Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gesellschaft'

Hat der Schöpfer Gefühle?

LaitmanFragen über den Schöpfer, die ich erhielt

Frage: Was ist der Schöpfer? Hat er Wünsche und Gefühle?

Antwort: Der Schöpfer ist die allgemeine Kraft der Natur, die alles vereinigt. Seine Eigenschaft ist Geben (Liebe). Das ist seine einzige Kraft. Aus seiner Eigenschaft des Liebens und Gebens, schuf er die Schöpfung mit der Eigenschaft „zu empfangen“ – zu empfangen, was Er verlangt ihr zu geben. Selbst wenn er die Schöpfung mit dem Willen zu empfangen schuf, führt Er sie dahin, die Eigenschaft des Gebens zu erwerben, auf Seine Stufe, welche grenzenlos, einzigartig und vollkommen ist.

Frage: Im Artikel „Die Enthüllung der Göttlichkeit (Matan Thora)“ schreibt Baal HaSulam, dass die erste Bedingung ist, dass „niemand ohne einen Grund handelt“ und „es gibt einen Schöpfer in der Welt, der alles aus einem Grund schuf“. Was bedeutet die „erste Bedingung“?

Antwort: Die erste Bedingung ist das Grundgesetz der Natur.

Frage (fortgesetzt): Muss ich das als eine Tatsache akzeptieren, selbst wenn ich nicht der Meinung bin, dass der Schöpfer real ist?

Antwort: Sie sollten es akzeptieren, um es an Sich selbst zu testen, um den Schöpfer in sich zu enthüllen, in der Eigenschaft des Gebens, die Sie erwerben werden. Es ist genau wie bei einem Wissenschaftler, der über die Entdeckung eines anderen Neues erfährt – er akzeptiert es und testet dann, ob es wahr ist. Wenn ein Mensch die Offenbarung der Handlungen des Schöpfers erreicht, dann wird er Ihn in dem Maße rechtfertigen, wie er es enthüllt und deswegen wird er selbst als „rechtschaffen“ bezeichnet. Man kann sagen, in Kabbala testet man alles praktisch und jeder Mensch tut das in sich selbst.

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Die spirituelle Bedeutung von Tisha beAw

Unsere Welt wird von zwei Kräften gelenkt, einer positiven und einer negativen Kraft. Wir Menschen befinden uns zwischen den beiden Kräften. Die spirituelle Wurzel der negativen Kraft wird als „der 9. Aw“ bezeichnet. Seit der Zeit Babylons offenbart sich um dieses besondere Datum herum jene Kraft des Bösen. Die Sünde der Spione. Die Zerstörung des Tempels. Das Exil von Babylon. Die Zerstörung des zweiten Tempels. Die Vertreibung des Volkes Israel aus dem Land Israel und danach aus Spanien, Deutschland und England. Israel begeht die größten Sünden am 9. Aw. Und die Bestrafung, die sie erleiden finden auch am 9. Aw statt. Das alles liegt daran, dass wir nicht in der Lage sind, die positive Kraft anstelle der negativen Kraft zu nutzen. Der erste Tempel wurde wegen mangelnder Verbindung zwischen uns zerstört. Der zweite Tempel wurde durch den unbegründeten Hass zerstört. Immer wieder, wenn wir uns voneinander trennen, öffnen wir die Quelle des Bösen. In unserer Einheit können wir den negativen Kräften entgegen wirken und die gute, positive Kraft aktivieren.

„Der Verfall Jerusalems ist nur
auf unbegründeten Hass zurückzuführen,
der in dieser Generation herrschte“

Baal HaSulam

 

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Es gibt keine Magie in der Kabbala, nur Wissenschaft

Frage: Ich habe eine Frage. Der Film „Nächte der Kabbala“ zeigt, wie Kabbalisten die Zukunft voraussagen können. Doch das war in Bezug auf die Kabbalisten der Vergangenheit. Sie erwähnten ebenfalls, dass es heute keine Lehrer gibt, die Baal HaSulam gleichen.

Doch ich habe jemanden sagen gehört, dass es heute lebende Menschen gibt, die besondere Kräfte haben und die physische Welt um sie herum verändern können. Zum Beispiel können sie Steine in Sand verwandeln und sie können sich zur gleichen Zeit an verschiedenen Orten befinden. Doch diese magischen Tricks sind nicht ihre Zielsetzung. Ihr Ziel ist es, den Schöpfer zu erkennen.

