Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Das Gemeinsame spüren

Kommentar: Wenn ich eine Melodie höre, die von Freunden gemeinsam gesungen wird, nehme ich eine Art Schwingung auf. Wenn ich mit meiner minimalen Schwingung eintrete, entsteht ein Gefühl für eine gewisse Lautstärke, eine Art von Stereo.

Antwort: Dank der eigenen Stimme fängt man an, alle anderen zu hören und durch die Stimme nimmt man die ganze Palette der Klänge wahr. Wenn man von außen zuhört, dann nimmt man den anderen nicht durch seine Stimme, nicht durch seine Teilnahme, sondern einseitig wahr, nicht innerlich.

Wenn man an einer gemeinsamen Handlung teilnimmt, ist man mit allen anderen verbunden und durch diese Verbindung spürt man die innere Kraft, den inneren Sinn der „singenden Stimme“ des Chors oder einer gemeinsamen Handlung.

Das ist der Unterschied zwischen dem Versuch, den Individualismus in unserer Welt zu überwinden, d.h. sich vermeintlich zu verbinden, von außen zu beobachten und dem was die Kabbala bietet, nämlich nach innen zu gehen, sich zu befreien und das Gemeinsame und nicht sich selbst zu spüren. Hier ist man verpflichtet, sich vom ”Ich” zu lösen, sich einzuschränken (Zim-Zum alef).

Kommentar: Man spürt es in sich. Man kann es sehr gut hören, wenn alle singen.

Antwort: Es geht darum, dass man plötzlich solche Bereiche, solche Empfindungen, solche Möglichkeiten der subtilen Wahrnehmung und alle Arten von innerem Umschalten hat, als ob man durch eine kleine Tür in eine riesige Halle eintritt und dort gibt es eine göttliche Musik, eine Vollkommenheit und man versucht, sich darin nach und nach, durch Start-Stopp-Versuche zu finden. Es ist eine erste Begegnung. Natürlich zieht es einen Menschen, treibt ihn an – wie ein Kind.

Kommentar: Gleichzeitig kann jede einzelne Stimme absolut schrecklich und unvollkommen sein.

Antwort: Natürlich! Das ist es in der Tat.

Frage: Wenn man eine Aufnahme von diesem Gesang macht, bleibt dann noch Energie übrig oder ist sie nur im Moment des Singens zu spüren?

Antwort: Es bleibt, nichts geht verloren. Man kann nie zum Alten zurückkehren und ist immer nur auf die neue Erkenntnis ausgerichtet. Es ist nicht wie bei Baron Münchhausen – die Töne sind eingefroren und werden dann aufgetaut. Man muss versuchen, neue Dinge zu tun und weniger an die alten Sachen zu denken.

Frage: Wenn jemand anderes diesen Gesang hört, wird er dann von dort, von innen, Energie bekommen?

Antwort: Wie wird er es hören? Von der Tatsache her das wir zusammen singen? Durch physisches Singen? Wir können zusammen sitzen und nicht singen, wir können in diesen Zustand eintreten, wenn wir uns gegenseitig spüren.

Der Mensch muss bereit sein zu hören. Ohne Vorbereitung wird nichts funktionieren.

Aus dem Vortrag „Mein Telefon klingelte“

[300563]

Wie können wir aus diesem Albtraum erwachen?

Frage: Wie kommt man aus der zerstrittenen, krisengeschüttelten Realität zu einer guten und geeinten Realität?

Antwort: Es ist, als ob man aus einem Traum erwacht, die schlechte Welt vor sich sieht, dann wieder die Augen schließt, um in einer guten, realen Welt aufzuwachen.

Die böse Welt, die man zuerst gesehen hat, war nur ein Traum, den man nicht wahrhaben will.

Wenn man das zweite Mal aufwacht, dann wird man die wirkliche Welt sehen, nicht die, die man sich vorher vorgestellt hat. Über die spirituelle Offenbarung steht geschrieben: „Wir waren wie im Traum“.

