Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Allgemein'

Die Fotos im Herzen Teil 1 (6)

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Man lernt aus Fehlern 

Ich habe oft meine Notizen zu Rabash gebracht, manchmal mit den entsprechenden Zeichnungen. Ich habe ihn gebeten mir zu erklären, ob ich es richtig verstehe. Manchmal war es leichter etwas aufzuschreiben und ihm zu zeigen, damit er sich dafür interessierte und zwischen den Zeilen lesen konnte, wo ich im richtigen Gedankenfluss war, oder wo ich noch gestolpert bin.

Rabash hat meine Notizen aufmerksam gelesen und mir interessiert zugehört. Danach, wenn wir irgendwohin fuhren, hat er mir gesagt, was er darüber dachte. Grundsätzlich war vieles falsch, aber es waren auch richtige Folgerungen dabei. Auch so lernt man aus seinen Fehlern.

Kabbala Akademie

 

Das Ego und die Liebe

Frage: Kann das Genießen der Spiritualität egoistisch sein?

Antwort: Natürlich. Spiritualität bedeutet Geben und Liebe. Ich bin dazu bereit, dich zu lieben und dir zu geben, wenn es mir dabei gut geht! Und wenn nicht, wozu soll ich dich dann lieben?! Das nennt sich Klipa, das ist keine Spiritualität, sondern Materialität.

So zu lieben ist jeder von uns in der Lage: ich liebe meine Kinder, weil das meine sind. Doch wenn das nicht meine Kinder sind, habe ich keinen Bezug zu ihnen. Ich kann jemanden lieben, von dem mein Wohl abhängt, andernfalls brauche ich ihn nicht.

Mit anderen Worten: ich bringe mich ein und liebe, weil ich daraus einen persönlichen Nutzen ziehe. Es ist jedoch kein Geben und keine Liebe, sondern Ausnutzung des Nächsten.

Das Geben und die Liebe, von denen in der Wissenschaft der Kabbala die Rede ist, hat nichts mit dem Empfangen für sich selbst zu tun. Ich liebe diesen Menschen, damit es ihm gut geht – das war es. Das ist mehr als die Liebe zu unseren Kindern, denn sie werden von uns instinktiv geliebt. [Rest des Beitrags lesen →]

Wie das Licht des Schöpfers sein

Der Schöpfer regiert die Welt mit zwei kongruenten Kräften:

1) Im Moment der Handlung zieht Er uns mit Freude an, die uns dazu zwingt, diese Handlung auszuführen.

2) Er entfernt und stoppt sogar die Handlung durch das Leiden, der das Geschöpf beim Ausführen dieser Handlung erfährt, wenn Er nicht will, dass diese Handlung vollbracht werden soll.

(Baal HaSulam, „Die allgemeine Natur der Kabbala-Wissenschaft“)

Das Licht, das von oben nach unten herab steigt, beeinflusst uns. Und wir müssen von unten nach oben darauf reagieren.

HaWaYaH: Der Name von HaWaYaH – Hej – Waw – Yud – Hej – sind die Zehn Sefirot: Yud – Chochma, das erste Hej – Bina, Waw – SA,

das untere Hej – Malchut

V.e: das Verlangen zu empfangen

V.g: das Verlangen zu geben

Na Ra N Cha Y: Nefesh-Ruach-Neshama-Chaja-Yechida

A K: Adam Kadmon

MAN: Mejn Nukwin

die rechte Seite der Zeichnung

K: Keter

Ch: Chochma

B: Bina

M: Malchut

Wir sind immer zwischen zwei Kräften: unsere Reaktion und dem Einfluss von oben. So bilden wir uns.

Das Ziel unserer Entwicklung ist es, uns lichtgleich in unserer Welt zu machen. Dies kann in dem Maße erreicht werden, in dem wir zusammenkommen (∑).

Wenn wir danach streben, gleich, vereint zu werden, ziehen wir höheres Licht auf uns im Maße der richtigen Verbindung zwischen uns. Es steigt auf uns in dem Maße herab, in dem wir unsere Verlangen wie er sein zu wollen, erheben.

Alle Welten zwischen uns und dem Licht verbergen es vor uns. „Welt“ kommt von dem Wort „Olam“, „Olama“ und bedeutet „Verhüllung“. Diese Verhüllung existiert, um uns vollständig vom Schöpfer zu isolieren, damit wir in der Lage wären, uns in unserer Welt allen Eigenschaften des Lichtes anzugleichen. Es ist Ein, Einzig, Integral. Und wir müssen versuchen, uns auf die gleiche Weise miteinander zu verbinden.

