Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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„Wenn wir zuallererst auf uns selbst achten, helfen wir der Natur“

Mein Artikel in Newsmax: „Wenn wir zuallererst auf uns selbst achten, helfen wir der Natur“

Vor kurzem interviewte The Guardian die UNO-Umwelt Chefin Inger Andersen. Dem Blatt zufolge sagte Andersen, dass die Natur uns mit der Coronavirus-Pandemie eine Botschaft schicke, da die Menschheit zu viel Druck auf die Natur mit verheerenden Folgen ausgeübt habe. Andersen warnte davor, dass unser Versagen, uns um den Planeten zu kümmern, bedeutet, sich nicht um sich selbst zu sorgen. 

Es stimmt, dass wir zu viel Druck auf die Natur ausüben. Auch  ist es wahr, dass diese Belastungen unsere Umwelt zerstören und uns selbst schaden. Aber meiner Ansicht nach verkörpern die Worte von Frau Andersen unseren größten Fehler: Zu sagen, dass, wenn wir uns nicht um den Planeten kümmern, bedeutet, dass wir uns nicht um uns selbst sorgen, spannt den Karren vor das Pferd. Es liegt an uns selbst, uns vorrangig um unsere Beziehungen zueinander zu kümmern. Nur wenn wir lernen, füreinander zu sorgen, werden wir lernen, für die Natur Sorge zu tragen. Erst wenn wir lernen, was soziale Verantwortung bedeutet, werden wir in der Lage sein, globale Verantwortung zu praktizieren. Solange wir uns gegenseitig ausbeuten, werden wir dies gleichermaßen mit der Natur tun.

Das Coronavirus sendet uns mehr als nur eine Botschaft. Zu Hause bleiben und einander fernbleiben ist nur der Anfang. Dies ist die erste Phase, in der die Natur zu uns spricht wie ein zurecht weisendes Elternteil: „Ihr seid schlecht zueinander gewesen, also geht in eure getrennten Zimmer“. Nun, da wir gezwungen waren, uns in sozialer Distanzierung zu üben, ist es an der Zeit, die nächste Lektion zu lernen: Sich richtig anzunähern.

Die große Säuberung

Um uns von Beschäftigungen zu „säubern“, die uns zu unseren früheren Bindungen zurückführen, wird die Natur über ihren treuen Boten COVID-19 dafür sorgen, dass wir nicht zu unseren früheren Verpflichtungen zurückkehren können. Er wird uns so lange heimsuchen, bis wir die neue Realität akzeptieren, zugeben, dass wir uns geirrt haben, und uns fragen, wie die Natur will, dass wir uns verhalten.

Wenn wir akzeptieren, dass das Problem bei uns liegt, werden wir feststellen, dass es keine Lösung bringt, fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Tatsächlich ruinieren wir den Planeten durch übertriebenen Verbrauch von fossilen Brennstoffen, Holz, Verschmutzung von Trinkwasservorkommen und Meeren, Erschöpfung der natürlichen Ressourcen, Ausrottung von Tieren und Zerstörung der Lebensräume von Wildtieren.

Wir tun all das aber nicht, weil wir uns des Schadens, den wir anrichten, nicht bewusst sind; wir tun es, weil es uns nicht kümmert. Wir müssen nicht der Natur helfen; wir müssen unsere eigene Natur verändern. Wenn wir uns nicht ändern wollen, wird die Natur uns auf ihre eigene Art und Weise dazu zwingen. COVID-19 ist nur der Auftakt – und keine fertige Oper. Wenn wir die Botschaft, die sie uns vermittelt, nicht verstehen, wird diese Oper zu einer sehr betrüblichen Tragödie werden.

Jetzt, da wir getrennt worden sind, sollten wir lernen, wie wir uns richtig verbinden können. Die erste Faustregel lautet: Wenn es mehr ist, als man wirklich braucht, ist es zu viel, und es ist ausbeuterisch für die Natur und für andere Menschen. Die zweite Faustregel ist, dass ich alles, was ich tue, ob es nun Geben oder Nehmen ist, zum Wohle der gesamten Gesellschaft tue.

So wie die Natur ein einziges, umfassendes System ist, müssen wir eine ganzheitliche Weltanschauung entwickeln, die alle Menschen berücksichtigt. Die Gesellschaft weiß, was sie benötigt und belohnt jene, die ihren Beitrag zu ihrer Erhaltung leisten, mit Respekt und Wertschätzung. Nach und nach werden diese Auszeichnungen die bisher geltenden egozentrischen Erfolgsfaktoren wie extravaganter Reichtum, Macht und ein falsches Überlegenheitsgefühl ersetzen.

Indem wir unsere Schritte in Richtung einer Welt positiver Verbindungen sorgfältig planen, werden wir eine Welt aufbauen, die in jeder Hinsicht höher ist als unsere grimmige Realität. Indem wir Bande der Freundschaft und gegenseitiger Verantwortung füreinander pflegen. So werden wir in der Lage sein, von der alten Welt Abschied zu nehmen.

