Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Körper und Seele'

Wofür braucht man den Verstand?

Alles, was mich vom Schöpfer entfernt wird „das Böse“ genannt. Wo stelle ich fest, dass dies das Böse ist: im Herz oder im Verstand?

Warum gab uns der Schöpfer den Verstand, welcher oberhalb der tierischen Stufe liegt, wenn dieser anulliert werden muss, indem wir im Glauben über dem Verstand arbeiten?

Der Schöpfer hat den menschlichen Verstand geschaffen, damit wir gegen unseren tierischen Verstand arbeiten können. Andernfalls werden wir überhaupt nicht zwischen dem Bitteren und dem Süßen unterscheiden können. Wir ersetzen unseren Verstand durch den Verstand des Höheren. Wir sollten mit irgendetwas anfangen, daher gibt uns der Schöpfer den tierischen Verstand. 

Auf diese Weise schafft der Schöpfer das Verlangen zu genießen. Wir empfinden so zuerst das Empfangen als süß und das Geben als bitter. Man könnte fragen, warum der Schöpfer seine Schöpfung ursprünglich so geschaffen hat, dass sie Ihm entgegengesetzt ist? Dies bezieht sich schon auf die Frage: Warum hat Er Seine Schöpfung zerbrochen? Und die Antwort ist:  der Vorteil des Lichtes wird aus der Dunkelheit verstanden. 

Aus dem Gespräch in Island, 23.05.2018

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Gebote und Handlungen

„Gebote sind uns für nichts anderes gegeben worden als die Schöpfung zu vereinen.“ Handlungen sind nur Vorbereitungen auf das Erreichen des Ziels.
Und wenn das so ist, versteht es sich von selbst, dass, wenn die Handlungen nicht darauf abzielen, das gewünschte Ziel zu erreichen, dies gleichbedeutend damit ist, dass man nichts getan hat. (Baal HaSulam: „Die Wissenschaft der Kabbala und ihr Wesen“)

An sich drücken körperliche Handlungen nichts aus. Natürlich kann ein Mensch sie ausführen, aber aus welchen Motiven heraus? Vielleicht weiß er es selber nicht. Was passiert als nächstes? Was erreichen wir durch diese Handlungen? Das Wichtigste dabei wird Absicht genannt.

Frage: Das Buch Sohar sagt:“ Ein Gebot ohne Absicht ist wie ein Körper ohne Seele“ Was bedeutet das?

Antwort: Wenn die Ausführung einer körperlichen Handlung nicht von der richtigen Absicht begleitet wird, sich mit dem Ziel der Offenbarung des Schöpfers zu vereinigen, dann ist eine solche Handlung tot, wie ein Körper ohne Seele.

Frage: Baal HaSulam schreibt, dass es nur zwei Gesetze oder zwei Gebote gibt: Empfangen und Geben. Es stellt sich heraus, dass es in der menschlichen Gesellschaft eine Interaktion gibt, die aus zwei Handlungen besteht: Entweder ich bekomme oder gebe. Und sie müssen richtig ausbalanciert sein. Wie ist das zu verstehen? Was heißt „richtig ausbalancieren“?

Antwort: Ausbalancieren ist sehr einfach: Geben um zu Geben – ist eine Eigenschaft von Bina, und Empfangen um zu Geben ist eine Eigenschaft von Keter.

Frage: Woher weiß ich, wie viel ich von der Gesellschaft bekommen und wie viel ich ihr geben soll?

Antwort: Dies soll nur zum Vorteil der Gesellschaft geschehen, damit sie das Ebenbild des Schöpfers erreicht.

Frage: Und wer entscheidet das?

Antwort: Du entscheidest. Du musst dich mit der Gesellschaft verbinden, um all ihre Wünsche aufzunehmen und sie zum Schöpfer zu erheben. Du sollst zu einer Zwischenverbindung werden, zu einem Kommunikationskanal zwischen der Gesellschaft und dem Schöpfer.

Frage: Ist das nur möglich, wenn der Schöpfer sich dem Menschen direkt offenbart?

Antwort: Wie kannst du sonst auf die Gesellschaft einwirken? Nur um ihr zu helfen.

