Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Michael Laitman – Immer mit mir – Teil 1

Über meinen Lehrer RABASH[1]

 

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RABASH, der älteste Sohn und Schüler von Baal HaSulam, setzte das Werk seines großen Vaters fort, war der letzte in der Kette der großen Kabbalisten von Adam bis heute. In seinen Werken gab RABASH eine detaillierte Beschreibung der Phasen des spirituellen Weges des Menschen. Michael Laitman (PhD-Philosophie, MSc Biokybernetik) ist ein weltweit anerkannter Forscher auf dem Gebiet der klassischen Kabbala, Student bei RABASH, Gründer und Leiter der International Kabbala Academy (IKA), einer unabhängigen, gemeinnützigen Vereinigung, die Forschung- und Bildungsarbeit auf dem Gebiet der Wissenschaft der Kabbala leistet.

М. Laitman ist der Autor von mehr als 70 Büchern, die in 40 Sprachen übersetzt wurden, die ausführliche Kommentare zu allen authentischen Kabbalistischen Quellen enthalten.

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Die wichtigste Frage des Lebens

 

Ich kam zu RABASH, müde davon, ständig zu suchen, hungrig nach der Wahrheit. Ich hatte mein ganzes Leben lang vergeblich nach ihr gesucht.

„Warum lebe ich?“ – Diese Frage quälte mich, trocknete mich buchstäblich aus. Ich erinnere mich an mich selbst als Kind, als ich im hohen Gras eines Stadtparks lag, die Sterne ansah und traurig und hoffnungsvoll dachte: „Vielleicht kommt die Antwort von dort? Was ist der Sinn meines Lebens, nun, was ist er?“ Ich hatte noch nicht einmal angefangen zu leben, ich wurde schon von Sehnsüchten aufgefressen. Eine Sehnsucht nach einem unbekannten, hohen, wahren Ziel.

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Jahre vergingen, ich versuchte, die Antwort in der Wissenschaft zu finden, in Büchern zu lesen, logisch zu verstehen. Aber es klappte nicht. Es wurde nur noch schlimmer. Die Leere und Hoffnungslosigkeit all meiner Bemühungen wurde immer deutlicher. Irgendwann dachte ich sogar, dass ich sterben würde, ohne etwas zu erreichen. Ich zog nach Israel. Ich arbeitete vier Jahre lang in der Armee, reparierte die Elektronik von Flugzeugen.

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Danach gründete ich mein eigenes Unternehmen, das ein gutes Einkommen brachte, kaufte eine zweistöckige Penthouse-Wohnung, versuchte, die Reichen und Adligen nachzuahmen, glaubte, ich werde vergessen…

Aber nein, ich konnte es nicht, ich stand nachts auf, ging in den Hof hinaus und konnte mir nicht helfen, Tränen flossen aus meinen Augen. „Was zum Teufel ist das?“ – fragte ich mich und wandte mich an jemanden, wusste nicht an wen: „Gib mir wenigstens eine Richtung, wohin ich schauen soll?!“

Irgendwann glaubte ich, die Antwort sei bei den Religiösen und beobachtete.

Sie sind so friedlich, ruhig – anscheinend haben sie den Sinn des Lebens gefunden. Ich ging nach Jerusalem, zu einem berühmten russischsprachigen Rabbiner, der mir ernsthaft erzählte, dass die Schlange auf zwei Beinen stand – „Nicht wahr? So steht es geschrieben!“

“Soll ich es glauben?”,  fragte ich ihn.

“Natürlich, sieh nur, es steht da schwarz auf weiß!”, antwortete er.

Ich erschrak sofort vor der absoluten Unwissenschaftlichkeit.

So traf ich mich mit Branover, einem Doktor der Physik, der zu einem religiösen Mann wurde. Ich dachte, Physiker, ein Mann der Wissenschaft…Aber es ging nicht.

Drei Monate lang habe ich in Kfar Chabad[2] studiert, studierte den Talmud[3] mit Jugendlichen und las „Tanya“[4]. Ich ging weg.

Im Laufe dieser „Suche“ traf ich einen Freund, der, wie ich, auf der Suche war. Sein Name war Chaim Malka, wir wurden Freunde. Wir begannen uns jede Nacht zu treffen und arbeiteten uns systematisch durch alle Bücher hindurch. Chaim las laut, und ich schrieb, als wäre ich an der Uni. So studierten wir viele Bücher von RAMAK[5] und RAMCHAL[6].

Aber ich hatte das Gefühl, dass die Bücher nicht mehr helfen Und noch mehr: “sie werden uns nicht helfen”. Ich verstand es jetzt – alleine können wir nicht durchbrechen. Wir müssen nach dem Lehrer suchen. Denjenigen, der diesen Weg bereits gegangen ist.

Gesagt, getan! Wir fingen an zu suchen.

Wir trafen uns mit Baba Sali[7], alle sagten, er sei ein Kabbalist. Er erwies sich als ein einfacher, sehr offener Mensch, der erzählte, was er sah, aber er konnte es nicht erklären.

Dann kam ich zum Zentrum von Berg[8].

Ich kaufte alle Bücher die sie hatten. Ich traf mich mit Berg selbst, nahm sogar ein paar Lektionen von ihm, bis er die Erklärung mit dem Kosmos verbunden hat. Hier wurde mir klar, dass es definitiv nicht meins war, ich konnte keine Mystik ertragen…

So ging ich nach Jerusalem, zu Yitzhak Silberman.

Er war ein anerkannter Kabbalist, lebte in Jerusalem. Er lehrte die Kabbala nach Vilna Gaon[9] und war ein religiöser Mann, der von allen respektiert wurde. Nicht wie der Mystiker Berg, den keiner ausstehen konnte. Er sagte mir: „Du und ich leben unter den Gläubigen, also sollten wir den Talmud studieren. Er wird uns Schutz gewähren, damit wir die Kabbala studieren können. Weil niemand die Kabbala mag.“

Ich fing an, von ihm zu lernen. Er gab einige Grundlagen der Kabbala basierend auf dem Buch „Safra de Zniüta“ Vilna Gaon. Aber auch er konnte mir nichts erklären! Er hat es einfach vorgelesen und das war alles. Das machte mich wütend: „Nun, worum geht es hier bitte?“,  fragte ich. Er antwortete: „Wir werden es eines Tages herausfinden“. Ich war nicht zufrieden mit diesem „eines Tages“. Ich brauchte Antworten, keine Versprechungen. Dann kam Silberman zu mir nach Hause und sah die Bücher von Baal HaSulam[10] in meinen Regalen.

Er wurde blass, zeigte auf die Bücher und sagte: „Es ist besser, sie im Keller zu verstecken, außer Sichtweite.“ Da beschloss ich, dass es an der Zeit war, mich von ihm zu verabschieden. Dies war das erste Mal, dass ich Baal HaSulam verteidigte, obwohl ich nicht wusste, dass ich den Rest meines Lebens mit seinem Erbe verbinde.

