Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Die Absichten des Menschen stellen ihn dar

Bemerkung: Das Thema der wissenschaftlichen Kabbala beschäftigt sich mit dem innersten Teil des Menschen – der Absicht. Das untersucht keine andere Wissenschaft. 

Die Psychologie untersucht zum Beispiel nur Gefühle, Emotionen, menschliche Reaktionen und Wünsche.

Antwort: Nicht nur das. Die Psychologie untersucht auch die Absicht. Sie zählt aber zu keiner Wissenschaft, da es in unserer Welt keine klaren Möglichkeiten gibt, um psychologische Parameter des Menschen zu messen, zu wiegen, zu vergleichen usw.

Die Kabbala, die Wissenschaft der Absicht, gibt uns ein Werkzeug für eine vollkommen andere Herangehensweise. Gewöhnlich wird ein Mensch anhand seiner Handlungen und Ergebnisse bewertet. Im Unterschied dazu beurteilt die Kabbala einen Menschen anhand seiner Absichten. Ich kann schließlich in unserer Welt etwas Böses mit einer guten Absicht tun und umgekehrt können böse Absichten manchmal gute Taten bewirken.

Wichtig ist, die Absichten des Menschen zu offenbaren, da es den Mensch darstellt. Seine Handlungen und Wünsche hingegen hängen nicht von ihm ab, sie entstehen in ihm, wie seine körperliche Entwicklung.

 

Aus dem TV Programm“ Die Grundlagen der Kabbala“ 13.12.2018

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Die Spiritualität der Frauen beginnt sich endlich zu offenbaren

Michael LaitmanFrage: Ich habe ein deutliches Wachstum in der Anzahl der Kabbala studierenden Frauen bemerkt und ehrlich gesagt: Das macht mich sehr glücklich! Geschieht das, weil ihre Verlangen zunehmen?

Antwort: Die Weisheit der Kabbala wurde jahrtausendelang vor der Menschheit verborgen, um damit der Menschheit die Möglichkeit zu lassen, ihren Egoismus zu entwickeln und schließlich den globalen Egoismus zu offenbaren – das „kleine Dorf“, in dem alle Menschen völlig miteinander verbunden sind. Solange die Kabbala verborgen war, wurde sie nur durch Männer überliefert, weil in unserer Welt der Mann die Qualität des Schenkens vertritt und die Frau – die Qualität des Empfangens.

Sobald wir jedoch das Niveau des globalen Egoismus erreichten – so wie u, das heißt, so wie unsere Seelen innerhalb des Systems der einzigen Seele von Adam verbunden sind – begann sich die Weisheit der Kabbala jedem zu offenbaren, weil es die Methode ist, unseren allgemeinen Egoismus zu korrigieren, der von den Frauen in unserer Welt repräsentiert wird.

Darum werden mehr Frauen als Männer vom Studium und der Anwendung der Kabbala angezogen. Jedoch kann das nicht ohne den männlichen Teil erfolgen, weil es gerade der männliche Teil ist, der den Einfluss des Lichts erweckt, allerdings nutzt er dazu das weibliche Verlangen und zieht folglich das Licht auf beide heran. Ähnlich wie eine Frau auf das Haus und die Kinder aufpasst, während der Mann die Mittel erwirbt, um die Wünsche der Frau zu realisieren.

 

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Was bedeutet es dem Laubhüttenfest oder Sukkot zu folgen?

 
Veröffentlicht auf Facebook-Seite Michael Laitman 16.10.19

Was bedeutet es dem Laubhüttenfest oder Sukkot zu folgen?

Ein Schach (ein Strohdach aus Pflanzenresten) zu errichten, bedeutet der Idee der Einheit “ wie ein Mensch mit einem Herzen” zuzustimmen und uns über alle Unterschiede zu verbinden. 

Wir sitzen in der Sukka, unserer vorübergehenden Behausung. Unter ihrem Schach verbinden wir uns, um  sich von dem positiven Einwirkung des Lichtes beeinflussen zu lassen. Wir sitzen im Schatten der Sukka, denken an unsere Verbindung und Einheit. Wir bemühen uns der perfekten  Form des Lichtes und der in der Natur existierenden und alles verbindenden Form zu gleichen.