 

Aus dem russischen Unterricht 18.03.2018

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Woher kommt die Angst vor der Kabbala?

Frage: Warum entstehen Ängste, wenn du dich mit der Kabbala beschäftigen willst?

Antwort: Angst entsteht aus Unwissenheit gegenüber dem, was Kabbala ist.

Es gibt nichts Besseres, Praktischeres, Notwendigeres als die Korrektur der eigenen Seele. Es ist das, was vor deiner physischen Geburt in unserer Welt existierte, was nach dem Tod des Körpers bei dir bleiben wird, es ist dein unsterblicher Teil.

Du musst diesen Teil entwickeln, damit du noch in dieser Welt das höhere Licht in deiner Seele und nicht im Körper spürst und dich damit verbindest. Wir müssen dahin kommen. Da gibt es nichts Beunruhigendes.

Frage: Ist es möglich, vor Ängsten bewahrt zu werden, ein „Kopfkissen der Sicherheit“ zu bekommen, indem man eine besondere innere Verbindung mit anderen, die Kabbala studieren, eingeht?

Antwort: Vielleicht führen dich diese Menschen hindurch. Aber im Prinzip studieren sie Kabbala, um ihren Sinn zu verstehen. Auch das ist gut. Es kommt vor, dass Menschen aufgrund von Ängsten und Sorgen zur Kabbala kommen, um sich in dieser Welt, in diesem Leben zu festigen.

 

Aus dem russischen Unterricht, 18.02.2018
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Wer wird der Menschheit den Weg weisen?

Der Aspekt von Lishma ist ein seelisches Bedürfnis. Man sollte dankbar sein, denn es gibt sehr wenige solcher Menschen, wie gesagt wird: „Ich sah, dass die Gerechten wenige sind… und setzte sie in jeder Generation ein“, was von Geburt an ihr Anspruch war.
Wahrlich, einige Menschen sind vom materiellen Leben angewidert, und wenn sie nicht das Ziel der Verschmelzung erreichen, werden sie ihrem Leben ein Ende setzen. (Baal HaSulam, „Die Letzte Generation“)

Ein zielloses Leben ist das grausamste Gefängnis: du wurdest unfreiwillig hineingesteckt, und du bist verpflichtet, darin zu existieren. Heute spürt die Menschheit unbewusst die globale Depression, indem sie die Wertlosigkeit der Existenz fühlt.
Hier wirken zwei Kräfte. Eine von ihnen weist darauf hin, dass du ein Nichts bist, der ohne Ziel lebt, und die zweite Kraft sollte dir den richtigen Weg zeigen.
Die Mehrheit der Menschheit kennt diesen Weg nicht. Es wird gesagt, dass sie keinen Kopf haben, lediglich einen leidenden Körper. Der Kopf müssen wir sein, Kabbalisten, die zeigen werden, dass es einen solchen Weg gibt. Sie werden zum Wegweiser – zum Moses, der die Menschheit nach vorne führt.
Durch immer größere Leiden erkennen die Massen, dass sie einen solchen Wegweiser brauchen, weil Moshe nur dann erscheint, wenn im Volk diese Notwendigkeit entsteht. Bis dahin findet die Vorbereitung der kabbalistischen Gruppe statt, die den Kopf der Menschheit darstellt.

Frage: Während dieser Vorbereitung muss der Mensch ständig den Druck der Gruppe sowie den Widerstand gegen diesen Druck spüren, andererseits aber muss er mit ihr einverstanden sein, zusammen gehen und darin arbeiten. Wird das ununterbrochen so sein?

Antwort: Ja. Wenn nicht, dann muss man dies so einrichten, damit es passiert. Der Mensch muss seine Augen schließen und sich in die Gruppe hineinwerfen, sich darin spurlos auflösen.

Frage: Wird das im Zeitalter der letzten Generation, wenn die meisten Menschen ihrem Nächsten zuliebe Handlungen des Gebens ausführen werden, dieser kleinen Gruppe, die den Kopf der Menschheit darstellt, hilfreich sein?