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[1] RABASH – Baruch Shalom a-Levy Ashlag (1907-1991), Sohn und Schüler von Baal HaSulam – dem größten Kabbalisten des XX Jahrhunderts.
[2] Kfar Habad (Hebräisch: ד „חב כפר – (Chassidische religiöse Siedlung), CHABAD in Israel. CABAD – Verweis auf den   Chassidismus, wird Lubavitcher Chassidismus genannt.
[3] Talmud – (die Lehre), eine Reihe von rechtlichen, religiösen und ethischen Bestimmungen des Judentums, die Mishna und Gmara in ihrer Einheit umfassen.
[4]  Tanya (hebräisch תניא) (oder Likutei Amarim (hebräisch אמרים ילקוטי)) – das Basalbuch von HABAD.
[5]  RAMAK – Moshe Cordovero r. (1522-1570) – berühmter Kabbalist, Vertreter der Kabbala-Schule von Safet, Autor vieler Bücher.
[6] RAMCHAL – r. Moshe Chaim Lutsatto (1707-1747) – Kabbalist, Autor von Dutzenden von Büchern über Kabbala und jüdische Ethik.
[7] Israel Abuhatsir (auch bekannt als Baba Sali, was „betender Vater“ oder „Vater Israel“ bedeutet; 1889-1984) Er war ein Kabbalist, ein spiritueller Führer der marokkanischen Juden in Marokko und Israel.
[8] Kabbala Berg Center – gegründet 1971 von F. Berg. Er ist ein Schüler des J. Brandwein – einer der Schüler von Baal HaSulam.
[9] Vilna Gaon, Rav Eliyahu ben Shlomo Salman (1720 – 1797) –  Kabbalist, hervorragende spirituelle Autorität.
[10] Baal HaSulam – Yehuda Ashlag r. (1884-1954). Gründer der modernen Kabbala-Methode. Autor von Kommentaren zu den Werken von ARI. Der Name „Baal HaSulam“ wurde ihm nach seinem Kommentar „Sulam“ („Treppe“ – Hebräisch) zum Buch Sohar gegeben.

 

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Fortsetzung folgt…

Wurzeln und Zweige – Ursachen und Folgen

Die Worte des Lehrers können niemals das höhere Wissen vermitteln. Es befindet sich außerhalb von Zeit, Raum und Bewegung. (Baal HaSulam, „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“)

Es handelt sich um die Höhere Welt, die außerhalb von unserer Wahrnehmung liegt, und deshalb können wir keinen geeigneten Gegenwert zu dem finden, was sich darin befindet. Schließlich gibt es in unserer Welt keine entsprechenden Worte, Ausdrücke, Kräfte, Handlungen, Beziehungen wie in der Spiritualität.

Es gibt dann ein Problem: Wie kann man die spirituelle Welt mit unseren Worten einem Menschen erklären, der gerade erst mit seinem Weg beginnt? Deshalb sagt Baal HaSulam, dass wir versuchen sollten, es in der Sprache der Zweige darzustellen. Was bedeutet aber „die Sprache der Zweige“?

Trotz der Tatsache, dass die höhere Welt mit unseren gegenwärtigen Eigenschaften völlig unbegreiflich ist, steigt alles, was sich in ihr befindet, in unsere Welt herab und bildet hier Zweige – die Folgen daraus.

Wenn wir die Sprache der Zweige richtig verwenden, das heißt, wir benennen die Eigenschaften der Höheren Welt mit Wörtern, Bildern und Begriffen unserer Welt, können wir alles, was dort existiert, richtig ausdrücken und unser Wissen vom Lehrer zum Schüler oder zwischen den Menschen übertragen, ohne Verwirrung zu verursachen.

Angenommen es gibt in der Höheren Welt einige Wechselwirkungen zwischen den Punkten „A“ und „B“ (Wurzeln). Und in unserer Welt sehen wir ihre Folge als „a“ und „b“ (Zweige).

Folglich können wir dann sagen, dass von der Höheren Welt in unsere Welt eine Eigenschaft herabgestiegen ist und in ihr eine bestimmte Folge gebildet hat, das heißt, wir können über das Zusammenspiel von Wurzeln und Zweigen sprechen.

Frage: Kann man etwas über ein großes „A“ anhand des kleinen „a“ sagen?

Antwort: Wir können nur eines sagen: das kleine „a“ und das große „A“ stehen zueinander als Ursache und Wirkung. Das große „A“ ist die Ursache, das kleine „a“ ist die Folge. Gleiches gilt für das große und kleine „B“. Deshalb werden sie als „Wurzel“ (Ursache) und „Zweig“ (Folge) bezeichnet.

Auf diese Weise besteht ein Zusammenhang zwischen den Eigenschaften des Höchsten und unserer Welt. Und wenn wir Wahrnehmungen der Höheren Welt haben, dann können wir bereits sagen, dass wir uns von den Zweigen zu den Wurzeln bewegen. Wir verstehen dann unter den Zweigen unserer Welt das Zusammenspiel der Wurzeln.

Aus dem Unterricht von 27.10.2019

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Kabbala ist eine wissenschaftliche Studie über die spirituelle Welt

Eine Frage, die ich auf meinem deutschen Blog erhielt: Es gibt in der Welt Rosenkreuzergesellschaften, die teilweise auf Kabbala basieren. Die wichtigste Prämisse in der Rosenkreuzer Theosophie ist, dass der Schöpfer höhere spirituelle Strukturen mit der Freiheit des Willens geschaffen hat, um verschiedene Aufgaben, wie das Lenken von Karma oder das Erschaffen eines spirituellen menschlichen Körpers, auszuführen. Es gab ebenfalls spirituelle Strukturen, die zerbrochen sind und nun die menschliche Entwicklung behindern. Das ist eine allgemeine Zusammenfassung. Wie ist dies aus der Perspektive der Kabbala zu sehen? Was haben sie darüber zu sagen?

Meine Antwort: Kabbala beschreibt die Struktur der spirituellen Welt in dem Buch Talmud Esser HaSefirot. Kabbala studiert die Höhere Welt, untersucht sie und beschreibt sie wie ein Wissenschaftler, der unsere Welt sorgfältig untersucht. Für Anfänger, die in Deutsch studieren, empfehle ich meine Bücher: Quantum Kabbala, Leben aus der Kabbala und Das Licht der Kabbala.

 

 interessiert an der „Wissenschaft der Kabbala“  >    Kabbala Akademie

 

Blitz Antworten des Kabbalisten

Frage: Ich schlafe beim Lesen von „Lehre der zehn Sefirots“ (TES) ein, wenn ich hingegen Zohar höre bin ich begeistert. Muss ich meine Bemühungen TES fortzusetzen beibehalten, oder ist das nur für Männer notwendig?

Antwort: Wenn sie eine Frau sind, können sie grundsätzlich auf TES verzichten und Artikel wie die Briefe von Baal HaSulam und Rabash lesen.

