Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Die Sprache der Natur verstehen

Was wäre, wenn wir auf einen fremden Planeten kämen, auf dem wir weder die Sprache der einheimischen Lebewesen sprechen, noch ihre Gesten oder Kultur verstehen? Ganz zu schweigen von den peinlichen Patzern, die wir machen würden. Das eigentliche Problem wäre, Fehler zu machen, die uns und andere in echte Gefahr bringen würden.

Dies ist keine theoretische Frage, sondern so leben wir täglich. Wir sind Fremde auf dem Planeten, den wir als unsere Heimat betrachten. Wir verstehen weder seine Sprache noch seine Gesten oder Kultur. Die Fehler, die wir begehen, sind daher sehr gefährlich für uns selbst, für andere und für die übrigen Bewohner der Erde.

Schlimmer noch, da wir nicht wissen, dass wir Außerirdische sind, denken wir, wir sind die Eingeborenen, doch in Wirklichkeit sind wir erst vor ein paar tausend Jahren hier gekommen. In prähistorischen Zeiten waren die Hominiden (Mitglieder der Familie der Hominidae (Menschenaffen), einschließlich der Menschen) ein integraler Bestandteil der natürlichen Systeme, die sie bewohnten. Sie waren im Wesentlichen eine weitere Tierart im Gefüge des Ökosystems.

Wir entwickelten Technologien in der Landwirtschaft, Industrie und Wirtschaft, wurden  immer dominanter. Nun sind wir die „Herrscher“ der Erde, zumindest in unseren eigenen Augen, wir leben so, als gehöre uns der Planet. Wir roden wahllos Wälder, löschen wahllos Tierarten aus, errichten Regierungen und Regime auf der Grundlage von Ideologien, die unser narzisstischer Verstand ausgeheckt hat. Begehen Völkermorde als Mittel zu deren Durchsetzung. Bevormunden, verabscheuen, verunglimpfen und dämonisieren jeden, der nicht so denkt wie wir, und wir sperren ihn ein und töten ihn im Namen von Gerechtigkeit und Freiheit.

Wir, die jüngsten Gäste, die die Erde auf ihrer Kruste aufgenommen hat, haben die Residenz unseres Gastgebers in einen riesigen Müllcontainer verwandelt, ohne um Erlaubnis zu fragen, ohne Rücksicht und ohne Reue. Selbst wenn wir um die Zustimmung unseres Gastgebers bitten wollten, könnten wir es nicht, da wir uns nie die Mühe gemacht haben, die Sprache der Natur zu lernen.

Dennoch haben wir die Frechheit, uns zu beschweren, wenn die Erde uns Brände, Überschwemmungen und Erdbeben schickt, um sich vor unserer giftigen Präsenz zu schützen. Die Dreistigkeit des Menschen ist in der Tat ungebremst und unerschöpflich. Die Naturkatastrophen, die wir in diesem Sommer erlebt haben, sind keine Symptome von Krankheit der Erde; sie sind ihre Bemühungen, sich von dem menschlichen Parasiten zu reinigen, damit sie heilen kann.

Die Kultur der Natur ist die des Gleichgewichts. Alles wird gebraucht, und alles hat sein Gegenüber. Winter und Sommer, Ebbe und Flut, die Tropen und die Wüsten und sogar Leben und Tod sind komplementäre Gegensätze. Gemeinsam schaffen sie das dynamische Gleichgewicht der Natur, das alles zur richtigen Zeit und im richtigen Tempo entstehen und vergehen lässt.

Die Sprache der Natur ist die Sprache der gegenseitigen Verantwortung. Alle Schöpfungen brauchen einander, sind auf das Wohlergehen der anderen angewiesen und nehmen sich nicht mehr, als sie wirklich brauchen. Auf diese Weise trägt jeder zum Erhalt des anderen bei, so gedeiht das globale Ökosystem auf dem Planeten.

Die Natur setzt „Boten“ ein, wenn sie ihre Missbilligung zum Ausdruck bringt, z. B. durch extremes Wetter, Erdbeben und andere Naturkatastrophen von übermäßiger Intensität. Verstehen wir ihre Gesten nicht, werden sie noch heftiger und gewaltsamer. Hören wir dann immer noch nicht, vernichtet sie die, die ihr Schaden zufügen.

In diesen Tagen signalisiert die Natur, dass wir auf diesem Planeten nicht mehr willkommen sind. Wenn wir nicht bald die Sprache der Natur der Rücksichtnahme und des Gleichgewichts lernen, wird sie uns das Leben wieder wegnehmen, das sie jedem von uns gibt. Schließlich sind wir alle Schöpfungen der Natur und nicht umgekehrt.

Natur #Erde #Nachhaltigkeit

Bild von Bessi auf Pixabay


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