Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Wenn Tiere sich wie Menschen verhalten würden

Der Mensch steht an der Spitze der Pyramide auf der Erde. Dennoch driften wir schnell in Richtung völliger Hilflosigkeit angesichts extremer klimatischer Ereignisse, eines unaufhaltsamen Virus, schwindender politischer Geschicklichkeit und eskalierender sozialer Spaltungen. Nicht nur die Zivilisation, sondern die ganze Welt scheint aus den Fugen zu geraten. Wenn wir nach dem Schuldigen suchen, werden wir keinen finden, außer uns selbst. Wir sind die Übeltäter. Wir sind nicht nur die Schlimmsten, wir sind das einzige negative Element auf diesem Planeten. Wären wir nicht, würde alles gedeihen und friedlich sein.

Stellen Sie sich vor, was passieren würde, wenn sich Tiere wie Menschen verhalten würden. Fleischfresser würden ihre Beute zum Spaß und zur Prahlerei töten, bis nichts mehr übrig wäre, von dem sie sich ernähren könnten. Oder Pflanzenfresser würden das ganze Gras fressen, bis auch sie verhungern oder ihre Mägen explodieren würden.

Würden sich Tiere wie Menschen verhalten, würden sie anderen Arten den Zugang zu Weide- oder Jagdgebieten verwehren, nur um Macht und Kontrolle zu behalten. Tiere würden gegeneinander kämpfen, nicht um sich zu ernähren, sondern um andere Arten zu demütigen oder einfach nur aus sportlichen Gründen.

Sobald sie an der Macht wären, kämpften die dominanten Arten untereinander nicht nur um die Vorherrschaft, sondern sie töteten sich gegenseitig, um zu verhindern, dass die Nachkommen ihrer Rivalen eine künftige Bedrohung darstellen. Im Krieg um die Vorherrschaft töteten sie auch ihre Jungen, um sich als die Größten aller Zeiten zu feiern.

Diese Gräueltaten, die über das Tierreich erfunden wurden, sind die Realität unseres täglichen Lebens. Deshalb haben wir für den Zusammenbruch unserer Welt niemanden zu beschuldigen außer uns selbst.

Wenn wir uns selbst und unseren Heimatplaneten retten wollen, müssen wir viel tiefer graben als nur unsere Energiequellen zu verändern und den Gebrauch von Plastik einzuschränken. Wir müssen in unsere eigene Natur eindringen und den Übeltäter, der in jedem einzelnen von uns steckt, reformieren. Dies ist unsere einzige Chance zu überleben.

Bei den Änderungen, die wir vornehmen müssen, handelt es sich nicht um Verhaltensänderungen, sondern um Korrekturen an unseren Egos, an unserem eigenen Selbst. In ihrer gegenwärtigen, unersättlichen Denkweise ist unsere Natur bereit, alles und jeden zu verschlingen, bis nichts mehr übrig ist. Die Verwüstung, die sie hinterlässt, wird uns und unsere Nachkommen zerstören.

Wir halten uns für das klügste Wesen, aber Tiere wissen, dass die Umwelt sie ernährt, während wir sie ausbeuten, als gäbe es unendlichen Überfluss. Wir sägen den Ast ab, auf dem wir sitzen, definieren unser Verhalten aber als „Fortschritt“.

Selbst wenn wir unsere Torheit erkennen, fehlt uns die Entschlossenheit, den Kurs zu ändern. Weil wir so machtlos sind, bleibt uns nichts anderes übrig, als uns gegenseitig Kraft und Ermutigung zu geben.

Wenn wir eine gemeinsame Anstrengung unternehmen, um unsere Werte von ausbeuterisch zu rücksichtsvoll und von missbräuchlich zu fürsorglich zu ändern, werden wir unser soziales Umfeld ändern, was wiederum unsere Denkweise ändern wird. 

Dies, und nur dies, wird uns dazu bringen, unser Verhalten untereinander und gegenüber Tieren, Pflanzen, dem Boden und der Luft zu ändern. Deshalb ist die Änderung unserer Beziehungen, unseres Umgangs miteinander, die einzige Möglichkeit, unseren Planeten und uns selbst zu retten und unseren Kindern Hoffnung für die Zukunft zu geben.

#Tiere #Werte #Verhalten


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