Frage: Im „Vorwort zu TES“ wird gesagt, wenn ein Mensch nach 3-5 Jahren des normalen Studiums nicht das Erforderliche erreicht hat, so wird er keinen Erfolg auf diesem Weg haben. Warum wird das Studium der Kabbala als letzte Chance erachtet?

Antwort: Das wird so gesagt, damit Menschen welche die Tora studieren wollen, auch wissen, dass die Tora einem Menschen für seine Korrektur sowie für die Offenbarung des Schöpfers in dieser Welt, gegeben wird. Wenn man also drei Jahre lang die Tora studiert hat und kein Ergebnis sieht, so bedeutet das, dass man unbedingt zur Kabbala wechseln muss.

Frage: Baal HaSulam sagte, dass in ihm die Seele vom großen Ari reinkarnierte. Ist das dieselbe Seele, oder hat er die gleiche Stufe wie Ari erreicht?

Antwort: Nein, es ist dieselbe Seele. Es wird als “ Embryo der Seele  („Ibur Neshamot“) bezeichnet.

Frage: Kabbala ist doch ein Vermächtnis, nicht wahr? Von wem erbte Baal HaSulam? Wer war sein Lehrer?

Antwort: Sein Lehrer war ein Rabbiner aus Pursov, einer kleinen Stadt, in der Nähe von Warschau. Als Baal HaSulam sah, dass er von seinem Lehrer nichts mehr lernen konnte, beschloss er Polen zu verlassen und nach Israel zu gehen.

Frage: Dank der wissenschaftlichen Herangehensweise lese ich Psalmen, Tora und kabbalistische Texte, mit der Absicht, dass ich dort nichts verstehe. Ist das in Ordnung?

Antwort: Das ist nicht in Ordnung. Ihr müsst es mit Gefühl und Verstand lesen. Es wird gesagt, dass „das Herz versteht“, d.h. es muss eine bestimmte Kombination zwischen Gefühl und Verständnis geben. Man kommt vom Verständnis zum Gefühl und vom Gefühl zum Verständnis. Das Eine kontrolliert und bestimmt das Andere.

Frage: Was Ist der Sinn ein kabbalistisches Buch zu lesen – bedeutet es das man beim Lesen mit dem Autor gemeinsame Zustände erlebt?

Antwort: Ja möglicherweise. Natürlich kannst du mit dem Autor mitfühlen, aber nur sehr wenig

Frage: Können Schüler ihr Studium sofort mit den Werken von Baal HaSulam beginnen, oder sollten sie sich ihnen erst langsam annähern?

Antwort: Ich würde mit den allgemein bekannten Artikeln, die für die breite Öffentlichkeit geschrieben wurden, beginnen. Dies sind „Die Gabe der Tora“, „Die Bürgschaft“, „Friede in der Welt“, etc.

Frage: Was bedeutet das Verschwinden der tierischen Stufe (der Tod) für den Kabbalisten?

Antwort: Nichts. Wenn mir etwas passiert, werde ich es in aller Ruhe akzeptieren. Das Einzige, was mich beschäftigt ist einen guten kraftvollen Unterricht abzuhalten, um meine faulen Schüler auf der ganzen Welt wach zu rütteln. Auf dieser Welt kümmert mich nichts mehr als das. Ich hoffe das wird für eine Weile so bleiben. Dafür lebe ich.

Frage: Darf ich die Zusammenfassung der Bücher, die ich in meinen eigenen Worten schreibe, jemandem zeigen oder soll ich sie verbrennen?

Antwort: Du kannst sie behalten. Selbst wenn jemand sie sieht oder davon hört, ist das nicht schlimm.

 Aus dem Unterricht von 10.03.2019

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Aus der Lektion zum Buch „Die Lehre der zehn Sefirot“.

„Malchut versüßt mit Bina“ das ist ein Wunsch zu genießen der sich reduziert, als würde er nicht existieren und sich in Bina einschließt. Dieser Wunsch beginnt sich allmählich zu öffnen und versucht sich den Eigenschaften von Bina anzunähern, als ob er Bina selbst wäre.

Stell dir vor, du bist in einer anspruchsvollen Gesellschaft zu einem Cocktail oder Bankett eingeladen, am Eingang wirst du belehrt: „Achte darauf, dass du dich anständig benimmst, es gibt hier sehr hochgestellte Menschen, nicht so einfache wie dich.“ Du machst dich klein, gehst hinein und beobachtest wie sich die anderen verhalten. Du versuchst unauffällig zu sein, d.h. du entfaltest nicht deine wahren Eigenschaften. Du schaust die anderen an und versuchst sie nachzuahmen, als wärst du auch ein Aristokrat. Du beobachtest sie, wie sie stehen, tanzen, sitzen und reden, wie sie nicht wie du es gewohnt bist, Wodka direkt aus der Flasche trinken, sondern ihre Cocktails genießen. Du gibst dir Mühe, so zu sein wie sie, d.h. du nimmst für eine Weile ihre äußere Form an.

Wenn du deine äußere Form änderst, gewöhnt sich dein Wunsch zu genießen daran. Die Einkleidung in solch einer äußeren Formen ist bereits eine Art von Korrektur. Es ist nicht unmittelbar deine Korrektur, sondern die, welche du von anderen abgeschaut hast.

Dies ist die Korrektur, die wir im Laufe von 600 000 Jahren vornehmen müssen.

Es gibt eine Korrektur, die unsere eigene Natur betrifft, du verwandelst dich dabei von einem Markthändler zu einem englischen Lord.

Im Laufe von 600 000 Jahren kleiden wir uns ein in: Nehi, Chagat, Chabad – Bina (diese Macht herrscht über Malchut, reduziert sie und verleiht ihr ihre Eigenschaften). Anschließend bekommt Malchut selbst die Kraft der Korrektur. Das ist etwas, dass wir gerade überhaupt nicht verstehen.

Bina macht das freiwillig, und Malchut kann dies durch die Kraft der Überwindung umsetzen. In dieser Gesellschaft gibt es Menschen, die sich gerne ehrenvoll verhalten, du handelst aus Not heraus, damit du nicht rausgeschmissen wirst. Für sie ist es ein normales Leben, d.h. sie haben die Eigenschaften von Bina, du unterstellst dich diesen Eigenschaften nur, da du in deinem Inneren vollkommen egoistisch bist.

Du beneidest diese Leute und willst so sein wie sie, sonst würde dein Stolz verletzt werden. Es wird gesagt: „Der Engel des Todes wird zum Engel der Heiligkeit „, der Pharao hilft den Söhnen Israels, sich dem Schöpfer anzunähern.

Wenn mein Stolz leidet, bin ich bereit, meinem Egoismus auf die Füße zu treten. Menschlicher Stolz ist die größte Macht. Ich kann weder essen noch trinken, bis ich so sein kann wie sie.

