Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Allgemein'

Familie und Ehe, Teil 12

Eheleute sind die engsten Partner

Frage: Sind Ab-und Aufstiege die Offenbarung des Schöpfers?

Antwort: Natürlich. Ich möchte den Schöpfer nicht aus meinen guten Zuständen heraus enthüllen, sondern nur dann, wenn es mir schlecht geht. Jeder Mensch, der sich mit der spirituellen Entwicklung beschäftigt, wird nicht voran schreiten, wenn er nicht aus der Ruhe gebracht, sozusagen erniedrigt wird. Der Mensch handelt nur unter dem Einfluss von zwei Kräften. Deshalb ist es in der Familie sehr wichtig, dass diese zwei Kräfte Ehepartner sind. Sie sind am engsten miteinander verbunden, sie helfen, ergänzen sich gegenseitig, geben sich Tipps und können Verantwortung füreinander übernehmen. Man sagt, dass sie wie ein gemeinsamer Körper sind.

Bemerkung:  Sie sagten, dass ein Mann seiner Frau seine geheimsten Offenbarungen mitteilen kann.

Antwort: Es ist kein Problem, der Frau alles zu erzählen, es hängt alles von ihrer Beziehungen untereinander ab. In Bezug zum Freund und der Gruppe darf man es nicht tun.

Frage: Was empfehlen Sie, wenn einer der Ehepartner Kabbala studiert und der andere nicht?

Antwort: Wenn die Familienmitglieder deinen Weg nicht gehen wollen, brauchst du sie nicht miteinbeziehen. Gehe durch die Zustände, ohne dass sie es spüren. Gib ihnen die Möglichkeit, angenehm zu existieren. Du wirst dein eigenes spirituelles Leben führen und mit ihnen wirst du konventionell kommunizieren.

Frage: Wenn der Ehepartner nicht mitmachen möchte, darf man auf keinen Fall Druck ausüben?

Antwort: Auf keinen Fall! Im Spirituellem gibt es keinen Zwang.

Fortsetzung folgt…

Aus der TV-Sendung „Grundlagen der Kabbala “ vom 01.01.2019

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Wer wird den Krieg gewinnen?

 

Michael Laitman, in Quora: Wer wird in einem Krieg gewinnen?

 

Wer wird den Krieg gewinnen,  wenn alle 190 Staaten sich gegen Israel verbünden? Was wird geschehen wenn Gott Israel nicht zu Hilfe kommt?

Es besteht definitiv die Möglichkeit, dass die gesamte Welt sich gegen Israel verbünden wird. Wir, das Volk Israel, sollten uns auf wachsenden Hass uns gegenüber gefaßt machen. Dieser kann in verschiedenster Form in Erscheinung treten und wird von uns stets als unbegründet und ungerecht empfunden werden. So zum Beispiel die kürzlich in Den Haag gegen Israel vorgebrachten Beschuldigungen bezüglich von Israel verübter Kriegsverbrechen, wie auch unzählige andere gegen uns gerichtete Anschuldigungen.

Wir sind dasjenige Volk, welches die Fähigkeit besitzt ein neues Licht in dieser Welt zu entzünden. In Folge würde die gesamte Menschheit beginnen sich positiv auf das jüdische Volk und den Staat Israel zu beziehen. Unterdessen führt unser gegenwärtiges Verhalten lediglich dazu den Hass gegen uns weiter zu schüren.

Der Hass auf uns ist das Resultat unseres Versagens, eines Versagens, das sich auf die gesamte Menschheit auswirkt. Es liegt in unserer Hand der Welt zur Korrektur zu verhelfen, woraufhin  die ganze Welt zu einer natürlichen Balance gelangen wird. Dies geschieht, indem wir die wachsende Zerrüttung und den zunehmenden Hass mit Frieden, Liebe und Einheit bedecken. Darin liegt unsere wahre Bestimmung, aber genau diese vernachlässigen wir in fataler Weise.

