Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'System'

Die Freiheit finden, die über unserer Natur liegt

Frage: Sie sagen, dass wir untereinander im System der absoluten Verbindung leben, so dass jeder das Schicksal des anderen bestimmt.

Antwort: Es ist nicht das System, das wir selbst erschaffen haben, sondern das System der Natur, das uns zusammenhält.

Frage: Haben wir in dem System, in dem wir leben die Freiheit, das Schicksal des anderen zu bestimmen, weil wir miteinander verbunden sind?

Antwort: Wir wählen unsere Natur nicht, wir existieren in ihr. Es gibt nichts, was wir dagegen tun können, wir müssen es als gegeben akzeptieren.

Heute nähern wir uns einem Zustand, der uns zeigt, dass wir absolut unfrei sind. Wir sind aus diesen Rahmen, diesen Gesetzen, diesen Gesellschaftsverträgen in denen wir früher existierten herausgewachsen. Es erschien uns nur so als ob wir frei waren.

Heute fordern wir eine andere Art von Freiheit, eine spirituelle Freiheit. Deshalb beginnt jetzt in der Entwicklung der Menschheit eine neue, überegoistische Phase. Wir beginnen zu spüren, dass der Egoismus unser Sklaventreiber ist.

Freiheit aus Sicht der Kabbala bedeutet, zu erkennen, dass wir selbst keine Freiheit haben und neue Eigenschaften erwerben müssen. Freiheit bedeutet, – Freiheit über unsere Natur.

Aus dem Fernsehprogramm „ Spirituelle Zustände“ 29.04.2019

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Der Schlüssel zum Erfolg im Leben

John Lennon schrieb einmal: Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen. Seine Lebensgeschichte beweist, dass es die Wahrheit ist. Tatsächlich scheint es so, als hätte die Natur es sich zum Ziel gesetzt, das Leben der gesamten Menschheit zu stören.

Covid-19 hat unsere Wirtschaft, Kultur, Bildung, Unterhaltung lahmgelegt, das Gesundheitssystem fast zum Einsturz gebracht, politische und rassistische Spannungen verschärft, Aggression und Gewalt erhöht, die Nahrungsmittelproduktion und die Versorgungsketten unterbrochen und Familien in Stücke gerissen. Selbst als es nachließ und wir unsere Aktivitäten wieder aufnehmen konnten, lockerte es nur geringfügig nach und kehrte jedes Mal mit aller Härte zurück, als wir versuchten, zur bekannten Normalität der Zeit vor Covid zurückzukehren. [Rest des Beitrags lesen →]

Es ist unmöglich, nicht zu handeln

Aussage: Oft erkennt die Menschheit, dass sie machtlos bei großen Veränderungen ist. Im Laufe der Geschichte haben viele Philosophen und Herrscher gesagt: „Wir sind machtlos“ – und trotzdem hat die Menschheit etwas unternommen.

Antwort: Es ist unmöglich, nicht zu handeln, auch wenn es nicht möglich ist, etwas zu tun. So ist es auch in unserem Leben. Selbst wenn wir keine großen Perspektiven haben, wissen wir doch, dass wir aufstehen müssen, zur Arbeit gehen, von der Arbeit zurückkommen, den Tag gestalten und so weiter und so fort. Es wird uns dann irgendwo hinführen.
Das heißt, wir sehen nicht das externe System, das uns steuert. Wir sehen nicht das Programm, durch das wir existieren. Dennoch trägt unsere tägliche Arbeit und Teilnahme an diesem System ihre Früchte.

Aussage: Nehmen wir ein Beispiel. Menschen, die gegen den globalen Klimawandel kämpfen, können nicht vorhersagen, wann die globale Erwärmung eintritt. Es gibt eine enorme Zeitspanne zwischen ihren Handlungen und der Möglichkeit, dass sich in der Zukunft etwas ändern wird. Trotzdem haben sie die Energie, zielgerichtet zu handeln.

Antwort: Es geschieht, da wir tatsächlich vor einem großen, globalen, nicht aufzuhaltendem Problem stehen. Was spielt es für eine Rolle, ob es jetzt oder in hundert Jahren passiert? So oder so, wir sind sicher, dass es stattfinden wird und mit diesem Verständnis haben wir eine ganze Wissenschaft geschaffen. Deshalb ist es für uns wichtig, heute so zu handeln, als ob es morgen passieren würde.

Aus dem Fernsehprogramm „Kabbala Express“, 12.01.2021

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Gleichmachung trotz Unterschieden

Frage: Glauben Sie, dass sich die Menschen weiterhin, bis zu dem Punkt, an dem Nachbar gegen Nachbar vorgehen wird, sie sich in verschiedenen Gruppen, nach politischer und religiöser Linien aufteilen werden? Werden selbst Mitglieder der gleichen Familie gegeneinander vorgehen? Sehen Sie eine solche Zukunft?

