Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Liebe'

Wer bist Du, Volk Israel?

 
 
Der Artikel “Wer bist Du, Volk Israel?” in der New York Times vom 20. September 2014
Wer bist Du, Volk Israel?  Von Michael Laitman

Schon immer und stets von Neuem werden wir unter Druck gesetzt und terrorisiert, bis uns schließlich ein Gefühl von Hilflosigkeit und Sinnlosigkeit befällt. Als Jude frage ich mich, was der Zweck dieses unerbittlichen Leids sein mag, das wir Juden durchleben müssen. Einige von uns glauben, dass sich die Grausamkeiten des Zweiten Weltkriegs nicht widerholen könnten. Und dennoch sehen wir, wie leicht sich die Menschheit erneut zu einer ähnlichen Geisteshaltung verführen lässt, wie sie dem Holocaust voranging. Man hört immer mehr und das nicht mehr nur unter vorgehaltener Hand “Hitler hatte Recht”.
Doch es gibt Hoffnung. Wir können das Steuer noch herumreißen und alles, was dazu nötig ist, ist, dass wir uns des größeren Zusammenhanges bewusst werden.

Wo wir heute stehen

Die Menschheit befindet sich an einem entscheidenden Scheideweg. Einerseits sind wir in unserem Überleben durch die Globalisierung alle voneinander abhängig, andererseits ist uns dieser Zustand zutiefst verhasst, denn wir wollen frei und selbstbestimmt leben. Es ist eine unhaltbare Situation mit hochexplosivem Potential! Wir müssen uns entscheiden, welche Richtung wir einschlagen. Um die richtige Entscheidung zu treffen und auch zu verstehen, wie wir Juden in dieses Dilemma kamen, müssen wir einen Blick zurück werfen.
Das Volk Israel entstand bekanntermaßen im alten Babylon, das sich vor 4000 Jahren zwischen dem heutigen Iran und Irak befand. Eine aufstrebende Zivilisation lebte in diesem sehr fruchtbaren und weiten Land; die Menschen dort fühlten sich alle miteinander verbunden und teilten dasselbe Schicksal. In den Worten der Tora: „Alle Menschen hatten die gleiche Sprache und gebrauchten die gleichen Worte.“ (Genesis, 11:1).
Doch genauso wie ihre Verbindung enger wurde, wuchs auch ihr Ego. Sie fingen an, einander auszubeuten und zu hassen. Sie fühlten sich also gleichzeitig verbunden und wegen ihres wachsenden Egos auch voneinander getrennt und entfremdet. Die Babylonier fühlten sich in die Zange genommen und suchten in ihrer Not verzweifelt nach einer Lösung.

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Das Ego und die Liebe

Frage: Kann das Genießen der Spiritualität egoistisch sein?

Antwort: Natürlich. Spiritualität bedeutet Geben und Liebe. Ich bin dazu bereit, dich zu lieben und dir zu geben, wenn es mir dabei gut geht! Und wenn nicht, wozu soll ich dich dann lieben?! Das nennt sich Klipa, das ist keine Spiritualität, sondern Materialität.

So zu lieben ist jeder von uns in der Lage: ich liebe meine Kinder, weil das meine sind. Doch wenn das nicht meine Kinder sind, habe ich keinen Bezug zu ihnen. Ich kann jemanden lieben, von dem mein Wohl abhängt, andernfalls brauche ich ihn nicht.

Mit anderen Worten: ich bringe mich ein und liebe, weil ich daraus einen persönlichen Nutzen ziehe. Es ist jedoch kein Geben und keine Liebe, sondern Ausnutzung des Nächsten.

Das Geben und die Liebe, von denen in der Wissenschaft der Kabbala die Rede ist, hat nichts mit dem Empfangen für sich selbst zu tun. Ich liebe diesen Menschen, damit es ihm gut geht – das war es. Das ist mehr als die Liebe zu unseren Kindern, denn sie werden von uns instinktiv geliebt. [Rest des Beitrags lesen →]

Neues Leben #1105 – Leben im Netz

Neues Leben #1105 – Leben im Netz

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Tal Mandelbaum ben Moshe

 

Im idealen Netzwerk sind alle einbezogen und unsere guten Beziehungen schaffen einen Ball der Liebe, aber das menschliche Ego widersetzt sich diesem. Die Kluft zwischen unserer natürlichen Verbindung und der egoistischen Einstellung bestimmt unser Schicksal. Spirituelles Wachstum entsteht, wenn wir unsere Einstellung durch ein Mittel namens Seele korrigieren und das Netzwerk positiv beeinflussen. Der Höhepunkt der Entwicklung ist es, das gesamte Netz zu erfassen und die Ebene Gottes zu erreichen.

