Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Immer mit mir – Teil 47

 

Vor dem Durchbruch

Jetzt werde ich, vielleicht über das wichtigste Ereignis im Leben von RABASH erzählen.

Ich war etwa zwei Jahre lang bei ihm. Plötzlich spürte ich deutlich, dass er traurig war. Unsere Gruppe war klein, sechs alte Leute und ein paar Jungs….. Es war, als würden wir in unserem eigenen Saft kochen, wir brauchten eine neue „Blutversorgung“. Aber niemand kam. Er sagte mir mehr als einmal, dass Baal HaSulam bereit war, mit den Felsen zu reden, solange jemand auf ihn hörte. Und nun vergingen Jahre, RABASH setzte seine Arbeit fort, na und?! Die gleichen sechs älteren Schüler und einige von uns, die jungen, dazu. Und das ist alles. Wird es wirklich so bleiben?

Dem Kabbalisten wird keine klare Definition gegeben, wann die Massen zum Studium kommen, nicht die älteren Menschen, sondern die Jugendlichen. Der Kabbalist definiert den Trend. Er weiß genau, dass es so sein wird, dass die Kabbala der Welt offenbart wird, aber wann?

Vielleicht, sehr bald, vielleicht sogar überhaupt nicht zu seinen Lebzeiten…

Besonders in dieser Zeit versuchte ich, ihn nicht allein zu lassen, weil ich verspürte, dass er mich braucht. Er zeigte mir mehrmals: „Es ist wichtig für mich zu wissen, dass du hier bist“. Oft, in Zeiten großer Versammlungen, Feiern, Hochzeiten, als Hunderte von Verwandten und Chassidim um ihn saßen, sah ich, wie er nach mir schaute, fand mich und beruhigte sich.

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Ich wagte es sogar, ihn zu fragen, ob es das Richtige für mich wäre, das Gefühl zu haben, dass er sehen wollte, ob ich hier bin oder nicht.

Er sagte: „Ja, es ist wichtig für mich, dich zu sehen“, fügte er hinzu, „seit dem Krankenhaus ist es wichtig für mich, dass du bei mir bist.“

 

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Fortsetzung folgt…

 

Immer mit mir – Teil 46

 

Stille

Plötzlich wurde RABASH ausgeschaltet. Ich sah von außen zu und wusste nicht, wie ein solcher „Blackout“ möglich war? Noch vor einigen Minuten rannte er, griff an, bemitleidete sich nicht – und plötzlich die Stille. Plötzlich war er ein Niemand und nichts.

Irgend eine Phase der Entwicklung wurde abgeschlossen, und er blieb stehen. Er wollte nichts lesen, hören oder sehen… Es konnte mehrere Stunden dauern.

Ich erinnere mich, als ich zu RABASH kam und ihn auf einem Stuhl mit dem Rücken zur Sonne reiten sah, so erstarrt. Ich hatte sogar Angst, und ich näherte mich ihm vorsichtig, und er sah zu mir auf und sagte: „Nun, nimm einen Stuhl“. Ich nahm einen Stuhl. „Setz dich“. Ich setzte mich genau wie er hin.

„Setzen wir uns hin“, sagt er.

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Wir sitzen. Zehn Minuten, fünfzehn. Er ist still, ich bin still. Ich denke: „Und weiter?“ Aber ich stelle keine Fragen.

Das Rauchen hat uns gerettet. Man fängt an zu rauchen und es fühlt sich schon etwas anders an, man spielt mit einer Zigarette, man fängt an, ein- und auszuatmen. So saßen wir, rauchten und schwiegen, vielleicht eine Stunde. Ich erkannte, dass in solchen Zuständen das wichtigste ist zu warten und sich zu „verstecken“.

Ich beobachtete RABASH dabei. Schließlich geht es uns nicht um einen Körper oder eine Person, sondern um ein Verlangen. Es muss bis in die Tiefe seiner Tiefe, bis zur vollen Höhe abgebaut werden.

So kommst du dann in einen Zustand, in dem du dich auf der Ebene der unbelebten Materie befindest, verschmelze mit dem Boden, mit dem Stein, du liegst ausgestreckt, leer. Du wartest, du lauerst…

Solange es wie ein Steinspross ist, gibt es ein neues Verlangen. Und du kannst wieder atmen, aufstehen und den Angriff auf den Schöpfer fortsetzen.

