Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Der höchste Geschmack

Der Grund, warum der Wille zu empfangen durch die vier oben genannten Unterscheidungen in ABYA kaskadieren muss, ist, dass es eine große Regel bezüglich der Gefäße gibt: Die Ausdehnung des Lichts und sein Austritt machen das Gefäß geeignet für seine Aufgabe (Baal HaSulam, „Vorwort zur Weisheit der Kabbala“, Punkt 1).

Anmerkung: Das bedeutet, dass das Licht zuerst offenbart werden muss und dann verschwindet, und wenn wir selbst Genuss haben wollen, dann wird es möglich sein, dieses Verlangen richtig zu nutzen. Bitte erklären Sie das genauer.

Meine Antwort: Das ist sehr einfach. Wenn ich ein Gast bin und mir etwas angeboten wird, das ich noch nie probiert habe, dann weckt das zunächst keine Verlangen in mir. Ich will es nicht essen.

Aber wenn ich mich überreden lasse, es zu probieren, und anfange, einen köstlichen Geschmack, Geruch und eine köstliche Beschaffenheit zu spüren, dann lehne ich beim nächsten Mal, wenn mir dasselbe angeboten wird, nicht mehr ab. Ich weiß, was es ist; ich habe Erinnerungen und Eindrücke, und ich nehme die Köstlichkeit an.

Alles hängt also davon ab, wie sehr wir die Fähigkeit zur spirituellen Wahrnehmung in uns entwickeln werden, damit wir sie so schnell wie möglich erfüllen und genießen können. Das ist es, was der Schöpfer will.

Frage: In vielen Quellen wird über den Geschmack des Schöpfers geschrieben. Es wird sogar geschrieben: “ Koste den Schöpfer.“ Was ist der Geschmack des Schöpfers?

Antwort: Die Eigenschaft des Gebens. Diese Eigenschaft ist der höchste Geschmack, wenn ein Mensch entgegen seinem ursprünglichen Wunsch, alles ausnahmslos zu empfangen, alles geben will, was er geben kann. Dies bereitet ihm große Freude, nicht weil er gibt, sondern weil er dem Schöpfer ähnlich ist.

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Aus der Sendung „Vorwort zur Weisheit der Kabbala“ vom 14.5.2023



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Ist es in Ordnung seine inneren Zustände zu teilen?

Frage: Es liegt in der menschlichen Natur, seinen Kummer oder seine Erfahrungen mit den anderen zu teilen. Ist das in der Kabbala unwillkommen?

Antwort: Wir sollten unsere eigenen Zustände nicht teilen, denn sie gehören nur uns und dem Schöpfer. Wenn diese Zustände nur meine und die des Schöpfers sind, basierend auf der Wurzel meiner Seele mit Ihm, und deine auf der Wurzel deiner Seele mit Ihm, dann können wir uns dadurch gegenseitig schaden.

Zwei Seelen können sich nicht von einem Punkt nähren, sie nähren sich von zwei verschiedenen Punkten, jede für sich selbst. Deshalb dürfen wir uns in unserer Welt nicht offen beraten und über unsere persönlichen Zustände sprechen: wie jeder einzelne vorankommt, wie er sich entwickelt, wie er den Schöpfer, die höhere Kraft, die höhere Welt offenbart. Das ist ein und dasselbe, denn der Schöpfer oder die Natur ist das gesamte System des Universums t, in dem wir uns befinden.

In der Kabbala ist es nicht üblich, unsere inneren Zustände miteinander zu teilen, da jeder von uns den anderen verwirren würde.

Wir können über die Familie, die Kinder, alles in der Welt sprechen, denn das sind alles tierische Zustände, die tierische Stufe. Darüber hinaus dürfen wir nicht über unsere momentanen Zustände sprechen, sondern nur über allgemeine Handlungen, die jeder Mensch auf dem Weg zum Schöpfer ausführen sollte, denn es gibt eine allgemeine Methode, Theorie, Praxis des spirituellen Aufstiegs, der Offenbarung des Schöpfers.