Je harscher uns die Welt für unser Fehlverhalten verurteilt, desto heftiger unser Drang uns zu verteidigen. Es führt jedoch zu nichts wenn wir damit fortfahren unsere Verantwortung zu leugnen. Wir nähern uns einem Zustand, der dem der 1930er Jahre in Deutschland nicht unähnlich ist. Heute allerdings ist es nicht ein einzelnes Volk, das sich gegen uns erhebt, sondern vielmehr die gesamte global vernetzte Welt.

Egal wie sehr wir uns darum bemühen unser Image aufzubessern, es gelingt uns trotz all unserer Errungenschaften im Bereich der Wissenschaft, Medizin und Technologie nicht das Wohlwollen der Welt zu erkaufen.

Warum? Weil der Hass, den die Welt uns gegenüber empfindet in den Naturgesetzen begründet liegt. Er ist natürlich.

Das der menschlichen Natur angeborene egoistische Verlangen nach Vergnügen zu streben, welches die Grundlage sämtlicher Gedanken und Handlungen eines Individuums bildet, und dies  auf Kosten des Mitmenschen, wächst stetig an. Dieses dem Menschen eigene Verlangen repräsentiert die negative Kraft in der Natur, deren Gegenstück die positive, altruistische Kraft der Liebe, des Gebens und der Verbindung darstellt. In unserer heutigen Zeit nimmt das egoistische Verlangen ungeahnte Ausmaße an. Die Menschheit sieht sich mit einer nicht endenden Kette von Problemen konfrontiert. All dies ist das Ergebnis unseres wachsenden Egoismus. Die Balance zwischen der negativen und der positiven Kraft ist aufs Empfindlichste gestört, da die negative Kraft die Oberhand gewonnen hat.

Wie können wir unser wachsendes Ego in Einklang mit der positiven Kraft bringen? Es ist nur möglich durch eine Methode der Korrektur, deren Aufgabe es ist die Balance zwischen diesen beiden Naturkräften aufrechtzuerhalten. Diese Methode ist dazu angetan, die positive Kraft mittels einer liebenden Verbindung innerhalb der Gesellschaft zu enthüllen.

Das Volk Israel wurde in seinem Ursprung als eine Nation begründet, welche diese Methode der Korrektur in die Tat umsetzte. Es trat zum ersten Mal vor etwa 3.800 Jahren im alten Babylon in Erscheinung, wo Abraham eine Gruppe um sich scharte, welche er anleitete wie sie sich über den damals entstehenden gesellschaftlichen Zerwürfnissen verbinden könnten. Zu diesem Zeitpunkt erhielt eben diese Gruppe den Namen „Israel“ (Yashar Kel, was soviel wie: „direkt auf den Schöpfer hin“ bedeutet. In diesem Namen drückt sich ihr erklärtes Ziel aus, nämlich in direkter Ausrichtung auf die Kraft der Liebe und des Gebens hin zu leben und zu handeln. Sie zogen diese Kraft zunächst auf sich selbst, wodurch sie es ihr ermöglichten eine Verbindung unter ihnen herzustellen. Diese Verbindung wurde über der egoistischen Kraft der Spaltung und des Zerfalls hergestellt.

Genauso wie das Ego zu Abrahams Zeiten die menschliche Gesellschaft spaltete, woraufhin er jene um sich scharte, die sich nach besseren und gesünderen Beziehungen untereinander sehnten, verhält es sich auch heute. Das zu damaliger Zeit auf der Grundlage der Methode der Korrektur entstandene Volk Israel besitzt die Fähigkeit den ersten Schritt auf eine bessere Verbindung in der Gesellschaft hin zu unternehmen. Eine Gesellschaft in der es mehr Liebe, größere Einheit und dauerhaften Frieden geben wird. Die Verbindung im Volk Israel bildet einen Kanal durch den die positive Kraft der Liebe und des Gebens in die gesamte Menscheit hineinfließen kann.

