Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Immer mit mir – Teil 4

Bild könnte enthalten: Bruder Jörg, Brille, Bart, Nahaufnahme und im Freien

 

Das höchste Szenario berechnen

 

So fuhren wir und wirklich, nach ein paar hundert Meter kamen Bäume eines Orangen Gartens aus der Dunkelheit, das Haus tauchte auf.

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Wir sahen nur ein schwach beleuchtetes Fenster in der Ferne. Wir hielten an und gingen hinein. Es war überall dunkel, außer in dem kleinen Raum am Ende der Halle. Wir traten ein und sahen fünf oder sechs alte Menschen, die saßen und lernten.

Ich erinnere mich, dass ich direkt vor der Tür fragte: „Lehrt man hier Kabbala?” Der alte Mann, der an der Spitze des Tisches saß, sagte einfach: „Ja, hier, setzt euch hin“. Wir setzten uns.

Sie haben das Buch Sohar[1] gelesen. Sie lasen das oben in Aramit[2], unten auf Hebräisch und erklärten es auf Jiddisch[3]. Ich kannte mehr oder weniger Hebräisch, konnte lesen, sprach es. Aber Aramit und Jiddisch… Das war zu viel. Ich wollte sofort aufstehen und nach einem neuen Platz suchen, ich war ungeduldig und es war mir egal, was sie über mich denken, aber Chaim hatte mich zurückgehalten.

Er war es gewohnt, in einer religiösen Einrichtung zu studieren. Er war voller Respekt vor dem „weisen Mann und seinen Schülern“. Also machte er eine Geste, um mich aufzuhalten und sagte zu mir: „Wir bleiben!“

So saßen wir bis zum Ende der Lektion, und ich wusste, dass ihr Hebräisch für mich genauso unverständlich ist wie der Aramit und das Jiddisch. Ich dachte: „Wir müssen von hier weglaufen und zwar schnell“.

 Aber der alte Mann fragte plötzlich: „Was wollt ihr denn?“

„Wir kommen aus Rehovot und wollen einen Ort finden, an dem wir Kabbala studieren können“, sagte ich.

Ich erinnere mich, dass ich das gesagt habe: „Wir wollen einen Platz finden“, nicht „studieren“, weil ich mir sicher war, dass wir nicht lange hier bleiben würden.

„Ich werde diesen Ort für euch organisieren. Gib mir deine Telefonnummer, ich werde es einrichten und dich anrufen“,  antwortete der alte Mann.

Wie oft hatte ich darüber nachgedacht, wie unmöglich es ist, dieses höchste Szenario logisch zu berechnen? Ich war damals bereit zu gehen, zu fliehen. Und ich wurde aufgehalten. Was für ein Glück!

[1]  das Buch Sohar ist das wichtigste kabbalistische Buch, das um 120 n. Chr. vom Rabby Schimon bar Johai (RASHBI) geschrieben wurde
[2] Aramit, die Sprache der semitischen Gruppe. In der Antike war Aramit eine gesprochene Sprache im Land Israel, Syrien und Mesopotamien.
[3] Jiddisch – (wörtlich „jüdisch“) – ist ein jüdisch-deutscher Dialekt der germanischen Gruppe, historisch gesehen die Hauptsprache der aschkenasischen Juden, die zu Beginn des XX. Jahrhunderts von etwa 11 Millionen Menschen auf der ganzen Welt gesprochen wurde.

 

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Fortsetzung folgt…

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