Sie sind fähig, diese Dinge auf völlig natürliche Weise zu tun, ohne Zaubersprüche, esoterische Praktiken oder Mystizismus. Also bei allem Respekt, ich möchte gerne wissen: Wie ist es möglich, dass die Kabbala die einzige Wahrheit ist? Wie kann es sein, dass nur die Kabbalisten die ganze Wahrheit kennen?

Antwort: In dieser Welt gibt es keine Wunder. Siehe Baal HaSulam Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, in dem er erklärt, dass die Kabbala eine Wissenschaft ist, was bedeutet, dass sie sich auf Daten gründet, die durch die Methode des Experimentes erlangt und enthüllt wurden. Sie sollten ebenfalls „Die Einführung in das Buch Sohar“ lesen, wo es um die Begrenzungen der Kenntnisse geht – dass man nur die Materie und ihre Form erkennen kann, jedoch nicht die abstrakte Form und das Wesen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Wie man eine Reise in die „jenseitige Welt“ antritt
 
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Wohin mit den schlechten Gedanken?

Frage: Sie sagen, wenn ich einen schlechten Gedanken bekomme, darf ich mich weder gegen ihn wehren, noch ihn abweisen. Was soll ich dann mit ihm machen?
Antwort: Ihr müsst ihn bearbeiten. Bearbeiten bedeutet, diesen Gedanken aufzunehmen und sich damit so weit wie möglich in die Mitte des Zehners zu begeben, in die Mitte eurer kleinen Gruppe, so dass er sich in eurer Verbindung auflöst.
Stellt euch vor, ihr habt eine Gruppe, in der ihr euch als ein Ganzes vereint, wie in einer Suppe, die in einem Topf gekocht wird. Sobald ein Gedanke kommt, werft ihr ihn in diese „Suppe“, so dass er sich dort vollständig auflöst.
Welche Wirkung er auch immer in der Gruppe auslöst, es muss so sein. Das Wichtigste ist, dass die Gruppe bereit ist, diesen Gedanken so zu adaptieren, dass er sich in ihr auflöst. Ihr werdet dann ein richtiges Ergebnis sehen.
Frage: Bedeutet das, dass ich den Freunden von diesem Gedanken erzählen kann? Oder reicht es, darüber nachzudenken, damit es in der Gruppe verarbeitet wird?
Antwort: Ihr müsst nicht unbedingt darüber sprechen, könnt aber auch Rücksprache halten. Ihr werdet Schritt für Schritt, nach euren ansteigenden Erfahrungen in der Gruppenarbeit sehen, ob ihr mit euren Freunden darüber sprechen könnt, ob ihr euch noch schämt, oder etwas anderes ist.

Aus dem Unterricht vom 03.02.2019
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Der gemeinsame Punkt der Güte

Frage: Wenn der Schöpfer von allen Menschen anders wahrgenommen wird, wie kann Er dann der Verbindungspunkt der Menschen sein?

Antwort: Die Sache ist, dass die Verbindung an dem Punkt der Güte des Schöpfers zu uns stattfindet. Wir beginnen zu verstehen, dass alles, was Er tut, absolut richtig, vernünftig und gut ist.

Genau an dem Punkt der gemeinsamen Meinung über Ihn, vereinen wir uns und werden wie Er. Deshalb wird für uns der Punkt der Güte zu einer gemeinsamen Grundlage.

Dann zerstreuen wir uns abermals mit dem neuen Egoismus in verschiedene Teile, hassen uns wieder und beginnen uns erneut auf der nächsthöheren Stufe zu sammeln.

 

Aus dem Unterricht, 24.02.2019

Neues Leben #563 – Rassismus

Neues Leben #563 – Rassismus

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Yael Leshed-Harel

 

Wir können den Rassismus, der in der Gesellschaft existiert, nicht verbergen, aber wir müssen ihn von Grund auf behandeln. Wir neigen dazu, zu leugnen, dass es Diskriminierung gibt, denn wenn wir sie anerkennen, werden wir verpflichtet sein, sie zu korrigieren. Der schwerste Rassismus in Israel besteht gegen die Äthiopier, da die Kulturen so völlig unterschiedlich sind. Die Macht, mit Rassismus umzugehen, kann nur durch die Weisheit der Kabbala gegeben werden, die die Methode der Verbindung oder die Methode des Kreises ist. Diese Methode lehrt uns, wie wir den irdischen, materialistischen Bereich überwinden und zur Praxis der „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ aufsteigen können. Wir müssen eine Gesellschaft ohne Rassismus aufbauen, die es verdient, „das Volk Israel“ genannt zu werden, damit sie als Modell für den Rest der Welt dienen kann.

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Aus KabTVs „New Life #563 – Racism“, 5.5.15.