Antwort: Natürlich. Die Massen werden sie vorantreiben. Baal HaSulam schreibt, dass es in den Massen riesige gemeinschaftliche Verlangen gibt und in den wenigen gerechten Menschen – nur die Verbindung mit dem Schöpfer.
Die Massen sind groß in der Quantität, die Gerechten sind groß in der Qualität. Deshalb repräsentieren die Massen diesen riesigen egoistischen Teil, der mitgeschleppt werden muss. Diese Arbeit wird den Gerechten auferlegt.

Aus dem Fernsehprogramm „Die Letzte Generation“, 19.12.2017

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Die Freunde erwecken und meine Seele erwecken

Nur durch das Erwachen der Freunde erwecke ich meine Seele.

Die Verwirklichung der Korrektur bewegt sich vom Individuum nach außen. Wir haben nichts in uns selbst zu korrigieren.

Ich muss die ganze Zeit in einer Gruppe mit den Freunden sein und ständig daran denken, sie dem Ziel der Schöpfung näher zu bringen. Darin ist meine Korrektur enthalten. Ich beginne mit der Absicht, dass ich ihnen keinen Schaden wünsche. Wenn ich mich einschränke, meinen Egoismus abstoppe, ihn nicht benutze, dann ist das schon ein Einstieg in den Prozess der Korrektur, da ich anderen nichts Böses wünsche.

Ab diesem Punkt betrachte ich jeden Menschen aus einer anderen Perspektive als zuvor. Ich sehe nicht die Gesichter oder die Körper. Wenn ich mich aus Respekt zu ihnen durch eine Einschränkung auf sie zubewege, dabei feststelle, dass ich in ihnen nur das Positive sehe, dann fange ich an die spirituelle Welt wahrzunehmen. Es ist als würde ich über eine Schwelle treten und in die Spiritualität eindringen. Von diesem Moment an betrachte ich die Welt  ohne auf meinen Egoismus  zurückzublicken.  Ich achte nur noch darauf, wie ich die gesamte unbelebte, pflanzliche und tierische Natur zur Anheftung an den Schöpfer bringen kann. Nur dazu wurde ich erschaffen und ich erhielt ein Erwachen. Es ist nicht mein Ziel, mich auf den spirituellen Ebenen zu erheben, sondern die Freunde zum Schöpfer zu bringen.

 

Aus dem 3. Teil des täglichen Kabbala Unterrichts 24.6.18

Wohin geht die Seele des Menschen nach dem Tod?

Frage vom Facebook an Dr. Laitman: Wenn ein Mensch stirbt, wohin geht dann seine Seele?

Meine Antwort: Die Seele geht nirgendwohin, weil es sie nie gab. Die Seele ist die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer. Also die Verlangen in mir, die ich so formen kann, dass sie in einem gewissen Ausmaß dem Schöpfer ähnlich werden, nennt man die Seele. Das ist die Eigenschaft des Gebens und der Liebe zu allem, was sich außerhalb von mir befindet.
Mit anderen Worten: wenn du aus dem Rahmen deines Egoismus zum Geben und zur Liebe hin austrittst, zur Anteilnahme gegenüber denjenigen, die in dein Ego überhaupt nicht eingraviert sind, dann nennen sich deine Eigenschaften, die sich in diesem besonderen Moment zusammen organisiert haben (weil sie sich ständig verändern), „die Seele“.

Antwort: Wenn man das hört, dann werden die Menschen, die sich der Existenz ihrer Seele sicher sind und die meinen, solch ein Verhältnis zu ihrer Umgebung zu haben, betrübt sein. 

Meine Antwort: Bei dem einfachen Menschen gibt es keine Seele. Der Mensch an sich ist einfach ein Tier. Er hat einen vitalen Bestandteil, der zusammen mit den Zellen seines tierischen Körpers stirbt.
Die Seele aber muss man innerhalb eines Lebens erlangen. Uns wird dieses Leben oder andere Zustände (also die nächsten Leben) dazu gegeben, damit wir unsere Seele erlangen.

Frage: Ist das der Sinn des Lebens eines Menschen?

Meine Antwort: Der Sinn des Lebens eines Menschen besteht nur darin, aus seinen egoistischen Verlangen altruistischen Verlangen zu erschaffen, die sich dann die Seele nennen werden.

 

Aus dem TV Program “Neuigkeiten von Dr. Michael Laitman” 4/17/18

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Was war zuerst da: Form oder Materie?

