Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Körper und Seele'

Den Schöpfer rechtfertigen

Frage: Wie soll ich den Schöpfer rechtfertigen?! Ich habe nicht darum gebeten, erschaffen zu werden, um auf so eine gemeine Art, durch große Leiden, Genuss zu empfangen. Angenommen, ich stimme bereits allem zu – mich gibt es nicht! Es gibt keine Gedanken, keine Wünsche, keine Handlungen. Aber was will Er dann von mir, wenn ich nicht existiere?!

Meine Antwort: Ich verstehe Sie sehr gut. Sie werden den Schöpfer nicht rechtfertigen können, bis Sie das ganze Bild der Welt und sich selbst darin sehen. Die Rechtfertigung wird schrittweise passieren, im Ausmaß Ihrer Enthüllung der Welt.

Frage: Was soll ich denn mit diesem  Schrei der Seele tun?

Antwort: Dafür dankbar sein, denn gerade durch  diesen Schrei gelangt der Mensch zur Wahrheit.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 01/07/2018 

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Die Welt verbessert sich

Forscher des Projektes „Unsere Welt in Fakten“ (Our World in Data), haben mit Zahlen verifiziert, dass es in unserer Welt bedeutende Fortschritte über den Zeitraum der letzten zweihundert Jahre gegeben hat. Zum Beispiel lebten Anfang des 19. Jahrhunderts 94% der Weltbevölkerung in Armut, während diese Zahl heutzutage auf 9,6% abgesunken ist. (OurWorldinData.org)
Damals konnte einer von zehn Menschen über 15 Jahren lesen, während heute 85% der Menschen belesen sind. Vor zweihundert Jahren erreichten 43% der neugeborenen Kinder ihr fünftes Lebensjahr, heute ist die Kindersterblichkeit der Welt auf 4% gesunken.
In der Tat haben wir gelernt gut auf unsere Körper aufzupassen, und wir haben großen Erfolg dabei. Aber was mit dem Körper passiert ist nicht gerade gleichzusetzen mit dem, was mit dem Menschen passiert.
Früher kämpften die Menschen für ihr tägliches Überleben, und stellten selten Fragen über den Sinn ihres Lebens. Heute, wo die Grundbedürfnisse in den entwickelen Ländern praktisch für alle Menschen gewährleistet sind, entsteht die Frage: „Was ist der Sinn meines Lebens?“
Es gibt keine Antwort.
Mit der Zeit werden einige Menschen von dieser Frage richtig geplagt. Egal wie sehr wir versuchen dieser Frage zu entkommen oder sie zu unterdrücken, die Leere bleibt bestehen. Dahinter steckt nicht nur eine einfache Unklarheit, sondern ein Problem für die gesamte Menschheit: das Fehlen der Bedeutung ihrer wirklichen Grundlage.
Daher, obwohl das Leben leichter wird, wird es gleichzeitig auch schwerer. Im Unterbewusstsein tragen wir diese Last der unausgesprochenen Wahrheit in uns, den Makel im Fundament unseres Bewusstseins.
Wir können sicherlich mit unseren Statistiken und Zahlen protzen, doch in der Realität werden wir einsamer, sogar in unseren Familien, und wir kommunizieren immer weniger miteinander. Es gibt ein Vakuum um jeden Menschen. Anstatt im gemeinsamen Glück und Aufblühen zu sein, wandern wir zwischen unseren Schatten im Dunkeln. So wie wir materiell wachsen, werden wir spirituell ärmer.
Darum haben die Menschen aufgehört an eine bessere Zukunft zu glauben, trotz des wachsenden Standards unseres Lebens. Es ist kein Wunder, dass die Prozentzahl der Optimisten an einigen Orten unter zehn Prozent gefallen ist.
Unglücklicherweise realisiert nicht jeder, dass der Grund dafür der mangelnde Lebenssinn ist. Jedoch wird diese Frage ab einem bestimmten Punkt vorrangig für alle werden: „Wofür das alles? Wofür gibt es mich?“ Dann werden die Menschen hören, was die Wissenschaft der Kabbala, welche die höheren Systeme unserer Lenkung studiert, uns sagt. Es gibt keine anderen Antworten, alles andere ist nur ein Herumschieben und Hinauszögern.
Also führt uns die Frage der Sinnlosigkeit des Lebens und das Fehlen eines Ziels zur wahren Enthüllung und zum Aufstieg. Wenn wir in die Sicht der höheren Systeme eindringen und anfangen, auf bewusste Weise damit zu interagieren, wird unser Leben wahrlich produktiv werden. Wir werden aktiv an unserer eigenen Entwicklung teilhaben, und von einer unglücklichen, einsamen und kleinen Person zu großen, ewigen und perfekten Geschöpfen heranwachsen.

