Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Schawuot – der Feiertag, an dem man die Verbindung zum Schöpfer findet

Ein besonderer Feiertag steht bevor – Schawuot, der Feiertag der Übergabe der Tora. Es symbolisiert die Offenbarung der Tora in der Welt, d.h. die Verbindung zwischen dem Schöpfer und den Menschen.

Das geschah vor etwa dreieinhalbtausend Jahren in der Wüste am Berg Sinai. Solche Symbole gibt es auch in unserer Welt, denn jede spirituelle Wurzel ist verpflichtet, ihren materiellen Zweig zu berühren.

Dieser Feiertag ist von großer Bedeutung, weil der Mensch eine Verbindung mit einer höheren Kraft erhält. Sonst würden wir Tiere bleiben, die ziellos auf dem Planeten Erde existieren, der irgendwo im leblosen Kosmos dahintreibt.

Und jetzt können wir mit der Kraft in Kontakt treten, die das Universum, die Erdkugel und den Menschen erschuf und den ganzen Prozess der Evolution in Gang setzte. Wir können lernen, was hinter diesem Prozess steckt, welche Formen der Beziehung zwischen uns und der höheren Kraft bestehen.

Schawuot ist ein großartiger Feiertag, denn wir feiern das Finden einer Verbindung mit dem Schöpfer, die es uns ermöglicht, uns aus diesem Leben, aus seiner Ziel- und Sinnlosigkeit, über diese tierische Existenz zu erheben. Es gibt keinen bedeutenden Feiertag als die Gabe der Tora; alles beginnt mit ihr! Ohne sie wäre unser Leben vergeudet.
Wir würden gewönliche Tiere bleiben, geboren, um zu leben und zu sterben. Die Tora gibt uns die Möglichkeit, uns über unser Leben zu erheben, die Erkenntnis der höheren Kraft zu erlangen und in die Ewigkeit einzutreten, in die Vollkommenheit, in eine andere Dimension, die auf Geben und nicht auf Empfangen beruht.

Unsere Welt existiert einzig und allein im Egoismus, im Empfangen, und die spirituelle Welt existiert um des Gebens willen; deshalb ist sie ewig und vollkommen. Dank dieser Methode, die Tora genannt wird, haben wir die Möglichkeit, von der unteren Welt in die höhere aufzusteigen.

Deshalb feiern wir Schawuot, das nur wenige Symbole hat: weiße Kleidung und Milchspeisen sind Symbole des Gebens. Das sind die typischen Merkmale dieses Feiertages.

Der Geschichte zufolge wurde die Tora gegeben, nachdem das Volk Israel Ägypten verlassen hatte, d. h. nachdem es vor der egoistischen Absicht geflohen war und das Rote Meer (Yam Suf) durchquert hatte, was bedeutete, sich vom Egoismus zu lösen und die Wüste Sinai zu betreten, den Platz, an dem sich der Hass (Sinaa) zwischen altruistischen und egoistischen Verlangen offenbart.

Und dann steht der Mensch vor einem Berg von Zweifeln. Har (Berg) kommt von Hirhurim (Zweifel). Wie viele Einwände wir gegen das Verlangen zu geben haben, wird uns offenbart und wir müssen daran arbeiten. Deshalb schreien wir: „Wo sind denn die Mittel, die es uns ermöglichen, das Geben zu erreichen?

Dann bekommen wir eine Kraft von oben, die „das höhere Licht“, „Tora“, genannt wird, das heißt „Licht“ (Or), „Programm“, „ Methode“ (Ora’a). So beginnen wir, uns zielgerichtet zu entwickeln.

Bis jetzt korrigieren wir unseren Egoismus von Generation zu Generation, bis wir an das Ende der Korrektur kommen. All dies ist möglich dank der verborgenen Kraft der Tora, die „das Licht, das zur Quelle zurückkehrt“ genannt wird, das höchste Licht der Korrektur.