Frage: Was ist aus Sicht der Kabbala ursprünglich entstanden, Form oder Materie?

Antwort: Natürlich Materie (Wunsch). Das Verlangen entwickelt sich bis seiner egoistischen Form, und dann durchläuft diese Form bestimmte Entwicklungsstufen. Mir wird bewusst, dass ich das Gegenteil des Schöpfers bin. Dann gelange ich zur Korrektur bis zur vollständigen Ähnlichkeit mit Ihm. Es ist alles eine Form.

Baal HaSulam hat einen sehr interessanten Artikel „Materie und Form in der Wissenschaft der Kabbala“ geschrieben. Ich rate dir, ihn zu lesen.

Frage: Sie sind also ein Materialist?

Antwort: Wir sind unfreiwillig Materialisten, weil wir mit der Materie arbeiten, mit dem Wunsch zu empfangen und zu genießen.

Bemerkung:  Spirituellen Praktiken, Kabbala usw. scheinen für den Menschen von der Materie losgelöst zu sein. Und plötzlich….

Antwort: Weil dies keine spirituellen Praktiken sind. Das ist vom Menschen eine gewisse Vorstellung von inneren psychologischen Phänomenen, nicht mehr.

 

Aus KabTV: “Neues mit Michael Laitman” 3/20/18

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Wie können Emotionen mit dem Verstand abgestimmt werden?

Frage von Facebook:

Wie können wir Emotionen mit dem Verstand abgleichen, da unsere Emotionen als Antworten aus Lebenssituationen entstehen, die weit von der rationalen Art und Weise entfernt sind, wie unsere Welt läuft.

Antwort: Unsere Emotionen haben nichts mit unserer Intelligenz zu tun. Sie manifestieren sich, weil sie aus dem Verlangen hervorspringen. Und Verlangen ist unsere angeborene Natur.

Die Vernunft ist ein zusätzlich erworbenes System, das entwickelt wurde, um Emotionen zu sammeln, sie auszusortieren, zu vergleichen, zu zügeln usw. Aber im Allgemeinen ist die Vernunft den Emotionen gegenüber schwach; gegenüber den Verlangen ist sie sekundär.

Frage: Ist es möglich, Emotionen zu zügeln?

Antwort: Es gibt keinen Grund dafür. Man muss einen Zustand der ausgeglichenen Emotionen erreichen. Schließlich können negative Emotionen mit positiven ausgeglichen werden und dann kann man sich mit ihnen wohlfühlen, weil beide, negative und positive Emotionen, zusammen auf ein hohes Ziel hinarbeiten werden.

Und man weiß, dass man das alles benötigt. Man kämpft nicht gegen seine Natur an oder gegen die Menschen um einen herum. Im Gegenteil, man tritt in einen Zustand ein, in dem man in Harmonie miteinander ist. Das Plus eines Menschen wird durch das Minus eines anderen kompensiert. Wir sind so erschaffen, dass, wenn sich jeder von uns auf richtige Weise mit den anderen verbindet, wir ein ideales System formen würden, und all unsere Plusse und Minusse würden perfekt zueinander passen.

Frage: Also sind die Plusse und Minusse auf der Welt verteilt, damit sie sich verbinden?

Antwort: Das ist das Problem. Wir haben keine andere Wahl.

Wir versuchen, etwas miteinander zu tun, wir werden entmutigt, weil nichts hilft, und schließlich sterben wir.

In der Tat müssen wir erkennen, dass wir selbst nichts tun können und wir den Schöpfer bitten müssen, uns zu helfen. Dann wird Er mit dem höheren Licht auf uns scheinen, unter dessen Einfluss wir uns schnell zu dem richtigen Mosaik zusammensetzen und einander vervollkommnen werden.

Dann werden wir die perfekte Kombination untereinander haben, jeder mit jedem. Alle positiven und negativen Emotionen werden ergänzt, jeder Mensch wird für den anderen notwendig sein.

So werden wir zur Perfektion gelangen.