Wie kann man aus diesem schrecklichen Traum aufwachen und in einer guten Welt erwachen? Dagegen gibt es ein Mittel: Man muss seine kranke Wahrnehmung heilen. Schließlich befindet man sich immer noch in einer wunderbaren Welt, im Paradies indem es kein Leid, keinen Schmerz und nichts Böses gibt – nur absolute Güte. Das Einzige, was man braucht, ist eine Änderung der Wahrnehmung.

Wir befinden uns in einer Sphäre, in der alles Gute eine vollständige Umkehrung erfährt und zum Bösen wird. Deshalb sehen wir alles Gute als Böses an. Die schöne Welt der Unendlichkeit gibt es nur außerhalb von uns, wir nehmen sie entsprechend unserer schlechten Eigenschaften wahr. Wenn wir unsere Eigenschaften ändern, werden wir die gute Welt sehen.

Wir werden uns inmitten von Engeln wiederfinden, die einander nur mit Liebe behandeln. Es gibt nicht den geringsten bösen Gedanken in irgendeinem von ihnen – es wird eine Welt absoluter Güte sein. Wir dürfen es uns nur nicht selbst verderben und es falsch auffassen.

Wenn man sich schlecht fühlt, dann braucht man nur auf sich schauen. Wir haben großes Verständnis für das eigene Leiden, es gibt ein Medikament, das einen wieder gesund macht. Dieses Medikament ist weder ein Trick noch ein Schmerzmittel. Im Gegenteil wenn man mit seiner Einnahme beginnt, seine Wahrnehmung, seine Vision verändert, dann wird man sehen, dass man vorher wie in einem Traum war.

Die ganze Welt wird sich verändern, nicht nur Teile von ihr: erst 10 % besser, dann 20 %, dann 30 % und so weiter bis zu   100 %. Die Welt wird sich in dem Maß verbessern, wie man seine Eigenschaften verändert: um 10 %, um 20 %.

In dem Maß, in dem man es schafft, sich über seinen Hass auf andere zu erheben, wird man sehen, wie sich deren Einstellung einem gegenüber ändert. Man braucht nicht die Welt zu verbessern und auch niemanden in der Welt zu ändern. Man muss nur sich selbst in Ordnung bringen.

Aus Begegnung der Welten, Teil 2, 16.06.2014

(138568)

Jom Kippur – Bewusstsein des Egoismus

Frage: Während Rosh HaShana beschließt ein Mensch, ein neues Leben zu beginnen, und obwohl er sich über seine Natur erheben muss, möchte er dennoch innerhalb von zehn Tagen vor Jom Kippur alle seine Eigenschaften überprüfen.

Wenn er sie mit den Eigenschaften des Schöpfers vergleicht, sieht er, dass er in keiner von ihnen sich dem Schöpfer angleichen kann, und beschließt am Jom Kippur, sie unter Einschränkung zu setzen, die sich in unserer Welt durch fünf Einschränkungen äußern.

Danach, fünf Tage später, die die fünf Sefirot symbolisieren, beginnt das Sukkot-Fest. Was ist der Sinn dieser Feiertage?

Antwort: Vor dem Neuen Jahr (Rosh HaShana) gibt es eine ganze Reihe von Tagen, an denen die Menschen um Vergebung bitten. Sie bewerten sozusagen ihre Taten, was sie Gutes und Schlechtes getan haben, und im Allgemeinen erkennen sie, dass sie nicht wirklich etwas Gutes vollbracht haben.

So prüft der Mensch seine Handlungen und kommt zum Schluss, dass er dem oberen Willen des Schöpfers zu gehorchen hat, weil „es nichts außer Ihm gibt.“ Er akzeptiert den höheren Willen als die einzige Kraft, die in der Welt herrscht. Aus diesem Zustand heraus beginnt er, sich selbst zu bewerten. Er unterzieht seine Handlungen und Taten einer sehr ernsten Analyse, die bis Jom Kippur andauert.

Jom Kippur ist der innere Zustand eines Menschen, wenn er erkennt, dass die handelnde Kraft in ihm ausschließlich der große Egoismus ist und er sich über sich selbst erheben muss. Schließlich lautet das Hauptgebot der Tora „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, und davon ist er Lichtjahre entfernt und befindet sich sogar im Gegenteil davon. Deshalb bittet er um Vergebung.