Man kann mit niemanden über seinen persönlichen Kontakt sprechen, über den Zustand, in dem ich mich mit dem Schöpfer befinde.

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Aus dem Gespräch „Bei mir klingelte das Telefon. Man darf sein Leid nicht mit den anderen teilen“.



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Ein System, aus dem es kein Entrinnen gibt

Frage: Die Kabbala bildet eine umfassende Sicht der Welt. Wie kann man die Information am besten vermitteln damit sie leichter zu verstehen ist?

Antwort: Die Information selbst ist sehr global. Gleichzeitig schließt sie aber auch alle Einzelfälle ein.

Angenommen, man hat ein Unternehmen. Man kann es nicht führen, wenn man nicht die gesamte Menschheit und deren Vernetzung untereinander berücksichtigt. Wie soll man das tun?

Das bedeutet, man muss denken: „Ich muss etwas besorgen, verkaufen, irgendwas erledigen…“ Das geht aber nicht, wenn man nicht an die ganze Menschheit denkt, dass es dabei allen anderen gut gehen soll, dass man für sich nur das nimmt, was man zum Leben braucht und den Rest abgibt, damit alle die Früchte meiner Arbeit genießen können. – „Ist das die richtige Art zu handeln?!“ Wow!“.

Die Höhere Kraft, die heute über uns hereinbricht, verpflichtet uns, dies zu tun. Wenn wir uns ihr nicht anpassen, werden wir daran zerbrechen, es wird schlimmer werden. Krisen unterschiedlicher Form und Art werden sich häufen.

All dies muss auf der untersten Stufe erklärt werden. Man kümmert sich um andere Dinge, um die eigene Arbeit, die eigenen Kinder und die eigene Familie. Konzentriert man sich auf die Tatsache, dass man ohne an andere zu denken, kein normales Leben führen kann?

Man ist gezwungen zu denken, dass die ganze Menschheit eins ist. Es gibt keinen anderen Weg! Man muss sich an dieses Bild gewöhnen, es allmählich in sich verankern. Je freiwilliger man sich dem bewusst nähern kann, desto eher erkennt man, dass dies tatsächlich der Fall ist.

Plötzlich wird es sich wie aus einem Nebel heraus offenbaren: „Es stellt sich heraus, dass tatsächlich alles miteinander verbunden ist! Was ist zu tun? Wohin soll man gehen?“ Oder umgekehrt: „Wie kann man es annehmen?! Wie kann man damit arbeiten?!“

Es ist ein System, dem man nicht entkommen kann! Es ist nicht etwas Trotziges oder etwas Bedrohliches, sondern im Gegenteil – eine Rettung! Nicht eine Rettung vor der Tatsache, dass man sich jetzt schlecht fühlt, sondern eine Befreiung von diesem wertlosen Leben, aus dieser Leere, aus diesem vergänglichen Leben, ein Übergang zu etwas Lichtvollem, Ewigem.

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Aus dem Gespräch „Mein Telefon hat geklingelt. Eine globale Idee“.



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Der Schöpfer wartet darauf, dass wir das Licht einschalten

Frage: „Was ist das Endziel eines Menschen – sich im Schöpfer aufzulösen oder, wie Sie sagen, mit Ihm zu verschmelzen? Bedeutet das, dass wir unsere Identität verlieren oder nicht?“

Antwort: Ich würde es viel erhabener ausdrücken – um den Schöpfer zu vervollkommnen. Außer, das es heißt: „Ihr habt Mich erschaffen“. Das ist es was der Schöpfer sagt. Wenn wir Ihn nicht erschaffen, dann ergänzen wir Ihn zumindest.

Frage: Gibt es einen Mangel in Ihm, wenn wir Ihn ergänzen?

Antwort: Natürlich gibt es einen Mangel. Denn Er muss ohne uns sehr, sehr viel leiden. Er hat den Wunsch zu geben, zu sättigen, auszustrahlen und es gibt niemanden, niemand ist dazu bereit.

