Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'das Geben'

Fünf Wege im Umgang mit schwierigen Zeiten

Frage: Können Sie bitte zu den fünf Wegen im Umgang mit schwierigen Zeiten, wenn es jemandem schlecht geht und er verzweifelt, etwas aus Ihrer Sicht beitragen?

Das Erste ist, man sollte sich selbst beibringen, Freude zu empfinden. Das heißt, dass man die Gewohnheit entwickelt, glücklich zu sein. Was meinen Sie dazu?

Antwort: Ich denke, dass es stimmt. 

Frage: Kann man sich selbst beibringen, sich zu freuen, auch wenn von allen Seiten Schwierigkeiten auf mich einstürzen?

Antwort: Was macht das schon? Irgendwelche Umstände oder Kräfte beeinflussen dich. Und du singst. Sing einfach! Das ist das Wichtigste, denn der Mensch weiß nicht wirklich, was gut und was schlecht ist. Er weiß nicht, welche Haltung im Leben richtig ist, wie er sein Leben ändern kann. Er kann nicht wissen, ob das was geschieht, zu seinem Besten ist, oder ob es ihm schadet.

Deshalb sollte er alles als etwas Gutes akzeptieren. Er sollte sich darauf einstellen, dass es notwendig ist, was auch immer geschieht. Und wie soll er sich darauf einstellen? Singen!

Wie im Lied: „Wach auf und sing! Wach auf und sing! Versuch es wenigstens einmal im Leben … „

Kommentar: Das Zweite, man soll verstehen, dass das Schlechte ebenso wertvoll ist wie das Gute.

Antwort: Unbedingt! Es gibt weder gutes noch schlechtes, wenn es sich nur auf einen Menschen bezieht. Denn, sobald man beim Menschen nur ein wenig die innere Einstellung verändert, dann wird er anstelle des Schlechten nur Gutes sehen. Und vielleicht auch umgekehrt.

Kommentar: Sie sagen also, dass es sogar in Schlechten etwas wertvolles gibt. Das Schlechte ist also meine Arbeit. 

Antwort: Natürlich. Auf gar keinem Fall gibt es etwas Gutes ohne Schlechtes, oder etwas Schlechtes ohne das Gute. Unsere Aufgabe ist es, uns selbst zur richtigen Einstellung zu erziehen. Denn jenseits unserer Erkenntnis und der Unterscheidung von Schlechtem und Gutem müssen wir anerkennen, dass unsere Welt einfach nur absolut gut ist!

Frage: Was gewinne ich, wenn etwas Schlimmes passiert und ich es als schlecht empfinde?

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Die zweidimensionale Welt

Frage: Derzeit wird in sozialen Medien über Themen der verborgenen Dimensionen, die es um uns herum gibt, ausführlich diskutiert. Viele Annahmen erden unterbreitet, einigen davon liegen Beweise zugrunde, anderen nicht. Welche geheime Dimensionen existieren aus der Sicht der Kabbala?

Antwort: Um uns herum existiert nur eine verborgene Dimension, dies ist die Eigenschaft des Gebens, die wir nicht einfach so aus uns selbst ausströmen (emanieren) können.

Wir leben in einer egoistischen Dimension, die die Eigenschaft des Empfangens für sich selbst des gesamten Guten, des notwendigen und nützlichen darstellt. Und die ihr entgegengesetzte Eigenschaft des Gebens ist uns gänzlich unbekannt. Hätten wir diese Eigenschaft noch zusätzlich zur Eigenschaft des Empfangens, dann könnten wir uns das gesamte Bild der Welt ganz klar vorstellen.

Frage: Ist das der Grund, warum der Mensch aktuell diese Dimensionen gar nicht wahrnimmt?

Antwort: Es gibt eine zweidimensionale Welt und nicht mehr als das. Eine Welt des Empfangens und des Gebens. Wenn sie sich jedoch gegenseitig ergänzen, entsteht daraus ein n-dimensionaler Raum. Alles kann nur in Bezug zum Menschen wahrgenommen werden.

Frage: Kann es eine mehrdimensionale Welt geben, in der es mich nicht gibt?

Antwort: Nein, sie existiert nur subjektiv, relativ zu Ihnen.

Frage: Kann es eine mehrdimensionale Welt geben, in der alle Menschen gut sind und in der alles korrigiert ist?

Antwort: Wenn man eine derartige Welt erschafft.