Unsere Eigenschaften sind darauf aufgebaut, dass wir uns gegenseitig mit einbeziehen. Die  vier Phasen Dalet entstehen in den vier Phasen des direkten Lichts als Folge der Eigenschaften des Gebens und der Liebe – nur in dieser Phase verwandeln sie sich vom Egoismus  zum Altruismus und beinhaltet somit alle

Eigenschaften des Schöpfers.

Aus dem Morgenunterricht vom 15.01.2019

(8239565)

Die Generation, mit der wir zu tun haben

Das Niveau der Generationen wird herabgesetzt, und zwar bis zur letzten Stufe in unserer Generation, dort wo die Weisheit verachtet wird, die Arbeit für den Schöpfer keine Pflicht ist und Niemand einen Mangel in der Abwesenheit des Schöpfers empfindet. So ist eben unsere Generation, mit der wir zu tun haben.

Baal HaSulam, „Wunderbare Eigenschaft des Gedächtnisses“

Aus den Worten des “Sohar” wird Folgendes geklärt. Es gibt einen Schwur, dass das Licht der Gnade und Liebe in der Welt nicht erwachen wird, bevor nicht die Taten des Volkes Israel in der Tora und in den Geboten statt mit der Absicht, eine Belohnung zu erhalten, endlich mit der Absicht, dem Schöpfer Genuss zu schenken, erfolgt. Das Geheimnis der Beschwörung ist: „Ich beschwöre euch, Töchter Jerusalems“ (Hoheslied, 5:8). Es hängen die andauernden Exile und Leiden, die wir erdulden, von uns ab und warten auf unsere Entscheidung, bis wir letztlich der Arbeit in der Tora und den Geboten Lishma gewürdigt werden. Nur wenn wir das verdienen, wird dieses Licht der Liebe und Gnade erwachen, durch dessen wunderbare Eigenschaft die Worte verwirklicht werden: „Und es ruht auf ihm der Geist der Weisheit und des Verständnisses“. Und dann werden wir der vollkommenen Erlösung würdig.

 

Kabbala Akademie

 

Die Freude ist eine Folge von guten Taten

Die Menschen, in denen der Punkt im Herzen erwacht, kommen auf verschiedenen Wegen zur Wissenschaft der Kabbala, die erklärt, wie man diesen Punkt auf der Grundlage von Verlangen realisieren, den Schirm und die Absicht über dem Verlangen aufbauen und sich bereits auf einer anderen Stufe in Freude befinden kann – in Freude darüber, inwieweit ich in der Lage bin, im Geben zu sein, mich mit der höheren Urkraft zu identifizieren, die das Verlangen erschaffen und diesen Punkt hineingebracht hat, mit dessen Hilfe ich mich über das Verlangen erheben kann und mit der höheren Kraft verschmelze.

Die Schöpfung, die aus den Verlangen und dem Punkt des Bestrebens nach dem Schöpfer besteht, entwickelt diesen Punkt während der Korrektur dermaßen, dass er sich in einen Schirm verwandelt, dann, bereits über dem Schirm, kann sie an den Schöpfer, an das Licht, geben, genauso wie auch das Licht und der Schöpfer an sie gibt, und dabei Freude erleben.

Dann, entsprechend ihrem Zustand, erkennt die Schöpfung, was zum jetzigen Zeitpunkt für sie am besten wäre – entweder leer oder eher erfüllt in ihrem Verlangen zu sein. Denn letztendlich müssen die Zustände, die sie innerhalb ihres Verlangens empfindet, ihr ständig eine wahre Grundlage für die Überprüfung liefern, ob sie sich wirklich im Geben befindet oder nicht.

Wenn sie, um sich von sich selbst distanzieren zu können, Leiden im Verlangen zu genießen empfinden muss, dann empfindet sie Leiden, und darüber befindet sie sich im Geben und erlebt Freude.

Und wenn sie einen Zustand erreicht, in dem sie innerhalb des Verlangens zu genießen in Freude, in Erfüllung sein kann, jedoch nicht für sich selbst (denn das geschieht bereits nach allen Einschränkungen und Entleerungen, wenn sie sich zu erfüllen beginnt, um Freude über dem Schirm zu vermehren), dann befindet sie sich in Freude darüber, dass sie den Schöpfer erfüllen kann.

Wenn wir „Simchat Tora“ (Tora-Freude) erreichen, bedeutet das, dass wir wissen, wie wir das Licht, das zur Quelle zurückführt, benutzen müssen, um im Geben immer in Freude zu sein – im „Geben um zu geben“ oder sogar im „Empfangen um zu geben“.

Dann kommt wirklich Freude auf, wie geschrieben steht: „Die Freude ist eine Folge von guten Taten“. Gute Taten sind Handlungen des Gebens in zwei Toren, zwei Teilen der eigenen Seele – G“E und ACHaP.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 29.09.2010

Kabbala Akademie

Die ganze Welt besteht aus zehn Sefirot

Sohar, Abschnitt „Wajetze“, P.59: „Und siehe, der Herr stand darüber.“ Hier in der Leiter sah Jakob die Verbindung des Glaubens, die Nukwa, die alle Sefirot zu einem verbindet. „Stand darüber“ weist auf eine Säule aus Salz, eine Aufschüttung (ein Hügel) hin. Denn alle Stufen befinden sich wie eins auf eben dieser Leiter, der Nukwa,
damit alles sich in einen Knoten verbindet, weil diese Leiter zwischen den zwei Seiten gegeben wurde, wie es geschrieben steht: „Ich bin der Herr, der Gott von Abraham, deinem Vater, und der Gott von Isaak.“

Dies sind die zwei Seiten, Rechte und Linke-Abraham ist Rechte und Isaak ist Linke. Malchut nennt man ein Gestalt, ein Bild des Schöpfers. Wir befinden uns in Malchut, wir selbst sind Malchut, wir nehmen alles innerhalb von ihr wahr, in Form unseres Weltbildes. Aber in der Wirklichkeit ist alles, was wir wahrnehmen, nur der Schöpfer. Und es gibt nichts außer Ihm.

Das Problem besteht darin, dass wir Ihn entsprechend unserer Eigenschaften, im Maß unserer Ähnlichkeit mit dem Schöpfer wahrnehmen.

Das Empfinden kommt immer vom Licht, aber das Verlangen, das Kli fühlt es in seiner Wahrnehmung auf die eine oder andere Art und Weise, im Maß seiner Entgegengesetzheit oder Ähnlichkeit mit dem Licht.

So sind die höheren Sefirot die Eigenschaften, die in Malchut eingeschlossen sind, die die Einstellung des Schöpfers beinhalten, wenn Malchut ihnen ähnlich werden möchte.

