Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Umzug: Indem man seinen Ort wechselt, wechselt man sein Schicksal

Die Gesellschaft ist stets in Bewegung. Als Folge der sozioökonomischen Auswirkungen von Covid-19 wechselte die Bevölkerung den Wohnort bzw. hat vor, dies zu tun. 

Unternehmen wie Google, Facebook, Twitter und andere haben ihre Mitarbeiter ins home office geschickt, was ihre physische Anwesenheit am Arbeitsplatz überflüssig macht. Auch hohe Mieten und Sicherheitsaspekte sind die Hauptgründe für Überlegungen zur Abwanderung, wobei der Trend dahin geht, die Stadt zugunsten ländlicher Gebiete zu verlassen. Deutet dies auf einen Rückschritt hin? Nein, das einfache Leben schreitet voran.

Mobilität ist ein US-amerikanisches Charakteristikum. Nach Angaben des U.S. Census Bureau wechseln die Amerikaner im Durchschnitt nicht weniger als 11 Mal im Laufe ihres Lebens ihren Wohnort, um hauptsächlich bessere Beschäftigungsmöglichkeiten zu finden. Im Vergleich, die Deutschen ziehen im Schnitt 4,5 Mal im Leben um, davon ca. 1,2 Mal wegen des Jobs. (Quelle: ENTEGA)

Aber ein Umzug infolge der Pandemie hat eine Besonderheit – es ist eine echte Rückkehr zu den Wurzeln. Die Bewohner städtischer Gebiete verlassen zunehmend die stressigen und teuren Großstädte, um sich in den ruhigen und ländlichen Gebieten niederzulassen, ein Trend, der in Amerika und Europa spürbar ist.

Vor Jahrzehnten strömten die Menschen von Farmen und Dörfern in die großen Städte, in der Erwartung, ihre Träume von Fortschritt und Aufwärtsentwicklung zu erfüllen. Heute werden Betriebe geschlossen, und die noch Beschäftigten ändern ihr berufliches Umfeld von Tätigkeiten am physischen Arbeitsplatz hin zu Fernarbeit. Was ist nun also der Vorteil des Lebens in den Städten? Keiner. Die Pandemie verändert unseren Lebensstil zum Guten. Wir werden mehr und mehr erkennen, dass die Anpassung an eine virtuelle Umgebung eine positive Sache ist.

Wenn die Bevölkerung stärker zerstreut und gleichmäßiger verteilt ist, profitieren alle davon – sowohl Umwelt als auch Menschen. Umgekehrt belasten überfüllte Städte mit hoher Bevölkerungsdichte die Umwelt und stellen eine Herausforderung für die effiziente Nutzung natürlicher Ressourcen wie Wasser, Energie und Nahrung dar. Auf persönlicher Ebene ist das Leben außerhalb der städtischen Gebiete überschaubarer, erschwinglicher und gesünder.

Der babylonische Talmud sagt: „meshane makom, meshane mazal“, was buchstäblich soviel bedeutet wie: „Indem man seinen Ort wechselt, wechselt man sein Schicksal.“ Tatsächlich beeinflussen unsere äußeren Bedingungen unsere Prioritäten und Schwerpunkte im Leben. Dies bezieht sich auch auf einen inneren Wandel, der sich vollzieht. Ein Wechsel zu einem ruhigen, einfachen Lebensstil lässt uns besser, ruhiger und ausgeglichener fühlen. Und dadurch werden wir leichter miteinander zurechtkommen. Die Verwurzelung mit dem Land mit viel Platz für einen eigenen Gemüsegarten und einen Spielplatz für Kinder wird die stressige Belastung durch den verschmutzten und lauten Beton-Dschungel mildern.

Wir alle fühlen uns sicher mit dem Vertrauten, auch wenn es bei weitem nicht ideal ist; aus diesem Grund sträuben sich die Menschen gegen Veränderungen. Doch die Pandemie treibt uns rasch zu einem tiefgreifenden Wandel von einer Realität zur anderen. Nach und nach wird uns bewusst, dass es kein Zurück gibt, sondern nur vorwärts in eine globalere Welt, in der die Grenzen zwischen uns verschwinden.

Die ganze Welt liegt in unseren Händen. Von Arbeit über zwischenmenschliche Kommunikation bis hin zu Einkäufen ist alles in Sekundenschnelle leicht erreichbar. Jeder kann von Amerika oder Deutschland aus anrufen und einen Kundenbetreuer in Indien ohne das geringste Gefühl der Entfernung erreichen. Wir sind wirklich zu einem globalen Dorf geworden.

Großstädte werden als Zentren für Unterhaltung, Kultur, Touristenattraktionen und mehr bestehen bleiben. Auch große Fabriken, die für die Versorgung der Gesellschaft unverzichtbar sind, werden in den Großstädten weiter bestehen, aber die Bevölkerung wird sich in verschiedene Richtungen zerstreuen. Ein wunderbares unerwartetes Ergebnis der Pandemie auf unsere Lebensweise wird eine offene Tür zu einem einfacheren, glücklicheren und erfüllterem Leben sein. 

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