Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Immer mit mir – Teil 10

Bild könnte enthalten: Bruder Jörg, Brille, Bart, Nahaufnahme und im Freien

 

Rabash will mit dir reden

 

Ich begann im Winter zu studieren, und nach zwei oder drei Monaten, um Pessach herum, sagte Hillel zu mir: „Michael, RABASH will mit dir reden“.

Ich war nicht allzu begeistert, war sehr zufrieden mit Hillels Studium, das gefiel mir. Aber Hillel sah mich so seltsam an, dass mir klar wurde, dass ich zu RABASH gehen musste.

RABASH rief mich in sein Büro, setzte sich mir gegenüber, öffnete das Buch und begann mit mir „Vorwort zum Buch Sohar“[1] zu studieren.

 

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Ich hatte früher schon einmal versucht, dieses Vorwort zu lesen, aber es war schwer für mich, da durch zu dringen. Baal HaSulam begann den Artikel mit einer Reihe von Fragen: „Was ist unsere Essenz?” „Was ist unsere Rolle in der langen Kette der Realität, deren kleine Glieder wir sind?”…

RABASH las diese Fragen und erklärte sie im Handumdrehen. „Wie ist es möglich, dass aus dem Ewigen, ohne Anfang und Ende, Schöpfungen unbedeutender, vorübergehender und schädlicher Natur kommen?” – las er.

Er antwortet, ich hörte aufmerksam zu, und ich merkte, dass ich nicht wirklich verstand, wovon er sprach.

RABASH las weiter. Ab dem zweiten oder dritten Absatz dieses Vorwortes hatte ich absolut aufgehört, es zu verstehen. Ich konnte die Worte nicht annehmen. Ich war nicht mehr Imstande sie zusammenfügen, ich konnte sie in meinem Verstand nicht verbinden, geschweige denn in meinem Herzen. Ich griff nach dem Gedanken und verlor ihn sofort.

Nein, es waren keine Tora-Geheimnisse oder etwas Abstraktes. Aber ich fühlte mich wie ein kompletter Idiot. Schließlich war ich es gewohnt, das Material wahrzunehmen, mich da hinein zu versetzen, herauszufinden, zu zeichnen, zu schreiben und hier, mit meiner Bildung, hatte ich nicht einmal etwas, woran ich mich festhalten konnte.

Etwa eine Stunde später sagte RABASH. „Okay, das reicht für heute. Wir werden beim nächsten Mal weitermachen“. Ich ging mit einem gemischten Gefühl von Wut auf ihn, auf mich selbst und mit der Entscheidung, dass ich das nächste Mal alles kläre.

Das nächste Mal kam ein paar Tage später.

Hillel teilte mir wieder mit: „Wenn du willst, heute, nach unserer Lektion kannst du zum Rav[2]  kommen“.

Und wieder hatte ich eine Lektion bei ihm, und wieder verstand ich nichts. Danach bot mir Hillel nicht mehr an, zu RABASH zu kommen.

[1] Einer der Einführungsartikel von Baal HaSulam, mit denen man beginnt, die Kabbala zu studieren.
[2]  Rav (Rabbi) ist eine respektvolle Wendung an einen Rabbiner. Es ist bei die aschkenasischen Juden verbreitet, in Übereinstimmung mit dem Wort ADMOR. Dies ist der Name eines spirituellen Führers bei den Hassidim. Die Abkürzung für Adonenu morenu ve-Rabbenu: Herr, Lehrer und unserer Mentor.

 

[# 242364]

Fortsetzung folgt…



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“Wie kann ich Wunder in meinem Leben geschehen lassen?” (Quora)

Michael Laitman, in Quora: Wie kann ich Wunder in meinem Leben geschehen lassen?

 

Nichts ist einfacher, als dass ein Wunder in meinem Leben geschieht.