Man nennt sie Sefirot, da sie innerhalb der Malchut, die sie aus ihrem Wunsch zu genießen, der um des Gebens willen korrigiert ist, „einzündet“, leuchten. Deswegen hat Malchut ein Leuchten in sich.
Denn das höhere Licht leuchtet nicht alleine, es ist verborgen. Nur wenn der Untere sich erhebt um dem Höheren ähnlich zu werden. Seine Eigenschaften, die er erweckt um dem Höheren ähnlich zu werden, diese Eigenschaften leuchten und nennen sich Sefirot.

So beginnt alles, wird wahrgenommen und endet in Malchut. Und wenn wir uns irgendein Gebilde außerhalb von Malchut vorstellen können, scheint es uns nur so in unserer egoistischen Wahrnehmung.

Genauso wie es uns in dieser Welt vorkommt, dass vor uns irgendeine Realität, unsere Umwelt existiert, aber in der Tat existiert nichts VOR uns, alles ist nur IN uns. Wir sehen es so, weil sich in unserer Wahrnehmung die Realität auf „ICH“ und „AUßERHALB VON MIR“ aufteilt.

Genauso ist es im Spirituellen: wir teilen die ganze Realität in die Seele, die sich selbst sieht und das, was sich außerhalb von ihr befindet auf.

Aber wenn wir alle Korrekturen abschließen, verbindet sich alles zu einem Ganzen, und es gibt keinen Unterschied zwischen Innerem und Äußerem, alles schließt sich in einem einzigen Punkt ein.

Wenn der Mensch nach oben aufsteigt, sieht er wie das ganze Bild, das immer breiter, reicher und komplizierter wird, sich sammelt und sich in zehn Sefirot anordnet.

Daraus kann man einen Schluss ziehen, dass alles von unserer Wahrnehmung, von unserer Ähnlichkeit mit dem Licht abhängig ist.

Kabbala Akademie

 

Arbeit in Abstimmung mit dem Licht

Die Wissenschaft der Kabbala beschreibt das Geschöpf von dem Niveau der Unendlichkeit (Ejn Sof) angefangen. Darin ist alles beinhaltet und die Unendlichkeit existiert in Bezug auf den Schöpfer. In der Unendlichkeit gibt es das Licht und das Gefäß, die in einer wunderbaren Einheit existieren: sie sind gleich und unterstützen sich gegenseitig, sie formen einander. So gibt es kein Licht ohne Gefäß und kein Gefäß ohne Licht. Das ist ihr ständiger Zustand.

Und um fortan ein Gefäß zu erhalten, das in der Unendlichkeit erschaffen wurde und das in Einheit mit dem Schöpfer gründet, im Bewusstsein und Verständnis seines Zustandes, wurden fünf Welten (Verhüllungen) erschaffen:

Adam Kadmon (A’’K), Azilut, Brija, Yezira und Assija (ABYA).

Und diese Welt befindet sich unter allen Welten, abgetrennt von ihnen. Wir sind völlig von dem spirituellen System abgetrennt, wir verstehen absolut nicht wo wir uns befinden und was in diesem System geschieht.

Die Barriere über uns nennt sich “Machsom”. Er bestimmt die Realität, in die wir geboren werden und in der wir leben: unsere jetzige Stufe der Entwicklung, die von Generation zur Generation verläuft.

Ein einziges Licht der Unendlichkeit füllt das gesamte Gefäß der Unendlichkeit. Sie sind eine Einheit.

Auf uns aber wirkt das Licht der Unendlichkeit in Form des Umgebenden Lichtes (Or Makif – O’’M), das uns zur Entwicklung erweckt. Wir hängen von ihm ab und wir sollen auf dieser Etappe studieren, wie wir mit diesem Licht eine gemeinsame Sprache sprechen können.

Wir sollen wissen, wie man seine Wirkung auf sich zieht, wie man sich ihm annähert, dank welcher Handlungen wirkt es mehr oder wirkt weniger auf uns. Man soll ständig mit ihm “flirten”, sich ihm anpassen, so wie sich ein Mensch der Sonne zuwendet, um sich zu bräunen. Genauso müssen wir innerlich handeln.  

Es ist für uns noch unbekannt, wie man eine maximale Einwirkung des Lichtes bekommt. Und doch ist diese Wirkung immer positiv, sie bringt uns immer Güte und Glück in allen Sinnen. Das ist wahrhaftig die volle Fülle. Für uns aber ist das bis jetzt nur das Umgebende Licht, weil wir seinen inneren Eigenschaften nicht entsprechen.  

Der Gast des Schöpfers muss dem Gastgeber gleichen. Der Hausherr versorgt ihn mit allem und will nur geben, mehr und noch mehr geben. Der Gast schämt sich aber. Er ist nicht imstande das auszuhalten. Dann macht er eine Einschränkung auf sich selbst und sagt: „Zuerst muss ich mich nach dem Gesetz ausrichten, um dem Gastgeber zurückzugeben. Nur auf diese Weise und nur in dem Maße werde ich fähig sein, Deine Güte zu empfangen”.

So bekommen wir vom Schöpfer das innere Licht: in dem Maß, in dem wir Ihm geben können. Dies ist nur in der Beziehung zwischen Liebenden möglich. Indem ich meinem Liebsten wohltue, genieße ich mein Geben, wie die Mutter, die sich um ihr Kind sorgt. Das Geben ist das Zeichen der Liebe. Deswegen, wenn wir der Liebe, die wir vom Schöpfer erwarten, entsprechen werden, werden wir sie auch spüren.

Wie erreicht man das? Wie wird man zum Gast, der dem Gastgeber mit einer Erwiderung antworten kann? Wie lernt man das Geben? Wie versteht man, was das ist? Denn jetzt kenne ich das nicht, ich bin voll und ganz in Selbstliebe versunken, in das Empfangen für mich selbst.

Hier kann ich nur die vorbereitete Grundlage nutzen, die das Gefäß bei der Wechselwirkung mit dem Licht gelegt hat. Das Gefäß ist damals zerbrochen worden, es wurde in Bruchstücke zerschlagen, damit man offenbart, wie stark man sich vom Gastgeber unterscheidet. “Ich möchte all mein Böses offenbaren, denn nur auf diese Weise kann ich Dir jemals ähnlich werden”.

Am Anfang, in der Welt Adam Kadmon, war eine “Aufteilung” des Lichtes in NaRaNChaY und eine Aufteilung des Gefäßes in KaChaB und SON gemacht worden. Danach, zwischen den Welten A’’K und Azilut geschah das Zerbrechen der Gefäße. Dann wurde ein großes einzelnes Gefäß zerteilt, zersplittert in viele Scherben. Jede Scherbe ist in sich selbst eingeschlossen, im Verlangen für sich selbst zu empfangen. Sie ist so verschlossen, dass sie nicht bereit ist, unfähig ist zu spüren was “der Nächste” bedeutet. Sie nimmt nur das wahr, was in ihr selber passiert. So eine Natur hat sie jetzt.