 

Aus KabTVs “News mit Michael Laitman” 1/30/18

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Steige zur Stufe des Schöpfers auf

Wir müssen die erste spirituelle Stufe namens „Embryo“ erreichen. Das passiert, wenn eine Person sich vollständig annulliert, unter der Barmherzigkeit des Schöpfers stehen möchte und die Wahrheit enthüllen möchte, die erste Stufe seiner Existenz, die primäre Wahrheit der Natur. Indem der Mensch dies offenbart, tritt er in den ersten Kontakt mit dem Schöpfer ein.

Nach dem Eintritt in die Allgegenwart des Schöpfers beginnt er mit seinem Egoismus zu arbeiten. Er versteht, dass sein Egoismus sehr wertvoll ist, eine bedeutende Errungenschaft. Dank dem Egoismus fühlt er einen Widerstand zum Schöpfer und fängt an die Ähnlichkeit zu Ihm aufzubauen, indem er diesen Widerstand überwindet. In jedem Mechanismus, ob unbelebt, pflanzlich, tierisch, menschlich oder in einem durch den Menschen künstlich erschaffenen System, gibt es immer eine Aktion und eine Reaktion, Plus und Minus, zwischen denen unterschiedliche Beziehungen und die Erschaffung verschiedener Systeme möglich sind. Genauso ist es mit dem Schöpfer.
Auf der einen Seite kontrolliert Er uns vollständig und auf der anderen Seite verbieten wir uns, damit einverstanden zu sein und streben danach, in Übereinstimmung der Form mit Ihm zu sein.
Kontrollierst du mich? Na gut, aber zuerst mache ich eine Einschränkung (Zimzum). Ich platziere eine Barriere zwischen uns und sage, „Ich werde alles tun was von Dir kommt, jedoch nur bis zu dem Ausmaß, in wie weit ich damit einverstanden sein kann, wie Du mich kontrollierst.“
Es gibt eine interessante Lösung zu dem Problem: Der Schöpfer gibt uns eine Möglichkeit zuerst zu verstehen, ob Er recht hat, perfekt und allgegenwärtig ist. Er gibt uns eine Gelegenheit Ihn zu erkunden. In dem Maß, in dem ich entscheide wie Er zu sein, lasse ich Ihn über mich regieren. Dies kommt jedoch nicht von Ihm, sondern es ist so als ob ich es tue, das heißt, ich erschaffe den Schöpfer aus mir selbst heraus.
Dies ist keine einfache Methodik, aber sie erhebt uns zur Stufe der absoluten Übereinstimmung mit dem Schöpfer.

Aus der russischen Kabbalalektion 11/12/17

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Die Wissenschaft der Gesetze der Höheren Welt

Frage: Sie behaupten, dass die Kabbala nicht über diese Welt spricht. Was bedeutet dann, dass sie in der Gesellschaft realisiert wird?

Meine Antwort: Die Kabbala spricht nicht über unsere Welt, sie erforscht nicht ihre Gesetze, sondern erzählt über sie wie über etwas, was uns gegeben wurde. Das Wichtigste worüber die Kabbala spricht, was sie studiert, ist: wie man zum nächsten Niveau der Gesetze, welche auf dem Verlangen zu geben basieren, aufsteigt.

Die Gesetze unserer Welt basieren auf dem Empfangen, die Gesetze der Höheren Welt dagegen auf dem Geben. Das sind zwei entgegengesetzte Welten. Deswegen können wir nicht mit unseren materiellen Gefühlsorganen die Höhere Welt, die höhere Ebene  wahrnehmen, weil sie mit der Eigenschaft des Gebens wahrgenommen wird.

Wir haben diese Eigenschaft noch nicht erlangt. Ihre Entstehung heißt „die Seele“. Also, in unserer Welt leben wir im Körper, aber in der spirituellen Welt leben wir in der Seele.  

Das sind im Prinzip zwei Leitungssysteme: entweder für sich selbst in unserer Welt, oder für das Geben in der Höheren Welt. Deswegen, wenn du die höhere Welt offenbarst, verlierst du die Wahrnehmung der Zeit, weil du „aus dir heraus“ in die äußeren Gegebenheiten austrittst.