Es gibt eine besondere Kraft, die an den Tagen dieses Feiertags in der Welt präsent ist. Und wenn wir sie gemeinsam studieren, wird sie uns vorwärts bringen.

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Aus dem Unterricht zum Artikel „Gabe der Tora“ von Baal HaSulam

Purim kabbalistisch betrachtet

Purim ist ein großartiges Fest: es steht für die große Furcht vor der Vernichtung und die Riesenfreude über die Erlösung danach. 

Traditionell wird dieses Fest groß gefeiert, vor allem, weil es zu diesem Feiertag gehört, uneingeschränkten Alkohol zu konsumieren, damit man „nicht mehr zwischen dem bösen Haman und dem gerechten Mordechai unterscheiden“ kann.

Die Hauptbotschaft der Erzählung,  die zu Purim gelesen wird, Magliat Esther (Buch Esther 1.1-10.3) liegt darin, dass Mordechai, der Inbegriff des Guten, dem schlimmsten Übel, symbolisiert durch Haman, hilflos gegenübersteht. Einzig und allein die Einheit zwischen ihnen kann das Böse überwinden.

Die Charaktere in der Erzählung beschreiben die verborgenen Kräfte, die in uns als Individuen und zwischen uns Menschen wirken. Sie sind immer vorhanden und steuern unsere spirituelle Entwicklung. Mordechai steht für die Eigenschaft von Barmherzigkeit. Er stellt die reine Güte dar und will nichts für sich selbst. Uns dagegen zeigen sich heute immer wieder neue „Hamans“, und zwar in uns und in der physischen Welt um uns. Das Gegenmittel gegen dieses Übel bleibt die Vereinigung. Sobald wir Menschen uns vereinen, sind wir gerettet; schaffen wir dies nicht, droht uns irgendwann die Vernichtung.

Der Plan der Schöpfung, die Eigenschaft der Barmherzigkeit als Herrscher der Welt einzusetzen, ist ein wichtiges Element, auf das die Erzählung hinweist. Würde die Welt von der Barmherzigkeit, von Mordechai, regiert, wären alle Menschen glücklich. Bei uns jedoch regiert Haman, die Bosheit. Weil die Eigenschaft „Mordechai“ nichts für sich selbst will, hat sie nicht den Wunsch zu regieren und bleibt uns deshalb verborgen.

Die Höhere Kraft muss „Mordechai“ als Eigenschaft der Barmherzigkeit zwingen, die Herrschaft anzunehmen. Darum setzt sie eine Bedrohung ein, die groß genug ist, um „Mordechai“ zum Handeln zu bewegen. Es ist dies die drohende Vernichtung, die nicht nur Mordechai, sondern auch das gesamte Volk Israel betreffen würde. Diese Bedrohung personifiziert Haman, der das Gegenteil von Barmherzigkeit darstellt – der rücksichtslose Wunsch, zu verbrauchen, zu besitzen und ohne Rücksicht auf andere zu genießen. Kurz gesagt, Haman symbolisiert den reinen Egoismus.

Auch die Kostüme, die an Purim getragen werden, sind symbolisch zu betrachten. Purim ist nicht die jüdische Version von „Halloween“. Die Verkleidungen stehen für die Verborgenheit der Kräfte, die dieses Szenario der großen Furcht vor der Vernichtung, und die Riesenfreude über die Erlösung innerhalb eines jeden Menschen auslösen.

Die Hamantaschen sind ein süßes, dreieckiges Gebäck, das an Purim zubereitet wird. Sie stellen die Korrektur der egoistischen Wünsche dar. Diese findet statt, sobald sich alle Menschen vereint haben. Aus diesem Grund sind diese Taschen süß gefüllt. DIe Süße symbolisiert die Freude der Einheit.

