Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Wie schaffe ich es mich nicht zu verlieren?

Frage: Heute weiß ich was ich bin. Irgendwie ermöglicht mir das, mich in dieser Welt zu orientieren. Wenn ich Ihre Artikel studiere oder Ihre Videos anschaue, höre ich oft den Satz, dass das Erkennen des Schöpfers eine Verschmelzung mit ihm ist.

Dennoch spüre ich die innere Angst, dass ich nicht mehr da sein werde, wenn ich mich dem Schöpfer nähere und mit ihm verschmelze. Was ist diese Angst und was ist die Verschmelzung mit dem Schöpfer?

Antwort: Die Verschmelzung mit dem Schöpfer ist erreicht, wenn Ihr Egoismus nachlässt, an Bedeutung verliert. Es entsteht die Wichtigkeit der Eigenschaft des Gebens, die wir Schöpfer nennen. Das Zurückgeben beginnt, sich über all Ihre anderen Qualitäten, Kräfte und Absichten durchzusetzen.

Mit anderen Worten, die Eigenschaft des Gebens, der Verbindung, die Liebe zu allem, was „über sich selbst hinausgeht“, ist das Mittel, das Sie dem Schöpfer näher bringt. Das ist eine spirituelle Eigenschaft. Wenn Sie anfangen zu spüren, dass sie sich bereits in Ihnen äußert, bedeutet das, dass Sie auf dem richtigen Weg sind.

Frage: Verliere ich in diesem Ablauf nicht meine Individualität?

Antwort: Sie verlieren nichts, denn diese Eigenschaft, die Sie erwerben, wächst auch aus Ihrem Egoismus heraus, nur in der entgegengesetzten Richtung.

Aus dem Unterricht, 26.01.2020

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Immer mit mir – Teil 73

Die Ewigkeit in Tiberias

Also in Tiberias zogen wir in Drori’s altes einstöckiges Haus.

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Die Zugänge waren mit Gras bewachsen, und wir arbeiteten uns den Weg hinunter zum Eingang. Es gab hier zwei Zimmer. In einem schlief RABASH, das andere gehörte mir. Alles war einfach, nichts unnötiges, aber ich würde diese beiden kleinen Zimmer und die Ewigkeit, die ich dort fühlte, nicht gegen die teuersten Apartments eintauschen. Wir kamen an, packten aus und ich bereitete das Essen vor. Wir aßen und fuhren sofort zu den heißen Quellen von “Khamei Tiberias”[1]. RABASH trat in ein riesiges Bad für eine halbe Stunde ein, kam unter heißes Wasser, er liebte Wärme, erwärmte sich 40 Minuten lang.  Ich konnte nicht einmal 20 Minuten aushalten. Dann legte er sich auf die Holzliege. Ich wickelte ihn von allen Seiten schön mit einem Laken und einer Decke ein…

Er liebte es, zu schwitzen, so dass alles aus ihm herauskommt. Er trank viel. Trank und schwitzte, trank und schwitzte. Er hatte von Natur aus ein Gefühl dafür, was gut für ihn war und was nicht. Es war keine Gewalt, es war sehr natürlich, als würde er mit der Natur sprechen, und alles, was ihn in Harmonie hielt, wurde von ihm angenommen. So war es zum Beispiel die Reinigung des Körpers, wenn der ganze Schmutz durch die Poren herauskam. Auch wenn es für uns normal war, Seife zu benutzen, er benutzte sie nie – er handelte nach der Natur, wusch sich nur mit Wasser.

Ich werde nicht alles beschreiben, was danach geschah, wie wir nach Hause fuhren, was wir aßen, ich erinnere mich daran in allen Einzelheiten, aber das Wesentliche ist, dass er alles mit einem Ziel machte – all die Kraft in den Lernprozess zu setzen. Und die Erholung in „Khamei Tiberias“, und der Schlaf, und das Essen – er aß doch nie zu viel! Alles war dafür gedacht, dass keine Minute von 8 bis 10 Stunden der Lernzeit verloren ging, verpasst wurde. In der Tat war er sehr hart zum Körper. Ich beobachtete ihn die ganze Zeit. Ich hatte mit dem Körper ganz andere Berechnungen…

[1] Thermalquellen (Badehäuser) „Khamey Tiberias“ befinden sich am Ufer des Kinneret-See in der Nähe der Stadt Tiberias.

 

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Fortsetzung folgt…

Im Geben an diese Welt

Frage: Wann kann die Fürsorge für materielle Angelegenheiten die beste spirituelle Handlung sein? Könnte es sein, dass der Kabbalist auf seinem Weg die Verantwortung für seinen Misserfolg oder seine Untätigkeit auf den Schöpfer schiebt? Wie kann man hier nicht verwirrt sein? Gibt es einen Leitfaden?