Das ist das Prinzip von Jom Kippur, wenn er bereit ist, auf sein egoistisches Verlangen zu verzichten. Es gibt insgesamt fünf von ihnen im Menschen. Deshalb werden sie durch fünf Einschränkungen in unserer Welt repräsentiert: ein Verbot zu essen, zu trinken und so weiter.

Aus der TV-Sendung „Spirituelle Zustände, Rosh HaShana und Jom Kippur“

[287393]

Auf dem Weg zu einem sinnlichen Verstehen

Frage: Was bedeutet es: „Nimm keinen Platz ein, dann bin ich in allem“?

Antwort: Mit „keinen Platz einnehmen“ ist gemeint, dass man mit seinem Egoismus keinen Platz beansprucht. Dann bin ich überall, im ganzen Raum, im ganzen Universum. Ich erreiche, da ich meinen Egoismus annulliere, eine Stufe, auf der es keinen physischen Raum mehr gibt.

Kommentar: Sie sagen oft, dass wir in einen Zustand kommen müssen, in dem wir nicht uns selbst, sondern andere fühlen sollen.

Antwort: Dies ist in allen kabbalistischen Büchern beschrieben. Wenn wir das tun, erreichen wir den Zustand der ersten Einschränkung (Zimzum Alef), wenn ich mein ICH nicht mehr in mir spüre.

Es ist unmöglich das in Worte zu fassen, aber dieser Zustand ist real. Du befindest dich überall gleichzeitig, fühlst jeden, erlebst jeden in der Verbindung mit jedem und nicht als eine unabhängige subjektive Einheit. Du hast das Gefühl, nicht als Subjekt zu existieren.

Frage: Wie war das bei Ihnen?

Antwort: Ich kann es nicht beschreiben. Ich habe keine Worte dafür.

Die Kabbala beschreibt die Handlungen, die man mit seinen Kräften in sich ausführen muss: Geben, empfangen, abschirmen, die Stärke des Egos, anziehen von Licht (welches) und die Interaktion mit diesem oder jenem. Das heißt, die Kabbala befasst sich mit genauen, physikalischen Größen und physikalischen Phänomenen – Wahrnehmungen.

Deshalb haben die Kabbalisten solch eine Sprache erfunden, damit man derartige Empfindungen irgendwie von einer Welt in die andere übertragen kann. Es ist eine erfolglose Sprache, sie kann nichts erklären.

In Wirklichkeit ist diese Sprache für diejenigen geeignet, die sich bereits in der Wahrnehmung der Höheren Welt befinden. Für sie wird die Sprache der Kabbalisten verständlich. Für diejenigen, die sich nicht in der Höheren Welt befinden, bleibt es unverständlich. Wenn wir die Tora oder andere Bücher der Kabbalisten lesen, nehmen wir das was dort gesagt wird, in irdischen Begriffen wahr.

Es fällt uns sehr schwer, auf das umzuschalten was über Qualitäten, Eigenschaften, Kräfte, Gefühle der Annäherung oder Entfernung, über Kräfte gesagt wird, die mit allen möglichen unbelebten, pflanzlichen, belebten und menschlichen Namen bezeichnet werden. Obwohl sich die Kabbalisten sehr bemühen, ist das wenig hilfreich.

Wie viele Jahre habt ihr Rabashs Artikel und meine Erklärungen gelesen und gehört? Ihr seht, wie viel Zeit vergeht, bis es innerlich klick macht und ein neues Verständnis der gelesenen Texte sowie die Arbeit an den Fehlern beginnt.

Es handelt sich nicht um ein sprachliches, sondern vielmehr um ein sinnliches Verständnis.

Kommentar: Sie haben versucht es wie Mathematik zu verstehen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Sie nichts verstanden haben. Erst nach einiger Zeit haben Sie es innerlich empfunden und begonnen diese Sprache zu verstehen.

Antwort: Ich habe versucht, alles auf der Stufe der Kräfte und Prozesse wahrzunehmen. Hier tauchte plötzlich ein sinnliches Bild auf, das mich zwang, an mir selbst zu arbeiten.

