Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Unabhängig von Wahlergebnissen kann Israel, wenn es sich vereinigt, sein Schicksal selbst bestimmen

Überall auf der Welt schauten die Menschen gespannt auf die Stimmenauszählung in Amerika. Wenn es um die Vereinigten Staaten geht, hat jeder Interesse. Auch in Israel ist die Gesellschaft hinsichtlich der Zustimmung zu den Kandidaten gespalten. Doch Israel ist anders als der Rest der Welt. Wenn es der israelischen Gesellschaft gelingt, sich über ihre inneren Gegensätze und Abneigungen hinweg zu vereinen, wird sie sich nicht entscheiden müssen, welcher Präsident besser für sie ist; alle, einschließlich der gegenwärtigen Feinde, werden Israel helfen wollen.

Statt in Übersee nach Erfüllung oder Enttäuschung zu suchen, sollten die Israelis sich gegenseitig anschauen und untereinander Frieden schließen. Nichts schadet Israel mehr als sein innerer Hass.

Es hat schon immer Konflikte und Meinungsverschiedenheiten unter Juden gegeben. Es liegt in der Natur rechthaberischer Menschen, starrsinnig zu sein. Das ist aber nicht das eigentliche Problem. Dieses beginnt erst, wenn wir denken, dass wir unsere Opponenten davon überzeugen müssen, dass wir Recht und sie Unrecht haben. Dies wird niemals eintreten; es liegt nicht in der Absicht, der Natur, dass dies geschieht.

Es war nicht beabsichtigt, das die Juden einander zustimmen sollten; sie sollten sich über ihre Uneinigkeiten erheben. Man könnte meinen, es sei nicht wichtig, dies zu tun, aber die Unfähigkeit, Hass und Streitigkeiten zu überwinden, ist das Problem Nummer eins in der Welt. Heutzutage werden alle zunehmend rechthaberisch und intolerant gegenüber anderen Ansichten. Weil jeder glaubt im Recht zu sein, beginnt man einander zu hassen und will sich gegenseitig auslöschen. Findet sich jedoch kein Weg, gesellschaftlichen Zusammenhalt aufrechtzuerhalten, wird die Spannung bis zum Reißen zunehmen und das Chaos die Oberhand gewinnen.

Die alten Hebräer waren die Einzigen, die einen solchen Weg gefunden hatten. Sie entdeckten, dass Uneinigkeiten sie bereichern, ihr Denken schärfen und ihre Ideen verfeinern, sofern sie ihre Liebe füreinander mehr steigern als die Distanz, die durch die Uneinigkeiten entsteht. Eigentlich lernten sie, dass der Zweck der Auseinandersetzungen und ihr wahrer Nutzen nicht das Glätten von Ansichten, sondern die Zunahme von Liebe und Einheit war. Die Uneinigkeiten waren lediglich der Anstoß, der das israelische Volk dazu brachte, ihren Zusammenhalt zu vertiefen und ihre Bindungen zu stärken. Deshalb heißt es im Buch Zohar (BeShalach): „Alle Kriege in der Thora sind Frieden und Liebe“.

Ohne Uneinigkeiten würden wir einander gleichgültig werden. Die Streitigkeiten veranlassen uns, aufeinander achtzugeben, und der Zorn bereitet uns Unbehagen. Wenn wir ihm erliegen, enden wir im Hass. Wenn wir jedoch danach streben, einander wie Geschwister zu lieben, die einander auch dann lieben, wenn sie sich nicht einig sind, dann nimmt die Liebe zwischen uns nach jedem Streit zu, denn die Intensität des Streits zwingt uns, es mit Liebe zu verbinden, um die Gemeinschaft nicht aufzulösen.

Gegenwärtig ist Israel sehr stark gespalten. Das ist genau jener Punkt, an dem wir unsere Liebe zueinander verstärken müssen, um sie mit unserer gegenseitigen Abneigung in Einklang zu bringen. Andernfalls werden wir in einem Bürgerkrieg enden, und das Land wird zerfallen. Wenn wir jedoch unsere Einheit und Fürsorge füreinander über die Stufe des Hasses, die sich jedes Mal offenbart, hinaus verstärken, wird die ganze Welt sehen, dass dies möglich ist, und wird von unserem Beispiel lernen wollen. Die Fähigkeit, sich über Konflikte erheben zu können, ist die Eigenschaft, die jeder braucht und niemand hat. Wenn es uns gelingt, zu zeigen, wie wir dies tun können, werden alle dankbar sein, auch unsere Feinde. Deshalb ist Israel das einzige Land, dessen Schicksal allein von seinem Volk und nicht von äußeren Kräften abhängt.

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