Antwort: Der Schöpfer weist dem Menschen Pflichten zu, und der Mensch verlagert Pflichten zurück zum Schöpfer? Das klingt gut, aber es ist falsch.

Wir haben unsere Welt, unsere Eigenschaften, alles, was wir haben, dafür erhalten, um richtig mit uns selbst, miteinander und mit dem Schöpfer zu interagieren.

Die materiellen Anliegen sind uns gegeben, um alle Zustände in unserer Welt aufrechtzuerhalten. Keiner zwingt dich, 20 Stunden am Tag auf eine harte, primitive Weise zu arbeiten. Du kannst woanders arbeiten, es liegt an dir.

Aber die Kabbala sagt: „Man muss für sich selbst sorgen“. Du hast kein Recht, von den anderen zu leben. Selbst wenn du vermögende Eltern hast, musst du arbeiten. Du bekommst das Geld vielleicht nicht oder gibst es weg, aber du musst arbeiten. Arbeit und Gehalt sind nicht dasselbe. Jeder muss in dieser Welt etwas produzieren. Und das Gehalt hat nichts mit der Arbeit selbst zu tun.

Es gibt Menschen, die bezahlt werden und nicht arbeiten. Es gibt diejenigen, die auf freiwilliger Basis arbeiten und nicht bezahlt werden. Aber wir müssen arbeiten.

Als ich zu RABASH kam, hatte ich mein eigenes Geschäft und ich habe es aufgegeben. Ich sagte ihm, dass ich schätze, dass mein Geld mir und meiner Familie für vier Jahre reicht.

Und er sagte: „Nein. Es handelt sich nicht um das Geld, sondern um die Seele. Wenn du das Geschäft schließen willst, mach das, aber du musst immer noch mindestens 4-6 Stunden am Tag arbeiten“. Und ich arbeitete weiterhin 4 Stunden am Tag, da ich auch viel Zeit mit ihm verbrachte.

Also muss man dieser Welt etwas geben. Und ob du dafür belohnt wirst, ist deine Sache.

Frage: Wie verstehe ich, ob mein Wunsch das für mich notwendige Minimum übersteigt?

Antwort: Jeder Mensch sollte es für sich selbst definieren.

Drei Stunden am Tag musst du am Morgenunterricht teilnehmen und 1-2 weitere Stunden für das Lernen am Abend aufwenden. 6-8 Stunden werden für professionelle Arbeit investiert. Außerdem musst du dich um die Familie kümmern und danach erst tun, was immer du willst. Alle anderen Berechnungen sind unnötig. Aber denke daran, dass du dir zunächst drei Stunden Zeit zum Lernen nehmen musst.

Aus dem russischen Unterricht, 05.01.2020.

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Enthülle das wahre Wesen der Natur

Frage:  Die Manifestation destruktiver Eigenschaften wie Faulheit, Gier, Neid, Ärger oder Habsucht in einer Person – sind das Formen vom Egoismus? Wenn ja, werden sie dann auch durch das höhere Licht korrigiert?

Antwort: In der Kabbala werden die Korrekturen anders als in unserer Welt gemacht. Alle Eigenschaften, die uns negativ erscheinen, sind in Wirklichkeit nicht negativ. Das ist unsere Natur. Dank ihr können wir die entsprechende positive Eigenschaft offenbaren und auf diese Weise wird dieser Prozess ausgeglichen.

Es stellt sich heraus, dass wir beispielsweise mehrere hundert negative Eigenschaften haben und zugleich mehrere hundert positive Eigenschaften offenbaren – die Rückseite der negativen Eigenschaften, als ob wir sie auf die linke Seite umkehren würden.

Zwischen positiven und negativen Eigenschaften beginnen wir den Sinn der Natur zu spüren, ihr wahres Wesen, in dem es weder Positives noch Negatives gibt, sondern nur eine ewig perfekte Handlung, die weder Anfang noch Ende hat. Und wir nehmen ständig daran teil.

Macht euch also keine Sorgen, dass einige negative Eigenschaften in euch zum Vorschein kommen. Im Gegenteil, freut euch darüber, denn ihr habt die Gelegenheit, positive Eigenschaften zu offenbaren, sie miteinander ins Gleichgewicht zu bringen und den Sinn der Natur zwischen ihnen zu begreifen: warum sie positive Eigenschaften geschaffen und verborgen hat, und dafür negative Eigenschaften in euch offenbart hat. Es liegt alles vor euch, nachdem ihr positive Eigenschaften hinter negativen erkannt habt, ihre Wahrheit offenbaren konntet – die Quelle all dieser Eigenschaften, aller Naturgesetze.