Wir respektieren den Schatten, d.h. unsere egoistischen, uns voneinander trennenden Wünsche und gleichzeitig verstehen wir, dass wir uns über unsere Egos verbinden werden.

Wir  bedecken unsere Egos mit dem Schach, d.h. mit dem Vorhaben andere zu lieben und für sie zu sorgen, mit den altruistischen Konzepten, die für unseren Egoismus wertlos sind. In der Kabbala wird Schach (das Dach) auch als Masach (Schirm) bezeichnet.

Unter dem Schach befindet sich unser Egoismus. Wir verbinden uns darüber.

Schach stellt unseren gemeinsamen Wunsch dar: zu lieben, zu geben, uns positiv miteinander zu verbinden und mit allen Eins zu sein.

Die Sukka ähnelt dem Ort  unserer gemeinsamen Seele von Adam HaRishon, dem Ort der Einheit und der Verbindung. 

Verfolgt man die  Bedeutung des Laubhüttenfests oder Sukkot, liegt unsere Anstrengung darin, gemeinsam das Schachdach zu erbauen. Es gibt uns das Vertrauen zurück, von der verbindenden Kraft der Natur gehalten zu werden und verwandelt  die vorübergehende Behausung in eine stabile, sichere und geschützte Struktur.

In unserer Organisation, dem Bnei Baruch Kabbala Bildungs- und Forschungsinstitut, werden die inneren Prozesse und die tatsächliche Bedeutung der Feiertage, wie Sukkot gelehrt. Mit der Methode der Kabbala kann jeder Mensch diese Entwicklung  jeder Zeit unabhängig von Kalenderdaten durchlaufen und die Wahrnehmung und die Empfindung der höheren Realität offenbaren. Wir laden alle Interessierten ein, an unseren Kursen teilzunehmen.   Zur Kabbala Akademie

 


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Der von dem Schöpfer für mich auserwählte Gefährte

Frage: Gibt es einen Unterschied in der spirituellen Entwicklung von Frauen und Männern, und wenn ja, worin äußert er sich?

Antwort: Wenn wir vom historischen Prozess ausgehen, sehen wir, dass Abraham, gleich nachdem er begonnen hat, die Wissenschaft der Kabbala zu enthüllen, eine Anweisung bekommen hat, sich mit seinem weiblichen Teil zu vereinigen: „Höre darauf, was dir Sarah sagt“.

Der weibliche Teil bestimmt alles. Das, was ein Mann enthüllt, enthüllt er in einer Frau – der männliche Teil der Seele in dem inneren weiblichen Teil der Seele, und ein Mann in einer Frau.

Rabash hat mehrmals geschrieben und gesagt, dass Mann und Frau sich in einer korrigierten Gesellschaft, in einer korrigierten Familie, in einem Prozess der Enthüllung des Schöpfers zwischen ihnen befinden.

Der Mann nimmt den Schöpfer über seine Frau wahr, und genauso verhält sich die Frau gegenüber ihrem Mann, und sie spüren ständig, dass der Schöpfer zwischen ihnen herrscht.

Frage: Was bedeutet das?

Antwort: Ich weiß, dass ich meine Frau vom Schöpfer bekommen habe. Und wenn ich sie als einen Teil wahrnehme, mit dessen Hilfe ich den Schöpfer erreiche, verwirkliche ich tatsächlich mich selbst.

Frage: Das heißt, dass die Frau meine Partnerin auf dem spirituellen Weg ist?

Antwort: Sie ist nicht einfach nur Partnerin. Ich sehe in ihr einen Gefährten, den der Schöpfer für mich auserwählt hat. Und wenn ich mich ihr gegenüber so verhalte, wende ich mich nicht an sie, ich wende mich an sie und an den Schöpfer gleichzeitig und spüre, dass sie sich mir gegenüber genauso verhält.

Es scheint eine unnatürliche Zweiteilung zu sein, doch es ist sehr natürlich, weil es sehr zielgerichtet ist.

Wir fangen also an, uns in jedem Moment unseres Lebens, von den intimsten bis hin zu den alltäglichen Situationen in der Familie, und um so mehr in der Gesellschaft und in der Welt, uns einander gegenüber so zu verhalten, als ob der Schöpfer zwischen uns herrschen würde.

