Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Die Entschlüsselung des Buches Jona, des Propheten der Erlösung

Der Tag der Buße, Jom Kippur, gilt als der höchste Feiertag im jüdischen Kalender, aber wissen wir, warum? Die Antwort findet sich im Buch des Propheten Jona. Seine Lektüre als wesentlicher Teil des Gebets an diesem besonderen Tag soll den Code für die Rettung der Menschheit entschlüsseln und dadurch uns selbst – das jüdische Volk – retten.

Jonas Geschichte spricht von einem Propheten, der zunächst versuchte, seiner Mission auszuweichen, aber schließlich Buße tat. Seine Mission war es, die Stadt Ninive, deren Einwohner nicht jüdisch waren, zu retten. Angesichts des heutigen prekären Zustands der Welt sollten wir uns diese Geschichte und ihre Bedeutung für jeden Menschen auf der Erde, insbesondere für uns Juden, und unsere Rolle für die gesamte Menschheit genauer ansehen.

In der Geschichte befiehlt Gott Jona, den Menschen von Ninive, die sehr gemein zueinander wurden, zu sagen, dass sie ihre Beziehungen korrigieren sollen, wenn sie überleben wollen. Jona schied jedoch aus seiner Rolle aus und fuhr mit dem Schiff aufs Meer, um Gottes Befehl zu entkommen, was das Meer zum Tosen brachte und das Schiff fast versenkte. Auf dem Höhepunkt des Sturms schlief Jona ein, entfernte sich von dem Tumult und überließ die Seeleute sich selbst. Nach und nach begannen sie zu vermuten, dass jemand unter ihnen die Ursache des Sturms war, und das Los fiel auf Jona, den einzigen Juden an Bord.

Die heutige Welt ähnelt Jonas‘ Schiff. Das Meer wütet um uns herum, und die Seeleute, die die ganze Menschheit sind, geben dem Juden an Bord die Schuld für all ihre Probleme. Wie es geschrieben steht: „Kein Unglück kommt über die Welt, außer für Israel“ (Yevamot 63,) und wie der Kabbalist Yehuda Ashlag (Baal HaSulam) schreibt, „verursachen sie Armut, Ruin, Raub, Töten und Zerstörung in der ganzen Welt“ (Einführung zum Buch Sohar).

Ein Licht für die Welt

Wir können weiser als Jona sein und die Schläge vermeiden, die uns mobilisieren könnten, und uns bereitwillig vereinen, um all unsere Notlagen zu neutralisieren. In dem Buch sagt Jona den Matrosen, sie sollen ihn über Bord werfen, denn nur so kann die See beruhigt werden. Widerwillig gehorchen die Matrosen, und der Sturm beruhigt sich. Ein Wal verschluckt Jona, und drei Tage und drei Nächte lang bleibt er in seinem Bauch, um seine Handlungen und Entscheidungen zu überprüfen. Er bettelt um sein Leben und gelobt, seine Mission zu erfüllen.

Wie Jona trägt jeder von uns etwas in sich, das die Welt in Aufruhr versetzt. Wir, das Volk Israel, tragen eine Methode in uns, Frieden durch Verbindung zu erreichen. Die Einheit ist die eigentliche Wurzel unseres Seins. Sie ist es, die uns zu einem Volk macht, denn wir wurden erst zu einer Nation erklärt, nachdem wir uns verpflichtet hatten, „wie ein Mann mit einem Herzen“ zu sein, als wir vor dem Berg Sinai standen und danach strebten, unseren Nächsten wie uns selbst zu lieben. Heute müssen wir dieses Band wieder neu knüpfen, denn wohin wir auch gehen, diese ungenutzte Kraft destabilisiert die Welt um uns herum, um uns zu zwingen, uns zu vereinen und die Pforte der Güte und Ruhe zu öffnen.

So wie die gegenwärtige Trennung unter uns die Trennung auf die gesamte Menschheit projiziert, so wird die Einheit zwischen uns auch auf die übrigen Nationen ausstrahlen und sie zur Vereinigung inspirieren. Sie wird die Menschheit mit der Kraft ausstatten, die erforderlich ist, um eine weltweite Verbindung zu erreichen. Das ist die Bedeutung von „Licht für die Nationen“. Es stellt sich also nur die Frage, ob wir unserer Verantwortung gerecht werden oder lieber über Bord geworfen werden wollen, nur um uns anschließend bereit zu erklären, unsere Aufgabe zu erfüllen.

Wenn wir unsere Schwierigkeiten beenden, uns vom Antisemitismus befreien und ein sicheres und glückliches Leben führen wollen, müssen wir uns vereinen und damit ein Beispiel für die Einheit aller Nationen geben. Auf diese Weise werden wir Frieden und Ruhe in die Welt bringen. Andernfalls wird der Hass der Nationen gegen uns weiter wachsen. Deshalb muss das Volk Israel zu einem Vorbild für die Welt werden. Rav Kook, der erste Großrabbiner Israels, erklärte dies in seinem Buch Orot Kodesh (Heilige Lichter): „Da wir durch unbegründeten Hass ruiniert wurden und die Welt mit uns ruiniert wurde, werden wir durch unbegründete Liebe wieder aufgebaut werden, und die Welt wird mit uns wieder aufgebaut werden“.

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