Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Jerusalem das Herz der Welt

Die Entschlossenheit und Hartnäckigkeit, mit der sich die Pandemie weiter global ausbreitet, hat zu einer Taubheit geführt und uns einschläfern lassen. Eine allgemeine Müdigkeit hat sich über die ganze Menschheit ausgebreitet, so dass der Drang, eine Quelle der Zufriedenheit zu finden, nur natürlich ist. Kürzlich kam ein Lied in der Sprache der Zulu mit einer Botschaft der Hoffnung – Jerusalema – hinzu, die sich in einen kollektiven Tanz verwandelte, der die Welt im Sturm erobert hat. Seine Ausbreitung zeigt, wie sehr die Menschen bestrebt sind, sich zu verbinden. Nun stellt sich die Frage, wie dieses Gefühl der Verbundenheit auf eine höhere Ebene der Einheit gehoben werden kann, eine Ebene, die über unsere physischen Handlungen und die Entfernungen zwischen uns hinausgeht, um dauerhafte Freude zu bereiten.

Einige meiner Schülerinnen und Schüler fragten mich nach der Weltsensation „Jerusalema“ und erklärten, dass das südafrikanische Thema zu einer Lockdown-Hymne wurde, als sich während der Covid-19-Einschränkungen Gruppentänze in allen Teilen des Planeten ausbreiteten, um den Geist zu erheben. Meine Antwort war, dass Tanzen, insbesondere in der Gruppe, eine positive Aktivität ist, da es ein Gefühl der Zusammengehörigkeit vermittelt. Gleichzeitig wird der Zustand der Verzweiflung der Menschheit noch immer darauf warten, wieder aufzutauchen, sobald die ansteckenden Beats abklingen und jeder an seinen Platz zurückkehrt und sich Sorgen über die ungewisse Zukunft macht.

Mit anderen Worten, eine Gruppenaktivität zur Unterhaltung wird als eine Art Therapie und Flucht vor der Realität dienen, aber sie wird es uns nicht erlauben, unsere Augen wie verängstigte Kinder zu schließen, ohne unseren Geist mit sinnvollen Fragen darüber zu schärfen, was uns der winzige Virus zu lehren versucht. Die Pandemie erfordert eine tiefere Untersuchung des Zustands der Welt, dessen, was wir bisher falsch aufgebaut haben, und dessen, was zum Wohle der Menschheit umgedreht werden muss – dass der Virus die Notwendigkeit einer Verbindung zwischen uns auf dem Weg zum Ziel eines besseren Lebens schürt.

Interessanterweise lässt sich das Thema des Liedes, Jerusalema als Heimat, als ein besonderer Ort im Leben, mit einer tiefgründigen Perspektive aus der Weisheit der Kabbala erklären. In Ari’s Buch „Der Baum des Lebens“ steht geschrieben, dass ein Mensch, wenn er die Offenbarung der höheren Kraft durch die richtige Haltung der Liebe und Selbsthingabe gegenüber anderen erreicht. Dabei entdeckt der Mensch eine besondere Qualität namens „Jerusalem“, die sich nicht auf einen physischen Ort, sondern auf einen Zustand vollkommener Einheit bezieht.

Daher ist das heutige Jerusalem, das für die drei großen Weltreligionen eine heilige Stadt ist, nicht das wirkliche Jerusalem, über das Propheten und Weisen geschrieben haben. Jerusalem (Jeruschalajim) repräsentiert die „vollkommene Stadt“ (Ira Shlemah), in der wir alle Perfektion in den Beziehungen zwischen uns erreichen und uns gegenseitig ergänzen. Wir entdecken einen neuen Sinn in unserem Leben, wenn wir uns in unseren Gedanken und Gefühlen der gegenseitigen Fürsorge und des Mitgefühls einander näher kommen. Wir richten uns auf die perfekte globale Vernetzung und Gegenseitigkeit aus, die in der Natur existiert.

Jerusalem ist das Herz, das Zentrum der Welt, das Epizentrum aller Wünsche und Sehnsüchte, ein Zustand, in dem alles auf gegenseitiger Liebe füreinander beruht. Wenn wir einen solchen Zustand durch die Verbindung unserer Herzen erreichen, werden wir nicht nur neue Empfindungen des Lebensunterhalts, der Lebensfreude und Energie aktivieren, sondern auch grenzenlose und ewige Freude erlangen.


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