 

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Kabbalistisches Gesundheitsrezept

Frage: Wie deuten die Kabbalisten den Begriff der Gesundheit?

Antwort: Es gibt ein bekanntes Sprichwort „In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“. Aber die Kabbalisten behaupten im Gegenteil, dass „in einem gesunden Geist ein gesunder Körper wohnt“.

Der gesunde Geist ist der Zustand, in welchem der Mensch für das Geben, für das Wohl seiner Nächsten und der ganzen Menschheit arbeitet.

Wenn wir mit dieser Absicht leben könnten, dann würden wir uns in der ewigen Existenz, in absoluter Gesundheit befinden. Wir hätten keine Vorstellungen davon, was Krankheit oder ein schlechter Zustand bedeuten. Der Mensch bliebe die ganze Zeit gesund, weil alle Krankheiten die Folge selbstsüchtiger Gedanken sind.

Dabei entsteht sofort die Frage: „Warum werden dann die Kabbalisten krank?“  Bis die ganze Menschheit korrigiert sein wird, werden die Menschen füreinander krank. Die Kabbalisten sind an die ganze Menschheit gebunden, und erkranken deshalb auch zusammen mit allen anderen Menschen.

Wenn wir uns demnächst der Korrektur nähern, werden wir seltener krank und leben länger. Folglich erlangen wir den Zustand, in dem die Empfindungen des Lebens durch die Empfindungen der Unsterblichkeit und der gesunden Existenz ersetzt werden.

Aus dem russischsprachigen Unterricht, 20.08.2017

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Generationskonflikt Teil 3

Frage: Aus welchen Gründen sind Freundschaft und Verbindung zwischen den Generationen möglich? Gibt es solche Dinge, die nicht von Zeit und Alter abhängen?

Antwort: Nur die Seele, die ewig ist, ist nicht von der Zeit abhängig. Der ganze Rest ist befristet. Nur die Seele kann sich gemeinsam zwischen den verschiedenen Generationen befinden, da hier wirklich einer für alle gilt. Für die Seele ist es egal, welcher Generation du angehörst: Babyboomer, X, Y, Z oder A.

Die Seele wird für alle zukünftigen Generationen immer die eine sein; sie ist höher als die Zeit und höher als Leben und Tod. Die Seele wird in allen Generationen, aus der Zeit der Dinosaurier, sogar des Urknalls, als wir in Form von winzigen Teilchen des Verlangens existierten, bis heute und bis zum Ende der Korrektur, allen gemeinsam sein. Darum gibt es nur in der Entwicklung der Seele ein gemeinsames Interesse oder eine Grundlage, auf der wir zusammenarbeiten, uns gegenseitig unterstützen und einander brauchen.

Frage: Bedeutet das, dass die Seele etwas Unveränderliches und Ewiges ist, was alle Generationen zusammenführt? Aber was ist die Seele und wie entwickelt man sie?

Antwort: Die Seele ist ein besonderes Verlangen eines Menschen, sich nicht in sich selbst zu spüren, sondern außerhalb von sich selbst. Solch ein Verlangen kann in euch entwickelt werden, indem ihr in einer Gruppe arbeitet, welche die Methode der Kabbala nutzt, die euch erlaubt, euch über euren eigenen Egoismus zu erheben. Dann werde ich die Welt nicht, wie ich es sonst wahrnehme, verzerrt von meinem Egoismus her sehen, sondern so wie sie wirklich ist – außerhalb von mir.

Ich passiere sie, wie durch einen Filter durch eine kleine Gruppe und beginne die Welt so zu sehen, wie sie nicht durch meine Selbstsucht getrübt wird. Das ist eine völlig andere Wirklichkeit, die spirituelle Welt genannt wird. Meine Seele ist die Wahrnehmung der spirituellen Welt.

Die Seele zu entwickeln bedeutet, in sich die Fähigkeit zu entwickeln, über seinem Egoismus zu stehen. Egoismus ist der Wunsch, alles in mir aufzunehmen, was mich daran hindert, die Welt außerhalb von mir zu fühlen.