Kabbala ist die Wissenschaft über die Korrektur der Welt

Frage: Vor zwei Monaten sprach mein Rabbi mich bezüglich meiner Rede vor der Gemeinde über die Kabbala in unseren wöchentlichen Gottesdiensten an. Normalerweise sind 10 bis 15 Personen in unseren Gottesdiensten. Wir sind eine sehr kleine reformierte Gemeinde in Nordost-Pennsylvania. Können Sie mir bitte in dieser Angelegenheit ein wenig Anleitung geben?

Antwort: Sie sollten ihnen erklären, dass die Kabbala die Wissenschaft von der Korrektur der Welt ist. Heute ist die Welt dabei, zu entdecken, wie verkehrt sie ist und deshalb wird die Kabbala der Welt zum ersten Mal in der Geschichte enthüllt. Alles, was in der Vergangenheit über die Kabbala gesagt wurde, war eine Lüge, aber niemand wusste davon, da die Kabbalisten darüber geschwiegen haben.

Der erste, der diese Tatsache enthüllte, war Baal HaSulam. Vor ihm sprachen die Chassidut über die persönliche Korrektur, aber sie sagten wenig und in einer verhüllten Form. Anstatt die innere Korrektur durchzuführen, fingen die Menschen an, sich auf die äußeren Handlungen und Rituale zu konzentrieren.

Die Kabbala wurde im alten Babylon von Abraham enthüllt, um die Menschheit zu korrigieren. Damals erkannte die Menschheit, dass sie an einem Ort vereint war, doch dann trennten die Menschen sich und zerbrachen die Verbindung. Heutzutage wird diese Verbindung abermals in globalem Maßstab enthüllt und darum werden die Menschen es zwangsläufig verstehen – entweder bewusst oder durch Leiden. Dann werden sie die Kabbala nutzen, um den Egoismus der Menschheit zu korrigieren.

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Ein Eseltreiber für die ganze Menschheit

Das Buch Sohar. Das Vorwort. Art. „Der Eseltreiber“, P.74: „Ein Mensch ging ihnen nach und führte ihre Esel“ – d.h. lenkte (richtete) ihre Esel.

„Rabbi Aba sagte: „Lasst uns die Tore der Tora öffnen, denn ihre Stunde und die Zeit unseren Weg zu korrigieren ist gekommen“. „Esel zu führen“ bedeutet sie zu „stechen“.

Und dieser Name wurde für den Eseltreiber genommen, denn seine Funktion besteht darin, die Esel mit der Stockspitze zu stechen, damit sie sich beim Laufen mehr beeilen.“

Die ganze Schöpfung muss zur Verschmelzung mit dem Schöpfer gebracht werden. Alles, was in der Realität geschieht, einschließlich das Drehen von jedem Atom, bewegt sich nur zu diesem Ziel. Es gibt keine anderen Handlungen auf der Welt, außer solchen, welche die Geschöpfe, mit ihrer Zustimmung oder auch ohne, zu der Verschmelzung mit dem Schöpfer bringen sollen. Und wir werden zu diesem Ziel durch eine besondere Kraft von oben geführt, die der „Eseltreiber“ genannt wird. Wenn wir uns dem Wissen angleichen, von dem uns der Sohar erzählt, werden wir gemeinsam mit dem „Eseltreiber“ gehen und er wird uns auf unserem Weg helfen.

Wenn nicht, wird der gleiche „Eseltreiber“ unsere „Esel“ bzw. unser Verlangen zu Genießen mit seinem spitzen Stock stechen. Das sind gerade all die Leiden, denen die Welt ausgeliefert wird, wenn sie zum Ziel nicht bewusst, mit einem Verständnis, gehen möchte.

Aus einem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 10.1.2011

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Neues Leben #13 – Die Kraft der Liebe

Neues Leben #13 – Die Kraft der Liebe

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi

 

Die Krise in der heutigen Welt ist eigentlich eine Krise in unserer Art  miteinander umzugehen, und die einzige Möglichkeit, sie zu lösen, besteht darin, zu lernen, andere zu lieben. Die Natur eines jeden Einzelnen ist es, auf sich selbst aufzupassen, aber die Entwicklung des menschlichen Egos ist zu Ende. Der einzige Weg, der Liebe zu anderen näher zu kommen, ist der Aufbau einer starken, umgebenden Kraft, die uns in gegenseitiger Liebe verbindet. Die Gesellschaft muss den Wert der Rücksichtnahme auf andere erhöhen, bis wir uns wie eine Familie fühlen und die ganze Tiefe und Harmonie der Natur entdecken.

