Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Kabbalah und Missetaten – zwei Dinge, die nichts gemeinsam haben

Frage: Ist jeder Mensch, der in sich die Güte und Liebe zu den Nächsten fühlt ein Kabbalist?

Antwort: Wenn es die richtige Liebe zum Nächsten und das Geben ist, dann ist er ein Kabbalist. Das Problem ist aber, dass wir uns täuschen.. wir denken, wir würden den Nächsten lieben und uns gegenseitig geben. In unserer Welt gibt es aber keine echte Liebe.

Erwiderung: Viele Menschen glauben, gut und liebend zu sein.

Antwort: Das ist ein Fehler. Ein Kabbalist entwickelt in sich mithilfe der kabbalistischen Methodik die spezielle Eigenschaft des richtigen Gebens und der Liebe, und nicht das maskierte “Geben”, das in Wirklichkeit nur ein Zeichen eines größeren und entwickelteren Egoismus ist. Die Eigenschaft der Liebe und des Gebens wird nur über dem Egoismus aufgebaut, sie liegt über unserer Natur. Dann können wir wirklich das fühlen, was sich außer uns befindet. Und außer uns gibt es nur eine Kraft, die Schöpfer heißt. Die Offenbarung seiner Liebe und Güte wird die Höhere Welt genannt. Ein Kabbalist ist derjenige, der das Prinzip der Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst realisiert; das gibt ihm die Möglichkeit, die Höhere Welt wahrzunehmen.

Frage:  Was ist die Höhere Welt?

Antwort: Die Höhere Welt ist die Gesamtheit der Kräfte, Auswirkungen und Einflüsse der Höheren Kraft auf uns. Der Kabbalist sieht Kräfte, die andere Menschen nicht sehen. Er erreicht eine Wechselbeziehung mit der Höheren Kraft, mit allen Teilen, die diese Kraft beinhaltet und die vom Schöpfer kommt. So reagieren wir auf Seinen Aufruf, Ihm zu antworten. Und so werden wir zu Partnern der Natur. Der Kabbalist kommuniziert mit der Höheren Kraft, weswegen er die Realität auf neue Art wahrnimmt. Wenn er sich stets weiter entwickelt, kann er die Welt und das Leben der Menschen verbessern.

Frage: Kann ein Kabbalist sein Potential nutzen und den Menschen Leiden zufügen?

Antwort: Das ist unmöglich. Weil er von Anfang an die Kraft des Gebens und der Liebe empfängt.

Erwiderung: Jeden Monat aber hört man im Radio, dass ein Mann, der Tora studiert, in unlautere Geschehnisse verwickelt ist.

Antwort: Ein Kabbalist ist nicht im Stande, jemandem Schaden zuzufügen. Die Methodik der Kabbalah verändert die Natur des Menschen auf  hin zum Altruismus. Zu aller Erst schränkt er seinen Egoismus ein. Die Tora beinhaltet das Licht, das zur Quelle zurückführt, das unsere bösen egoistischen Triebe in gute verwandeln kann. Ein Kabbalist nutzt dieses Licht und korrigiert seine Natur vom Bösen zum Guten. Das bedeutet: wenn ein Mensch einem anderen Schaden zufügt –  ist er kein Kabbalist.

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Ein Kabbalist ist ein einzigartiger Wissenschafter

Frage: Wer ist ein Kabbalist? Was sieht er, das wir nicht sehen? Was fühlt er, das wir nicht fühlen? Besitzt er grenzenlose Macht? Wie wird ein Mensch zum Kabbalisten? Lüften Sie doch die Geheimnisse, in die die Kabbalah gehüllt ist.