Frage: Es stellt sich heraus, dass die Beziehung zwischen Eltern und Kindern in zwei Bereiche unterteilt ist. Einer ist äußerlich und ist nur eine materielle Sicherheit: Kinder füttern, sie ankleiden und alles Notwendige für ihre Existenz zu liefern. Es gibt aber auch noch eine innere Verbindung, welche das Materielle übersteigt. Gibt es in diesem inneren Bereich keinen Abstand zwischen den Generationen?

Antwort: Wir treffen uns alle außerhalb der spirituellen Welt, jenseits des anti -egoistischen Filters. Wir verlassen alle unsere kleinlichen, egoistischen Launen, die sich auf der tierischen Stufe und auf der Stufe der Menschen dieser Welt befinden. Die tierische Stufe ist das Verlangen nach Nahrung, Sex, Familie und die menschlichen Verlangen sind Geld, Macht und Wissen. All das lassen wir zurück und es bleiben nur die Verlangen der Seele zurück.

 

Von Kab TV „Ein neues Leben“ 18/4/17

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Damit Er bei dir keine Blöße sieht

Weil Gott, der Allmächtige, durch dein Lager geht, um dich zu erlösen und deine Feinde vor dir niederzuschlagen: dein Lager muss heilig sein, damit Er bei dir keine Blöße sieht und von dir zurückweicht. [Tora, Dwarim, „Ki Teze“].

In der Tora existiert eine Vielzahl von Gesetzen, die dem Menschen verbieten, nackt zu sein. Tag und Nacht soll er mit Kleidung bedeckt sein und sich erst dann entblößen, wenn er in die Mikwa (ein Becken für die Waschung) reingeht. Dafür gibt es auch bestimmte Regeln. Es geht nicht darum, dass man physisch sauber sein muss, obwohl das auch eine Bedeutung hat. Vielmehr sagt uns das, dass alles mit der spirituellen Waschung des Körpers in Übereinstimmung sein muss. „Der Körper“ ist ein Verlangen. Deswegen spricht die Tora darüber, wie man das Verlangen von den unreinen Schichten der egoistischen Absichten reinigt, damit man diese Verlangen nutzen kann, sobald sie die richtigen Absichten fürs Geben haben. Deswegen, presst all „die Exkremente“ aus dem Verlangen heraus, begrabt sie in der Erde und wascht euch. Es ist empfehlenswert, sich nicht abzutrocknen, sondern sich nur zu waschen. Apropos, dieses Gesetz ist bis in unsere Zeit in vielen asiatisch-russischen Völkern und in südlichen Ländern erhalten geblieben. Ich war öfters in Aserbaidschan, in Baku, wo in jedem WC ein Gefäß mit Wasser vorbereitet ist.

Es ist richtig, dass das, was der spirituellen Gesundheit entspricht, auch der physischen Gesundheit entspricht. 

Deswegen kann man nicht sagen, dass irgendeine spirituelle Handlung der physischen Handlung einen Schaden zufügen könnte. Zum Beispiel treten bei den Völker, welche kein Brit (Beschneidung) durchführen, bei 20 -30% der Männer Krebserkrankungen auf. All das ist natürlich miteinander verbunden.

Frage: Kommt koscher auch der Gesundheit zugute?

Antwort: Ich finde, dass koscheres Essen eine absolute Wohltat ist. Wir können das noch nicht verstehen, weil wir nicht genügend Wissen darüber besitzen, warum es verboten ist, Schweine und Kamele zu essen.

Von wissenschaftlicher Seite aus betrachtet ist es nicht ungesund.

Doch es ist die Auswirkung der spirituellen Wurzel und wir werden irgendwann den Grund dieses Ereignisses offenbaren (wenn das überhaupt nötig ist). Alles kommt aus der spirituellen Welt, und wenn du die spirituellen Verbote übertretest, kommt es unmittelbar zu falschen Ergebnissen in unserer Welt.

Frage: Wieso ist es verboten nackt zu sein?

Antwort: Der Mensch muss ständig bekleidet sein, weil die Kleidung die Korrektur des Körpers symbolisiert. Die Kleidung ist die Schale, so wie der Schirm. Der Körper symbolisiert das Verlangen, welches mit dem Schirm bedeckt sein muss. Deswegen können manche Stellen des Körpers frei sein und andere verhüllt. Die notwendige Verhüllung dieser Teile bedeutet, dass auf diese Verlangen der Seele ein Schirm (Massach) erbaut werden muss. Das Gesicht des Menschen ist immer offen, weil es der Inbegriff der drei höheren Sefirot (Strahlende) ist, die das Licht Chochma ausstrahlen. Dabei muss der Kopf im Prinzip bedeckt sein. Die Kipa ist eine kleine Angleichung an die spirituellen Kriterien. Tatsächlich haben früher alle Männer den Kopf mit einem Tuch umwickelt oder haben ihn mit allen möglichen Überwürfen, wie z.B. dem Tallit, bedeckt. Die Frauen haben sich in lange Gewänder gekleidet, aber nicht in schwarze Gewänder, sondern in Weiße. 