All die Milliarden von Gefäßen sind abgestiegen bis sie in diese Welt gefallen sind. Daraus entstand unser Universum. Danach hat seine Materie angefangen sich von unten nach oben zu entwickeln. Im Laufe dieses Prozesses hat sich unsere Erde geformt und auf ihr die Flora, Fauna und das Menschengeschlecht.

 

  

 

So geschah die Entwicklung in unserer Welt: die von oben herabgefallenen Funken haben angefangen sich miteinander zu Klumpen von Materie zu verbinden, zu Sternen und Planeten, zu Galaxien und Nebel. Danach haben sie sich auf der Erde zu unterschiedlichen Arten von Pflanzen und Tieren verbunden, zu denen auch wir gehören. Wenn es früher einen Prozess des Zerfalls gegeben hatte, der ein Ergebnis des „Zerbruches der Gefäße“ war, so spricht man jetzt von der Verbindung der Substanzen und Materialien. Die Gefäße sind herabgefallen und haben angefangen sich zu verbinden.

Mit wessen Hilfe? Mit Hilfe des Einflusses des Umgebenden Lichtes. Dafür brauchen sie keine bewussten, vernünftigen Handlungen. Auf den Niveaus der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur verbinden sich die Teilchen “selbständig” zu Atomen, Atome zu Molekülen, die Moleküle zu komplizierten Strukturen in biologischen Körpern. So wandelt sich allmählich die unbelebte Materie in die pflanzliche und tierische Materie um.

Aber die Stufe des Menschen gehört nicht zu unserer Welt, sie ist weiter. Wir sind bis jetzt ein Teil der tierischen Welt, die am weitesten entwickelt ist. Unser Leben ist den klaren Prinzipien unterworfen: wir tun immer das, was für uns einen maximalen Nutzen verspricht. Jeder ist hinter seinem eigenen Wohl her. Selbstverständlich versuchen wir gut miteinander auszukommen, damit wir uns nicht gegenseitig “auffressen”. Im Endeffekt aber kümmert sich jeder nur um sich selber. So ein “Programm” ist in uns integriert.

Dabei werden wir diametral dem Inneren Licht entgegengesetzt. Aber das äußere Licht wirkt auf uns in einer besonderen Art und Weise und bringt uns trotzdem nach vorne, zu einer größeren Verbindung. Doch indem wir uns verbinden, werden wir noch egoistischer.

Für die unbelebte Natur reicht das aus, was es gibt, sie will sich nur vor der Zerstörung schützen. Um sie zu zerstören, muss daher eine Kraft auf sie einwirken, die stärker ist als ihre egoistische Kraft der Selbsterhaltung. Sie hat keine anderen Verlangen.

Für die pflanzliche Materie ist das zu wenig. Sie will wachsen, sie absorbiert alles Nützliche und sondert alles Schädliche ab, sie verbreitet und vermehrt sich. Sie hebt sich vom Egoismus der unbelebten Materie stark ab.

So verbindet das Umgebende Licht, indem es seine Energie einbringt, noch mehr Teile miteinander, sie werden komplizierter und es entstehen lebendige Zellen, die sich vermehren, die die Umgebung wahrnehmen und lernen, sie für ihr Wachstum zu nutzen. Auf diesem Niveau ist der Egoismus schon mit der Umgebung verbunden.

Die Vertreter der tierischen Stufe offenbaren nicht nur ihre Umgebung, sie bewegen sich und gebären Nachkommen, um die sie sich kümmern. Mit anderen Worten: in ihrem Egoismus ist die gebende Kraft verwurzelt, die dem Egoismus dient.

Und wir, Menschen, nutzen die Umgebung von allen Niveaus noch stärker: die unbelebte, pflanzliche, tierische und menschliche Umgebung. Denn unser Egoismus ist am weitesten entwickelt und er setzt seine Evolution fort. Die tierischen Arten entwickeln sich nicht, nicht so wie wir, sie sterben einfach aus. Andererseits verändert sich der Mensch von Generation zu Generation und das geschieht mit steigenden Geschwindigkeit. Noch vor 500 Jahren war der Sohn dem Vater ähnlich und der Enkel wurde ihnen beiden ähnlich: das gleiche Leben, das gleiche Gewerbe, die gleiche Kleidung. Heutzutage ändert sich der Mensch ständig, als ob er wiedergeboren wird. Im Prinzip ist sein Leben die Geschichte mehrerer Generationen vor ihm.

Warum wirkt das Umgebende Licht auf uns, lenkt uns auf so eine Art und Weise? Damit wir immer komplizierter werden. Je komplizierter die Struktur, desto schwieriger ist es, sich um sie zu kümmern und sie zu unterstützen. Je komplizierter die Verbindung der Verlangen ist, umso egoistischer werden sie, da sie größere, stärkere, innere Kräfte erlangen. Die Außenwelt wird von ihnen noch eigennütziger betrachtet, man sucht nach Möglichkeiten, um aus allem Profit zu schlagen. Im Idealfall möchten wir die ganze Welt “verschlingen”. So hat uns das Höhere Licht erschaffen.  

Heute sind wir zu einer Krise gekommen: die Natur, oder mit anderen Worten, das Licht, der Schöpfer, leitet uns zur maximalen Entwicklung unserer ursprünglichen Natur. Wir offenbaren aber, dass es uns davon nur schlechter geht. Es stellt sich heraus, dass wir keine positiven Kräfte mehr haben, die uns erlauben miteinander auszukommen und ein größtmögliches Vergnügen zu haben.

Wir wären froh, wenn wir den Prozess in andere Bahnen lenken könnten, uns ist bewusst, dass unsere Kinder eine bessere Erziehung brauchen, das Institut der Ehe soll gefestigt werden, wir müssen uns ändern, um nicht so aggressiv zu sein, wir sollten eine gute, freundliche Gesellschaft erbauen…

Aber es kommt alles anders. Ein winziger Anteil von Reichen besitzt die Hälfte der Weltgüter. Sie fürchten sich selber, sie wissen nicht, was zu tun ist, aber auf der anderen Seite sind sie nicht imstande darauf zu verzichten, sie sind nicht bereit, irgendetwas zu verteilen. Ihre gesamte “Barmherzigkeit” ist auf ihr eigenes Wohl gerichtet: darauf, dass die Situation ein bisschen gemildert wird und nicht mehr. Und auch darin sind sie nicht erfolgreich.

Also, im Endeffekt hat uns das Umgebende Licht dazu gebracht, dass wir das Böse erkennen. Deswegen stellen sich viele Menschen die Frage: “Wie soll es weitergehen? Was ist das für ein Leben?” Viele verfallen der Verzweiflung, nehmen Rauschgift, Beruhigungsmitteln, Antidepressiva. Solche Medikamente werden sogar den Schülern verabreicht. Und die leichten Rauschgifte werden sogar legalisiert. Nur um den Menschen zu beruhigen, und damit er leise erlischt…

Das wird noch nicht mal von dem Bösen Trieb erzeugt, sondern es ist eine Folge der Hilflosigkeit. Das alles ist das Resultat des Umgebenden Lichtes, weil es uns unseren wahren Zustand zeigen muss.

