Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'das Geben'

Freude – das Ergebnis guter Taten

Frage: Wie entfaltet sich der Begriff der Freude in der Kabbala? Zum Beispiel ist der Glaube: die Liebe, die Selbsthingabe. Und die Freude?

Antwort: Freude kommt von der Tatsache, dass ich die Handlung des Gebens durchführen kann. Wie es heißt: „Freude ist ein Spiegelbild guter Taten.“

Wenn du gute Taten vollbringst: geben, lieben, umarmen, helfen, vorantreiben, dann hast du Freude.

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Aus der Kabbala-Lektion in russischer Sprache vom 4.4.19.

Freiheit kommt von der Bereitschaft zu geben

Frage: Wie können Sie einer Person die Bedeutung von Freiheit erklären, wenn diese in Sklaverei geboren wurde und in einer Zelle sitzt? Wie fühlt es sich an, frei zu sein?

Antwort: Du kannst Freiheit nur dann verspüren, wenn du geben möchtest und dir dazu die Gelegenheit gegeben wird. Wenn jemand dich am Geben hindert, unterdrückt er dich und beraubt dich deiner Freiheit. Mangel an Freiheit bedeutet nicht, dass du nicht alles tun kannst, was du willst.

Es steht geschrieben, dass wir „ein freies Volk in unserem Land“ sein werden. In unserem Land bedeutet „in unserem Verlangen“ (Land – Aretz, von dem Wort Ratzon – Verlangen). Die Freiheit liegt für uns innerhalb des Verlangens zu geben.

Kabbala Akademie

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Freiheit ist die Fähigkeit, dir deinen Meister zu wählen

Frage: Sie sagen immer, dass der Mensch nicht frei und seinen Genen, Instinkten und dem Einfluss der Gesellschaft unterworfen ist. Im Alter von 20 Jahren ist er im vollen Umfang ausgebildet, wie eine frisch geprägte Münze, und all seine Handlungen sind im Voraus festgelegt. Ist es denn überhaupt möglich, ein freier Mensch zu sein, und was bedeutet es, frei zu sein?

Antwort: Frei zu sein bedeutet, zu fühlen, dass du zu hundert Prozent vom Schöpfer abhängig bist, aber durch „deinen eigenen freien Willen“, was bedeutet, durch deine eigene Entscheidung so zu sein.

Der Mensch fühlt sich frei, wenn er aus eigenem Willen beschließt, unter dem Einfluss und der Autorität des Schöpfers zu bleiben, und nicht Sklave seines Egoismus zu sein.

Wir können uns nicht vorstellen, was Freiheit bedeutet, da wir denken, dass sie sich als Abwesenheit jeglichen Einflusses definiert. Aber das ist ein Ding der Unmöglichkeit, da es so etwas wie einen leeren Raum frei von jeglichem Einfluss nicht gibt.

Die Freiheit ist ein Gleichgewicht der Kräfte, die durch eigene bewusste Wahl und Anstrengung zustande kommt.

Wir können nur frei werden, wenn wir uns über unser egoistisches Verlangen erheben. Dies bedeutet nicht, dass wir unfreiwillig und vollständig unter die Herrschaft des Schöpfers und des Verlangens zu geben fallen. Stattdessen ist es eine Wahl, die wir treffen, um durch das Verlangen des Gebens gelenkt zu werden, anstatt durch das Ego. Dadurch können wir eine Balance zwischen den Eigenschaften des Empfangens und des Gebens schaffen. Solch ein Zustand wird Freiheit genannt (Klipat Noga).

Kabbala Akademie

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Wahre Liebe drückt sich durch Geben aus

Frage: Was ist Geben?

Antwort: Geben ist Liebe. Liebe ist jedoch eine Haltung, wobei Geben eine Handlung ist, die Liebe ausdrückt.

Was wir in unserer Welt üblicherweise als Liebe bezeichnen, ist das Bestreben, unser Ego zu erfüllen. Doch was ist wahre Liebe zwischen uns? Ich habe ein Verlangen und du hast ein anderes Verlangen. Wenn ich dein Verlangen an mein Verlangen festmachen kann, und deines zu einem wichtigeren als meines machen kann, dann wird mein Verlangen deinem dienen. Es wird darauf ausgerichtet sein, dein Verlangen zu erfüllen. Das heißt, dich zu lieben. Wenn ich außerdem dein Verlangen auf diese Weise erfülle, wird das eine Handlung des Gebens genannt.