Aus dem Gespräch „Mein Telefon klingelte. Wie kann man die ganze Welt beherrschen?“

[300353]

Wie man lernt mit dem Schöpfer zu sprechen

Kommentar: Wir können nicht mit dem Schöpfer so sprechen, wie wir mit den Menschen sprechen. Mit den Menschen haben wir ein gemeinsames Gefühl, die Fähigkeit, die Stimme des anderen zu hören. Mit dem Schöpfer müssen wir einen Kommunikationskanal finden: „Ich zu Ihm und Er zu mir“, so dass wir den Schöpfer „hören“, verstehen und fühlen können.

Die Fähigkeit, den Schöpfer zu hören, ist auf der Stufe von Bina gegeben, Bina ist das Hören. Ich werde hören, was der Schöpfer zu mir sagt.  Ich muss mit dem Schöpfer auf der Stufe von Malchut sein, die zu Bina aufsteigt. Dann werde ich zu Ihm sprechen können und Er wird mich hören. Das heißt, ich muss auf der Stufe des Gebens sein: „Ich zu Ihm und Er zu mir“.

„Ich zu Ihm“ bedeutet meine Arbeit, mein Streben, die Stufe des Gebens zu erreichen. „Schöpfer zu mir“ bedeutet, dass ich in der Lage sein muss, den Schöpfer zu mir sprechen zu hören. Es ist nicht einfach.

Der Schöpfer ist die Quelle des Lebens, das Höhere Licht aus dem alles Existierende hervorgeht, sich erfüllt und lebt. Wenn wir uns mit dem Schöpfer verbinden, gelangen wir zu einer anderen Form der Existenz als zuvor und beginnen, auf der Stufe des Gebens zu leben.

Auf der Stufe des Gebens gibt es keine Grenzen der Annäherung, der Hingabe, des Empfangens – es geschieht alles in einer anderen Dimension. So gehen wir eine neue Verbindung ein.

Wie kann man lernen, mit dem Schöpfer zu sprechen? Ich versuche mit allem was im Leben geschieht mit zu schwimmen, denn es kommt sicher vom Schöpfer. Ich möchte in jedem Augenblick meines Lebens mit Ihm verbunden sein und in dieser Verbindung spüren, wie Er mich mal in die eine, mal in die andere Richtung lenkt. Ich möchte mich an Ihn anhaften, Ihn nicht loslassen.

Mit dem Schöpfer zu verschmelzen bedeutet, Ihn in jedem Augenblick zu folgen, Ihn vor mir gehen zu lassen und damit zu riskieren, aus seinem Garten zu fallen.

Die Hauptsache ist die Verbindung mit dem Schöpfer, nicht das was ich dadurch erhalte. Selbst wenn ich die unangenehmsten Erfahrungen mache, wenn sie vom Schöpfer kommen dann wird es mir gut gehen. Das Wichtigste ist, mit Ihm in Verbindung zu bleiben. Das heißt, ich erhebe meine Verbindung mit dem Schöpfer über jede mögliche Füllung, so dass diese Verbindung mit dem Schöpfer meine Füllung wird.

Wenn der Schöpfer absolut gut ist und ich von ihm nur Gutes und Richtiges empfange, dann kann ich ihn nur um eines bitten- um meine Korrektur, damit ich nichts Schlechtes über ihn denke, sondern nur Gutes.

Aus der Lektion „Sprechen mit dem Schöpfer“

[302599]

Das Fundament meines Hauses

„Wenn der Schöpfer das Haus nicht baut, haben seine Bauleute vergeblich daran gearbeitet.“

Der Schöpfer und nicht wir erbaut die Struktur unserer Seele. Wenn das so ist, wie können wir dieses vom Schöpfer erbaute Haus betreten? Auf welchem Fundament steht es?

Mein Zehner bildet das gesamte Fundament dieses Hauses.

Ich muss dieses Fundament stärken, sodass es tief im Boden verankert ist, und mit Bodenplatten und Betonpfeilern stützen.

Sobald ich die Stützen, wie berechnet, erbaut habe, kann ich bereits Wände, Bodenplatten usw. dazwischen errichten. Das ist unsere Arbeit – sowohl im spirituellen als auch im materiellen Aufbau. In allen Welten gelten die gleichen Grundsätze.