Wenn Menschen Ablehnung, Hass und Verschlossenheit untereinander spüren, sie aber beginnen, sich über solche negativen Empfindungen hinweg zu verbinden, wie geschrieben steht: „Liebe wird alle Übertretungen bedecken“, wird jeder durch diesen Kampf über das Ego von der Natur positiv beeinflusst.

Dieser positive Einfluss wird in der Weisheit der Kabbala als das ‘Licht’ bezeichnet. Die Menschen fühlen, dass das Licht sie genau aus der Dunkelheit zieht, die sie noch kurz zuvor empfunden haben. 

Eine solche Verbindung über gegenseitige Ablehnung und Hass hinweg  ist ein Wunder. Wenn es passiert, spüren wir eine neue Erleuchtung, Perfektion, Wärme und Harmonie in unserem Leben.

Woran liegt es, dass dieses Wunder geschieht, wenn wir uns über Hass und Ablehnung erheben?

Das liegt daran, dass wir durch dieses Verhalten dem Licht ähneln, – der Qualität der Liebe und des Gebens der Natur – und dass wir durch unsere Verbindung den Einfluss des Lichtes mehr anziehen.

Wenn wir beschließen, dass wir von Kriegen, Konflikten und Hass untereinander genug haben und versuchen, gut miteinander umzugehen, werden wir sofort spüren, wie sich die Welt verändert und mit einem besonderen Licht erfüllt ist.

Wir sind von diesem Licht immer vollkommen umhüllt, aber wir empfinden es als Dunkelheit. 

Warum?

Unsere selbstbezogene, egoistische Natur ist zu der gebenden und liebenden Natur des Lichtes genau entgegengesetzt.

Indem wir uns bemühen, so liebevoll und gebend wie das Licht selbst zu sein, obwohl wir uns genau entgegengesetzt empfinden, ziehen wir den positiven Einfluss des Lichts an, und es vollbringt dieses Wunder, uns über unsere instinktive Ablehnung hinweg miteinander zu verbinden.

Wenn solch ein Wunder geschieht, werden wir ein völlig neues Gefühl von Glück, Zuversicht, Wärme, Unterstützung und Harmonie spüren, d. h. wir haben ein positives Lebensgefühl. 



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Familie und Ehe, Teil 11

Die Anzeichen der Offenbarung des Schöpfers 

Frage: Woher wissen wir, dass sich der Schöpfer uns offenbart hat? Gibt es irgendwelche Anzeichen?

Antwort: Wenn du anfängst, sehr starke gegensätzliche Stöße in dir zu spüren, wenn du von einer Seite zur anderen geworfen wirst und nicht verstehst, was mit dir passiert und du deine Zustände nicht realisierst – dann ist das ein Signal des Fortschritts. Das Wichtigste sind die Abstiege- wenn ein Mensch fühlt, dass er keine Hoffnung mehr hat, nichts versteht und sich in eine Art Nebel befindet. Er geht geduldig durch diese Zustände, nimmt systematisch am Lernprozess teil, schließt sich in die Gruppe und in alles, was die Kabbala vorschreibt ein. Nach ein paar Tagen ist die Welt wie neu.

Frage: Wenn sich diese Kraft in uns manifestiert, welche Änderungen erleben wir dann in der Familie?

Antwort: Dort passiert das Gleiche, sogar noch ärger. Der Mensch fällt in diese Welt, die absolut entgegengesetzt zu der spirituellen Welt ist zurück. Er konnte sich kaum vorstellen, dass er in solche Zustände geraten könnte. Er steht wieder auf, dann steigt er wieder ab und steht wieder auf.

Indem er fällt, schöpft er eine weitere Portion Egoismus aus unserer Welt, um sie zur Korrektur zu bringen.

Fortsetzung folgt…

Aus der TV-Sendung „Grundlagen der Kabbala“, 01.01.2019

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Familie und Ehe, Teil 10

Frage: Was sagt die Kabbala über Phänomene in der Familie wie Eifersucht und Betrug? Was ist die richtige Einstellung dazu?