Frage: Wir wollen gesättigt werden, empfangen…

Antwort: Wir wünschen uns, nicht von Ihm noch durch Ihn erfüllt zu werden! Ich würde sagen, es ist ein Nervenkrieg, wer gibt zuerst auf und sagt: “ Ich liebe!“ Es ist wirklich ein Zermürbungsspiel.

Frage: „Werden wir unsere Identität verlieren oder nicht?“

Antwort: Wir werden sie erst dann erlangen. Welche Identität haben wir jetzt? Es gibt absolut keine Identität.

Die Identität erlangt man, indem man für den Schöpfer im Handeln notwendig wird. Wir sind bereits notwendig, aber im Handeln, indem wir uns Ihm annähern, mit Ihm verschmelzen, dem Universum etwas hinzufügen, bewirken wir, dass das gesamte Universum mit dem Höheren Licht erfüllt wird, das die gesamte Schöpfung erfüllt. Ohne uns wäre es leer, kalt und dunkel.

Frage: Welche Art von Ergänzung erwartet der Schöpfer von uns?

Antwort: Das wir das Licht einschalten, wir tatsächlich das Licht in dieser Welt anschalten. Das Universum soll vom Licht des Schöpfers, der Liebe, der Güte, der Einheit, der Vollkommenheit in allen Formen, was auch immer, erfüllt werden.

Bemerkung: Sie sagen das heute, wenn man nicht weiß, wohin man laufen soll. Bei diesen verrückten Kriegen…

Antwort: Man muss gar nichts tun. Man muss lediglich ruhig warten, mit der Überzeugung, dass es geschehen wird. Man muss es wollen, bitten, und nur leise zum Schöpfer beten.

Frage: Ist es das, was wir tun müssen?

Antwort: Ja, ohne unnötigen Lärm, ohne Erklärungen, ohne Diskussionen, ohne alles.

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Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“, 14.02.2022



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Wenn man sich nicht der Gruppe anschließt

Kommentar: Wenn man anfängt, Kabbala zu studieren, hört man normalerweise auf, die Dinge wahrzunehmen, die in der materiellen Welt existieren. Man kapselt sich sozusagen ab, man will nicht mit dieser Welt verbunden sein. Es ist, als ob man etwas Neues entdeckt hat, aber das Ergebnis führt zum Gegenteil…

Antwort: Das Ergebnis ist, dass der Egoismus des Menschen zunimmt, da er auf die nächste Stufe aufsteigen muss. Er wehrt sich aber, arbeitet nicht an seinem gewachsenen Ego, sondern verbleibt in ihm. So zieht ihn die materielle Welt mehr und mehr an, und er vertieft sich schon wieder in einen neuen Egoismus.  

Alle möglichen vergangenen Vergnügen, Genüsse, Errungenschaften erscheinen ihm plötzlich noch angenehmer als zuvor. Früher hat er sie abgelehnt, aber jetzt greift er wieder danach, da der Egoismus in ihm absichtlich gewachsen ist, damit er sich über ihn erheben kann! Das tut er aber nicht, er bleibt drin.

Frage: Macht das jeder durch?

Antwort: Natürlich! Normalerweise werden 90% der Menschen, die Kabbala studieren, an diesem Punkt „abgeschnitten“ und kehren in dieses Leben zurück, in diesen erhöhten Egoismus. Sie fügen sich durch das Studium der Kabbala mehr Egoismus hinzu, sie können nicht daran wachsen und kehren zu den weltlichen Angelegenheiten zurück: manche Leute malen Gemälde, manche machen Geschäfte oder etwas anderes.

Wenn man sich der Gruppe ernsthaft anschließt, wird man sich über das Ego erheben und weiter gehen.

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Aus dem Gespräch: „Mein Telefon hat geklingelt. Was ist von der Kabbala zu erwarten?“



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Der Körper begleitet den Menschen auf dem spirituellen Weg

Ich werde oft gefragt: Warum braucht der Mensch einen Körper, warum kann er nicht einfach in Gedanken leben? In der Tat gehört der Körper zur tierischen Stufe, und wir wollen zur menschlichen Stufe aufsteigen, die dem Schöpfer ähnlich ist. In diesem Fall brauchen wir diesen Körper natürlich nicht.