Indem wir es versäumen zu einem Verständnis unserer Aufgabe zu gelangen und uns stattdessen in egoistischen Zielen wie der Suche nach Ruhm, Respekt, Geld und Wissen verlieren, entlädt sich der wachsende Egoismus in immer neuen und schmerzhaften Ausbrüchen. Und jedes Mal aufs Neue wiederkehrend bricht sich der Hass der Völker gegen Israel bahn. Es ist ein unbewusster Hass. Die Welt fühlt, dass Israel ihr etwas vorenthält, ohne jedoch in Worte fassen zu können was genau es ist. Weder die Welt noch Israel gelingt es die wahre Ursache dieses Hasses aufzudecken.

Es ist eine Tatsache, dass Israel von allen Nationen gehasst wird, sei es aus religiösen, rassistischen, kapitalistischen, kommunistischen, oder kosmopolitischen Gründen. Dies ist der Fall, da der Hass allen Gründen vorausgeht.  (Yehuda Ashlag,  Die Schriften der letzten Generation)

Wir leben in einer Zeit wo es tatsächlich zur Realität werden könnte, dass die ganze Welt sich gegen uns verbündet. Es hängt alles davon ab ob wir die uns zugedachte Aufgabe annehmen und die Methode der Korrektur umsetzen, wie wir es einst im alten Babylon taten, als wir uns über allen Zerwürfnissen verbanden, dem Leitsatz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ und „Liebe bedeckt alle Sünden“ folgend.

Ob es sich nun um die kürzlich in Den Haag vorgebrachten Beschuldigungen handelt, mit welchen man darauf dringt eine Untersuchung über vom Staat Israel verübte Kriegsverbrechen einzuleiten, oder aber um amerikanische Juden in New York und New Jersey, welche ganz offensichtlich aufgrund antisemitischer Motive ermordet wurden. Der Antisemitismus hat in den letzten Jahren dramatisch zugenommen.

Das Problem ist, dass wir ein halsstarriges Volk sind, wie es in der Tora heißt. Wir verschließen uns den sich deutlich offenbarenden antisemitischen Tendenzen gegenüber. Wir weigern uns die dem Hass zu Grunde liegende Aufforderung an uns zu hören.  Stattdessen verhalten wir uns wie ein Kleinkind, dessen Mutter böse auf es ist, und beklagen uns darüber, dass sie eine schlechte Mutter sei, ohne ihre wahre Absicht zu begreifen, nämlich das Verhalten ihres Kindes zu korrigieren.

Wir sollten also nicht die Welt anklagen, nicht die Antisemiten und jene Menschen, die uns unser Fehlverhalten vorwerfen. Vielmehr sollten wir uns auf unsere eigene Einigkeit und Einheit konzentrieren und auf die ideologische Basis, welche uns überhaupt erst zu einem Volk werden ließ. Indem wir dies tun werden wir die positive Kraft der Natur zunächst auf uns ziehen, um sie anschließend an die gesamte Menschheit weiterzuleiten. Nur dies kann zu einem positiven Wandel in unseren Beziehungen mit den Völkern der Welt führen. Der neue, von der Welt erlebte Zustand der Einheit wird neue Erfahrungen des Glücks, der Liebe, des Vertrauens und Friedens mit sich bringen. Wir werden von der Welt als eine Art Pipeline empfunden werden, die es der positiven Kraft ermöglicht das Leben aller Menschen zu erreichen. In direkter Folge darauf werden wir nurmehr ein positives Feedback von der Welt erhalten.

Immer mit mir Teil 13

 

“schlaue” Kabbalisten

Dank RABASH begann ich zu erkennen, was Baal HaSulam dir „antut“! Er begleitet dich und schwingt dich so, dass es Hoffnung gibt zu verstehen. Du greifst nach dieser Hoffnung, freust dich…und plötzlich verschwindet alles. Und du bist verzweifelt, wie kommt’s?!! Es war doch so klar, so logisch….. Warum ist jetzt alles weg?!

Weil Baal HaSulams Aufgabe eine andere ist. Er führt dich dazu, dass dein Gehirn, dein Verstand, auf den du dich dein ganzes Leben lang gestützt hast, nichts mehr bringt.