Wenn wir versuchen, dies zu tun, dann erheben wir unsere Fragen, unsere Wünsche, unsere Verlangen zum Licht.

Sie werden „MAN“ – „Mejn Nukwin“ ( Wasser von Nukwa ) genannt. Und dann kommt die Kraft des Lichts (der rote Pfeil in der Zeichnung) auf uns herab und beginnt, uns zu korrigieren.

Deshalb ist das Einzige, was wir in unserer Welt brauchen, das Verlangen, vereint zu sein. Aber um eine korrekte Verbindung herzustellen.

Das ist es, was wir in jedem Morgen Unterricht tun. Auf diese Weise erheben wir unsere Verlangen zum höheren Licht, es bringt seine Kraft auf uns herab, und jeden Tag werden wir mehr und mehr vereint. Versucht bitte, an unseren Unterrichte teilzunehmen oder sie in Aufzeichnung zu hören, und ihr werdet sehen, wie es euch beeinflusst.

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Kabbala Akademie

 

Neues Leben #1105 – Leben im Netz

Neues Leben #1105 – Leben im Netz

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Tal Mandelbaum ben Moshe

 

Im idealen Netzwerk sind alle einbezogen und unsere guten Beziehungen schaffen einen Ball der Liebe, aber das menschliche Ego widersetzt sich diesem. Die Kluft zwischen unserer natürlichen Verbindung und der egoistischen Einstellung bestimmt unser Schicksal. Spirituelles Wachstum entsteht, wenn wir unsere Einstellung durch ein Mittel namens Seele korrigieren und das Netzwerk positiv beeinflussen. Der Höhepunkt der Entwicklung ist es, das gesamte Netz zu erfassen und die Ebene Gottes zu erreichen.

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Aus KabTVs „New Life # 1105 – Leben im Netz“, 19.03.19

Die Fotos im Herzen Teil 1 (5)

Bild könnte enthalten: Bruder Jörg

Fragen und Antworten 5

Frage: Konnten Sie mit ihm einfach so reden oder haben Sie ihm die vorbereiteten Fragen gestellt?

Natürlich habe ich die Fragen vorbereitet und habe so genau wie möglich die Frage gestellt, einfach und kurz. Sagen wir ich habe die Frage innerhalb 10-15 Sekunden gestellt. Einerseits habe ich mich bemüht, dass diese Frage so gut wie möglich verständlich war. Andererseits wollte ich durch diese Fragen die Art des Antwortens für ihn bestimmen. Weil ich genau so eine Antwort bekommen wollte, ein kleines Fragment in einem bestimmten Ansichtswinkel, den ich wahrnehmen, der sich in mir einprägen und ich ihn spüren konnte, und nicht eine solche Frage zu stellen, die mich auf dem Weg verwirrt. Weil ich ja noch klein und jung war.

Er wusste aber was er tat. Und obwohl meine Fragen gut genug, klar und deutlich waren, hat er manchmal sehr spezielle Antworten gegeben, die für mich sehr schwer verständlich, schwer zu verdauen waren. Erst nach vielen Jahren, als ich mich an diese Fragen erinnert habe, als ich sie aus meinem Gedächtnis und aus meinem Herzen herausgeholt habe, habe ich diese Antworten verstanden.

Frage: Hatten Sie damals vermutet, dass Sie eines Tages zu einem Lektor werden? Haben Sie deswegen solche Fragen gestellt?

Ich wusste, dass ich ein Lehrer und Lektor sein muss. Nach einem Jahr beim Studium habe ich angefangen die Lehrer im Berg Institut zu unterrichten. Er hat mir erlaubt die Lektionen dort zu leiten. Danach kamen 40 Männer von Berg zu Rabash.

Ich wusste, dass ich das machen werde. Außerdem hat Rav der Rabani Fejga gesagt, dass er von mir die Verbreitung der Wissenschaft der Kabbala erwartet. Er hat mich ständig dazu angespornt. Und gleichzeitig hat er mich zum Unterricht am Berg Institut bewegt. Sogar morgens, wenn ich dort die Lehrer unterrichtete, die für das breitere Publikum vorlesen sollten, hat er mich inmitten des Unterrichtes angerufen und gefragt: “Wie geht es? Wie läuft der Unterricht?“. Manchmal war das zu lasten unserer Spaziergänge. Er hat diese Spaziergänge abgesagt, nur damit ich  Kabbala unterrichte.