Antwort: Es ist natürlich, denn wir sind sowohl Tiere als auch, in gewissem Maße, Menschen. Wenn unsere höhere Verbindung alles bestimmen wird, dann wird es keine Probleme geben, wir werden uns immer verstehen.  

Heute basiert alles auf der gegenseitigen Angst zwischen Mann und Frau: Ich werde mich scheiden lassen, die Polizei, das Gericht, es gibt körperliche Gewalt und alles Mögliche. Solche Grausamkeiten müssen vermieden werden. Solange wir die Vollkommenheit und die Kombination von Spirituellem mit dem Materiellem nicht erreicht haben, werden diese Probleme bestehen bleiben. Diejenigen, welche die Kabbala mit dem Ziel studieren, sich selbst zu korrigieren, werden diese Schwierigkeiten nicht weniger, sogar schlimmer als andere haben.

Bemerkung: Sie haben also eine Lösung für alle Probleme: die Offenbarung des Schöpfers. Wenn Er sich offenbart, wird alles verständlich.

Antwort: Wir sehen auch in unserer Welt, dass nichts Anderes übrigbleibt. 

Bemerkung: Ja, aber es nimmt Zeit in Anspruch.

Antwort: Das ist egal, wir müssen etwas tun und nicht die Entwicklung fortsetzen, die zu nichts führt.

Frage: Hat die Kabbala irgendwelche Lösungen?

Antwort: Damit wir verstehen, was wir sind, müssen wir zu arbeiten anfangen und uns ständig um die Offenbarung bemühen. Ich bin ein Tier, wenn ich mich mit der Kabbala beschäftige, werde ich vielleicht für eine gewisse Zeit ein noch größeres Tier. Es heißt: „Wer das Wissen vermehrt, vermehrt die Trauer.“

Der Egoismus des Menschen wächst, und ist nicht in der Lage, mit sich selbst klar zu kommen. Er versteht seine Probleme, kann aber nichts dagegen tun. Er korrigiert sie auf der spirituellen Stufe und stürzt möglicherweise auf die egoistische, irdische Stufe ab. Das gehört alles zum Weg, du kannst nichts tun.

Bemerkung: Sie sagen, dass man es versuchen, ausprobieren und sich Mühe geben soll.

Antwort: Das ist der Weg der Evolution. Schaut euch an, wie das alles geschieht: ein Individuum steigt auf und stürzt, verschwindet; dann erscheint und verschwindet ein anderes Individuum, das Dritte usw. Dies ist der Weg der Evolution. Wir machen auf unserem kabbalistischen Weg nichts Neues, wir beschleunigen lediglich die Zeit. Deshalb besteht unser Leben aus solchen Wirbeln.

Fortsetzung folgt…

 

Aus der TV-Sendung „Grundlagen der Kabbala“, 01.01.2019

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Immer mit mir – Teil 9

 

Hillel zündet an

 

Am nächsten Tag kam ich mit einem Tonbandgerät. Wir begannen zu lernen.

Etwa zwei Monate später, als die erste Begeisterung vorbei war und ich verstehen konnte, was vor sich ging, zog ich meine wichtigste Schlussfolgerung. Ich bin auf dem richtigen Weg, mit dem richtigen Lehrer. Ich hatte keine Angst mehr Fragen zu stellen und ich stellte die richtigen Fragen. Ich fragte nach dem Verhalten der höheren Kraft gegenüber uns, über den Plan der Schöpfung und seine Verwirklichung in uns. Hillel bewältigte alle Fragen. Nun verschärfte ich sie.

Ich wollte ihn überhaupt nicht verwirren, und ich wollte nicht den Ablauf der Lektion stören, aber ich wollte jedes Mal mehr und mehr klären. Ich war so durstig nach dieser Wissenschaft wie nach nichts anderem im Leben.

Er hat meine Neugier immer mehr angespornt. Er antwortete ohne zu überlegen, als ob er wusste, welche Frage ich stelle.

