Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Was für einen amerikanischen Präsidenten verdient Israel?

Wir Israelis wollen immer, dass der Präsident von Amerika pro Israel ist, und das aus gutem Grund. Die USA haben Israel jahrzehntelang auf vielfältige Weise unterstützt – finanziell, auf internationaler Ebene und mit militärischer Hilfe. Diese Unterstützung hatte ihren Preis, und die USA hatten immer zumindest ein gewisses Maß an Kontrolle über die israelische Außenpolitik, aber es steht außer Frage, dass Amerikas Unterstützung Israels, uns sehr viel Gutes gebracht hat.

Bald wird Amerika darüber abstimmen, wer für die nächsten vier Jahre sein Präsident sein wird. Ich denke, dies ist ein guter Zeitpunkt für uns, darüber nachzudenken, was uns wichtig ist. Was geben wir der Welt? Warum wurde der Staat Israel gegründet? Ist er nur dazu da, um nach dem Holocaust als sicherer Hafen zu dienen? Vielleicht bedauern auch die Nationen das Votum vom 29. November 1947?

Um die Unterstützung des amerikanischen Präsidenten und auch jedes anderen Landes zu verdienen, muss das israelische Volk seinem Namen alle Ehre machen. Wir wollen vielleicht wie alle anderen Nationen sein, aber es ist unmöglich. Wir stammen nicht aus einem einzigen Clan oder Stamm; wir haben keine biologische oder familiäre Zugehörigkeit. Im Gegenteil, unsere Vorfahren stammten aus Sippen und Stämmen aus dem ganzen fruchtbaren Halbmond, die einander oft feindlich gesinnt waren. Diese Flüchtlinge aus ihren eigenen Nationen wurden zu einer getrennten Nation, da sie dieselbe Ideologie, dieselbe spirituelle Idee hatten, dass Einheit und Liebe zu anderen alle anderen Werte überwinden müssen. Aus diesem Grund begannen wir unser offizielles Nationalleben erst, nachdem wir uns darauf geeinigt hatten, uns „wie ein Mann mit einem Herzen“ zu vereinen.

Wir kämpften mit unserer Verpflichtung zur Einheit während all unserer Jahre in der Wüste, und wir erreichten die Souveränität erst, nachdem wir die Einheit erreicht hatten. Als sich unsere Einheit auflöste, wurden wir nach Babylon verbannt. Als wir unter der Zerstörungsdrohung Hamans wiedervereinigt wurden, wurde uns Israel wiedergegeben. Doch dann begannen wir einander so sehr zu hassen, dass wir uns gegenseitig abschlachteten und verhungerten, während die römische Legion die Mauern Jerusalems belagerte, und das machte uns unwürdig, ein eigenes Land zu haben, und wir wurden bis heute ins Exil verbannt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde uns eine weitere Chance auf Souveränität gegeben. Aber wenn wir uns der Herausforderung nicht stellen, werden die Nationen uns nicht unterstützen. Wenn wir keinen Weg finden, wieder „wie ein Mann mit einem Herzen“ zu sein und der Welt ein Beispiel der Einheit zu geben, werden die Nationen keinen Sinn darin sehen, dass wir hier sind.

Wenn heute noch einmal über die Gründung des Staates Israel abgestimmt würde, glaubt jemand, dass wir die erforderlichen zwei Drittel der Stimmen erhalten würden? Ungeachtet unserer Außenpolitik werden uns die Nationen verurteilen, solange wir ein Beispiel für Kriegslust und innere Spaltung sind. Die Welt blickt mit Bestürzung und oft mit Abscheu auf Israel, nicht wegen unseres militärischen Verhaltens, sondern wegen unseres Umgangs miteinander. Wenn wir uns so verhalten, wie Israel sich verhalten sollte, indem wir die Einheit zu unserem obersten Wert machen, dann wird derjenige, der am 3. November gewählt wird, ein Israel wohlwollender Präsident sein, wie alle anderen Nationen auch.

Man sagt, dass Juden klug sind. Ich hoffe, dass wir klug genug sind, aus unseren Fehlern der Vergangenheit zu lernen, damit wir nicht noch eine weitere Katastrophe in der trauernden Chronik unserer Nation erleben müssen.

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