Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Warum die Erde bewahren?

Während die Klimakrise eskaliert und extreme Wetterereignisse immer häufiger auftreten, machen sich Experten ernsthaft Gedanken darüber, wie nah wir am Punkt ohne Rückkehr sind. CBS News berichtete am 26. April, dass laut Professor Timothy Lenton, einem der weltweit führenden Experten für die Klimakrise, „das westantarktische Eisschild bereits einen Kipppunkt überschritten haben könnte.“ CBS News sprach auch mit anderen Experten und berichtete, dass „ihre Botschaft einhellig war: Veränderungen geschehen schneller als erwartet und die Chance, Kipppunkte im Klimasystem zu erreichen, die noch vor einem Jahrzehnt weit entfernt schienen, sind jetzt viel wahrscheinlicher und unmittelbarer. Das ist der Grund, warum ich Alarm geschlagen habe“, sagte Lenton. ‚In nur einem Jahrzehnt ist das Risikoniveau deutlich angestiegen – das sollte dringende Maßnahmen auslösen.'“

Meiner Ansicht nach ist die Frage jedoch nicht, ob wir den Kipppunkt erreicht haben oder kurz davor stehen. Ich glaube, die Frage, die wir stellen sollten, ist nicht, ob die Erde dem Untergang geweiht ist und wir mit ihr, sondern vielmehr, warum wir überhaupt hier sind.

Das Universum, in dem wir leben, gibt es seit etwa vierzehn Milliarden Jahren. Die Erde existiert seit etwa 4,5 Milliarden Jahren, und das Leben auf der Erde begann ein paar hundert Millionen Jahre nach der Entstehung der Erde. Wir haben uns von Atomen zu Molekülen entwickelt, von Molekülen zu einzelligen Lebewesen und von einzelligen Lebewesen zu den unzähligen Lebensformen auf der Erde: im Wasser, am Land und im Himmel. Schließlich, in den letzten paar hunderttausend Jahren, ist die Menschheit entstanden. Nach und nach sind wir zu den Herrschern des Planeten geworden, beuten die Erde, Flora und Fauna aus, verschmutzen die Luft, den Boden und das Wasser und erschöpfen die Ressourcen der Erde in Eiltempo, um Macht und Reichtum zu erlangen. Sind wir deshalb hier, um all diesen Schaden zu verursachen? Vielleicht, wenn wir die Antwort wüssten, würden wir nicht den unvorstellbaren Schaden anrichten, den wir dem Planeten jede Sekunde zufügen. Die Frage nach dem Zweck unseres Hierseins ist also die Schlüsselfrage, die wir beantworten müssen. Wenn wir die Antwort darauf kennen würden, könnten wir alle unsere Probleme lösen und den Planeten retten.

In den letzten Jahrzehnten haben wir zahllose Taktiken und Tricks ausprobiert, um die Emissionen zu reduzieren, die Umweltverschmutzung zu verringern und unsere Ausbeutung des Planeten zu mindern. Nichts hat funktioniert.

Dazu beuten wir alles Leben auf dem Planeten und uns gegenseitig aus. Die Misshandlung anderer, die uns charakterisiert, zeigt sich an allen Fronten, was bedeutet, dass das Problem weitaus systemischer und tiefer verwurzelt ist als z. B. der Umstieg auf erneuerbare Energien oder die Eindämmung der Abholzung. Das Problem, das all unsere Miseren verursacht, sind wir selbst, oder genauer gesagt unsere Natur – die menschliche Natur. Anders als jedes andere Wesen auf diesem Planeten sind wir ausbeuterisch, gemein und missbräuchlich zueinander, zu allen Lebewesen und zu dem Planeten, den wir unser Zuhause nennen. Tatsächlich sind wir so herzlos, dass wir unsere Gier nicht zügeln können, selbst wenn wir wissen, dass unser Tun die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder ruiniert. Statt eines Zuhauses, in dem sie leben können, hinterlassen wir ihnen einen planetgroßen Müllhaufen. Welche guten Eltern würden das tun? Keiner, natürlich, aber wir sind keine guten Eltern.