Das Wichtigste ist, auf keinen Fall davon enttäuscht zu sein, dass in euch negative Qualitäten offenbart werden. Ihr werdet noch sehen, dass ihr ausschließlich aus ihnen besteht. Ich wünsche euch viel Glück dabei!

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Aus dem Unterricht in Russisch, 02.02.2020.

 

Was wird uns durch das Virus offenbart?

Frage: Der israelische Künstler und Musiker Arkady Dukhin sagte in einem Interview: „Wir Künstler wurden durch die Krise buchstäblich auseinandergerissen. Und jetzt, wo wir uns wieder auf zwei Meter nähern dürfen, wird etwas Neues geschehen, es wird eine neue Musik und eine neue Kunst entstehen; wir werden einen Durchbruch im Leben spüren“.
Warum gibt uns die Natur diesen neuen Impuls, wo jeder Mensch die Distanz auf unterschiedliche Weise wahrnimmt?

Antwort: Das Virus zeigt uns, wie wir miteinander umgehen. „Ihr liebt euch nicht! Dann kommt euch nicht näher, sonst wird es euch schlecht gehen“. Es ist eine Manifestation unseres fortgeschrittenen Egoismus. Das Wort „Virus“ stammt vom Wort „avira“ – es bedeutet die Unterbrechung der guten Kommunikation zwischen den Menschen. Das ist es, was das Virus bewirkt.

Ich hoffe, dass die Menschen verstehen werden, wie unsere Verbindung zueinander wiederaufgebaut werden kann. Dann werden wir im Nachhinein vielleicht erkennen, dass das Virus etwas Gutes war. Denn es gibt nichts Böses auf der Welt. Alles hängt davon ab, wie wir die Dinge anwenden. Das ist im Prinzip vergleichbar mit der Atomenergie oder jeder anderen Energieform, die uns einerseits nützt, andererseits aber auch Risiken birgt.

Wenn wir uns korrigieren und dieses Virus als eine positive Kraft wahrnehmen, die uns bei der Korrektur hilft, werden wir uns so nahekommen können, dass zwischen uns ein Gefühl der Höheren Welt entsteht. Das ist der nächste Zustand, in dem wir bereits außerhalb der körperlichen Welt existieren können. Darauf weist das Virus im Prinzip hin.

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Aus dem russischen Unterricht, 22.03.2020

Immer mit mir – Teil 72

Das Ausgesprochene bleibt

Manchmal wünschte ich, ich hätte unsere Gespräche in Tiberias aufnehmen können – es war etwas Einzigartiges. Aber gleichzeitig war ich überzeugt, dass das, was er für die Aufnahme sagte, anders war als das, was er ohne es aufzuschreiben sagte. Wie er sich im ersten Fall einschränkte und im zweiten, wie frei er war.

Baal HaSulam war auch so, er ließ seine Reden nicht aufschreiben. RABASH musste rausgehen, sich an alles erinnern, was sein Vater im Unterricht sagte, damit die Großen Aufzeichnungen „Shamati“ („das Gehörte“) daraus geboren werden konnten. Die Aufnahme war perfekt und genau, denn die Annullierung von RABASH vor seinem Vater war vollständig, also wurde alles Wort für Wort aufgeschrieben.

Auf der einen Seite schrieb RABASH nach seinem Vater auf, aber auf der anderen Seite wusste er, dass das, was er einmal sagte, nicht verschwinden wird. Dass die gesamte spirituelle Information erhalten bleibt. Er sagte mehrmals etwas ungewöhnliches, sehr erhabenes, „nicht von dieser Welt“, ohne es zu erklären.

Eines Tages kam ein Schüler von RABASH, mein Kamerad Aron Brizel, nach Tiberias, und RABASH sprach Worte aus, die wir nicht zusammenfügen konnten. Brizel ist sogar von der Tatsache, dass er nichts verstanden hat, aufgesprungen. Er fragte sofort nach: „Was haben Sie gesagt, Rabbi?“ Und er antwortete: „Es ist nicht für dich, es ist dafür, um in der Welt zu bleiben.“

Er verstand, dass alle die höheren Informationen nicht verschwinden, sondern auf die Stunde warten, in der diejenigen, für die sie gesprochen wurden, kommen werden. Und sie wird ihre Herzen öffnen. Und wir werden RABASH und alle großen Kabbalisten „hören“, die für uns einen Schatz an Gedanken und Offenbarungen gesammelt haben. Wir werden keine technischen Mitteln brauchen, sondern nur das Verlangen das zu erhören.