Er hat konkrete, einfache Erklärungen gegeben, wie in der Mechanik. Es gibt Licht, es gibt ein Gefäß, sie interagieren miteinander. Plötzlich stellte sich heraus, dass es möglich war, absolut alles zu erklären.

Wir begannen, die Lehre von Zehn Sefirot zu studieren. Er offenbarte uns das System der Welten, er führte uns von einer Kraft zur  anderen, er war reich an genauen, ausgezeichneten Kenntnissen und er konnte es gut vermitteln.

[# 242293]

Fortsetzung folgt…



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Der Weg zum höchsten Ziel, Teil 2

Der Abstieg der Höheren Kräfte in unserer Welt.

Frage:  Was ist die Ursache und Wirkung der herabsteigenden Höheren Kräfte?

Antwort: Es gibt zwei Zustände: Primäre und Sekundäre, Ursache und Wirkung. Die gesamte Schöpfung entsteht durch diesen Ursache-Wirkungs-Prozess.

Wir wollen die Schöpfung von der höchsten Wurzel, dem Schöpfer offenbaren. Er ist die Ursache von allem und alles andere ist Seine Wirkung, d.h. das allmähliche Herabsteigen aller Gesetze und Eigenschaften auf unsere Welt. Das ist das Werk des Schöpfers/ der Natur.

Der Schöpfer oder die Natur ist dasselbe. Die Natur im weiteren Sinn, die alles in sich einschließt.

Frage: Was ist mit dem Begriff „ Abstieg“ gemeint?

Antwort: Der Schöpfer ist eine Eigenschaft des Gebens, der Liebe, der Emanation. Es ist eine absolut gute, absolut vollständige Funktion, von der alle Kräfte und Eigenschaften unserer Welt herabsteigen, so dass wir uns alle unter Ihm befinden. Das ist der Grund, warum die Kräfte des Schöpfers zu uns herabsteigen.

Fortsetzung folgt….

Aus dem Unterricht, 18.08.2019

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Neujahrsvorsätze

Auf meiner Facebook-Seite veröffentlicht:  Michael Laitman  vom 29.12.19

 

Ein neues Jahr hat angefangen und die Welt begrüßt ein neues Jahrzehnt. Das Jahr 2019 hat uns auf positive Weise die Augen geöffnet und uns eine Reihe von Erkenntnissen über unser Leben und unsere Zukunft als menschliche Gesellschaft gebracht. 

Wir haben gelernt, wie grundsätzlich jedes System auf der Welt daran scheitert, uns glücklicher zu machen. Außerdem wurden wir reifer und kamen dem Verständnis näher, dass wir die Welt nur ändern können, wenn wir uns selbst ändern.

Während wir in das Jahr 2020 steuern, wie können wir dabei das Blatt wenden und unser Leben effektiv verbessern? Wie können wir Ziele festlegen, die sowohl wertvoll als auch erreichbar sind?

Der Zustand unserer Welt

Zweifellos war einer der lautesten Weckrufe, dass etwas mit dem Planeten nicht stimmt, der Ruf wegen der ökologischen Störungen katastrophalen Ausmaßes. Wir haben erkannt, dass es nicht ausreicht, weniger Bäume zu verbrennen oder Veganer zu werden, um den globalen Umweltherausforderungen zu begegnen. Es wurde klarer, dass uns ein solcher Weg fehlt, weil es an einer Herangehensweise an die Ursache der Probleme mangelt, nämlich an dem menschlichen Ego: unserer selbstsüchtigen und ausbeuterischen Haltung gegenüber unserer Umgebung.