Es ist in der Tat wesentlich befriedigender, die gesamte Gesellschaft und durch sie die gesamte Realität zu spüren, als die Welt auf die wahrgenommene Realität zu beschränken, wenn ich nur an mich denke. 

Die Natur, auch Realität genannt, führt uns in eine Welt, in der wir wählen können, ob wir gute Schüler sind und leicht und angenehm lernen, oder ob wir rebellische Kinder sind, die gegen ihren Willen lernen, aber am Ende trotzdem ihrem Lehrer danken. Wie dem auch sei, die Natur wird nicht nachlassen, bis wir es begriffen haben.

Bild von StockSnap auf Pixabay

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Zwei Formen des Verhaltens


Frage: Unser Ziel ist es, die Eigenschaft des Gebens durch die Überwindung von Hindernissen zu erreichen.

Angenommen, mir wurde mein Auto gestohlen. Wie hilft mir dieses Hindernis, das sich gegen meinen Egoismus richtet, mich auf den Schöpfer, auf seine Eigenschaft des Gebens einzustellen?

Antwort: Da, du dich aktuell auf der materiellen Stufe befindest, wirst du es nicht verstehen.

Deshalb musst du zur Polizei gehen und tun was in dieser Welt richtig ist. Andererseits musst du auch verstehen, dass der Schöpfer dies getan hat, um dich irgendwie aufzurütteln.

Frage:  Das heißt, ich kann es noch nicht mit Seiner Eigenschaft in Verbindung bringen, aber ich kann es mit Ihm verknüpfen?

Antwort: Du siehst nicht die Zusammenhänge zwischen den beiden Stufen: mit dem was der Schöpfer macht und mit dem was mit dir geschieht.

Anmerkung: Also, ich stelle mir vor, dass es vom Schöpfer kommt. So steht es im Buch.

Antwort: Aber dadurch fühlt man sich nicht besser.

Anmerkung: Ja, schon, aber zumindest weiß ich, dass es von ihm kommt.

Antwort: Wenn du immer daran denkst, dass es vom Schöpfer ist und du dabei gleichzeitig alles machst, was in unserer Welt notwendig ist, um das Problem zu korrigieren, dann fertigst du in dir eine Kombination aus höherem und irdischem Verhalten. Auf diese Weise werden die beiden Formen des Verhaltens in dir nach und nach zu einer Einheit.

Aus der TV Sendung „ Grundlagen der Kabbala“, 25.03.2019

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Das Coronavirus verändert die Realität, Teil 4


Entwicklungsstufen der Menschheit: Hilflosigkeit und Angst

Frage: Welche Phasen in unserer Wahrnehmungsentwicklung müssen wir durchlaufen? Sind es, zuerst Gleichgültigkeit, dann Angst, dann Hilflosigkeit und so weiter?

Die Antwort: Hilflosigkeit funktioniert sehr gut. Wenn man hilflos ist und plötzlich das Gefühl hat, dass es nur einen Ausweg gibt, nämlich sich gegenseitig zu unterstützen, dann ist nichts anderes mehr nötig.

Wir sind von der umgebenden Natur völlig abhängig. Sie kann alles mit uns machen, aber eine Sache müssen wir selbst tun. Wenn wir uns einander annähern, kommen wir mit ihr in guten Kontakt. Und dann wirken wir gegenseitig aufeinander ein, die Natur auf uns und wir auf die Natur. Durch unsere positiven Verbindungen untereinander und mit der Natur, werden wir ganzheitlich verbunden sein.

Kommentar: Ich unterhalte mich mit vielen Menschen und sehe, dass die Phase der Gleichgültigkeit bereits vorbei ist. Als das Coronavirus zum ersten Mal in China auftauchte, war es jedem einfach egal. Jetzt, da viele Länder betroffen sind, befinden wir uns auf der Stufe der Angst.

Meine Antwort: Ich glaube nicht, dass das bereits die Stufe der Angst ist. Die Menschen haben immer noch Nahrung.

Angst ist, wenn die Nahrung ausgeht, die medizinische Versorgung mit so vielen Patienten nicht mehr zurechtkommt und ich einfach nicht mehr weiß, was mit mir, mit meinen Nachbarn, geschweige denn mit meiner Arbeit und allem anderen passieren wird.

Es werden uns die Mittel zur Gehaltszahlung ausgehen. Die Geschäfte werden dieses Geld nicht mehr annehmen, weil es nichts mehr zu verkaufen gibt. Es wird nichts mehr geben wofür man noch Geld verlangen kann.

Erst wenn ein Mensch diese Zustände mit angsterfüllten Augen sehen kann, dann wird er bereit sein zu sagen: „Ja, jetzt bin ich mit einem positiven Austausch mit anderen einverstanden!

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Aus KabTV „Das Coronavirus verändert die Realität“ vom 12.03.20