Aber wir haben die endgültige Korrektur noch nicht erreicht, und deshalb existieren wir in einem physischen Körper, um von Stufe zu Stufe aufzusteigen.

Gedanken allein sind nicht genug. Schließlich werden wir in einem tierischen Körper geboren und leben eine bestimmte Anzahl von Jahren in ihm, um schließlich zu erkennen, dass wir uns über die Stufe des Körpers zur Stufe der Gedanken, Absichten und des Gebens erheben müssen. Deshalb brauchen wir diesen Körper noch, und all unsere Arbeit bis zum Ende der Korrektur kann im Körper weitergehen.

Der Körper ist kein Hindernis für den spirituellen Fortschritt, er widersetzt sich nicht, sondern im Gegenteil, er begleitet uns auf dem Weg, soweit wir ihn brauchen. Dies ist eine besondere Berechnung, die von oben geschieht.

Wenn wir alle Stufen korrigieren, die durch die Existenz im Körper korrigiert werden müssen, indem wir alle Widerstände des Körpers überwinden, dann wird dieser Körper überflüssig. Anstelle eines physischen Körpers aus Fleisch und Blut wird unser Körper dann zu einem Verlangen, das wir genießen können, und wir existieren weiterhin in unserem spirituellen Körper.

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Aus dem 1. Teil der täglichen Kabbala Lektion vom 9.6.23, Schriften des Rabasch „Was ist die Schwere des Kopfes in der Arbeit?“



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Abstufung der Verlangen

Frage: Sie sagten, dass es in der Gruppe unbelebte, pflanzliche, tierische und menschliche Stufen gibt und alles nur von der Absicht des Einzelnen abhängt. Wie kann ein Mensch mit seiner Absicht diese Stufe wählen?

Antwort: Durch seine Entwicklung! Er steigt auf. Im Moment kann man nicht fühlen, auf welcher Entwicklungsstufe man sich befindet.

„Ich bin ein Mensch in dieser Welt. Seht, ich bin ein Mensch! Schau- zwei Beine, zwei Arme, wie bei einem Affen und ein Kopf ist auch vorhanden. Bin ich nun ein Mensch oder nicht? Ich schaue mich im Spiegel an – ich denke ich bin ein Mensch. Plötzlich sehe ich eine Art Wolfsgesicht – nein, das bin nicht ich! Ich bin es, aber in innerlich. Plötzlich erscheint ein Hasengesicht – und das bin ich auch, manchmal“.

Wer bin ich in meinem Inneren?! Was wir im Inneren sind verstehen wir nicht. Man versteht nicht, auf welcher Stufe man sich befindet, auf welcher Stufe die Verlangen der pflanzlichen, tierischen, unbelebten oder menschlichen Art sind.

Im Grunde sind sie alle sehr leicht zu unterscheiden. Wenn man nach den Prinzipien der anderen lebt, mitten in dieser Welt, dann sind die Wünsche definitiv von der unbelebten Stufe, sonst würde man nicht existieren.

Die Wünsche der pflanzlichen Stufe sind: vollkommen dem zu folgen, was in dieser Welt ist, man folgt allen anderen – wo alle anderen hingehen, geht man auch hin. Etwa so: ein bisschen in Richtung Sonne, ein wenig in diese, ein wenig in jene Richtung – das sind egoistische Wünsche auf der pflanzlichen Stufe, sie sind noch nicht einmal tierisch.

Die Verlangen der tierischen Stufe sind: man beginnt in den Bewegungen nach einem Sinn zu suchen, es entsteht dabei eine Unruhe.

Wenn man anfängt, diese Wünsche für den Aufstieg auf die nächste Stufe zu realisieren, obwohl sie immer noch egoistisch sind, ist man den Verlangen der Stufe „Mensch“ näher. Das heißt, man schreitet von lo-lishma (für sich selbst) zu lishma (für den Nächsten) voran.

Frage: Wie werden sie in der Gruppe, entsprechend ihrer Absicht sortiert?