 

Aus dem TV Programm „Die Geheimnisse des Ewigen Buches“

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Altruismus – das Grundgesetz der Natur

Wir befinden uns in dem speziellen System, das „Natur“ oder „Schöpfer“ genannt wird, was ein und dasselbe ist.

Dies ist ein geschlossenes, perfektes und konstantes System. Die Menschheit empfängt davon Reaktionen und Einflüsse und entwickelt sich dadurch immer weiter. Das System arbeitet an uns. Es versucht uns in Übereinstimmung mit sich zu bringen, damit wir das Gefühl bekommen, durch unsere bewusste Entscheidung und Arbeit der Natur ähnlich und ein integraler Teil davon zu werden.

Ein Mensch sollte ein Meister dieses Systems sein – alle Menschen als ein Geschöpf. Um ein vollkommenes System der Natur zu werden, müssen wir uns zu einem Ganzen verbinden. Gegenseitiges Geben, gemeinsame Verbindung und Unterstützung, liebe deinen Nächsten wie dich selbst, ist das Gesetz dieses einzigen Systems. Es arbeitet an uns, um uns zu seinem Zustand zu bringen.

Aus diesem Grund ist das Gesetz der Nächstenliebe ein zwingendes, dessen Entwicklung unabhängig von unserem Wunsch oder Widerstreben auf uns wirkt. Die Weisheit der Kabbala lehrt uns, wie wir dieses Gesetz erfüllen können und wie wir einen guten Weg der Übereinstimmung zwischen Schöpfer und Geschöpf finden, um voran zu schreiten. So wird unsere Entwicklung rasch und angenehm sein.

Früher oder später nähern wir uns – ob durch einen guten oder schlechten Weg – immer näher an die Eigenschaften dieses Systems der Natur an. Wir sehen, dass sich die Welt ständig verändert. Jedes Mal , wenn wieder aufgedeckt wird, dass die fortgeschrittenen Staaten die festgelegten gesetzlichen Bedingungen endlich erfüllen sollten. Altruismus ist eine allgemeine Verbindung, die sich über alle Unterschiede hinwegsetzt und die Basis der Natur bildet. Es sollte genauso auf die Menschen übertragen werden.

Unbelebte Materie, Pflanzen und Tiere haben keine Wahlfreiheit. Ein Mensch muss dieses Gesetz verstehen und damit einverstanden sein; selbst wenn er die Möglichkeit hat, etwas anderes zu wählen, sollte er trotzdem das altruistische Gesetz der vollständigen Verbindung mit anderen bevorzugen. Der Altruismus ist der Endzustand, zu dem wir durch die Evolution gelangen werden. Auf dem Weg dorthin passieren wir immer zwei Zustände, zwei Linien. Wir betreten die linke Linie und empfinden Leiden und Schwierigkeiten; dann verstehen wir, dass dies erforderlich ist, um uns rasch mit der rechten Linie zu verbinden.

Die Menschheit bewegt sich auf diese Weise: Manchmal entstehen brutale Regimes, ein anderes Mal freundlichere und barmherzigere. Nach und nach löst sich Böses und Gutes ab, bis man schließlich nach all den Leiden zum Zustand gelangt, wo es reicht und man endlich fähig wird, sich vollständig zu verbinden.

Frage: Warum reagiert das System auf das menschliche Verhalten so kompliziert? Ein Staat agiert auch nicht integral und das System schlägt ein anderes Volk. Alles ist so verwirrend, es ist schwierig voranzuschreiten.

Antwort: Tatsächlich wird der Fortschritt nicht entsprechend unserem Verstand und unseren Gefühlen gemessen, sondern in Übereinstimmung mit der Ursache und dem Sinn für die höhere Stufe, die als „Glaube über den Verstand“ bezeichnet wird. Schließlich schreiten wir aufgrund der höheren Naturkräfte voran. Warum ist es so organisiert, dass wir auf diesem Weg nichts sehen können?