Wir alle wurden als ein einziges Verlangen erschaffen. Doch dann zerbrach dieses verlangen in viele Teile und wir wurden voneinander getrennt. Zwischen uns kam das Ego auf, das uns die Trennung untereinander fühlen lässt. Nun müssen wir Anstrengungen machen, über dem Ego untereinander eine Verbindung herzustellen. Wir sollen das Ego nicht zerstören, sondern es zur Stärkung unserer Verbindung untereinander nutzen!

Als Ergebnis wird die Einheit, die wir erlangen, 613 mal stärker sein, als das gesamte ursprüngliche, vom Schöpfer erschaffene Verlangen. Wir werden uns dann dem Schöpfer gleich fühlen, weil wir nicht vom ursprünglichen Licht von Nefesh, sondern vom Höchsten Licht von NaRaNHY erfüllt sein werden – dem Licht der Liebe und des Gebens!

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Das Ego und die Liebe

Frage: Kann das Genießen der Spiritualität egoistisch sein?

Antwort: Natürlich. Spiritualität bedeutet Geben und Liebe. Ich bin dazu bereit, dich zu lieben und dir zu geben, wenn es mir dabei gut geht! Und wenn nicht, wozu soll ich dich dann lieben?! Das nennt sich Klipa, das ist keine Spiritualität, sondern Materialität.

So zu lieben ist jeder von uns in der Lage: ich liebe meine Kinder, weil das meine sind. Doch wenn das nicht meine Kinder sind, habe ich keinen Bezug zu ihnen. Ich kann jemanden lieben, von dem mein Wohl abhängt, andernfalls brauche ich ihn nicht.

Mit anderen Worten: ich bringe mich ein und liebe, weil ich daraus einen persönlichen Nutzen ziehe. Es ist jedoch kein Geben und keine Liebe, sondern Ausnutzung des Nächsten.

Das Geben und die Liebe, von denen in der Wissenschaft der Kabbala die Rede ist, hat nichts mit dem Empfangen für sich selbst zu tun. Ich liebe diesen Menschen, damit es ihm gut geht – das war es. Das ist mehr als die Liebe zu unseren Kindern, denn sie werden von uns instinktiv geliebt. [Rest des Beitrags lesen →]

Wie das Licht des Schöpfers sein

Der Schöpfer regiert die Welt mit zwei kongruenten Kräften:

1) Im Moment der Handlung zieht Er uns mit Freude an, die uns dazu zwingt, diese Handlung auszuführen.

2) Er entfernt und stoppt sogar die Handlung durch das Leiden, der das Geschöpf beim Ausführen dieser Handlung erfährt, wenn Er nicht will, dass diese Handlung vollbracht werden soll.

(Baal HaSulam, „Die allgemeine Natur der Kabbala-Wissenschaft“)

Das Licht, das von oben nach unten herab steigt, beeinflusst uns. Und wir müssen von unten nach oben darauf reagieren.

HaWaYaH: Der Name von HaWaYaH – Hej – Waw – Yud – Hej – sind die Zehn Sefirot: Yud – Chochma, das erste Hej – Bina, Waw – SA,

das untere Hej – Malchut

V.e: das Verlangen zu empfangen

V.g: das Verlangen zu geben

Na Ra N Cha Y: Nefesh-Ruach-Neshama-Chaja-Yechida

A K: Adam Kadmon

MAN: Mejn Nukwin

die rechte Seite der Zeichnung

K: Keter

Ch: Chochma

B: Bina

M: Malchut

Wir sind immer zwischen zwei Kräften: unsere Reaktion und dem Einfluss von oben. So bilden wir uns.

Das Ziel unserer Entwicklung ist es, uns lichtgleich in unserer Welt zu machen. Dies kann in dem Maße erreicht werden, in dem wir zusammenkommen (∑).

Wenn wir danach streben, gleich, vereint zu werden, ziehen wir höheres Licht auf uns im Maße der richtigen Verbindung zwischen uns. Es steigt auf uns in dem Maße herab, in dem wir unsere Verlangen wie er sein zu wollen, erheben.

Alle Welten zwischen uns und dem Licht verbergen es vor uns. „Welt“ kommt von dem Wort „Olam“, „Olama“ und bedeutet „Verhüllung“. Diese Verhüllung existiert, um uns vollständig vom Schöpfer zu isolieren, damit wir in der Lage wären, uns in unserer Welt allen Eigenschaften des Lichtes anzugleichen. Es ist Ein, Einzig, Integral. Und wir müssen versuchen, uns auf die gleiche Weise miteinander zu verbinden.