Antwort: Ein Kabbalist ist ein einzigartiger Wissenschafter. Er erforscht die Welt und will die Wurzel alles Geschehens erkennen, damit er endlich weiß, wieso alles so ist, wie es ist, woher alles kommt und wohin alles geht. Ein Kabbalist ist ein Mensch, der ein inneres Bedürfnis danach hat, die Welt, in der er lebt, zu begreifen. Er will erfahren, was die Welt von ihm erwartet. Es ist ein Mensch, der mit dieser Frage geboren wird, die in ihm brennt und ihm keine Ruhe gibt: „Wofür wurde uns dieses Leben gegeben? Was ist der Sinn des Lebens? Wofür bin ich geboren?“

Heutzutage interessiert diese Frage viele Menschen. Früher aber stellten sich diese Frage nur Auserwählte. Der erste Kabbalist war „der erste Mensch“, Adam, der vor 5775 Jahren lebte. Adam lüftete diese Geheimnis und schrieb ein Buch. Natürlich lebten auch vor ihm Menschen. Er wird aber “der erste Mensch” genannt, weil er als erster die innere Struktur der Natur und die verborgene Kraft, die hinter allen äußeren Kräften steht, enthüllte.

Wir leben in einer Realität, in der sich ein Teil offenbart und ein anderer verborgen bleibt. Jedes mal enthüllen wir einen weiteren Teil der Realität und so schreiten wir voran. Es gibt aber auch eine Wirklichkeit, die für immer verborgen bleibt, wenn wir uns nicht ändern. Wir können sie mit unseren Sinnen nicht erfassen. Wir sind begrenzt: Sehen, Gehör, Geruchssinn, Geschmacks- und Tastsinn. Die Realität geht aber weit darüber hinaus. Wir wissen nichts über das, was außerhalb der Empfindungen unserer Sinnesorgane existiert. Wir können sie nur behelfsmäßig erweitern: das Sehen mit Mikroskopen und Teleskopen, das Gehör mit Verstärkern und Ortungsgeräten. Wir erfinden dazu alle mögliche Geräte und Sensoren. In Wirklichkeit aber sind sie nur eine kleine Zugabe zu unseren natürlichen Organen, damit unsere Augen weiter sehen und unsere Ohren besser hören.

Wir wissen gar nicht, welche Sinnesorgane uns fehlen. Die Welt ist viel mehr als das von uns Wahrgenommene – aber wir haben darüber keine Erkenntnis. Die Entwicklung der Wissenschaften jedoch bringt den Menschen zu einem Punkt, wo er fühlt, dass es hinter den Grenzen unserer Welt noch etwas geben muss. Wo aber ist aber die Tür, die dorthin führt?

Nehmen wir an, alle Menschen wären blind. Wir würden irgendwie ohne Sehsinn auskommen, ohne etwas zu vermissen. Wir würden dann auch nicht erkennen, dass uns etwas fehlt! Doch tatsächlich fehlt uns ein wichtiger Sinn – das Gefühl einer höheren Kraft, die alles organisiert und alles lenkt. Wir spüren diese Kraft nicht – und unsere Verbindung zu ihr ist verborgen, als existierte sie nicht. In Wirklichkeit aber fehlt uns die Entwicklung, die uns diese Kraft enthüllen und erkennen lässt.

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Liebe – das eigentliche Paradies

Frage: Viele meiner Freunde fühlen sich unglücklich, weil sie keinen passenden Partner finden. Was muss man tun, um die wahre Liebe zu finden?

Antwort: Zunächst einmal sollten wir aufhören, von den anderen irgendwelche außergewöhnlichen Qualitäten zu verlangen, sondern wir sollten versuchen, einen Menschen zu finden, der versteht, wie man eine Beziehung der Liebe aufbaut. Liebe basiert nur auf Zugeständnissen: auf der Tatsache, dass jeder in Bezug auf den Partner nachgibt und die Möglichkeit genießt, dies zu tun. Du verlangst von dem Partner keine besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge, ganz im Gegenteil, dein Genuss besteht darin, dich vor ihm zu annullieren.

 

Frage: Welcher Genuss besteht in der Tatsache, dass ich Zugeständnisse mache?

Antwort: Genau das wird Liebe genannt. Wenn du deinem Kind etwas gibst, empfindest du große Freude. Und dasselbe kann in Bezug auf den Ehepartner sein. Nur, dein Kind spürst du viel näher, weil es natürlich ist – du empfindest es wie einen Teil von dir. Und obwohl deine Ehefrau zu dir gehört, existiert sie unabhängig von dir, quasi neben dir und hat ihre eigene Meinung. Aber aufgrund der Korrektur der Liebe musst du versuchen, den Unterschied zwischen deinen und ihren Verlangen zu löschen. Jetzt fühlst du nur deine Verlangen und kaum die Verlangen deines Partners. Deine Verlangen sind dir viel wichtiger als seine. Es steht geschrieben: „Mache Seine Verlangen zu deinen und Er macht Seine Verlangen zu deinen“- dies ist die Bedienung von Liebe.

