Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Einige Menschenleben sind in unserer egoistischen Welt mehr wert

Covid-19 hat in Brasilien fast 350.000 Todesopfer gefordert, die Impfungen laufen erbärmlich schleppend, und jeden Tag kommen Tausende Opfer hinzu. Die europäischen Länder haben in der Zwischenzeit Zugang zu Impfstoffen, und ihre täglichen Fallzahlen liegen im unteren dreistelligen Bereich. Die Tragödie in Brasilien erhält jedoch kaum oder gar keine mediale Aufmerksamkeit, während der Kampf in Europa, der ohne bürokratische Inkompetenz noch erfolgreicher hätte sein können, im Mittelpunkt steht. Sind brasilianische Leben weniger wert?

Nach der Medienberichterstattung zu urteilen, ist die Antwort klar. Doch in Wahrheit ist die Antwort noch schlimmer als „Ja, sie sind weniger wert“. Die ungleiche Aufmerksamkeit, die die Tragödie in Brasilien und in einigen anderen Ländern Südamerikas auf sich zieht, zeigt, welchen Grad der Selbstverliebtheit wir erreicht haben. Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem es unmöglich ist, die Frage nach dem Wert des Lebens zu beantworten, weil sich niemand mehr Gedanken darüber macht. Das Leben, so scheint es, ist es nicht mehr wert, diskussionswürdig zu sein, sondern nur noch bewertet und vermarktet zu werden.

Das ist natürlich keine Neuigkeit, aber wenn es so offensichtlich wird, ist es dennoch erwähnenswert, und sei es nur, um uns an die Natur unseres Seins zu erinnern. Wir sehen, dass die Menschen bis ins Mark egoistisch sind.  

Stellen wir uns eine Frage: Wenn wir tun könnten, was immer wir wollten, wann immer wir wollten, und niemand, absolut niemand, würde davon erfahren, mit dem Finger auf uns zeigen, uns bestrafen oder uns in irgendeiner Weise Vorwürfe machen, wie sähe unsere Welt dann aus? Wie würden wir uns verhalten, wenn das der Fall wäre? Wie Sie sich sicher vorstellen können, müssen wir noch viel mehr über unsere Natur lernen, als bisher bekannt ist.                                         

Vielleicht wäre es klüger, sich vorzustellen, was wir tun würden, wenn wir es könnten, anstatt darauf zu warten, dass es sich manifestiert, denn wir sehen, dass sich allmählich das, was wir uns nicht vorstellen, in der Realität materialisiert.

Wenn ich der Menschheit das beste Geschenk machen könnte, würde ich jeden dazu bringen, die wahre menschliche Natur so schnell und so gefahrlos wie möglich zu erkennen. Das würde uns dazu bringen, aufrichtig nach einer Korrektur unserer Natur zu suchen, anstatt behelfsmäßige Korrekturen anzuwenden, die das Übel noch mehr anschwellen lassen, bis es schmerzhaft explodiert. Doch die Pandemie wird nicht nachlassen. Wie ich schon unzählige Male erklärt habe, befinden wir uns jetzt in einer anderen Zeit, in der die Verbindungen zwischen uns eine umfassende Lösung darstellen. Wir werden nicht von dem Virus geheilt werden, in der einen oder anderen Mutation, bis wir unseren Egoismus geheilt haben. Bis dahin wird jeder Aufschub von seiner Peitsche nur von kurzer Dauer sein, und jeder Schlag, der folgen wird, wird schmerzhafter sein als der erstere.

[Arbeiter tragen Särge zum Beladen eines Bestattungswagens in einer Sargfabrik, inmitten des Ausbruchs der Coronavirus-Krankheit (COVID-19), in der Stadt Nova Iguacu, Bundesstaat Rio de Janeiro, Brasilien 9. April 2021. REUTERS/Pilar Olivares]

#Brasilien #Covid19 #Gleichheit

 


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