 

[# 246002]

Fortsetzung folgt…

Der Schmerz als Wegweiser

Bemerkung: Rumi, der große Sufi-Dichter des 13. Jahrhunderts setzte Emotionen wie Wut, Depression und Niederträchtigkeit mit ungebetenen Gästen gleich und riet, ihnen ins Gesicht zu lachen. Aber für gewöhnlich verhalten wir uns anders und versuchen, sie zu verdrängen. Psychologische Studien haben jedoch gezeigt, dass die Akzeptanz negativer Emotionen ein zuverlässigerer Weg zur Wiederherstellung und Aufrechterhaltung des spirituellen Gleichgewichts ist.

Antwort: Der Mensch wird so erschaffen, dass er negative Emotionen durch positive ausgleichen muss, sonst hat er keinen Anreiz zur Existenz.

Frage: Wie kann man zum Beispiel „Ärger“ akzeptieren?

Antwort: Indem man nach positiven Dingen sucht. Es gibt Schläge, aber zwischen den Schlägen kann man durchatmen.

Frage: Das ist paradox. Und wie verhält es sich mit schlimmeren Dingen wie Katastrophen?

Antwort: Nach Katastrophen gibt es Überlebende.

Frage: Soll man allen Tragödien auf diese Weise begegnen?

Antwort: Eine Tragödie kommt, und es gibt nichts, was man dagegen tun kann. Aber der Selbsterhaltungsinstinkt zwingt uns dennoch dazu, unter allen Umständen nach etwas Positivem zu suchen. Ansonsten hat man keinen Anreiz zum Leben. Und der Trieb nach Leben ist immer noch der grundlegendste.

Frage: Und wenn ein Mensch Selbstmord begeht?

Antwort: Selbstmord wird oft von Menschen begangen, denen es nicht an Materiellem mangelt. Andererseits gibt es Menschen, die kaum etwas besitzen oder schrecklich krank sind, und die trotzdem glücklich sind. Es klingt paradox.

Frage: Das ist wirklich paradox. Es gibt viele Selbstmorde in Europa, aber fast keine in Afrika. Welchen Rat geben Sie einem Mensch, wenn er mit Problemen oder negativen Zuständen hadert?

Antwort: Üben Sie sich in Demut, reduzieren Sie Ihre Forderungen und suchen Sie eine Verbindung zu Gleichgesinnten. Dann werden Sie spüren, dass Ihnen die Verbindung zwischen den Menschen Erfüllung und Ruhe bringt und Sie darin sogar den Sinn des Lebens finden können. Sie werden verstehen, woher dieses Unglück kam und im Zustand der Niedergeschlagenheit die Höhere Führung erkennen. Sie erreichen allmählich einen anderen, höheren Zustand, der das Irdische weit hinter sich lässt, aber auch gleichzeitig viel erhabener und spiritueller ist.

Frage: Sie haben gesagt, dass man in diesem Zustand anfängt, Verbindungen zu anderen Menschen zu suchen.

Antwort: Ja, das sollte man tun. Aber es hängt auch vom Ursprung der Seele ab. Entweder muss sie solche Zustände durch die Verbindung mit den anderen oder auf individueller Ebene erreichen.

Frage: Und was versteht ein Mensch dadurch? Den Grund für seine Probleme?

Antwort: Er beginnt, die höhere Lenkung zu verstehen. Dadurch gewinnt er eine ganz andere Einstellung zum Leben, zu sich selbst und zu den anderen. Er entdeckt Zustände, die außerhalb des irdischen Körpers liegen.

Frage: Meinen Sie damit also, dass ein Mensch nur durch Schmerz das Höhere – den Schöpfer – erfassen kann?

Antwort: Ja. Es hängt davon ab, wie Sie diesen Schmerz wahrnehmen. Dieser Schmerz kann gleichzeitig angenehm und erfüllend sein, weil Sie verstehen, dass er Sie wachrüttelt und Sie damit einfach aus dieser Welt herauszieht. Damit haben Sie die Chance, der spirituellen Welt etwas näher zu kommen.

Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“ von 16.12.2019
[#260372]

Das Feld des Schöpfers aufspüren

Frage: Das Wort „ Schöpfer“ ist für mich sehr verwirrend. Ist das ein alter Mann oder so etwas?

Antwort: Warum sollte er alt sein? Vielleicht ist er jung und gut aussehend?