Wenn alle Menschen vereint sind, muss man nicht mehr auf der Hut sein oder einander misstrauen, da dann alle Menschen wie Eins sind. In diesem Zustand wird es überflüssig, zwischen Haman und Mordechai zu unterscheiden – das Betrunkensein symbolisiert diesen berauschenden Zustand der Einheit

Der Feiertag Purim lehrt uns, dass alles Leid als Folge unseres Getrenntseins entsteht. Wenn Menschen sich spirituell vereinen, werden sie zum Licht für die Völker der Welt, indem sie das Licht der Vereinigung verbreiten.

Durch unsere Anstrengungen, die Verbindung zu „einem Ganzen“ zu erreichen, werden wir korrigiert und an diesem Feiertag auch etwas beschwipst. Deshalb: vereinigt euch in Freude!

Geschrieben/bearbeitet von Student*innen des Kabbalisten Michael Laitman.

Der äußere und der innere Teil der Welt

Frage: Was ist das Innere und das Äußere in den Welten?

Antwort: Das Innere sind die Wünsche und das Äußere ist ihre Erfüllung. Es kann aber auch anders sein.

Frage: Wie kommt es dazu, dass die Völker der Welt als der äußere Teil der Welten bezeichnet werden und Israel als der innere?

Antwort: Der innere Teil ist immer wichtiger und der äußere Teil ist seine Folge. Daher wird Israel, das dafür verantwortlich ist, die Welt mit dem höchsten Licht zu erfüllen, der innere Teil genannt, und die Völker der Welt, die dieses Licht empfangen, werden der äußere Teil genannt.

Frage: Was bedeutet es, dass wir für die Erfüllung der Welt verantwortlich sind?

Antwort: Je nachdem, wie wir uns verhalten, welchen Wunsch wir zum Schöpfer erheben und ihn bitten, ihn zu erfüllen, erfüllt der Schöpfer dieses Verlangen.

Frage: Hat die Tatsache, dass ich einen Wunsch zum Schöpfer erhebe Auswirkungen auf die Welt und füllt sie?

Antwort: Natürlich und das sollte auch jeder Mensch auf der Welt tun. Es ist nur so, dass ihre Wünsche sehr klein sind.

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Aus dem Unterricht nach dem Artikel von Baal HaSulam „Eine Dienerin, die zur Erbin ihrer Herrin wird“, 05.11.2023.

Ist das jüdische Volk immer noch im Exil?

Ein Jude, eine Jüdin zu sein, hat nichts mit der Nationalität zu tun. Stattdessen bedeutet es, das Gefühl für die zwei gegensätzlichen Kräfte in der Natur zu erlangen: die egoistische Kraft, die die menschliche Natur ist, und ihre entgegengesetzte altruistische Kraft, die die Kraft der Natur selbst ist.

Das Erreichen dieser beiden Kräfte definiert das “Volk“, das erstmals zur Zeit Abrahams durch ihn dieses Gefühl für die Realität entwickelte. Diese Menschen wurden das “Volk Israel“ und später entwickelte sich daraus die jüdische Bevölkerung.

An einem bestimmten Punkt, vor etwa 2.000 Jahren, verloren sie das Gefühl für diese beiden Kräfte und lebten nur noch in der egoistischen Kraft. Das ist die Bedeutung von “Exil“.

Das “Exil“ hat nichts mit dem Verlassen eines geographischen Ortes oder eines Landes zu tun. Es geht vielmehr um ein inneres Exil. Der Mensch merkt, dass das Gefühl der altruistischen Natur – die Eigenschaft der Liebe, des Gebens und der Verbindung – in seinen Beziehungen fehlt. Ist man von diesem Gefühl entfernt, ist man in die “Zeit des Exils“ eingetreten und hat aufgehört, als “Volk Israel“ zu existieren.