Wir spüren, dass diese Kraft uns miteinander verbinden, die Leerräume zwischen uns ausfüllen und die Abstoßung und den Hass, die zwischen uns entbrennen, korrigieren muss. Der Schöpfer selbst kommt, um diesen Raum auszufüllen und uns miteinander zu verbinden.

Wir können anfangen, das in der Familie, in dem naheliegendsten Ort für jeden von uns, umzusetzen und das dann weltweit fortzuführen.

 

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Im Schatten der vorübergehenden Behausung[117045]

Der Feiertag Sukkot symbolisiert Freude. Es ist ein bemerkenswerter, angenehmer, einfacher Feiertag, den die Menschen sehr mögen. Er fordert eine frühzeitige Vorbereitung, ist aber trotzdem von einer fröhlichen Atmosphäre durchgedrungen. Warum?

Vor allem nach dem Erhalten der Tora an Shawuot des neunten Av haben wir unser Zerbrechen erkannt, was auch das Zerbrechen der Tafeln symbolisiert. Dann haben wir die Erkenntnis des Bösen erlangt und am jüdischen Neuenjahrstag (Rosh Ha-Shana) entschieden, dass wir eine Korrektur benötigen. Dann ist der Tag der Sühne (Jom Kipur) eingetreten. In der Sprache der Kabbala gilt das als Umarmung der rechten und der linken Linie, als Verbindung der Eigenschaften des Gerichtes (Dinim) mit jenen der Barmherzigkeit (Chasadim).

Und endlich beginnt der Feiertag Sukkot oder die besonderen Korrekturen, wonach ich meine Verlangen schon zum Geben erheben kann. Das Symbol dieses Prozesses ist die Laubhütte (Sukka). Alles ist äußerst einfach: Ich benutze die elementaren, „wertlosen“ Verlangen, die durch die Zweigen und die Blättern der Laubhütte dargestellt werden. Sie machen nicht viel her, aber gerade aus ihnen baue ich die vorübergehende Behausung – ein schütteres Dach, um wenigstens etwas über dem Kopf zu haben. Er ist aus Material gebaut, das keinen Wert hat und das man überall finden kann.

Nachdem ich diesen Zustand bzw. diese vorübergehende Unterkunft aufgebaut habe, kann ich mich darin freuen. Somit symbolisiert die Laubhütte das spirituelle Gefäß (Kli), worin ich das Licht empfange. Und das Dach ist das Symbol des Schirmes (Masach): Ich will kein direktes Licht empfangen, und der Schatten soll überwiegen, das Licht soll durch das Dach kaum durchdringen können.

Und ich bin darüber froh, dass ich über mir den Schirm gebaut habe, der mir hilft, den höheren Überfluss zu verbergen und im Schatten zu bleiben. Mit anderen Wörtern kann ich mich schon selbst (natürlich nur mit Hilfe des Lichtes, das zur Quelle zurückführt), von den Genüssen im spirituellen Gefäß abhalten.

Der Prozess dauert fort: Ich korrigiere mich in meinen wachsenden Gefäßen (Verlangen), ich befinde mich zusammen mit ihnen in „der Laubhütte“, ich kann sie enthüllen und mittels des Schirms benutzen.

Und dann tritt der Feiertag Simchat Tora („die Freude der Tora“) ein. „Die Tora“ ist das Licht, das zur Quelle zurückführt, das ich am Shawuot bekommen habe. Ich verwende diese Kraft für die Korrektur der Gefäße und gehe jetzt aus „der Laubhütte“ heraus. Mit anderen Worten habe ich jetzt einen unbeschränkten Schirm und brauche mich nicht mehr um das Dach sorgen.

Der Auszug aus „der Laubhütte“ ist das Symbol dafür, dass ich von nun an frei durch die ganze Realität “wandern” kann. Ich muss keinen Schirm über dem Kopf bauen, weil er jetzt in mir ist. Ich befinde mich im eigenhändig korrigierten Gefäß.

Auszug aus dem Unterricht zum Feiertag Sukkot, 18.09.2013

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Kabbala und Psychologie: die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler

Bemerkung: Die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler ist in der Kabbala sehr wichtig. In der Psychologie gibt es so etwas, soweit ich weiß, nicht.