Unsere Verlangen müssen sich zu Eins verschmelzen. Dies nennt man: “Mann und Frau – die Shechina zwischen ihnen“, als wären sie ein Körper. Es ist alles sehr einfach, wir haben nur nicht die richtige Erziehung. Für die Liebe muss man den Menschen erziehen und in Kursen speziell vorbereiten. Eine solche „Menschen-Bildung“ fehlt der ganzen Menschheit. So lange wir nicht lernen, wie man so eine Beziehung aufbaut, werden wir niemals Glück erreichen.

 

Frage: Jeder ist auf der Suche nach Liebe, aber wie kann man die Menschen davon überzeugen solche Kurse zu besuchen? Ich glaube nämlich nicht, dass diese Bedingung jemandem gefällt..

Antwort: Das ist so, weil wir uns selbst belügen. Wir denken, wir gewinnen nur dann, wenn wir auf unserem Standpunkt bestehen. Aber wer gewinnt von dieser Selbstlüge? Wir wollen lieben aber nur uns selbst erfüllen, in dem wir unseren Nächsten benutzen. Als Ergebnis spüren wir weder Zufriedenheit noch Liebe. Es ist notwendig den Menschen zu zeigen, wie man sich in der richtigen Form füllt: vollkommen und ewig. Diesen Genuss erlangt man nur durch die Liebe zum Nächsten, denn den anderen kann man immer geben und sie unendlich erfüllen; dadurch gelangt man zum ewigen Genuss. Es ist ein Kreislauf, der immer wiederkehrt. Und ich erreiche dadurch das Gefühl der absoluten, ewigen Liebe.. und mehr sogar: das ewige Leben.

Denn ich schade weder meinem Umfeld noch mir; ganz im Gegenteil, mit meiner Liebe mache ich alle lebendig. Und so gelange ich zu einem kontinuierlichen Aufstieg auf eine höheren Ebene: den Garten Eden. Das ewige Leben. Liebe – das ist das Paradies.

Daher ist es nicht nötig, irgendwo nach Liebe zu suchen, man muss sie  einfach aufbauen.

„New Life“ aus der Folge Nr. 601        30.07.2015

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Tag der Trauer – Tag der Freude

Dieser Abend der bitteren Klagen war am 9. des Av. Und der Schöpfer  sprach: „Ihr habt geweint ohne Grund; deswegen gebe ich euch einen Grund für eure Klagen. Der 9. Av wird der Tag der Volkstrauer sein.  An diesem Tag wird der Erste und Zweite Tempel zerstört“. [Kapitel „Shlach“]

Und so war es auch geschehen. Bis zum heutigen Tag sehen wir, wenn wir auf unsere Geschichte zurückblicken, dass am 9. Av immer die schlimmsten Ereignisse geschahen: Die Vertreibung der Juden aus Spanien, die Pläne der Judenvernichtung der Nationalsozialisten u. s. w. Für jede spirituelle Wurzel existiert in unserer Welt ein Zweig. Alles, was in der spirituellen Welt geschieht, ist der materiellen Welt entgegengesetzt. Deswegen gilt in unserer Welt der 9. Av als Tag der Klagen. An diesem Tag liest man nicht einmal aus der Tora, denn es ist in dieser Zeit unmöglich, das umgebende Licht anzuziehen. Der Tag des 9. Av bzw. seine spirituelle Wurzel wird bis zur endgültigen Korrektur existieren und erst dann verwandelt er sich. Die Enthüllung des enormen Egoismus an diesem Tag gibt uns den größten Impuls – die Enthüllung der Welt der Unendlichkeit in unserer Welt. Der tiefste Sturz verwandelt sich in den größten Aufstieg. Zwei Welten –  die niedrigste und die höchste – verbinden sich!

