Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Die Wirtschaft wieder in Ordnung bringen

Dr. Michael Laitman
Von meiner Facebook-Seite Michael Laitman 08.05.2020

 

Wir haben es nicht gewusst, aber unsere Wirtschaft steht seit mehr als einem Jahrhundert Kopf. Anstatt uns um unsere Bedürfnisse zu kümmern, haben wir uns um die „Bedürfnisse“ der Wirtschaft gekümmert. Wir sorgten uns um Wachstum, Produktion, Konsum, um Handelsdefizit oder -überschuss und darum, dass wir weiter Exportweltmeister bleiben. 

Auf dem Weg haben wir irgendwann vergessen, dass die Wirtschaft eigentlich für uns da ist, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen und auch dafür zu sorgen, dass wir Nahrung, Kleidung, Gesundheitsversorgung, Wohnraum und Bildung haben. Wenn es irgend geht, sollte sie uns auch angenehm die Zeit vertreiben….. aber bis COVID-19 auftauchte, hatten wir das völlig vergessen. Jetzt haben wir die Chance bekommen, die Wirtschaft in Ordnung zu bringen und unser Leben so umzugestalten, dass es unseren Bedürfnissen entspricht.

Mit der heutigen Technologie brauchen nicht alle zu arbeiten, schon gar nicht die wahnsinnig vielen Stunden, die wir bis zum Beginn der Isolation gearbeitet haben. Der durchschnittliche Angestellte arbeitet weit mehr Stunden als Sklaven noch vor zweihundert Jahren. Es wäre vielleicht sinnvoll gewesen, wenn Angestellte mehr Freiheit oder Sicherheit genossen hätten als Sklaven, aber als die Corona-Krise die Wirtschaft lahmlegte, waren zig Millionen Menschen ohne jegliche Sicherheit – nicht einmal der Wohnraum und nicht einmal Nahrung waren sicher. 

Mit anderen Worten: Die Sklaven von gestern sind die IT-Profis von heute, Software-Ingenieure, Freiberufler, Angestellte in den Finanz-, Rechts-, Versicherungs- und Tourismusbranchen sowie die meisten Angestelltenberufe. In unserem Streben nach Freiheit haben wir die relative Sicherheit eines Sklaven durch Berufsbezeichnungen ersetzt. Doch als wir auf etwas zurückgreifen wollten, stellten wir fest, dass unsere Titel völlig bedeutungslos waren. Nicht nur, dass sie uns nicht glücklich machten; sie gaben uns noch nicht einmal Sicherheit.

Der Schlag, den COVID-19 der Wirtschaft versetzt hat, ist die Chance der Menschheit, sich von den Fesseln des Kapitalismus zu befreien. Jetzt haben wir die Chance, das gesamte Konzept der Arbeit neu zu bewerten. Sollte unsere Arbeit definieren, wer wir sind? Warum sollte zum Beispiel unser Beitrag zur Gesellschaft nicht unseren sozialen Status bestimmen? Warum sollte ein Jurist einen höheren Status haben als ein Lehrer? Wer trägt mehr zur Gesellschaft bei, der Jurist oder der Lehrer? Anstatt Menschen nach ihrem Beitrag zur Gesellschaft wert zu schätzen, schätzen wir sie nach ihrem Beitrag zu sich selbst. Ist es nicht an der Zeit, dass wir unsere Werte ändern?

Dank der Technologie sind nur sehr wenige Arbeitsstunden nötig, um die Bedürfnisse der Menschheit zu befriedigen. In wenigen Jahren wird es keine Arbeitsplätze mehr geben, so wie wir sie uns heute vorstellen. Ganz einfach, es wird keine Nachfrage danach geben. Statt Gehaltsschecks werden die Regierungen allen Bewohnern ein Grundeinkommen oder eine andere Art von gesichertem Lebensunterhalt gewähren. Dies wird notwendig sein, um einen vollständigen sozialen Zusammenbruch zu verhindern.

Dann, wenn der Lebensunterhalt der Menschen gesichert ist, wird es möglich sein, eine wirklich freie Gesellschaft zu errichten, in der die Menschen daran arbeiten, ihre Umwelt und nicht ihre Girokonten zu stärken.

Gesichertes Einkommen gibt den Menschen die Freiheit, ihr Glück zu sichern. Deshalb werden sich die Menschen viel mehr auf die Förderung erfüllender Beziehungen konzentrieren. Berufsausbildungen werden sozialen Weiterbildungen Platz machen; wir werden die vergessenen Künste des Freund-Werdens, des Teilens und der Fürsorge erlernen. Das Ende der Herrschaft der Wirtschaft ist der Beginn der Herrschaft der Menschheit, der menschlichen Güte. Der Coronavirus ist nicht einfach ein weiterer Virus; er ist gekommen, um die Menschheit zu heilen, um unsere Wirtschaft in Ordnung zu bringen und den Menschen an die Spitze zu stellen, nicht das Geld.

 

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