Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Über die Angst vor dem Tod

Was kann man einem Menschen sagen, der weiß, dass seine Krankheit unheilbar ist und seine Tage gezählt sind, und daher leidet er unter der Angst vor dem Tod?

Zunächst einmal muss man daran denken, dass alles vom Schöpfer kommt, um das Endziel zu erreichen. Und was das Endziel betrifft, so ist klar, dass jeder von uns schließlich Abschied von diesem materiellen Leben nehmen wird, von dieser niedrigsten und schwersten, düstersten Welt.

Das Wichtigste ist also, dass man versucht, so oft wie möglich mit dem Ziel verbunden zu sein. Es gibt keinen Grund, sich zu fürchten, denn jeder spürt irgendwann, dass dieses materielle Leben zu Ende geht und man sich fester an das nächste, das spirituelle Leben binden muss.

Aus der Morgenlektion nach dem Buch Shamati, Artikel 104, 21.12.2021

Kabbalistisches Haiku „Was tun mit den hinterlistigen Gedanken?“

Bemerkung: Es gibt ein solches Haiku von Ihnen: „Hinterlistige Gedanken haben sich in das Gehirn geschlichen, um zu sehen, was sie in die Finger bekommen können; ganz leise…“

Was meinen Sie damit? Was sind das für Gedanken, die in meinem Gehirn auftauchen, um zu sehen welchen Vorteil sie haben können, und trotzdem so leise sind?

Antwort: Ja, das fühle ich manchmal auch. Spüren sie nicht, dass etwas in ihnen zu entstehen beginnt – gewisse Gedanken, die in ihnen nach etwas suchen, aus dem sie einen Vorteil ziehen können, etwas das für sie spannend ist und an dem sie sich gütlich tun können?

Frage: Können Sie ein Beispiel geben? Welche Gedanken keimen in mir auf, um sich an mir gütlich zu tun?

Antwort: Wir haben viele solcher Gedanken in unserer spirituellen Arbeit! Es sind Gedanken gegen meine Freunde. Ich lebe ganz normal, und plötzlich tauchen solche Gedanken auf.

Frage: Habe ich etwas, von dem sie sich „ernähren“ können?

Antwort: Ja! Das hat jeder in sich! In mir entstehen auch solche Gedanken und finden ein großes Betätigungsfeld.

Frage: Entstehen bei gewöhnlichen Menschen auch diese Hassgedanken gegen andere?

Antwort: Ja, es ist unser großer egoistischer Wunsch. Er kann leicht erregt werden und ist sehr leicht auf andere zu übertragen und wirkt dort.

Frage: Gehört meine Kritik und mein Hass gegen andere zu diesen Gedanken, die in mir einen Boden gefunden haben und Wurzeln schlagen?

Antwort: Genau.

Frage: Wie kann ich sie davon abhalten, in mir Wurzeln zu schlagen?

Antwort: Sie müssen sie als ihre Feinde betrachten. Installieren sie in sich ein Gefühl der Ablehnung gegenüber dieser Empfindungen, so dass sie Angst davor bekommen, dass sie in ihnen auftauchen.

Frage: All diese Auseinandersetzungen, all dieser Hass sind Gedanken, die in uns auf fruchtbaren Boden fallen?

Antwort: Natürlich! Sie kommen in Form eines Embryos, wir nähren sie in uns und ziehen sie groß. Dann beginnen sie aufzuflammen und verbrennen alles in uns!

Frage: Wie kann man verhindern, dass sie kommen und reifen?

Antwort: Zerstöre jede schlechte Meinung, jeden Gedanken, jedes Verlangen, jeden egoistischen Impuls zu anderen. Dann wird es nichts geben, worauf sie fallen und aufgehen können.

Aus dem Fernsehprogramm „Nachrichten mit Michael Laitman“, 29.07.2021

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Werden wir unsere Individualität behalten?

Frage: Werden wir unsere Individualität behalten, wenn wir uns untereinander annullieren?

Antwort: Wir behalten nichts. Ich möchte einfach dem Schöpfer ähneln. Was auch immer sich dabei in mir verändert, macht keinen Unterschied. Das ist das einzige, was ich anstrebe.

Frage: Dabei verliert der Mensch aber seine Individualität.