Versuch dies rechtzeitig zu verstehen, damit du den Weg nicht verlängerst. Aber es ist nicht so einfach, den irdischen Verstand hinter sich zu lassen und sich dem Unbekannten hinzugeben. RABASH verlangte, dass ich bereit war, zwischen den Worten zu lesen, damit alles, was untersucht wurde, transparent ist. Um durch diese Transparenz in eine andere Realität einzutreten. Dies wird als innere Offenbarung bezeichnet.

Wenn du die Welt hinter diesem Buch, hinter seinen Worten verstehst, wenn du eine andere Welt durch Worte betrittst. RABASH gab mir das Gefühl, dass es solch eine Möglichkeit gibt.

Und ich erkannte, dass ich es nicht verfehlen kann.

 

 [# 242476]

Fortsetzung folgt…

Leben und Tod aus Sicht der Kabbala, Teil 3

Frage: In den Jahrtausenden der Entwicklung der menschlichen Zivilisation hat es eine Vielzahl verschiedenster Vorstellungen gegeben. Überraschend aber wahr ist, dass sich fast alle mit dem Leben nach dem Tod beschäftigten. Jeder glaubte daran. Was sagt die Kabbala darüber?

Antwort: Die Kabbala sagt, dass Leben nicht die Existenz und den Tod unseres „Eiweißkörpers“ bedeutet; es wird, ungeachtet in welchem Zustand sich unser Körper befindet, mit der „Höheren Kraft“ gefüllt.

Mit anderen Worten, wir haben die Möglichkeit, den Willen zu Geben außerhalb von uns zu erlangen, indem wir uns mit unserem Egoismus antreiben. Wenn sich jemand selbst antreibt und andere erfüllen möchte, erhält er, um es an andere weitergeben zu können, von Oben Füllung. Mein Verlangen, jemanden außerhalb von mir zu füllen, bedeutet Leben. Ich möchte jeden erfüllen. Wenn ich mich so mit anderen und durch sie, in Beziehung zum Schöpfer bringe, durchströmt mich ein großes Leuchten und dieses Licht, das mich erfüllt, wird Leben genannt.

Frage: Was bedeutet dann Tod?

Antwort: In der spirituellen Welt bedeutet der Tod den Abstieg von der Eigenschaft des Gebens zur Eigenschaft des Empfangens. Das Verlangen für sich selbst zu empfangen, sich alle Genüsse selbst einzuverleiben, das ist der spirituelle Tod. 

Frage: Bedeutet das, dass wir aus Sicht der spirituellen Welt tot sind, wenn wir uns jetzt im Verlangen zu Empfangen empfinden?

Antwort: Aus Sicht der spirituellen Welt sind wir nicht tot, wir existieren nicht einmal. 

Frage: Bestimmt man in der spirituellen Welt selbst, ob man am Leben oder tot ist?

Antwort: Ja, wenn man den Zustand von Leben erreicht hat und diese Eigenschaft dann von einem abfällt, das Licht verschwindet, besagt das: „Nun befinde ich mich im Zustand des Todes.“

Einstweilen befinden wir uns noch in keinem Zustand. Aus spiritueller Sicht werden wir als Tiere und nicht als Menschen betrachtet.

Frage: Könnte man sagen, dass wir zurzeit als eine „Möglichkeit“ existieren?

Antwort: Ja, wir können eine spirituelle Stufe erreichen und Mensch werden, bis jetzt haben wir das noch nicht erreicht.

Frage: Was ist die spirituelle Wurzel des Todes?

Antwort: Sie ist der Übergang zu einem anderen Zustand, der jedoch nicht den Tod bedeutet. Wir betrachten den Tod als Abwesenheit vom Verlangen zu empfangen, die Eigenschaft des Schöpfers. Wenn sich das in uns manifestiert, nennen wir es Leben.

