Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Wirklichkeit'

Erleuchte die Dunkelheit

Frage: Was sollte der Mensch fühlen, wenn er auf richtige Art und Weise voranschreitet?

Antwort: Es sollte sehen, dass er ständig ein tieferes Verständnis des Materials, der kabbalistischen Texte welche er liest, bekommt, und dass die kabbalistischen Texte über seine Eigenschaften sprechen, welche er tatsächlich innerlich zu unterscheiden beginnt.

Auch wenn er immer noch nicht die spirituelle Welt enthüllt hat, hat er jedoch bereits in sich ein sensibles System, in dem er eine Reaktion auf das fühlt, was er in dem Buch liest. Es ist, als ob sein inneres Reich der Bedeutung und Empfindungen erweitert wird. Dies geschieht während des Einflusses des Umgebenden Lichtes, welches den Menschen in seinem Zustand der Verhüllung beeinflusst und unsere schlechten Angewohnheiten aufdeckt. Wir erkennen dann, dass alle unsere Verlangen nur auf uns selbst gerichtet sind, die einzigen, die wir lieben.

Der Mensch entdeckt dann einen Raum in seinem Inneren, in welchem er verschiedene Phänomene und Reaktionen auf kabbalistische Texte zu spüren beginnt. Selbst wenn dieser Raum noch verborgen ist, so ist es so, dass der Mensch die Verhüllung tatsächlich wahrnimmt!

Die Zustände dieser Verhüllung sollten als Stufen empfunden werden.

Ich gehe auf meinem Weg und kann weder auf der Rechten noch auf der linken Seite etwas erkennen, noch was einen Schritt vor mir ist. Es gibt so viel was ich nicht weiß und ich verstehe nicht einmal, wie ich den nächsten Schritt machen kann. Kann ich überhaupt einen Schritt nach vorne machen oder werde ich stürzen?

Dennoch spüre ich, dass es einen Raum in mir gibt, in dem ich unterschiedliche Eigenschaften und Reaktionen wahrnehme. Also, selbst wenn ich in der Dunkelheit bin, ist es nicht so stockdunkel, dass ich gar nichts erkennen könnte. In der Tat erhalte ich verschiedene Eindrücke darin – manchmal mehr und manchmal weniger.

Das Licht, das auf mich wirkt, bestimmt, ob die Dunkelheit (meine Gegensätzlichkeit zum Geben) mir mal stärker und mal schwächer zu sein scheint. Also muss man diesen Ort in sich selbst finden und beginnen zu verstehen, was die wahre Bedeutung von „Verbrechen“ und „Sünde“ ist. Dies bezieht sich nur auf die Haltung gegenüber den anderen. Dies wird dann zu jenem dunklen Ort, an welchem ich die Dunkelheit erkenne.

Die Dunkelheit ist der Mangel an Verbindung mit den Anderen. Es ist wie mit einem elektrischen Schaltkreis: Wenn die Verbindung zwischen den Elementen unterbrochen ist, kann der Strom nicht fließen. Wenn wir ein wirkliches Verlangen nach Verbindung haben wollen, werden wir das Licht wieder einschalten!

 

Kabbala Akademie

 

Vage Silhouetten in der Dunkelheit

Frage: Was bedeutet es, mit dem Schöpfer in ständigem Dialog zu stehen?

Antwort: Der Mensch muss sich stets aufs Neue bemühen, die Realität in die richtige Form zu bringen, statt sie so wahrzunehmen, wie sie sich in ihrem gegenwärtigen Zustand anfühlt.

Auch bei den spirituellen Stufen sollte er die ganze Zeit über versuchen, sich und die Realität auf der jeweils nächsthöheren Stufe zu sehen, so, wie sie dort ausgeprägt ist.

Für dieses Ziel beginnt er, sich an allen dafür erforderlichen Größen auszurichten: an sich selbst, der Gruppe, dem Studium, dem Lehrer – und dem Schöpfer.