Antwort: Ja: Wir haben keine Individualität. Welche Individualität steckt in mir? In welcher Hinsicht bin ich was besonderes? In den Enthüllungen meines Egos?! Daran gibt es nichts Besonderes.

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Aus der Sendung „Grundlagen der Kabbala“ 15.09.2019

Die Frau – des Schöpfers einzige Schöpfung


laitmanEine Frage, die ich erhalten habe:

Warum stellen sie die Verlangen weiblich dar? Warum sagen sie zum Beispiel „Ratzonot Egoistijot“ (das ist die weibliche Form im Hebräischen für „egoistische Verlangen“)? Wo doch jeder weiß, dass „Verlangen“ (Ratzon) im Hebräischen männlich ist.

Meine Antwort: Obwohl “Verlangen” (Ratzon) grammatikalisch gesehen männlich ist, ist es in seiner Funktion und Ausübung weiblich. Im Hebräischen bezeichnet Nukva (weiblich) ein Gefäß, dass mit Licht gefüllt wird und Sachar (männlich) ist das, was dieses Gefäß füllt. Dieser Vorgang der Füllung wird Siwug (Vereinigung) genannt.

Unsere Welt ist der Punkt des spirituellen Aufstiegs


Die Welt, in der wir leben, wird durch das sukzessive Herabsteigen der Höchsten Welt gebildet, die sich fortwährend einschränkt und den aller letzten Punkt erreicht, der „unsere Welt“ genannt wird. Und dies ist der beste Zustand für den spirituellen Aufstieg.

Im Aufsteigen vergessen wir diesen früheren Zustand nicht, sondern wir beginnen ihn neu zu begreifen, zu fühlen, zu billigen, zu rechtfertigen. Wir sehen, dass wir es dieser niedrigsten und der am weitesten von der Vollkommenheit entfernten Welt verdanken, dass wir die Vollkommenheit, zu der wir aufsteigen, wertschätzen.

 Dabei erweitern wir unser Verständnis, enthüllen die spirituelle Welt mehr und mehr, und fangen an zu begreifen, dass wir uns gezwungenermaßen in einem Zustand befinden, der nur für uns erschaffen wurde, und zwar nicht im Sinne einer Strafe, sondern als absoluter Gegensatz zur Vollkommenheit. Und dieses Delta, der Unterschied zwischen den beiden Welten gibt uns die Fähigkeit, uns bewusst zu machen, wie vollkommen die Höchste Welt ist.

Wenn also ein Mensch unserer Welt gegenüber die richtige Einstellung als dem Punkt des spirituellen Aufstiegs findet, hört er auf, sie zu kritisieren, jetzt versteht er sie zu nutzen, er wertschätzt und erhebt sie.  Diese Welt ist für ihn tatsächlich der Ursprung von allem Guten. 

Frage: Geschieht das nur auf der Ebene des Bewusstseins, nicht auf der Ebene der Empfindung?

Antwort: Je nachdem, wie man es versteht.. Wenn ich zum Beispiel krank bin, und vom Arzt eine Spritze bekomm ist es schmerzhaft und unangenehm.   Ich nehme sie dennoch dankbar an, bezahle ihn gern dafür, denn ich weiß, dass die Wirkung gut ist. Daher ist der Arzt als Vermittler in meinen Augen gewünscht und sein Tun berechtigt. 

Man muss das Endergebnis sehen, es ins Auge fassen. Und genau das gibt uns die Kabbala. Dadurch erleben wir diese ganze Welt als von uns notwendig erwünscht und richtig. Du weißt, wie du sie nutzen kannst, um Vollkommenheit auf der Grundlage des gegensätzlichen Zustands zu erreichen.

Frage: Wollen wir in diesem Zusammenhang unsere Welt irgendwie zu verbessern?

Antwort: Nein. Es ist nur notwendig, selbst spirituell aufzusteigen. Es ist unnötig, die Welt zu verändern. Ständig versuchen wir, die Welt zu verbessern, aber die Folge ist nur, dass alles noch schlimmer wird, denn wir selbst müssen uns ändern, und nicht die Welt.

Aus der Fernsehsendung „Die Macht des Buches Sohar“ Nr.20

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Demokratie oder Dynastie?


Anmerkung: Sie betonen immer wieder: Es ist gut, einen König in einem Staat zu haben.

Antwort: Das ist besser als die sogenannten demokratischen Regierungen, die wir heute in verschiedenen Ländern sehen.