Antwort: Ich denke, dass auch dort der Mensch an seinen Psychologen gebunden ist. In der Kabbala ist die Verbindung des Schülers mit dem Lehrer unerlässlich. Es ist notwendig, dass er dem Lehrer zuhört und versucht seinen Rat umzusetzen, auch wenn es für ihn nicht ganz real erscheint.

In der Kabbala ist der Lehrer für den Schüler ein Problem: Er muss ihn akzeptieren und ihm, entgegen dem gesunden Menschenverstand folgen.

In der Psychologie ist es verständlicher. Sowohl der Psychologe als auch der Patient befinden sich auf der gleichen egoistischen Stufe. In der Kabbala gibt es zwei Stufen: Der Lehrer befindet sich auf der spirituellen und der Schüler auf der materiellen Stufe, dass ist ein Problem. 

Frage: Stimmt es, dass alle Ratschläge in der Kabbala die vom Lehrer/Instrukteur kommen, für den Schüler unklar sind?

Antwort: Die innere Bedeutung ist natürlich nicht klar, denn der Schüler ist noch nicht auf der Stufe des Lehrers. Psychologie kann man im Prinzip selbst erlernen. Man kann die Zusammenhänge von dem die großen Psychologen reden, verstehen. Anders gesagt befindet sich die Psychologie innerhalb der Grenzen rationaler Gedanken und Wünsche und die Kabbala liegt außerhalb dieser Grenzen – das heißt „im Glauben über dem Verstand“.

 

Aus der TV-Sendung „Grundlagen der Kabbala“, 13.12.2018

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Der Dritte Tempel und das Kommen des Messias

Michael LaitmanFrage: Der Zweite Jüdische Tempel wurde unter Bedingungen gewaltsamen Widerstandes sowohl von ausländischen Feinden des Gottes Israels als auch von innerhalb der jüdischen Gemeinschaft in Jerusalem erbaut. Wird nicht der Bau des Dritten Tempels (so bald wie möglich) mit Sicherheit das Kommen des Messias beschleunigen – des Mannes Gottes, der allein Frieden schaffen kann?

Meine Antwort: Es wird überhaupt nichts beschleunigen, sondern nur noch mehr Schaden anrichten. Und das, weil die Nation zuerst auf der spirituellen Ebene korrigiert werden muss, da dies die Bedeutung des Erbauens des Tempels ist (der gemeinsamen Seele, in welcher der Schöpfer enthüllt ist). Wir müssen den Tempel in unserem Inneren erbauen, durch die Erlangung brüderlicher Liebe, und innerhalb dieser Liebe werden wir den Schöpfer erreichen (die Gegenwart der Schechina), so wie geschrieben steht: „Bereitet einen Platz (das gemeinsame Verlangen) für Mich und Ich werde unter euch verweilen.“

Erst dann werden wir ein Symbol des Tempels aus Stein erbauen können. Der Messias ist kein Mensch, sondern eine Kraft, welche die gesamte Menschheit aus dem Egoismus herausreißt. Baal HaSulam schreibt in seinem Artikel „Das Horn des Messias“, dass die Methode, den Messias in der Welt zu offenbaren, in der Verbreitung der Kabbala unter allen Nationen liegt. Und dies ist, was wir versuchen zu tun.

Es ist möglich, dass der Messias (die Kraft und Methode der Korrektur der Seelen) von einem Menschen repräsentiert wird – einem Lehrer, der durch sein Vorbild aufklären und führen wird.

Verwandtes Material:
Blog-post: Der Bau des Dritten Tempels
 
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Was können wir aus dem tödlichen Anschlag vor der Synagoge in Halle lernen?

Der Artikel wurde in The Times of Israel am 10.10.2019 veröffentlicht

Der Mord an zwei Menschen in der Nähe einer Synagoge in Halle in Deutschland war ein weiterer schrecklicher Akt des Antisemitismus am heiligsten Tag des jüdischen Kalenders. Es wäre jedoch viel schlimmer gewesen, wenn der 27-jährige Angreifer, der sich mit der extremen Rechten identifizierte, die Türen der Synagoge aufgebrochen und die 57 Gläubigen, die am Yom Kippur Gebete abhielten, auch getötet hätte.

In einem Video, das er im Vorfeld der Schießerei aufnahm, leugnete der Täter den Holocaust und verurteilte Feministen und Migranten. Dabei erklärte er ganz klar, dass „die Wurzel all dieser Probleme der Jude sei“.