Hierbei gibt es drei zentrale Größen:

  • den Menschen selbst

  • das, was zwischen ihm und dem Schöpfer steht – also die ganze Welt, einschließlich  der Gruppe, dem Lehrer, all die Schwierigkeiten und Probleme und die Unterstützung.

  • der Schöpfer

Alle Formen der Verhüllung, die mir offenbart werden – sind wie vage Silhouetten in der Dunkelheit.

Aber dank ihrer bin ich bereits in der Lage zu erkennen, dass es hier etwas gibt. Obwohl ich sie in einer unnatürlichen, falschen, irreführenden Form sehe, ist es doch schon eine Erkenntnis. Das bedeutet, dass man sich bereits im Zustand von „Lo LiShma“ befindet, der zur Vorbereitung dient. Und nun bitte ich, dass diese Formen sich enthüllen.

Gäbe es diese schemenhaften Formen nicht, so könnte ich keine Anstrengungen unternehmen und wünschen, dass sich mir die wahren Formen offenbaren. Das hieße, ich würde die wahren Formen und den Schöpfer nicht enthüllen können. Denn schließlich muss Er seine wahren Formen offenbaren. Doch sind das nicht Seine Formen, sondern Formen, durch die Er sich mir offenbart. Denn Ihn Selbst, die Quelle, bin nicht ich in der Lage zu offenbaren – man benötigt eine Hilfsform, HaWaYaH. Deswegen beginne ich mit dem Gericht, um darauf zur Barmherzigkeit zu gelangen. Alle schlechten Formen der Verhüllung muss ich offenbaren und ergründen, um anschließend wahrnehmen und erkennen zu können, wie sie die richtige, die wahre Form annehmen – die Form der Enthüllung. Diese umgekehrte Form ist auch eine Enthüllung des Schöpfers.

Aus diesem Grund wollen wir nicht, dass die Schatten aus der Welt verschwinden. Denn sonst könnten wir keine Verbindung zum Schöpfer aufnehmen und wären nicht in der Lage, Ihn zu fühlen. Deswegen gab es das Zerbrechen der Gefäße, damit wir, bei den Versuchen, alle Formen des Zerbrechens wieder zu verbinden, den Unterschied zwischen uns offenbaren: Das ist das Wichtigste. Wir ergründen nicht das ganze Gefäß in seiner Tiefe, sondern wie man einzelne Teile miteinander verbindet, das heißt, wir ermitteln seine Risse. Und sie geben uns einen Anhaltspunkt für die Höhere Macht.

Man muss nur den Schöpfer darin erkennen, der durch solch unangenehme Formen der Verhüllung zu uns spricht, und sie annehmen wie eine Einladung – oder als einen Wink, der uns zu verstehen gibt, wie man sich richtig an den Schöpfer wendet. Und man muss sich bewusst sein, dass wenn alle negativen Formen in positive verwandelt und diese Gerichte somit „versüßt“ werden, wir auf diese Weise den Schöpfer enthüllen.

Deshalb besteht unsere ganze Arbeit darin, mit allen Mitteln der Absicht zu folgen, die Formen der Verhüllung durch Formen der Enthüllung zu ersetzen – und das auf der Basis von Lehrer, Gruppe, Büchern, Studium und Verbreitung. In den Formen der Enthüllung jedoch muss ich mich der Eigenschaft des Gebens, der des Schöpfers angleichen. In dem Maße, wie ich die Eigenschaft des Gebens erlangen will, werden die Gerichte „versüßt“.

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Kabbala Akademie

Die Sonnenkinder

Es steht geschrieben: „Ich erschuf den bösen Trieb und ich erschuf das Mittel zu dessen Korrektur, in dem das Licht, das zur Quelle zurückführt, verborgen ist“. Daraus kann man entnehmen, dass man nichts alleine, sondern nur mit Hilfe der Bitte, des Gebets erreichen kann.

Eine solche Bestrebung, zur Absicht des Gebens, zum Wohl für die anderen überzugehen, selbst wenn es nicht aufrichtig, sondern den in uns noch herrschenden Verlangen vollkommen entgegengesetzt ist, wird als Gebet bzw. Erhebung von MaN bezeichnet.