„Je stärker unsere Beziehungen zu anderen sind, desto glücklicher sind wir.“

Fehlinformationen waren im vergangenen Jahr ebenfalls weit verbreitet. Wir haben gesehen, wie die Medien unser Weltbild beeinflussen, und das nicht unbedingt zu unserem Vorteil, da sie normalerweise von interessierten Parteien kontrolliert werden, die bestimmte Agenden vorantreiben möchten, die zu ihrem eigenen Vorteil sind. Geld kann Platzierungen in Medienkanälen und sozialen Medien kaufen, und jeder, der genug davon hat, kann die öffentliche Meinung gemäß seinen Interessen manipulieren.

Die heutigen Medienplattformen verbessern unsere Kommunikation nicht, sondern im Gegenteil: Sie positionieren Menschen in Opposition zueinander und bewirken dadurch ständige Reibungen unter ihnen. Im Wesentlichen arbeiten sie zu unserem Nachteil, vielmehr als zu unserem Vorteil.

Auf sozialer Ebene unternehmen wir keine Schritte, um eine verbindungsfördernde Bildung zu fördern, die darauf abzielt, in unserem immer komplexer werdenden Netz pluralistischer Verbindungen ein harmonisches Gleichgewicht zu finden. Im Gegenteil, anstatt immer mehr positive Vorbilder und Beispiele von Menschen zu zeigen, die in einer Zeit zunehmender sozialer Spaltung freundschaftliche Beziehungen aufbauen, sind die Menschen jetzt mehr der Gewalt in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Familie sowie in den Bereichen Kunst, Kultur und Medien ausgesetzt.

Scheidungen haben weiter zugenommen. Es gibt auch eine steigende Anzahl von einsamen Menschen, bis zu dem Punkt, wo Einsamkeit als eine Epidemie angesehen wird.

Wir sehen auch, wie Kinder von Jahr zu Jahr weniger von ihren Eltern abhängig werden. Einerseits ist ihre wachsende Unabhängigkeit etwas Positives, andererseits erhöht sie den wirtschaftlichen Druck auf die neue Generation, die es schwer hat, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Die AI Revolution hat gezeigt, wie schnell Maschinen in vielen Bereichen Menschen ersetzen und viele Berufe in Händen der Menschen aussterben lassen.

Der Tourismus ist nach wie vor eine geschäftige Branche, in die die ganze Welt eingebunden ist. Ich glaube jedoch, dass er sich im kommenden Jahr aus verschiedenen Gründen verlangsamen wird, einschließlich wirtschaftlicher Schwierigkeiten und auch, weil sich die Wünsche der Menschen ständig ändern. Was in der Vergangenheit attraktiv und besonders war, wird zur Routine, und sein Geschmack verblasst und verliert an Bedeutung.

Die Menschheit hat ihre materiellen Quellen der Befriedigung, die nur kurzlebiges Vergnügen bereiten, überschritten. Es ist ein nie endendes Rennen, neuen Quellen der Zufriedenheit hinterher zu jagen, sobald die alten gesättigt sind. Wir werden dann irgendwann zu unserem Ausgangspunkt zurückkehren und im gleichen Anfangszustand der Unzufriedenheit enden, sogar unglücklicher als zuvor.

 

Lohnende und erfüllende Lösungen

In unserem gegenwärtigen Zustand empfinden wir eher negative Gefühle wie Leere und Einsamkeit, weil wir erkannt haben, dass im Grunde alles, was wir als Menschen bis heute erreicht haben, zwecklos und bedeutungslos ist, da es keine dauerhafte Befriedigung bietet. Das ist der Grund, warum wir mit der Entwicklung der Gesellschaften und den immer höheren Anforderungen an das Leben, im kommenden Jahr mit einem höheren Ausmaß an Depressionen und Drogenabhängigkeit rechnen können. Die Regierungen werden sogar den Konsum bestimmter psychoaktiver Substanzen fördern, da sie dem Zweck dienen, die Massen ruhig zu halten.