Nachdem die Medien bekannt gaben, dass zwei Menschen erschossenen wurden, verurteilte Außenminister Heiko Maas die schreckliche Tat. Er schrieb auf Twitter: „Die Schüsse, die auf eine Synagoge an Jom Kippur, dem Jüdischen Fest der Versöhnung, abgefeuert wurden, trafen uns ins Herz“, und „wir alle müssen gegen den Antisemitismus in unserem Land vorgehen“. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte die deutschen Behörden aufgefordert, weiterhin entschlossen gegen den Antisemitismus aufzutreten.

Unter all den Tränen, den Gebeten und den anteilnehmenden Worten für die Familien der Opfer gab es eine klare Forderung nach konsequenten Maßnahmen gegen den sich wieder weltweit verbreitenden Antisemitismus. 

Doch abseits der Verzweiflung spürte man auch deutlich die allgemeine Hilflosigkeit angesichts dieses wachsendem Phänomens. Hilflosigkeit und Verzweiflung mögen wir nicht. Aber könnten diese schlimmen Gefühle letztendlich vielleicht zu einem positiven Ausgang des explosionsartig zunehmenden Antisemitismus führen?

Wir sind immer wieder von diesem irrationalen Phänomen des Antisemitismus überrascht, das unser Volk seit Generationen heimsucht. Dieses Phänomen unterscheidet weder zwischen Geschlechtern, noch zwischen Jom Kippur und einem normalen Wochentag und auch nicht, ob die Synagogen in Berlin oder in Pittsburgh stehen. Aber soll uns vielleicht gerade das anspornen zu verstehen, was uns die Kabbalisten seit Generationen zu sagen versuchen?

Was wollten die Kabbalisten dem jüdischen Volk im Buch Sohar und anderen kabbalistischen Texten vermitteln? Im Klartext: Wenn wir Juden uns miteinander verbinden, laden wir eine positive Kraft aus der Natur ein. Die Kraft wird sich dann nicht nur unter dem jüdischen Volk, sondern auch unter der gesamten Menschheit verbreiten. Durch unsere Einheit und das Erwecken der positiven, vereinigenden Kraft der Natur werden wir der Welt den Frieden bringen. 

Doch wenn das jüdische Volk weiter unter sich gespalten bleibt und jeder Jude in der Selbstliebe und im Gebet nur für sich selber verharrt, dann rufen wir in der Welt Hass und Konflikte hervor.

Wie der Kabbalist Rabbi Yitzhak Haver schrieb: „Die Schöpfung, die freie Wahl, die Korrektur der Welt und ihr Verderben, all dies hängt von Israel ab“ (Siach Yitzhak. Teil 2, Likutim 1).

Nur wenige Stunden nach dem tödlichen Attentat nahm die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel an einer Mahnwache in einer historischen Synagoge in Berlin-Mitte teil, um mit den Opfern zu trauern. Zusammen mit der jüdischen Gemeinde sang sie: „Ose shalom be Meromav“ („Mache Frieden in dem Himmel“). 

Es ist eine Ironie des Schicksals, dass manchmal die Antwort auf unsere schwierigsten Fragen direkt vor unserer Nase zu finden ist. Manchmal müssen wir nur den Worten lauschen, die wir singen…..

  •  „Ose shalom be Meromav“ („Mache Frieden in dem Himmel“).  Das heißt, dass wir in unserer Einheit und unserem gemeinsamen Gebet die Höhere Kraft dazu bewegen können, den Frieden über uns zu bringen;
  • „Hu yaase shalom aleinu“ („Er wird Frieden über uns bringen“), d.h. die Höhere Kraft wird Frieden über die ganze Menschheit bringen;
  • „Ve al kol Yisrael“ („und über ganz Israel“), d.h. die Rolle des Volkes Israel besteht darin, sich zu vereinen;
  • „Ve al kol yoshvei tevel“ („und für alle Menschen in der Welt“), d.h. unsere Aufgabe ist es nicht, das Licht der Einheit für uns selbst zu empfangen, sondern „ein Licht für die Nationen“ zu sein.
  • „Ve imru amen“ („und Amen sagen“), d.h. dann werden wir alle, die Juden und die Nationen der Welt, wirklich dankbar sein, den lang ersehnten Frieden erreicht zu haben.