Wir haben einen winzigen Funken der Spiritualität bekommen, und um die Grenze der spirituellen Welt zu durchbrechen und in diesen zweiten Teil der Realität überzugehen, fehlt uns lediglich das Verlangen! Aus diesem Grund handeln alle unsere Gebete nur darum, das Verlangen zu erlangen.

Doch es gibt Zustände, in denen der Mensch gar nichts will. Und man muss verstehen, dass es ein Zustand, der uns ebenfalls von oben gegeben wurde, und nicht einfach nur unsere Faulheit oder Gleichgültigkeit ist. Der Mensch stellt eine Art „schwarze Kiste“ dar, die durch Signale von oben erweckt wird. Das Licht, welches auf unser Material, auf das Verlangen zu genießen, einwirkt, erweckt es mehr oder weniger oder lässt es ganz und gar kalt.

Und in Abhängigkeit davon erwachen wir entweder und streben wie eine Blume dem Sonnenlicht oder dem Regen entgegen, oder verwelken und gehen ohne Lebenskraft ein. Deshalb, wenn du keine Kraft und kein Verlangen nach der spirituellen Arbeit hast, musst du verstehen, dass genauso wie du einst die Begeisterung von oben erhalten hast und dich danach gerissen und gebrannt und gearbeitet hast, genauso wird dir von oben das Verlangen auch wieder genommen.

Und dieser Zustand wird absichtlich gegeben und anhand der persönlichen Eigenschaften eines jeden und seiner Vorbereitung bemessen – um für dich einen Ort für das Gebet zu erschaffen. Und du musst versuchen, mit Hilfe der Gruppe, der Bücher, des Lehrers und der Umgebung alle Kräfte für die Bitte zu mobilisieren.

Das Gebet wird aus der Hilflosigkeit, aus dem Widerwillen heraus geboren oder im Gegenteil, aus dem leidenschaftlichen Begehren heraus – es ist unwichtig, wie, doch es sind alles Bedingungen, die von oben gegeben werden. Und genauso wird die Umgebung für uns von oben organisiert: die Gruppe, der Lehrer, die Bücher. Und wir unsererseits müssen mit Hilfe des gemeinsamen Studiums und der Gruppe das Licht, das uns zur Quelle zurückführt, finden.

Die Zeit, in der wir zusammen studieren, ist die beste Zeit für ein Gebet. Denn wir befinden uns in einer Verbindung mit dem höheren System, mit Malchut und Seir Anpin der Welt von Azilut, d.h. mit dem Schöpfer und seiner Shechina, wir werden in sie eingebettet, und zwar nicht jeder einzeln, sondern alle gemeinsam, das bedeutet, wir erheben ein gemeinsames Gebet. Dadurch verlangen wir nach der Kraft der Veränderungen und ziehen diese an.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 06.03.2011

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Purim ist das Fest der Endkorrektur

Wir befinden uns innerhalb eines Schirms, auf dem unsere Eigenschaften dargestellt werden. Und wenn sie egoistisch sind, werden dementsprechend auch unsere Verlangen zu genießen auf den Stufen (in den Größen 0-1-2-3-4) unbelebt, pflanzlich, tierisch und „menschlich” vor uns dargestellt – und so sehen wir sie als unsere uns umgebende Welt.

Also ist die sichtbare und von mir wahrgenommene Realität, in der ich lebe, ein Abdruck und ein Spiegelbild dessen (der Verlangen und der Gedanken), was sich in meinem Inneren befindet.

Und wenn ich zusätzlich zu meiner allgemeinen Natur (der Eigenschaft des Verlangens) die spirituelle Natur (die Eigenschaft des Lebens) erlange, dann eröffnet sich mir wie auf einem Computerbildschirm ein weiteres Fenster, in dem ich die höhere Welt – die Kräfte meiner Seele – sehen kann. Und nun erkenne ich, dass das, was ich im ersten Fenster sehe, eine Projektion meiner empfangenden Kräfte ist, und im zweiten Fenster zeichne ich die Form meiner Verbindung mit den anderen Menschen um des Gebens willen.