Die Kabbalisten erklären es so: Hätten wir die Möglichkeit, alles zu sehen, würden wir niemals zu einer höheren Stufe aufsteigen. Wir würden nur den materiellen Horizont in unserer Stufe verlängern. Um die nächste Stufe zu erreichen, ist es notwendig, unser inneres Arbeitsprogramm, unsere Wünsche, Absichten und Gedanken, zu verändern. Es ist unmöglich, dies mit den herkömmlichen Wahrnehmungen und Motiven umzusetzen. Wir müssen Kraft von oben erhalten und uns ständig mit dieser Hilfe verbessern.

Mit den Werkzeugen, die wir derzeit haben, können wir keine spirituelle Entwicklung empfangen. Wir können uns nur materiell entwickeln. Es gibt schlaue, dumme, starke, schwache, erfolgreiche Menschen und Verlierer; nichts bezieht sich auf die qualitative Entwicklung.

Die qualitative Entwicklung ist der Übergang zur nächsten Stufe. Es ist wie der Unterschied zwischen der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe oder wie zwischen einem Fisch, einem Käfer, einem Hund und einem Mensch. Das bedeutet, es gibt eine qualitative Entwicklung in der Wahrnehmung der Realität oder genauer gesagt an die Annäherung an die höhere, alles lenkende Kraft. Solch eine Entwicklung nähert die aktuelle Stufe mehr und mehr an die höhere Stufe an, daher können wir den qualitativen Aufstieg nicht durchführen.

Wir verstehen und spüren die höhere Stufe solange nicht, bis wir zu ihr aufgestiegen sind. Ein Stein fühlt nicht, wie eine Pflanze lebt. Es gibt eine Verbindung zwischen den Stufen, aber nicht in unserem Verstand und Gefühlen. Gerade wenn ich meinen Verstand und meine Gefühle annulliere, kann ich einen kleinen Vorgeschmack auf die nächste Stufe erhalten. So wie der Stein eine Pflanze und eine Pflanze ein Tier nicht fühlt, so kann auch ein Mensch die höhere Kraft nicht bemerken. Nur wenn wir daran arbeiten, uns der höheren Kraft anzunähern, verursachen wir eine Reaktion und werden schließlich in Kontakt mit ihr kommen. 

Der Mensch erklimmt zum ersten Mal in der Geschichte die höhere Welt, die Leiter der Natur. Der Unterschied ist hier nicht derselbe, wie zwischen einem Stein und einer Pflanze, sondern ist von viel größerer Qualität.

Aus dem 3. Teil der täglichen Morgenlektion vom 12/1/17

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Purim ist nicht das jüdische Halloween

Purim ist ein großartiges Fest: erst die große Furcht vor der Vernichtung, und dann die Riesenfreude nach der Erlösung, die zum Schluß erfolgt. Dieses Fest wird außergewöhnlich groß gefeiert, vor allem auch weil die Vorschriften des Feiertags uneingeschränkten Alkoholkonsum vorschreiben, damit man „nicht mehr zwischen dem bösen Haman und dem gerechten Mordechai unterscheiden“ kann.

Purim ist ein Fest der Symbole. Seine Hauptbotschaft liegt darin, dass selbst der Inbegriff des Guten, Mordechai, dem schlimmen Übel, dargestellt von Haman, hilflos gegenübersteht. Einzig und allein die Einheit kann das Böse überwinden. Als Mordechai Esther anfleht, den König um Gnade zu bitten, sagt selbst sie, dass sie sie nicht retten kann, es sei denn, Mordechai versammelt alle Juden und sie fasten und beten für sie. Dann, wenn sie wieder vereint sind, bemüht sie sich nach Kräften und hat Erfolg.

Bemerkenswert sind auch die Kostüme, ein weiteres Symbol. Purim ist nicht die jüdische Version von Halloween. Die Verkleidungen deuten auf das Verbergen der Kräfte hin, die dieses Szenario innerhalb eines jeden von uns ausspielen.

In seinem Buch Shamati, Ich hörte, erklärt Rav Jehuda Ashlag, der Autor des Sulam (Leiter) Kommentars zum Buch Sohar, dass der König Gott darstellt; Esther, die jüdische Königin, stellt den korrigierten Wunsch, uns mit Gott zu vereinen, dar. Darum erscheint sie, nachdem Königin Waschti vom rechten Weg abkommt und der König sich von ihr scheiden lässt.

