Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Jobsharing ist eine großartige Idee (in der Theorie)

Jobsharing ist seit Jahrzehnten ein bekanntes Arbeitsmodell. Das Teilen eines Arbeitsplatzes auf zwei oder mehr Personen wurde durch das Coronavirus und das Schwinden der Arbeitsplätze noch beliebter. Es gibt die Möglichkeit auf der einen Seite das Einkommen zu sichern und auf der anderen Seite andere Lebensbereiche wie Familie und Freizeit zu erhalten. Große Unternehmen wie Qualcomm und sogar das U.S. Federal Government nutzen dieses Modell.

Für den ein oder anderen mag es sogar, für eine gewisse Zeit, bequem sein. Jobsharing wird sogar als Lösung, für die schwindenden Arbeitsplätze in der Corona-Pandemie, angepriesen. Allerdings halte ich es, für die Beschäftigung der Massen, für untauglich. Ich glaube nicht, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber mit den Ergebnissen dieses Experiments zufrieden sein werden, wenn es in diesem Ausmaß eingesetzt wird. Das hat auch einen guten Grund.

Zwischen Unternehmen und erfolgreichen Jobsharing steht die menschliche Natur als Barriere. Unsere grundlegenden Instinkte der Konkurrenz und besonders des Neides wird jeden Versuch von Jobsharing in diesem Ausmaß zerstören. Seinen Erfolg setzt die Fähigkeit der Menschen sich gegenseitig zu ergänzen, die Stärken des anderen zu Nutzen und die Schwächen auszugleichen, voraus. Ich kann mir nicht vorstellen, wie Menschen, die sich von Natur aus feindlich gesinnt sind, das ohne einen umfassenden und tiefgründigen Bildungsprozess schaffen können.

So wie Kinder nicht teilen können, sind auch Erwachsene dazu nicht in der Lage. Der einzige Unterschied ist, dass Erwachsene es hinter falschem Lächeln und vorgetäuschter Freundlichkeit verstecken. Aber wenn man sie in eine Situation bringt etwas von sich selbst aufzugeben, entdeckt man sofort den Wahrheitsgehalt ihrer “Freundlichkeit”.

Das Coronavirus bringt uns dazu alles zu überdenken, auch unsere Art zu arbeiten. Das ist sehr gut, weil sie seit Jahrhunderten Gift für unsere Gesellschaft ist. Um jedoch erfolgreiche Methoden zu entwickeln, müssen wir zuerst verstehen welche Veränderung die Pandemie ausgelöste. Covid-19 ist nicht einfach ein Virus, das mit einem Impfstoff verschwindet. Es ist der Beginn einer neuen Ära, einer Ära in der die Menschen aufeinander angewiesen sind und deshalb miteinander kommunizieren und sich verbinden müssen.

Doch Verbindung auf einem so tiefgreifenden Niveau wie dem Jobsharing einzusetzen, ist ein bisschen wie der Versuch, im kommunistischen Russland alle Menschen gleich zu machen, ohne sie über den Wert der Gleichheit aufzuklären und darüber, warum diese Werte edel sind (wenn man an sie glaubt). Damit war das ganze kommunistische Experiment zum Scheitern verurteilt, bevor es überhaupt begann.

Worauf wir uns jetzt konzentrieren müssen, ist Bildung, nicht Beschäftigung: Bildung über die Welt, in der wir leben, unsere gegenseitige Abhängigkeit und Verantwortung, die überall existiert, ob wir sie mögen oder nicht. Wir müssen Solidarität und gegenseitige Fürsorge in unseren Gemeinschaften entwickeln und von dort aus wachsen. Verschiebungen wie Jobsharing müssen auf natürliche Weise entstehen, als Ergebnis des Wunsches der Menschen, einander zu helfen, und nicht als etwas, das von Arbeitgebern, dem Staat oder sogar den Umständen erzwungen wird. Diese Gründe werden die Motivation der Menschen nicht lange aufrechterhalten.

Die Arbeitslosigkeit ist ein großes Problem. Und die Regierungen müssen es durch Leistungen lösen, die sie den Menschen gewähren, damit sie sich einen angemessenen Lebensstandard sichern können. Diese Leistungen sollten an die Teilnahme an Kursen oder Schulungen gebunden sein, die über die eben erwähnte gegenseitige Abhängigkeit informieren. Auf diese Weise werden die Menschen verstehen, warum wir uns verbinden und unsere sozialen Beziehungen verbessern müssen und wie wir das erreichen können. Wenn die Menschen das verstehen, dann arbeiten sie viel besser zusammen und die Gesellschaft kann gelassen und stabil sein. Aus diesem Grund denke ich, dass Regierungen und Arbeitgeber, die ihren Ländern helfen wollen, sich nur auf zwei Dinge konzentrieren sollten: die Bereitstellung von Lebensnotwendigen und die Aufklärung über die gegenseitige Abhängigkeit und die Entwicklung der gesellschaftlichen Solidarität.


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