In dem gleichen Maße, in dem ich mich mit den anderen verbinden kann, selbst wenn es auf der Stufe „füge einem anderen nicht zu, was du nicht willst, dass man dir zufüge” ist, kann ich die spirituelle Welt erkennen.

Und mein vollkommener spiritueller Zustand ist „Purim”, von „Pur”(Los). In diesem Zustand sind meine Verlangen korrigiert, ich habe mich mit allen Seelen vereint und habe meine Seele mit dem höheren Licht entsprechend dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften erfüllt. Purim ist das Fest der Endkorrektur. Und während wir dieses Fest feiern, ziehen wir quasi in jenem korrigierten Zustand, in den wir uns einordnen wollen, die Kraft an, die uns korrigiert und verbindet.

Der Brauch, an diesem Tag Masken aufzusetzen und sich zu verkleiden, ist entstanden, weil Haman (das egoistische Verlangen) sich in die Kleider von Mordechai (des altruistischen Verlangens) kleidet – und wir können in den große Verlangen Hamans das Licht der Eigenschaft von Mordechai empfangen. Deshalb existiert der Brauch, am Purim-Fest dreieckige Gebäckstücke, genannt „Haman-Taschen”, zu essen, weil die Tasche das Verlangen zu empfangen symbolisiert.

Wir müssen diese Verlangen von Haman erhalten und sie mit Hilfe von Mordechai durch das Licht Chassadim, die Eigenschaft des Gebens, mit der Absicht um des Gebens willen korrigieren. Dann werden wir das Licht Chochma empfangen können und die Enthüllung des Schöpfers, d.h. den Zustand der Endkorrektur.

 

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Auszug aus dem öffentlichen Vortrag „Kabbala für alle”, 15.03.2011

Die Kabbalisten über die Seele und die Gebote, Teil 3

Ein Gebot zieht das andere Gebot heran. Das Gebot (Mizwa) bedeutet die Verschmelzung, die Vereinigung, und stammt von den Worten „die einheitliche Ganzheit“ (Zawta Chada). Und darin besteht der Sinn: das Gebot, d.h. die erstmalige Verschmelzung mit dem Schöpfer, zieht das andere Gebot heran, d.h. eine noch größere Verschmelzung. (Das Buch „Degel machane Efraim“, Abschnitt „Korach“) Die ganze Korrektur führt zur noch größeren Vereinigung der ganzen Menschheit.

613 Gebote und 7 Gebote der Weisen sind 620 Funken des Lichtes. Und deshalb sagte Baal Schem Tow, dass ein Gebot (Mizwa) vom Wort die Ganzheit (Zawta) stammt. Das heißt die Ausführung des Gebotes (der Einigkeit) führt zur Verschmelzung mit dem Licht des Schöpfers. (Das Buch „Zror аchaim“, 38)

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Es entscheidet sich alles auf der Stufe der höheren Welt

Frage: Wenn andere ein Teil von mir sind, muss ich dann, um andere zu ändern meine äußeren Teile erneuern?

Antwort: Natürlich! Du merkst dabei nicht, ob du die anderen oder dich dabei veränderst. Du beginnst dich mit anderen zu verbinden, dadurch entsteht ein gemeinsames Ganzes. Der Schöpfer vereint alles.

Frage: Wir sind im Unterricht, gleichzeitig gibt es Milliarden von Menschen auf der Welt, die gerade etwas tun: arbeiten, schlafen, kämpfen, etc. Wir spüren sie nicht. Wie sollen wir damit umgehen?

Antwort: Sie müssen sich allmählich daran gewöhnen, dann verschwindet die Frage nach Zeit und Raum und nach all dem was geschieht. Sie werden sehen, dass es nichts davon gibt und alles auf einer ganz anderen Stufe gelöst wird.