So rauchten wir und von einer Zigarette eine anderen angezündet. Dann streckte er die Hand zum Nachttisch aus, nahm sein blaues Notizbuch heraus, öffnete es nach dem Zufallsprinzip und las: „Der Mensch hat kein Recht, sich von dieser Arbeit zu befreien. Sondern er  muss eine solche Forderung und ein solches Streben nach „Lishma“[1] erreichen, so das es ein Gebet wäre, denn ohne Gebet ist es unmöglich, es zu erreichen.“

 

[1]  „Lishma ist die Absicht um des Schöpfers willen….“ “ Shamati“ (das Gehörte), 2012, Artikel 20, S. 104, Lishma.

 

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Fortsetzung folgt…

 

Immer mit mir – Teil 44

 

Warum hast du nicht gefragt?!

Ich erinnere mich einmal im Wald von Ben Shemen. Ich war sehr wütend auf etwas… auf alles auf der Welt! Und ich fing an, darüber zu reden, ohne mich zurückzuhalten, dass alles schlecht war und jeder schlecht war und ich nicht vorwärts gehe und all meine Kräfte verschwendet würden…..

RABASH störte nicht, er sah mich an, hörte zu, und als ich aufhörte, sagte er plötzlich: „Warum hast du nicht gefragt?“

Er verblüffte mich. Plötzlich wurde mir klar, dass ich voller Wut war, und ich fragte nicht, sondern verlangte, dass sich alles um mich herum ändern sollte. Alles, aber nicht ich.

„Warum hast du nicht gefragt?“. Das war für ihn eine so natürliche Frage. Warum fragt der Mensch nicht nach Korrektur? Nicht jeden um sich herum, sondern sich selbst? Sein Egoismus, der ihn auffrisst?  Man schreit, man ist empört….. aber bittet nicht darum. Der Mensch versteht nicht, dass es genau darum geht. Es geht darum, zu spüren, dass der Feind in dir ist, und nur mit ihm musst du kämpfen.

Aber auch gleichzeitig, dass „es niemanden außer Ihm gibt“, und nur ein Aufruf an den Schöpfer wirksam ist. Aber die Ansprache sollte aus dem Herzen kommen, nicht aus dem geschriebenen Wort, nicht aus dem Gebet, das aus dem Buch gelernt wurde, sondern aus dem gebrochenen Herzen.

Ich habe gesehen, wie RABASH es getan hat. Er hat es die ganze Zeit getan.

 

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Fortsetzung folgt…

 

Immer mit mir – Teil 43

 

Er nimmt mir meine Kräfte weg

RABASH stieß mich immer von seinem Schoß runter. Er „nahm“ mir die Kraft, ihn auf eine besondere Weise zu behandeln. Auf der einen Seite brachte er mich näher zu sich, wie der Höhere den Niederen sich an nähert, begann er sich um mich, wie um ein Baby zu kümmern, mich aufzuziehen. Und auf der anderen Seite führte er mich durch die Zustände, die mir damals grausam erschienen. Ich verstand es nicht, ich rebellierte innerlich gegen ihn, und er sah mich an und sagte: „Ich verstehe, dass all dein Unglück im Leben wegen mir geschieht“.

Wie Rabbanit Feiga[1] später erzählte, sagte er ihr, dass er alles über mich wusste, er wusste, dass ich nicht ruhen würde und die Kabbala aus unserem Klassenraum in die Welt führen würde. Das ist es, was er wollte.

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Er hat mich dazu erzogen.

Deshalb lehrte er mich zu gehen, ohne mich seine Kraft, seine Größe einsetzen zu lassen. Er zeigt seine Kleinheit und verursachte sogar Missachtung. Und das alles, um mich zum Schöpfer zu führen. Damit ich Seine Kraft einfordern konnte.

 

[1] Feiga Ashlag ist Fachärztin, mehrere Jahre lang kümmerte sie sich um RABASHs gelähmte Ehefrau. Sie war seine hingebungsvolle Schülerin. Später wurde sie die zweite Frau von RABASH. 

 

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Fortsetzung folgt…

 

Immer mit mir – Teil 42

 

“Nichtigkeit” des Kabbalisten

Als Kabbalist fühlte er seine eigene Nichtigkeit: „Wer bin ich, und was habe ich?“ – das ist es, was er anderen zeigte. Er bewertete sich selbst in Bezug auf den Schöpfer, also war sein eigenes Gefühl: „Ich bin nichts, Staub und Asche.“ Das wurde an denjenigen weitergegeben, der neben ihm stand. Er hat es nicht mit Absicht getan. Unbeabsichtigter Weise wurde diese nach außen gerichtete Einfachheit aufgebaut. Er fühlt sich wirklich so. Im ständigen Kontakt mit der mächtigen Lenkungsmacht (er nannte es „vor dem Schöpfer stehen“) offenbarte er Vollkommenheit und Ewigkeit. Bei diesem Vergleich konnte er nicht anders, als sich unbedeutend zu fühlen.

