Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Wir haben den Krieg in unserer Seele verloren

Israel hat immer gewusst, wie man an einem Strang zieht, wenn die Säbel rasselten. Dieses Mal war dem nicht so. Es schleicht sich schon seit einigen Jahren ein, aber in dieser Kampagne hat das Böse in unserer Mitte die Notwendigkeit zur Einheit besiegt. Kaum waren die Raketen auf unsere Städte abgefeuert, brachen die Politiker aller Seiten in einen Krieg der Vorwürfe aus, in dem sie sich gegenseitig Inkompetenz, Unentschlossenheit und Opportunismus vorwarfen. Als die Tage vergingen und sich Israels Militärtaktik als erfolgreich erwies, bemühten sich dieselben Politiker, den Erfolg sich selbst zuzuschreiben und ihn ihren Rivalen abzusprechen. Derweil stellte sich jede Fraktion der Nation auf die Seite ihrer eigenen Politiker und tadelte alle Andersdenkenden in den sozialen Medien, in den Nachrichtenmedien und wo immer sie konnten.

In sozialer Hinsicht haben wir den Krieg verloren, sobald er begann, und wenn wir den Krieg aufgrund unserer mangelnden Solidarität verlieren, verlieren wir auch das Land. Der Talmud schreibt (Yoma 9b), dass das Volk Israel, vor allem aber die Führer des Landes, kurz vor dem Untergang des Zweiten Tempels so gehässig gegeneinander waren, dass sie „miteinander essen und trinken [doch] stechen sich gegenseitig mit den Dolchen in der Zunge.“ Dies ist laut Talmud einer der Hauptgründe dafür, dass Nebukadnezar II. Israel eroberte und das Volk nach Babylon verbannte. Wir sind auf einem guten Weg zu einem ähnlichen Schicksal.

Wenn wir das Schicksal unserer Vorfahren vermeiden wollen, dürfen wir nicht darauf warten, dass unsere Führer uns retten. Sie sind von Kopf bis Fuß in ihre Machtkämpfe verstrickt. Sie werden uns nicht zuhören, genauso wie sie einander nicht zuhören. Wenn Sie sie im Fernsehen sehen, ist es offensichtlich, dass sie zum Reden da sind und zu keinem anderen Zweck. Sie sprechen die ganze Zeit, während sie auf Sendung sind, fallen sich ins Wort, und in der daraus resultierenden Kakophonie versteht man kein Wort. Ich kann sie nicht mehr anschauen.

Deshalb können wir uns auf niemanden verlassen, außer auf uns selbst – die Einheit der normalen Leute, die verstehen, dass Teilung die Zerstörung des Landes bedeutet. Erst wenn wir anfangen, an unserer Einheit, vor allem über unseren vielen Unterschieden, zu arbeiten, werden unsere sogenannten Führer nach und nach begreifen, dass auch sie sich in diese Richtung bewegen müssen.

#israel #Krieg #Raketen
[Israelische Sicherheitskräfte rennen während Zusammenstößen mit Palästinensern auf dem Gelände der Al-Aqsa-Moschee, die den Muslimen als Heiligtum und den Juden als Tempelberg bekannt ist, in der Jerusalemer Altstadt, 21. Mai 2021. REUTERS/Ammar Awad]


Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken               

Kommentare geschlossen.