Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Es ist an der Zeit, vom Inter-Net zum Inner-Net zu wechseln

Es ist etwas mehr als dreißig Jahre her, dass das Internet für jedermann zugänglich gemacht wurde. Seit der Erfindung des Rades hat keine Technologie unser Leben so schnell und tiefgreifend revolutioniert. Nichts von dem was wir heute als selbstverständlich ansehen, wäre ohne das Internet möglich gewesen.

Dennoch hat uns das Internet nicht glücklicher gemacht. Nach dreißig Jahren in denen wir versucht haben unser Glück in den virtuellen Verbindungen zwischen uns zu finden, ist es an der Zeit, voranzukommen. Es ist Zeit, vom Inter-Net zum Inner-Net überzugehen, einem Netz von Herzen die einander spüren und füreinander sorgen.

Als das Internet aufkam, versprach es die Menschheit von den Fesseln des physischen Standorts zu befreien und uns bequem vom eigenen Schreibtisch in ferne Länder und an exotische Orte zu bringen. Es versprach, Menschen aus aller Welt zusammenzubringen, uns dabei zu helfen Freundschaften auf der ganzen Welt zu schließen und die Kluft zwischen Nationen und Zivilisationen zu überbrücken.

In Wirklichkeit sind wir heute einsamer als je zuvor und viele unserer realen Freunde sind im virtuellen Universum verschwunden. Dank des Internets ist es einfacher miteinander zu kommunizieren, aber viel zu oft wird die Kommunikation für Mobbing, Sexhandel, Sklavenhandel, Zensur von Meinungen (wie ironisch), Einschüchterung oder einfach dazu benutzt, uns Dinge zu verkaufen die wir nicht brauchen.

Wir dachten, dass das Internet unser Leben großartig machen würde, aber letzten endes haben wir durch unsere schlechten Neigungen dafür gesorgt, dass es uns unglücklich macht. Das Internet ist weder gut noch schlecht, es spiegelt lediglich wider wer wir sind. Wegen unserer schlechten Neigungen wendet sich alles was wir schaffen gegen uns und schadet uns schließlich. Die einzig mögliche Lösung besteht darin, unsere schlechten Neigungen zu ändern und damit können wir nicht früh genug anfangen.

Ich würde nicht empfehlen das Internet zu meiden, wir nutzen es die ganze Zeit und haben sein enormes positives Potenzial erkannt. Vier Jahre nachdem es verfügbar war, richtete ich meine erste Internetseite ein, auf der ich lehrte, wie man die Herzen der Menschen durch die Weisheit der Kabbala zusammenbringen kann.

Obwohl ich das enorme kommerzielle Potenzial des Internets von Anfang an erkannte, legte ich großen Wert auf die authentischen Inhalte meiner Seite, welche für jedermann kostenlos zur Verfügung stehen. Im Laufe der Jahre und mit der Hilfe meiner Schüler und Freunde, haben wir unsere Internetseite zur bei weitem größten Inhaltsseite über die Weisheit der Kabbala gemacht, auf der alle Inhalte – Text, Audio und Video – immer noch für alle kostenlos sind. Wir übersetzen alle Inhalte in Dutzende von Sprachen- einschließlich Live-Vorträge und täglichen Lektionen- und bieten sie kostenlos an.

Wir haben kein Interesse daran das Internet zu kontrollieren, wir streben danach ein inneres Netz aufzubauen, ein Netzwerk von Herzen, die durch gegenseitige Fürsorge und Empathie verbunden sind. Dieses Heilmittel braucht die Welt, gegen die vielfältigen Krisen von heute. Allerdings können wir uns dieses Heilmittel nur gegenseitig verabreichen. Man kann sich nicht selbst mit Liebe heilen, dazu braucht es mindestens zwei, meist aber viel mehr.

Offensichtlich hilft keine Regulierung um den Hass einzudämmen, der aus den heutigen mobilen Geräten und Computern herausquillt. Die relative Anonymität des Internets trägt dazu bei, dass wir unsere Natur mehr offenbaren als wir es in einer physischen Umgebung wagen würden. Dadurch kommt die hässliche Wahrheit ans Licht und wir können sie endlich anerkennen.

Ohne diese Erkenntnis würden wir niemals glauben, dass dies die wahre Natur der Menschheit ist. Jetzt, da wir einen digitalen Spiegel in die Tiefe unseres Herzens haben, können wir sehen was dort im Dunkeln liegt. Es ist so, wie die Heilige Schrift über die menschliche Natur schreibt: „Alle Gedanken seines Herzens sind den ganzen Tag lang nur böse“ (Gen 6,5).

Deshalb ist es jetzt, da wir miteinander vernetzt sind, an der Zeit, uns auch innerlich zu verbinden und zu erkennen, dass wir alle voneinander abhängig sind. Wenn wir die Einheit nicht zu unserer obersten Priorität machen, werden wir uns selbst irreparablen Schaden zufügen.

Da wir immer noch hier sind, und darüber schreiben und sprechen können, bedeutet das, dass es noch nicht zu spät ist etwas zu ändern. Wir sollten dem Internet dankbar sein, dass es uns unser wahres Ich gezeigt hat. Jetzt sollten wir die Ärmel hochkrempeln und uns an die Arbeit machen, unsere zerrütteten menschlichen Beziehungen zu reparieren.

#Internet #Kabbala #Bedeutung


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