.

Wir verstehen nicht, inwieweit die Entscheidung über jede Handlung, über alles was wir zu jedem Zeitpunkt tun möchten – ob wir uns hinsetzen oder aufstehen, etwas trinken oder essen, schlafen oder irgendwo hinfahren, in den Bus steigen oder nicht, und so weiter – wir können nicht den kleinsten fremden Wunsch, keinen einzigen äußeren Grund einbringen, der nicht in unserem Inneren vorhanden wäre.

Und nur aus dem Grund, dass mir der Verlauf dieses inneren Prozesses unbekannt und unverständlich ist, scheint es mir, als würde ich selbst entscheiden, suchen, nachdenken, etwas berechnen und abwägen.

All das liegt lediglich an der Ungewissheit; nur wegen ihr ist mir nicht klar, wie das alles tatsächlich abläuft.

Das ähnelt der Situation, wenn wir ein Baby betrachten und wissen, was es im nächsten Augenblick tun wird. Genauso ist es auch mit uns. Nur wird dies um ein Vielfaches klarer werden, wenn wir eine Stufe höher steigen. Deshalb ist es sinnvoll, sich nicht mit Unsinn zu beschäftigen, sondern diesen kleinen Punkt zu nutzen, diese ganz kleine Öffnung, durch die wir die äußere Kraft in uns, in unser Kli, hereinlassen können, um voranzukommen. Diese Kraft ist die Größe des Schöpfers, die wir von unseren Freunden erhalten. Wenn ein Mensch sich um diesen Punkt kümmert und stets danach strebt, durch ihn immer mehr anzuziehen, dann wird es ihm gelingen. Ich möchte hinzufügen, dass als „Freund“ nicht nur Gleichgesinnte aus der Gruppe bezeichnet werden, sondern auch die Urquellen und deren Autoren. Ein Mensch kann einfach dasitzen und kabbalistische Musik hören oder eine Aufnahme von dem, was Kabbalisten sagen, ohne die Sprache zu verstehen, in der sie sprechen. Das nennt man äußere Kraft. Und das ist das Einzige, was von uns abhängt. Alles andere ist nichts weiter als Einbildung und Fantasie.

[358918]

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 05.07.2026

 



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