Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

 Zurück zur Schule – zurück zum Mobbing

Veröffentlicht auf Facebook-Seite Michael Laitman  04.09.2019

 

Mobbing im Klassenraum beginnt außerhalb des Schulgebäudes.

Zeitgleich mit dem Beginn des neuen Schuljahres öffnet sich die schmerzhafte Wunde des Mobbing-Phänomens an den Schulen. Ja, es geschieht überall und viele Kinder leben in sozialer Isolierung und leiden Monate, manchmal Jahre unter Mobbing und Beleidigungen. Sie werden die inneren Narben noch viele Jahre mit sich tragen. Die Eltern, sofern sie überhaupt wissen, was los ist, fühlen sich hilflos gegenüber einem System, welches dieses Thema häufig totschweigt, um seinen guten Ruf nicht zu schädigen.

Es ist richtig, dass es Mobbing schon immer gab, auch als ich selbst ein Kind war; aber heutzutage ist dieses Problem zu beunruhigender Größe angewachsen. Die ewige Schikane sprengt die Wände des Klassenraums und verfolgt das gemobbte Kind in WhatsApp oder Facebook und lässt ihm keine Möglichkeit zur Flucht an einen Ort, wo es zur Ruhe kommen kann.

Meistens geht die Sache von einem Kind aus, dem Federführer des Angriffs, einem Kind, das gerne Kontrolle ausübt und das imstande ist, die anderen Kinder mitzuziehen. Warum tut es das? Weil es Genuss daran empfindet; es verschafft ihm Befriedigung, sich dem Anderen überlegen zu fühlen, über ihm stehend, und aus diesem Grund demütigt es ein anderes Kind und bringt die ganze Klasse gegen dieses auf. Aber lasst uns der Wahrheit ins Gesicht sehen: Eben dieses Kind handelt seinem eigenen inneren Druck folgend in genauer Entsprechung zu jenen Beispielen, welche es von allen Seiten geliefert bekommt, egal, ob es sich um Reality TV, YouTube-Videos oder um uns handelt – die Erwachsenen in unserem alltäglichen Verhalten.

Es ist überflüssig, sich über das Verhalten unserer Kinder zu beklagen, während unser eigenes Leben von Machtspielen und Demonstrationen der eigenen Überlegenheit dominiert wird. Wir haben es versäumt, eine gute Umgebung für unsere Kinder zu schaffen, haben einer richtigen Erziehung viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet – einer Erziehung, die gesunde und positive Verbindungen unter den Kindern festigt. Jetzt schlagen die bitteren Resultate unseres Versagens zurück – hauptsächlich in Gestalt von Mobbing.

Wie können wir mit dem Mobbing fertigwerden? Zunächst ist es nötig, mit dem Federführer zu sprechen und ihm zu erklären, in welche Nöte er andere und letztendlich auch sich selbst stürzt. Ebenso wichtig ist es auch, mit jenen zu sprechen, die dem Anführer folgen, damit sie aufhören, diesem Macht und Antrieb zu geben. Unsere Aufgabe ist es, der Kontrolle dieses einzelnen Anführers die Kontrolle der vielen entgegenzusetzen. Warum? Jüngere Kinder verstehen ganz instinktiv, was „gut für mich, oder schlecht für mich“ heißt. Wenn ein Kind, das einen Angriff startet, sieht, dass die Sache nicht gut läuft oder sich sogar zu seinem Nachteil entwickelt, wird es ganz einfach damit aufhören.

Mit älteren Kindern kann man schon besser sprechen. Man kann ihnen aufzeigen, dass die Gesellschaft ihnen den Rücken zukehren könnte. So wären sie ganz auf sich allein gestellt. Dies könnte jedem von ihnen geschehen, sollte er damit fortfahren, Kontrolle über andere ausüben zu wollen. Wenn er also das Bedürfnis hat, andere mit sich zu ziehen, so sollte er ein guter Anführer sein, dem alle gerne folgen.

Warum aber es so weit kommen lassen? Viel besser ist es, dem vorzubeugen, indem wir für unsere Kinder von klein auf eine gesunde und soziale Umgebung schaffen, welche sich nicht auf individuellen Erfolg, sondern vielmehr auf gute soziale Beziehungen, gemeinsames Arbeiten und gegenseitige Hilfe gründet. Je schneller wir dies in die Tat umsetzen, desto schneller wird Mobbing der Vergangenheit angehören.

 

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