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Aus KabTVs „New Life # 1105 – Leben im Netz“, 19.03.19

Blitz – Antworten eines Kabbalisten, 18.11.2018

Frage: Offenbart sich der Schöpfer im Feld der guten Gefühle? Oder ist der Schöpfer selbst ein gutes Gefühl?

Antwort: Der Schöpfer ist alles, alles was in allen Welten, im gesamten Universum in mir ist. Er bestimmt alles außer deiner Willensfreiheit – ein kleiner Parameter, den du selbst definierst.

Frage: Ist der Weg des Leidens das Verlangen des Schöpfers?

Antwort: Das Verlangen des Schöpfers ist das Erreichen der mittleren Linie – Ihm absolut ähnlich zu werden, da sein Zustand am vollkommensten ist.

Frage: Beim Verstoß gegen welche Gesetze in der Spiritualität wird ein Mensch unvermeidlich leiden?

Antwort: Indem er die Gesetze der Verbindung in einer Gruppe verletzt.

Frage: Wenn ein Mensch zur Ewigkeit und Vollkommenheit gelangt ist, hat er dann einen Punkt erreicht, an dem es nicht nötig ist Schmerz und Leid zu empfinden?

Antwort: Ja

Frage: Ich versuche mir ständig vorzustellen, dass alles vom Schöpfer kommt, er gut zu mir ist und ich seine liebevolle Gegenwart spüren möchte. Ich spüre dann die Dankbarkeit und freue mich in der Gruppe mitzumachen. Ist der Wunsch, die Güte des Schöpfers zu spüren egoistisch?

Antwort: Nein, es ist das Richtige. Der Mensch soll nach guten Gefühlen streben.

Frage: Wir hatten eine gute und liebevolle Beziehung in unserer Familie. Meinem Ehemann wurde viel Geld angeboten und er änderte sofort den Weg. Seine Aggressionen wurden auf die Familie, die Kinder übertragen. Ich möchte den Weg der Liebe, der Selbstentwicklung fortsetzen, aber mein Mann hört mich nicht mehr. Muss ich in diesem Fall Geduld aufbringen und warten, oder klar und deutlich meinen eigenen Weg gehen?

Antwort: Ich glaube, dass man hier nichts machen kann. Sie müssen ihrem Ehemann die Möglichkeit geben, seinen gewählten Weg zu folgen. Die Hauptsache ist, dass er an sie und an die Kinder denkt und sie ihre spirituelle Entwicklung fortsetzen können.

Frage: Der Mensch möchte lediglich genießen, sogar in der Gruppe. Das ist seine Natur. Das ist doch keine Korrektur?

Antwort: Nein, das ist keine Korrektur. Die Gruppe ist nötig, um sich über sich selbst zu erheben. Durch die Fürsorge der Gruppe, durch die Verbindung mit ihnen kommt man zu der Verbindung mit dem Schöpfer.

Frage: Ist jeder Mensch in der Lage, die Bitterkeit in Süße zu verwandeln und den Weg der Beschleunigung (Achishena) zu gehen?

Antwort: Ja, in dieser Zeit, in diesem Leben kann jeder Mensch die Bitterkeit in Süße verwandeln und das Ziel der Schöpfung erreichen. Es ist egal, in welchem Alter er ist. Indem man versucht, weniger Fehler zu machen, geht man dem Ziel entgegen.

Frage: Vermischen sich unsere Welt und die höhere Welt oder bleiben sie getrennt?

Antwort: Nein, sie vermischen sich nicht.

Frage: Wenn der Mensch in der Gruppe leidet, bedeutet das, dass man sich nicht auf dem Weg der Kabbala befindet?

Antwort: Dies bedeutet, dass er noch nicht in der Lage ist, seine Leiden umzukehren, um den spirituellen Aufstieg zu unterstützen.

Frage: Ist der Schöpfer unser gemeinsamer Traum?

Antwort: Der Schöpfer ist das, was wir sind. Das heißt, indem wir ihn offenbaren, nehmen wir das als die Summe all unserer Eindrücke und Wünsche wahr.

Frage: Wie verstehe ich, dass ich den Weg der Kabbala gewählt habe und nicht den Weg des Leidens?

Antwort: Es kommt darauf an, wie sehr sie sich zusammen mit der Gruppe, den Freunden zur spirituellen Stufe bewegen.

Aus dem Unterricht 18.11.2018

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Warum wenden wir uns an den Schöpfer?

Frage: Ich muss niemanden um etwas bitten, wenn ich die Kraft der Elektrizität oder der Schwerkraft benutze. Warum muss ich eine spirituelle Bitte erfüllen, um mit der höchsten Kraft der Natur zu interagieren?