Antwort: Wir sehen es bereits. Dafür gibt es eine ganze Menge solcher Beispiele. Ich denke, das wird sich allmählich zurückbilden, denn die Schläge, die wir jetzt schon spüren, die mit der letzten Generation unserer Entwicklung verbunden sind, werden uns trotz der Unterschiede zur Einigung führen. Sie lehren und drängen uns zur Notwendigkeit der Verbindung, auch wenn wir uns vorübergehend im Hass gegeneinander befinden.

Frage: Nationalismus ist anders als Rassismus, ist es trotzdem die gleiche Wurzel?

Antwort: Ja, die Wurzel ist die gleiche. Es kommt von der Spaltung der verschiedenen Teile eines gemeinsamen Systems namens „Adam“. Unser Ziel ist es, diese Teile zu verbinden.

Wir müssen uns nicht besonders damit befassen, was diese Teile sind, wie unterschiedlich sie sind, wie sie verbunden werden sollten. Es ist nutzlos und wird nichts bewirken. Durch die Erforschung unserer Unterschiede werden wir nichts erreichen.

Wir müssen uns dazu bringen, uns trotz der Unterschiede darüber zu erheben, dann werden wir die wahre Existenz erreichen.

Aus dem Fernsehprogramm, „Kommunikationsfertigkeiten“, 14.10.2020

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Der Algorithmus zum Lernen

Frage: Warum gibt es ein solches Ungleichgewicht: Was auf die Menschen von Unternehmen und Regierungen zukommt, wird negativ, und was selbst unter den Menschen entsteht, wird positiv wahrgenommen?

Antwort: Die Sache ist, dass wir bereits die vorherige Entwicklung erlebt haben. Damals wurde alles von den Herren, den Beamten, den Unternehmen- egal von wem oder was- an die Menschen herangetragen.

Jetzt haben wir einen Zustand erreicht, an dem wir nur noch im Einvernehmen mit uns selbst zu einem neuen Gesellschaftsvertrag kommen können, nicht nur zu dem, der in der Menschheitsgeschichte in verschiedenen Ausprägungen abgeschlossen wurde. Heute sollte dieser Vertrag als Verständigung zwischen den Menschen über das allgemeine Gesetz ihrer Entwicklung geschaffen werden.

Es ist ein spirituelles Gesetz, das höher ist als die Menschen. Sie müssen es studieren, es in seiner Anwendung auf unser Leben sehen, es verstehen und akzeptieren. Es gibt hier keinen anderen Ausweg, als die Vereinigung der Menschen und die Verbindung zwischen ihnen durch einen speziellen Algorithmus dieses Gesetzes.

Es ist in der „Lehre der zehn Sefirot“ in den Artikeln meines Lehrers Rabash beschrieben. All das muss weiterentwickelt werden und vor allem muss es gelehrt, das heißt verbal erklärt werden, damit es für jeden verständlich ist.

Frage: Welcher Nachweis ist heute am relevantesten? Welche Zugehörigkeit wäre für den Menschen der Beste?

Antwort: Die Offenbarung des höchsten Steuerungssystems. Das ist es was wir brauchen. Das ist der Algorithmus, den wir lernen müssen.

Aus der Fernsehsendung „Kabbala Express“, 12.01.21

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COVID- 19 und die Angst-Epidemie

Von all den Ängsten, die COVID-19 verursacht, ist die Angst vor der Zukunft wahrscheinlich die Größte. Während des Lockdowns nimmt die Angstexponential zu. In den USA berichtete am 4. Mai William Wan von der Washington Post, daß „das Land am Rande einer weiteren Gesundheitskrise steht, mit täglichen Todesfällen, Isolation und Angst, die ein weit verbreitetes psychologisches Trauma hervorrufen“. Einen Monat später, als Lockdowns wieder zurückgenommen wurden, nahm das Phänomen, Medizin-Express, um etwa 40% ab, bei den derzeit steigenden Zahlen und den erneut strengeren Regeln, wird die Angst zwangsläufig wieder ansteigen.

Bei allem, was in den letzten Monaten in Amerika passiert ist, ist Unsicherheit über die Zukunft das Letzte, was das Land braucht. Da diese Angst aus einer echten Ehrfurcht davor herrührt, daß die Menschen keine Arbeit und keine Möglichkeit haben werden, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, gibt es nur einen Weg, um damit umzugehen: Die amerikanischen Behörden auf allen Ebenen müssen einen klaren Plan ansetzen, der den Lebensunterhalt eines jeden Menschen sichert und die sozialen Bindungen der Einzelnen zu den Gemeinschaften stärkt. [Rest des Beitrags lesen →]

Wenn nicht wir selbst, wer sonst ist für uns?