Aus Kab TV „Grundlagen der Kabbala, 14.1.19

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Immer mit mir – Teil 12

 

Aufkeimender Zweifel  

Plötzlich wurde mir klar, dass es auch eine andere Art von Studium gibt. Nicht rational, nicht so wissenschaftlich, nicht wie ich es gewohnt war. Obwohl ich weiterhin bei Hillel studierte, konnte ich von diesem Moment an nicht mehr, wie bisher, in das Studium der Texte eintauchen, um Geschriebenes zu verstehen, um zu wissen, zu lernen und zu genießen, was ich gelernt hatte.

RABASH „ruinierte“ mein Vergnügen. Er säte Zweifel in mir, die sich zu einem einzigen aufdringlichen Gedanken kristallisierte: “Ich will in das zu untersuchende Material eindringen”.

 

[# 242379]

Fortsetzung folgt…

Was ist Ego?

Von meiner Facebook-Seite Michael Laitman 30.12.19

 

Die menschliche Natur beinhaltet das Verlangen zu genießen, das Ego besitzt die Absicht, auf Kosten anderer zu genießen.

Unser Verlangen zu genießen teilt sich in individuelle, soziale und spirituelle Verlangen auf:

  • individuelle Verlangen – nach Essen, Sex, Familie und Obdach
  • Soziale Verlangen – nach Geld, Ehre, Kontrolle und Wissen.
  • Spirituelles Verlangen – oder genauer gesagt, der Kern eines spirituellen Verlangens (genannt „Punkt im Herzen“), der den Sinn und Zweck des Lebens in Frage stellt. Er beginnt aufzutauchen, wenn wir in unseren individuellen und sozialen Verlangen immer weniger erfüllt werden, und kann sich zu einem vollen spirituellen Zustand entwickeln.

Das Ego wird auf der Ebene unserer sozialen Verlangen aktiviert. Beginnend mit dem Verlangen nach Geld, ist es ein Verlangen, das grundsätzlich das will, was der andere hat. 

Das Ego, d.h. die Absicht, auf Kosten anderer zu genießen, bezieht sich nicht auf unsere individuellen Verlangen nach Nahrung, Sex, Familie und Obdach. Diese sind rein animalische Verlangen, die in uns wirken, um unser Überleben als Individuum und als menschliche Spezies zu gewährleisten. Ähnlich, wie es eine Kraft gibt, die an leblosen Objekten arbeitet, damit sie ihre Form beibehalten.

Das Ego wird auf der Ebene unserer sozialen Verlangen aktiviert. Beginnend mit dem Verlangen nach Geld, ist es ein Verlangen, das grundsätzlich das will, was der andere hat. 

Wenn wir die menschliche Evolution als eine Abfolge der oben genannten Verlangen betrachten, können wir sehen, wie wir in den frühen Tagen der menschlichen Evolution, d.h. in unseren „Höhlenmenschentagen“, nur gelebt und gearbeitet haben, um unsere individuellen Verlangen nach Nahrung, Sex Familie und Obdach zu befriedigen .

Nach einiger Zeit begannen wir das zu wollen, was andere hatten. Das Verlangen nach Geld drängte uns, uns voneinander abzugrenzen, unser Eigentum vom Eigentum anderer zu differenzieren und Systeme des Austauschs zwischen uns zu entwickeln. Dies ist der Beginn des Ausdrucks des Egos in der menschlichen Gesellschaft.

Je mehr das Ego wächst, desto mehr wollen wir auf Kosten anderer genießen.

Deshalb nahmen, je mehr sich die Menschheit entwickelte, immer mehr Menschen Machtpositionen, Ehre und Ruhm ein und übertrafen sich in Wissenschaft, Philosophie und Kunst.

Heute haben wir einen Punkt erreicht, an dem unsere individuellen und sozialen Verlangen gestillt sind. Wenn wir anhand des Egos handeln, empfinden wir immer weniger Erfüllung. Dies liegt daran, dass die nächste Stufe des spirituellen Verlangens in uns erwacht.

Das spirituelle Verlangen steht über dem Ego. Die Natur führt uns durch einen Entwicklungsprozess, in dem wir viele Jahre vor-egoistischer Entwicklung durchmachen, indem wir nur die Überlebensbedürfnisse befriedigen, und dann Tausende von Jahren egoistischer Entwicklung durch Verlangen nach Geld, Ehre, Kontrolle und Wissen.