 

Aus KabTV`s „Neues mit Michael Laitman“, 24.04.2018

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Der Sinn des Lebens besteht darin, seinen Sinn zu erlernen

Frage: Gibt es außer dem Hauptziel, die obere Welt zu erreichen, noch andere höhere Ziele, die mit natürlichen Begabungen und Eigenschaften eines Individuums zusammenhängen, die verfolgt werden sollten, obwohl sie noch nicht das Verlangen für die Suche nach der oberen Welt entwickelt haben?

Antwort: Und warum sollte sich das Individuum von irgendetwas verwirren lassen? Um ein großartiger Musiker zu sein? Sagen wir mal, ich beginne 12 bis 14 Stunden pro Tag mit dem Üben eines Musikinstruments, um schön spielen zu können. Ist das der Sinn meines Lebens?!

Was erreiche ich damit? Eine große egoistische Erfüllung. Sie verbeugen sich vor mir, respektieren mich, ich werde bekannt, ich verdiene viel Geld, ich gehe auf die Bühne, alle stehen auf und applaudieren!

Anmerkung: Nicht nur das. Die Leute hören der Musik zu und werden in gute Stimmung versetzt.

Mein Kommentar: Ja, die Leute schreien vor Freude, das ist schön und was dann? Am Ende werden ich und meine Zuhörer dennoch sterben und damit endet alles. Ist das der Sinn des Lebens?

Alle sind in einer solchen „Mausefalle“ gefangen. Aber es gibt Menschen, Kabbalisten, mit einem ungeheuren Verlangen, das Wesen der Existenz zu erfahren. Sie sagen: „Wir müssen den Schöpfer erreichen, weniger werden wir nicht akzeptieren! Den Sinn des Lebens, die Erlangung des Punktes, aus dem alles entsteht, und nicht weniger“.

Frage: Und wenn wir die Wissenschaftler berücksichtigen würden, die zum Beispiel Kriseninterventionen entwickelt haben, die Leben retten. Die Menschheit benutzt sie seit Jahrhunderten. Gibt es darin keine Bedeutung?

Antwort: Sie verbessern einfach das tierische Leben der Menschen. Es gibt keinen Sinn in unserer Welt, es besteht keine Notwendigkeit, danach zu suchen! Wir sehen was wir sind und wie alles endet. Menschen werden geboren, leben und sterben, und dies über Generationen, solange die Erde uns trägt. Es gibt nichts anderes. Ist es also sinnvoll, die Bedeutung der Existenz von Proteinen auf diesem Planeten zu diskutieren?!

Frage: Es stellt sich also heraus, dass der Sinn des Lebens darin besteht, seinen Sinn zu erfahren? Kabbalisten sagen, dass dieser in der Anhaftung an den Schöpfer besteht.

Antwort: Natürlich. In diesem Leben. In dieser Welt.
Du musst den Schöpfer erreichen, Ihn offenbaren, Ihn erfahren. Währenddessen erreichst du den Zustand der Ewigkeit und Vollkommenheit, ohne zu sterben, ohne dich mit dem Körper zu identifizieren, der als ein absolut unnötiger Teil übrig bleibt, ein gebrauchter Teil einer Rakete.

Du bist dazu verpflichtet, dies zu erreichen und es klar und deutlich zu erleben, wie ein Kind, das alles in den Mund steckt, denn nur durch den Geschmack kann es erfahren, was es ist. Deshalb wird dies Taamei Tora genannt, „Geschmäcker von Licht“.

 

Aus der Kabbala-Lektion in Russisch 1/28/18

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Wie man einen Tunnel in die spirituelle Welt baut

Wir versuchen, die Kabbala den Menschen näher zu bringen und zu erklären, dass dies eine Wissenschaft ist, die uns unser Leben erklärt, die dazu beiträgt, Probleme mit der Gesundheit, der Erziehung  und allem anderen zu lösen. Aber das alles ist nur der äußerliche Aspekt.

In Wirklichkeit spricht die Kabbala einzig und allein von der spirituellen Welt und reißt auf der Ebene von Bina de-Malchut de-Malchut der Welt von Assija ab. Zwischen dieser Bina und unserem Zustand in dieser Welt, Malchut de-Malchut de-Malchut der Welt von Assija, gibt es einen Riss.