Basierend auf dem Video „Was ist das Exil der Juden?“ mit dem Kabbalisten Dr. Michael Laitman

Wie man nicht in stürmischer See ertrinkt

Kommentar: Bürgschaft bedeutet, dass wir völlig voneinander abhängig sind. Es ist wie in einem Boot mitten auf dem Meer zu sitzen und zu riskieren, dass wir in unserem Egoismus versinken und unser Leben auf diese Weise beenden. Wenn wir das Ufer erreichen wollen, müssen wir zusammenhalten, indem jeder dem anderen hilft.

Wenn wir uns nicht helfen, wird uns niemand von außen helfen. Wir müssen spüren, dass wir im selben Boot sitzen und Gefahr laufen unterzugehen.  Nur wenn wir uns gegenseitig helfen, aus dem Meer des Egoismus, dass uns von allen Seiten umgibt, herauszukommen, können wir gerettet werden.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Boot inmitten einer tobenden, egoistischen See. Wenn wir uns gegenseitig unterstützen, wird uns das Meer durch seine innere Kraft (der Kraft des Schöpfers) mit dem Boot ans Ufer bringen.

Das Volk Israel wurde von den siebzig Nationen der Welt erwählt, um vor allen anderen als Beispiel für die Bürgschaft zu dienen. Diese Gruppe war innerhalb der gesamten Menschheit ein kleiner Kern der Einheit. Die Geschichte der Menschen zwingt das Volk Israel, sich über die ganze Welt zu verteilen, um den Menschen diese Botschaft durch Philosophie, Wissenschaft und vor allem durch die Religion zu vermitteln.

Wir müssen noch entdecken, dass nur diese Kraft in der Welt wirkt und sie vom Zentrum der gesamten Realität aus regiert.  Nun nähern wir uns dem Ende dieser Entwicklung und es liegt allein an uns, ob wir das Ziel auf leichten Weg oder durch großes Leid, Probleme und Kriege erreichen.

Die Menschheit ist an einem Punkt angelangt, an dem sie bereit ist, sich mit der Frage der Bürgschaft auseinanderzusetzen.

Wir fühlen uns mehr und mehr miteinander verbunden, so dass es unmöglich wird, sich zu trennen. Alle Nationen, Staaten und Regierungen versuchen, sich abzugrenzen, zu isolieren, aber es funktioniert nicht. Wir machen uns nur unglücklich und wir werden uns immer bewusster, dass wir fest miteinander verbunden sind und nur durch gegenseitiges Vertrauen Erfolg haben können.

Die Welt wird andernfalls nicht zur Ruhe kommen. Sie wird durch Kriege und schwierige Klärungen gehen. Eines Tages, nach Jahren des Leidens und der Probleme, werden wir erkennen, dass wir alle voneinander abhängig sind und das es keine andere Kraft gibt die uns kontrollieren kann, außer der Kraft der Bürgerschaft.

Die Menschheit befindet sich in einem kleinen Boot, inmitten eines riesigen, stürmischen Ozeans. Wenn wir uns unserer gegenseitigen Verantwortung nicht bewusst werden, werden wir uns in großes Elend stürzen. Letztendlich werden wir uns entscheiden müssen, dass wir verpflichtet sind, eine Bürgschaft einzugehen.

Heute kann kein Land ohne eine Verbindung zu anderen Ländern existieren. Es ist wünschenswert, dass diese Bindungen gut sind. Schlechte Beziehungen bringen Leid über andere und kehren als Bumerang zu einem selbst zurück. Nur durch menschliche Einigung ist es möglich, den Frieden zu erhalten.

So lernen wir, dass uns nur gegenseitige Fürsorge und Bürgschaft zu einem guten Leben führt. Wir werden entdecken, dass es noch ein weiteres Ziel gibt, die globale Kraft, die in der Welt wirkt, zu erkennen, nämlich das Grundgesetz der Nächstenliebe. Ohne diesem Gesetz ist es nicht möglich die Welt zu beherrschen.