Die Menschen denken, dass Demokratie etwas ist, wo sie sich versammeln, schreien, kritisieren und den Anschein eines ideologischen Kampfes oder einer Gegenströmung erwecken können. Gleichzeitig sind sie angeblich dabei, die Wahrheit herauszufinden.

Frage: Es heißt: „Die Wahrheit wird in der Diskussion geboren“. Sind Sie damit nicht einverstanden?

Antwort: Die Wahrheit kann nicht dort geboren werden, wo sich alle gegenseitig anschreien.

Die Wahrheit wird dort geboren, wo es eine Familie gibt, die seit Jahrhunderten an der Macht ist und so nach und nach sich selbst, ihre Kinder, Enkel, den adeligen Stand und alle anderen erzieht. Dann entwickeln sie ganz andere Kriterien. Sie streiten sich nicht darum, wer welche Position besser verkaufen kann. Es liegt alles in ihren Händen. Und so ist die herrschende Familie alles. 

Natürlich können sie getötet oder gestürzt werden, was in der Geschichte schon oft geschehen ist. Aber im Großen und Ganzen gibt es in unserer Welt keine andere Regierungsform als die dynastische Form: das Königreich, die Monarchie.

Das Volk  ist mit einem solchen Herrscher zufrieden – er ist der König. Er ist alles! Wenn ich ihn ansehe, brauche ich niemanden sonst, noch irgendetwas anderes. Und wenn jemand aufspringt und sagt: „Ich, ich, ich!“, dann gibt`s kein Volk, keinen Herrscher und alle sitzen auf einem Pulverfass.

Aus der Fernsehsendung „Die Geheimnisse des Ewigen Buches“, 26.07.2021

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Das Mahl hat die Bedeutung, die Höchste Fülle vom Schöpfer zu empfangen


Frage: Was ist die spirituelle Wurzel des Mahls?

Antwort: Das Mahl ist eine erhabene Handlung. Schon die Tatsache, dass Tiere gemeinsam weiden, zeugt von ihrer Nähe, vom Vertrauen zueinander.

Das gilt erst recht für Menschen, die viel schlauer sind, entfernt voneinander leben und sich der Bedeutung bewusst sind. Wenn ein Mensch den anderen zum gemeinsam Mahl einlädt und sie sich dazu an einen Tisch setzen, weist dies auf die Absicht hin, einander näher zu kommen, zumindest vorübergehend.  

Für alle Völker, in allen Kulturen bedeutet eine gemeinsame Mahlzeit eine Art Zusammenschluss von Menschen, zweien, dreien, bis zu Tausenden, es ist nicht so wichtig, wie vielen. 

Aus kabbalistischen Schriften wissen wir, dass ein Mahl immer dann vorbereitet wird, wenn es um Annäherung und Verbindung geht, sei es etwas Freudiges oder etwas Feierliches, Bedeutendes.

In der Kabbala verkörpert das Mahl, dass man vom Schöpfer die Höchste Fülle empfängt. Denn Er ist die Quelle allen Lebens und an Ihn wendet man sich immer, bei jedem Essen.

Deshalb bereiten wir immer dann ein Mahl vor, wenn wir Freude haben, oder auch, wenn es unser Wunsch ist, einen besonderen Zustand zu würdigen.

Üblicherweise symbolisiert ein Mahl etwas lebhaftes, angenehmes, zum Beispiel ein Mahl zu Ehren der Geburt eines Kindes, zu seinem dreizehnten Geburtstag, zur Verlobung, zur Hochzeit und so weiter.

Im allgemeinen begleiten uns solche Mahlzeiten in den guten Phasen. Aber auch wenn ein Mensch stirbt, veranstalten seine Angehörigen ein Mahl. Dieses Mahl ist dann eher würdevoll und feierlich, denn es besteht die Notwendigkeit, den Verstorbenen zu ehren, ihm Tribut zu leisten.

Aus der TV-Sendung „Spirituelle Zustände“,

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Warum wir die Natur als Schöpfer bezeichnen


Frage: In Ihrem Werk „Die Grundlagen der Kabbala“ wird die Methode, mit deren Hilfe ein Mensch dem Schöpfer näher kommen kann, sehr ausführlich beschrieben.

