Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Israel – ein Land in Lähmung

Zum vierten Mal in zwei Jahren geht Israel zu den Wahlurnen. Das Land befindet sich in einem noch nie dagewesenen Zustand politischer Lähmung und es scheint, als ob unabhängig von den Wahlergebnissen und egal welche Regierung danach gebildet wird, es nicht funktionieren wird. Unterschriebene Vereinbarungen werden nicht eingehalten, Allianzen bedeuten nichts, und das Land befindet sich in einer Sackgasse.

So muss es jedoch nicht sein; wir haben uns das selber zuzuschreiben. Wir, das Volk Israel, müssen wie Brüder zueinander sein, so wie es geschrieben steht: „Alle in Israel sind Freunde“, und solange das nicht geschieht, sind wir keine Nation, und haben weder ein Land noch eine Gesellschaft.

Im Moment benehmen wir uns wie lärmende Rabauken, die in ihr Zimmer geschickt wurden, weil sie sich schlecht benommen haben. Wir leben aber alle in einem Zimmer, also setzen wir das widerspenstige Verhalten fort, während wir „eingesperrt“ sind. Wenn wir so weitermachen, werden wir das Land wirklich verlieren.

Das Problem ist, dass wir nicht verstehen, dass das Motto „Alle Israeliten sind Freunde“ nicht irgendeine abgehobene Idee ist, die von einem alten Weisen vor etwa 3.000 Jahren erdacht wurde. Es ist ein Ziel, das wir in jedem Moment, in dem wir hier sind, anstreben müssen, weil dies unsere Berufung als Nation ist. Unsere Brüderlichkeit dient nicht unserem Selbstzweck; sie soll ein Beispiel für Einigkeit sein, die über Hass und Streit steht. Der antike Bund, den das Volk Israel erreichte, war einzigartig. Es war kein Bund unter Angehörigen oder anderweitig verwandten Menschen, sondern einer, der unter Menschen erreicht wurde, deren Vorfahren aus unzähligen Stämmen und Sippen stammten, die oftmals eingeschworene Feinde waren. Deshalb sagte König Salomo (Spr 10:12): „Hass schürt Streit, und Liebe wird alle Verbrechen [des Hasses] bedecken.“ Nur wenn wir uns auf diese Weise verhalten, werden wir als „das Volk Israel“ angesehen, und nur dann verdienen wir es, im Land Israel zu leben.

Im Moment läuft das Land quasi von alleine, aber das ist nicht die richtige Art, die Dinge zu lenken. Wären wir vereint, so wie wir es sein sollten – über unseren Hass hinaus – würden wir das Land nicht von Politikern, sondern von Fachleuten leiten lassen. Pädagogen sollten das Bildungsministerium leiten, Ärzte sollten das Gesundheitsministerium leiten, und dasselbe gilt für Handel und Industrie, Kultur und so weiter.

Das Land sollte von Fachleuten geleitet werden und nicht von Politikern, die nur die Förderung ihrer eigenen Karrieren im Auge haben. Solange es Geld zu verschwenden gibt, werden wir weiter zur Wahl gehen. Und um unserer selbst willen hoffe ich, dass wir eher früher als später lernen, was wir tun müssen.

#israel #Wahl #Politik

Mitarbeiter, die Masken tragen, justieren Kisten während einer Demonstration für die Medien, die die Vorbereitungen vor der bevorstehenden Wahl in Israel inmitten der Krise der Coronavirus-Krankheit (COVID-19) zeigt, im Logistikzentrum des Zentralen Wahlausschusses in Shoham, Israel, 23. Februar 2021. REUTERS/Ammar Awad]


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