Als ich ihn dazu fragte, sagte er: „Jetzt stell dir vor, wie schwer es für mich war an der Seite meines Vaters…

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Schließlich ist es der Vater. Zumindest hier hast du jemanden fremden vor dir stehen. Du kannst versuchen, besondere Beziehungen zu fremden Menschen aufzubauen, aber der Vater bleibt der Vater. Du spürst, dass er dich liebt, und dass die absolute Liebe des Vaters zu seinem Sohn dir die letzte Chance nimmt, etwas zu tun. Du kannst nichts tun, und er liebt dich trotzdem. Es ist, als würde er dir die Verantwortung abnehmen, ihn auf besondere Weise zu behandeln.“

 

[# 244274]

Fortsetzung folgt…

 

Immer mit mir – Teil 41

 

Wie schwer es war für mich!

In der Nähe eines Kabbalisten zu sein, ist sehr schwierig.

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Sowohl als Student, als auch Assistent von ihm zu lernen und sich um ihn zu kümmern….. Manchmal war es unglaublich hart.

Ich war mit ihm überall, sah ihn in all seinen Erscheinungsformen. So verdunkelte jetzt das irdische Bild seine Größe, und es schien, dass er ein gewöhnlicher Mensch mit seinen eigenen Ansprüchen, Schwächen und Gewohnheiten ist, wie jeder andere auch.

Es bringt dich einfach um, der Gedanke lässt keine Ruhe: wie unterscheidet er sich von den anderen? Ich erinnere mich, wie viel Mühe ich manchmal hatte, um aufzustehen und zu erkennen, dass ich den größten Kabbalisten, den „letzten der Mohikaner“ vor mir habe, dass es solch einen nicht mehr geben würde.

RABASH war während seines gesamten materiellen Lebens unglaublich einfach und offen.

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Er ließ keine Möglichkeit für die Menschen um ihn herum, ihm Respekt zu erweisen. Er spielte nicht einen ADMOR[1], der eine große Gesellschaft anziehen und leiten sollte. Da die Gesellschaft solche Menschen schätzen und respektieren soll, ihre Hände küsst und als große Rabbiner bezeichnen muss. RABASH hasste es. Er war genau das Gegenteil.

 

[1] ADMOR – das ist die Bezeichnung/der Name des spirituellen Führers der Chassidim. Die Abkürzung für Adonenu morenu verabbenu: Herr, Lehrer und unser Mentor.

 

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Fortsetzung folgt…

 

Immer mit mir – Teil 40

Kaffee Bohne

Ich hielt sich seit einiger Zeit an dieser Entscheidung fest und wasche meine Gedanken aus. Alles in unserer Welt stellen die Zweige der spirituellen Wurzeln dar, aber sie gehören bereits dem egoistischen Verlangen. Deshalb müssen sie am Pessach komplett abgeschnitten sein…… Und du „schneidest“ sie ab – du sitzt da, durchsuchst die Kaffeebohnen. Wir kauften Rohkaffee, zuerst wurde sortiert, damit keine Mängel oder Käfern drin wären. Erst dann wurde der Kaffee geröstet, gemahlen und verbraucht.

Also, du sortierst diese Bohnen, du sortierst… und plötzlich merkst du, dass du es nicht mehr kannst.

Ich erinnere mich, dass ich bei dieser Sortierung „zusammengebrochen“ bin. Ich fiel von der Lehne meines Stuhls, hasserfüllt betrachtete ich den Hügel der noch nicht kontrollierten Bohnen, rauchte eine Zigarette nach der anderen und dachte: „Nun, das ist bescheuert, verrückt!..“

Doch dann kam RABASH hoch, setzte sich vor mich, nahm eine Bohne in die Hand, hob es auf die Augenhöhe und sagte: „Ich sitze hier und überprüfe die Bohnen, diese kleinen Kaffeebohnen. Ich überprüfe sie sehr sorgfältig, sehr sorgfältig!..Ich möchte, dass sie sauber und gut sind, damit der Kaffee, der aus ihnen herauskommt, von meinen Freunden getrunken werden kann, – er legte die Bohne beiseite und nahm eine weitere, – und das ist die Bohne, den ich für meinen Lehrer überprüfe, – sagte er und sah mich an. – Mein Lehrer liebt Kaffee sehr. Ich tue das für ihn.“

Es war eine sehr harte Lehre, eine sehr harte! Was fühlte ich? Scham. Alles brannte in mir! RABASH stand auf und ging weg. Ich klammerte mich an die Bohnen. RABASHs Worte klangen in mir, jedes Wort.