Sie wird Esther (Ester, Hebr.) genannt, vom hebräischen Wort Hastarah her, Verhüllung, weil ihre jüdische Identität noch verborgen ist. Sie wird erst enthüllt, wenn sie die Juden retten muss. Daher auch das Wort Megilla (Schriftrolle, Buch) vom hebräischen Wort Gilui (enthüllen). Darum wird der Handlungsablauf im Buch Esther als „verborgenes Wunder“ bezeichnet, um sprachlich darauf hinzuweisen, was für ein Wunder diese Offenbarung von Gottes Macht im Verborgenen ist.

Mordechai steht für die Eigenschaft von Barmherzigkeit. Er ist reine Güte und will nichts für sich selbst. Wenn zwei Diener den Mord des Königs planen und Mordechai ihn durch Esther warnt, belohnt der König ihn nicht sofort, und Mordechai will auch keine Belohnung oder Anerkennung dafür.

Gottes Plan, die Eigenschaft der Barmherzigkeit – Mordechai – als Herrscher des Königreichs (sprich, der Welt) einzusetzen, ist ein weiteres wichtiges Element, das in der Geschichte verborgen ist. Würde die Welt von der Barmherzigkeit, dargestellt von Mordechai, regiert, würden Menschen glücklicher sein, als wenn sie von der Boshaftigkeit, dargestellt durch Haman, regiert werden würden. Doch Mordechai hat nicht den Wunsch, zu regieren, da er nichts für sich selbst will, und ist ganz froh darüber, anonym zu bleiben.

Um Mordechai nun endlich zur Aufgabe des Herrschers zu zwingen, muss der König eine Bedrohung ins Spiel bringen, die groß genug wäre, um Mordechai zum Handeln zu bewegen: die drohende Vernichtung, die nicht nur Mordechai, sondern auch das gesamte Volk betreffen würde. Diese Bedrohung personifiziert Haman, der das Gegenteil von Barmherigkeit darstellt, nämlich den rücksichtslosen Wunsch, zu verbrauchen, zu besitzen, und ohne Rücksicht auf Andere zu genießen. Kurz gesagt, Haman ist reiner Egoismus.

Hamans Vorwand dafür, die Juden umzubringen, besteht darin, dass diese nicht vereint sind: „Es gibt ein gewisses Volk, verstreut und abgesondert“. Die Juden wurden zu einem Volk, als sie versprachen, „wie ein Mensch mit einem Herzen“ vereint zu sein. Haman beschuldigt sie, sich „nicht an die Gesetze des Königs zu halten“, was vollkommen Sinn macht, weil das Gesetz ihrer Gründung als Nation von ihnen Einheit verlangt. Wenn sie verstreut sind, dann halten sie sich nicht an dieses Gesetz. Wenn dieser Zustand eintrifft, werden sie überflüssig, und Haman sagt dem König, dass dieser sie loswerden soll.

Die Juden waren in Schrecken versetzt. Weder hatten sie eine Vorstellung, wie sie sich retten sollten, noch wussten sie, was sie verkehrt gemacht hatten, um den Tod zu verdienen. Dann kommt Mordechai und versammelt sie im Gebet um Esthers Erfolg, und sie folgen ihm. Dadurch vereinen sie sich wieder und werden erneut zu einer Nation, genau wie damals am Fuß von Berg Sinai.

Das macht den Vorwand von Haman ungültig, da sie nicht länger „verstreut“ sind, und somit auch nicht mehr gegen das Gesetz des Königs verstoßen. Auf selbstverständliche Weise wird an dieser Stelle das Urteil wiederrufen.

Die Charaktere in diesem Stück erzählen uns über die verborgenen Kräfte, die in uns als Individuen und zwischen uns Menschen wirken. Sie sind immer vorhanden und tragen unsere spirituelle Entwicklung. So wie sie damals Haman ins Leben riefen, so bringen sie immer wieder neue Hamans zutage. Heutzutage gibt es etliche von ihnen in jedem Land und heute wie damals besteht das Gegenmittel in der Vereinigung. Wenn wir uns vereinen, sind wir gerettet; vergessen wird dies, werden wir bedroht und sogar vernichtet.

Dies führt uns nun zu der großen Freude an Purim, wo uns befohlen wird, Alkohol zu trinken, bis wir nicht mehr in der Lage sind, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Denn wenn wir uns vereinen, verbreiten wir diese Einigkeit im gesamten Königreich, womit die gesamte Schöpfung gemeint ist. Indem wir uns vereinen, werden wir zum Licht für die Völker, und verbreiten das Licht der Vereinigung.

