Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Kein Waffenstillstand wird die Flammen des Hasses zwischen uns auslöschen

Für Israel gibt es niemals einen ruhigen Moment. Obwohl ein Waffenstillstand in aller Munde ist, hat die Öffentlichkeit kein Vertrauen, dass die heftigen Luftangriffe für lange Zeit zum Stillstand kommen werden. Bedrohungen halten sowohl im Süden (von der Hamas in Gaza) als auch im Norden des Landes durch Raketen, die von der Hisbollah aus dem Libanon auf israelisches Gebiet abgefeuert werden, an. Es stellt sich also wieder einmal die Frage: Wann wird die Aggression ein für alle Mal beendet sein? Der Ball liegt in unserem Spielfeld, im Spielfeld der jüdischen Nation.

Der Hass gegen uns hört nie auf. Israel steht mit Druck und wiederholten Angriffen ständig unter Belagerung, nicht nur seitens der Hamas und Hisbollah, sondern auch durch den Iran und andere feindliche Elemente in der ganzen Welt. Man sagt: „Das Herz von Ministern und Königen ist in Gottes Hand“. Selbst, wenn die Vereinigten Staaten und andere Nationen Druck auf uns ausüben, um einen Waffenstillstand zu erreichen, kommt der wahre, schwerwiegende Druck aus einer tieferen Quelle, aus den Tiefen der Natur.

Wir leben in einem integralen System und sind in einem Netzwerk organisiert, das die gesamte Menschheit aneinander bindet, das nach strengen Naturgesetzen funktioniert. Der zentrale Knotenpunkt in diesem gesamten globalen Netzwerk ist das Volk Israel.

„Die israelische Nation war als eine Art Portal konstruiert worden, durch das die Funken der Reinheit auf die gesamte menschliche Rasse auf der ganzen Welt scheinen würden“, schrieb der führende Kabbalist Rabbi Yehuda Ashlag in seinem Artikel „Die Arvut“ (Gegenseitige Bürgschaft).

Mit anderen Worten hat die israelische Nation eine bedeutende Rolle im Leben aller Menschen auf der Welt zu spielen. Uns wurde von dem Tag an, als wir am Fuße des Berges Sinai standen – vereint als ein Mann mit einem Herzen – eine gegenseitige Bürgschaft unterzeichneten und zustimmten, ein Licht für die Nationen zu sein, eine Aufgabe übertragen. Ab diesem Moment empfingen wir die Tora, das Licht, die Methode, um die Welt zu vereinen – die Weisheit der Kabbala.

Seit damals wurde die Funktion des jüdischen Volkes in der inneren Wirkungsweise der Realität neu definiert: Wenn das Volk Israel über seine gegensätzlichen Ansichten hinweg vereint ist, dann entzündet die Kraft der inneren Verbindung zwischen ihnen Funken des Lichts, eine positive Kraft, die im globalen Netzwerk auf alle Nationen der Welt projiziert wird. Wenn das jüdische Volk hingegen dem Egoismus – dem Eigennutz auf Kosten anderer – und dem gegenseitigen Hass erliegt, ist es, als ob es die Sauerstoffleitung für die gesamte Menschheit blockiert und die Funken des Lichts unterbricht.

Die Blockade ist nicht sichtbar, aber sie ist in den Herzen der Menschen und Nationen stark zu spüren. Die Feindseligkeit gegen Juden erobert und erdrückt die Menschen auf der Welt, bis sie in Form von antisemitischen Hassreden und -handlungen ausbricht. Je mehr sich der Mangel an Licht und Frustration in den Nationen der Welt verstärken, desto mehr sind sie gezwungen, aktiv zu werden und zu versuchen, die Juden zu vernichten, wo immer sie sind.

Es ist also keine Frage des Prinzips, dass wir die Ersten sein sollten, die ein spektakuläres Bild des Sieges veröffentlichen, noch wird es helfen, wenn wir die Abschreckungsmaßnahmen erhöhen oder die Vergeltungsmaßnahmen verstärken, wenn wir uns nicht sehr darum bemühen, von innen heraus vereinigt zu sein – nicht „vereinigt“, wie wir es jetzt sind, weil Außenstehende uns dazu drängen, uns gegenseitig zu umarmen, während wir uns in den Schutzräumen zusammenkauern, sondern vereinigt in einer wahren, von Herzen kommenden und dauerhaften Einigkeit.

Wenn wir nur versuchen, den Druck, der auf uns lastet, zu verdrängen, indem wir uns mit einer Vielzahl von fairen Argumenten bewaffnen und uns mit wortgewandten Informationen für die Augen der globalen Medien schmücken, werden wir das Problem nicht lösen; bis jetzt haben wir mit dieser Taktik versagt. Wir müssen auf die innere und grundlegende Forderung der Welt an uns hören: Jüdische Einheit.

Der erste Schritt zur Beruhigung der Angriffe auf uns muss damit beginnen, dass wir anerkennen und zustimmen, dass das Feuer auf uns herabregnet, weil wir kein zusammenhängendes Volk sind. Der internationale Druck auf uns, sollte in der Tat dazu genutzt werden, unser Bewusstsein für unsere Verpflichtung zu schärfen: Der Welt die Methode der Verbindung zu vermitteln und ihr erneut die große Regel der Tora „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ vorzuleben und zu verkünden. Nur aus Liebe wird Frieden in der Welt gedeihen.

Wenn wir die Kluft zwischen unserer gegenwärtigen und der gewünschten Situation, die das System der Naturgesetze von uns verlangt, verstehen, werden wir erkennen, dass wir zuerst einen Waffenstillstand in den Beziehungen zwischen uns als jüdisches Volk herbeiführen müssen. Dann werden wir die Welt dazu bringen, uns freundlich zu behandeln, mit Freundschaft und Sympathie, und wir werden mit Freude erfüllt sein, weil, wie geschrieben steht: „In Israel das Geheimnis der Einheit der Welt liegt“, Rav Kook (Orot HaKodesh).

#israel #Friedensvertrag #Hass
[Sveta Shtilrman steht in ihrem Wohnzimmer in einem beschädigten Gebäude nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen, in Ashdod, Israel 17. Mai 2021. REUTERS/Ronen Zvulun]


Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken               

Diskussion | Fragen | Feedback





0 / 200

*