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Wie überwindet man den Egoismus

Und sie sagten zueinander: Wir wollen einen neuen Anführer wählen und nach Ägypten zurückkehren. Da warfen sich Mose und Aaron vor der ganzen Gemeindeversammlung der Israeliten auf ihr Gesicht nieder. Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jefunnes, zwei von denen, die das Land erkundet hatten, zerrissen ihre Kleider und sagten zu der ganzen Gemeinde der Israeliten: Das Land, das wir durchwandert und erkundet haben, dieses Land ist überaus schön. [Das Buch Numeri, Kapitel 14, 14:04 – 14:07]

Die Lauscher, die ins Land Israel gelenkt wurden, sind kreuz und quer durchs Land gegangen. Sie haben das Land auf allen Stufen untersucht, d. h. alle Kelim (Gefäße), alle 5 Stufen NaRaNCHaY und haben entdeckt, dass das gut ist. Wenn der Herr uns wohlgesinnt ist und uns in dieses Land bringt, dann schenkt er uns ein Land, in dem Milch und Honig fließen. Lehnt euch nur nicht gegen den Herrn auf! Habt keine Angst vor den Leuten in jenem Land; sie werden unsere Beute. Ihr schützender Schatten ist von ihnen gewichen, denn der Herr ist mit uns. Habt keine Angst vor ihnen! [Das Buch Numeri, Kapitel 14, 14:08- 14:09]

Die Völker, die im Land Israel leben, symbolisieren unsere riesigen egoistischen Verlangen. Wenn der Mensch versteht, dass er keine Kraft dazu hat, seine Impulse zu überwinden und in sich seinen egoistischen Gegner sieht, kapituliert er einfach… das Ego soll mit ihm machen, was es will, oder er versucht trotzdem, sich irgendwie zu wehren. Er kann den Egoismus aber nicht bewältigen, er hat dafür keine Kraft. Nur wenn er sich an die Gruppe bindet und an die Umgebung, kriegt er von dort die Kräfte und wird im Stande sein, dieses Hindernis zu überwinden.

Deswegen sagen Kaleb und Josua, dass die Zeit der egoistischen Verlangen zu Ende ist und wenn das Volk Israel mit dem Schöpfer kommt, kann es mit Seiner Hilfe das Ego unterwerfen. Und dann werden alle egoistischen Hindernisse richtig arbeiten.

Frage: Was heißt, dass sie „ihre Gewänder zerrissen haben“?

Antwort: Das heißt, dass alle vorherige Schilder, reflektiertes Licht, alle Gewänder, die sie hatten, für die neue Stufe nicht brauchbar sind. Jetzt sollen sie sich in ein völlig anderes reflektierendes Licht kleiden. Das heißt „die Gewänder wechseln“. In unserer Welt existiert ein Brauch, wo die Verwandte des Verstorbenen dessen Kleidung auf der Beerdigung zerreißen. Das heißt, dass sie vor der neuen Stufe stehen. Nicht ein Mensch ist gestorben sondern der Egoismus – und man begräbt ihn. Deswegen trauert man 7 Tage.

Wenn man völlig von der vorherigen Stufe gelöst ist – wechselt man seine Kleidung und beginnt ein neues Leben. Die Allerseelentage – 7 Tage, 30 Tage und 1 Jahr – symbolisieren die Kreisläufe, wenn dieselben Reshimot (spirituelle Gene) zurückkehren. Man erhebt sie nach und nach bis zur vollen Korrektur.

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Zwei Blickwinkel auf das Weltgeschehen

Frage: Früher hat die Menschheit Perioden des kulturellen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Booms erlebt wie z. B. während des Zeitalters der Renaissance oder im 20. Jahrhundert. Heutzutage aber bewegt sich die Menschheit zweckgebunden in Richtung Abgrundes. Das Niveau der Bildung sinkt: Die Menschen haben aufgehört, Bücher zu lesen; sie gucken einfältige TV Programme und nehmen an minderwertigen Vergnügen teil. Viele Länder verzweifeln auf ihrem Weg, weiter entwickelte Länder einzuholen, ganz zu Schweigen die Entwicklungsländer. In den glücklichen entwickelten Ländern, solchen wie Schweiz und Norwegen, herrscht Aussichtslosigkeit: Es gibt keine Energie, keine Reflexion, keine Erkenntnis des Geschehens. Das Leben rutscht auf ein niedrigeres Niveau ab. Wer wird die Kommunikation zwischen den Menschen herstellen? Wer wird neue Gesetze und Verbindungen erkennen? Wie kann es geschehen?

