Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Über die Vorteile der Heuchelei

Wenn Sie eine Liste der aktuellen „Waffen“ gegen Covid-19 erstellen, werden Sie ziemlich entmutigt sein. Alles, was wir haben, sind die Masken, die soziale Distanzierung und unsere „Massenvernichtungswaffe“, besser bekannt als Abschottung. Aber die Menschen haben es satt, Masken zu tragen, sie sehnen sich danach, die Distanz zwischen sich und den Menschen, die sie lieben, zu verringern, und sie können nicht unbegrenzt im Haus bleiben und deshalb funktioniert keine dieser Waffen wirklich. Infolgedessen breitet sich Covid-19 nicht nur aus, sondern wird auch immer aggressiver und schwieriger zu heilen.

Es gibt Gerüchte über Impfstoffe, aber es wurde noch kein Impfstoff zugelassen, und niemand weiß, ob und wann dies geschehen wird. Soviel zur konventionellen Medizin im Kampf gegen ein nicht-konventionelles Virus.

Statt nutzlos mit ineffizienten Instrumenten gegen das Virus anzukämpfen, sollten wir uns daran erinnern, was Einstein sagte: „Die gravierenden Probleme, die wir haben, können nicht auf derselben Ebene des Denkens gelöst werden, mit der wir sie geschaffen haben“.

Er hat Recht. Wir haben dieses Problem, und eigentlich alle unsere Probleme, mit unserem egoistischen, egozentrischen Denken verursacht. Deshalb werden wir uns nur dann von dem Virus und den übrigen Problemen, die die Welt plagen, befreien können, wenn wir ein ganzheitliches Denken annehmen, eines, das alle Menschen und nicht nur uns selbst in Betracht zieht. 

Tatsächlich können wir das Virus als Lehrmeister betrachten, der uns zwingt, unser Denken, unser Verhältnis zueinander zu ändern. Gegen unseren Willen lehrt uns Covid, wie wir eine gerechtere und integrative Gesellschaft errichten können.

Sehen Sie sich an, was es bisher getan hat: Es zwingt uns, Geld zu vergeben und zu erkennen, dass einige Menschen niemals Arbeit haben werden und wir uns trotzdem um sie kümmern müssen. Es zwingt uns, an die Ältesten in unserer Gemeinschaft zu denken und dafür zu sorgen, dass auch sie gesund und sicher bleiben.

Es zwingt uns zu akzeptieren, dass wir alle füreinander verantwortlich sind, denn jeder kann das Virus verbreiten, das in der Lage ist, andere zu töten, auch wenn wir selbst vielleicht gar nicht betroffen sind. Kurz gesagt, das Virus lehrt uns, aneinander zu denken. Wenn wir also aneinander denken, brauchen wir seine Lektion nicht mehr, und wir werden virusfrei sein.

Man könnte argumentieren, dass man nicht an andere denken kann, weil es unaufrichtig wäre. Das mag sein.

Stimmt, aber wie aufrichtig sind Sie, wenn Sie einen Verkäufer in einem Geschäft anlächeln, wenn Sie „Entschuldigung“ sagen, wenn Sie jemanden auf der Straße angerempelt haben, oder wenn Sie „Schönen Tag noch“ sagen? Wir sehen, dass wir der Unaufrichtigkeit zustimmen, solange sie unseren Interessen dient. Sobald wir aber etwas tun müssen, das uns nicht lohnend erscheint, rufen wir prompt „Aufrichtigkeit“ zu unserer Verteidigung auf.

Diese „Doppelmoral“ ist die eigentliche Unaufrichtigkeit. Da wir ohnehin schon unaufrichtig sind, lasst uns die Unaufrichtigkeit wenigstens sinnvoll einsetzen. Machen wir das Beste aus der Heuchelei. Seien wir nett, auch wenn wir keinen Nutzen darin sehen, denn wenn wir es gemeinsam tun, werden wir die Atmosphäre in unserer Gesellschaft verändern, und die Menschen werden aufrichtig nett. Tun wir, als ob sie uns interessieren, täuschen wir vor, nett zu sein, und tun dies gemeinsam. Die Chancen stehen sehr gut, dass in kürzester Zeit alle freundlich und fürsorglich sein werden.

Wir können unsere Gefühle ändern, indem wir unser Verhalten ändern. Es bedarf  nur gemeinsamer Entschlossenheit und der Einsicht, dass wir keine andere Wahl haben. Covid-19 ist klüger und stärker als jeder von uns, wenn er alleine steht, aber es gelingt ihm nicht, uns zu schlagen, wenn wir als Einheit handeln. 

 

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