Frage: Bedeutet das, es hat immer beim Menschen seinen Anfang?

Antwort: Ja, natürlich. Der Mensch steht im Mittelpunkt.

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Neues Leben 1300 – Zuhören verbindet

Neues Leben 1300 – Zuhören verbindet

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Nitzah Mazoz

Ein Kabbalist hört nicht auf sich selbst oder die Person vor ihm, sondern auf die Kraft der Liebe und des Gebens, in der wir leben. Wenn ich mich mit jemandem verbinden will, muss ich ihm zeigen, dass er mir am Herzen liegt und dass das, was er sagt, für mich wichtig ist. Der Sprechende muss auch auf die Reaktion des Zuhörers achten. Als menschliche Wesen trachten wir eher nach Aufmerksamkeit, Respekt und Wertschätzung denn nach Lösungen. Durch eine innere Verbindung wollen wir ein Gefühl der Sicherheit und Unterstützung spüren. Es ist nicht so entscheidend, wie viel man versteht, sondern wie sehr man dem Sprecher seinen Respekt entgegenbringt.

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Aus KabTVs „Neues Leben 1300 – Zuhören verbindet“,

Zwei Wege, um gut zu sein

In jedem Aspekt, den wir untersuchen können, ist das Leben heute besser als es jemals war: Wir haben mehr Nahrung als je zuvor, sogar zu viel; wir haben eine bessere Gesundheitsversorgung; wir leben länger; und wir haben Redefreiheit, zumindest im Vergleich zu vor hundert Jahren oder früher. Die Technologie hat uns Überfluss beschert; wir können bequem innerhalb von Stunden überall hinreisen, wo wir wollen, und das zu einem lächerlichen Preis; wir können mit jedem Mensch auf dem Globus innerhalb von Sekunden kommunizieren, als ob er direkt neben uns stünde, und die moderne Medizin vollbringt Wunder (selbst Covid-19 ist nichts im Vergleich zu Seuchen, die noch vor einem Jahrhundert zig Millionen Menschen getötet haben). Es scheint, als ob die Menschen glücklicher denn je sein sollten. Überraschenderweise sind wir heute deprimierter als je zuvor. [Rest des Beitrags lesen →]

Den Punkt im Herzen verstehen

Das Konzept „Punkt im Herzen“ ist eines der ersten Dinge, die man zu Beginn des Studiums der Kabbala lernt. Uns wird gesagt, dass diejenigen, die zum Studium der Kabbala kommen, besonders diejenigen, die trotz Schwierigkeiten und Hürden dabei bleiben, Menschen mit einem entwickelten oder starken Punkt im Herzen sind. Diejenigen, die ihn haben, so sagen uns die Kabbalisten, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit in ihrem Lernprozess erfolgreich sein und auf spirituelle Stufen aufsteigen. [Rest des Beitrags lesen →]

Was tun gegen Undankbarkeit?

S. Vinokur: Was tun, wenn Hilfe mit Undankbarkeit erwidert wird? Vielleicht ist es falsch, Dankbarkeit zu erwarten? Ist sie gar überflüssig?

M. Laitman: Wenn Sie jemandem helfen wollen, müssen Sie sich, darauf einlassen, nur zu helfen. Darauf, dass die Hilfe nur von Ihnen in Richtung dieser Person geht, ob Mann, Frau, Kind, ganz gleich wer es ist. Sie helfen ohne jede Erwartung, etwas im Gegenzug zu erhalten – weder eine freundliche Haltung, noch ein Geschenk oder Dankbarkeit… Nichts! Erst dann haben Sie wirklich geholfen. [Rest des Beitrags lesen →]

Kabbala und Humor

Mir wurde folgende Frage gestellt: Wie stehen Kabbalisten dem Humor gegenüber? Gibt es kabbalistische Witze?

Meine Antwort: Im ersten der 12 Jahre, die ich an Rabash’s (Baruch Ashlag) Seite verbrachte, war ich ziemlich erstaunt darüber, wie sehr er Humor, unerwartete Situationen und unkonventionelle Ansichten liebte.

Solche Dinge mögen Kabbalisten einfach, weil sie immer jung bleiben. Warum? Weil die Seele kontinuierlich wächst und das spirituelle Wachstum bewirkt, dass sich ein Kabbalist wie ein Kind fühlt. Egal wie er nach außen erscheint, ein Kabbalist wird seiner selbst nie überdrüssig.