Unsere Verbindung bildet die Säulen, auf der unser Gebäude steht. Wir sollten uns durch alle möglichen Arten von Beziehungen verbinden: das erste Mal gemäß den Eigenschaften eines Freundes, das zweite Mal gemäß den Eigenschaften eines anderen Freundes, das dritte Mal gemäß den Eigenschaften eines Dritten. So bauen wir das Gebäude aus den grundlegenden Zehn Sefirot auf.

Danach beginnen wir, innerhalb dieses Gerüstes Stockwerke zu bauen und Decken zwischen den Pfosten zu verlegen. Dies geschieht bereits durch eine einfache Verbindung zwischen uns, auf einer einfachen Stufe auf der jeder den anderen vervollständigt, indem er sich annulliert.

Darin sind viele Details enthalten, die aufgrund der Wirkung der spirituellen Wurzeln auch in unserer materiellen Welt vorhanden sind. Die Verbindung findet hauptsächlich durch verschiedene Formen unserer gegenseitigen Annullierung statt.

Eine Verbindung zwischen uns herzustellen, bedeutet den Tempel zu bauen: das Gebäude unserer Seele. Beim Versuch, diese Verbindung aufzubauen, stellen wir fest, dass wir dazu nicht in der Lage sind. Doch wir fangen jedes Mal von vorne an – mit einer neuen Ablehnung und Verzweiflung. Wir erkennen dann, dass die Kraft des Schöpfers nicht ausreicht, um uns zusammenzuhalten und das Gebäude zu stützen.

Wir verbinden das eine mit dem anderen, aber der Schöpfer muss diese Verbindung aufrechthalten. Wir brauchen Ihn als die Kraft, die uns zusammenhält, wenn wir versuchen, einander näher zu kommen.

Wir brauchen den Schöpfer als Grundlage für unsere Arbeit – dass Er uns organisiert, die erreichten Erfolge sichert und unsere Fehler korrigiert. Wir brauchen Ihn bei jedem Schritt auf dem Weg. Wir legen unsere Verlangen hinein, und der Schöpfer korrigiert sie, fügt alle Teile zu einem Ganzen und hält es zusammen.

Es ist unmöglich, etwas ohne Hilfe des Schöpfers zu tun; und ohne die Arbeit des Schöpfers wird nichts in der richtigen Form erbaut.

Aus dem Unterricht „Wenn der Schöpfer das Haus nicht baut, so arbeiteten seine Bauleute vergeblich daran.“, vom 30.08.2022

(302295)

Der es verdorben hat, wird es korrigieren

Kommentar: Das Böse das wir in der Welt sehen, ist eine Projektion unserer Eigenschaften. Wenn man von diesem Übel stark beeindruckt ist, ist es hilfreich, denn im gleichen Maße wird man eine größere Bereitschaft haben, sich davon zu befreien.

Man muss erkennen, dass alles Böse aus einem Verlangen nach Genuss, dem Egoismus, herrührt. Wenn wir diesen Egoismus mit Hilfe des Höheren Lichts überwinden, dann wird das ganze Leben besser.

Wir sehen, dass die Welt von äußeren Problemen zerrissen ist: Krieg, Epidemien, Inflation. Wir können es in Ordnung bringen, wenn wir uns innerlich verändern – nicht in uns, sondern in der Beziehung zwischen uns. Niemand muss etwas in sich korrigieren, wir müssen nur unsere Verbindung in Ordnung bringen.

Ein Gerechter ist derjenige, der andere liebt, sich mit ihnen verbindet. Er ist nicht einer, der dasitzt und an sich selbst nagt – das ist Dummheit. Wenn wir das Band zwischen uns festigen, wird sich die ganze Realität verändern: die Welt, der Krieg, wir selbst – alles wird anders werden.

Unsere Verbindung kann nur mit Hilfe des Höheren Lichts, das zur Quelle zurückführt korrigiert werden nicht durch unsere eigenen Anstrengungen.  

Uns selbst zu korrigieren bedeutet zu erkennen, dass mein Verhalten gegenüber den anderen korrigiert werden muss und man nicht in der Lage ist, es selbst zu korrigieren, da der Schöpfer es von Anfang an verdorben hat, wie es heißt: „Ich habe den bösen Trieb geschaffen“.