Mein Lehrer pflegte zu sagen „Wenn jemand neben einem schweren Rucksack steht und darum bittet, dass man ihm beim Hochheben auf die Schultern helfen möge, wird niemand ihm behilflich sein. Wenn er jedoch versucht, den Rucksack auf seine Schultern zu heben, und dieser dabei fast hinunterfällt, weil er ihn alleine nicht tragen kann, dann werden alle um ihn herum zur Hilfe eilen. Die Moral der Geschichte ist simpel: Bevor man um Hilfe bittet, sollte man sich bemühen, sich selbst zu helfen. Braucht man dann noch Hilfe, kommt diese mit Sicherheit.

Heute wird es mehr denn je deutlich, dass wir uns nur selbst helfen können. Wenn wir darauf warten, dass die Regierung unsere Arbeit für uns erledigt, können wir ewig warten. Durch gegenseitige Verantwortung jedoch gibt es keinerlei Grenzen dafür, was wir erreichen können.

Es gibt viele Lehren, die wir aus der Covid-19-Pandemie ziehen können, die wichtigste Erkenntnis ist meines Erachtens jedoch die Tatsache, dass wir ein einziges System sind und dass das Wohlergehen dieses Systems von der Qualität der Verbindungen zwischen seinen Teilen abhängt. Das Virus, mit dem man sich leicht anstecken kann, hat uns gelehrt, dass eine Infektion irgendwo gleichzeitig eine Infektion überall bedeutet. Es hat uns, gegen unseren Willen, für die Gesundheit aller verantwortlich gemacht, und uns dabei auf eine Wahrheit hingewiesen, die wir bereits kannten: Wir sind völlig voneinander abhängig.  

Die Einsicht, dass wir füreinander verantwortlich sind, kam jedoch nicht nur zwecks der Erkenntnis, dass wir uns gegenseitig nicht mit Krankheiten anstecken dürfen. Sie zeigt uns auch, dass, wenn wir auf diesem Planeten ein gutes Leben führen wollen, wir unsere Herzen miteinander verbinden müssen, da wir andernfalls nicht die Motivation dafür haben werden, das Erforderliche zu tun, um uns gegenseitig physisch zu helfen.

Anders gesagt, ist die Gesundheitskrise, die wir mit der Pandemie erleben, in erster Linie eine soziale Krise, ein Symptom des gesellschaftlichen Zerfalls. Würden wir nicht unter sozialer Ausgrenzung leiden, würde die Mehrheit der Krisen, die wir derzeit erleben, niemals auftreten. Ist die Welle von Waffengewalt in New York City und Chicago nicht ein Symptom sozialer Ausgrenzung? Die Abhängigkeitskrise von verschreibungspflichtigen und sogar rezeptfreien Medikamenten, die jedes Jahr Zehntausende von Amerikanern getötet hat, ist dies nicht auf die soziale Ausgrenzung zurückzuführen? Was ist mit häuslicher Gewalt, Polizeibrutalität, Rassismus, Fanatismus, sexuellem Missbrauch, verbalem und physischem Missbrauch, Depressionen, Fettleibigkeit, der Ausstiegskultur, sind das nicht alles Folgen des gesellschaftlichen Zerfalls?

Das eigentliche Heilmittel liegt heute eindeutig darin, füreinander zu sorgen oder zumindest füreinander verantwortlich zu sein. Es wird jedoch niemand soziale Verantwortung für uns aufbauen, wenn wir dies nicht selbst tun – Gemeinschaft um Gemeinschaft, Stadt um Stadt, Bundesland um Bundesland und flächendeckend im ganzen Land.

Covid-19 ist eine Herausforderung. Und sich der Herausforderung zu stellen, bedeutet, dass die Herausforderung uns auf eine höhere Stufe als bisher heben sollte. Warum wäre die Herausforderung sonst überhaupt gekommen? Im Fall des Coronavirus ist sie offensichtlich gekommen, um uns vom Tiefpunkt der Isolation auf den Höhepunkt der Verbindung zu bringen. Dies ist unser  gegenwärtiger Weg ins Glück.