Beginnend mit unserer heutigen Zeit, durchlaufen wir in der letzten Phase der Menschheitsentwicklung die „Offenbarung des Bösen“ unserer egoistischen Entwicklung.Wir können keine Erfüllung mehr erlangen, indem wir versuchen, auf Kosten anderer individuell zu genießen und beginnen, das neue spirituelle Verlangen zu realisieren, das an die Oberfläche tritt.

In dieser Übergangsphase zwischen der Spitze egoistischer Entwicklung und spiritueller Entwicklung erleben wir als Gesellschaft zunehmend negative Phänomene wie Depression, Stress, Angst und Einsamkeit des Individuums sowie Spaltung, Konflikt, Fremdenfeindlichkeit, Scheidung, Mobbing, Missbrauch, Ausbeutung und Manipulation der Gesellschaft. Solche Phänomene tauchen deshalb auf, um uns zu zeigen, dass wir uns nicht länger uns selbst erfüllen können.  Wir werden verzweifelt und hilflos sein, wenn wir dies entsprechend unserer natürlichen, angeborenen egoistischen Neigung versuchen.

Deshalb müssen wir in unserer gegenwärtigen Zeit, so wie es die Kabbalisten seit Generationen erörtert haben, eine grundlegende Transformation unseres Egoismus durchlaufen und unser neues spirituelles Verlangen verwirklichen.

Das neue spirituelle Verlangen zu erkennen bedeutet, sich über das Ego zu erheben, d.h. zu beabsichtigen, andere statt sich selbst zu begünstigen. Mit anderen Worten, indem wir unsere angeborene egoistische Absicht, uns selbst zu nutzen, in eine altruistische Absicht umwandeln, anderen zu nützen, erkennen wir unser spirituelles Verlangen und balancieren uns so mit der nächsten Stufe der Evolution aus, zu der uns die Natur führt.

Und wenn wir uns mit dieser neuen Evolutionsstufe ausbalancieren, erleben wir sie als einen neuen harmonischen und perfekten Zustand.

Wenn wir diesen Übergang nicht schaffen und weiterhin hartnäckig versuchen, uns selbst auf Kosten anderer zu erfüllen, werden wir weiterhin Schmerzen und Druck verspüren, was uns letztendlich zu immer mehr Leiden und Verzweiflung führt. 

Ich hoffe daher, dass wir die Methode der Weisheit der Kabbala, die uns gegeben wurde, verwirklichen und uns mit der Natur in Einklang bringen und Weisheit erlangen, um genau zu definieren, wer und was wir sind, woran dieses Ego in jedem Moment schleichend in jedem von uns arbeitet und lernen, sich darüber zu erheben, um wiedergefundene Ganzheit und Vollkommenheit zu erfahren.

 

Immer mit mir – Teil 11

 

Hat er mich verlassen?!  

Ich war verletzt und wütend auf RABASH, die Tatsache, dass ich nichts verstand… Nun, ich wusste nicht, was man hätte tun können. Ich fing gerade erst an. Hat er mich deshalb verlassen?! Er hatte ein Feuer in mir entzündet und ließ mich plötzlich allein, verbrennen. Er hat mich verlassen. Wie konnte er nur?!

Erst danach wurde mir klar, was RABASH mir antat. Er hatte mich getestet, überprüft, ob ich empört bin. Würde ich nach einer Möglichkeit suchen, nichts mehr zu verstehen, oder würde ich das Wissen bevorzugen, wo mein „Ich“ unverletzt blieb? Im Grunde genommen wollte er herausfinden, ob ich der Mühe überhaupt wert war. War ich reif für Schmerzen, für eine echte Suche, für Wachstum, sollte man in mich die Kraft investieren oder nicht?