Antwort: Ich persönlich sehe das anders. Hier kommt das Gesetz der Ablehnung zur Anwendung. Bevor wir uns auf die nächste Stufe erheben, geschieht das Vereinen auf der vorherigen Stufe. Wir sollten die volle Niedrigkeit der heutigen Stufe erkennen und aufhören, nach deren Idealen und Zielen zu streben. Nur dann begreifen wir die nächste Stufe, die in diesem Fall einer Entwicklung entspricht, weil wir unseren Lebensstil völlig ändern müssen.

Wenn sich früher eine soziale Entwicklung geändert hat – z.B. Sklaverei auf Feudalismus, danach auf Kapitalismus u.s.w., ging alles in eine Richtung. Jetzt erleben wir aber einen völlig anderen Zustand. Wir erheben uns auf eine qualitativ neue Stufe unseres Daseins, auf der unsere Natur in eine ganz andere Richtung arbeiten wird. Wir werden unsere Natur dafür nutzen, uns nicht mehr an besseren Leistungen zu vergnügen, sondern die Werte zu ändern. Der Mensch wird eine Stufe erreichen, wo er sich nicht nur für das Leben im Leben interessiert, sondern für das Leben über dem Leben; das ist das wichtigste.

Daher ist die Entfremdung von jedem und allen vorprogrammiert und keiner hat Einfluss darauf; weder die Banker, noch die Businessleute oder die Regierungen. Das lenkt das Gesetz der Natur allein. Es führt den Menschen zu absoluter Gleichgültigkeit gegenüber den früheren Idealen. Langsam entsteht bei uns der Impuls zu neuen Werten, die nicht durch den linearen Egoismus betreffen werden, sondern auch das Niveau darüber. Dafür benötigen wir eine Verbindung zwischen uns, die höher ist als unsere tierischen Bedürfnisse; dabei versorgen wir uns nur mit dem Nötigsten, um in Würde zu existieren. Und alle unsere Ideale werden eine Stufe höher sein.

Nur eine minimale Sorge um unseren physischen Körper wird uns in dieser Welt halten. Unsere innere, geistige, richtig menschliche Natur wird nicht dazu dienen, jeden körperlichen Wunsch zu realisieren, sondern sie dient dem Begreifen der nächsten Entwicklungsstufe der menschlichen Gesellschaft. Dann entdecken wir eine neue Gesellschaft und ein neues Universum. In diesem Fall ändern wir generell unsere Ansicht über das Leben und die frühere Stufe stirbt ab. Und nicht nur sie,  sondern die ganze Weltgeschichte – von der Entstehung der elementaren Teilchen bis zum heutigen Tag.

Wir werden eine neue Perspektive auf die Welt und das Leben bekommen. Es entwickelt sich in uns eine Erkenntnis über die innere Struktur der Welt, des Geschöpfes, über das Programm der Schöpfung und jener Kraft, die alles erschaffen hat und alles lenkt! (Man kann sie Schöpfer, Natur oder Gott nennen, das spielt keine Rolle)

Dazu kommen wir. Deswegen sind all die Enttäuschungen, Entfremdungen, die Trägheit und der Untergang der Menschheit nötig. Ich sehe darin einen enormen Schritt nach vorne.

[#164817]



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Geheimnisvolles russisches Volk

Frage: Worin besteht die Sonderaufgabe der russischen Zivilisation?