Antwort: In einer Gruppe befinden sie sich gewöhnlich auf der vierten Stufe, oder sie bewegen sich an der Grenze zwischen der dritten und der vierten Stufe.

Dann werden sie auf den nächsten Stufen weiter sortiert, denn jede Stufe besteht aus vier weiteren. Das ist das natürliche Gesetz der Einteilung eines jeden Objekts.

Frage: Gibt es also in der Gruppe eine unbelebte, eine pflanzliche Stufe usw.?

Antwort: Ja, man kann es an den Menschen sehen, wie sehr sie an allem teilnehmen, wie sehr sie in der spirituellen Arbeit sind, wie sehr sie sich der Umsetzung der Methode hingeben. Immer ist es aber nicht so, denn sie sind ineinander eingeschlossen und Vieles hängt von der Wurzel der Seele ab.

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Aus dem Vortrag „Mein Telefon hat geklingelt.  Die Wurzel der menschlichen Seele“.



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Wann kommt das Licht?

Frage: Erhält der Mensch das höhere Licht, wenn er gegen sein Verlangen handelt und versucht, es zu überwinden?

Antwort: Das Licht kommt, wenn der Mensch trotz seines Egoismus, seines Hasses, seiner Wut und allem was ihn von der Liebe, von der Verbindung mit anderen Menschen und von der Verschmelzung mit ihnen zu einem gemeinsamen Wunsch abhält, mit ihnen verbunden sein will und sich über das Ego erhebt.

Natürlich kann er das nicht sofort anstreben, sondern bewegt sich allmählich, so wie ein Kind wächst, in kleinen Schritten. Auch wenn seine Verbindung zu den anderen rein egoistisch ist, wirkt das Licht langsam auf ihn ein und er erkennt, dass er sich noch in diesem Zustand befindet.

Denn der Abstieg, die Abschwächung der Kraft des höheren Lichts fand absichtlich statt, Schritt für Schritt und durch ein System von Filtern. Selbst wir, die wir uns in der entgegengesetzten Eigenschaft zu Ihm befinden, absolut egoistisch sind und nur für uns selbst empfangen wollen, können es auf uns wirken lassen.

Nicht direkt, wenn wir spüren, dass es in uns erwacht, sondern in Form des „umgebenden Lichts“, wie aus der Ferne, da wir Ihm entgegengesetzt sind. In dem Maße, in dem wir Ihm immer ähnlicher werden, uns diesem Licht angleichen, spüren wir es noch deutlicher. Diese Manifestation von Ihm wird die Offenbarung des Schöpfers genannt.

Frage: Wird das Licht nicht alles zu Asche niederbrennen, wenn es sich in so einer Form offenbart?

Antwort: Wie kann es sich in einem entgegengesetzten Zustand offenbaren? Es kann sich nur nach dem Gesetz der Ähnlichkeit offenbaren, nichts anderes.

Das Licht befindet sich in einer freien, offenen Form vor dir, du kannst es nur in dem Maße empfangen, fühlen und anziehen, wie du es anstrebst. Es kann sich also nicht mehr oder weniger offenbaren – du bestimmst das Maß, in welchem es sich in dir offenbart. Nichts hängt von Ihm ab. Alles hängt ausschließlich vom Menschen ab!

In dem Maße, in dem du eine Handlungen in dir hervorrufst, die dich zum Licht bringt, Ihm näher bringt und dich ausrichtet, wirkt es auf dich. Du rufst seinen Einfluss hervor.

[309035]

Aus dem Gespräch „bei mir klingelte das Telefon. Wann kommt das Licht?“



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Das Geheimnis der Wahrnehmung der Welt

Frage: Warum sehen wir unsere Welt als eine physische Welt? Sie sagen doch, dass alles ein Feld ist, Lichtfunken, die zusammenkommen.

Antwort: Unsere Welt besteht aus einer Kraft, die auf uns einwirkt und uns ein Gefühl für das Bild in unserem Inneren vermittelt. Auf diese Weise prägt sie sich auf der Netzhaut unserer Augen und in unserem Gehirn ein.