Danach, im Jahr 1983 habe ich meine ersten 3 Bücher geschrieben. Obwohl sie in russischer Sprache erschienen, war er sehr interessiert und hat mich dazu ermutigt. Ich habe mich mit ihm über alles beraten, sogar über den Preis von diesen Büchern. Er hat darauf bestanden, dass ich die Bücher nicht zu preiswert verkaufe, denn derjenige, der Kabbala studiert, muss wissen was er kauft und was er sich davon verspricht. Jedes Mal war er sehr froh, dass ich in dieser Sache voran schreiten konnte.

Keiner hatte seine Wörter früher aufgeschrieben. Das war bei ihm niemals üblich. Ich hatte aber ein Magnetophon mitgenommen, damit ich aufnehmen konnte. Am Anfang war er erschrocken und wusste nicht was er davon halten soll. Danach, als ich ihm gezeigt habe, was und wie wir es machen, ihm erklärte wofür wir das tun, war er einverstanden. Aber nur unter der Bedingung, dass er selber den Knopf drückt und damit selber entscheidet, wann die Aufnahme stattfindet und wann nicht.

Deswegen ist die Hälfte des Unterrichtes, wo über die innere Arbeit gesprochen wurde, nicht aufgenommen worden. Bis er dann damit einverstanden war.

Seitdem, innerhalb der nächsten Jahre, wurde alles aufgenommen. Den Teil des Unterrichtes, welchen er nicht auf Magnetofon aufgenommen hat, habe ich sofort im Heft konspektiert. Dank dem haben wir sehr viel Studienmaterial erhalten, mehr als 1000 Disketten. Die habe ich danach gebrannt und an alle seine Schüler weitergegeben. Deswegen haben jetzt alle dieses Material und alle können sich an diese Quellen wenden und sie studieren.

Außerdem, als die Schüler vom Berg Institut, gesehen haben, dass sie dort nicht das studieren, worum es bei der Kabbala wirklich geht, kamen viele zu uns und Rabash hat angefangen sie zu unterrichten und sie mir anvertraut, sie in Gruppen zu organisieren. Kabbalisten haben immer in Gruppen studiert, in der Verbindung zwischen sich, weil die Wissenschaft der Kabbala über die Verbindung der Seelen spricht. Indem wir uns verbinden, bauen wir den spirituellen Kli (Gefäß) für das Erhalten des höheren Lichtes, die Offenbarung des Schöpfers, der Spiritualität auf.

Ich hatte ihn gefragt: “Wie macht man das? Ich weiß es nicht“. Dabei habe ich mich bemüht diese Frage in so einer naiven Form zu stellen, als ob ich von Null anfange, ohne etwas zu wissen. Dabei wollte ich aus ihm so viel wie möglich herausholen. Dann begann er für mich diese Frage tiefer und tiefer zu erläutern und auf Papier zu schreiben.

Am Anfang schrieb er auf Papierfetzen. Auch diese Aufzeichnungen sind in unserem Archiv. Danach hat er angefangen die Artikel zu schreiben und hat das dann innerhalb der Jahre bis zu seinem Tod gemacht. Ein Mal die Woche hat er für uns einen Artikel geschrieben, entweder über den Aufbau der Gruppe, über den Wochenabschnitt der Tora, oder über die innere Arbeit des Menschen. Alles, was Ari und Baal HaSulam geschaffen haben, indem sie für uns den Himmel geöffnet haben, alles das hat Rabash an uns übergeben, indem er dem Menschen erklärte, wo er in sich drin, alle diese Einstufungen der Eigenschaften finden soll und wie man dann mit ihnen voranschreitet.

                             

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Blitz – Antworten eines Kabbalisten, 18.11.2018

Frage: Offenbart sich der Schöpfer im Feld der guten Gefühle? Oder ist der Schöpfer selbst ein gutes Gefühl?

Antwort: Der Schöpfer ist alles, alles was in allen Welten, im gesamten Universum in mir ist. Er bestimmt alles außer deiner Willensfreiheit – ein kleiner Parameter, den du selbst definierst.

Frage: Ist der Weg des Leidens das Verlangen des Schöpfers?

Antwort: Das Verlangen des Schöpfers ist das Erreichen der mittleren Linie – Ihm absolut ähnlich zu werden, da sein Zustand am vollkommensten ist.