Alles, was wir tun müssen, ist, uns an den Schöpfer zu wenden: Er hat es verdorben, er wird es korrigieren, das nennt man das Werk des Schöpfers. Wir lernen nur daraus, so wie es sein sollte und finden den Unterschied zwischen dem, was wir wollen und dem, was wirklich ist, heraus. Das ist unser Gewinn.

Aus einer Lektion über „Es gibt niemanden außer Ihm“, 

[302073]

Sukkot-Feiertage: Der siebte Tag von Sukkot – König David

Der letzte Tag von Sukkot ist dem Ehrengast David gewidmet, der Korrektur der Sefira Malchut. Es ist klar, dass alle Korrekturen in Malchut konzentriert sind und in Malchut enden.

Malchut ist die Quintessenz und das Ergebnis aller Korrekturen. Deshalb bedeutet König David, Malchut, das Ende der Korrekturen unserer Seele, wenn wir uns alle unter dem Dach der Sukkah, unter einem Schirm, versammeln und das höhere Licht von oben empfangen, das sich im korrigierten Kli offenbart.

So erreichen wir den Zustand, wenn das gesamte höhere Licht in unser Kli eintritt. Dann kommt das Fest der Freude an der Tora (Simchat Tora), wenn wir das höhere Licht nicht mehr innerhalb der Sukkah empfangen, nicht unter dem Dach, sondern außerhalb, und das Licht die ganze Wirklichkeit erfüllt.

David symbolisiert das allgemeine Kli, das alle Geschöpfe umfasst. Auf der einen Seite ist es ein Zustand der völligen Trennung vom Schöpfer, vom höheren Licht. Aber auf der anderen Seite gibt es in diesem Zustand eine vollständige Arbeit, die uns zur Anhaftung an die höhere Kraft bringt. Deshalb ist König David aus gegensätzlichen Kräften, aus widersprüchlichen Eigenschaften gewoben. Wenn wir über seine spirituelle Arbeit sprechen, war sein ganzes Leben so, denn er kämpfte die ganze Zeit. Aber gleichzeitig war er der Herrscher, der König von Israel.

König David erhält die Eigenschaften des Gebens, von Abraham, Jakob und Joseph. Von den Eigenschaften des Empfangens, von Isaak, d.h. von der Überwindung, nimmt er Kelim, um sie gerade in dem Maße zu gebrauchen, wie die Eigenschaften Abrahams, und Jakob und Josephs darin eingeprägt sind. Diese Kombination von Kräften findet in David statt, und deshalb wird er der König von Israel genannt.

Denn Malchut sammelt alle Kräfte in sich und verbindet sie in der richtigen Form.

Deshalb hatte David ein so schweres Leben, wie es in der Tora beschrieben wird. Er war ständig in verschiedene Kriege und Probleme verwickelt und war gezwungen, sich vor Feinden und Hassern zu verstecken. Sein Leben war nicht einfach, aber er hat dadurch ganz Malchut korrigiert. Der Messias wird der Sohn Davids genannt, weil er aus dieser Eigenschaft hervorgeht.

Solange das Volk Israel keinen König hat, bedeutet dies, der Aufbau von Malchut ist nicht möglich, weil das Volk dem Schöpfer nicht in vollem Umfang ähnlich werden kann. Denn der König Israels ist jene Eigenschaft der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, die die Geschöpfe in sich selbst, in ihrer Verbindung bilden.
[304084]
Aus der täglichen Kabbala-Lektion 10/16/22, „Ushpizin  David-Sefira Malchut“

Der innere Code des gesamten Systems

Kommentar: Wissenschaftler behaupten, dass die DNA selbst Töne aussendet, und zwar je nach ihrer Herkunft. Die DNA eines Grashüpfers, eines Baumes oder eines Menschen beispielsweise gibt völlig unterschiedliche Laute, Wörter und Sätze von sich.

Mit anderen Worten: Sie tragen die gesamte Intelligenz der Natur in sich, die einst die ursprünglichen Informationen in Form von Sprache gespeichert hat. Der Körper liest diese Informationen und entwickelt sich entsprechend, wie in einem genetischen Programm, weiter.