Aber viele Manager, die Führungskräfte der heutigen Zeit, sind nicht vertraut mit dem Begriff des Schöpfers und den Einfluss des Spirituellen auf unsere Wirklichkeit. Kann denn überhaupt eine grundsätzliche Veränderung der Herangehensweise erwartet werden?

Antwort: Mein Vorschlag ist, den Begriff Schöpfer nicht zu verwenden. Nennen wir es Natur, das ist dasselbe. Die Höhere Lenkung bezeichnen wir als den Schöpfer, denn die Natur ist nicht seelenlos, weil es ein Ziel, eine Absicht, gibt. Und das bezeichnen wir als „die Höhere Kraft, den Schöpfer.“ Denn der Schöpfer hat ein Vorhaben, ein Programm, das sehr genau umgesetzt wird.  Alles andere kann man einfach „Natur“ nennen. Eine riesige, perfekte Natur, die jeden ihrer Bestandteile kontrolliert und ihnen Anstöße gibt, ihre Vollkommenheit zu offenbaren.

Daher können wir die Begriffe „Schöpfer“ und „Kabbala“ auch weglassen, indem wir alles mithilfe absolut klarer technischer und wissenschaftlicher Begriffe darlegen. 

Ich wäre darüber sehr froh, denn ich bin kein religiöser Mensch. Die Kabbala hat nichts mit Religion oder Judaismus zu tun, sondern spricht von der Natur. Sehr viele Kabbalisten gehörten den Völkern der Welt an.

Im Unterschied zur Wissenschaft geht man in der Kabbala an die Natur so heran, dass sie eine Absicht, ein Ziel besitzt. Und es sind Kräfte vorhanden, diese Absicht zu verwirklichen. Deshalb bezeichnen wir die Natur als Schöpfer.

Von einer Videokonferenz über „die Wissenschaft des Managements“ 

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Wofür war es nötig Zuhause zu bleiben?


Anmerkung: Vor kurzem sah ich im Internet das Foto eines Rezepts, das vom Arzt für eine ältere Frau ausgestellt wurde. 

Seit einem Jahr hält sie, wie vorgeschrieben, zwei Meter Abstand, selbst zu ihren Familienmitgliedern, wie es vorgeschrieben war. Sie ließ sich alle Impfungen geben, auch danach hielt sie sich an die Abstandsregeln. Sie blieb sogar auf Distanz zu ihrer geliebten Enkelin, die seit ihrer Geburt krank war, und die sie gepflegt und aufgezogen hatte. Es war sehr schwer für sie, doch sie hatte mehr Angst um ihre Liebsten, nicht um sich selbst.

Diese Frau erkrankte schwer, man fing schon an, Abschied zu nehmen. Die Medikamente waren unwirksam, nichts half, und dann schrieb der verzweifelte Arzt auf sein Rezept: „Du darfst deine Enkelin umarmen“. Sie umarmte ihre Enkelin und begann sich zu erholen.

Antwort: Natürlich, wenn ein Mensch auf derart mächtige Empfindungen verzichtet, kann er nicht leben. Mit solchen Beziehungen zu anderen kann man sich selbst umbringen.

Frage: Was ist eine Umarmung, welche belebende Wirkung geht von ihr aus?

Antwort: Darin liegt eine große Kraft. Wenn man einen Menschen, oder auch ein Tier, hindert, Liebe zu spüren, dreht es sein Leben um, das weiß man lange schon von den Tieren, sie nehmen es sehr deutlich wahr. Da kann man nichts machen, wir müssen einander lieben. 

Anmerkung: Diese Frau konnte mit ihrer Enkelin reden, aber auf Distanz, für sie war das einfach nicht genug. Sie brauchte diesen körperlichen Kontakt, ihre Enkelin umarmen können.

Antwort: Ja, natürlich. Sonst nichts.

Frage: Man hat uns jetzt auf diese Weise voneinander getrennt, und ein anderes Mal, vielleicht ganz plötzlich, führt man uns zusammen. Dann werden wir doch noch erfahren, was Liebe ist. Dann werden wir verstehen, dass es kein Leben ist, wenn man uns das vorenthält. Vielleicht wurden wir genau dafür voneinander getrennt, damit wir auf andere Weise an eine Umarmung herangehen.

Antwort: Ja, das stimmt. Diese Distanz wurde absichtlich geschaffen, damit wir uns wirklich zueinander hingezogen fühlen.

Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“,

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Eine Lilie unter Dornen


Der Sohar, „Ki Tissa [Wenn du nimmst]“, Punkt 31: „So wie eine Lilie unter Dornen, so ist meine Liebe“. Der Schöpfer wünschte Israel dem ähnlich zu machen, was oben ist, damit es nur eine Lilie auf der Erde geben würde , die wie die Lilie oben ist, Malchut. Die duftende Lilie, besser als alle anderen Lilien der Welt, ist nur diejenige, die unter Dornen aufgewachsen ist. Diese Eine duftet, wie sie sollte.
Dornen werden einem Menschen in dem Maße enthüllt, in dem er fähig ist, sie zu überwinden. Wenn er alle Triebe, alle gegenwärtigen Kräfte, die zwischen ihm und seiner Umgebung arbeiten, in der richtigen Weise bereitstellt, wenn er kontinuierlich die Wichtigkeit des Schöpfers, die Einheit und ‘Liebe deinen Nächsten wie dich selbst‘ über alles, was an in ihm in seinen Gedanken und Verlangen erscheint, erwecken und erheben kann, dann macht er die korrekte Analyse und „macht die Zähne“ des bösen Triebes „stumpf“.

Rabash schreibt: „Wenn du dem Egoismus antwortest, ‘mach seine Zähne stumpf'“. Das bedeutet, dass man nicht mit ihm argumentieren, sondern ihn mit Kraft überwinden soll. Ich enthülle die Umgebung, die zwischen mir und den anderen liegt auf egoistische Weise, suche nach einer Möglichkeit meine Verbindung mit ihr zu benutzen, um möglichst viel aus ihr zu bekommen.

Indem ich aus einer materiellen Perspektive auf die Wirklichkeit schaue, sehe ich alles außerhalb von mir, anstatt in meinem Innern. Ich denke nicht, dass ich derjenige bin, der für die Distanz, den Hass und die Ablehnung verantwortlich ist, die enthüllt werden. Das alles erscheint mir außerhalb und nicht als ich selbst. Ich denke nicht, dass dies meine Kelim, meine Wahrnehmung der Wirklichkeit, meine Sichtweise, oder die Enthüllung der Höheren Wirklichkeit in mir sind.

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Darum muss ich mir selbst immer wieder „in die Zähne schlagen“, um meine Einstellung zu dem Bild zu korrigieren, das vor meinen Augen dargestellt wird. In diesem Bild bin ich von meinem Nächsten durch eine Distanz getrennt, die mir nicht als meine eigenen verdorbenen Verlangen (Kelim) erscheinen. Wenn mir etwas fremd erscheint, muss ich es stattdessen ablehnen.

Aber ich handle umgekehrt: Ich mache die Kraft dieser Illusion mit meiner Analyse stumpf, weil ich verstehe, dass alles, was sich mir enthüllt, ich selbst bin. Und ich korrigiere meine Seele nicht, es sei denn, ich schreibe die gesamte Welt, die ganze Wirklichkeit, alle Menschen, alle Seelen und alle Ebenen im Allgemeinen – die unbelebten, pflanzlichen, tierischen Stufen, mir zu. Ich muss sie alle als einen von mir untrennbaren Teil behandeln.

Dann erkenne ich, dass die Wahrnehmung der Wirklichkeit, Liebe zu den Geschöpfen und die Enthüllung des Schöpfers, in den gleichen Gedanken und Verlangen liegen, die meine Einstellung zum Nächsten, zu dem, was außerhalb ist, bestimmen. In der Wirklichkeit gibt es nichts jenseits vom Verlangen. Und wenn ich spüre, dass dieses Verlangen aus mir zu anderen geht, muss ich ihm sofort „in die Zähne schlagen“. Auf diese Weise wandle ich es in ein Verbindungsglied zwischen mir und meinem anderen Teil um. Der Nächste wird zu einem Teil von mir und der Schöpfer wird mir gehören. Auf diese Weise werde ich die gesamte Wirklichkeit in mir einschließen und dadurch wird das Zerbrechen korrigiert.

Dann werde ich beginnen, an dem gleichen Ort, in den gleichen Verlangen und Gedanken, die zwischen mir und dem Nächsten standen, die Gegenwart des Lichtes, die Eigenschaft des Gebens und der Liebe, spüren.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes,  Die Schriften von Rabash

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