Antwort: Im Rahmen der unbelebten, pflanzlichen oder tierischen Natur (unsere irdische Existenz gehört zu den Tieren), befinden wir uns in einem klaren materiellen Zustand.

Wir haben hier nichts zu verlangen. Wir müssen nur wissen wie wir uns durch die materielle Natur navigieren, ihre Gesetze studieren, nutzen und  auf irgendeine Weise umsetzen können.

Wenn wir uns auf die nächste Stufe der Spiritualität erheben wollen, treten wir dort in eine ganz andere Beziehung ein – die Beziehung mit dem Schöpfer. Deshalb sind wir immer an ihn gebunden. Er wendet sich an uns, wir wenden uns an Ihn.

Wenn wir uns bekehren, wie Er werden wollen, erschaffen wir ein Bild von uns selbst als Schöpfer, das „unsere Seele“ genannt wird.

Aus dem Unterricht 16.12.2018

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Die Bedingung um den Schöpfer zu verstehen

 Frage: Wenn der Schöpfer als Quelle der Leiden empfunden wird, ist es schwer nach Ihm zu streben.  Wird es als Egoismus angesehen, wenn man zu fühlen versucht, dass Er gut ist und Gutes tut?

 

Antwort: Wir müssen das lösen. Durch die Zustände, die wir in der Gruppe schaffen möchten, legen wir den Grundstein zu Seiner Offenbarung.

In dem Maße, in dem wir die Eigenschaft der Liebe und des Gebens, der Verbindung über unserem Ego erlangen, erschaffen wir die Bedingungen, d.h. das Kli (Gefäß), in welchem wir den Schöpfer begreifen.

Der Schöpfer enthüllt sich in dem von uns aufgebauten Kli, in dem Maß unserer Ähnlichkeit mit seiner Eigenschaft der Liebe und des Gebens.

 

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Kleidung ist der innere Ausdruck eines Menschen

Und mache heilige Kleider für deinen Bruder Aaron, damit man ihn ehrt und seine Pracht bewundern kann [Tora, „Exodus“, „Tezave“, 28:2].

Das Gewand (hebräisch „levusch“) symbolisiert die Korrekturen, die an den Verlangen des Menschen vorgenommen werden sollten. Wenn ich egoistische Wünsche habe, von den Größten, Ausgeprägten, den Stärksten bis zu den Schwächsten, dann sollten sie alle in die Gewänder verkleidet werden, das bedeutet sie in die Absicht um des Nächsten willen, um des Schöpfers willen, einzukleiden.

Je heller, aggressiver und ernster das Verlangen ist, desto größere Korrekturen sollten dahingehend vorgenommen werden. Das heißt: „wunderschöne Kleidung“. Deshalb ist das unkorrigierte Verlangen „Aaron“ das Schlimmste.

Es heißt: „Wenn Israel fällt, fällt es unter alle Völker der Welt, und wenn es aufsteigt, steigt es zum Himmel auf.“ Denn mit großem egoistischem Verlangen, in ihrer korrigierten Form, kann man alles bis zur Stufe des Schöpfers tun. Und dann wird jeder ihre Pracht bewundern, denn diese Korrekturen, die jeder vornehmen sollte, sind nicht mit dem gewöhnlichen Volk vergleichbar, das heißt mit dem gewöhnlichen Verlangen innerhalb eines Menschen.

So sind Moshe und dann Aaron und seine Kinder, dann der Rest der Priester: die egoistischsten, die hellsten, die ekelhaftesten Verlangen im Menschen und in der Welt, wenn sie nicht korrigiert sind. Deshalb sehen wir die Einstellung der Menschheit  zu den Juden. Und im korrigierten Zustand wird es das Gegenteil sein.
Das ist die Grundhaltung der Völker der Welt gegenüber den Juden. Die Völker der Welt warten darauf, dass die Juden „Gewänder“ erwerben, sich erheben und mit all ihren besonderen Eigenschaften „für das Geben“ zuarbeiten, beginnen.

Deshalb sind Aarons Bekleidungen kein einfacher Begriff. Worin besteht im Prinzip der Unterschied zwischen den Menschen in unserer Welt? – Die Kleidung. Es kann Kleidung, Haus und das, was einen Menschen umgibt, sein – alles, was sein Niveau, seinen Zustand, seinen Aufstieg über andere betont oder umgekehrt. Das heißt, es ist ein Ausdruck des Status einer Person.

Frage: Bedeutet das, dass die moderne Mode ihre stärksten spirituellen Wurzeln hat?

Antwort: Natürlich, denn es kommt von der gleichen Natur. Egoismus nutzt dieses Mittel für seine Hervorhebung.
In der spirituellen Welt betont das Kleidungsstück das Maß deiner inneren Erhebung über die Welt, das Maß der Hingabe, Liebe und Selbstaufhebung. So sehr du dich auch selbst herabgesetzt hast, so sehr hast du dich auch erhoben. Und in unserer Welt, im Gegenteil, wie sehr du dich selbst aufbaust, indem du dich vor einem Spiegel wie ein Affe verziert hast.