Es geht nicht um eine gegenseitige Rücksichtnahme, sondern um eine völlige Ablehnung des Egoismus. Anstelle von Außenministern, die jedem Land helfen, sich um sich selbst zu kümmern, wird es Minister geben, die sich um die Verbindung zwischen uns allen sorgen. Wir werden sonst nicht existieren können.

Wir werden zu der Notwendigkeit gelangen, die Gesetze der Bürgschaft zu lernen, d.h. die Gesetze des wahren Friedens. Wir leben in einer Zeit, in der die Welt zum ersten Mal ihre ganzheitliche Abhängigkeit, ihre Verflechtung und damit ihre Verantwortung füreinander spürt. Niemand hat das Recht, ohne Rücksicht auf andere, zu tun was er will. Wir sehen, wohin das führt. Jeder ist verpflichtet, Rücksicht auf den Rest der Welt zu nehmen.

Nur so kommen wir der Wahrheit näher. Sie liegt nicht an einem Staat, einer Regierung oder einer Person. Die Wahrheit steht über uns und befindet sich in einer guten Beziehung zwischen allen Menschen.

Aus der Lektion „Bürgschaft“ vom 26.05.2022

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Der Krieg von Gog und Magog. Teil 7

Krieg auf einer spirituellen Ebene

Frage: Im Buch Sohar heißt es, dass Gog aus dem Norden kommen wird. Daher wird schon nach christlicher Überlieferung angenommen, dass der letzte Krieg zwischen den Mächten der Finsternis und des Lichts höchstwahrscheinlich im Norden in der Nähe des Berges Megido stattfinden wird. Von dem Namen dieses Berges stammt das Wort „Armageddon“ („ar – megido“).

„Ar“ bedeutet „Berg“, Megido ist ein Ort 10 Kilometer von Afula entfernt. Es ist das israelische Tiefland, in dem seit Jahrtausenden die meisten Schlachten ausgetragen werden.

Warum wird die Macht von „Gog“ gerade aus dem Norden kommen?

Antwort M. Laitman: Weil eine gewaltige Macht immer aus dem Norden kommt. Der Norden ist der Teil, der keinen Frieden mag, immer schikaniert, sich immer als „gvurot“ (harte Kräfte) zeigt.

Frage: Woher wird die Menschheit wissen, dass es einen Krieg von Gog und Magog geben wird?

Antwort M. Laitman: Ich glaube nicht, dass dies der Fall sein wird. Ich hoffe, dass dies alles auf der spirituellen Ebene geschieht und keine physischen Maßnahmen erforderlich sind. Wir werden sehen, wie sich alles beruhigt und wieder normal wird, abgesehen vielleicht von ein paar Momenten, die ein normaler Mensch nicht bemerkt. Ich rechne fest damit.

Zumindest zielen wir nach der Kabbala darauf ab, dies vom Krieg, vom Leiden, vom Tod zu einer Lösung durch den Einzelnen mit sich selbst und mit anderen zu bewegen.

Fortsetzung folgt…

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Aus der TV-Sendung „Spirituelle Zustände“, 30.04.2021

Der Krieg von Gog und Magog. Teil 6

Israel eine Chance geben, sich zu beweisen

Frage: Laut dem Buch Sohar werden alle Könige, die die Juden im Laufe der Geschichte verfolgten, wie Sennacherib, Nebukadnezar und andere, am Krieg von „Gog und Magog“ teilnehmen. Wie ist das richtig zu verstehen?

Antwort M. Laitman: Alle Ideologien, auch jene, die einst die Welt beherrschten und dann ihr Scheitern zeigten, werden sich immer wieder gegen Israel erheben, um Israel – der mittleren Linie, der Kraft der Verbindung, der Liebe, der Vereinigung und der Ausrichtung auf den Schöpfer – die Möglichkeit zu geben, sich zu zeigen.

