Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Kann die Gesellschaft regieren?

Die heutige Gesellschaft ist gespalten, weil es im Interesse der Politiker liegt, zu spalten. Die politischen Proteste in Russland und Weißrussland, die Covid-19-Unruhen in Westeuropa, die umstrittenen Präsidentschaftswahlen in den USA und der Putsch in Myanmar spiegeln die Regierungskrise wider, die die gesamte Welt derzeit erlebt. Die Menschen haben das Vertrauen in ihre Regierungen verloren, also gehen sie auf die Straße, erheben ihre Stimmen und versuchen, ihre Überzeugungen in ihren Ländern durchzusetzen. Aber die Tage des gewaltsamen Regierens neigen sich dem Ende zu. Haben die Menschen kein Vertrauen in die Regierung, kann diese nicht mehr regieren. Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen Ära, in der vernetzte Gesellschaften sich selbst regieren werden. Natürlich nicht ohne Verwalter, aber die Gesellschaft wird das Sagen haben und nicht elitäre Gruppen von Manipulatoren, die das eine predigen und das andere tun.

Die heutige Gesellschaft ist gespalten, weil es im Interesse der Politiker liegt, zu spalten. Sie nutzen jede Chance spaltende Rhetorik zu versprühen und ihr Hass, der aus jedem Mikrofon ertönen, hetzt die Menschen ohne jeden Grund gegeneinander auf.

Überlegen Sie einen Moment lang: Wenn Sie nie von Rassismus gehört hätten und mit Ihrer Familie neben einer Familie mit anderem Glauben, anderer ethnischen Zugehörigkeit oder anderer Hautfarbe wohnen würden, käme es Ihnen in den Sinn, ihre Anständigkeit aufgrund dieser Unterschiede anzuzweifeln, oder würden Sie sich ihnen gegenüber entsprechend ihrem Wesen verhalten? Wir nähern uns einer Schwelle, jenseits derer die Hetze der Hass-Politik aufhören wird zu wirken. Die Menschen werden allmählich erkennen, dass es ihnen nicht gut tut, andere Menschen wegen ihrer Ethnie, ihres Glaubens, ihrer politischen Ansichten, ihrer Hautfarbe oder ihrer Kultur zu hassen. Es schadet ihnen und nützt den Politikern, die diese Technik anwenden. Wenn dies geschieht, werden die Menschen wirklich bereit sein, sich zu verbinden, und es werden sich wahre volksnahe Anführer erheben.

Dies werden keine Politiker sein, sondern Menschen, die wahre Diener der Öffentlichkeit sind, die dafür sorgen, dass alles reibungslos abläuft, nur damit die Menschen sich mit dem beschäftigen können, was sie wirklich glücklich macht: zusammen zu sein, Kontakte zu knüpfen, Bindungen aufzubauen und sich zu vereinen.

Verbindung ist eine eigenständige Kraft. Verbindung ist der Motor der Realität. Alles, was wir um uns herum sehen, besteht aus unzähligen Teilen und Elementen, die auf komplizierte Weise in perfekter Harmonie miteinander verbunden sind, so dass sie einwandfrei zusammenarbeiten können. Auf diese Weise funktioniert auch die Gemeinschaft aller Lebewesen innerhalb des gesamten Ökosystems, in dem sie lebt. Nur wir Menschen streben durch unsere Hass-Politik danach, zu trennen – was nicht getrennt werden kann und zu zerbrechen – was nicht zerbrochen werden kann, und sind dann frustriert, wenn das Werk unserer Hände – die Gesellschaft, die wir für uns selbst gebaut haben – nicht funktioniert und nicht für unsere Bedürfnisse sorgt.

Wenn wir die Unsinnigkeit von Hassreden und Vernichtungskultur aufgeben und die verschiedenen Elemente anerkennen, die uns als Gesellschaft ausmachen, werden wir feststellen, dass es Überfluss für jeden und alle, die sich anschließen wollen, gibt. Das einzige Kriterium für ein gutes Leben ist die Verbindung zwischen den Individuen, die eine Gesellschaft ausmachen. Dank opportunistischer Politiker, die aus unserer Spaltung Profit schlagen wollen, haben wir mittlerweile gelernt, dass Hass sich nicht auszahlt. Wir haben alles zerstört, und sind nicht glücklich. Deshalb haben wir jetzt die Möglichkeit, mit dem Aufbau zu beginnen. Wir können beginnen, eine Gesellschaft aufzubauen, die einem einzigen Prinzip folgt: Verbindung. Alles andere wird sich von selbst ergeben. Und dieses Regieren der Verbindung wird der wahre Herrscher der Gesellschaft sein.

(Myanmarische Demonstranten, die sich in Japan aufhalten, halten Fotos von Aung San Suu Kyi, während sie in Tokio gegen Myanmars Militär demonstrieren, nachdem es die demokratisch gewählte Zivilregierung entmachtet und ihre Führerin Aung San Suu Kyi festgenommen hat.]


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