Aus dem russischsprachigen Unterricht 02.09.2018

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Die Gesetze der Zukünftigen Gesellschaft

Michael LaitmanFrage: Was ist „Die neue Gesellschaft“, die von Rav Ashlag geschrieben wurde? Es klingt wortwörtlich wie das kommunistische Manifest:

1. Das Akzeptieren der Religion von „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ (dabei wird gemeint, dass Religion bereits „liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ ist!).
2. Eine gerechte Verteilung der Profite, damit jeder je nach seinem Können arbeitet und je nach seinen Bedürfnissen empfängt.
3. Privatbesitz besteht, doch darf der Eigentümer nicht mehr davon profitieren, als von dem, was er wirklich braucht.
4. Privateigentümer unterstehen einer öffentlichen Aufsicht , einer Selbst-Treuhänderschaft oder werden durch Buchhaltung im Auge behalten.
5. Die Bedürfnisse der Arbeitslosen werden genauso wie die der Angestellten gedeckt.
6. Die Profite werden zum Einsatz öffentlicher Spesen verwendet.

Warum lehrt die Kabbala Kommunismus, wo es sich doch herausgestellt hat, dass es nicht funktioniert?

Antwort:

1. „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ ist das allgemeine Naturgesetz, denn die Natur ist ein einziger Organismus.
2. „Von jedem je nach seinem Können und für jeden je nach seinen Bedürfnissen“ ist das Gesetz, nach dem jedes untereinander verbundene System arbeitet.
3. Der Besitzer profitiert von der Tatsache, dass er sich selbst zu Gunsten der Gesellschaft verwirklicht, weil er Respekt und Würde erhält.
4. Er verbleibt unter der Aufsicht der Gesellschaft, bis er in jeder Hinsicht über seinen Egoismus hinaus wächst.
5. Diejenigen, die aus Gründen arbeitslos sind, die nicht in ihrer Macht liegen,werden das Gleiche erhalten, wie jeder andere auch.
6. Alle Profite, außer den für jeden Menschen lebensnotwendigen, sind kollektiv und werden zum Vorteil des gesamten Systems verwendet.

Der Unterschied zwischen dieser und der sowjetischen Struktur ist, dass jeder die Höhere Belohnung zur gemeinsamen Einheit erhält – zur Anheftung an den Schöpfer, einer ewigen und perfekten Existenz! Aus diesem Grund halten sich die Menschen an das Gebot „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“, mit allem was dazugehört.

Allerdings wird die Menschheit allmählich und nur freiwillig in diese Art der Existenz geraten und nicht durch Zwang. Das kommt daher, weil die Enthüllung der verborgenen Welt den Menschen die Kraft und das Verlangen dazu gibt, so zu leben!

 
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Schnellstraße zur spirituellen Welt

Das Licht kommt zu uns von oben und erweckt bestimmte Teile der Gesamtseele, um sie entsprechend ihrem Programm voranzubringen. Dieses Programm ist sehr kompliziert und sieht die Erweckung der Seelen in einer bestimmten Reihenfolge und Kombination miteinander wie bei den Teilen eines Körpers vor. Für unser Auge ist es unsichtbar, doch entsprechend dem inneren Aufbau der Seele sind sie miteinander verbunden, deshalb werden sie durch das Licht zum Zwecke einer gemeinsamen Arbeit auf der Suche nach der Eigenschaft des Gebens vereint. Das sind absolut fremde Menschen, verschieden und sehr weit voneinander in ihren materiellen Eigenschaften entfernt. Doch wir müssen glauben, dass es von oben so in die Wege geleitet wurde, alles vergessen, was uns daran hindert, uns zu vereinen, und danach suchen, was uns dabei helfen könnte. Während dieser Suche werden wir begreifen, dass die einzige Grundlage für die Vereinigung das Geben ist, das über dem Empfangen steht. Es gibt nichts anderes, was die Menschen verbinden könnte. Dieser Weg ist so unbeständig, als ob wir durch eine sehr unebene Straße fahren würden und unser Auto ständig bei jedem Schlagloch und jeder Unebenheit hoch und runter stuckern würde, doch trotz alledem muss es weiterfahren. Und je weiter wir vorankommen, desto öfter kommen diese Schwingungen und desto empfindlicher werden wir ihnen gegenüber, d.h., die Veränderungen, die sich in uns vollziehen, werden immer schlagartiger und bedeutender. Obwohl sie auch früher genauso gewesen sind, haben wir sie doch nicht besonders wahrgenommen und gespürt.