Diesen Abgrund können wir weder überspringen noch die Distanz verkürzen oder ihn mit etwas auffüllen. Solange bis du diesen Riss nicht übersprungen hast, wird dir die Kabbala wie eine abstrakte Wissenschaft, Philosophie oder Mystik vorkommen, das heißt, als etwas Unwirkliches. In Wirklichkeit nimmst du ausschließlich das wahr, was du sehen und in die Hände nehmen kannst. Was kann man dir aber geben, wenn man dir weder rote Bändchen noch „heiliges Wasser“ verkaufen kann?

Dieser Riss zwischen unserem gegenwärtigen Zustand und der nächsten Bina wird nur durch intensivierte Arbeit im Inneren des eigenen Materials überwunden – dem egoistischen Verlangen zu genießen. Ich versuche dies mit Hilfe einer Umgebung zu tun, die anfangs selber egoistisch ist, mit Hilfe des Studiums, welches ich ebenfalls für mich selbst mache – aber ich versuche, mit meiner ganzen Kraft, wie ein kleines Kind, zu wachsen und über mich selbst hinaufzusteigen.

Die Kabbala wird niemals in der Lage sein, sich direkt in die Materie unserer Welt zu kleiden – du wirst immer zu ihr hinauf springen müssen! Mit dem allerletzten ACHaP (der untere Teil des höheren spirituellen Objekts) wirst du nie etwas machen können  – du hast keine Galgalta we Ejnaim, mit denen du dich in ihn einkleiden könntest.

So sind alle Welten und die ganze spirituelle Leiter aufgebaut: GE des Unteren kleiden sich in ACHaP des Höheren ein und dann können sie von ihm empfangen. Möge eine völlige Dunkelheit im ACHaP des Höheren herrschen, es ist unwichtig, ich bin dennoch bereit, diese Dunkelheit mit meinen GE zu empfangen, sie zu akzeptieren, damit ich mich an den Höheren anheften kann. Ich bin bereit, diese Dunkelheit dem Licht vorzuziehen, welches ich jetzt in meinen GE habe.

 

                                              

Aber ich habe keine GE für den letzten ACHaP zwischen Bina und Malchut de-Malchut de-Malchut de-Assija! Immerhin befinde ich mich mit meinem Egoismus unter diesem ACHaP – ich habe nichts, womit ich mich in den Höheren einkleiden kann. Ich kann nichts tun, und deshalb ist die Kabbala für mich vorerst ein abstraktes Wissen.

Die Spiritualität endet in der letzten Bina, auf dieser roten Markierung. ACHaP des Höheren ist für mich eine undurchdringliche Finsternis.  Wenn ich aber in diesen Zwischenraum „Gruppe, Bücher, Lehrer“ hineingehe und beginne mit ihnen zu arbeiten, dann habe ich eine Möglichkeit, mich mit dieser Bina zu verbinden.

Das bedeutet, dass diese Gruppe sich nicht einmal im Spirituellen befinden muss. Aber diese Mittel (Gruppe, Bücher, Lehrer) besitzen so eine wundertätige Eigenschaft (Segula), dass sie sich in meiner Vorstellung auf einer höheren Ebene befinden. Wenn ich mich ihnen anschließen möchte und mein Ego sich vor ihnen verbeugt, dann kristallisiert sich ihre  spirituelle Komponente aus ihnen heraus. Durch sie dringt aus GE des Höheren das Licht zu mir durch.

Meinerseits  bringe ich das Verlangen (das egoistische Verlangen!) ein, als Antwort darauf kommt Licht zu mir. Wir treffen uns in dem Bereich, der „Lehrer, Bücher, Gruppe“ genannt wird. Es handelt sich dabei um einen qualitativen Begriff und nicht um physische Menschen oder Bücher. Es ist genau dieser Ort, an dem ich den ACHaP des Höheren, der spirituellen Welt offenbare.  

Deswegen muss ich mir vorstellen, dass sie erhaben und groß sind und dass sich in ihnen der Schöpfer befindet. Nur in dieser Form kann ich mir den ACHaP des Höheren vorstellen – eine höhere Stufe, und mich an ihr festhalten, denn ich habe weder GE noch eine andere Möglichkeit.

 

Aus der Lektion nach dem Artikel „Das Wesen der Wissenschaft der Kabbala“, 26.01.2011

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