Damals war ich empört, heute sehe ich, wie alles von ihm genau geplant war. Der Höhere bringt immer den Unteren zur Welt. Der Untere kann sich selbst nicht zur Welt bringen. RABASH prüfte, ob ich bereit war mich zu ändern. Würde er mich erwecken wie ein weinendes Baby, vielleicht ohne zu verstehen, was ich brauche, einfach, weil ich mich schlecht fühle? Er wollte ein unbewusstes Gebet von mir. Er wollte, dass ich ihn zwinge, sich um mich zu kümmern.

Und so war es auch. Ich hatte RABASH noch nicht „getroffen“, aber die Tatsache, dass er mich „weggestoßen“ hat, brachte mich zu dem großen Wunsch, zu ihm, durchzudringen.

RABASH sah alles, fühlte und schwieg.

 

[# 242374]

Fortsetzung folgt…

Leben und Tod, Teil 2

Nichts ist gewisser als der Tod – nichts ist ungewisser als die Stunde des Todes 

Sprichwort: Nichts ist gewisser als der Tod – nichts ist ungewisser als die Stunde des Todes„. In der Tat muss ein Mensch die Stunde seines Todes nicht wissen, obwohl das Thema durchaus interessant ist.

Beim Kauf, beispielsweise, eines Lotterieloses, glaubt der Mensch, er könne gewinnen, auch wenn die Chancen eins zu einer Million stehen. Wenn er jedoch nach draußen geht, kommt er nie auf die Idee, ihm könnte etwas zustoßen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit viel größer ist. Das ist unsere Art, so zu reagieren.

Was ist die Ursache für dieses Verhalten?

Antwort: Wir wollen immer das, was für uns gut und nicht was schlecht ist. Deshalb wägen wir die Umstände und Handlungen nicht richtig ab. In der Regel denken wir, dass alles gut wird.

Frage: “ Maximaler Genuss bei minimalem Energieverbrauch“. Ist diese das Programm unserer Existenz?

Antwort: Ja, denn alles Leben ist auf beabsichtigten, vorüberziehenden Genüssen aufgebaut. In jedem Moment unserer Existenz versetzen wir uns immer in den angenehmsten Zustand.

Die Fortsetzung folgt….
 Aus der TV Sendung „ Die Grundlagen der Kabbala.“ 14.01.2019

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Immer mit mir – Teil 10

Bild könnte enthalten: Bruder Jörg, Brille, Bart, Nahaufnahme und im Freien

 

Rabash will mit dir reden

 

Ich begann im Winter zu studieren, und nach zwei oder drei Monaten, um Pessach herum, sagte Hillel zu mir: „Michael, RABASH will mit dir reden“.

Ich war nicht allzu begeistert, war sehr zufrieden mit Hillels Studium, das gefiel mir. Aber Hillel sah mich so seltsam an, dass mir klar wurde, dass ich zu RABASH gehen musste.

RABASH rief mich in sein Büro, setzte sich mir gegenüber, öffnete das Buch und begann mit mir „Vorwort zum Buch Sohar“[1] zu studieren.

 

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Ich hatte früher schon einmal versucht, dieses Vorwort zu lesen, aber es war schwer für mich, da durch zu dringen. Baal HaSulam begann den Artikel mit einer Reihe von Fragen: „Was ist unsere Essenz?” „Was ist unsere Rolle in der langen Kette der Realität, deren kleine Glieder wir sind?”…

RABASH las diese Fragen und erklärte sie im Handumdrehen. „Wie ist es möglich, dass aus dem Ewigen, ohne Anfang und Ende, Schöpfungen unbedeutender, vorübergehender und schädlicher Natur kommen?” – las er.

Er antwortet, ich hörte aufmerksam zu, und ich merkte, dass ich nicht wirklich verstand, wovon er sprach.

RABASH las weiter. Ab dem zweiten oder dritten Absatz dieses Vorwortes hatte ich absolut aufgehört, es zu verstehen. Ich konnte die Worte nicht annehmen. Ich war nicht mehr Imstande sie zusammenfügen, ich konnte sie in meinem Verstand nicht verbinden, geschweige denn in meinem Herzen. Ich griff nach dem Gedanken und verlor ihn sofort.