Antwort: Es ist schwer für mich, etwas dazu zu sagen, weil ich bis jetzt noch keine richtige, sehr einfache, offensichtliche, wahre historische Untersuchungen sehe, die uns erklären würde, wieso sich ein Volk mit diesem eigenartigem Charakter, Verhalten, Weltanschauung, Psychologie gebildet hat. Das ist völlig unklar. Das russische Volk fühlt sich nicht zur normalen egoistischen Existenz hingezogen. Die Russen haben keine strenge Entwicklung der Verlangen: Essen, Sex, Familie, Reichtum, Ruhm, Weisheit. Es entflammt in ihnen entweder das Verlangen nach Ruhm und Wissen und im nächsten Augenblick stürzen sie ab, sie machen Selbstlosigkeitsexperimente und ähnliches.

Sehr stark ausgeprägt ist das in der Literatur, woraus folgt, dass das Volk Leid erduldet und als Gegebenheit hinnimmt. Hier kann man keine Parallelen ziehen. Die Leiden, die in Shakespeare, Hugo, Dickens geschildert werden, sind völlig unvergleichlich mit den Werken von Dostojewskij, Tolstoi und späteren Schriftstellern wie Solschenizyn. Wir sehen ein Volk, das keine egoistische Wahrheit als seine Vorbestimmung sieht, auf die man aufbauen könnte. Also sich mit allem zu füllen, was nur möglich ist.

Für dieses Volk ist das amerikanisches Vorbild völlig unbrauchbar, in der ein Mensch alles hat: Geld, Haus, Familie, Wohnung, Auto. Und alle sind darüber glücklich: Wir haben in Amerika den Garten Eden auf der Erde erreicht. Das ist dem russischen Geist zuwider. Was braucht er? Genau diese Suche: „Was brauche ich?“ Das ist zwar egoistisch, aber gleichzeitig eine umgedrehte, fanatische Entwicklung. Das Leiden – wofür? Was ist das Ziel? Es stellt sich heraus, dass das Ziel verschleiert und nicht von egoistischer Natur ist. Das einzige, was für die Russen eine Bedeutung hat, ist der Stolz auf ihren Staat.

Europäer sind bereit dazu, sich für Geld zu verkaufen; die Russen dagegen kann man mit Begeisterung für ihre Stärke und Leidensfähigkeit kaufen. Ihr Egoismus ist höher als der „Geldegoismus“. Wenn man die Europäer für 5 -10 Milliarden in jede beliebige Richtung lenken kann, geschieht jede Veränderung in Russland mit Durchbruch, Weinen und gleichzeitig mit Mitgefühl.

 

Erwiderung: Es wird den Russen immer „Gottessuche“ zugeschrieben.

Antwort: Ich weiß nicht, ob sie nach Gott suchen, weil wir sehen, was mit der Religion passiert. Wenn wir ehrlich sind, gibt es nirgendwo eine „Gottessuche“. Alle Religionen vergehen, auch die orthodoxe Religion, die keine Möglichkeit für progressives Wachstum gibt. Alle orthodoxen Länder sind in wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Einst wählten sie eine Religion, weil sie ihrer Weltanschauung gerecht wurde. Mit anderen Worten, hier ist die Religion nicht ausschlaggebend, sondern der Bezug zum Leben und zur inneren Psychologie des Volkes. Daraus folgt, dass sie sich nicht entwickeln können und gezwungen sind, in unserer Welt zu betteln. Und alles hängt von der psychologischen Form und des inneren Verständnis der Welt ab.

Das Volk spürt es, versteht und weiß es. Deswegen kann die Regierung sie ohne auf Widerstand zu stoßen ausrauben; sie werden nie dagegen kämpfen. Diese Länder werden nie eine bourgeoise Revolutionen erleben. Nichtsdestotrotz wird sich die russische Zivilisation noch zeigen, weil ihre Suche die Suche nach Geld außen vor lässt. Die tierischen Verlangen nach Essen, Sex und Familie existieren in Russland üblicherweise auf niedrigem Niveau. Danach kommt der Reichtum, der im Westen so anerkannt ist. Russen aber neigen mehr zum Wissen. Das passt irgendwie nicht in unsere Welt. Somit hat die russische Zivilisation einerseits große Möglichkeiten, auf der anderen Seite aber kann sie sie aber nicht nutzen, weil man für die Realisation von Ruhm und Wissen in unserer Welt Geld braucht.

 

Frage: Das heißt, dass zwischen Israel und Russland eine Verbindung entstehen könnte?