Replik: Das Buch Sohar sagt, dass der Schöpfer in der Zukunft alle Könige, die Israel und Jerusalem unterdrückt haben, wieder auferstehen lassen wird: „Er wird ihnen Macht geben, und sie werden den Rest der Nationen sammeln und gegen Jerusalem kämpfen.  Und der Schöpfer wird sie in Zukunft in der Nähe von Jerusalem öffentlich belohnen, wie es heißt: „Es wird eine Niederlage sein, mit der der Schöpfer alle Völker schlagen wird, die gegen Jerusalem gekämpft haben.“

Antwort M. Laitman: Das Buch Sohar beschreibt alle spirituellen Handlungen allegorisch. Es ist klar, dass hier kein Bezug zur Realität, zu Körpern, Orten, Kriegen, Mächten impliziert ist. All dies wird zu 99 % nur in der spirituellen Welt gelöst.

Und in unserer Welt gibt es nur einen Schatten davon, eine kleine, unbedeutende Kopie, die für das Auge völlig unsichtbar ist. Es erscheint, sagen wir, in Form eines kleinen Konflikts zwischen Nationen, zwischen Ländern, damit sie diese Basis ein wenig offenlegen und dann auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

Fortsetzung folgt…

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Aus der TV-Sendung „Spirituelle Zustände“, 30.04.2021

Der Krieg von Gog und Magog. Teil 5

Zwischen Esau und Ismael

Frage: Der Prophet Ezechiel sagt, dass der Krieg von „Gog und Magog“ zuerst zwischen den Söhnen von Esau und Ismael ausgetragen wird, und dann werden sie sich zusammenschließen und gegen Israel kämpfen. Was bedeutet das? 

Antwort M. Laitman: Esau und Ismael sind diejenigen, die sich entweder dem Islam oder dem Christentum anschließen. Und Israel steht in der Mitte, es hat keine andere Ideologie als die, dass jedes Verlangen, das in der Natur entsteht, denn die ganze Natur besteht aus Verlangen, nur auf das Geben und auf die Liebe, die Verbindung von allen mit allen, das heißt mit dem Schöpfer, gerichtet sein soll.

Die Mission Israels (Mittellinie) besteht darin, zu zeigen, dass alles in der Natur nur dann zum Gleichgewicht, zur Ruhe, zu einer gegenseitigen guten Wechselwirkung kommen kann, wenn wir uns, jeder und alle zusammen, auf den Schöpfer ausrichten, d.h. auf einen gemeinsamen Nenner, auf die gemeinsame Quelle, aus der wir stammen und zu der wir zurückkehren müssen.

Ismael ist die rechte Linie, Esau ist die linke Linie, und Israel muss sie zu einer mittleren Linie vereinen.

Fortsetzung folgt…

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Aus der TV-Sendung „Spirituelle Zustände“ vom 30.04.2021

Der Krieg von Gog und Magog. Teil 4

Die Kraft, die zu einer Absicht zum Geben führt.

Replik: Der Kabbalist Ari Zal aus dem sechzehnten Jahrhundert schrieb, dass die numerische Bedeutung der Worte „Gog“ und „Magog“ 70 ist. Dies erklärt sicherlich, was im Buch Sohar steht, dass Gog alle 70 Nationen der Welt mit sich nach Israel bringen wird. 

Antwort M. Laitman: Es bezieht sich auf das volle Kli (Gefäß). Alle vom Schöpfer geschaffenen Verlangen wird er zu einem gemeinsamen Zustand bringen, wenn sie gezwungen sind, alle gegensätzlichen Beziehungen zwischen ihnen zu klären, so dass sie sich schließlich zu einer gemeinsamen Harmonie vereinen werden.

Replik: Und es steht in den Propheten geschrieben, dass Gog alle Völker der Welt versammelt und sie gegen Israel in den Krieg führen wird.

