Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Offener Brief an den Internationalen Strafgerichtshof

An den Internationalen Strafgerichtshof (ICC)

Betrifft: Die Ankündigung des Gerichtshofs, eine formelle Untersuchung gegen Israel wegen angeblicher „Kriegsverbrechen“ während der Militäroperation der israelischen Verteidigungsstreitkräfte im Jahr 2014 „Operation starker Fels” einzuleiten.

Die Anklägerin des ICC, Fatou Bensouda, gab kürzlich bekannt, dass „Der Entscheidung, eine Untersuchung einzuleiten, eine sorgfältigen Voruntersuchung vorausgegangen sei. „Vor allem aber versicherte sie, dass“ auch hier derselbe
prinzipientreue, unparteiische Ansatz verfolgt wird, der in allen Situationen, für die der ICC zuständig ist, angewendet wird“, und dass die Ermittlungen „unabhängig, unparteiisch und objektiv durchgeführt werden – ohne Furcht oder Begünstigung. „Gleichzeitig räumte der Gerichtshof ein: „Der ICC ist kein Allheilmittel, sondern versucht nur, … die Rechenschaftspflicht zu fördern … in dem Bemühen, [Kriegs-]Verbrechen zu verhindern.“

Das Bestreben, Kriegsverbrechen zu verhindern, ist zweifelsohne ein edles Ziel, jedoch bin ich, bei allem Respekt, mit den Mitteln, dieses Ziel zu erreichen, nicht einverstanden. Auch ich bin unzufrieden mit der Art und Weise, wie sich das jüdische Volk und der jüdische Staat verhalten. Ich denke jedoch, dass, damit das Leid der in diesem Konflikt involvierten Parteien gelindert wird, der Druck auf Israel sich darauf konzentrieren sollte, was Israel in die Welt projiziert, und nicht nur auf die Frage der Palästinenser.

Keine Institution ist mehr mit dem Staat Israel beschäftigt als die UNO und ihre verschiedenen Unterorganisationen. Viele Menschen, vor allem Juden, sind der Meinung, dass diese “ Besessenheit “ bezüglich des jüdischen Staates eine Doppelmoral widerspiegelt, die dem Antisemitismus entspringt. Ich glaube auch, dass die UNO durch und durch antisemitisch ist, verstehe aber auch, warum das so ist. Außerdem denke ich nicht, dass die „Besessenheit“ von Israel unbegründet ist. Meiner Ansicht nach handelt es sich um ein natürliches Phänomen, das aus dem inhärenten Gefühl der Menschen resultiert, dass Israel eine hinderliche Kraft ist. Deshalb betrachte ich die Auseinandersetzung der Nationen mit Israel als ein Bemühen, mit dem umzugehen, was sie als ein Problem wahrnehmen.

Ich stimme zu, dass Israel eine hinderliche Kraft ist, aber aus einem anderen Grund als dem, den die internationale Gemeinschaft vorgibt. Meiner Ansicht nach wirkt sich die interne Spaltung unter den Israelis negativ auf die Welt aus und ruft Konflikte auf dem ganzen Globus hervor. Die Nationen machen Israel nicht für all die Kriege verantwortlich, weil sie diese tatsächlich anzetteln. Sie geben Israel die Schuld, weil es das Feindbild und den Hass projiziert, die dann zum Ausbruch von Kriegen führen. Und wie macht Israel das? Der Hass der Israelis füreinander überträgt sich auf die ganze Welt und vergiftet die Luft auf dem ganzen Planeten.

In meinem Buch „Wie ein Bündel Schilf: Warum Einheit und gegenseitige Bürgschaft heute das Gebot der Stunde sind“, gehe ich auf den Ursprung und die Bedeutung des jüdischen Volkes für das Wohlergehen der Welt ein. Israel, als jüdischer Staat, sollte in der Erfüllung der Pflicht des jüdischen Volkes gegenüber der Welt eine führende Rolle übernehmen. Wir müssen uns daran erinnern, dass das jüdische Volk keine eigenständige Ethnie ist, sondern die Nachkommen von Vorfahren, die aus den zahlreichen Stämmen, Sippen und Völkern kamen, die die antike Welt im Fruchtbaren Halbmond bevölkerten. Diese Menschen wurden jedoch erst dann zu einer Nation, als sie beschlossen, sich über ihre Feindseligkeit zu erheben, die aus ihren unterschiedlichen Ursprüngen und Wurzeln herrührte. Indem sie diese unvorstellbare Vereinigung erreichten, präsentierten sie der Welt eine Methode, um Hass und Kriege zu beseitigen und die Völker der Welt auf eine spirituelle Ebene der Existenz zu heben, auf der globale Brüderlichkeit herrscht.

Tief im Inneren ist das jüdische Volk in einer unauflösbaren Verbindung mit den Stämmen und Sippen, von denen es abstammt, verhaftet. Tief im Innern fühlen die Nachkommen jener Stämme, die sich inzwischen über die ganze Welt ausgebreitet haben, diese Verbindung und werden deshalb nie aufhören, die Juden zu beobachten und zu prüfen. Diese Nachkommen tragen die latente Erinnerung an die Fähigkeiten ihrer alten Stammes Angehörigen in sich und verlangen, dass diese ihr Geheimnis mit ihnen teilen. Sie verlangen, dass die Juden die Welt lehren, wie man jene Einheit über dem Hass bildet, die sie einst unter sich bildeten.

Doch die Juden haben längst alles über ihre Fähigkeiten vergessen. Auch sie sind dem Hass verfallen und ihrem eigenen Volk gegenüber feindlich gesinnt, genau wie vor ihrer ersten Vereinigung in der Antike.

In einem solchen Zustand können sie kein Beispiel für Einheit geben; sie können nur Hass projizieren, was sie in Hülle und Fülle tun. Und weil die Welt von ihnen erwartet, Einheit zu projizieren, hasst die Welt sie umso mehr, je mehr sie sich gegenseitig hassen und beschuldigt sie, Kriege zu verursachen.

Deshalb sollte der ICC, und jede internationale Institution, ihre Aufmerksamkeit auf die Einheit der Juden untereinander richten. Sie sollte fordern, dass der jüdische Staat ein Beispiel für Brüderlichkeit statt für Feindschaft, sowie Zusammenhalt statt Spaltung wird. Da die Juden durch diese lange vergessenen Wurzeln mit der ganzen Welt verbunden sind, wird sich ihre Verbindung auf die ganze Menschheit auswirken und die Atmosphäre in der ganzen Welt verändern. Aus diesem Grund muss der ICC, wenn er will, dass die Palästinenser und die ganze Welt ein gutes Leben haben, die Juden drängen, wieder Juden zu sein – vereint über ihren Hass – und alles andere wird folgen.

 


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