Dennoch ist nicht alles verloren. Bei der ersten Ausgangssperre, die zu Beginn des Coronavirus-Ausbruchs fast überall auf der Welt verhängt wurde, haben zahlreiche Beispiele für die Widerstandsfähigkeit der Natur aus aller Welt bewiesen, dass die Erde viel stärker ist, als wir dachten, und sich sogar von einer längeren Ausbeutung durch den Menschen erholen kann. Wenn wir also unser einziges Problem, die menschliche Natur, lösen, wird sich der Rest der Natur schnell erholen und das planetarische Gleichgewicht wird wiederhergestellt werden.

Die menschliche Natur zu ändern, mag zunächst unmöglich erscheinen. Wir können jedoch von der Natur lernen, wie man das macht. In der Natur verändern sich die Dinge entsprechend ihrer Umgebung. Anpassungsfähigkeit ist der Schlüssel für das Überleben jeder Spezies. Wenn wir eine Umgebung schaffen, die von Freundlichkeit, gegenseitiger Verantwortung und Fürsorge geprägt ist, wird sich unsere Natur an ihr Umfeld anpassen und ebenso werden. Wir brauchen uns nicht selbst zu ändern, sondern nur unser oberflächliches Verhalten. Wenn sich dann die gesamte Gesellschaft freundlich verhält, werden die Menschen wirklich freundlich werden. Genauso wie das Leben in einer grausamen Umgebung jeden, der dort lebt, dazu zwingt, grausam zu sein, auch wenn er von Natur aus nicht grausam ist, ist das Gegenteil genauso wahr.

Sobald wir unser soziales Umfeld freundlich und rücksichtsvoll gestalten, wird unsere Natur freundlich und rücksichtsvoll werden. Sobald wir freundlich und rücksichtsvoll werden, werden wir aufhören, ausbeuterisch zu sein. Sobald wir aufhören, ausbeuterisch zu sein, werden wir aufhören, uns gegenseitig, andere Lebewesen und den ganzen Planeten zu missbrauchen.

Es stellt sich heraus, dass wir uns, um uns und unseren Planeten zu retten, ausschließlich darauf konzentrieren sollten, unser soziales Umfeld von feindselig zu freundlich, von ausbeuterisch zu rücksichtsvoll zu verändern. Alles andere wird schnell folgen.

Darüber hinaus wird die Transkodierung unserer innewohnenden Natur uns Reich offenbaren, das wir uns jetzt noch nicht vorstellen können. Solange wir nur auf uns selbst konzentriert sind, sehen wir nur uns selbst. Aber der Zweck unseres Hierseins ist es, weit über uns selbst hinauszuwachsen, die gesamte Realität zu erfassen, auf der tiefsten Ebene zu verstehen, warum wir existieren, warum es Leben und Tod, Schöpfung und Zerstörung gibt und wie alles miteinander verbunden ist. Nur wenn wir anfangen, aneinander zu denken, werden wir aufhören, an uns selbst zu denken, und nur wenn wir aufhören, an uns selbst zu denken, werden wir anfangen, die Welt um uns herum so wahrzunehmen, wie sie wirklich ist. Deshalb ist die eine Frage, die wir uns stellen sollten, um unser Leben, das Wohlergehen des Planeten und sogar unser Glück zu sichern; „Warum sind wir hier?“

#Erde #Nachhaltigkeit #Planet

[Eine Luftaufnahme zeigt Hausmüll, der auf dem Strom des Citarum-Flusses in Bandung, Indonesien, schwimmt, 15. März 2021. Die Regierung hat sich verpflichtet, den Citarum-Fluss, der als einer der am stärksten verschmutzten Flüsse der Welt gilt, zu reinigen und das Wasser dort bis 2025 trinkbar zu machen, aber Haushalts- und Industrieabfälle fließen weiterhin in seinem Strom. Das Bild wurde mit einer Drohne aufgenommen. REUTERS/Willy Kurniawan]


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