Frage: Beim Verstoß gegen welche Gesetze in der Spiritualität wird ein Mensch unvermeidlich leiden?

Antwort: Indem er die Gesetze der Verbindung in einer Gruppe verletzt.

Frage: Wenn ein Mensch zur Ewigkeit und Vollkommenheit gelangt ist, hat er dann einen Punkt erreicht, an dem es nicht nötig ist Schmerz und Leid zu empfinden?

Antwort: Ja

Frage: Ich versuche mir ständig vorzustellen, dass alles vom Schöpfer kommt, er gut zu mir ist und ich seine liebevolle Gegenwart spüren möchte. Ich spüre dann die Dankbarkeit und freue mich in der Gruppe mitzumachen. Ist der Wunsch, die Güte des Schöpfers zu spüren egoistisch?

Antwort: Nein, es ist das Richtige. Der Mensch soll nach guten Gefühlen streben.

Frage: Wir hatten eine gute und liebevolle Beziehung in unserer Familie. Meinem Ehemann wurde viel Geld angeboten und er änderte sofort den Weg. Seine Aggressionen wurden auf die Familie, die Kinder übertragen. Ich möchte den Weg der Liebe, der Selbstentwicklung fortsetzen, aber mein Mann hört mich nicht mehr. Muss ich in diesem Fall Geduld aufbringen und warten, oder klar und deutlich meinen eigenen Weg gehen?

Antwort: Ich glaube, dass man hier nichts machen kann. Sie müssen ihrem Ehemann die Möglichkeit geben, seinen gewählten Weg zu folgen. Die Hauptsache ist, dass er an sie und an die Kinder denkt und sie ihre spirituelle Entwicklung fortsetzen können.

Frage: Der Mensch möchte lediglich genießen, sogar in der Gruppe. Das ist seine Natur. Das ist doch keine Korrektur?

Antwort: Nein, das ist keine Korrektur. Die Gruppe ist nötig, um sich über sich selbst zu erheben. Durch die Fürsorge der Gruppe, durch die Verbindung mit ihnen kommt man zu der Verbindung mit dem Schöpfer.

Frage: Ist jeder Mensch in der Lage, die Bitterkeit in Süße zu verwandeln und den Weg der Beschleunigung (Achishena) zu gehen?

Antwort: Ja, in dieser Zeit, in diesem Leben kann jeder Mensch die Bitterkeit in Süße verwandeln und das Ziel der Schöpfung erreichen. Es ist egal, in welchem Alter er ist. Indem man versucht, weniger Fehler zu machen, geht man dem Ziel entgegen.

Frage: Vermischen sich unsere Welt und die höhere Welt oder bleiben sie getrennt?

Antwort: Nein, sie vermischen sich nicht.

Frage: Wenn der Mensch in der Gruppe leidet, bedeutet das, dass man sich nicht auf dem Weg der Kabbala befindet?

Antwort: Dies bedeutet, dass er noch nicht in der Lage ist, seine Leiden umzukehren, um den spirituellen Aufstieg zu unterstützen.

Frage: Ist der Schöpfer unser gemeinsamer Traum?

Antwort: Der Schöpfer ist das, was wir sind. Das heißt, indem wir ihn offenbaren, nehmen wir das als die Summe all unserer Eindrücke und Wünsche wahr.

Frage: Wie verstehe ich, dass ich den Weg der Kabbala gewählt habe und nicht den Weg des Leidens?

Antwort: Es kommt darauf an, wie sehr sie sich zusammen mit der Gruppe, den Freunden zur spirituellen Stufe bewegen.

Aus dem Unterricht 18.11.2018

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Die Fotos im Herzen Teil 1 (4)

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                                          Rabash Beit Knesset 4

Als ich zu Rav kam, wurde der Knesset noch aufgebaut. Das war ungefähr im Jahr 1980. Die Bauarbeiten dauerten noch. Der Boden war noch nicht belegt, der Schrank für das Aufbewahren der Tora (Aron kodesch) war noch nicht fertig. Alles befand sich noch im Bau.

Damals hatten sie eine große Spende von einer alten Dame aus dem Altenheim erhalten. Sie wollte den Namen ihres Mannes und ihren eigenen Namen verewigen. Sie hatte das Geld für den Namen gegeben und es war möglich diesen Raum auszubauen.

Die Rabashs Wohnung befand sich in der zweiten Etage. Hier wohnt bis zum heutigen Tag seine Frau Feiga. Unten befindet sich Beit Knesset.