Wenn wir versuchen, dies zu tun, dann erheben wir unsere Fragen, unsere Wünsche, unsere Verlangen zum Licht.

Sie werden „MAN“ – „Mejn Nukwin“ ( Wasser von Nukwa ) genannt. Und dann kommt die Kraft des Lichts (der rote Pfeil in der Zeichnung) auf uns herab und beginnt, uns zu korrigieren.

Deshalb ist das Einzige, was wir in unserer Welt brauchen, das Verlangen, vereint zu sein. Aber um eine korrekte Verbindung herzustellen.

Das ist es, was wir in jedem Morgen Unterricht tun. Auf diese Weise erheben wir unsere Verlangen zum höheren Licht, es bringt seine Kraft auf uns herab, und jeden Tag werden wir mehr und mehr vereint. Versucht bitte, an unseren Unterrichte teilzunehmen oder sie in Aufzeichnung zu hören, und ihr werdet sehen, wie es euch beeinflusst.

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Kabbala Akademie

 

Warum wenden wir uns an den Schöpfer?

Frage: Ich muss niemanden um etwas bitten, wenn ich die Kraft der Elektrizität oder der Schwerkraft benutze. Warum muss ich eine spirituelle Bitte erfüllen, um mit der höchsten Kraft der Natur zu interagieren?

Antwort: Im Rahmen der unbelebten, pflanzlichen oder tierischen Natur (unsere irdische Existenz gehört zu den Tieren), befinden wir uns in einem klaren materiellen Zustand.

Wir haben hier nichts zu verlangen. Wir müssen nur wissen wie wir uns durch die materielle Natur navigieren, ihre Gesetze studieren, nutzen und  auf irgendeine Weise umsetzen können.

Wenn wir uns auf die nächste Stufe der Spiritualität erheben wollen, treten wir dort in eine ganz andere Beziehung ein – die Beziehung mit dem Schöpfer. Deshalb sind wir immer an ihn gebunden. Er wendet sich an uns, wir wenden uns an Ihn.

Wenn wir uns bekehren, wie Er werden wollen, erschaffen wir ein Bild von uns selbst als Schöpfer, das „unsere Seele“ genannt wird.

Aus dem Unterricht 16.12.2018

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Müssen wir uns in die Bedeutung der kabbalistischen Texte vertiefen?

Frage: Müssen wir Workshops durchführen,  um die Bedeutung der Originaltexte besser zu verstehen, wenn wir gemeinsam oder in der Gruppe lesen?

Antwort: Ja und nein. Tatsache ist, dass uns die Vertiefung in den Text  manchmal verwirrt. Anstatt in die Gefühle und unsere Einheit einzutauchen, fangen wir an den Text auf einige phonetische, orthografische, sprachliche Elemente und Eigenschaften hin zu analysieren. Ich glaube nicht, dass das notwendig ist. Es ist nur aus der Sicht unseres konkreten Verständnisses in diesem Text zu verstehen: was gibt er uns für unsere Verbindung, mit dem Ziel den Schöpfer zu offenbaren. Das ist genug. Alles andere wird kommen.

Sobald wir mit der Offenbarung des Schöpfers beginnen, ihn zwischen uns enthüllen, werden wir in die praktische Kabbala einsteigen. Es wird für uns klar, was im Buch steht, dann verstehen wir, was uns die Lehre der 10 Sefirot und die andere Quellen sagen.

Aus dem Unterricht, 11.02.2019

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Die Bedingung um den Schöpfer zu verstehen

 Frage: Wenn der Schöpfer als Quelle der Leiden empfunden wird, ist es schwer nach Ihm zu streben.  Wird es als Egoismus angesehen, wenn man zu fühlen versucht, dass Er gut ist und Gutes tut?

 

Antwort: Wir müssen das lösen. Durch die Zustände, die wir in der Gruppe schaffen möchten, legen wir den Grundstein zu Seiner Offenbarung.

In dem Maße, in dem wir die Eigenschaft der Liebe und des Gebens, der Verbindung über unserem Ego erlangen, erschaffen wir die Bedingungen, d.h. das Kli (Gefäß), in welchem wir den Schöpfer begreifen.

Der Schöpfer enthüllt sich in dem von uns aufgebauten Kli, in dem Maß unserer Ähnlichkeit mit seiner Eigenschaft der Liebe und des Gebens.

 

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