Es handelt sich um ein lichtempfindliches Material, welches das Feld des Lichts, seine verändernde Intensität wahrnimmt und so ein Bild wiedergibt. Es handelt sich um Lichtschwankungen und daraus entschlüsselt man im Kopf das daraus resultierende Bild.

Wenn man ein Kind oder einen Hund in einen Raum bringt, stellt sich für sie eine völlig andere Welt, als die eigene dar. Selbst sieht man die Wände, die Decke, die Bilder, was auch immer und sie sehen das nicht. Für Sie fügt sich alles zu einem Bild von einer Inneneinrichtung zusammen, aber nicht für sie.

Das bedeutet, dass Sie das Bild nach ihren Reshimot entschlüsseln. In Wirklichkeit ist es nur die Wirkung des Lichts, die unterschiedliche Intensität seiner Teilchen, Einflüssen und Feldern. Es gibt nichts anderes!

Frage: Warum haben wir genau diese bestimmte Wahrnehmung und nicht eine andere?

Antwort: Da das der beste Weg ist, von dieser zu einer spirituellen Wahrnehmung überzugehen, bei der man jede Erfahrung nur in dem Maße wahrnimmt, wie man nach seinen Möglichkeiten geben kann. Man nimmt sie jetzt in einer größeren oder geringeren Fähigkeit zu genießen wahr.

Nehmen wir an, ich betrachte gerade ein Bild auf dem Fische zu sehen sind. Warum nehme ich sie wahr? Da sie mir in meinen Wunsch zu genießen, alle möglichen Eindrücke hervorrufen: angenehme oder unangenehme, wünschenswerte oder unerwünschte, Angst oder Freude. Aus diesen Zuständen erhalte ich ein Bild.

Ich sehe weder gelb, lila, blau, Wasser, Fische und so weiter. Ich sehe einige Eindrücke, die für mein Ego angenehmer oder weniger angenehm sind und erst dann entschlüssele ich sie.

[308932]

Aus einem Gespräch 



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Was ist Liebe?

Frage: Im Laufe der Geschichte wurden viele Lieder über die Liebe geschrieben und viele schöne Romane verfasst. Auf der anderen Seite hat die Liebe zu vielen Tragödien und Kriegen geführt. Es ist so viel über sie gesagt worden. Vielleicht ist sie das erhabenste menschliche Gefühl.

Was also ist Liebe?

Antwort: Liebe ist eine besondere Beziehung, die ein Mensch zu jemandem oder etwas hat. Wir können das Meer, Musik, einen schönen Geruch usw. lieben. Auch das wird als etwas bezeichnet, was wir lieben.

Warum lieben wir etwas? Weil es uns Freude bereitet. Wir genießen das Meer, die Musik, die Gerüche, den Himmel. Umgekehrt hassen wir das, was uns leiden lässt, was uns Probleme bereitet. So entsteht Liebe oder Hass, sowohl bei Menschen als auch bei Tieren.

Das ist „egoistische Liebe“. Darin sind wir wie Tiere. Wir lieben, was gut für uns ist und distanzieren uns von dem, was schlecht für uns ist. Und das nennt man Liebe. Es ist also nicht die Liebe zu einem Gegenstand, sondern die Liebe zu dem, was er in uns weckt.

Ein Bekannter erzählt zum Beispiel, dass er geschieden ist. „Was ist passiert?!“ – „Die Liebe ist weg.“ Die Liebe existiert also so lange, wie wir uns aneinander erfreuen können. Sogar Ärzte sagen heute, dass die Liebe zwischen Partnern nach 2-3 Jahren verschwindet.

Aber das ist nicht die Art von Liebe, von der die Wissenschaft der Kabbala spricht. Die Wissenschaft der Kabbala spricht von Liebe als etwas, das sich über dem Egoismus eines Menschen befindet, der es genießt, jemanden oder etwas zu benutzen. Liebe ist aber etwas, das wir auf zwei Ebenen aufbauen.