Im Gegensatz zu den Naturgesetzen

Frage: Die äußeren Merkmale unserer falschen Beziehung verursachen eine Krise. In der Wirtschaft lässt sich dies an Beispielen wie dem Wegwerfen riesiger Lebensmittelmengen zeigen, um das Preisniveau auf dem Markt zu halten.
Im Bereich des Gesundheitswesens werden nur solche Medikamente hergestellt die für die Pharmaindustrie profitabel sind. Im Bereich der Ökologie produziert die chemische Industrie jährlich Hunderte von Tonnen anorganischer Produkte, welche die Atmosphäre verschmutzen. Das heißt, alles wird vom Profit eines anderen diktiert, ohne Rücksichtnahme gegenüber den restlichen Menschen. 

Versteht der Mensch nicht, dass die Gesetze der Gesellschaft die gleichen Naturgesetze sind wie die physikalischen?

Antwort: Er kann sie nicht spüren, kann sie nicht berücksichtigen und realisieren. Wenn ich die Grenzen einer Kraft nicht wahrnehme, existiert sie für mich nicht.

Frage: Inwiefern widerspricht die Ideologie der Konsumgesellschaft den Trends und den Naturgesetzen?

Antwort: Es ist eine Tatsache, dass die Natur integral ist. Sie tut nichts Unnötiges. Für die Natur sind Anfang, Mitte und Ende objektiv notwendige Systeme und existieren nur, um sie in den besten Zustand zu bringen. Damit ein Mensch etwas tun kann, muss er den Anfang und das Ende kennen. Er muss seine gesamte Beziehung zur Natur spüren und verstehen warum er existiert.

Das haben wir nicht, also konzentrieren wir uns nur auf unseren Egoismus. Tatsächlich müssen wir uns mit der Natur beschäftigen, die Größe des Ziels spüren und versuchen, uns mit aller Kraft darauf einzulassen.

Aus dem TV-Programm „Die Ära des Post-Koronavirus“, 07.05.2020.

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Das Leben hat eine gemeinsame Seele

Frage: Wie ist Privates und Öffentliches miteinander verbunden? Wenn einige Bakterien, ohne es zu wissen Sauerstoffmoleküle freisetzen, einen solchen Einfluss auf unser Leben nehmen, wie kann dann jeder von uns die gesamte Natur beeinflussen?

Antwort: Über die Sauerstoffmoleküle kann ich nichts sagen. Ich weiß nur, dass die ganze, sich weiterentwickelnde Natur aus einer Quelle stammt. Ganz gleich, welche neuen Formen in der Natur entstehen, so zeigen sie sich immer in der vollständigen, gegenseitigen Verbindung untereinander.

Auch wenn wir es nicht spüren und noch nicht entdecken und erforschen können, ist die Natur vollkommen integral, es gibt keinen Teil von ihr, der sich plötzlich selbst zu entwickeln beginnt.

Frage: Dank einiger Bakterien, die beispielsweise seit zwei Wochen existieren und Sauerstoff produzieren, leben heute Tausende von Menschen. Ist es möglich, dass der Sinn des Daseins eines jeden von uns darin besteht, einem Überwesen das Leben zu geben? Oder ist das Leben jedes Einzelnen wichtig?

Antwort: Das Leben eines jeden von uns ist wichtig, denn wir sind Teile dieses Überwesens, das als „Seele“ bezeichnet wird. Es ist eine für uns alle.

Aus dem TV-Programm „Das Zeitalter des Post- Coronavirus“, 30.04.2020

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Drei Naturgesetze, die jeder kennen sollte

Die Encyclopedia Britannica definiert Bildung als „Vermittlung der Werte und des angesammelten Wissens einer Gesellschaft“ (Encyclopedia Britannica). …Bildung soll [die Kinder] beim Erlernen einer Kultur anleiten, ihr Verhalten im Erwachsenenalter formen und sie auf ihre spätere Rolle in der Gesellschaft ausrichten“. Aber um diese Definition zu finden, müsstest du die Seite nach unten scrollen. Das Lexikon beginnt den Eintrag über Bildung, indem es erklärt, dass es sich um eine „Disziplin handelt, die sich mit Lehr- und Lernmethoden in Schulen oder Schul ähnlichen Umgebungen befasst“. Dies ist die vorherrschende Interpretation von Bildung, und es ist sehr bedauerlich für jeden von uns, dass wir die wahre Bedeutung des Wortes vergessen haben.

Deshalb möchte ich eine Definition anbieten, die sowohl prägnant ist, als auch viel mehr bietet als eine Anhäufung von Begriffen, die heute hier und morgen weg sind. Die Erziehung, von der ich spreche, wird „Integrale Erziehung“ (IE) genannt. Wobei „integral“ ganzheitlich, vollkommen bedeutet. Nach der Definition der IE ist „Bildung der Prozess der Anpassung des Menschen an die Naturgesetze“. [Rest des Beitrags lesen →]