Wenn alle Menschen sich vereinen, dann muss man nicht mehr auf der Hut sein oder einander misstrauen, da dann alle Menschen Eins sind. In diesem Zustand wird es sogar überflüssig, zwischen Haman und Mordechai zu unterscheiden, und die Betrunkenheit ist das Symbol dafür.

Die Hamantaschen oder Hamentaschen (Jiddisch für Hamans Taschen) stellen die Korrektur der egoistischen Wünsche da, die stattfindet, sobald sich alle Menschen vereint haben. Aus diesem Grund sind sie auch süß gefüllt: das symbolisiert die Freude der Einheit in nicht selbstbezogenen Wünschen.

Zum Schluss: Purim lehrt uns, dass alles Leid als Folge unserer Uneinigkeit kommt. Wenn wir uns nicht vereinen, werden wir verfolgt, so wie im Exil von Babylon, während all der Verfolgungen, die wir in der gesamten Geschichte erlitten, und die wir auch heutzutage wieder fühlen. Mit Einigkeit sind wir jedoch heil und gesund und beschwipst. Also: Wenn alles schief geht, vereinigt euch!

Huffington Post, 2015

Ein System, das nicht im Verstand erfasst werden kann

Tora, Deuteronomium 14:21: Ihr sollt kein Aas essen. Ihr könnt es dem Fremden geben, der in euren Städten ist, dass er es esse oder verkauft es an einen Ausländer; denn ihr seid ein heiliges Volk dem Herrn, eurem Gott…

„Der Fremde, der in euren Städten ist“ sind Eigenschaften, die Sie nicht als die Ihren beachten, von denen Sie befreit sind und die Ihnen außerhalb der Grenzen Ihres Wunsches gesandt werden. Es sollte dennoch existieren, denn die ganze Welt befindet sich innerhalb eines Menschen.

In dieser Welt gibt es eine große Anzahl von Nationen und ethnischen Gruppen, die anderen Gesetzen und Bräuchen folgen. Warum? Es zeigt uns, woraus unsere Wünsche bestehen. Wir müssen daher verstehen, dass es hierarchisch eine Menge von allen möglichen Wünschen in uns gibt – von den unkorrigierten, die noch korrigiert werden müssen (heute befinden sie sich auf der Stufe der so genannten Nationen der Welt), bis hin zu den höchsten.

Die gesamte Hierarchie wird nur nach der Möglichkeit verwirklicht, die Wünsche zum Wohl der anderen zu verwirklichen. Ausländer und Fremde können entweder in Ihr Haus eintreten, das bedeutet die Wünsche, mit denen sie bereits für das Geben arbeiten, oder sie können draußen bleiben. Alles hängt davon ab, wie sie sich anpassen und korrigieren.

Frage: Können wir sie Klipot (unreine Wünsche) nennen?

Antwort: Klipot sind die Wünsche, die außerhalb Ihrer Stadt sind. Sie müssen noch genährt werden. Es gibt aber bestimmte Schritte bei deren Ernährung, die sich jedoch nur in dem Umfang offenbaren, wie sie für weitere Korrekturen und das Geben notwendig sind. Dies ist ein sehr ernstes, riesiges, globales System. Es ist unmöglich, es mit dem Verstand zu begreifen; man erfasst es nur innerlich, wenn es in den Sinnen auftaucht. Sie können schließlich das Ganze in Ihren Sinnen wahrnehmen, jedoch ist es unmöglich, es mit dem Verstand zu beschreiben.

Versuchen Sie doch, Ihre Beziehung mit der Gruppe oder Ihrer Familie zu beschreiben. Sie tragen sie in sich! Um sie nach außen darzustellen, bräuchten Sie zahlreiche Bände und könnten noch immer nicht alles beschreiben.

Frage: Ein Mensch denkt, dass dies alles sehr kompliziert ist. Wie können wir das aber erreichen?

Antwort: Es gibt nichts kompliziertes, wenn Sie versuchen, es mit Ihren Gefühlen und nicht mit Ihrem Verstand zu begreifen. Wenn ein Mensch versucht, alles in sich aufzunehmen, dann geschieht alles natürlich.

Von Kab TV „Geheimnisse des ewigen Buches“27/7/16

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