Aber es dauerte nur ein paar Minuten. Es war ein Schock, und ich konnte mich nicht mehr dazu zwingen, weiterzumachen! Ich fühlte unheimliche Hindernisse.

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Sag mir dasselbe, als ich das erste Mal in dem Land ankam: “Kontrolliere den Kaffee und du wirst dafür bezahlt“, würde ich zustimmen und es tun. Ja ich tue es richtig und gut.

Auch hier, um dem Lehrer zu dienen, den ich als Größten ehre, Größten!….. Ich saß da und konnte mich nicht bewegen. Ich verstand, dass dies keine irdischen Hindernisse mehr waren.

 

[# 244232]

Fortsetzung folgt…

 

Immer mit mir – Teil 39

 

Pessach nach RABASH

Dann lud mich RABASH zum Abendessen ein. Jetzt sah ich mit eigenen Augen, was es bedeutet, Pessach nach Baal HaSulam und Rabash. Es war etwas Unlogisches. Töpfe, Teller, Gläser, Löffel, Gabeln, alles war entweder neu oder nur einmal benutzt, beiseite gelegt und erst nach Pessach gespült.

Kräne, Fleischwölfe, alle Eisengegenstände wurden ersetzt. Das Essen war sehr einfach und begrenzt. Salz wurde nur aus dem Toten Meer und von dort, wo Baal HaSulam es bekommen hat, gebracht. Auch kein Kunststoff, obwohl er schon damals in vollem Umfang genutzt wurde.

In Pesach war RABASH „unantastbar“. Um ihn herum bildete sich eine verbotene Zone, wie ein Minenfeld, durch das niemand hindurchgehen konnte. Ich saß ihm gegenüber und hatte Angst, eine falsche Bewegung zu machen. Er aß vorsichtig wie ein Vogel, hielt seine Hände in der Luft und berührte mit seiner Gabel kaum das Essen. Da war die Atmosphäre im Raum. Natürlich gab mir der Gedanke keine Ruhe: „Ist es so wichtig, den Feiertag äußerlich zu erfüllen? Warum so viel Mühe und Geld in all das stecken? Und vor allem, warum sollte ein Kabbalist, der alles Äußerliche verachtet?..“

Ich war jung, egoistisch, und alles erzeugte in mir inneren Widerstand. Genau deshalb hat mich die Antwort, die ich erhalten habe, überzeugt: Wenn du all diese Dinge tust, spürst du, wie sehr sie gegen deinen Egoismus sind.

Ich fühlte es, und wie?! Und Pessach – er stellt einen Aufstieg über den Egoismus dar, damit beginnt der spirituelle Aufstieg. Wenn du bei jeder deiner Handlungen eine einfache Operation durchführst: Du trennst den Egoismus von dir selbst und reißt ihn mit Fleisch ab.

Und wieder merkte ich, dass ich in allem RABASH folgen muss.

So wie er es über die irdische Logik, diese unlogischen Dinge tat, versuchte ich die ganze Zeit wie er, ihnen eine spirituelle Absicht aufzuerlegen.

 

[# 244030]

Fortsetzung folgt…

 

Immer mit mir – Teil 38

 

Wir sind die Gruppe

 

Die Tatsache, dass ich immer bei RABASH war, konnte nichts anderes, wie meine Beziehung zu meinen Freunden zu beeinflussen.

Für sie war es nicht einfach, das zu akzeptieren. Ich sprach mit dem Lehrer darüber, er hatte seine eigene Einstellung dazu.

Er antwortete mir eindeutig: „Du musst bei mir sein und es kommt Pessach. Der kompromisslose Feiertag für ihn, den er immer allein verbrachte, ließ niemanden in seine Nähe, und jeder wusste es.

Doch plötzlich nimmt er mich mit in die Einöde, um die Chamez zu verbrennen[1].

(Dies wird in allen folgenden Jahren der Fall sein. Manchmal wird sich uns sein Sohn Heskel anschließen, aber wir werden öfter zusammen sein).

Die Feuer Flamme brennt. Ich erstarre neben ihm. Es ist eine große Ehre für mich. Was für eine innere Spannung er mit jeder Bewegung macht!

In dieser „einfachen“ Aktion – brennender Sauerteig, die für die Mehrheit nur äußerlich ist – ist für ihn das Verbrennen seines ganzen Ego, seines ganzen Lebens, das nicht auf den Schöpfer gerichtet ist.

