Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Der Flug der Honigbiene.

Wir sind vielleicht vergesslich, und wir sind sicherlich gleichgültig, aber die Honigbienen verschwinden mit einer alarmierenden Geschwindigkeit. Ihre Population schrumpft auf der ganzen Welt, und niemand weiß mit Sicherheit, warum dies geschieht oder wie man es aufhalten kann.  Dies mag uns nicht wie ein großes Problem oder ein Anlass zur Besorgnis erscheinen, da es unzählige Arten gibt, deren Populationen schrumpfen und von denen einige kurz vor dem Aussterben sind.

Was ist also das Besondere an den Bienen? Bienen haben vielleicht nicht so gute PR wie etwa der Polarbär, aber ihre Bedeutung für die Menschheit ist weitaus größer als wahrscheinlich jede andere Spezies auf diesem Planeten. Durch ihre Funktion als wichtige Bestäuber sind Bienen für die Produktion von mehr als einem Drittel der weltweiten Nahrungsmittel verantwortlich. Ohne Bienen gibt es keine Bestäubung zahlreicher Pflanzen, die Menschen und Nutztiere ernähren. Mit anderen Worten: Ohne Bienen wird es Hunger in einem Ausmaß geben, wie wir es noch nie erlebt haben.

Wir wissen vielleicht nicht, warum die Bienen verschwinden, aber wir sollten nicht überrascht sein, dass dies geschieht. Auf jeder Ebene der Natur zerreißen wir die Verbindungen im Ökosystem, das unseren Planeten ausmacht. Wir erschöpfen die natürlichen Ressourcen, holzen jedes Jahr Wälder in der Größe ganzer Länder ab, verschmutzen die Luft und das Wasser und zerstören den Lebensraum fast aller Lebewesen auf diesem Planeten. Wie können wir erwarten, dass in einem solchen Zustand eines der wichtigsten Glieder im Lebenskreislauf der Erde nicht kaputt geht? Jeden Tag reißen wir mehr Fäden ab, und gleichzeitig wird die Angst vor dem Kollaps der Natur größer. Es scheint, als gäbe es keinen Weg, unsere Stumpfsinnigkeit zu beenden, außer vielleicht, wenn wir mit leeren Ladenregalen konfrontiert werden. Wir werden zwar Geld für den Kauf von Lebensmitteln haben, aber es keine Lebensmittel zu kaufen geben wird. Vielleicht wachen wir dann auf, doch für viele von uns wird es zu spät sein.

Wenn wir die Bienenpopulation wieder aufbauen und unser eigenes Überleben sichern wollen, müssen wir die Ursache für unsere Misshandlung der Natur erkennen, die überraschenderweise unsere Verbindungen untereinander, unsere menschlichen, sozialen Bindungen sind. Wir müssen ein Netzwerk mit positiven Verbindungen aufbauen, um zu lernen, wie wir mit der gesamten Natur arbeiten können. Das heißt, die Korrektur muss zu Hause beginnen, bei den Menschen, die uns am nächsten sind, und von dort aus auf den Rest der Welt wachsen. Wenn wir lernen, wie wir uns positiv in unsere Gesellschaft integrieren können, werden wir auch wissen, wie wir uns positiv in die gesamte Natur integrieren können.

Mit anderen Worten: Das Problem liegt nicht in unseren Handlungen oder in unserem Verstand. Es ist nicht so, dass es irgendein fundamentales Wissen gibt, das wir nicht kennen. Das Problem liegt in unseren Herzen, oder richtiger gesagt, in den Verbindungen zwischen unseren Herzen. Unsere egozentrische Veranlagung unterbricht die Verbindungen zwischen uns und infolgedessen auch zwischen uns und der Natur. Solange wir die Natur nicht fühlen, empfinden wir auch keine Gewissensbisse, wenn wir sie missbrauchen.

Selbstabsorption und Ausbeutung sind daher die größten Schadstoffe, die wir erzeugen, und nicht CO2-Emissionen oder ähnliches. Wenn wir uns von Selbstverzehrung und Ausbeutung lösen, wird sich die Natur von den restlichen Schadstoffen die wir geschaffen haben, bereinigen. Diese beiden narzisstischen Züge, die niemand außer uns Menschen besitzt, müssen wir korrigieren. In dem Moment, in dem wir sie korrigieren, werden alle anderen Korrekturen ein Kinderspiel sein.

Bienen spüren einander und unterstützen sich gegenseitig. Genauso werden wir die Kunst des gegenseitigen Fühlens lernen müssen. Was die Bienen jedoch instinktiv tun, werden wir bewusst ausführen müssen, und unsere Belohnung wird sein, die Schöpfung nicht auf der instinktiven Ebene, sondern auf der bewussten Ebene zu verstehen.

Tatsächlich besteht der ganze Zweck unseres aufgeblasenen Egos darin, uns zu zwingen, uns anzustrengen, um einander zu spüren, so wie es die Bienen und andere Tiere tun. Das wird uns nicht nur das komplizierte Netzwerk lehren, das wir derzeit durch unsere üble Veranlagung zerstören. Es gibt keinen anderen Weg, diese Geheimnisse der Schöpfung zu erlernen, als die Verbindungen durch unsere eigenen Anstrengungen aufzubauen. Auf diese Weise werden wir auch verstehen, warum bestimmte Teile zusammengesetzt wurden, was sie einzeln tun und wie sie im System funktionieren. Wir müssen durch eigene Korrekturen lernen wie die Welt aufgebaut wurde.

Nun ist es so weit. Die Welt ist bis auf auf ihren letzten Kern zerbrochen. Jetzt ist es an der Zeit, mit der Korrektur durch Verbindung zu beginnen, sich nicht auf die Teile selbst zu konzentrieren, sondern darauf, wie sie zusammenwirken. Das ist unser Weg, die Gesellschaft zu flicken, die Natur wiederzubeleben und den Planeten zu heilen, einschließlich unserer dringend benötigten Honigbienenpopulation.

#Klimawandel

 


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