Deshalb ist es unmöglich, auf dieser Straße weiterzukommen, wenn man sie nicht ebnet, erst dann wird das Auto schneller und leichter rollen! Dieses Ebnen, das wir bei jedem Schlagloch und jeder Unebenheit auf diesem Weg durchführen müssen, ist nur unter der Voraussetzung einer gemeinsamen Meinung in der Gruppe und der Verbindung zwischen uns möglich. Sie allein füllt alle Schlaglöcher und fügt sie zusammen, wodurch der Weg geebnet wird.

Es gibt keine andere Möglichkeit zur spirituellen Weiterentwicklung, wenn er nicht geebnet wird. Störungen und Hindernisse, die vor denen auftauchen, die den Weg alleine bestreiten oder, was noch schlimmer ist, vor der Gruppe solcher Einzelgänger gehen wollen, sind dermaßen groß, dass sie nicht überwunden werden können.

Das Auto wird unweigerlich so steckenbleiben, dass es unmöglich sein wird, es herauszuziehen, und der Mensch wird dort bleiben, wo er ist – das Leben wird vorbei sein, doch er wird diesen Weg nicht zu Ende gehen und das Ziel nicht erreichen.

Aus diesem Grund muss die Arbeit vor allem auf die Vereinigung ausgerichtet sein. Dann werden wir erkennen, dass wir genau dadurch alles erreichen!

Nur davon hängt unser spirituelles Vorankommen auf diesem Weg ab, alle Anstrengungen und Enthüllungen geschehen nur in eine Richtung – ins Innere dieser Verbindung, die uns alle vereint.

Und hier hängt alles nur davon ab, wie sehr der Mensch die Verbindung unter den Freunden, über allen entstehenden Problemen, schätzt und nur eins versteht: „Es gibt niemanden außer Ihm“ – alle Hindernisse kommen vom Schöpfer, der diese inneren Schlaglöcher und Unebenheiten in uns entstehen lässt und uns auf tausendfache Weise verwirrt.

Und wir müssen uns vorstellen, dass alle Hindernisse von Ihm und nur zum Zweck, uns zu vereinen, kommen.

Darin besteht das ganze Erfolgsgeheimnis! Das ist die Basis, mit der alles beginnt und auf der alles andere aufgebaut wird.

 

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Die Psychologie der spirituellen Welt

Bekannterweise respektierte Baal HaSulam die materialistische Psychologie, denn mit ihrem Verständnis erleichterte sich der Eingang in die Wissenschaft der Kabbala. Die Psychologie spricht über die Kräfte der Seele eines lebendigen Wesens, das sich in dieser Welt auf dem tierischen Niveau befindet.

Und die Wissenschaft der Kabbala spricht über die Entwicklung dieser Kräfte im Menschen: wenn er sich aufgrund der aufwachenden Funken und unter der Einwirkung des Lichtes, das zur Quelle zurückführt, entwickelt. Dieses Licht wirkt von außen auf den Menschen ein und wacht gleichzeitig nach der Bitte des Menschen in seinem Inneren auf.

Dann beginnt der Mensch, sich zu entwickeln und zu sehen, welche Kräfte der Schöpferischen Seele, welche Formen des Gebens, sich in seinem Inneren entwickeln. Im Laufe ihrer Entwicklung offenbart er sie in Form der Gematrien (der Zahlenbedeutungen), in Form der Namen, und empfindet, welche Kräfte von der rechten Seite und welche Kräfte von der linken Seite ankommen. Es sind nicht die Seiten aus unserer Welt, sondern die rechte und die linke Linie in der spirituellen Wurzel. Das alles verbindet den Menschen sofort mit der Sprache der Zweige. Aber es sind schon die inneren Kräfte der Seele, die spirituelle Psychologie – die Wissenschaft der Kabbala.