Experimente mit DNA bestätigen, dass dieses umfassende Programm nicht zerstört werden kann. Wenn alles nach Plan läuft, gibt es keine Fehlschläge. Wenn es Fehlschläge gibt, gibt es auch Mutationen.

Antwort: Es gibt keine Fehlschläge oder Mutationen. Es erscheint uns nur so. Da unser Egoismus sich verändert hat, nehmen wir alles auf diese Weise wahr. In der Natur gibt es nichts Unvollkommenes.

Frage: Wer hat diese Entwicklung, dieses Programm, überhaupt erst ermöglicht?

Antwort: Der Gedanke, ein einziger Gedanke, der die gesamte Natur abbildet. In der Natur gibt es nichts anderes als Gedanken. Und alles, was uns erscheint – das Unbelebte, das Pflanzliche, das Tierische und der Mensch – ist alles ein Gedanke, den wir, die wir ebenfalls den Gedanken abbilden, so wahrnehmen.

Gedanken sind Wellen, sie sind Informationen.

Frage: Wenn die ganze Natur ein Gedanke ist, warum gibt es dann einen Entstehungsprozess? Warum wachsen Muskeln aus einer Gruppe von Zellen, die Haut aus einer anderen, der Magen aus einer dritten usw.?

Antwort: Es handelt sich um verschiedene Arten von Informationen, die sich so in Bezug auf uns manifestieren. Die Sache ist die, dass wir mit „Worten“ und „Buchstaben“ nicht unsere Worte und nicht unsere Buchstaben meinen, sondern den inneren Code, der jedes Teilchen und seine Interaktion mit allen anderen Teilchen festlegt.

Und in jedem Teilchen sind Informationen über das gesamte System enthalten. Außerdem ist es mit allen anderen Teilchen vernetzt. Daher wird der interne Code nicht von ihm selbst, sondern vom Rest des Systems aufrechterhalten.

Der Code des gesamten Systems kann nicht zerstört werden, da er sich in jedem einzelnen Teil befindet. Und es ist nicht so, dass jeder von ihnen seinen eigenen Code aufnimmt und behält. Das ganze riesige System konzentriert sich auf sie, und so existiert jeder Teil in einem ewigen, perfekten Zustand, als ob er das ganze System vertreten könnte. So sehen wir ein holografisches Bild.

[300011]

Aus der Fernsehsendung „Nahaufnahme. Das menschliche Genom“

Wie man das Höhere Licht wahrnimmt

Frage: Ich bin sehr neugierig, was das „Licht, das zur Quelle zurückführt“, ist. Wie erleben wir das Licht – als etwas Angenehmes, das uns den Weg erhellt?

Antwort: Dieses Licht ist eine Kraft, die etwas in mir zu verändern beginnt. Ich fange an zu spüren, dass ich die Welt anders sehe – ich nehme die Dinge anders wahr, ich ändere meine Einstellung zu den Menschen.

Ich werde toleranter gegenüber anderen, ich beginne sie zu verstehen und ihnen zuzustimmen. Ich werde mitfühlend und kann Menschen so annehmen, wie sie sind. Ich habe das Gefühl, dass wir alle in einem einzigen System verbunden sind.

Sie nähern sich mir an! Und so beginne ich, ihnen zu vergeben, als wären sie meine Kinder. Ich behandle sie wie einen Teil von mir selbst. Ich bin mir dessen vielleicht nicht einmal bewusst, aber so geschieht es plötzlich – ich sehe, wie ich plötzlich anfange zu verzeihen.

Was ich früher gehasst habe und nicht ertragen konnte, scheint jetzt nicht mehr so schlimm zu sein. Ich mache Zugeständnisse, als ob ich mit jemandem zusammen wäre, der mir sehr nahe steht.

Das ist es, was das Licht für uns tut. Wir sehen es nicht, es leuchtet uns nicht in die Augen wie eine Fackel – es offenbart sich in uns. Wir ziehen es an, so dass es in uns wirkt und unsere Eigenschaften verändert.

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Aus einer Lektion über „Die Wissenschaft der Kabbala und ihre Essenz“, 16.07.2010