Antwort: Es scheint, als stünden wir uns nahe; wir haben aber unterschiedliche Herangehensweisen, weil bei Israelis alles von den Funken, die zum Schöpfer steuern, kommt. Bei den Russen aber kommt alles von der Natur, in der sie sich entwickelt haben. Von der Kabbalah aus gesehen sind das die Eigenschaften der Seelen. Russland wird in diesen Prozess auf seine Weise eintreten. Jetzt aber hängt alles von uns ab. Wenn wir in der spirituellen Arbeit fortschreiten, fühlen sie sich zu uns hingezogen.

 

[#164404]



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Sich verbinden statt korrigieren!

Frage: Sie haben gesagt, dass wir für die Verbindung niemand korrigieren brauchen. Was heißt das? In letzter Zeit geschehen solch grausame Ereignisse, Mord und Verbrechen. Heißt das, dass wir alle diese Menschen nicht korrigieren sollen?

Antwort: Nein. Wir geben dem Menschen nur das Verständnis, dass er alle Menschen braucht; dass alle so sein sollen, wie sie sind – und man braucht sich nur zu verbinden. Wenn ein Mensch den einen oder anderen hasst, sollte er sich über diesen Hass erheben und nicht versuchen, den Hass zu dämpfen, indem er andere tötet. Denn er befreit sich damit nicht vom Hass, er verstärkt ihn sogar weiter. Es steht geschrieben: „Die Liebe deckt alle Sünden zu.“ Die Verbrechen – also die Unterschiede zwischen uns bleiben, doch wir bedecken sie mit Liebe.

Schaut mal, wie die Natur funktioniert: Minus und Plus vereinen sich und daraus entstehen Moleküle. Die Kombinationen von Molekülen ergeben verschiedene Stoffe, organische Körper u.s.w.  Alle Unterschiede, alle Widersprüche zwischen ihnen bleiben, jedoch können sie sich richtig verbindenund vervollständigen einander. Darin liegt das Geheimnis. Wir sollen das mit unserem Verstand und auf der menschlichen Stufe schaffen. Dann wird das Leben einfach wunderschön. Genau in der Verbindung zwischen gegensätzlichen Individuen offenbaren wir den höheren Zustand. Höher als unser organisches Leben offenbaren wir die andere Welt – das Leben nach dem Seelenprinzip und nicht nach unseren tierischen Körpern.

Gerade aus der Verbindung aller Menschen in ihrer Erkenntnis und trotz all der Unterschiede in ihren Gedanken, Wünschen und Eigenschaften, wird der gemeinsame Körper erschaffen, der sich “Seele” nennt. Einer für alle. Und dann beginnen alle, den höheren Zustand zu spüren – die Höhere Welt.

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Verbindung jenseits aller Unterschiede

Frage:  Wie können wir uns jenseits aller Unterschiede zwischen uns verbinden? Wir sind doch alle unterschiedlich und es ist schwer für mich, den anderen so anzunehmen, wie er ist.

Antwort: Es ist schwer für einen Menschen, den anderen zu verstehen, weil er nicht das ganze integrale Bild sieht. In diesem Bild hätte er gesehen, wie alle sich gegenseitig ergänzen und jeder seine Mission hat. Einer ist Ingenieur, ein anderer  Arzt, der dritte Arbeiter, die vierte Lehrerin u.s.w. Dazu sieht man jetzt, dass je mehr wir entgegengesetzt sind, desto stärker ist unsere einzigartige Verbindung miteinander. Und zu solcher Verbindung führt uns die Wissenschaft der Kabbalah. Wenn wir uns endlich verbinden werden, entsteht aus unserer Verbindung ein besonderes Puzzlebild, das erstrahlt und aus dem sich das Licht offenbart. Das heißt „das Licht für die Völker der Welt“ zu sein, wenn wir der ganzen Welt ein Beispiel für Verbindung zeigen. Da die Welt sich in so einem grausamen Zustand befindet!

Frage: Auf welcher Basis verbinden wir uns?

