Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Den Mythos entlarven – Der böse Blick ist der böse Wille

Eines der häufigsten Missverständnisse ist, dass die Weisheit der Kabbala vor dem bösen Blick schützt. Es existieren sogar Amulette, die davor schützen sollen und mit der Weisheit der Kabbala verbunden werden. Ich wünschte, es wäre so einfach ein paar Dollar zu bezahlen, um mich damit vor Flüchen zu schützen. Doch hier besteht eine falsche Vorstellung des Begriffs “böser Blick”. Laut der Encyclopaedia Britannica ist der “böse Blick” ein Blick, der die Fähigkeit besitzen soll, demjenigen zu schaden, den er trifft. 

Nach der Weisheit der Kabbala ist nicht unser Blick böse, sondern unser ganzes Wesen, unsere Herzen. Es steht geschrieben: “Das Trachten des Herzens eines Mannes ist böse, seit seiner Jugend” (Gen 8,21). Wir, das ganze Volk, werden mit dem so genannten “Wunsch nur für uns selbst zu empfangen” geboren. Auch wenn wir anderen helfen, freundlich, sanft, fürsorglich sind, denken wir zu guter letzt nur an uns selbst. Und wir tun, was wir tun, nur zu unserem eigenen Nutzen. All diese Bemühungen scheinen nicht zu helfen. Und der Welt geht es, trotz dieser unzähligen guten Taten, immer schlechter. 

Die kabbalistische Definition des “bösen Blickes” ist den anderen anzusehen, oder an ihn zu denken, mit der Absicht von ihm zu profitieren und nicht mit der Absicht ihm zu nutzen. Der Sinn der Weisheit der Kabbala besteht tatsächlich nur darin, unsere Absicht zu ändern – weg vom Nutzen für sich selbst und hin zum Nutzen für den anderen.

Die Kabbala spricht jedoch nicht von der Korrektur eines einzelnen Menschen. Vielmehr ist ihr Ziel die gesamte Menschheit so zu formen, dass sich unsere schlechten Gedanken in gute verwandeln. Dieser Wechsel der Gedanken ist der einzige Weg, wie wir den schlechten Zustand unserer Welt verbessern können. Sie ist auch der einzige Schutz vor dem bösen Blick, der unsere eigene Natur ist.

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