Dies wird so lange andauern, bis wir erkennen, dass die Kleidungsstücke der innere Ausdruck eines Menschen sind. Schließlich ist die Tatsache, dass wir modische Kleidung tragen, keine Korrektur, sondern im Gegenteil eine Verzerrung.
Nach dem Sündenfall sagte der Schöpfer Adam, dass er Kleidung brauche, das heißt die Korrektur des Egoismus, die ihm helfen würde, sich selbst zu überwinden und zur Liebe zu kommen.
Die Tora sagt, dass der Schöpfer selbst Kleider für die Menschen genäht hat, das heißt ihnen das höhere Licht gegeben hat, dank dem das reflektierte Licht, die Absicht zu geben, den Egoismus verkleiden würde.

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Die Summe der Empfindungen aller Seelen

Ich glaube, dass ich etwas empfinde, doch in Wirklichkeit gibt es keine persönliche Empfindung.

Jede Empfindung ist die Summe der Empfindungen aller Seelen, der gesamten Unendlichkeit. Genau das wird als spirituelles Gefäß bezeichnet.

Das spirituelle Gefäß gehört nicht mir persönlich, es ist das, was wir zwischen uns enthüllen. Und das, was ich in mir selbst enthülle, wird als tierische Stufe bezeichnet, und darüber wird in der Kabbala nicht gesprochen.

Jeder von uns ist ein Tier. Doch die Art, wie wir uns miteinander verbinden, bedeutet unsere spirituelle Verbindung. Im spirituellen Raum wird nur die Verbindung zwischen uns berücksichtigt.

Diese Verbindung ist zerbrochen, doch sie gehört der Spiritualität an. Darum können wir uns ein angenehmes tierisches Leben machen, doch es wird nichts mit der Spiritualität zu tun haben. Die Spiritualität beginnt mit der Klärung der Verbindung zwischen uns. Und zwar nicht einer beliebigen Verbindung, sondern der Verbindung mit dem Ziel, den Schöpfer zu enthüllen. Ich will den Schöpfer enthüllen und stelle deshalb fest, dass ich dafür andere Menschen brauche, denn von der Nächstenliebe gelangt man zur Liebe zum Schöpfer.

Allein dafür hat der Schöpfer unsere Seelen zerbrochen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „600 Tausend Seelen“ 

Kabbala Akademie

 

Kabbalisten über die Seele und die Gebote, Teil 4

Die gesamte Tora (zur Korrektur unseres Egoismus) wurde gegeben, um sich mit dem Schöpfer zu verbinden. Alle Gebote (248 Gebote ) sind zur Verschmelzung mit dem Schöpfer bestimmt. Und alle Verbote (365 Verbote) sprechen das an, was uns vom Schöpfer trennt.
(Das Buch „Awodat Israel“, „Pirkej аwot“, Abschnitt 3)

Es steht geschrieben: (Tora, Schemot, 27:20): „Du sollst befehlen …“. „Befehlen“ (tezawe) stammt vom Wort „Ganzheit“ (zawta). Wenn ihr euch verbindet, dann werdet ihr zum Kopf, und in euch wird das Licht des Verstandes offenbart. (Das Buch „Pninej Paam“)

 

Kabbala Akademie

 

Die Kabbalisten über die Seele und die Gebote, Teil 1

Keter umgibt oben den Kopf rundherum – und sein Namen „Keter“ stammt von den Wörtern der Kreis (Igul) und die Kreislinie (Siwuw). Keter beinhaltet alle 613 Teile (Wünsche) eines Parzufs (einer Seele): 248 Organe (GE) und 365 Sehnen (ACHaP), deren Korrektur das Gebot heißt. Insgesamt gibt es also 613 Gebote (Korrekturen).

Es gibt auch 7 Gebote „de-Rabanan“ die vom Wort „groß“ stammen und die höchste Stufe bezeichnen. Demzufolge sind 613 Gebote die Organe (Teile) des Parzufs mit allen Details, die für die Korrektur und die Offenbarung der Welten notwendig sind, und 7 Gebote sind die Kränze, die in der Tora verborgen sind.

Insgesamt 620 Wünsche, 620 Buchstaben aus den 10 Aussagen (Hauptgebote), entsprechend 620 Geboten ( welche 10 Gebote kommentieren), die von Israel am Berg Sinaj geerbt wurden. (I.Chawer. Das Buch „Pitchej Schaarim“, Abschnitt „Netiv Gadlut de-S“A, Punkt 3)

 

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