Frage: Wer hat entschieden welche Farbe der Bodenbelag haben soll und alles andere?

Ich kann diese Frage nicht beantworten, weil ich mich niemals für solche Fragen interessiert habe. Das hatte für mich keine Bedeutung. Wahrscheinlich wurde das nach Rav’s Rat gemacht, weil er einen entwickelten Sinn für Schönheit hatte; seinen eigenen, besonderen Sinn. Er hat sich besonders darum gekümmert wie Beit Knesset aussah, er hat nach seinem Geschmack gehandelt und hat nicht erlaubt, das diese Arbeiten schlampig ausgeführt wurden. Er verstand wirklich was davon. Sein Sinn für Schönheit (sowohl für die äußere als auch für die innere), sein natürlicher Sinn, war stark ausgeprägt.

Nach dem Morgengebet „Schacharit“, wenn die Menschen nach Hause oder zur Arbeit gefahren sind, war Beit Knesset fast leer. Nur wir beide (Rav und ich) sind geblieben und noch ein paar alte Männer, die es nicht eilig hatten zu gehen. Wir haben mit Rav den Tagesablauf besprochen. Ich habe ihm meine unterschiedlichen Fragen gestellt, die mit dem Studium verbunden waren und während dem Gebet darüber nachgedacht. Abgesehen davon, das ich auf diese Fragen, mir selber die Antworten hätte geben können, so habe ich mich selber überprüft, indem ich Rav danach fragte. So schreitet der Mensch in seiner spirituellen Suche, auf seinem Weg voran.

Kabbala Akademie

Die Fotos im Herzen Teil 1 (3)

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Tagesablauf eines Kabbalisten

Frage: Was für einen Tagesablauf hatten Sie?

Wie üblich bin ich um zwei Uhr nachts aufgestanden. Das mache ich bis zum heutigen Tag. Innerhalb einer Stunde vor dem Unterricht habe ich die „Shamati“ Artikel gelesen. Rav war in seine Gedanken versunken, er hat studiert und ist spazieren gegangen. Oft ging er von seiner Wohnung, die Chason Straße zu Fuß entlang bis zu Rav Akiva und zurück. Dabei hat er gesungen, nachgedacht und machte Atemübungen. So hatte er sich ganz gemütlich und gut, Nachts um zwei Uhr,  für den Unterricht vorbereitet.

Drei Uhr morgens haben wir uns zum Unterricht versammelt und angefangen zu studieren. Wie üblich, von 3 bis 6 Uhr, gab es Unterricht, von 6 bis 6:30 – das Gebet, danach haben wir 5 Minuten besprochen was wir innerhalb des Tages machen und wir gingen zur Pause, um zu essen und uns zu erholen.

Gegen 9 Uhr fuhr ich mit dem Auto zu Rabashs Haus, ging hinauf in seine Wohnung, und wir fuhren gemeinsam zum Meer oder zum Park. Manchmal mussten wir zum Arzt oder etwas anderes erledigen. Wir waren 3 Stunden unterwegs.

Gegen 12:30 waren wir zurück und ich ging mit ihm in seine Wohnung, um alle die gekauften Sachen hinauf zu bringen. Dann fuhr ich nach Hause, habe gegessen und habe meine Patienten empfangen. Ich habe damals drei Stunden gearbeitet: von 13:00 bis 16:00. Um 17:00 war ich wieder bei Rav. Um diese Zeit fingen die Nachmittags-Unterrichte an. Bis 20:00 studierten wir Artikel von Baal HaSulam und TES, von 20:00 bis 20:30 wurde Sohar gelesen, von 20:30 bis 20:45 gab es ein Gebet „Aravit“ und um 20:45 waren wir Zuhause.

In fünf Minuten schlief Rav ein. Er verlor keine Minute. Ich kehrte auch nach Hause zurück, damit ich schlafen konnte, ich musste ja wieder um 2 Uhr aufstehen.

So einen Tagesablauf hatten wir all die Jahre die ich bei ihm war, beibehalten. Ausgenommen die Zeit, wo ich ihn im Krankenhaus betreute, wo wir viele Tage verbrachten. Oder wir sind für zwei oder drei Tage nach Norden verreist, in Twerien oder woanders. Wir haben uns zurückgezogen an einem menschenleeren Ort. Das war ein völlig anderes Studium und anderes Verhältnis, als in Beit Knesset.