Antwort: Auf der Basis unserer inneren Erkenntnis, dass jeder Mensch in diesem Puzzle wichtig und unersetzlich ist und sich auf genau seinem Platz befinden sollte. Dabei korrigieren wir niemanden! Baal Sulam schreibt in der „Freiheit des Willens“, dass keiner sich ändern soll, er soll lediglich die richtige Verbindung mit anderen Menschen aufbauen. Denn alle Eigenschaften, die ein Mensch besitzt, entwickelten sich aufgrund seiner Natur und wegen des Einflusses der anderen auf ihn; alle Eigenschaften entstanden in ihm infolge der allgemeinen höheren Lenkung und alle sind wichtig und nötig. Wenn die Menschen sich miteinander verbinden, schaffen genau diese unterschiedliche Eigenschaften das allgemeine Bild und in der richtigen Verbindung zwischen ihnen können sie erkennen, was “Volk Israel” heißt, das so vielfältig uns entgegengesetzt zueinander ist, alle aber zu einem  Ganzen werden – zu einem Volk. Genau da, wo sie sich erheben und sich über alle Unterschiede verbinden.

Frage: Aber was ist die Gemeinsamkeit zwischen diesen Menschen?

Antwort: Die Gemeinsamkeit liegt darin, indem sie alle nur durch Gemeinschaft die Vollkommenheit erreichen und zu so einem Zustand kommen, indem sie sich über ihre Natur erheben. Dann fühlen sie, dass sie sich auf der nächsten Stufe der menschlichen Entwicklung befinden. Genau das verlangt die Menschheit vom Volk Israel und deswegen hasst sie es. Die Menschheit glaubt, dass Israel sie um die gute Zukunft betrügt.

Wir sollen diese Zukunft erreichen und der ganzen Menschheit Vorbild sein. Denn außer der Verbindung braucht die Menschheit gar nichts. Und infolge der Abwesenheit der Verbindung leidet sogar die Natur; wir verursachen Naturkatastrophen, wir verletzen das Gleichgewicht unserer Erde. Und das machen WIR! Weil wir uns auf der höchsten Stufe aller unbelebtem, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Stufe befinden und deswegen die ganze Welt und Ökologie beeinflussen.

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Die Methode der “Guten Verbindung”

Wir leben in einer besonderen Zeit, in der sich die Menschen mehr und mehr verbunden und von einander abhängig fühlen. Das Problem liegt nur darin, dass diese Verbindungen nicht gut sind, sondern falsch. Und dabei fühlen wir diese völlige Abhängigkeit voneinander, was uns beunruhigt und uns aufregt.

Wenn diese Abhängigkeit nicht gut ist, bringt eine solche Verbindung nur Probleme mit sich; wie geschrieben steht: „Die Verbindung der Sünder ist für sie selber schlecht und fügt der ganzen Welt Schaden zu“. Wenn die Menschen sich und ihre Beziehungen nicht korrigieren, ist es besser, wenn sie sich voneinander trennen.

Das Ganze hat begann bereits in Babylon, wo der Egoismus so groß war, dass die Menschen anfingen, sich gegenseitig zu hassen. Im Endeffekt entstanden die vielen Sprachen, denn es geschah zum ersten Mal, dass der Egoismus die Menschen so zertrennt hat. Davor waren alle Menschen wie ein Volk, das alles miteinander teilte. Plötzlich fühlten sie, dass sie keine Einheit mehr sind und zu verschiedenen Gemeinden, Familien, Völkern gehörten, und deswegen konnten sie es nicht miteinander aushalten. In dieser Zeit entstand die Wissenschaft der Kabbala.

Einer der Gelehrten, der damals in Babylon lebte (er hieß Abraham), enthüllte, dass wir keinen  Widerstand gegen unsere Verbindung leisten können. Die Menschen sind auf jeden Fall verbunden, sie können sich gar nicht trennen. Man sollte nur wissen, wie man sich richtig verbindet, unabhängig vom Egoismus, der Tag für Tag zwischen uns wächst.

So ist die Wissenschaft der Kabbala entstanden -  die Methode der guten Verbindung zwischen den Menschen. Die Kabbala sagt, dass wir vor allem den Mensch korrigieren sollten und unsere Beziehungen  zueinander. Und dann wird alles, was wir machen, zum Guten führen.

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