Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Ohne dich werde ich das Ziel nicht erreichen

Dass jeder einzelne Freund benötigt wird, ist eine sehr unangenehme Notwendigkeit. Wir unterteilen die Leute immer: Diese sind annehmbarer, diese sind es weniger; wir können diese besser verstehen, jene weniger; diese da kann man ignorieren; wir können uns den einen annähern, sollten uns aber von den anderen fernhalten etc. Wir machen bezüglich der uns umgebenden Gesellschaft ständig Unterschiede, und das ist äußerst schlecht.

Das Konzept „Es gibt niemanden außer Ihm“ bedeutet, dass ihr jeden gleich behandelt. Das ist sehr schwer! Hier müssen wir ständig unseren Egoismus im Blick behalten, das immer jeden auf seinen Platz verweist: Dieser eine ist mir näher, jener andere ist weiter entfernt, ich gehe hinter diesem her, muss den anderen anlächeln, diesen grüßen, jenem die Hand halten etc. Dementsprechend positionieren wir uns immer relativ zu anderen, denn das sind tierische Regungen.

Aber all die Punkte im Herzen sind exakt die Gleichen. Das ist der Grund, warum Gleichbehandlung und vollständige Nivellierung unserer natürlichen, irdischen Eigenschaften – um sie abzubauen und überhaupt nicht mehr zu sehen – die Hauptsache sind.

Bei der spirituellen Arbeit gibt es kein angenehm und unangenehm, nah oder fern; dort ist niemand, den du verstehst oder nicht verstehst. Ich beziehe mich auf die ernste spirituelle Arbeit, nicht auf die Verbreitungsaktionen oder die tägliche Arbeit auf dem physischen Level. In der Gruppe kann nicht einer mehr oder weniger ausmachen: Alle sind gleich; andernfalls sind sie keine Freunde.

Folglich baue ich mich auf, nicht die Körper der Freunde zu sehen, wenn ich all die tierischen, weltlichen Merkmale weglasse und all die Punkte im Herzen auf derselben Ebene platziere, ständig daran arbeite, dass sie gleich sind, gleichwertig mit mir, höher oder niedriger als ich, aber gleich wichtig. Dies ist sehr wichtig und extrem schwierig, da der Egoismus sich ständig auf jemanden ausrichtet und die anderen ignoriert etc.

Es gibt Dutzende Leute, die wir gar nicht erst bemerken. Und es gibt Leute, die für uns attraktiv sind. Das muss weggeputzt und gestrichen werden. Jeder ist gleich. Die Seele ist Eine, es gibt keine Unterschiede im spirituellen Bereich, das Höhere Licht gleicht alles aus.

Das ist der Grund, weshalb die Gruppe solch einen Trainingsplatz, solch ein auf das Ziel ausgerichtetes Labor darstellt, das nötig ist, damit man sich in jeder Hinsicht auf das Ziel abstimmt. Einer allein kann das nicht erreichen. Er benötigt ein optisches Zielgerät, durch das er blicken und die Achsen sorgfältig ausrichten wird, um das Ziel zu treffen.

Dies ist eine der wichtigsten Achsen. Jemand entfernt sich von allem Weltlichen und erlebt nur noch den Punkt, der in seinem Freund brennt und auf das Ziel gerichtet ist. Er schätzt ihn nur deswegen hoch ein, nur darin ist er sein Freund, er möchte nur in dieser Hinsicht mit ihm gleichberechtigt sein, er möchte sich nur damit vereinigen. Alles übrige, das Weltliche, wird sowieso sterben, wird in irgendeiner Weise korrigiert werden, es ist nicht wichtig, das Wichtigste ist der Punkt.

Schließlich liebt eine Mutter ihr Kind unabhängig von seinem Charakter, seinen Eigenschaften usw.; es ist so von Natur aus, was kann man da machen? Sie liebt es, weil es auch ihren Punkt hat. Natürlich handelt es sich hier um egoistische, animalische Liebe. Und anfänglich muss sie auch wie das egoistische Tier in uns sein, da wir alle von einer Seele stammen.

Und dann werden wir erleben, wie jeder den anderen in der spirituellen Welt „gebärt“. Wenn wir gleich sind, dann ist jeder von uns zugleich größer und niedriger als der andere. Unsere AHaPs sind mit dem Galgalta ve Ejnaim der Freunde verbunden, und deren AHaPs sind in mir enthalten und helfen mir bei der Geburt. Wenn wir auf diese Weise arbeiten, wird das gesamte System integral. Ich werde in jemanden einbezogen; er wird in mich eingefügt, und dementsprechend jeder in alle anderen: all die Billionen Teile.

Deswegen müssen wir verstehen, dass wir demnach Väter oder Mütter und deren Kinder für jeden sind. Der wechselseitige Einschluss von Galgalta ve Ejnaim in AHaP in einer Sphäre erzeugt diesen integralen Tropfen.

Dabei gibt es eine Menge einzustellen. Es gibt ganz allgemein nur wenige Einstellungen, aber wir deuten sie auf diese Art, weil es sehr schwierig ist, die Wahrheit auszuhalten; wir müssen sie in ihre Bestandteile zerlegen, deren Summe uns die exakte Sicht auf das Ziel ermöglichen wird, hin zur Einheit. In unseren Eigenschaften ist diese Einheit gebildet aus allen möglichen Wegen, sie zu erreichen. Zusammengenommen helfen sie uns, zu handeln: Durch Leiden schieben sie uns von hinten an, durch Wetteifern nach vorne, mit Begeisterung für das Ziel, indem man sich selbst als höher oder niedriger im Vergleich zu anderen ansieht, etc.

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