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Wie man Freude wiedererlangt. Eine Anleitung

Frage: Die Spiritualität verlangt nach Vollkommenheit und Freude, doch in der Gruppe wird die Freude manchmal gedämpft. Wie passt das zusammen?

Antwort: In die Gruppe kommst du nach deinem normalen, „ordentlichen“ Leben. Dort hast du dich auf das Essen, den Sex, die Familie, das Geld, den Respekt, die Macht und das Wissen gefreut. Hier wurdest du aber vor ein Ziel, das du nicht erfassen, und vor Menschen, die du nicht aussuchen kannst, gestellt.

In der Außenwelt hast du selbst entschieden mit wem du arbeiten und mit wem du dich entspannen willst. Und hier hast du die Gesichter der Freunde vor dir. Schau sie an: hättest du sie in deinen Freundeskreis aufgenommen? Doch es gibt keinen Ausweg. Mehr noch, es gibt auch keinen Nutzen. Du findest weder einen Grund noch einen Ort noch ein Mittel zur Freude, woran du aus der Außenwelt gewohnt bist.

Nun musst du deine kompletten Vorstellungen ändern. Wozu bin ich hier? Wozu brauche ich all diese Menschen? Wie finde ich die Erfüllung? Was ist das Ziel? Wie wichtig ist es?

Nachdem du alle Fragen und Antworten gesammelt und richtig aufgereiht hast, wirst du vor Freude einfach explodieren, in den siebten Himmel vor Glück fliegen.

Denn du befindest dich an einem einzig wahren Ort, umgeben von richtigen Menschen, die nach dem gleichen erhabenen Ziel wie du streben, das im Alleingang nicht zu erreichen ist. Schau: sie haben sich extra für dich versammelt. Sie existieren nur, damit du die Vollkommenheit erlangst.

Dann, wenn du dir die Freunde anschaust, beginnst du, sie zu lieben. Sie werden dir wichtig, nah und teuer. Und das Ziel ist nicht mehr so unerreichbar. Wenn wir uns vereinigen, werden wir es unter uns finden. Es befindet sich nicht in einer fernen Galaxie, sondern hier, hinter den uns trennenden Absperrungen, die wir niederreißen müssen.

Das Ziel besteht darin, das Licht zwischen uns zu enthüllen. Es kann aber nicht fließen, solange das Netz beschädigt ist. Wegen der zerrissenen Kabel fließt der spirituelle Strom durch keinen von uns. So lass ihn doch erstrahlen, schließe den Kontakt!

Alles ist für uns bereits vorbereitet, und wenn du die Geschehnisse nur richtig betrachtest, wirst du garantiert mit Freude erfüllt.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash 

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Die Fotos im Herzen Teil 1 (2)

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In Rabash’s Arbeitszimmer 

Auf der ersten Etage unseres Gebäudes Chason Isch Straße 81, gab es ein Arbeitszimmer von Rabash. Wir haben von 3 bis 6 Uhr morgens studiert und danach bis  6:30 Uhr hatten wir ein Gebet gehabt. Später, ungefähr bis 9 Uhr eine Pause. Nun sind wir mit ihm zusammen zum Meer oder in den Park gefahren, das war abhängig von der Jahreszeit. Noch bevor wir uns zur nächsten Pause trennten, haben wir geklärt, was wir an diesem Tag zu tun hatten. Es war dann so, dass er zum Arzt musste oder noch etwas anderes zu erledigen hatte.

Während des Chanuka-Fest stand auf dem Tisch im Arbeitszimmer die Chanikija. Normalerweise war sie versteckt und nur während Chanuka hat man sie hervor geholt, um sie abends anzuzünden. Jeden Abend haben wir Chanuka Kerzen angezündet und Lieder gesungen, die man aus der Tradition heraus an diesem Abend normalerweise singt, entweder nach einfachen Melodien oder nach der Musik von Baal HaSulam. Danach wurden „Lechaims“ ausgesprochen, ein wenig Brendy „777“ getrunken (stand normalerweise auf unserem Tisch, weil Rebe es sehr mochte) und Chanuka-Krapfen gegessen. Rav hat sie selber an jeden von uns ausgeteilt.

Er konnte natürlich in jede seiner Handlungen Spiritualität einfügen. Für ihn war es nicht wichtig welche physischen Handlungen er unternimmt, was man sagen muss, er hat immer seine innere Arbeit hinzugefügt. So brachte er, mit allen seinen Handlungen und große Anstrengungen, Korrekturen zustande.

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