Es gibt eine Beziehungsebene zwischen uns, die von Streit und sogar Hass, also Uneinigkeit, begleitet sein kann. Und gleichzeitig bauen wir über diesen Meinungsverschiedenheiten ein besonderes Band auf, das wir „Liebe“ nennen.

Wir arbeiten hart daran, investieren viel Zeit und Mühe und bauen es auf. Es heißt „alle Vergehen werden von der Liebe bedeckt“. Das heißt, die Liebe wird gerade über den „Vergehen“ aufgebaut, über den Widersprüchen, die zwischen uns bestehen.

Nur auf diese Weise können sich zwei Menschen miteinander verbinden, damit das Band zwischen ihnen gut, stark, gesund und wahrhaft menschlich ist. Es ist eine Verbindung zwischen Menschen, die sich bewusst sind, dass sie egoistisch sind und sich vielleicht am nächsten Tag wieder streiten. Trotzdem arbeiten sie daran, dass zwischen ihnen eine schöne, gute Verbindung entsteht, die „Liebe“ genannt wird.

Und es ist keine Liebe, die auf sexueller Anziehung oder Gewohnheit beruht, oder auf dem, was mir heute gut tut, und morgen vielleicht wieder etwas anderes.

Im Gegenteil, es ist eine Liebe zwischen Menschen – zwischen Männern, Frauen, Kindern, innerhalb eines Volkes oder in einer Gruppe von Menschen. Es geht nicht um das Vergnügen aneinander, dass wir den anderen genießen und deshalb lieben. Denn in diesem Fall ist es eine tierische Ebene.

Auf der menschlichen Ebene hingegen schaffen wir ein Band der Liebe zwischen uns, das alles übertrifft, was wir voneinander bekommen – Genuss oder sein Gegenteil – bis dahin, dass wir den anderen für seine Gewohnheiten hassen können, weil wir ihn nicht mögen. Trotzdem sagen wir, dass wir einander lieben sollten, schließlich gehören wir zum selben Volk.

Und dann arbeiten wir daran, wie wir uns auf der Ebene dieser Welt physisch, menschlich oder irgendwie sonst in den Gewohnheiten einander annähern können.

Mit anderen Worten: Liebe ist der ultimative Wert in einer Beziehung zwischen Menschen, die sich miteinander verbinden wollen, weil sie verpflichtet sind, verbunden zu sein und diese Art der Verbindung zu wählen.  Daran arbeiten sie beständig.

Deshalb heißt es: „Alle Vergehen werden durch die Liebe bedeckt“. Es gibt „Vergehen“ zwischen uns. Das sind alle Arten von Meinungsverschiedenheiten. Und über ihnen bauen wir unsere Liebe auf. Und mehr noch: Je mehr Unstimmigkeiten es gibt, desto stärker muss die Liebe über ihnen sein.

So sollten die Menschen erzogen werden. Dann können wir einen Zustand erreichen, in dem wir den Schirm der Liebe über die ganze Welt, über die ganze Menschheit spannen können. Das ist Liebe. Andernfalls ist es nur materielle Liebe und man liebt nur das, was gut für den eigenen Körper ist – Tierliebe eben.

Die menschliche Liebe hingegen wird über all dem aufgebaut, was uns am  anderen missfällt. Aber es gibt einen Grund – einen höheren Wert – warum wir verpflichtet sind, ihm gegenüber freundlich zu sein.

Und wir beide erkennen, dass wir auf der gewöhnlichen Ebene alle möglichen Meinungsverschiedenheiten haben – über das Land, das Leben und alles andere. Aber in jedem Fall kommen wir zu dem Entschluss, dass wir verpflichtet sind, miteinander verbunden zu sein, trotz der verschiedenen Einstellungen, die uns voneinander unterscheiden.

Wir bauen dieses Band, unsere Liebe langsam, Schritt für Schritt auf der Grundlage eines höheren Ziels auf, das wir gemeinsam erreichen wollen, in der Verbindung zwischen uns – jenseits unserer physischen Körper.

[178308]

Aus einer Radiosendung 103FM 



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