Nein, es waren keine Tora-Geheimnisse oder etwas Abstraktes. Aber ich fühlte mich wie ein kompletter Idiot. Schließlich war ich es gewohnt, das Material wahrzunehmen, mich da hinein zu versetzen, herauszufinden, zu zeichnen, zu schreiben und hier, mit meiner Bildung, hatte ich nicht einmal etwas, woran ich mich festhalten konnte.

Etwa eine Stunde später sagte RABASH. „Okay, das reicht für heute. Wir werden beim nächsten Mal weitermachen“. Ich ging mit einem gemischten Gefühl von Wut auf ihn, auf mich selbst und mit der Entscheidung, dass ich das nächste Mal alles kläre.

Das nächste Mal kam ein paar Tage später.

Hillel teilte mir wieder mit: „Wenn du willst, heute, nach unserer Lektion kannst du zum Rav[2]  kommen“.

Und wieder hatte ich eine Lektion bei ihm, und wieder verstand ich nichts. Danach bot mir Hillel nicht mehr an, zu RABASH zu kommen.

[1] Einer der Einführungsartikel von Baal HaSulam, mit denen man beginnt, die Kabbala zu studieren.
[2]  Rav (Rabbi) ist eine respektvolle Wendung an einen Rabbiner. Es ist bei die aschkenasischen Juden verbreitet, in Übereinstimmung mit dem Wort ADMOR. Dies ist der Name eines spirituellen Führers bei den Hassidim. Die Abkürzung für Adonenu morenu ve-Rabbenu: Herr, Lehrer und unserer Mentor.

 

[# 242364]

Fortsetzung folgt…

“Wie kann ich Wunder in meinem Leben geschehen lassen?” (Quora)

Michael Laitman, in Quora: Wie kann ich Wunder in meinem Leben geschehen lassen?

 

Nichts ist einfacher, als dass ein Wunder in meinem Leben geschieht.

Wenn Menschen Ablehnung, Hass und Verschlossenheit untereinander spüren, sie aber beginnen, sich über solche negativen Empfindungen hinweg zu verbinden, wie geschrieben steht: „Liebe wird alle Übertretungen bedecken“, wird jeder durch diesen Kampf über das Ego von der Natur positiv beeinflusst.

Dieser positive Einfluss wird in der Weisheit der Kabbala als das ‘Licht’ bezeichnet. Die Menschen fühlen, dass das Licht sie genau aus der Dunkelheit zieht, die sie noch kurz zuvor empfunden haben. 

Eine solche Verbindung über gegenseitige Ablehnung und Hass hinweg  ist ein Wunder. Wenn es passiert, spüren wir eine neue Erleuchtung, Perfektion, Wärme und Harmonie in unserem Leben.

Woran liegt es, dass dieses Wunder geschieht, wenn wir uns über Hass und Ablehnung erheben?

Das liegt daran, dass wir durch dieses Verhalten dem Licht ähneln, – der Qualität der Liebe und des Gebens der Natur – und dass wir durch unsere Verbindung den Einfluss des Lichtes mehr anziehen.

Wenn wir beschließen, dass wir von Kriegen, Konflikten und Hass untereinander genug haben und versuchen, gut miteinander umzugehen, werden wir sofort spüren, wie sich die Welt verändert und mit einem besonderen Licht erfüllt ist.

Wir sind von diesem Licht immer vollkommen umhüllt, aber wir empfinden es als Dunkelheit. 

Warum?

Unsere selbstbezogene, egoistische Natur ist zu der gebenden und liebenden Natur des Lichtes genau entgegengesetzt.

Indem wir uns bemühen, so liebevoll und gebend wie das Licht selbst zu sein, obwohl wir uns genau entgegengesetzt empfinden, ziehen wir den positiven Einfluss des Lichts an, und es vollbringt dieses Wunder, uns über unsere instinktive Ablehnung hinweg miteinander zu verbinden.

Wenn solch ein Wunder geschieht, werden wir ein völlig neues Gefühl von Glück, Zuversicht, Wärme, Unterstützung und Harmonie spüren, d. h. wir haben ein positives Lebensgefühl.