Denn das „Passahfest“ selbst ist das Aufheben von der Erde, ein Aufbruch in die höchste Dimension, eine weitere spirituelle Stufe, zu der er aufsteigt  und die er in einem brutalen Kampf mit sich selbst meistert.

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Ich habe Angst, ihn aufzuhalten, ich halte den Atem an. Aber ich bin durch ein und dieselbe Frage auseinander gerissen. Ja, ich stelle sie, sobald alles vorbei ist. Ich kann mich nicht zurückhalten: „Nun, wann werde ich das in der Praxis erreichen?! Wenn ich nicht nur ein Stück Brot verbrennen werde, sondern auch meinen Feind, meinen Stolz, meinen Egoismus, mein Ego loswerden kann? Wann?!“

Auf meinen Seelenschrei antwortet RABASH nicht. Er sieht mich fast lächelnd an, und es verursacht einen Sturm der Empörung in mir!

Nun, ich weine fast, ich bin aufrichtig, ich weine von ganzem Herzen zu ihm, und er ist…

Es wird nicht lange dauern, bis ich begreife, dass er wie immer Recht hat. Ich werde verstehen, was er in diesem Moment über mich denkt. Denn er will, dass mein Schrei zu einem Gebet wird.

 

[1] Die nach der Reinigung gefundenen Sauerteig Reste werden in der Regel verbrannt. „Brennender Chamez“ symbolisiert die Entscheidung eines Menschen, seinen Egoismus vollständig loszuwerden und die Höhere Welt zu offenbaren. Der Mensch „verbrennt“ seine egoistischen Wünsche, verwandelt sie in Staub, damit sie nicht wieder in ihm aufwachen.

 

[# 244025]

Fortsetzung folgt…

 

Immer mit mir – Teil 37

 

Das ist es, was ich über mich selbst erfuhr…

 

Vor einigen Jahren kamen mein Schüler Doron Goldin und ich zu meinem engen Freund Jeremy Langford, mit dem wir zusammen bei RABASH zur Shiwa[1]studierten . Es war eine Shiwa bezüglich dem Tod seiner Frau Yael, die ich sehr gut kannte. Dort traf ich Shimon Itah, Yaeli’s Bruder. Er war wahrscheinlich der jüngste, 20 Jahre alt, in unserer Gruppe.  So saßen wir da und redeten und plötzlich sagt Itah:

– Weißt du noch, ich erinnere mich an einen Fall, ich hatte dir nichts davon erzählt. Du hattest einmal  Streit mit RABASH und bist nicht mit ihm ans Meer gefahren.

– Ja, in der Tat, es gab ein paar solcher Fälle im Leben,- sagte ich.

„Nun, da war ich anstelle von dir gefahren“, fuhr Itah fort, – und ich erinnere mich, dass RABASH und ich am Ufer standen, bevor ich ins Wasser ging, fragte ich ihn: „Rabbi, warum brauchen Sie Michael? Lassen Sie  ihn in Ruhe. Warum Sind Sie die ganze Zeit bei ihm?“

Weißt du, was er zu mir sagte? Er sagte: „Weil Michael eine besondere Seele hat. Weil er einen sehr starken Punkt der Wahrheit hat. Deshalb arbeite ich mit ihm zusammen”.

Ich saß da und sagte nichts, ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Doch plötzlich fühlte ich mich, als würde vor mir RABASH sitzen, als ob er direkt vor mir steht. Ich versuchte wie immer, jedes seiner Worte zu fassen.

Und ich verstand, dass RABASH nicht von irgendeiner großen Seele, von mir sprach, nein. Sondern von der Tatsache, dass ich innerlich immer durch das Verlangen, die Wahrheit zu enthüllen, brannte. Dieser Schmerz war es, den ich ihnen noch nicht enthüllt hatte. Alles was von mir verlangt wurde (und ich verstand das vollkommen) war, mit dem Herzen, genau mit meinem Herzen, an diesem großen Kabbalisten festzuhalten. Sowie dem Schicksal, dem Schöpfer, zu danken, dass ich diesen Glücksschein bekam. Es ist mein großes Glück, immer in der Nähe von RABASH zu sein. Ich werde nie müde es immer zu sagen.

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[1] Shiwa ist eine siebentägige Trauerzeremonie. Sie wird von den engsten Verwandten des Verstorbenen besucht: Vater, Mutter, Bruder, Schwester, Sohn, Tochter, Ehefrau, Mann.

 

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Fortsetzung folgt…