Amen.



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In eine bessere Zukunft fliegen

Frage: Wie entscheidet das Licht, wer würdig ist, den Machsom zu überqueren?

Antwort: Das Licht wirkt gleichzeitig auf uns und wir streben gemäß unserer Kraft, unserer Transparenz und unserer Ähnlichkeit nach dem Licht, jeder auf seine Weise und mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.

Wenn ihr versucht, dem Licht in euren Eigenschaften so ähnlich wie möglich zu sein, dann werdet ihr buchstäblich durch die Luft in eine schöne Zukunft fliegen.

Frage: Kann ein Kabbalist mit der Kraft seiner Projektion und seiner Gedanken durch die Zeit reisen – vorwärts, rückwärts, wie in einer Zeitmaschine?

Antwort: Bei Zeitreisen geht es darum, eine Projektionsfläche zu haben. Ja, es ist möglich. Aber wofür? Es soll daran nichts Egoistisches geben, es ist nicht wie bei einer irdischen Reise: „Ich will über die Wolken fliegen“.

Ich meine damit, dass es durch die Willenskraft, durch die große innere Spannung, durch die Annäherung an die höheren Eigenschaften des Gebens und der Liebe, möglich ist, zu noch universelleren Verbreitung aufzufliegen. So kann ich fliegen. Das sind alles sehr ernsthafte Bemühungen.

 

Aus dem Unterricht, 28.04.2019

(250729)



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Benutze deinen Verstand zum Geben

Frage: Wie kommt es, dass die Intelligenz, die uns im Laufe der Menschheitsgeschichte geholfen hat, zu wachsen und uns zu entwickeln, uns heute am entscheidendsten Punkt nur ablenkt und blockiert, wenn wir uns spirituell entwickeln müssen?

Meine Antwort: Die Intelligenz hat immer deinem Ego gedient, hat dir also während dieser Jahrtausende geholfen, alles zu erreichen. Doch heute, wenn du deine Entwicklung auf den unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufen abgeschlossen hast und neue Abschnitte der Entwicklung auf der menschlichen Stufe erklimmen musst, ist ein vollkommen anderer Ansatz erforderlich.

Die Sichtweise auf das Leben und die Welt, das ganze Paradigma haben sich total verändert. Jetzt musst du alles, was dich umgibt, mit Geben in Verbindung bringen, das von einer anderen Art Verlangen stammt. Aber dein rationaler Verstand will nicht für das Geben arbeiten, weil du kein Verlangen nach -zu geben- hast.

Wenn du das Verlangen -zu geben- empfängst, möchte dein Verstand anfangen, damit zu arbeiten, doch zuerst hast du nur ein egoistisches Verlangen und deine Intelligenz dient nur ihm. Der Verstand ist ein Instrument, ein Computer. Es ist ihm egal, welche Daten er verarbeitet, mit welchen Ziffernfolgen er geladen wird. Solange er Daten von deinem Egoismus bekommt, den Willen, Genuss zu empfangen, arbeitet er entsprechend.

Was kannst du damit machen? Versuche, dein Verlangen umzuwandeln, anstelle von deinem Verstand. Ziehe das Licht, das umformt, in dein Verlangen. Das Licht erschafft dieses Verlangen und nur das Licht allein kann es verändern. Dann wird dein Verstand anfangen, für das neue Verlangen zu arbeiten und berät dich auf eine bessere Weise, wie man gibt.

Daher ist nicht die Intelligenz der Schlüssel beim Studieren, wie geschrieben steht: „Es ist nicht der Weise, der lernt“. Alles wird durch das Verlangen definiert. Verstand ist das, was du erwirbst, während dein Verlangen sich entwickelt. Was den Verstand betrifft, er kann nur durch das Höhere Licht und nichts anderes verändert werden, außer deiner Umgebung, die dich erweckt und inspiriert, um dein Verlangen umzuwandeln und steuert dies durch „Neid, Lust und Ehrgeiz“. Indem du solche materiellen Hilfsmittel, wie deine irdischen Verlangen, benutzt, führt er dich zum spirituellen Aufstieg.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes am 3.01.2011, „Die Weisheit der Kabbala und Philosophie“

 

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