Aber im Ernst, einigen wir uns. Es gibt die höchste Kraft im Universum, die absolut die gesamte Natur und alles, was unter ihr geschieht, einschließt. Diese höhere Macht wird „ Schöpfer“ genannt.

Das hat nichts mit unserer Welt zu tun, mit unseren Körpern, mit unserem Selbstbild. Nichts von alledem, nur diese höhere Macht! Stell dir eine elektrische oder magnetische Kraft/Feld vor. Hier ist es dasselbe.

Das Feld, das absolut alles umfasst, wird Schöpfer genannt, weil es erschafft, erzeugt, handelt. Dieses Feld müssen wir offenbaren. Wir sind in ihm, aber wir spüren seine Auswirkungen auf uns selbst nicht. Deshalb muss ich mich irgendwie verändern, damit ich es spüren kann.

Was braucht es dazu? Es wird gesagt: Wenn du eine Gruppe bildest, in der du deinen Freunden näher kommst, wirst du in diesem Moment des Gebens die Annäherung oder die Entfernung des Feldes spüren. Es ist der Wechselwirkung von elektrischen Ladungen in einem Magnetfeld sehr ähnlich. Das ist das Prinzip seiner Offenbarung.

Fazit: Wir brauchen die Gruppe, um mit ihrer Hilfe das Feld des Schöpfers aufzuspüren.

Aus dem Unterricht, 16.02.2020

[#262296]

“Leben” anstatt nur “vor sich hin leben”

In Medium am 18.05.2020 veröffentlicht. 

Können wir die Zeit vor der Pandemie „Leben“ nennen, oder war es nur ein Zwangslauf, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen? Diese Frage stellt sich jetzt, da wir gezwungen sind, rasch in einen neuen Zustand, in eine neue Realität überzugehen. Wir können das Beste aus unserem Neuanfang machen, wenn wir erkennen, dass es im Leben erfüllte Ziele gibt, Nicht mehr die Jagd nach vorübergehenden Modeerscheinungen und sinnlosen Ambitionen.

Ich erinnere mich an mich selbst als Kind, wie meine Eltern mich verwöhnten und mir alles gaben, was ich wollte oder brauchte. Plötzlich, ab einem bestimmten Alter, fingen sie an, mich unter Druck zu setzen und Selbstdisziplin in meinem Studium zu fordern, um sicherzustellen, dass ich dem gerecht werde, was von mir verlangt wurde. Ich verstand nicht, was vor sich ging. Wenn sie wollten, dass ich so erfolgreich bin, warum haben sie es dann nicht arrangiert? Warum lag plötzlich alles an mir? Ich erinnere mich, wie mich diese Frage beunruhigte.

Es dauerte eine Weile, bis ich mich damit abfand, dass mein Leben in zwei Abschnitte geteilt ist. Die erste ist die Kindheit, in der ich unter dem vollen Schutz meiner Eltern stand. Die zweite, das Erwachsenenalter, in der ich nun auf mich allein gestellt sein lernen musste, egal wie sehr meine Eltern mich liebten und das Beste für mich wollten. Ich muss meine Reife selbst erlangen.

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Immer mir mir – Teil 71

“Hotel für zwei”

In Tiberias übernachteten wir ein paar Mal in einem heruntergekommenen Hotel von Rebbe Yitzchak Kellers Schüler. Wir waren die einzigen Gäste dort. Die leeren Gänge entlang blies der Wind, es roch nach Gewürzen und Staub. Nachts klang Rebbes Brust-Stimme, sie breitete sich durch den hallenden Flur und flog in die offene Fenster, in die Nacht hinaus. Ich saß vor Rebbe wie ein Baby mit dem Vater. Und ich musste nicht so tun als ob, er wusste alles über mich – was mich antreibt, welche Gedanken, Impulse, Wünsche mich leiten. Manchmal zwang ich ihn, mir ein wenig über mich zu erzählen, und er offenbarte mir Eigenschaften meines Charakters, die ich mir selbst nicht einmal eingestehen konnte – wer ich wirklich bin. Ja, ich würde diese Eigenschaften in mir selbst nicht erkennen, würde nicht zu einem solchen Schluss kommen wie er.

Wir kamen  seit Wochen in dieses Hotel, und dann schlug Drori vor, dass wir bei ihm bleiben. Es war sein Haus, das für immer in meinem Herz eingeprägt wird. Dort wurden Wunder vollbracht, die Gebete erhoben, die die Welt auf den Kopf gestellt haben. Hier sah ich den wahren RABASH, erfüllt von einem Traum über den Schöpfers, der einem großen Ziel gewidmet ist – Ihn der Welt zu offenbaren.

 

[# 245972]

Fortsetzung folgt…