Immer mehr Unglück und Probleme in der menschlichen Gesellschaft werden die Frage verschärfen, warum es uns nicht gelingt, eine authentische und dauerhafte Form des Glücks zu erreichen. In diesem Punkt erklärt die Weisheit der Kabbala, dass wir, sobald wir in unserer gegenwärtigen Form der Entwicklung eine Sackgasse erreicht haben, erkennen, dass die Lösung in uns selbst gefunden werden kann, indem wir unsere individualistische und egoistische Natur verändern, die uns und unserer Umwelt schadet, und sie transformieren in eine vernetzte Realität der Zusammenarbeit und Fürsorge für andere.

Kurz gesagt, je stärker unsere Beziehungen zu anderen sind, desto glücklicher sind wir.

Daher besteht der wichtigste Vorsatz für das Neue Jahr darin, in die einzige Quelle wahrer Zufriedenheit zu investieren, eine Quelle, die durch positive menschliche Verbindungen in unserer kollektiven Einheit gefunden werden kann, in der sich jede Person äußerlich darauf konzentriert, Freundschaften aufzubauen und der Gesellschaft zu nutzen. 

Wenn sich unser Verlangen außerhalb von uns selbst darauf konzentriert, anderen zu geben, dann werden wir uns nicht mehr leer fühlen. In einem solchen Zustand der Verbindung werden wir in der Lage sein, ein schönes und vollkommenes Leben ohne Leiden zu führen. Diese Quelle der Erfüllung ist grenzenlos und nicht nur für das Neue Jahr relevant, sondern für unser gesamtes Leben.



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Immer mit mir – Teil 8

 

Ich fand und lasse nicht los

 

Ich bemerkte nicht, wie der Unterricht endete. Hillel schloss plötzlich das Buch, doch alles in mir forderte die Fortsetzung der Lektion. Ich fragte: “Wie kann man jetzt irgendwo hingehen, wie kann man anfangen, irdische Dinge zu erledigen? Nein, es ist unmöglich!

Aber Hillel sagte.

– Ich denke, wir treffen uns einmal die Woche.

„Einmal die Woche?” Ich hörte meinen inneren Schrei und antwortete sofort:

“Morgen sind wir frei. Wir wollen wirklich morgen, bitte, morgen!”

Und er stimmte zu.

 

 [# 242191]

Fortsetzung folgt…



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Der Weg zum höchsten Ziel, Teil 1

Grundlagen der Kabbala

 Die Kabbala ist Ursache und Wirkung von absteigenden Höheren Kräften, die ständigen und absoluten Gesetzen unterworfen sind, sie sind miteinander verbunden und zielen darauf ab, die Höhere lenkende Kraft des Schöpfers durch den Menschen in dieser Welt zu offenbaren.(Baal HaSulam, „Die Wissenschaft der Kabbala“)

Die Kabbala sagt, dass wir in unserer Welt durch das konsequente Studium und die Offenlegung der Naturgesetze zur Erkenntnis der Höheren Welt, der Höheren Kraft des Schöpfers kommen können.

Wir werden Ihn, der alle Teile der Schöpfung verbindet, als absolutes, klares und höchstes Gesetz offenbaren. Indem wir den Schöpfer offenbaren, werden wir die gesamte Schöpfung verstehen, denn Er schließt alles ein.

Alles ist in ihm, einschließlich wir. Nur auf dem Weg zu dieser Einheit, dieser gemeinsamen Kraft, dem gemeinsamen System, verwirren wir uns in verschiedenen kleinen, privaten Situationen und Verbindungen. Im Allgemeinen offenbaren wir nur den Schöpfer, denn es gibt nichts außer Ihm.

So steht es geschrieben:“ Es gibt niemanden außer Ihm.“ Das ist die erste Voraussetzung, um die Grundlage der Kabbala zu bestimmen. Das heißt, die Kabbala beschäftigt sich damit, den Schöpfer, durch den Mensch in unserer Welt zu enthüllen. Der Mensch, der die gesamte Kette von sich bis zum Schöpfer studiert und ihn so nach und nach offenbart.

Fortsetzung folgt….

