Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Die Geburt einer neuen Welt

Die Geburt einer neuen Welt

Die neue positive Realität, die wir nach der Coronavirus-Krise erwarten können

Foto: Ein Trader arbeitet maskiert an der New Yorker Börse (NYSE), während das Gebäude wegen des Ausbruchs der Coronavirus-Krankheit (COVID-19) in New York (USA) am 20. März 2020 auf unbestimmte Zeit geschlossen werden soll. REUTERS/Lucas Jackson/Akte Foto

 

Unsicherheit, Angst und Schrecken sind die Verursacher für eine massive Ansteckung, wenn die Menschen mit einer plötzlichen und drastischen Veränderung, wie wir sie jetzt bei der Coronavirus-Pandemie erleben, konfrontiert werden, aber der Ausbruch ist eigentlich der Auftakt zu einer tiefgreifenden positiven Veränderung. Das Wort „mashber“ (Krise) bedeutet im Hebräischen „der Geburtsort“. Dieser aktuelle Zusammenbruch signalisiert tatsächlich den Beginn von etwas Neuem.

In ähnlicher Weise war in den Werken von Hippokrates der Begriff „Krise“ auf das Ende einer Krankheit bezogen. Um einen Neuanfang erreichen zu können, müssen wir allerdings eine Zeit des Umbruchs überwinden, die schmerzhaft und dramatisch sein kann, wie bei den Wehen. Die Welt ist mit der Bewältigung starker Kontraktionen konfrontiert, die durch COVID-19 in allen möglichen Bereichen der menschlichen Gesellschaft ausgelöst werden, weil der Planet die Einstellung des Menschen zur Natur nicht mehr ertragen kann.

„Die Krise hilft uns, jene Stufe des Bewusstseins zu erreichen, in der wir damit beginnen, uns als Teile eines einzigen Systems, eines Mechanismus zu fühlen. Nur gemeinsam können wir in der kreisförmigen Struktur, in der wir existieren, eine neue Realität, einen höheren, positiven Grad an Menschlichkeit hervorbringen.“

Der Zweck der Schöpfung

Der Schöpfungsplan liegt in der Erhebung der Menschheit auf eine neue Stufe der Existenz. Deshalb sind die Schläge, welche die Menschheit zurzeit treffen, in der Tat gewaltige Kräfte der Natur, die sich selbst schützen und heilen und uns zeigen will, was wir falsch machen: Wir kümmern uns auf Kosten anderer nur um uns selbst – ein fehlgeleitetes menschliches Ego. Diese Botschaft werden wir aber erst dann verstehen, wenn wir versuchen, ein integraler Teil des Natur Systems – zu dem wir alle gehören –  zu sein, anstatt es zu missbrauchen und zu sabotieren.

Was wir jetzt als eine unerträgliche Situation wahrnehmen, ist in Wirklichkeit eine Anhäufung und Intensivierung zahlreicher Krisen auf verschiedenen Ebenen, die wir seit langer Zeit nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell angehäuft haben – zwischen Paaren, Familien und Menschen, in jedem Aspekt unseres Lebens. Die Epidemie ist nicht zufällig entstanden, sie dient einem Zweck: unsere Abtrennung und unausgewogenen Beziehungen, die der Natur schaden, zu heilen.

Unsere Prioritäten überdenken

Wir haben unsere Welt so aufgebaut, dass wir zu modernen Sklaven geworden sind, die täglich 12 Stunden arbeiten und hin und her pendeln. Kinder verbringen kaum Zeit mit ihren Eltern. Die Regierungen haben Geld gedruckt und Schulden gemacht und die Gesellschaft hat einen Haufen unnötiger Produkte geschaffen. Das Auftauchen des Virus hat uns dazu gezwungen, zu hinterfragen, was wir in dieser Welt haben, und über die Frage reflektieren: Wofür leben wir? Um Geld zu machen? Oder um Kinder zu haben und zu sterben? Wir müssen einen Prozess der Analyse durchlaufen, um Antworten zu finden.

Es wäre naiv zu glauben, dass der Übergang in eine neue Realität leicht und einfach sein würde, aber der Übergang muss stattfinden. Tausende Leben gehen verloren, bis die Weltwirtschaft möglicherweise dem Untergang geweiht ist. Daher ist es unter diesen Umständen schwer, Licht am Horizont zu sehen. Schon vor tausenden von Jahren bezeichnete die Weisheit der Kabbala diese Epoche als eine besondere Zeit. Eine Zeit, in der sich wichtige Veränderungen offenbaren würden, nachdem wir unsere egoistische Entwicklung überwunden hätten. Eine Zeit, die uns letztlich zu einer beachtlichen Erneuerung führt. Schon der Kabbalist Yehuda Ashlag (Baal HaSulam) schrieb: „Der Verstand sieht, was er durchgemacht hat, und korrigiert sein künftiges Verhalten“. (aus „Die Schriften der letzten Generation“)

Wie wird die aktuelle Krise ausgehen? Ich hoffe, dass wir klüger werden, da wir klarer sehen werden, was im Leben wirklich zählt. Weiters hoffe ich, dass wir eine neue und ausgewogene Welt schaffen werden, in der wir keine Erfüllung darin sehen, andere zum persönlichen Vorteil auszunutzen und die Umwelt zu schädigen, weil wir uns bewusst sind, dass dies letztendlich negative Folgen für alle haben wird. Diese positive Veränderung wird einen schrittweisen Prozess der Anpassung an diese neue Realität erfordern, und sie wird von jedem von uns verlangen, dass wir uns aktiv am Aufbau einer Gesellschaft beteiligen, die vollständig miteinander verbunden ist. Wie? Indem wir die Eigenschaften der Natur, wo alles ineinander in Ausgeglichenheit und wechselseitiger Beziehung verflochten ist und in der alle Teile ihre Nährstoffe und Informationen austauschen, die für das Wohlergehen des gesamten Systems erforderlich sind, studieren und nachahmen.

Die Krise hilft uns, diese Stufe des Bewusstseins zu erreichen – wo wir anfangen, uns als Teile eines einzigen Systems, eines Mechanismus zu empfinden. Nur gemeinsam können wir in der kreisförmigen Struktur, in der wir existieren, eine neue Realität, einen höheren, positiven Grad an Menschlichkeit hervorbringen.

Michael Laitman

Veröffentlicht am 23.03.2020 in Thrive Global

 

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