Neben dem „jung bleiben“ ist es für einen Kabbalisten auch charakteristisch, dass er sich einer ständigen inneren Revolution aussetzt, mit sich selbst streitet, sich analysiert und Schlüsse über seine eigenes Selbst oder seine Beweggründe zieht.

Ein Kabbalist betrachtet seine irdische (egoistische) Natur von der Seite, aus der Sicht der Höheren Natur – dem „Punkt im Herzen“ oder der Eigenschaft des Gebens heraus – genauso wie der Schöpfer ihn betrachten würde – und so versucht er, diese Sicht zu rechtfertigen.

Ein Kabbalist erfährt ständig innere Widersprüche, welche er nicht durch Beschwichtigungsversuche oder Zustimmung lösen kann, sondern nur, indem er das, was „gegen ihn“ ist (Geben) über das stellt, was „für ihn“ (Empfangen) ist.

So sind Humor und Anekdoten Möglichkeiten, Widersprüche zu überwinden – sie alle basieren auf den Ungereimtheiten des Lebens und ähneln daher spirituellen Situationen, die jedem Kabbalisten bekannt sind.

Kabbala Akademie

Die einzige Wahrheit

Frage: Was ist Wahrheit?

Antwort: Wahrheit ist, wenn ich verstehe, dass alles in mir relativ ist, Geschmack: schlecht, gut, süß, bitter, und Verstand: wahr, falsch, wahr, falsch.

Es gibt nichts Absolutes, außer einer Sache. Der Schöpfer ist unsere Wurzel, die Eigenschaft des totalen Gebens, und wir, die Geschöpfe, sind seine Folge, die entgegengesetzte Eigenschaft zu empfangen.

Nur diese beiden Komponenten, der Wunsch zu geben und der Wunsch zu empfangen, existieren in einer absoluten Form. Alles andere ist absolut relativ.

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Neues Leben 467 – Vertrauen in die gewählten Führer

Neues Leben 467 – Vertrauen in die gewählten Amtsträger
Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Yael Leshed-Harel

Wir misstrauen den gewählten Führern, weil sie große Pläne präsentieren und scheitern. Es hat keinen Sinn, ihnen die Schuld zu geben oder sie zu missachten, denn das Problem ist, dass die Öffentlichkeit den Plan der Natur für die Menschheit nicht kennt oder versteht. Um mit den Regeln der Natur im Einklang zu sein, müssen wir auf der sozialen Ebene arbeiten und die Menschen über Gleichheit und Gegenseitigkeit aufklären. Dies ist in Israel wirklich kritisch, da wir nach dem Plan der Natur ein Beispiel für die ganze Welt geben müssen.

Die Weisheit der Kabbala lehrt, dass ganz Israel hier und jetzt das Leben im Garten Eden (Paradies) erschaffen kann, wenn wir uns an das Prinzip halten: „Liebe deinen Freund wie dich selbst.“

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Aus KabTV’s „New Life 467 – Vertrauen in die Gewählten“, 12/9/14

Neues Leben 465 – Das jüdische Potenzial, Teil 1

Neues Leben 465 – Das jüdische Potential, Teil 1
Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Tal Mandelbaum ben Moshe

Abraham sammelte die am höchsten entwickelten Menschen, die zu seiner Zeit lebten, und lehrte sie, sich zu verbinden, um die höhere Kraft zu offenbaren. Sie haben die Fähigkeit, die Welt in der Tiefe zu sehen, aus der Perspektive von zwei entgegengesetzten Kräften, der Kraft des Empfangens und der Kraft des Gebens. Ein gewöhnlicher Mensch sieht die Welt nur nach der Kraft des Empfangens, die auf dem Überleben des Stärkeren und der Macht des menschlichen Egos beruht. Es ist, als würde man die Welt mit einem Auge sehen und nicht mit zwei.

Diese Menschen, die Juden, haben seit den Tagen der Zerstörung des Tempels die Fähigkeit verloren, die Kraft des Gebens zu offenbaren. Das Ziel ihrer Evolution ist es, diese Fähigkeiten wieder zu erwecken, das Attribut des Gebens in ihnen wieder aufzubauen und die Kraft der Liebe und der Selbsthingabe in der Realität zu erkennen.

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Aus KabTVs „New Life 465 – Das jüdische Potenzial, Teil 1″, 12/4/14