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Der Übergang von der materialistischen Psychologie zur spirituellen Psychologie

Früher sollten die Kabbalisten, die die spirituelle Offenbarung angestrebt haben, in unserer Welt beginnen mit allerlei Wissenschaften zu arbeiten, sich sehr bemühen und leiden, um aus der Materie zur Enthüllung der spirituellen Welt zu kommen, sowie um das richtige System der Verbindungen zwischen den Menschen zu offenbaren.

Dann wurden uns die Werke von Ari offenbart, in denen er über die inneren Verbindungen erzählt, die uns durch allerlei besonderen Systeme der Beziehungen führen: SoN, IschsuТ, Abba we-Ima, Arich Anpin usw. Mit diesen Ausdrücken erklärt er uns, in welchen Formen der Verbindung wir uns befinden können und wie uns ihre unterschiedlichen Vereinigungen beeinflussen. Es wird uns klar, wie wir sie selbst beeinflussen und neue Formen der Verbindung erschaffen können. Im Vergleich zur unseren Welt geschieht dort alles in der Eigenschaft des Gebens.

Genauso wie wir in unserer Welt irgendwelche Arten von Verbindungen aufbauen, damit sie uns beeinflussen, gibt es ein solches Netz der Beziehungen auch in der spirituellen Welt, die aber mehr innerlich sind. Auf diese Weise gehen wir aus der materialistischen Psychologie in die spirituelle über, wodurch uns die wahre Verbindung zwischen den Seelen offenbart wird. Wir können auch die Verbindung zwischen den Menschen spüren, die jetzt leben und denen, die früher lebten. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Mensch zum heutigen Zeitpunkt in dieser Welt existiert oder nicht, denn das Wichtigste ist, sich in dieses Netz einzureihen. Folglich verliert unsere Welt ihre Wichtigkeit und verschwindet, weil sie nur den äußerlichen Abdruck darstellt, durch den wir nach Innen gehen müssen.

Аri hat uns darüber erzählt, und Baal Schem Tow hat uns gelehrt, wie man mit der ganzen Ergebenheit der Seele (Mesirut Nefesch) arbeiten muss, indem er gesagt hat: „Der Schöpfer ist dein Schatten“. Und jetzt können wir mit Hilfe der Arbeit in der Gruppe aus diesem Netz der Verbindungen (das vom Baal Schem Tow nach Raschbi wieder aufgebaut wurde) das Licht heranziehen, das uns zur Quelle zurückführt. Wir erreichen diese Verbindung nicht einfach durch unseren Wunsch und aus eigener Kraft, sondern ziehen es von oben auf uns , aus diesem Netz des Leuchtens, welches als das umgebende Licht, das Licht der Tora bezeichnet wird.

Wenn wir über die Struktur dieses Systems lesen und es gemeinsam anstreben, um zwischen uns dieselben Arten der Verbindungen zu organisieren, dann ist es nicht wichtig, ob wir seine Funktionsweise verstehen oder nicht, denn unsere Bemühung wird die Einwirkung dieser Kraft hervorrufen.

Wenn wir in unserer Welt irgendein System begreifen wollen, dann reihen wir uns darin ein, studieren es in allerlei Formen und beginnen allmählich, dieses System zu verstehen. Plötzlich bildet sich in uns das Bild dieses Systems und wir begreifen, wie man darin arbeiten kann. Genauso geschieht es in der spirituellen Welt, es ändert sich nur die Absicht des Menschen. Wenn er sich ins höchste System einreiht, dann macht er das mit dem Ziel, sich diesem System anzuvertrauen. Je mehr er sich darin einreiht, desto weiter kommt er in seinem Begreifen.

Das Begreifen erfordert eine große Arbeit und das Studium: mit dem Lehrer, mit den Freunden, mit der ganzen Welt. Das alles verbindet sich miteinander.

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