So, mit seiner Hilfe, sind wir zu einer gewissen Offenbarung des Bösen gekommen, zu den Fragen nach dem Sinn des Lebens. Manche werden von diesen Fragen zum Selbstmord oder zum Mord an anderen getrieben, oder zu Rauschgiften und so weiter. Manche nehmen diese Frage etwas empfindsamer wahr. Das hängt von den Reshimot ab, von dem “spirituellen Erbfaktor”, der im Menschen existiert und ihm eine neue Wahrnehmung gibt: ”Es muss eine Lösung, eine Antwort auf all das geben. Es ist notwendig für mich, zu einer besonderen Quelle vorzudringen, die mir die Antwort gibt, wofür ich lebe, was der Sinn meines Lebens ist”.

Wenn das Umgebende Licht den Menschen dazu bringt, ist das gut. Dann erweckt die Frage selber ein in ihm integriertes Potenzial und das Licht begleitet ihn weiter, dorthin, wo sich solche wie er versammeln. Das sind keine Körper, das sind Funken, sehnliche Fragen, innere Potenziale, die das Umgebende Licht versammelt hat. Es hat nur das die ganze Zeit getan: die Einzelteile verbunden. Egal, ob das die Elementarteilchen, Atome, Moleküle, Zellen und so weiter sind. Es macht seine Arbeit einfach weiter: es bringt alles zusammen.

Unser Kongress ist auch die Arbeit des Umgebenden Lichtes. Es sammelt die Verlangen, die nach oben streben.

Nachdem wir uns versammelt haben, suchen wir die Antwort, wie wir das Problem lösen können. Und hier, nachdem der Schöpfer den Menschen zum guten Schicksal gebracht hat und gesagt hat:” Nimm es dir”, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • entweder unterziehen wir uns unbewusst der Wirkung des Umgebenden Lichtes, das sich bisher um uns gekümmert hat
  • oder mithilfe der Gruppe, zusammen mit dem Licht, nehmen wir bewusst an dem Prozess teil mit Verständnis und Gespür.

Mit anderen Worten, wir sollen die Verbindung mit dem Umgebenden Licht herstellen. Wir sollen wissen, wie wir auf es einwirken und wie das Licht auf uns einwirkt, und wie man unsere Entwicklung mit seiner Hilfe steuern kann. Von hier und weiter bekommen wir die Freiheit der Wahl. Und deswegen muss man nur daran denken, wie es auf uns wirkt und wie wir seine Wirkung ändern, beschleunigen können. Das sollen wir studieren. Dafür sind wir zum Platz des Studiums geführt worden.   

Hier wird uns erklärt, dass wir im Endeffekt dieselbe Handlung ausführen sollen, welche das Umgebende Licht ausführt. Wie es die Materie versammelt hat, indem es kompliziertere Strukturen schuf, so müssen auch wir diese Arbeit weitermachen. Wir machen selber weiter, mit Hilfe der Mittel, die uns zur Verfügung stehen.

Das Licht hat mich zur Gruppe gebracht und ich bin verpflichtet, für ihre Verbindung in ein Ganzes, in ein System zu arbeiten. So gehe ich zusammen mit ihm und dann sehe ich in ihm einen Partner. Jetzt bewegt mich das Licht nicht mehr zu etwas, ich nutze es nicht als die entgegengesetzte Kraft, sondern als eine helfende Kraft, sie ist in meinen Händen.

Und hier befindet sich die gesamte Wissenschaft der Kabbala. Sie spricht darüber, wie wir von hier an und weiter unsere Verbindung auf solche Weise nutzen können, damit das Umgebende Licht sie fördert. Die am Anfang kleine Verbindung wird solange wachsen bis sie alle Menschen auf der Welt erreicht. Und dann werden wir auf diese Weise zurückgehen zur Unendlichkeit, um die Verbindung zu vervollständigen.  

Wenn wir aber nicht erfolgreich sind, wenn wir das nicht wünschen, wird uns das Umgebende Licht durch das unumstößliche Gesetz trotzdem korrigieren, weil wir die Endkorrektur in einer bestimmten Periode von 6000 Jahren erreichen müssen. Vieles ist inzwischen schon gemacht worden und für uns bleibt nur noch ein bisschen übrig.

Indem wir uns verbinden, müssen wir uns mithilfe des Umgebenden Lichtes in die Übereinstimmung mit der Eigenschaft des Inneren Lichtes bringen.

Das Innere Licht ist das Geben und die Liebe. Wir wissen nicht was das ist. Hier muss man verstehen, dass in jeder Welt ein besonderes “Netz” existiert, ein Modell, eine Schablone, nach der wir uns in einer Gruppe verbinden sollen: jedes Mal anders. In der Welt Assija verbinden wir uns, sagen wir, in Form einer Ellipse, in der Welt Yezira als Dreieck, in der Welt Brija in Form eines Quadrates, in der Welt Azilut in Form eines Kreises… Jedes Mal erhält die Verbindung zwischen uns, die Verbindung der Gruppe eine mehr und mehr qualitative Form.

 

 

Indem wir uns darum bemühen, fügen wir uns in eine Art “Muster” ein. Das ist nicht leicht, ungemütlich, unangenehm, aber wir haben keine andere Wahl, wir sind verpflichtet uns einander noch näher zu bringen. Jeder “stockt auf”, schränkt sich ein, jeder heftet sich mehr und mehr an die anderen an und so, peu à peu, erbauen wir eine qualitativ höhere Struktur der Einheit.

Das Umgebende Licht hilft uns dabei. Wenn wir uns bemühen, uns in das neue Format einzubringen, dann hilft es uns. Es hilft uns auch, wenn wir uns irren, es “drückt” ein bisschen auf uns, aber auf eine gute Weise, wie ein Schullehrer.

Wenn wir aber faulenzen, wird seine Wirkung negativ und sie bringt uns das Gegenteil von dem, was wir erreichen wollen. So lernen wir, ohne dass wir dabei eine Wahl haben, aus dem Negativen das Positive.

So oder so wird alles von dem Umgebenden Licht gemacht. Das Gebet zu erheben bedeutet, dass wir in Bezug auf das Umgebende Licht ein Verlangen enthüllen. Die Antwort auf das Gebet bedeutet, dass die Lichter zu uns kommen und uns nach vorne ziehen. In dieser Arbeit schreiten wir voran.

Das Wichtigste ist: sich jeden Augenblick daran zu erinnern und sich vorzustellen, dass wir eine neue Form der Verbindung annehmen sollen, jedes Mal eine neue Form aufbauen sollen. Dann werde ich selber formen, mich selber erschaffen, die Materie meiner Verlangen verlassen und darin die Materie sehen, wo ich der Schöpfer bin.