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Aus KabTVs „New Life #13 – Die Kraft der Liebe“, 

Fotos im Herzen Teil 1 (15)

Bild könnte enthalten: Bruder Jörg

                                         Die Straßen, die Straßen… 15

Normalerweise sind wir um neun Uhr morgens ausgefahren, entweder zum Meer oder in den Park. Ich habe die Tür aufgemacht, Rav hat sich ins Auto gesetzt und wir sind gefahren.

Frage: War das, das erstes Auto, die Sie gekauft haben?

Nein. Das war kein erstes Auto. Damals war das aber ein sehr gutes Auto: Peugeot 304.

Frage: Haben Sie speziell ein großes Auto gekauft?

Es sah nicht sehr groß aus. Aber es war ein gutes Auto. Es gilt als ein sicheres Auto und wir fühlten uns sehr gemütlich darin. Am Besten passte das Auto dem Rav, weil es hohe Sitze besaß und man konnte wie auf einem Stuhl sitzen und musste nicht halb liegen.

Frage: Haben Sie daran gedacht, als Sie das Auto gekauft haben?

Natürlich habe ich danach gedacht, dass es für Rav komfortabel und angenehm wird, dass das Auto nicht zu modern sein soll und nicht wie in Sportautos (liegend). Ich habe ein Auto gesucht, wo man die Tür mit einem Knopf aufmachen konnte, damals war das eine Seltenheit. Und auch ein Platz, damit Rav sein Buch ablegen kann, das Wasser abstellen und so weiter. Das alles war organisiert.

Frage: Welche Bücher waren damals mit im Auto?

Damals gab es nicht so viele Bücher wie heute. Es gab Teilim (die Psalmen), „die Übergabe der Tora“ und „das Buch der Vorworte“. Im Prinzip waren das alles Bücher (außer Talmud, TES und Sohar).

Frage: Wusste Rav, dass Sie dieses Auto für ihn gekauft haben?

Natürlich. Ich habe später das Auto sogar für ein neueres, besseres gewechselt. Er wusste, dass ich das für ihn tat. Das war klar. Wieso ich mich überhaupt dort im Bnei Brak befinde! Davor hatte ich ein zweistöckiges Penthouse in Rechowot. Ich lebte dort ohne jegliche Beschränkungen, viel besser als in Bnei Brak. Er wusste wieso ich in eine kleine Wohnung umgezogen bin und was ich hier zu tun habe. Das alles, um ihm nahe zu sein.

Frage: Wie schnell sind sie gefahren als er im Auto saß?

Er hat mir verboten schnell zu fahren. Um ehrlich zu sein, ich habe immer an Geschwindigkeit zugelegt. Bei ihm war es üblich nicht mehr als 90 km/St zu fahren. Er hat mich ständig gebremst.

Frage: Sie haben erzählt, dass Rav nicht hinter dem Müllauto fahren wollte. War es so?

Rav war ein Pedant. Wenn auf der Scheibe oder auf dem Seitenspiegel irgendein Fleck war, hat er von mir verlangt, dass ich es sauber machen soll. Ich musste die Glasscheiben sehr gründlich wischen. Was die innere Sauberkeit des Autos angeht, war er nicht so kritisch. Die Scheiben aber müssen sauber sein, das ist ihm in „die Augen gestochen“.

Wenn vor uns plötzlich ein Müllauto fuhr, war er sehr verärgert und wollte nicht hinterher fahren. Er hat von mir sofort verlangt, dass ich die Fahrtrichtung wechseln soll oder irgendwie aus dieser Situation heraus fahre.

Frage: Wie hat er sich verhalten, wenn jemand sich barbarisch auf der Straße benommen hat?

Er hat die Menschen, die ihr Ego und ihren Stolz auf der Straße benutzen, verstanden. Rav hat das Volk sehr gut verstanden. Er war ihm selber sehr nah. Damals war alles etwas anders wie heute, man muss es erwähnen, dass es fast bis zu den 90-ger Jahren, wo Rav noch lebte, und es noch keinen Umschwung in Russland gab. In Europa und USA und in der ganzen Welt war alles anders. Israel war auch ein anderes Land, nicht so wie heute. Die ganze Welt war ein bisschen anders.

Nach Rav’s Tod habe ich gespürt, dass in der Welt sehr große Veränderungen geschehen. Und wirklich, innerhalb von ein paar Jahren ist der Egoismus explodiert. Es kamen die Terror Ausbrüche, in allen Ländern kam es zu großen Veränderungen, die bis jetzt andauern. Die Globalisierung hat begonnen sich zu offenbaren, die Ökologie hat angefangen uns zu interessieren. Die Weltkrise kam näher.

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