Antwort M. Laitman: Ja, denn Israel wird nicht zu den 70 Nationen gezählt, sondern taucht als die Gesamtheit aller Nationen der Welt auf, wenn sie anfangen miteinander zu kämpfen und unter dem Einfluss dieser Kraft, die „Israel“ genannt wird, zu verstehen beginnen, dass sie sie zum Schöpfer hinzieht („Isra El“ – „direkt zum Schöpfer“). Israel führt dann alle Völker der Welt durch den Krieg von „Gog und Magog“ zum Schöpfer.

Frage: Wie wir wissen, gründete Abraham im alten Babylon eine Gruppe von 70 Völkern, die sich auf einer ideologischen Grundlage zusammenfanden und aus denen die Nation Israel entstand. Und dann begannen alle 70 Nationen der Welt, gegen das Volk Israel zu kämpfen. Es stellt sich also heraus, wie die Kabbala sagt, dass das Volk Israel die Absicht darstellt und die 70 Nationen die Verlangen?

Antwort M. Laitman: Das ist richtig. 

Replik: Und da der Schöpfer selbst eine Eigenschaft des Gebens und Liebe ist, sollte diese Eigenschaft gewinnen.

Antwort M. Laitman: Israel ist wie ein Vertreter des Schöpfers in dieser Welt, weil es den Verlangen eine Richtung gibt. Es gibt 70 Verlangen, die sich mit dem Ziel „direkt zum Schöpfer“ vereinen müssen.

Frage: „Israel wird siegen“ bedeutet also, dass für jedes Verlangen der Völker der Welt die richtige Absicht gebracht wird, um zu geben?

Antwort M. Laitman: Ja. Es bedeutet in keiner Weise, dass jemand irgendjemanden vernichtet. Es ist nur so, dass diese 70 Verlangen, die in jedem Menschen und generell in der gesamten Menschheit existieren, die egoistische Absicht haben, nur für sich selbst zu handeln.

Und Israel ist die Kraft, die all diese Verlangen aufzeigen, überreden, ihnen beweisen und zum Erwerb der Absicht des Gebens, des gegenseitigen Gebens und der Liebe führen kann. Und dann sind all diese sogenannten 70 Nationen der Welt, d.h. alle Verlangen, die in jedem Menschen existieren, auf den Schöpfer gerichtet.

Fortsetzung folgt…

[#282184]

Aus der TV-Sendung „Spirituelle Zustände“ vom 30.04.2021

Die Philosophie eines glücklichen Lebens


„Ich habe niemanden gefunden, der nicht mein Freund ist.“ (Indianerweisheit)

Wir sind alle Teil einer gemeinsamen Seele.

Frage: Wie rein sind die Seelen der amerikanischen Ureinwohner! Wie ist es möglich, auf einen solchen Gedanken zu kommen? Die Hälfte von ihnen sind Feinde, aber sie sagen: „Ich habe keinen gefunden, der nicht mein Freund ist.“

Antwort: Das weiß niemand, auch sie haben sich gegenseitig skalpiert und so weiter. Aber diese Haltung ist bei ihnen allgemein üblich. Diese Philosophie ist ihnen vertraut.

Frage: Wenn Sie über uns sprechen könnten, wäre es möglich, dieses Zitat auf uns zu beziehen, wie würden Sie das kommentieren: „Ich habe niemanden gefunden, der nicht mein Freund ist“?

Antwort: „Wie ein Mann mit einem Herzen“, „Der Mensch ist des Menschen Freund“, „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, all dies steht so in der Thora geschrieben, in direkter Sprache steht das alles in ihr drin. 

In der Tat gibt es in jedem Volk diese Philosophie, allerdings in bestimmter Weise, unterschiedlich in ihrem Ausmaß und ihrer Tiefe.

In allen Völkern findet man im Prinzip ähnliches, es geht um Gemeinschaft, um kollektive Intelligenz, um die Notwendigkeit, sich einander näher zu kommen, Frieden zu erlangen usw.

Aus der TV-Sendung “Nachrichten mit Dr. Michael Laitman”

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