Das ist das Besondere in der Art und Weise dieser Methode, die Erbauung, die unvergleichbaren Genuss gibt, den Genuss von der Stufe des Schöpfers, der das Geschöpf formt. Das ist das Höhere Licht, NaRaNChaY, das kommt und uns füllt. Es gibt keinen größeren Genuss im ganzen Geschöpf als uns selbst als Schöpfer zu sehen. Einerseits bist du mit dem Material nicht nur von fern bekannt, andererseits annullierst du dich, trittst aus ihm heraus  und beginnst, daran von außen zu arbeiten, damit du diesen “Esel” in den “Stall”, in die richtige Form bekommst, ob als Ellipse, Dreieck, Quadrat oder Kreis Es ist verständlich, dass hier nicht die Rede von geometrischen Figuren ist, sondern von Eigenschaften: sie werden in uns geboren, wir gebären eine nach der anderen und spüren wie wir uns ändern…

Und wirklich, das ist eine besondere Arbeit, ein großes Geschenk vom Schöpfer, der uns erlaubt zu fühlen, wie es eigentlich ist Er zu sein. Und das alles ist uns auferlegt.  

Indem wir schließlich aus uns das Ebenbild des Schöpfers erschaffen, spüren und verstehen wir das gesamte Geschöpf und wir kommen zur Verschmelzung, die der Sinn der Endkorrektur und das Ziel des Geschöpfes ist.  

Indem wir beginnen an der Bürgschaft in der Gruppe zu arbeiten, begreifen wir diese Aufgabe und arbeiten die ganze Zeit in der Gegenwart des Umgebenden Lichtes in Ausrichtung auf das Innere Licht. Wir streben dazu, mithilfe des Umgebenden Lichtes dem Inneren Licht ähnlich zu werden.

Inzwischen verstehen wir noch besser, dass es niemanden gibt außer Ihm. Er wirkt in uns, Er ruft in uns alle Gedanken und Verlangen hervor, Er gibt uns alle Möglichkeiten durch die Umgebung, Er erweckt alles, außer einem Punkt: dem Punkt unserer freien Wahl.

So finde ich durch die Verbindung in der Gruppe meine neue Form. Er hat mich bis hierhin geformt und die Suche nach der nächsten Form ist „mein wahres Selbst“. Ich mache eine Analyse und befinde mich in der Entwicklung, auf der Suche nach meiner vollkommenen Form.

Das bedeutet das Prinzip “Es gibt niemanden außer Ihm”: wir handeln mithilfe des Umgebenden Lichtes, um zum Inneren Licht zu kommen.

 

Vom “Welt Sohar Kongress,” 2. Tag, Lektion 4, 2/6/14

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Die kochende Lava der Einheit

Zur  Vereinigung kann man nur durch eine Attacke kommen. Wir haben nämlich eine Kraft, die sich auf jede mögliche Weise der Vereinigung widersetzt. Aber in den Grenzen von dieser Welt hindert uns diese Kraft in nichts. Der Egoismus eines Menschen behindert ihn nicht in dieser Welt, sondern trägt allein zur Entwicklung bei.
Deshalb ist es nicht schlimm, dass es in uns den Egoismus gibt. Ganz im Gegenteil, wenn ein Kind nichts möchte, nicht danach strebt, die ganze Welt zu erobern, dann ist es unterentwickelt, und das ist alarmierend.
Je größer der Egoismus in einem Menschen dieser Welt ist, desto größer sind seine Möglichkeiten im Leben voranzukommen. Es ist aber notwendig, sein Ego in die richtige Richtung zu lenken, damit es nicht destruktiv wird und der Gesellschaft nicht schadet. Aber wenn er, dank dem Egoismus, eine große Arbeit leistet und viel erreicht, ist es zum Vorteil für ihn und für die Welt.
Genauer gesagt ist das nicht einmal „Egoismus“, sondern die Entwicklungskraft, die im Evolutionsprogramm, in der ganzen Natur, in jedem Menschen eingebettet ist. Der wahre Egoismus, von dem gesagt wird: „Ich erschuf den bösen Trieb und dazu die Tora als ein Mittel zu seiner Korrektur“, kommt erst dann zum Vorschein,  wenn wir nach Vereinigung streben. Innerhalb dieser Verbindung offenbaren wir die Kraft, die ihn hemmt.

Das Verlangen, uns zu vereinen ist unser Streben, das System der gemeinsamen Seele, das System vom ersten Menschen, Adam, der zerbrochen wurde, zu korrigieren. Es ist unsere Pflicht, dies zu korrigieren, denn der Schöpfer hat uns das Zerbrechen als einen Ort der Arbeit vorbereitet, damit wir alle zerbrochenen Teile verbinden können.
Indem wir versuchen, sie zu vereinen, enthüllen wir die Kraft, welche die Vereinigung verhindert. Genau diese Kraft ist der Egoismus. Gegen sie gibt es eine Kraft namens Tora, das Licht, welches zur Quelle zurückführt. Man muss wissen, wie man diesen bösen Anfang in sich aufdeckt, diese Schlange, die uns daran hindert, uns zu vereinigen.
Es ist notwendig, diese Kraft zu schätzen, die sich der Verbindung widersetzt und man darf sie auf keinen Fall zerstören. Wir müssen diese Kräfte von jedem einzelnen einsammeln und versuchen, sie zu überwinden. Dann werden wir herausfinden, dass wir sie aus eigener Kraft nicht zähmen können, weil dies eine vom Schöpfer geschaffene Kraft ist,  deswegen wird hier die Tora, das Licht der Korrektur benötigt.
Nur jene Menschen, die das Bedürfnis nach Einheit erkannt haben, benötigen die Tora und das Höhere Licht, welches uns zur Einheit und Korrektur führt.
Trotz der enormen Widerstandskraft des Egoismus vereint die Kraft der Tora unsere steinernen Herzen miteinander, wärmt sie auf, schmilzt sie und verwandelt sie in eine kochende Lava, in eine geeinte Kraft. Dann kommen wir zu einem spirituellen Gefäß (Kli) aus den zehn Sefirot, zum Parzuf, zum Teil von Adam HaRishon, welchen der Schöpfer erschuf und zerbrach.
So schreiten wir voran und alles beginnt mit unserem Wunsch nach Vereinigung. Du kannst nirgendwo sonst nach dem bösen Anfang suchen, sondern nur innerhalb der Vereinigung. In diesem Fall wird er sich offenbaren. Wir suchen nicht das Böse, sondern das Gute, die Verbindung, die Einheit, dann aber offenbaren wir das Böse.
Wir folgen immer der rechten Linie, und wenn sich in ihr die linke Linie offenbart, dann muss sie parallel zur Rechten existieren und ist für uns notwendig. Dann arbeiten wir an der mittleren Linie, um die linke und die rechte Linie als ein Ganzes richtig zu verwenden.

 

Aus der Lektion zum Thema „Attacke auf die Vereinigung“, 08.06.2018

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