Aus dem Unterricht 18.08.2019

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Immer mit mir – Teil 7

 

Schock

 

Wir saßen in einem leeren Raum im Haus. Es war dunkel, der Donner rumpelte wieder, Blitze funkelten, der Winter erwies sich als stürmisch, doch hier war es warm und gemütlich. Nun, wo wollten wir noch hin?! Wir begannen zu lernen.

Normalerweise beginnen wir mit „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“ sagte Hillel.

Ich dachte: „Dabei kann ich ihn testen”. Wir haben diese Einführung studiert. Ich wusste damals nicht, dass das „Lernen“ in der Kabbala nicht dasselbe ist wie in der Physik und Mathematik. Das Wissen spielt hier keine Rolle. Das Verständnis davon kommt später. Während ich mir selbst sicher war und mich darauf vorbereitete, Hillel zu testen, saß er vor uns, krank, müde und wischt sich seine tränenreichen Augen mit einem Taschentuch ab,er seufzte.

Ich sah ihn an, und ich dachte nicht einmal im Traum daran was gleich passiert. Er begann den ersten Satz aus der Einführung in die Wissenschaft der Kabbala zu lesen und zu erklären…

– Rabbiner Hanania ben Akashiya sagte, “las er“. Der Schöpfer wollte Israel ehren… Im Hebräischen ist das Wort „ehren“ dem Wort „Reinigung“ ähnlich. Dies warf zwei Fragen auf:

  1. a) Was ist das Privileg, das der Schöpfer uns gewähren möchte?
  2. b) Was ist das für eine „Unreinheit“, von der Er uns säubern will?

Hillel hebt seine tränenreiche Augen auf uns und fragt nach Baal Sulam:

– Also, wovon will er uns befreien?

Er wartet nicht auf unsere Antwort und beginnt zu erklären.

Diesen Moment vergesse ich nie. Plötzlich fühlte ich mich, als wäre ich buchstäblich an den Stuhl gefesselt. Ich zitterte. Ich sah ihn an und konnte meine Augen nicht von ihm ablenken. Noch nie in meinem Leben hatte ich eine so klare, präzise und wissenschaftliche Erklärung gehört. Vor mir stand kein kranker, alter Mann, sondern ein Kämpfer mit Schild und Schwert in der Hand. Das war kein müder, niemandem bekannter Lehrer, sondern ein Großer Weiser. Die Welt hat so einen noch nie gesehen.

Er erklärte die kompliziertesten Dinge, „Quantenphysik, höhere Mathematik“ der spirituellen Welt, aber in einer sehr einfachen Form, mit genauen Definitionen, einfach und klar. Er offenbarte uns den großen Baal HaSulam. Er drehte uns den Verstand um.

Wie fühlte ich mich damals? Nun, wie fühlt es sich an, den schrecklichen Schmerz, das große Leiden, die tödliche Krankheit loszuwerden, wenn bei Ihnen bereits diagnostiziert wird: “unheilbar!” Doch plötzlich stellte sich heraus, dass es eine Heilung gibt, und du wirst dich definitiv erholen.

All meine Fragen: „Wofür ich?“, „Warum ich?“, „Woher komme ich?“, „Wer bin ich?“, alle meine persönlichen Fragen, die mich verletzt haben und globale Fragen gleichzeitig: „Wofür ist die Welt da?“, „und das ganze Universum?“ – alles klärte sich plötzlich auf, es stellte sich heraus, dass sie eng miteinander verbunden sind, und es gibt Antworten auf sie. Ich verstand – „Ich habe es gefunden! Hier ist es echt! Lass es bloß nicht los!“

Und vor allem fühlte ich mich, als wäre ich zu Hause. Dass mein Weg voller Verzweiflung und ohne Ausweg, mit Leere und Depression, dass er hier in diesem Haus, am Rande von Bnei-Brak, endet.

[# 242091]

Fortsetzung folgt…



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